KISP  Die Hilfe bei Prostatakrebs   ·   Dipl.-Ing. Uwe Peters†    ·  


Meine Prostatakrebs-Geschichte 1

Am 01.12.1998 wurde bei mir bei einer Blutanalyse durch Zufall ein PSA von > 100 ng/ml festgestellt. Ich war 57 Jahre, Geschäftsführer meiner eigenen GmbH und, wie ich meinte, fit wie ein Turnschuh. Bis dahin bin ich als Reise-Radler p.a. ca. 5000 bis 8000 km durch Europa gefahren, führe eine glückliche Ehe, lebe in einem schönen Haus und habe keine wirtschaftlichen und sonstigen Probleme. Da in meinem Hinterkopf die Sprüche von Prof. Hackethal herumspukten wie z.B. "Siehst Du einen Urologen, lauf so schnell wie Du kannst!" oder "Der Prostatakrebs ist ein Haustierkrebs", bin ich nie zur Vorsorgeuntersuchung gegangen (leider).

Die Biopsie war positiv, Knochen-Szintigramm (KS) ohne Befund, Computer-Tomographie (CT) zeigte, dass ein Lymphknoten befallen war. Zur Kontrolle schickte mich mein Urologe stationär in die Klinik, mein PSA war 177, mein Operateur entschied: drei Monate Hormonblockade HB2 dann Prostataentfernung. Wegen Uninformiertheit und Unwissenheit, war ich an dieser Entscheidung nicht beteiligt!

Die Prostata wurde am 17.03.1999 weiträumig entfernt. pT3b N1 Mx R0 G3, Gleason-Summe (4+3) = 7 ist die Beschreibung meines Prostatakrebses aus heutiger Sicht. Ich hatte keinerlei Komplikationen, die Proben aus dem Randbereich waren negativ. Der PSA ist auf 17 gesunken. Weiterhin Hormonblockade HB2.

Nach zweieinhalb Wochen wurde ich entlassen und bin anschließend für 5 Wochen in die AHB gegangen, die mir sehr gut getan hat. Allerdings hatte ich erhebliche Probleme mit der Inkontinenz.

Nach der AHB hatte ich einen PSA-Wert von 4,2 trotz Hormonblockade HB2. Da die Halbwertzeit des PSA nach Prostataentfernung ohne Hormonblockade 3 bis 6 Tage ist, war mir klar, dass ich Krebsmetastasen im Körper habe. Nicht meine Ärzte haben mir das gesagt, sondern ich habe das selbst herausfinden müssen.

Seit Dezember 1998 bekomme ich eine Hormonblockade HB2 mit Decapeptyl und Androcur. In der Reha habe ich damit begonnen, auch 1 mg Östrogene zu nehmen, damit verhindere ich das Schwitzen, eine unangenehme Nebenwirkung der LHRH-Agonist-Spritzen, stabilisiere meine Knochen und fördere das sexualhormonbindende Globulin, damit mein freies Testosteron reduziert wird.

Im Juli 1999 habe ich im Internet und nicht durch meine Ärzte erfahren, das die Hormonblockade nur 6 bis 10 Jahre wirkt. Dann mutiert der Hormon-Abhängige Prostata-Krebs (HAPK) zu Hormon-Unempfindlichen  Prostata-Krebs (HUPK) und ist damit mit der Hormonblockade nicht mehr zu erfassen.

Mein PSA ist vom Minimum 1,78 (24.09.1999) auf 8,25 [Lobor 1] ng/ml (31.05.2000) gestiegen, das heißt mein HAPK mutiert zu HUPK und der wächst nun. Ich habe 2 Monate keine Östrogene genommen, um zu testen, ob ich ohne mein Estrifam blau 0,5 mg/Tag wieder schwitze. Ohne Östrogene hatte ich das starke Schwitzen, was auch als das Männliche Klimakterium beschrieben wird. Ohne Östrogene ist meine Lebensqualität stark eingeschränkt, deshalb nehme ich sie wieder, obwohl ich nicht weiß, ob die Östrogene vielleicht das Krebswachstum fördern.

Als mein PSA innerhalb von einem Monat um 3,45 ng/ml unter der Hormonblockade (HB) stieg, habe ich meinen Urologen veranlasst, mich zu meinem Onkologen zu überweisen. Nach meiner Meinung sollte man bei stark steigendem PSA unter Hormonblockade von Urologen zu Onkologen wechseln. 

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von Uwe Peters, Heusenstamm den 18.03.2001