Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Therapie-Erfahrungen – Hyperthermie

Die hier geschilderten Therapie-Erfahrungen können keine statistische Aussage über Erfolg oder Misserfolg bei dieser Therapie liefern. Es handelt sich ausschließlich um Einzelerfahrungen.

Eine hervorragende Übersicht über die Erfahrungen zahlreicher Patienten mit diversen Behandlungsformen bietet die Seite myProstate.eu.

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OD fragte am 5.1.2006:

ich suche nach Info über Prostatahyperthermie. Evtl. gibt es jemanden, der schon Erfahrungen gesammelt hat.

Wolfhard antwortete am selben Tag:

schau dir mal die folgenden Infos an:

http://www.prostata-sh.info, dann Klick auf Landesverband Nord.... dann Klick auf Sonstiges, dann blättern bis zum Artikel: Bericht vom 2. Krebs-Symposium 2005 in Bad Salzhausen, dann Klick auf Herunterladen, und dann in Word öffnen.

In dem Bericht stehen Details zur Hyperthermie in der Dr. Herzog Klinik in Bad Salzhausen.

GeorgS antwortete am 6.1.2006:

Es gibt verschiedenen Hyperthermieverfahren:

die systemische Ganzkörperhyperthermie (SGHT), die lokale Hyperthermie und die Oberflächenhyperthermie. Die sog. Fieberhyperthermie gehört nicht dazu.

Sowohl die gutartige Prostatavergrößerung (BPH) als auch der Prostatakrebs können durch lokale Hyperthermie TURF (transurethrale Radiofrequenzhyperthermie; lässt sich besser fokussieren als z. B. Mikrowelle ) behandelt werden.

Als Monotherapie wird die lokale Hyperthermie m. W. nur bei BPH (gutartiger Prostatavergrößerung) angewendet. Auch die Klinik St. Georg, die über langjährige Erfahrung mit der Hyperthermie verfügt, wendet sie im Verbund mit anderen Therapien an und der Behandelte weiß nicht, was letztlich hilfreich war. Die Reduzierung der Tumormasse halte ich für eine bedenkenswerten Aspekt.

Auf der Homepage www.klinik-st-georg.de findet man diese Begründung:

Durch die thermische Schädigung übersäuert das Tumorgewebe und wichtige Funktionssysteme fallen aus. Dadurch wird die Tumorzelle empfindlicher, weshalb die Dosen einer Strahlen- oder Chemotherapie vielfach reduziert werden können. In Verbindung mit der Hyperthermie potenzieren einige Chemotherapeutika ihre Anitkrebswirkung, ohne dass sich gleichzeitig die Nebenwirkungen verschlimmern.“

In Deutschland ist die Hyperthermie umstritten, obwohl drei Kliniken (Großhadern, Tübingen und Erlangen) sie neuerdings anbieten sollen. Dort würden sie auch von den KV (ca. 1.800 Euro) bezahlt, leider nicht in den Kliniken mit langer Erfahrung.

Bei meinem letzten Check im November 2005 habe ich die Hyperthermie im Kontext des MAINTRAC-Labor-Befundes, des rektalen Ultraschalls und des erhöhten PSA-Wertes mit dem Oberarzt der Klinik (der Chef war nicht anwesend) erörtert: Mit hoher Wahrscheinlichkeit werde ich mit meinem PK und nicht an ihm sterben. Er wachse langsam, liege sehr günstig, so dass ein Harnverhalt nicht so bald zu erwarten sei.

Ich wurde in den acht Jahren nie zu einer Hyperthermie gedrängt, obwohl die kleinen, spezialisierten Kliniken jetzt ums Überleben kämpfen. Das sind wohl die Auswirkungen von Uschis Gesundheitsreform [zur Erläuterung für spätere Generationen: Uschi = Ulla Schmidt, Bundesministerin für Gesundheit unter der rot-grünen Koalition von 1998 bis 2005 und der Großen Koalition von 2005 bis 2009 – Ed].

Übrigens: Ich bin dort vielen Patienten aus den ganzen Welt begegnet – wohl wegen der Reputation :-). Möglicherweise haben anderere Länder patientenorientierte KV und intelligente Gesundheitsreformer.