KISP  Die Hilfe bei Prostatakrebs   ·   Dipl.-Ing. Uwe Peters†    ·  


Meine Prostatakrebs-Geschichte 2

Nach meiner heutigen Überzeugung haben die Urologen Ihr Pulver gegen den Prostatakrebs verschossen, wenn die Hormonblockade in all ihren Varianten nichts mehr bringt.

Ich habe durch Gespräche über Onkologie in meiner SHG und mit befreundeten Ärzten entdeckt, dass die Spezialisten beim Krebs, die Onkologen, von den Urologen bei der Behandlung unseres Prostatakrebses bewusst ausgeschlossen werden. Ich habe mit niedergelassenen und klinischen Onkologen gesprochen und mich zu dem einzigen mir bekannten Onkologen überweisen lassen, der nach meiner Überzeugung fähig ist, das Richtige gegen meinen Prostatakrebs zu unternehmen.

Am 03.07.2000 habe ich mich stationär onkologisch untersuchen lassen. Weder im Blut noch im Knochen-Szintigramm, noch im Knochenmark, wurden Metastasen entdeckt. Meine Onkologen sehen den PSA-Wert nur als Anzeichen, dass Prostatakrebs da ist. Allerdings nicht als Begründung, um gegen ihn vorzugehen; sie wissen ja nicht, wo die Metastasen sind. Die Begründung ist ganz einfach: wenn man nicht weiß, wo und in welcher Größenordnung sich die Metastasen  ausgebreitet haben, wie soll man dann sehen, ob die Therapie wirkt oder nicht?

Ab 27.07.2000 habe ich mit meinem Urologen die Dreifache Hormon Blockade (DHB) begonnen, um damit alle meine Hormon-Abhängigen Prostata-Krebszellen (HAPK) zu töten. Mein PSA ist weiter gestiegen von 9,98 (27.07.00) auf 10,10 (21.09.00) auf 12,10 (15.11.00) auf 17,4 (13.12.00) auf 21,6 (07.02.01) auf 22,7 (06.03.01). Die Steigerung innerhalb von 4 Wochen um 5,2 ng/ml am 13.12.00 war ein Hammer für mich. Ich habe sofort Casodex abgesetzt.

Meine Onkologen haben also am 04.07.00, 06.09.00 und 07.12.00 keine Metastasen gefunden. Beunruhigt durch die große Steigerung des PSA am 13.12.00 habe ich meinen holländischen Prostatakrebs-Freund Wil de Jongh um Hilfe gebeten und er hat mit meiner PK-Geschichte den amerikanischen Onkologen Dr. Stephen Strum gefragt, was zu tun ist und er hat u.a. einen ProstaScint Scan empfohlen, den es in Europa nicht gibt. Das hat mich dazu bewegt von meinen Onkologen eine Spiral-Computer-Tomographie (Spiral-CT) zu verlangen, die auch am 20.02. und 21.02.01 gemacht wurde.

Das war die richtige Entscheidung. Das Spiral-CT vom Unterleib (Abdomen) hat einen vergrößerten Lymphknoten (2,5 cm) rechts an der Beckenwand ergeben und das Spiral-CT vom Brustkorb (Thorax) einen etwa 6 mm großen Rundherd im Unterlappensegment der Lunge. Meine Onkologen wollten wissen, ob der Rundherd in der Lunge gut- oder bösartig sei. Deshalb bin ich zu Thorax-Chirurgen überwiesen worden, um abzuklären, was in meiner Lunge ist. Mein Thorax-Chirurg hat eine Positronen-Emissions-Tomographie (PET) empfohlen, die von der Techniker Krankenkasse nicht generell übernommen wird. Ich habe die Kosten (DM 1.900,-) selbst übernommen und ein PET im Uni-Klinikum Frankfurt machen lassen. Ein PET misst den erhöhten Zuckerumsatz in sehr aggressiven Krebszellen. Um es kurz zu machen, mein Lymphknoten-Befall als einzige Mutter-Metastase wurde bestätigt und in der Lunge konnte kein bösartiger Befall entdeckt werden.

Obwohl ich mit dem PET eine risikoreiche Lungenbiopsie mit hohen klinischen Kosten eingespart habe, hat trotz zweimaligen Widerspruch meine Techniker Krankenkasse die Kosten nicht übernommen, ein Dankeschön von der Techniker Krankenkasse für 35 Jahre Beitragzahlen eines gesunden Technikers. Krebskranke sind bei der Techniker Krankenkasse nicht beliebt, sie ist lieber eine Krankenkasse für gesunde Techniker, dann kann man die Beiträge besser für die Verwaltungskosten verbraten. 

Mir wurde am 11.04.01 in einer 2½-stündigen Operation durch meinen klinischen Urologen die Muttermetastase chirurgisch weiträumig entfernt und ich bin nach 6 Tagen entlassen worden. Durch die OP ist mein PSA von 20,6 auf 14,6 (03.05.01) gefallen. Ich hatte mehr erhofft; allerdings ist der Abfall um 6 ng/ml auch ein Fortschritt im Kampf gegen meinen Prostatakrebs. 

Wie es weitergeht, erfahren Sie auf der nächsten Seite 

                           "Meine Prostatakrebsgeschichte 3"         -->

                                                                             Copyright: KISP  


von Uwe Peters, Heusenstamm den 18.05.2001