KISP  Die Hilfe bei Prostatakrebs   ·   Dipl.-Ing. Uwe Peters†    ·  


Krebs-Marker

Alternative Tumormarker wie PAP, CGA, NSE, CEA oder TPA die auch zum Teil bei vielen anderen Tumoren erhöht sein können, sind gelegentlich hilfreich bei der Suche nach Prostatakrebs-Metastasen, die kein PSA (mehr) absondern. Solche Metastasen sind nicht besonders häufig, aber doch häufig genug, um einen einmaligen Test zu rechtfertigen. Die Bestimmung erfolgt am besten zu Beginn der Erkrankung gleichzeitig mit dem PSA. Dadurch kann man im weiteren Verlauf, falls der PSA-Wert keine Aussage mehr zulässt (Niedrig- oder Kein-PSA-Ausscheider), auch den Verlauf der anderen Tumormarker beobachten, wie man auch den PSA-Wert regelmäßig kontrolliert. Wenn Sie wieder mit der Hormon-blockade einsetzen, dann sollten der PSA und können auch die anderen "unspezifischen" erhöhten Marker heruntergehen. Wenn einer der erhöhten Marker dies nicht tut, dann gibt dies Anlass zu der Befürchtung, dass eine hormonunempfindliche Metastase oder ein örtliches Rezidiv vor-handen ist. Es kann leider aber auch bedeuten, dass ein zweiter Tumor vorhanden ist, was sehr selten ist, der gerade diese "unspezifischen" Tumormarker absondert. Das würde bedeuten, dass der Prostatakrebs (PK) gut therapiert wird aber von einem anderen, evtl. gefährlicheren Tumor, überholt wird.

SPP oder PAP - Saure Prostata-Phosphatase [0-3,5 U/l]
ein Protein (Enzym), das von Prostatazellen erzeugt wird, ganz so wie PSA. Es kann im exakt selben Rahmen erhöht sein wie PSA. Darüber hinaus haben viele Kliniker seit 1996 beobachtet, dass sich die PAP bei entweder stabilem PSA oder langsam ansteigendem PSA erhöhte. Es gibt einen deutlichen Wirkungszusammenhang zwischen ansteigendem PAP und metastatischem Krankheitsbefall - die Gründe versteht man derzeit nicht. Der PSA-Wert kann bei schlecht differenziertem PK sehr niedrig mit einem geringen Aufwärtstrend sein. Unter diesen Umständen kann die PAP ein guter Marker für eine "metastatische" Erkrankung sein. Wenn die Metastasen zahlen- und größenmäßig wachsen, steigt normalerweise auch die PAP an. Bei vielen Patienten fangen einige oder alle dieser Marker an zu steigen, wenn der Umfang des metastatischen Krebses wächst. Für die Diagnose von PK sind PAP-Tests durch das Messen des PSA ersetzt worden, das ein viel zuverlässigerer Marker ist. Wenn aller-dings PK einmal diagnostiziert worden ist, kann die PAP als zusätzlicher Indikator für das Einstufen und für das Entwickeln weiter fortgeschrit-tenen Prostatakrebses nützlich sein.

CGA - Chromagranin A [1,6 - 5,6 U/l][<100 ng/ml]
Es gibt A, B, C usw. Diese "Marker" sind Produkte von Populationen von Tumorzellen und sind manchmal Hinweise darauf, dass der Tumor eine Form annimmt, die mehr mit bestimmtem klinischen Verhalten einhergeht, wie kleinzelliger Prostatakrebs. Solche kleinzelligen Tumore wachsen schneller, befallen die Leber, die Lunge und die Lymphknoten an unge-wöhnlichen Stellen, sondern häufig wenig PSA ab und weisen lytische Knochenläsionen anstelle dichter blastischer Läsionen auf usw. CGA ist ein ausgezeichneter Marker für neuroendokrine Tumore, insbesondere nichtfunktionierende Tumore, und das Messen des CGA ist auch zweck-mäßig für das Erkennen prostatischer Karzinome bei Patienten, deren PSA nicht erhöht ist.

NSE - Neuronenspezifische Enolase [< 12,5 ng/ml]
ist ein spezifischer Marker für neuroendokrine Tumore, die Proteine oder Enzyme ausscheiden, die eine entdifferenzierte Tumorzellenpopulation widerspiegeln, wie kleinzelligen Prostatakrebs. Wenn sowohl der CGA als auch der NSE erhöht sind, wird die Prognose als schlecht betrachtet.

CEA - Carcino-embryonisches Antigen [< 5,0 ng/ml]
ist ein a-Fetoprotein an der Zelloberfläche, das von vielen verschiedenen Tumortypen ausgeschieden wird, einschließlich schlecht differenziertem Prostatakrebs. Bevor das PSA aufkam, wurde bei 30 % neu diagnostizier-ter Fälle von Prostatakrebs erhöhtes CEA festgestellt. Mäßig erhöhtes CEA wurde nur bei Patienten festgestellt, die eine entweder "durchweg" oder "überwiegend" hormonunempfindlicher Erkrankung (HUPK) aufwiesen (ohne Läsionen an weichem Gewebe) und insbesondere nach dem Unter-drücken hormonsensitiver Zellpopulationen.


Diese Seite möchte ich meinem Prostatakrebsfreund und SHG-Leiter-Kollegen Uwe Klaskala aus Berlin widmen. Uwe, ein Patient von Dr. Bob Leibowitz, ist heute an unserer Krankheit eingeschlafen und hat mich durch seinen dramatischen Krankheits-verlauf bewogen, diese Seite zu erstellen.

von Uwe Peters den 05.08.2001, in Gedenken an ihn.


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Aus dem Amerikanischen übersetzt von
Ralf-Rainer Damm, Dieburg, den 30.05.2001