|
Dieses
Kombinationsgerät stellt derzeit die modernste Generation diagnostischer
Großgeräte zur funktionellen hochauflösenden anatomischen und
biochemischen Bildgebung des gesamten Körpers dar. Durch diesen neuesten
Ansatz der funktionellen Bildgebung können z.B. anatomisch kleinste bösartige
Tumoren nachgewiesen werden [mittels der Positronen-Emissions-Tomographie,
(PET)] und anatomisch korrekt und präzise lokalisiert werden [mittels der
Mehrzeilen-Spiral-Computertomographie (Spiral-CT)]. Als besonderen Vorteil
der PET/CT-Untersuchung bei Patienten mit Prostatakrebs ist die routinemäßige
Untersuchung des gesamten Körpers in einem
Untersuchungsvorgang, die Vermeidung von Doppel- und
Mehrfachuntersuchungen sowie die Reduzierung des Zeitaufwandes des
diagnostischen Ablaufes auf ca. 30 – 40 Minuten Untersuchungs- und ca.
60 Minuten Befundungs-/auswertezeit zu sehen.
Warum wird als Marker (Tracer) Cholin verwendet, was ist Cholin?
Cholin ist eine Vorstufe der Zellmembranphospholipide. Cholin wird im
gesamten Darm aufgenommen (resorbiert) und gelangt dann selbständig oder
mit Hilfe von Trägerstoffen (z.B. Lecithin) ins Blut und zur Leber. Aus
Eiweißbausteinen, die in pflanzlicher Kost nur geringfügig vorkommen,
wird es auch vom Stoffwechsel selbst hergestellt. So leiden strenge
Vegetarier, die auf Eier, Milch und Milchprodukte verzichten, möglicherweise
an Cholinmangel, insbesondere dann, wenn Sie unter Stress stehen. Man geht
von einem Verbrauch bis zu 4 Gramm Cholin pro Tag aus, bei erhöhtem
Stress bis zu 6 Gramm, wobei etwa ein Fünftel oder ein Viertel durch die
Nahrungsaufnahme beigesteuert wird.
Die Aufnahme von Cholin in den menschlichen Körper wird beeinträchtigt
durch die Aufnahme von Zucker, Alkohol, Tee, erleichtert durch die
Einnahme von Folsäure, Inositol, B12, Vitamin B12-Komplex. Cholin kommt
auch in Bierhefe, Eigelb und Weizenkeimen vor.
Bei vielen Krebsarten stellt die Glukoseaufnahme ein Maß für die Bösartigkeit
dar. Diese ist jedoch bei den meisten Prostatakrebsen sehr niedrig und
deswegen wenig hilfreich. Hingegen ist aus kernspinspektroskopischen
Untersuchungen bekannt, dass die Konzentration von Cholin in den
Prostatakrebszellen im Vergleich zu Normalzellen deutlich gesteigert ist.
Deshalb kann Prostatakrebs mit bildgebender Diagnostik unter
zu Hilfenahme der
C-11-Cholin-PET/CT-Untersuchung gut dargestellt werden.
In den letzten Jahren wurde in verschiedenen Tumoren ein hoher Gehalt an
Phosphorylcholin gefunden, der in gesundem Gewebe meist unterhalb der
Nachweisgrenze liegt. Vor kurzem ist durch das Verfahren der
31P-Magnetischen Resonanz Spektroskopie entdeckt worden, dass in vielen
Tumoren und auch im Prostatakrebs eine erhöhte Aufnahme von Cholin in den
Zellen stattfindet, um so die erhöhte Synthese der Phosphatidylcholin,
ein wichtiges Zellmembran-Phospholipid sicherzustellen. Zusätzlich ist
die Gesamtkonzentration von Cholin (Cho) und Kreatin (Cr) erhöht. Studien
an Patienten haben diese Ergebnisse bestätigt und es konnte gezeigt
werden, dass ein 3-fach erhöhtes (CH0+Cr)/Cit-Verhältnis als sicherer
Indikator für das Vorliegen eines tumorösen Gewebes gewertet werden
kann.
Ebenso kann mit radioaktiv markiertem Cholin (Kohlenstoff-11,
Halbwertszeit 20 Minuten, reiner Positronenstrahler) anhand der
C-11-Cholinspeicherung im Prostatakrebs der Primärtumor nachgewiesen und
anatomisch genau geortet werden. Somit kann mittels PET/CT der gesamte Körper
in weniger als 30 Minuten mit C-11 Cholin untersucht werden; Diese
Untersuchung ist zugleich auch sehr gut zur Stadieneinteilung und zur
Suche von Tochtergeschwülsten (Metastasen) geeignet. Bei weiteren Fragen
an Dr. Blumstein wenden.
Copyright: KISP
|