Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Therapie-Erfahrungen – Zytiga®
(Abirateronacetat)

[Die hier geschilderten Therapie-Erfahrungen können keine statistische Aussage über Erfolg oder Misserfolg bei dieser Therapie liefern. Es handelt sich ausschließlich um Einzelerfahrungen.
Eine hervorragende Übersicht über die Erfahrungen zahlreicher Patienten mit diversen Behandlungsformen bietet die Seite myProstate.eu.
Zytiga® (Wirkstoff: Abirateronacetat) wurde am 28. April 2011 von der US-amerikanischen Arzneimittelzulassungsbehörde FDA in Kombination mit Prednison für die Behandlung von metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakrebs zugelassen. Damit wurde in Deutschland eine im Januar 2011 eingeführte Härtefallregelung für den Einsatz von Abirateron wieder zurückgezogen.
Ed]
Ulla schrieb am 2.7.2011:
Ich würde gerne den Pfad für einen Erfahrungsaustausch zu ABIRATERON eröffnen.
Es wäre interessant von den Betroffenen – die in der Härtefallregelung sind – zu hören, welchen Erfolg Abirateron (...allein oder in Kombination mit ??) bislang hatte.
weinreich antwortete am 3.7.2011:
Ich nehme am Härtefall-programm teil. Martini-Klinik, Hamburg. Bin sehr zufrieden. Ich gehe kurz auf das Anschlagen der Arznei ein. In unser Gruppe...SHG Promann-Hamburg nehmen an der Abi-Forschung vier Personen teil...alle zufrieden...
Zum Anschlagen.. es kursiert ein Wert, dass nur ca. 70 Prozent der Arznei anschägt. Warum es so ist, ist unbekannt.
Hansjörg berichtete am 4.7.2011:
In einem Vortrag berichtete Prof. Heidenreich, dass mit Abirateron oft eine PSA-Erhöhung erfolgt. Zumindest temporär. Das sei aber kein schlechtes Zeichen, sonderen der Beleg dafür, dass Tumorzellen vernichtet werden, die bei Ihrer Zerstörung erhöht PSA ausscheiden.
Ebenso LowRoad:
Ich bin kein Anwender von Abirateron/Zytiga - das vorweg! Berichten möchte ich Dir, was ich aus der US Community bisher als Erfahrung erkennen konnte.
1. Ansprechrate ist nicht besonders hoch. Etwa 1/3 sprechen sehr gut an, etwa 1/3 haben eine relative kurzfristige Verlangsamung ihrer PSADTs und bei dem letzen Drittel geht der PSA Wert unvermindert hoch.
2. Es kommt in etwa der Hälfte der Fälle, die auf Zytiga ansprechen zu einem PSA Flare. Das kann bis zu 12 Wochen dauern bis der PSA Wert dann anfängt zu fallen.
3. Verschiedentlich wird, wenn Zytiga nicht zum Erfolg führt, zusätzlich LHRH-Analoga verabreicht, da Abirateron den LH Wert ansteigen lässt.
Sicher nicht repräsentativ, da sich vermehrt Therapieversager in den Foren wiederfinden!
Und poseidon:
Ich nehme Abirateron seit Februar 2011, bei der 1. Kontrolle starker PSA-Abfall, aber seitdem kontinuierlicher Anstieg von zu Beginn 10 bis jetzt 64 ng/ml, starker Anstieg der Alkalischen Phosphatase von unter 100 auf jetzt 550 ng/ml.
Die Verdopplungszeit des PSA hat sich aber reduziert von vor der Therapie "14 Tage" auf jetzt "2 Monate". Dies werte ich als Teilerfolg, zumal ich keinerlei Nebenwirkungen verspüre.
WernerS berichtete am 8.7.2011:
Im Rahmen des Härtefallprogramms nehme ich seit dem 4.5.2011 Abirateron. Leider hat sich bei mir bisher kein Erfolg eingestellt. Das Gegenteil ist der Fall. Mein PSA-Wert stieg von 37,6 ng/ml auf 58,9 am 1.7.2011.
Der Einfachheit halber zitiere ich nachfolgend aus meinem Bericht in myprostate.eu:
04.05.11 Ich falle unter das Härtefallprogramm Abirateron. Heute Beginn der Einnahme bei PSA 37,6.
03.06.11 PSA nach 4 Wochen leicht gestiegen auf 37,8.
01.07.11 PSA nach 8 Wochen 58,9!!! Außerdem Nebenwirkungen wie bei Hormonblockade beschrieben: Blutdruck ist erhöht, Herzrhythmusstörungen und Schweißausbrüche. Ich lasse meinen LH (Lutropin)-Wert im Serum feststellen. Er ist mit 9,4 IU/l über dem Grenzwert (1,7 - 8,6). Da ich seit über einem Jahr kein LHRH-Analogon mehr nehme, ist m. E. folgende Situation entstanden: LH möchte die Testosteronproduktion anstossen, Abirateron unterbindet das.
07.07.11 LHRH Eligard 22,5 mg verabreicht. Es ergeben sich weitere Fragen: NSE-Wert steigt: Hinweis auf neuroendokrine bzw. nichtandrogenabhängige Entwicklung? Alkalische Phosphatase bzw. Ostase steigt: Vermehrter Abbau von Knochenmaterial durch die vorhandenen, zahlreichen Metastasen? Nierenwerte (Kreatinin und GFR) haben sich verschlechtert. Siehe dazu grafische Darstellungen in myprostate:“
http://www.myprostate.eu/?req=user&id=197&page=graphic
Zwei weitere Links wurden mir von Dr. FE empfohlen:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21456071
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16697805
Am 18.7.2011 meldete WernerS sich wieder:
Ich habe einen neuen PSA-Wert: 61,1 ng/ml am 14.7. Die LHRH-Gabe vor einer Woche hat bereits gewirkt. Der starke Anstieg der vergangenen Wochen scheint abgebremst zu sein.

Hansjörg schrieb am 26.9.2011, und berichtete danach immer wieder:
Eine Schwalbe macht zwar noch keinen Sommer, aber mein schwerkranker Freund hat nach dem Beginn der Abirateron-Behandlung ein erfreuliches Ergebnis zu verzeichnen:
31.8.2011 PSA 1.221
22.9.2011 PSA 628 (!)
Zu Abirateron nimmt er begleitend Prednision und erhält weiterhin den LHRH-Hemmer Enantone gespritzt. Dieser PSA-Abfall geschah bereits nach 14 Tagen der Einnahme von Abirateron.
7.10.2011:
Die zweite "Schwalbe" kam geflogen. Nach weiteren 14 Tagen der Abirateron-Einnahme sank der PSA-Wert von 628,5 auf 348,9! Zu beachten ist, dass Abirateron (Zytiga) zusammen mit Prednison und einem LHRH-Hemmer "Enantone" verabreicht wird!
Ute fragte am 8.10.2011:
Schöne Nachrichten! Wie viele Zyklen Chemo hatte Ihr Freund im Voraus?
Und Hansjörg antwortete einen Tag später:
Mein Freund hatte in den Jahren 2007 - 2010 fünf Zyklen Chemotherapie mit jeweils 13 - 20 Infusionen, bis er Anfang 2011 chemorestistent wurde, das derzeit eine der Bedingungen für den Einsatz von Abirateron ist.
24.11.2011:
Der PSA-Abfall hält an, er ist heute bei 303 bei einem Ausgangswert von über 1.200 vor fast drei Monaten!
Am 22.1.2012 fragte hvielemi:
Wie steht es mit den Nebenwirkungen bzw. dem Rückgang von Beschwerden?
Hansjörg einen Tag später:
Nebenwirkungen hat er durch Abirateron so gut wie keine. Die derzeitigen Nebenwirkungen wie Geschmacksverlust und Polyneuropathien rühren noch von den vorausgegangenen Chemotherapien her. Als vor einem Jahr die Chemotherapie nicht mehr wirkte, hatten wir sehr Angst um ihn. Jetzt ist er aber wieder putzmunter, schreibt an einem Buch über seine Erkrankung und plant vier Reisen in der nächsten Zeit.
16.2.2012:
Der PSA-Abfall unter Zytiga (Abirateron) setzt sich fort: Heute ist das PSA auf 209 gesunken! Und das bei einem Ausgangswert am 31.8.2011 von 1.221!
ManfredP schrieb am 4.2.2012:
Am 20.06.2011 fing ich mit PSA 76,44 ng/ml an, jetzt am 30.01.2012 ist mein PSA auf 18,92 ng/ml gefallen. Dafür sind meine Nebenwirkungen erheblich: Schweißausbrüche, Schwindelgefühle, Atemnot beim Treppensteigen, Herzklopfen, Hitzewallungen,Taubheit in Händen und Füßen. Man sagte mir, dass die Symptome ähnlich wie bei der Chemo sind. Hoffe, dass,, die Quälerei sich lohnt und der PSA weiter fällt.
chrislin schrieb am 15.2.2012:
Ich bin zwar nicht im Härtefallprogramm, bekomme Abirateron aber seit dem 22.9.2011 von meinem Urologen verschrieben. Der PSA ist zunächst rasant gefallen, von 713 am 28.7.2011 auf 3,63 am 15.11.2011. Seither steigt er wieder an: 27.12.2011: 11,7; 24.1.2012: 28,2. Ich warte die weitere Entwicklung ab, bevor ich mich entscheide, wieder eine Chemotherapie, evtl. mit Cabazitaxel zu machen. Im übrigen nehme ich noch Zometa und Plenaxis (LHRH-Antagonist).
klaymen schrieb am 30.3.2012:
Ich habe vor langer Zeit schon mal gepostet über die Erfahrungen mit Abirateron bei meinem Vater (Jahrgang 1931); seine genauere Verlaufsgeschichte finder ihr unter http://www.myprostate.eu/?req=user&id=364. Ausgangssituation vor der Abirateron Therapie und nach Taxol war ein PSA von 1350 ng/ml im Januar 2011; dieser sank dann innert drei Monaten auf 190, stieg dann zuerst relativ langsam wieder an, und seit Oktober 2011 (mit PSA 500) deutlich schneller. Letzte Messung war Ende Februar 2012, PSA 866 ng/ml. Immerhin über ein Jahr nach Start der Behandlung, so dass man wohl von einem Erfolg mit zwölf guten Monaten sprechen kann. Mein Vater konnte sogar seinen Stock weglegen, leider benötigt er ihn jetzt wieder. Nebenwirkung vom Abi gab es keine.
Die grosse Frage ist jetzt natürlich für uns, wie weiter – die stark steigenden Werte und auch das wieder tiefe Hämoglobin sowie die auch wieder steigende Phosphatase (usprünglich 400 ng/ml, Minimum 150 ng/ml im November 2011, jetzt wieder 220 ng/ml) legen eine Änderung der Therapie nahe. Schmerzen hat mein Vater keine (nimmt aber regelmässig Durogesic-Schmerzpflaster), aber er ist sehr müde und in den Bewegungsabläufen unsicher. Wie Viele warten wir auf MDV 3100 oder Cabozantinib, aber wahrscheinlich wird das nicht rechtzeitig kommen. Der Arzt meinte, er wolle es wahrscheinlich demnächst mit einer niedrig dosierten Jevtana-Therapie versuchen (anscheinend kann diese doch auch tiefer dosiert wirksam sein).
Wir haben seit dieser Woche auch die Standard Abirateron Therapie (im Einverständnig mit dem Onkologen) dahingehend modifiziert, dass mein Vater jetzt nur noch eine Tablette nimmt, dafür abends mit dem Essen, wie das hier im Thread ja auch diskutiert wurde. In zwei Wochen gibts dann einen Zwischencheck. Die Idee ist auch, dass man so die letzte Packung Abirateron (welche die Krankenkasse nach Start einer neuen Chemotherapie wohl nicht mehr bezahlen würde) etwas strecken und zumindest überlappend zur Chemo geben kann. Vielleicht hilft die höhere aufgenommene Dosis ja auch noch etwas. Viel Schlaueres kommt uns im Moment nicht in den Sinn. Wir haben auch die Variante besprochen, zur Chemo hochdosiertes EpiGalloCatechin-3-Galat zu nehmen, aber leider können wir dazu keine Bezugsquelle (Schweiz) finden.
Trotz Allem, für uns war Abirateron ein grosser Erfolg, auch wenn wir vielleicht eine Ausnahme waren. Mit gut einem Jahr Gewinn liegen wir wahrscheinlich über dem Schnitt. Wenn es nur nicht immer wieder diese Resistenzen gäbe – aber das Problem kennt ihr ja alle.
katharina schrieb am 16.5.2012 unter der Frage "Wirkt Abirateron noch ein zweites Mal?"
Diese Frage stellten wir uns nach 8 Monaten Dauerchemo Docetaxel-Carboplatin nach dem Nachlassen der Wirksamkeit von Abirateron im Härtefallprogramm September 2011. Bei meinem Mann hatte Abirateron sehr gut angeschlagen und ihm drei gute Monate und noch 1-2 halbwegs gute beschert, bevor bei ihm die Knochenschmerzen wieder heftig zunahmen. Durch die Chemo wurde der Progress einigermaßen aufgehalten, der PSA blieb relativ stabil, jedoch nahmen zum Ende hin die Nebenwirkungen derart zu, dass wir eine Pause und einen erneuten Versuch mit Abirateron befürworteten.
Leider wirkte zumindest bei meinem Mann Zytiga kein zweites Mal Wunder. Nach einer Woche mit PSA-Abfall und Steigerung des Befindens stellten sich heftige Knochenschmerzen ein, die durch die bisherige Schmerzmedikation nicht in den Griff zu bekommen sind. Wir kämpfen noch um Rückgewinnung von Stabilität. Wie es weiter gehen kann, ist noch nicht ganz klar. Der PSA ist übrigens inzwischen um denselben Betrag wieder angestiegen wie er anfangs abgefallen war, er liegt jetzt noch etwas höher als nach Ende der Chemo.
Dies kann ein Einzelfall sein, obwohl uns inzwischen zwei weitere Fälle bekannt sind, wo es unter einem zweiten Versuch mit Abirateron Probleme gab und/oder ebenfalls keine Wirkung mehr festzustellen war. Da es aufgrund der Tatsache, dass es wohl noch nicht allzu viele Patienten gibt, die über einen zweiten Versuch nachdenken können, auch keine Erfahrungswerte (auch nicht für die Ärzte) dazu gibt, möchten wir zumindest unsere Erfahrungen mit euch teilen.
Volker berichtete am 19.5.2012:
meine Blütenträume von Abirateronacetat (Zytiga) sind ziemlich verrauscht. Ich bin sofort nach der Freigabe ab 21.9.2011 Anwender von Zytiga geworden. Nachfolgend habe ich die wichtigen Messwerte aufgeführt. Testosteron durchgängig bei allen Messungen <0,03 ng/ml, also unmessbar.
Datum
PSA
AP
LDH
04.08.11

21,2

373

403

01.09.11

31,7

482

421

29.09.11

29,2

653

331

13.10.11

37,4

734

367

27.10.11

41,6

918

357

10.11.11

43,8

1172

448

24.11.11

41,4

1546

386



Schmerzen im Beckenraum, daher Bestrahlung vom Becken und LWK's ab 12.12.2011 mit wöchentlicher Fraktionierung von 5x2 Gy Gesamtdosis 40 Gy. Bestrahlungsende 10.01.2012. Nach der dritten Bestrahlung Taubheit im rechten kleinen Zeh.
Datum
PSA
AP
LDH
22.12.11

49,1

1663

281

19.01.12

75,6

641

254

16.02.12

42,7

508

328

15.03.12

37

562

362

12.04.12

34,2

862

401

10.05.12

49,3

1132

515



Seit Anfang April 2012 zunehmende Taubheit im rechten Fuß plus Kraftlosigkeit im rechten Bein plus Schmerzen im Becken. Sowie Schmerzen unterschiedlich auftretend im ganzen Skelettbereich. Außerdem Schwäche im linken Arm. Die Wirbelsäule wurde komplett mittels MRT und CT überprüft, ohne Befund. Sind es vielleicht schon die äußerst selten bei Prostatakrebs auftauchenden Hirnmetastasen?
Ich fühle mich auf jeden Fall beschissen und überlege permanent, was das Abirateron mit den Knochen macht. Denn die wahnsinnig steigenden Alkalische-Phosphatase-Werte passen nicht zum PSA.
willi500 schrieb am 31.5.2012:
Ich war sehr verzweifelt nach der Chemo, hatte starke Knochenschmerzen und besonders Tag und Nacht erhebliche Übelkeit. Mir wurde am 22.03. Zytiga verschrieben und mein Zustand besserte sich schlagartig. Mein PSA-Wert ist innerhalb von 40 Tagen von 163 auf 21 gesunken. Die Nebenwirkungen halten sich bisher in Grenzen. Mein Onkologe sagte mir, dass mit Glück die Wirkung vielleicht 1-2 Jahre anhält.
Schmadding berichtete am 28.2.2013:
Nehme das ja seit Anfang Januar, bis jetzt ohne erkennbare Nebenwirkungen. Führe täglich ein Protokoll, wie die Nacht war und ob irgendwelche Besonderheiten auftraten, muss alle vier Wochen zur Kontrolle nach Münster in die UNI-Klinik, bis jetzt bin ich einigermassen zufrieden. Chemo kommt generell für mich nicht mehr in Frage, das eine Mal reicht mir.
Schmadding meldete sich am 11.7.2013 wieder:
War ja längere Zeit hier abwesend, versuche wieder öfters hier zu sein, hat mir viel geholfen was ich hier so gelesen habe. Fakt ist, dass ich heut im PKZ in Münster war und die dort sehr zufrieden mit mir sind, wenn man bedenkt, dass der Anfangswert letztes Jahr im Januar 1677 bzw 1850 PSA war und heute (Stand Blutabnahme Mai 2013) ein PSA von 104, dann kann man wohl sagen, es bringt was, die Kombination von ZYTIGA, XGEVA und PAMORELIN, fühle mich jedenfalls bombig und bin schon mehr oder weniger mit meiner Modelfotografie wieder voll in Action. Hoffe, dass es so bleibt, jedenfalls habe ich Dank Euch und anderweitigen viel gelernt und werde das Leben bewußter genießen.
Das Wichtigste ist:
Sich NICHT selbst aufgeben, immer wieder kämpfen, bei mir hats was gebracht bis jetzt, alles Erdenkliche versuchen, denn nur so kann es besser werden.
Und am 19.11.2013:
Mein PSA Wert ging langsam aber sicher runter, nehme die Medikamente (ZYTIGA) und Spritzen (Pamorelin, XGEVA) weiter. Am 17.10.2013 PSA von 68 ng/ml. Am 15.11.2013 PSA von 167 ng/ml. Bin am Verzweifeln – wieso geht der wieder hoch?????? Weiß mir keinen Rat mehr.
mandala schrieb am 1.3.2013:
Mein Mann nimmt Zytiga + Prednisolon seit 01.01.2013 vor Chemo. Sein PSA am 11.12.2012 betrug 94, am 06.02.2013 war es auf 72 gesunken. Ist dieser Abfall ein Erfolg? Ich hatte mir mehr erhofft. Er ist außerdem sehr aufgedunsen. Kann das vom Prednisolon kommen? Hat jemand anders das auch schon beobachtet?
Urologe fs fragte am 11.7.2013 zurück:
Welche Dosierung bekommt er (normal 2 x 5 mg Prednison)? Was machen der Blutdruck, Nierenwerte, Blutelektrolyte (besonders Kalium), Gesamteiweiß, Albumin? Sehr aufgedunsen ist eigentlich nicht üblich .....
Und mandala antwortete am 12.7.2013:
Dosierung ist 10 mg täglich. Die Gewichtszunahme hat sich seit meinem Beitrag (vom 01.03.) immer mehr gesteigert. Der Bauch ist riesig, das Gesicht gleicht einem Vollmond. Zurzeit befindet mein Mann sich im Krankenhaus aus genau diesem Grund (und wegen einer Harnwegsinfektion). Die Ursache soll abgeklärt werden. Die Blutwerte werden regelmäßig untersucht und sind in Ordnung. PSA ist weiter gesunken auf zuletzt 65. Sobald ich ein Ergebnis der Untersuchungen habe, werde ich es posten.
Urologe fs riet am selben Tag:
Das sieht nach einem Morbus Cushing aus, ich hoffe das kann im KH abgeklärt werden. Ihr Mann sollte unbedingt nach Enzalutamid (Xtandi) wechseln, greift nicht die Nebenniere an, und es ist auch keine zusätzliche Cortisongabe erforderlich.
Helena berichtete am 12.7.2013:
Mein Mann nimmt zur Zeit Zytiga (+ Parmorelin, + Prednisolon + x-Geva + Xarelto zur Blutverdünnung), nachdem die Chemotherapie, die zuerst gute Wirkung zeigte, keine Verbesserung mehr gebracht hat und der PSA-Wert unter der Chemo sogar angestiegen ist.
Er nimmt Zytiga seit ca. zehn Wochen. Die ersten beiden PSA-Messungen in der Zeit haben einen minimalen Abfall der Werte gezeigt (von ca. 330 auf ca.300) , bei der letzten Messung ist der Wert aber gestiegen. Von ca. 300 auf ca.400. Obwohl sein Allgemeinzustand so gut ist wie seit ganz langer Zeit nicht, und wir was das betrifft mehr als zufrieden und froh sind.
Wir hoffen natürlich, dass die nächste Messung wieder einen Abfall des PSA-Wertes ergibt, aber falls sich die Erhöhung weiterhin fortsetzt muss ja neu überlegt werden.
kallez fragte am 12.8.2013:
Hat jemand Erfahrung mit dicken Füßen bei der Einnahme von Zytiga, was kann ich dagegen tun? Welche Nebenwirkungen hattet Ihr und was hilft?
Urologe fs antwortete am selben Tag:
Die Nierenwerte (Kreatinin) und die Blutsalze (Natrium, Kalium) sowie Gesamteiweiß und Albumin müssen bestimmt und ggf. korrigiert werden. Dann Einnahme einer "Wassertablette" (Lasix) und Kompressionsstrümpfe Klasse 2 nach Maß.
LowRoad schrieb am 23.9.2013 unter dem Betreff „Erkennen des Versagens von Zytiga® oder Xtandi®, obwohl der PSA Wert kein Fortschreiten der Krankheit erkennen lässt“:
In der Online-Support-Gruppe zum fortgeschrittenen Prostatakrebs gab es einige Fragen darüber, woher wir wissen, wann Medikamente wie Zytiga® oder Xtandi® ihre Wirkung verloren hätten. Das so schnell wie möglich zu wissen, ist wichtig, so dass man umgehend zur nächsten Behandlungsoption wechseln kann, ohne dem Prostatakrebs Zeit zu geben, sich fortzuentwickeln und damit stärker zu werden. Andererseits wollen wir eine Behandlung nicht vorzeitig abbrechen, ohne damit die mögliche Wirkung, die es haben könnte, voll auszuschöpfen.
In einer vereinfachten und nicht realen Welt würden wir davon ausgehen, dass Veränderungen beim PSA-Wert direkt mit Änderungen beim Fortschreiten der Erkrankung verknüpft sind, wie man dies bildgebend zeigen könnte. Mit anderen Worten, wenn der PSA Wert sinkt, damit auch die Progression der Erkrankung zurückgeht, und in ähnlicher Weise wie der PSA Wert steigt, die Krankheit fortschreitet. Einige Patienten haben aber berichtet, dass während ihr PSA-Wert gesunken ist, und noch weiter rückläufig wäre, die Bildgebung nicht gut aussah, denn die Scans haben weiterhin ein beträchtliches Fortschreiten der Krankheit gezeigt! Die Millionen-Dollar-Frage ist nun, hat ihre Behandlung versagt und sollten sie zur nächste Behandlung wechseln, oder warten Sie weiter ab, und beobachten die Situation?
Dies ist eine schwierige und verwirrende Frage ohne eine einfache Antwort. Ich sprach mit dem Arzt Daniel Petrylak von der Yale University und stellte ihm diese Frage. Seine Antwort war sehr interessant und sehr informativ:
Ganz eindeutig, sagte er mir, dass dies ein Zeichen des Versagens des Medikamentes wäre. Allerdings fügte er hinzu, dass es einige Feinheiten zu beachten gäbe. Er sagte, dass, wenn der Patient nur ein oder zwei neue (Knochen-) Läsionen beim ersten Followup-Scan zeigt, sein Zustand aber ansonsten stabil wäre, würde er wahrscheinlich empfehlen, einen weiteren Followup-Scan in einem oder zwei Monaten durchzuführen, um bestimmen zu können, ob dies nur ein kurzfristiges Flare- (Aufblühen-) Phänomen wäre [was als Heilungsreaktion gewertet werden könnte]. Wenn die neuen Läsionen sich aber in Organen statt Knochen darstellen würden, würde er keinen weiteren Followup-Scan durchführen und den Patienten sofort auf eine neue Behandlung umstellen. Damit das klar ist, Dr. Petrylaks Vorschlag für einen weiteren Scan gilt nur nach dem ersten Scan [nach Zytiga®-/Xtandi®-Einsatz]. Alle progressionsanzeigenden Änderungen in späteren Scans sind eindeutig ein Zeichen des Versagens der Medikamente, egal ob sich die Läsionen im Knochen oder in Organen befinden.
Ich möchte Dr. Petrylak für seine Unterstützung danken...
------------------------------------
[1]: Nowak, Knowing When Zytiga and Xtandi Have Failed Even Though The PSA Is Not Consistent With Disease Progression?
Urologe fs kommentierte am selben Tag:
Und etwas könnte wohl noch in dieser Situation helfen - zirkulierende Tumorzellen - CTC, z. B. Maintrac oder CellSearch. Wobei CellSearch sogar eine FDA- und EMEA-Zulassung beim Prostatakarzinom hat.
Dazu schrieb wieder LowRoad:
Eine CTC- (circulating tumor cells) Analyse wird zukünftig sicher mehr Bedeutung erlangen, da hiermit ein surrogate parameter [Ersatzparameter – Ed] zur Verfügung gestellt wird, der wahrscheinlich deutlich mehr Aussagekraft als der PSA-Wert hat[1]. Die Frage, die sich mir aber noch stellt ist, ob sich auch eine fortschreitende Erkrankung hin zu PSA-negativem Prostatakrebs, also z. B. einer neuroendokrinen Entartung (NE), anhand von CTCs bestimmbar wäre? Interessant wären also nicht nur die Zahl der zirkulierenden Tumorzellen, sondern auch deren Eigenschaften[2].
------------------------------------------------------------------------
[1]: Mike Scott, Survival and CTC data from the abiraterone acterate pivotal trial
[2]: Armstrong, Circulating tumor cells from patients with advanced prostate and breast cancer display both epithelial and mesenchymal markers.
Und – immer noch am 23.9.2013 – wieder Urologe fs:
Da einzelne Tumorzellen LEBEND herausgepickt werden können, können an diesen sogar eine einzelne DNA-Analyse und andere Untersuchungen gemacht werden. Es ist daher auch möglich, eine neuroendokrine Zelle – so vorhanden – zu finden. Man hat dafür sogar schon den Begriff "liquid biopsy" geprägt.
In diesem Bereich wird intensiv an den Möglichkeiten geforscht (z. B. Prof. Pantel – UKE Institut für Tumorbiologie – Schwerpunkt des Instituts vor allem in der Detektion frühzeitig disseminierter Tumorzellen im Knochenmark und Blut von Karzinom-Patienten als Grundlage für zukünftige individualisierte Therapieverfahren).
Und im Transfusionszentrum Bayreuth werden mit Maintrac Tumorzellen aussortiert, kultiviert und dann in vitro den verschiedenen Therapeutika ausgesetzt, um Wirksamkeit vorherzusagen.
KlausS schrieb am 4.10.2013:
Bei mir wurde am 27.02.2013 ein versagen der ADT3 festgestellt (zu diesem Zeitpunkt wurden zwei metastasierte Lymphknoten paraaortal links festgestellt), und man hat im April mit einer Abiraterontherapie begonnen. Der PSA-Wert fiel von 9,32 auf ca. 5 ng/ml ab und pendelte sich bis heute dort ein. Eine CT-Kontrastmitteluntersuchung am 30.09.2013 (Thorax, Abdomen und Becken) zeigte, dass die vorhandenen metastasierten Lymphknoten sich von 8,7 mm auf 28 mm vergrößert haben und zustätzlich eine osteoplastische Metastase im Schenkelhal links aufgetreten ist.
Ich habe gedacht, Abiraterone wäre ein Wundermittel.
Dazu schrieb LowRoad am 6.10.2013:
Das ist leider sehr unerfreulich, muss man doch wohl von einem Therapieversagen ausgehen. Wer hatte dir denn Abirateron als "Wundermittel" beschrieben? Prä-Chemo gibt es eine Ansprechrate von etwa 70 %, in (Post-Chemo-) Studien sprechen nur etwa 40 % der Patienten auf Abiraterone an, und das statistisch auch nur relativ kurzfristig. Wundermittel? Kaum! Du hast ein pT3b, d. h. Samenblasenbefall, was eine relativ ungünstige Prognose bedeutet. Klaus, du hast aber noch einige Therapieoptionen. Such dir einen Uro/Onkologen, der Erfahrung mit diesen Stadien hat, denn jetzt wird es schwierig. One-Size-Fits-All dürfte vorbei sein.
Und weiter:
Anknüpfend an den Vorschlag von unserem Forums Urologen "FS", dass die Anzahl der zirkulierenden Tumorzellen (CTCs) ein Vorhersagekriterium für die Wirksamkeit einer Abiraterone-Therapie sein könnte, fand ich die Präsentation von Dr.Howard Scher auf dem European Cancer Congress in Amsterdam bemerkenswert. Er hat schon relativ lange Erfahrung mit der Abiraterone+Prednisone Therapie und stellt folgende Thesen auf:
Dies ist etwas kontrovers zu bisher beschriebenen Spätansprechern, wobei allerdings immer nur der PSA-Wert als Bezugsgröße verwendet wurde, und wir mittlerweile wissen, dass es unter Abirateron + Prednison auch Progression bei gleichbleibendem PSA-Werten gibt! Dr.Scher konnte in seiner Studie nachweisen, dass, wenn man die Abirateron + Prednison-Patienten in drei Gruppen einteilt:
46 % der Low-Risk Patienten, aber nur 2 % der High-Risk Patienten nach zwei Jahren noch am Leben waren!
Fazit:
Sollte man sich nach zwölf Wochen Abirateron + Prednison-Therapie in der High-Risk-Gruppe befinden, ist wahrscheinlich ein Therapiewechsel sinnvoll. Ich persönlich halte dann eine Biomarker-Analyse für angebracht, um die nächsten Therapieschritte intelligent planen zu können.
-----------------------------------------------
[1]: Scher: Biomarkers Predict Prognosis for Patients With mCRPC
Urologe fs schrieb einen Tag später:
Ich kann LowRoad nur bestätigen! In dem hier geschilderten Szenario waren PSA und andere Untersuchungen KEIN statistisch signifikanter prognostischer Parameter, sondern nur CTC und LDH waren statistisch signifikant zuverlässig.
Sam187 schrieb am 20.1.2014:
Leider ist der PSA Wert meines Vaters nach ca. vierwöchentlicher Zytiga-Einnahme von 13,36 auf 24,17 ng/ml gestiegen. Die Therapie geht aber erstmal ganz normal weiter.

Wolfgang61 schrieb am 5.6.2015 unter dem Betreff „Zytiga: häufige Nebenwirkungen Herzversagen, Sepsis?“:
Seit zwei Monaten bekomme ich Zytiga. Seit kurzer Zeit macht das Herz Extraschläge. Laut Internist liegt es noch im Toleranzbereich. Aber im Beipackzettel findet man auch unter häufigen Nebenwirkungen (1 von 10) Herzversagen.
Wer hat Erfahrung mit Zytiga oder entsprechende Informationsquellen?
Im Beipackzettel steht auch unter häufig "Sepsis (eine schwere Infektion)". Ich werde mir nächste Woche die Goldmarker für eine Bestrahlung setzen lassen. Wie gefährlich ist dann so ein Eingiff wegen möglicher Infektion?
Epson59 antwortete am selben Tag:
Normalerweise gar nicht. Mir wurde dabei für drei Tage ein Antibiotikum verabreicht, lief völlig problemlos. Von den anderen Patienten zur gleichen Zeit habe ich ebenfalls keine Klagen gehört.
Urologe schrieb aber am 8.6.2015:
Wichtig ist, unter Zytiga, die Elektrolyte und hier besonders das KALIUM regelmäßig zu kontrollieren!!! Eine Hyperkaliämie [ein erhöhter Kaliumspiegel im Blutserum – Ed] ist eine typische Wirkung des Zytiga und kann direkt die Reizleitung des Herzens beeinflussen!
DRINGENDER Handlungsbedarf!
Darauf nahm Harald_1933 am selben Tag Bezug:
Ihre Hinweise haben mich hellhörig gemacht und mich – hierlesen lassen. Gewisse Symptome konnte ich gelegentlich auch bei mir feststellen.
Aber tatsächlich beschäftigt mich auch die mögliche Hypercalcämie [ein erhöhter Kalciumspiegel im Blutserum – Ed], vor der bei der Einnahme von Vigantoletten, also Vitamin D3 gewarnt wird. Hier bekommt man dazu etliche Hinweise. Ich schlucke täglich eine Vigantolette 1000 I.E.
Der mich zuletzt betreuende Kardiologe empfahl mir, täglich 100 mg ASS wegen bestehender Ablagerungen in den Blutbahnen einzunehmen.
Wie oft würden Sie denn die Kalium- bzw. Kalziumwerte überprüfen lassen?
Was Urologe am selb en Tag beantwortete:
Unter Zytiga anfangs zweiwöchentlich, später bei Stabilisierung vierwöchentlich. 1000 IE Vitamin D sind unproblematisch – aber auch hier sollte 1-2x jährlich der Vitamin-D-Spiegel im Blut kontrolliert und die Dosis ggf. angepasst werden – Ziel hochnormale Werte für PCA-Patienten.

Am 17.2.2016 nahm MalteR Bezug auf den Beitrag von Wolfgang61 vom 5.6.2015 und schrieb:
Ich habe den Beipackzettel von Zytiga leider nicht genau gelesen. Nun muss ich die Nebenwirkung "Sepsis" bestätigen. Ich wurde heute nach zehn Tagen aus dem Krankenhaus entlassen. Diagnose: Urosepsis.
Peter1963 schrieb am 7.2.2017:
Ich habe über ein halbes Jahr Zytiga und Prednisilon nehmen müssen, es hatte nicht angeschlagen. Gut, der Urologen bekommt auch seine Vorgaben. Das Ergebnis ist, durch das Prednisilon habe ich nun eine super Diabetes dazu bekommen und eine Chemo habe ich auch angefangen. Es muss nicht bei jedem so blöd kommen, aber aufpassen müsst Ihr trotzdem. Zytaga kann bei anderen vielleicht wirken, mein Körper hat sich allerdings geweigert.
Dazu schrieb Urologe einen Tag später:
Zytiga und Prednison – hier herrscht oft ein Missverständnis:
Die Gabe von Prednison hat NICHTS mit der üblichen Cortisongabe zu tun! Vielmehr wird die NATÜRLICH von unserer Nebenniere produzierte Menge von extern zugeführt, weil Zytiga die Nebennieren komplett, und nicht nur die Testosteronproduktion, unterdrückt.
Die Hormone der Nebennierenrinde haben noch weitere Funktionen: Cortisol ist in vielfältige Stoffwechselprozesse des Körpers eingebunden und stellt ein lebenswichtiges Stresshormon dar. Es reguliert den Energieumsatz in nahezu jeder Körperzelle und nimmt damit Einfluss auf den Blutzucker, den Eiweißstoffwechsel, das Immunsystem und den Knochenstoffwechsel. Eine Unterfunktion hingegen führt zu niedrigen Blutzuckerspiegeln, Natriummangel und Übelkeit, oft ausgedehnter Müdigkeit, zu einer beispiellosen Schlappheit, typischerweise zu Frösteln/Frieren, manchmal auch zu Muskel-, Gelenk- und Knochenschmerzen. Oft müssen die Patienten auch nachts häufig auf die Toilette.
Ihr Diabetes stand sicher auch vorher schon im Raume, ist durch maximale TESTOSTERONunterdrückung aber kritisch geworden.