KISP  Die Hilfe bei Prostatakrebs   ·   Dipl.-Ing. Uwe Peters†    ·  

Uwe Peters' Prostatakrebs-Geschichte
6 und Schluss


Es ist mir ein trauriges Anliegen, dieses sechste und gleichzeitig letzte Kapitel zu Uwe Peters' persönlicher Prostatakrebs-Geschichte zu schreiben.

Uwe Peters verstarb am 24. November 2003, drei Wochen nach seinem 62. Geburtstag, morgens um 2:11 Uhr zu Hause an den Folgen seines Krebses. Sein Tod trat schnell ein, er hat nicht mehr leiden müssen, als er selbst in den vorangegangenen Kapiteln seiner Krankengeschichte noch berichtet hat.

Sein Kampf gegen den Prostatakrebs hat ab seiner Operation vier Jahre, acht Monate und sieben Tage gedauert. Der Krebs blieb letztlich Sieger, aber er hatte es mit einem zähen Gegner zu tun. Uwe hatte Leber-, Lungen- und wohl auch Knochenmetastasen, sein gesamter Unterleib war voller Metastasen.

Seine Frau Annelie hat ihm als letzte Liebesbezeugung, die man seinem Partner auf Erden noch erweisen kann, eine wunderschöne Trauerfeier ausgerichtet, wie sie Uwe bestimmt gefallen hätte. Sie, seine wenigen Angehörigen, viele seiner Freunde und Wegbegleiter der letzten mehr als vier Jahre aus den Selbsthilfegruppen Rhein-Main, Patmos und Internet, darunter auch meine Frau und ich, sowie Wolfgang Petter und Christian Ligensa als Vertreter des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe e. V., mit dem sich Uwe, auch sehr zu seiner eigenen Erleichterung, noch wenige Wochen vor seinem Tod ausgesöhnt hatte, nahmen am 28. November 2003 Abschied von einem großen Kämpfer. Von seinen Ärzten war niemand gekommen.

Die sehr schöne Trauerrede hielt ein junger ehemaliger katholischer Pfarrer. Uwes engster Freund und Wegbegleiter der letzten Jahre, Gerd Unterstenhöfer, hielt im Anschluss eine sehr persönliche und sehr bewegende Gedenkrede, besser, als jeder andere es gekonnt hätte. Der eigens aus Stuttgart angereiste farbige Opernbassist und Gospelsänger Ron Ringwood sang im Verlauf der Feier drei Gospels, Gottfried Staudt aus unserer Patmos-Gruppe spielte auf dem Akkordeon "I did it my way" – nichts hätte besser zu Uwes Lebensweg gepasst.

Uwe Peters' sterbliche Überreste ruhen auf dem Alten Friedhof des Städtchens Obertshausen im Kreis Offenbach, unweit seines Heims, in dem er in den letzten 21 Jahren mit seiner geliebten Frau Annelie gelebt hatte.

Uwe Peters gehörte keiner Kirche an. Aber mit seinem unermüdlichen Einsatz für andere Männer, die von derselben heimtückischen Krankheit betroffen waren wie er, mit seinem Engagement, von morgens acht bis abends zehn Uhr, an Werk- wie an Feiertagen, per E-Mail, Telefon und Fax anderen Männer nach bestem Wissen und Gewissen Rat und Mut zu geben, hat er für mich unendlich viel mehr an christlicher Nächstenliebe bewiesen als sie so mancher eifrige Kirchgänger besitzt, der gleich am Montagmorgen sein Christentum wieder an der Garderobe abgibt.

Uwe Peters hat seinen verdienten Frieden gefunden. Keiner, der ihn gekannt hat, wird ihn vergessen.

Ralf-Rainer Damm, Dieburg, den 30. November 2003

 

Hilf Dir selbst, dann hilft Dir auch Gott!

 



                        

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