Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS
[Die hier geschilderten Therapie-Erfahrungen können keine statistische Aussage über Erfolg oder Misserfolg bei dieser Therapie liefern. Es handelt sich ausschließlich um Einzelerfahrungen.
Eine hervorragende Übersicht über die Erfahrungen zahlreicher Patienten mit diversen Behandlungsformen bietet die Seite myProstate.eu.
– Ed]
Otto schrieb am 23.5.2006:
SHG-Leiter Franz berichtete am 6.3.2008:
In meiner Selbsthilfegruppe treffe ich regelmäßig mit Betroffenen zusammen, die sich nach der genannten Methode [Laparoskopische Radikale Prostatektomie – Ed] haben operieren lassen. Die Belastungen der OP und die aufgetretenen generellen Nebenwirkungen waren akzeptabel. Aber es zeigen sich zumindest Hinweise darauf, dass die Häufigkeit von Rezidiven nach einer solchen OP offensichtlich höher ist als z. B. bei einem „Bauchschnitt“. Auch aus “Ärztekreisen„ wurden diese Hinweise bereits gegeben. Übrigens: Rezidive treten oft erst nach zwei bis drei Jahren und später auf !!!!
Da es bei der PK-Operation in der Tat auf sehr viel Erfahrung beim Operateur ankommt, würde ich persönlich immer eine Entscheidung Richtung herkömmliche OP treffen. Letztlich sind die Belastungen für den Körper auch nicht größer. Wichtig ist, dass die OP den größtmöglichen Erfolg bringt. Also ein Krankenhaus such mit einer hohen Anzahl von Totaloperationen. Der Operateur sollte es schon auf ca. 120 Operationen pro Jahr bringen. Ein sehr gute Operateur ist beim PK mehr als die halbe Miete.
Am selben Tag schrieb mistral1:
Hallo, also ich habe mich in Essen/Hyssenstift operieren lassen. War nach acht Tagen wieder zu Hause. Nach Ziehen des Katheters sofort dicht ohne AHB. Die Potenz kommt jetzt nach 17 Monaten wieder zurück, bzw. es geht ohne Viagra und Co.
Und Helmutw schrieb einen Tag später:
Ich habe mich im Februar 2007 im Klinikum Dortmund Nord von Prof. Truß laparoskopisch (Schlüsselloch-OP) operieren lassen. Ich war sehr zufrieden; bereits nach neun Tagen war ich wieder zu Hause. Man hat dort sehr viel Erfahrung mit dieser Technik der OP.
wolf44 schrieb am 27.11.2008:
Ich freue mich für alle minimal invasiv erfolgreich Operierten. Wie eine Laparoskopie ausgehen kann, könnt ihr in meinem Profil nachlesen. Ich bin als sportlicher 61-Jähriger ins Krankenhaus gegangen und habe es als 100%-Schwerbehinderter wieder verlassen.
Ich habe 24 Bluttransfusionen bei der OP erhalten, wurde am OP-Tag nochmals nachoperiert. Ich lag 4 Tage im künstlichen Koma. Am 6. Tag nach der OP stellte man eine Fistel zwischen Blase und Darm fest. Es wurde ein künstlicher Darmausgang gelegt. Ich verlies das Krankenhaus mit Darmausgang, Bauch- und Harnröhrenkatheter. In Kurzform die nachfolgende Geschichte.
Fistel nach 6 Monaten scheinbar verheilt, Entfernung der beiden Katheter, Rücklegung des künstlichen Darmausgangs, immer noch Inkontinenz Grad III.
Zwei Jahre nach der OP: Restharnbildung, Schlitzen des Blasenhalses, Abgang von Luft aus der Harnröhre – Fistel ist wieder offen, zweiter künstlicher Darmausgang für ein Jahr. Operation der Fistel (in einem anderen Krankenhaus, in dem ich sehr zufrieden war), Rücklegung des künstlichen Ausgangs nach weiteren fünf Monaten.
PSA nie bei Null. Bestrahlung wegen Fistel nicht möglich. Heute Casodex 150. Inkontinenz Grad III hält an.
Meine Entscheidung wäre heute Bauchschnitt, weil ich als Laie demjenigen glaube, der sagt: "Wenn ich in der hintersten Ecke eines Schrankes etwas suche, schaue ich auch nicht durchs Schlüsselloch, sondern mache die Türen weit auf!"