Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Therapie-Erfahrungen – TomoTherapie

[Unter dem Namen "TomoTherapie" (sinngemäß etwa "Scheib­chen­therapie" wird ein Gerät des US-amerika­nischen Herstellers Accuray zur präzisen Radio­therapie/Radiochirurgie vermarktet. Dabei werden wäh­rend der Bestrahlung per Computer­tomografie (CT) ständig die aktuellen Positionen der Prostata und des Tumors überwacht und die Strahlen­führung der Strahlenquelle entsprechend angepasst. Die eigent­liche Bestrahlung entspricht technisch der der IMRT.
Der Hersteller Accuray hat auf seiner Web-Präsenz eine englischsprachige Informations­schrift (PDF-Format) zu dem Verfahren sowie eine Suchfunktion zu Kliniken in Deutschland, die die Behandlung mit TomoTherapy® oder der noch weiter entwickelten CyberKnife®-Technik desselben Herstellers anbieten.
Ed]

Florian fragte am 9.4.2013 unter dem Betreff "Salvage Radiotherapie mittels TomoTherapie":
Ein niedergelassener Urologe empfiehlt mir, eine aus meiner Sicht anstehende Radiotherapie (radiakle Prostatektomie 2004, seit ca. zwei Jahren Wiederanstieg des PSA auf derzeit ca. 0,1 ng/ml) mit Hilfe des Tomotherapie-Bestrahlungssystems durchzuführen, bei dem das Zielvolumen offenbar vor jeder Bestrahlungssitzung per Röntgen-CT kontrolliert wird. Gibt es unter den Forumsteilnehmern Erfahrungen mit diesem Verfahren und/oder gibt es Erkenntnisse darüber, ob das Verfahren speziell bei der salvage RT anderen Methoden zur Festlegung des Zielvolumens (z.B. einmalige Ultraschallkontrolle für alle Bestrahlungssitzungen oder setzen von Au-Seeds) überlegen ist?
Strahlentherapeut Daniel Schmidt antwortete einen Tag später:
Das CT der Tomotherapie ist Prinzip nichts Anderes als die Kilovolt-cone-beam-CTs aller moderner Linearbeschleuniger. Persönlich finde ich die Bilder der Tomotherapie sogar schlechter in der Qualität als die der Kilovolt-CBCTs der "normalen" Linearbeschleuniger.
Einen Beweis, dass die Dosisverteilung bei der Tomotherapie besser als bei einer LINAC-Bestrahlung eines Prostatakarzinoms oder eine Prostataloge ist, gibt es nicht.
Reinardo schrieb am 16.4.2013:
Ich bekomme die gleiche Tomo-Salvage-Bestrahlung wie Du. Als Vorteile gegenüber anderen Methoden wurde mir gesagt, dass gleichzeitig mehrere Bestrahlungsfelder bestrahlt werden können, vor jeder Sitzung eine Low-dose CT zur Justierung gemacht würde und die Cholin-Pet-CT auch als Lage-CT genutzt werden könne. Das läuft bei mir auch genau so ab. Es werden mehrere Felder gleichzeitig bestraht. Die Low-dose-CT dauert nur wenige Minuten und die Bestrahlung geht auch sehr schnell. Auch die Nebenwirkungen sind nach bisher 30 Sitzungen noch erträglich. Die Cholin-Pet-CT hat bei mir sehr scharfe Bilder ergeben. Mein mich betreuender Arzt sagt, er hätte so gute Bilder noch nie gesehen.
Als Laie in Bestrahlungstechnik weiß ich natürlich auch nicht genau, was Sache ist, habe aber das Gefühl, dass die Strahlentherapeuten ihr Fach gut beherrschen.