Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Therapie-Erfahrungen – Bestrahlung

[Bis auf Weiteres sind auf dieser Seite alle Erfahrungen mit Strahlentherapien zusammengefasst, also Erfahrungen mit Seeds (= LDR-Brachy), Afterloading (= HDR-Brachy), IMRT usw.
Die hier geschilderten Therapie-Erfahrungen können keine statistische Aussage über Erfolg oder Misserfolg bei dieser Therapie liefern. Es handelt sich ausschließlich um Einzelerfahrungen.
Eine hervorragende Übersicht über die Erfahrungen zahlreicher Patienten mit diversen Behandlungsformen bietet die Seite myProstate.eu.
Ed]

Wolfgang schrieb am 2.8.2002:
bei mir war es so: Mein Urologe hat zwar auch die Entfernung der Prostata als Königsweg bezeichnet, aber auch andere Behandlungsformen bis zum "wait and see" vorgeschlagen. Ich habe mir dann über das Internet viele Informationen geholt und bin auch in die SHG in München gegangen. Auch hier gab's einen Königsweg, die DHB!
Nachdem ich alle Kliniken in München abgeklappert hatte und mit meinen "Erstgesprächen" die Urologen und Radiologen nervte, entschloss ich mich zur Bestrahlung (trotz der mir bekannten Nebenwirkungen). Ich wollte den Krebs nicht nur verwalten, sondern killen! Auf eigenen Wunsch machte ich vorher eine 6-monatige 2-fach-Hormonbehandlung (Casodex + Enantonespritzen) um das Bestrahlungsfeld zu verkleinern. Die Bestrahlung wurde in der Strahlenklinik der Universitätsklinik Großhadern im Nov/Dez. 2001 mit 71 Gray durchgeführt. Ich habe die 7 Wochen gut überstanden. Selbstverständlich wurde die Therapie mit MRTs begleitet. Auf meinen Wunsch hin wurde das Strahlenfeld so klein wie möglich und so groß wie nötig gehalten. Die Lymphknoten wurden nicht mitbestrahlt. Die "Bestrahlungsmaschine" war auf dem neuesten Stand und hat mit den älteren, Schrecken verbreitenden Bestrahlungsapparaten nichts mehr zu tun. Inzwischen wurden weitere 2 MRTs gemacht und vierteljährlich der PSA-Wert bestimmt. Mein Urologe und auch ich sind sehr zufrieden. Der Wert von letzter Woche: 0,028 ng/ml! Da Krebs sehr tückisch sein kann, bin ich mir im Klaren, dass noch eine lange Beobachtungszeit nötig ist, um sagen zu können: der Krebs ist besiegt. Gerne werde ich dann wieder berichten.

Jürgen fragte am 22.9.2002:
Wer hat Erfahrung mit Nebenwirkungen nach Strahlentherapie?
Im August 02 habe ich mich einer totalen Prostatektomie unterzogen, die Histologie ergab einen Kapseldurchbruch, nun wird mir zu einer Strahlentherapie geraten, wie sind die Erfolgsaussichten? Wie hoch das Risiko der Nebenwirkungen?
Ludwig antwortete am 22.9.2002:
die Erfolgsaussichten der Strahlentherapie (Chance eines Lokalrezidivs) kannst Du mit Deinen Biopsiewerten mit Hilfe eines Rechenprogrammes der Partin-Tabellen unter http://urology.jhu.edu/Partin_tables/ abchecken.
Ob bei einem weiteren PSA-Anstieg mehr ein Lokalrezitiv oder Fernmetastasen Urheber sind, kannst Du später durch einen Jahres-PSA-Verlauf mit dem Partin-II-Programm unter http://www.prostate-cancer.org/tools/software/partin2.html ermitteln [Uwe wies darauf hin, dass es dazu hier auch die Seite http://www.prostatakrebse.de/themen/0067.htm gibt. - Ed].
Wahrscheinlich wirst Du Dich mit dem Gedanken einer adjuvanten Hormonblockade vertraut machen müssen wegen der Wahrscheinlichkeit einer systemischen, den ganzen Körper betreffenden Erkrankung. Aber das hat man dir sicher schon gesagt.
Wolfhard teilte am 26.9.2002 seine Erfahrung mit:
Bei mir wurde ein Rezidiv bestrahlt. Nebenwirkungen waren eine zeitlang: Durchfall, gereizte Blase - häufigeres Wasserlassen, schmerzhaftes Jucken am Darmausgang; Mattigkeit. Ging innerhalb 2 Monaten nach der Bestrahlung wieder weg; geblieben ist ein kleines Stuhlproblem. Der Darmquerschnitt scheint sich verändert zu haben.

Bernhard schrieb am 26.11.2002 unter dem Betreff "LDR-Brachytherapie, erstes Ergebnis":
ich möchte an dieser Stelle einmal positives Feedback einer bisher erfolgreichen Brachytherapie geben.
LDR-Brachytherapie, PKG und Ergebnisse drei Monate nach der Behandlung:
Diag: 02.11.2001; aPSA 7,303; freies PSA 1,415 Quotient 0,19
Ther: 19.03.2002; Erste Hormonspritze Trenantone
Diag: 17.04.2002; PSA 9,2
Ther: 24.06.2002; Zweite Hormonspritze Trenantone
Ther: 27.06.2002; LDR Brachytherapie, Seed-Implantation
Diag: 30.09.2002; PSA 0,027 3 Monate nach der Seed-Implantation
Bisher habe ich meine Entscheidung für die Brachytherapie nicht bereut. Falls jemand noch Fragen zu meinem Fall hat oder an meiner PKG interessiert ist, stehe ich für weitere Informationen zur Verfügung (auch gerne telefonisch 02801/1215).

Niels schrieb am 27.1.2003:
Vor ca. 4 Monaten wurde bei mir die Seed-Implantation durchgeführt. Bisher hatte ich wenig Beschwerden, ausgenommen die Auswirkungen einer leichte Reizblase. Bei mir wurden ca 37 Implantate Jod 125 gesetzt. Jetzt habe ich das erste Ergebnis des PSA-Wertes von 0,2 ng/ml. Der Wert sollte bei der Seed-Implantation kleiner 1 sein. Außerdem wurde mir im Klinikum Mannheim empfohlen, kein hoch dosiertes Vitamin E zu nehmen. Stuhlbeschwerden kenne ich nicht. Auch sonst fühle ich mich ausgesprochen gut. Aber die Auswirkungen der Strahlen können noch 2-3 Jahre anhalten, aber nach einem Jahr sollte das Gröbste überstanden sein. Auch von der Potenz her klappt es noch.

Helmut fragte am 12.7.2003:
ich habe mir vor vier Wochen Seeds implantieren lassen. Es ging mir danach gut. Keine erwähnenswerten Beschwerden. Nach fünf Tagen habe ich bereits wieder Fußball gespielt. Jetzt habe ich aber doch ein Problem.
Das Pinkeln macht mir große Beschwerden. Ich muss mindestens einmal pro Stunde (auch nachts). Und dann schaffe ich mit starkem Pressen und Brennen nur einen sehr dünnen Strahl oder ein paar Tropfen. Es ist wirklich qualvoll. Ich weiß, dass das zu den Nebenwirkungen der Therapie gehören kann. Es gibt sicher einige, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben und mir vielleicht ein paar Tips geben können.
Wann wird es wieder besser? Gibt es Medikamente oder Verhaltensweisen die helfen?
Uwe antwortete am selben Tag:
die Seeds vergrößern das Prostata-Volumen, und manchmal wird dadurch auch der prostatische Harnleiter enger, so dass Du Pinkel-Probleme hast. Allerdings hört sich Deine Beschreibung eher so an, als wenn Du durch die Seeds eine Abwehrreaktion der Prostata oder durch die Implantation eine Entzündung in der Prostata hast. Wende Dich sofort an den Arzt, der die Seeds impantiert hat, und beschwere dich über die Negativ-Wirkung.
Richard gab am 13.7.2003 den Tipp:
Das Medikament Omnic 0,4 mg 1 x abends hilft etwas.

Bernhard lieferte am 12.7.2003 den folgenden Erfahrungsbericht:
LDR-Brachytherapie, Ergebnisse nach einem Jahr
ich möchte an dieser Stelle einmal positives Feedback einer bisher erfolgreichen Brachy-Therapie geben.
LDR-Brachytherapie, PKG und Ergebnisse zwölf Monate nach der Behandlung:
Diag: 02.11.2001; aPSA 7,303; freies PSA 1,415 Quotient 0,19
Biop: 22.11.2001; 6-fach fingergeführt G1; GS (2+3); cT1cNxMx
Diag: 19.03.2002; Prostatavol. 60 g
Ther: 19.03.2002; Erste Hormonspritze Trenantone
Diag: 17.04.2002; PSA 9,2
Ther: 24.06.2002; Zweite Hormonspritze Trenantone
Diag: 27.06.2002; Prostatavol. 38 g
Ther: 27.06.2002; LDR Brachytherapie, Seed-Implantation 3 Stunden in Köln (8.855 Euro)
Diag: 30.09.2002; PSA 0,027; 3 Monate nach der Seed-Implantation
Diag: 06.01.2003; PSA 0,008; 6 Monate nach der Seed-Implantation
Diag: 27.03.2003; PSA 0,077; 9 Monate nach der Seed-Implantation
Diag: 24.06.2003; PSA 0,192; 12 Monate nach der Seed-Implantation
Bisher habe ich meine Entscheidung für die Brachytherapie nicht bereut. Falls jemand noch Fragen zu meinem Fall hat oder an meiner PKG interessiert ist, stehe ich für weitere Informationen zur Verfügung (auch gerne telefonisch 02801 – 1215).

Manfred schrieb am 15.11.2003:
Hallo, ich habe vor 12 Monaten in Leipzig die Brachytherapie machen lassen. Nach 6 Monaten lag mein PSA bei 1,5, nach 12 Monaten bei 1,4. Ausgangswert war 6,0. Ich habe keinerlei Beschwerden und hoffe, dass es recht lange so bleibt.
Bei der "Kontrolle" am 12. November sagte mir die Ärztin, dass der Verlauf im Normalbereich ist. Da ich keine Beschwerden habe, wurde auf eine Untersuchung verzichtet.
Schade, dass so wenig Männer rechtzeitig von dieser Methode erfahren! Für "meinen" Urologen bin ich auch ein Exot, der sich seiner Meinung widersetzt hat. Wenn ich nur einen Besseren wüsste!

Peter schrieb am 17.1.2004:
ich habe diese Brachy-Therapie mit Seeds vor ca. vier Wochen bei Dr. Block in Vaterstetten bei München ambulant machen lassen.
War abends wieder zu Hause, hatte einen Tag Urlaub und war dann wieder im Büro.
Eine Woche leichtes Brennen beim Wasserlassen, was man aber mit ALNA-Tabletten gut in den Griff bekam und ansonsten geht es mir tadellos ohne Beschwerden. Keine Inkontinenz, keine Impotenz. Wie das Ganze wirkt werde ich erst im März bei der nächsten PSA-Bestimmung erfahren. Kann die Brachy nur empfehlen. Die meisten Urologen sind zwar für die radikale Tour. Aber auch dabei gibt es immer wieder Rückfälle.
Über Dr. Block kann man auch im Internet nachlesen, wenn man "Block Vaterstetten" in eine Suchmaschine eingibt.

Jörg schrieb am 19.3.2004:
ich habe meine Brachy bei Dr. Baumer (Strahlentherapie) im Theresienkrankenhaus in Nürnberg machen lassen. Vorher zwei Monate Androcur und Zoladex, danach ein weiteres halbes Jahr Hormone.
Ich habe nichts bereut, mir gehts "saugut", habe kaum Nebenwirkungen und kann Klinik und Doc weiter empfehlen.
Schwierigkeiten habe ich nur mit der Finanzierung – meine BKK Mobil Oil hat bisher (Brachy 9/03) noch nicht bezahlt – aber: lassen wir uns nicht unterkriegen.

Manfred schrieb am 20.3.2004:
Bin 64 und erhielt vor 8,6 Jahren PK-Diagnose. Habe mich ½ Jahr später der After-Loading-Therapie in Berlin unterzogen, da der PSA-Wert nach der Bestrahlung aber wieder anstieg, kam nur noch Total-OP vor genau sieben Jahren in Frage. Zur Behandlung der Knochenmetastasen: monatliche Aredia-Infusionen und tägliche Einnahme von PC-Spes/PC-Hope (z. Z. 4 Kapseln, PSA ca. 6,5). Mit Impotenz und Inkontinenz als OP-Folge kann ich leben, was mich aber mehr und mehr quält, sind Schmerzen im Blasenbereich beim Sitzen. Dabei scheint die Blase besonders auf Kälte und Druckreiz zu reagieren. Ich vermute, dass die Bestrahlung eine Verhärtung der Blasenwand bewirkt hat ("Schrumpfblase") und das Narbengewebe (infolge der OP) immer empfindlicher wird. - Ich hantiere mittlerweile mit Wärmepulle und Sitzringen rum, habe aber gleichzeitig den Eindruck, dass die Schmerzen chronisch werden.
Ich habe mich bisher tapfer 'geschlagen', werde aber immer resignierter, weil ich kein 'Licht' am Horizont sehe. Bin auf die FORUM-Beiträge zur Inkontinenz und Schließmuskel-OP gestoßen und erhoffe mir nun ein paar Erfahrungen, Wege, Auswege anderer Betroffener.

Gerhard (US) schrieb am 30.5.2004:
Hier mein neuster Wert mit Prostata-Historie:
07/1998 PSA 5.78
02/1999 PSA 3.82
01/2001 Dx: PSA 7.60, T1c, Gleason 6
            In diesem Zeitraum bekam ich zwei Spritzen, die Hotflashes und
            Brustschwellungen zur Folge hatten. Mein Urologe sagte, er wolle
            die Prostata verkleinern um die Strahlenwirkung zu erhöhen. PSA wurde
            nicht gemessen, aber Ultraschallmessungen wurden durchgeführt.
            Dosis und Medikament kenne ich leider nicht.
06/2001 Externe Bestrahlung(5 Wochen)
07/2001 Prostata Brachytherapie
06/2002 PSA 0.15
11/2002 PSA 0.29
05/2003 PSA 0.39
08/2003 PSA 0.24
05/2004 PSA 0.10
Mein Onkologe sieht in dem PSA-Buckel die Überlagerung zweier Effekte:
Anfangs noch vorwiegend die Wirkung einer vorausgegangenen Hormonblokade zur Verminderung des Prostatavolumens, deren Wirkung nachlässt. Der zweiten Abfall ist dann das Ergebnis der beiden Strahlentherapien.
Fridolin kommentierte am selben Tag:
Ich habe mich bei der Therapiesuche auch für die Brachy - Therapie interessiert. Man sagte mir damals bei einem GS 3+4 =7, ich sollte zuerst eine 6 monatige ADT2 durchführen. Nachdem mir klar war, dass es sich bei GS 7 und aPSA 5,31 ng/ml (aggressive PC schütten manchmal wenig PSA aus) um ein middle risk Carcimom handelt (Streuung nicht ausgeschlossen), habe ich mich für die DHB entschieden. Ich dachte wenn die Medizinische Hochschule in Hannover schon auf eine 6monatige ADT2 besteht, warum nicht gleich eine ADT3 eben 13 Monate.
Aber Deine Werte sind schon beeindruckend. Ich wünsche Dir, dass es noch mindestens 50 Jahre so bleibt. Würde Dir aber trotzem raten, ab und zu die Leberwerte und alle 12 Monate die Krebsmarker abzurufen.
Und Christian, ebenfalls am selben Tag:
der Urologe hat hoffentlich auch die soliden Studien gelesen, die einen erheblich besseren Langzeiterfolg bei einer kombinierten Strahlentherapie mit Hormonblockade nachweisen. Das gilt für externe Bestrahlung und die Seeds.
Von der Brachytherapie sind grundsätzlich wesentlich günstigere, d.h. weniger Nebenwirkungen auf die Lebensqualität bis zum Ende des Lebens zu erwarten, als bei einer Prostatektomie.
Sie sollten sich unbedingt alle Papiere, die über Ihre Krankheit existieren, als Kopie aushändigen lassen. Auch und besonders in den USA hat der Patienten ein Recht darauf.
Mit allen Ihren Komponenten sind Sie der geringen Risikogruppe zuzuordnen. In dieser Situation hätte eigentlich etwas mehr Diagnose erfolgen sollen, um über den Charakter des Krebses etwas mehr zu erfahren. Sie hatten jedenfalls vollkommen richtig gehandelt, im Jahre 98 überhaupt nichts zu unternehmen, in 99 war der PSA-Wert gefallen und ob die 7,6 ng/ml des Jahres 01 auf den Krebs zurückzuführen waren, wäre auch noch zu hinterfragen gewesen. Es gibt eben auch den klinisch nicht relevanten Prostatakrebs, der nie einer Behandlung bedarf. Davon wird aber den Patienten gegenüber in den aller meisten Fällen nichts erwähnt. Nur Hackethal war so fest davon überzeugt, dass dieser klinisch nicht relevante PK so häufig vorkommt, dass man überhaupt nicht zum Uro gehen sollte. Das geht natürlich auch nicht.
Die Überlegung von Fridolin kann ich nachvollziehen. Jetzt kommt es bei Ihnen auf den weiteren Verlauf des PSA-Wertes an. Es sieht eigentlich alles ganz gut aus. Ich wünsche Ihnen, dass der Krebs völlig verschwunden ist, dass die Brachytherapie Sie geheilt hat. Bei Ihren Ausgangswerten haben Sie ein gute Chance.
Gerhard (US) schrieb, immer noch am 30.5.2004, an beide zurück:
Zunächst vielen Dank für die lieben Glückwünsche. Ich habe mit Absicht den Titel nicht "3-jähriges Jubiläum" genannt, denn Jubel ist bei dieser Krankheit kaum angesagt. Nebenbei, ich wäre in 50 Jahren 119 Jahre alt und hätte nur eine geringe Chance mich bei Fridolin erneut zu bedanken, denn auch er wäre dann 112.
Eigentlich wollte ich nach meinem anfänglich moderaten PSA-Vorlauf noch weiter auf "Abwarten" bestehen, aber als der PSA-Wert dann im Jahre 01 auf die 7,6 ng/ml anstieg, bat mich mein Urologe doch meine (schlechte) medizinische Familiengeschichte noch weiter zu detaillisieren.
Diese und die positive Stanzbiopsie zogen dann eine Kernspintomographie und Computertomographie nach sich, die zum Glück beide negativ ausfielen. Er stellte mir dann entweder die Resektion oder Branchy zur Auswahl. Ich wurde von ihm hierzu zunächst bestens beraten.
Ich frug ihn dann aber, was er in meiner Stelle wählen würde ? Diese Entscheidung nahm er sehr ernst und wirklich nicht leicht und ich hatte das Gefühl, daß er es lieber gehabt hätte, wenn ich es selbst entschieden hätte. Heute denke ich, er wählte zum Glück die Brachytherapie.
Ja ich gebe Euch recht, dass ich alle Details meiner Krankheit kennen sollte - ich werde mich in Zukunft mehr darum bemühen, jedoch ist dies in Deutschland viel leichter als hier, allein weil es in Deutschland "üblich" ist.
Zwischen Deutschland und den USA gibt es erhebliche Mentalitätsunterschiede, auf die ich hier nicht im einzelnen eingehen möchte.
Christian spricht vom Recht des Patienten, Fridolin wählte das Thema "Der mündige Patient", Dr. Strum spricht vom "Empowered Patient". Empowered heißt gesetzlich ermächtigt oder autorisiert und vielleicht auch besser mündig, denn der Unmündige wird selten autorisiert und findet kaum sein Recht.
Danke für alle Hinweise und dafür, dass Ihr auch diese Themen bestens vertretet.
I wish you low PSA`s.
Gerhard (H) schrieb einen Tag später:
etwas neidisch betrachte ich deinen PSA-Wert schon. Mein letzter Wert im Febr. war 0,4 ng/ml, ebenfalls nach 3 Jahren. Da mein Uro sagt , dass das Pendeln des PSA normal ist (weil wir ja die Prostata noch haben), der Wert sollte aber unter 1 bleiben. Ich hoffe sehr, dass er Recht hat und wünsche Dir weiterhin alles Gute.

Peter fragte am 5.6.2004:
Ich hatte im Dezember 2003 PSA 9,4 und habe dann eine LDR Brachy Therapie durchführen lassen. Im März 2004 betrug der PSA 2,4 ng/ml. Frage: Ist dieser Abfall des PSA Wertes im normalen Bereich oder hätte er schon tiefer sein können bzw. müssen?
Ansonsten fühle ich mich sehr gut, mit der Ausnahme das ich etwas häufiger zu Toilette muss. Aber von Inkontinenz keine Spur.
Gerard (US) antwortete ihm am selben Tag:
Es besteht kein Grund zur Besorgnis.
Das renomierte Seattle-Prostatainstitut schreibt, daß man überall liest, dass Patienten, die nach der Brachy oder externen Bestrahlung einen PSA unter 1,0 ng/ml erreichen, bessere Aussichten haben. Sie hätten aber auch Patienten in Seattle, die nach der Behandlung gleichbleibende PSAwerte über 1,0 erreichten.
Interessant ist - laut Seattle-Prostatainstitut - folgendes Postulat:
Fällt bei einem Mann der PSA durch die in-/externe Bestrahlung von 8,0 auf 2,0 und bleibt er bei 2,0, so ist das genauso ein Erfolg wie bei einem anderen Mann der durch die in-/externe Bestrahlung von 7,0 auf 0,5 fällt und dort verharrt
Bei der Bestrahlung werden nicht alle Krebszellen sofort zerstört, sondern nur die Struktur der Krebszellen und deren Mechanismus, der es dem Krebs erlaubt zu wachsen und sich auszubreiten. Die Krebszellen werden schwach und sterben ab. Der bestrahlte Patient stellt fest, dass sein PSA allmählich über 1 bis 4 Jahre auf seinen persönlichen Niedrigstwert sinkt. Bestrahlte Patienten, die einen niedrigen PSA erreichen und dort einige Jahre verharren, gelten heute als vom Krebs geheilt. Dieser Rest-PSA im Blut kommt von gesunden Prostatazellen und ist kein Alarmsignal.
Diese PSA-Kriterien im engeren Sinne gelten natürlich nur für uns In-/Extern-Bestrahlten. Die Radikaloperierten, die HBler und andere haben ihre eigene Kriterien:
Der Chirurg betrachtet eine Radikaloperation dann als erfolgreich, wenn der PSA auf 0,0 geht. Dies ist im Frühstadium des Prostatakrebses eine vernünftige Erwartung, denn man sollte davon ausgehen, dass der gesamte Krebs mit der Prostata entfernt wurde.
Man nimmt an, dass ein Anstieg auf 1,0 oder darüber durchaus darauf zurückzuführen sei, dass gesunde Prostatazellen nachwachsen. Bekanntlich wächst die Prostata ja auch noch im Alter, was zur "normalen" Prostatavergrösserung führt, bekannt als BPH (benign prostatic hypertrophy/hyperplasia). Patienten die vor der in-/externen Bestrahlung an BPH (Alte-Männer-Krankheit) litten, sind danach die Kandidaten für PSA-Werte über 1,0. Die haben aber deswegen keinen Krebs.
Wenn also die Höhe des PSA also kein Maß für den Behandlungserfolg ist, empfiehlt die American Society of Therapeutic Radiation Oncology, als Kriterium die "drei PSA-Anstiege in Folge" als Kriterium für den eventuellen Misserfolg der Behandlung.
Für mehr Info klicke:
http://www.seattleprostateinst.com/aboutseedimplantation11.htm
Die Herren von Seattle haben kürzlich ein Buch geschrieben mit:
In-depth coverage of radioactive seed implantation therapy, the most promising new treatment currently available.
http://www.seattleprostateinst.com/Book.htm.

Klaus (A) berichtete am 12.6.2004 auf eine Anfrage hin von seiner Erfahrung mit RPE und Bestrahlung sowie Ernährung:
* 11/1994 PK im Rahmen Vorsorgeuntersuchung festgestellt (Tasten, Biopsie); Jahrgang 1940; aPSA war 7,6 ;
* 02/1995 RPE im Klinikum Aachen - OP über Damm nach vorheriger laparoskopischer Lymphknotenentnahme und Untersuchung; Stadium T2a N0 M0, Gleason 3+3;
* OP sehr gut verlaufen, sofort kontinent, nach zwei Wochen wieder voll (ohne jede Reha) gearbeitet;
* PSA ging schnell gegen Null;
* PSA blieb für 4 Jahre bei 0,05 (war damals Nachweisgrenze), hatte das immer als "Null" angesehen und betrachtete mein Problem als für immer gelöst;
* PSA Anstieg 1999 (5 Jahre nach OP) auf 0,1; Ende 2000 Anstieg auf 0,15; dann plötzlich im Jahr 2001 wird Anstieg viel steiler - Ende 2001 PSA = 0,7 !!
* Habe in 2001 ein halbes Dutzend Fachleute kontaktiert in GE und USA; alle (incl. Dr. Strum) empfahlen mir sofortige konformale Bestrahlung der Prostataloge ohne weitere Diagnostik, da aufgrund des Zeitverlaufes des PSA-Anstieges die Wahrscheinlichkeit eines Lokalrezidivs sehr groß sei;
* wurde im Nov/Dez 2001 an Uniklinik Köln konformal über 36 Sitzungen mit Gesamtdosis von 63 Gray bestrahlt; hatte während und nach Bestrahlung Null Probleme - noch nicht einmal Hautrötungen!!
* Freude groß, als im Mai 2002 PSA auf 0,5 abgefallen war (war der erste Abfall über all die Jahre!); das war der Beweis, dass die Strahlen ein Rezidiv irgendwo getroffen hatten!
* Dann kam die Enttäuschung: von Mitte 2002 bis Mitte 2003 steigt PSA wieder an; während vor Bestrahlung PSA exponentiell anstieg, war der Anstieg jetzt über 1 Jahr exakt linear (Abweichung von einer Geraden weniger als 2 %!); Juni 2003 war PSA 0,91;
* jetzt dachte ich mir, nur nicht die Nerven verlieren; hatte wieder verschiedene Experten gesprochen; jetzt gab es natürlich mehrere Erklärungs-Möglichkeiten wie z. B.
-- nach Bestrahlung kann ein "PSA Bump" auftreten, d. h. nach Bestrahlung fällt PSA ab, steigt dann noch mal an ehe es dann endgültig abfällt (das kann bis zu drei Jahren stattfinden);
-- ein Experte von der Charitee hat darauf hingewiesen, dass es schon Fälle gab, bei denen gutartiges BPH-Gewebe nachwächst und PSA erzeugen kann;
Dr. Strum hat mir aufgrund meiner Geschichte dringend empfohlen, keinerlei hormonelle Behandlung einzuleiten sondern auf Ernährung zu achten und bestimmte Sachen zu schlucken.
* ab April 2003 nehme ich folgendes zu mir:
-- morgens 1 generelle Multivitaminpille, 1 Kapsel Zyflamend (ist ein natürlicher COX-2 Hemmer), 200 Mikrogramm Selen;
-- mittags vor dem Essen 400 Einheiten Vit. E, Kapsel mit 400 mg grüner Tee Extrakt, 1 Teelöffel Kurkuma in Tomatensaft zusammen mit 1 Esslöffel Ketchup verrührt;
-- abends: 1 Kapsel Zyflamend und Kurkuma wie oben;
seit 2 Monaten nehme ich noch täglich 15 Gramm MCP zu mir;
außerdem esse ich kaum Fleisch - viel Fisch, viel Sport ....;
zugegeben, das klingt alles recht dramatisch; hätte mir das jemand vor zwei Jahren empfohlen, hätte ich ihn als verrückt erklärt --- aber nun kommt's:
seit Juni letzten Jahres ist mein PSA nicht mehr gestiegen sondern sogar leicht auf 0,85 gefallen!!!!! Mir bekommt die ganze Schluckerei sehr gut (bin vor allem nach Kurkuma schon fast süchtig!), bin topfit und sehe der ganzen weiteren Entwicklung recht entspannt entgegen.
In acht Monaten habe ich mein "10-jähriges PK-Jubiläum", mir geht es hervorragend, habe noch keinerlei hormonelle Behandlung gehabt, vielleicht habe ich einen PSA-Bump, BPH wächst nach oder Rezidiv - auf jeden Fall werde ich so weiter schlucken; sollte PSA in Jahren mal wieder steigen, werde ich frühestens bei Werten ab 3,0 anfangen mit anti-hormoneller Behandlung.
Habe damals bei meiner Bestrahlung mehrere ebenfalls nach einer RPE bestrahlten Kollegen Kontakte geknüpft. Nebenwirkungen hatte praktisch keiner - von 3 Kollegen weiß ich, dass ihr PSA noch 2½ Jahre nach Bestrahlung Null ist.
Hatte vor einiger Zeit einmal den Begriff "Der Las-Vegas-Faktor" hier eingeführt. Was immer man letztendlich entscheidet - es ist immer eine ziemliche Unsicherheit dabei. Die Entscheidung ist ganz wesentlich auch eine Mentalitätsfrage.
RD berichtete am 13.6.2004 ebenfalls von seiner Erfahrung mit RPE und Bestrahlung:
* 2/1995 PK bei Vorsorge festgestellt (Tasten, Biopsie). PSA 19,1 bzw.21,4 (versch.Labors)
* 4/1995 RPE AK Hamburg-Harburg. Histolog.Befund: pT4a N2 bzw.D1, Gleason-Grade 3-5 (score 7).
* OP gut verlaufen. Keine Kontinenz- oder Erektionsprobleme. Arbeitsaufnahme (Teilzeit) nach kurzer Zeit.
* PSA sank bis Juli 95 auf unter 0,1 (seinerzeit die Nachweisgrenze), begann dann aber ab September 95 über 0,14 und 0,23 wieder zu steigen auf 0,44 im Februar 96.
* Entschluss zur externen Bestrahlung KH St. Georg in Hamburg.
* Bestahlung v. 23.2.96 - 12.4.96 insges. 61,2 Gray. Ambulant nach der Arbeit. Insgesamt gut vertragen. Harnblasen- und Darmentleerungsdrang nahmen zwar zu, jedoch in erträglichen Maßen. Sie klangen über Monate hinweg langsam, aber stetig ab.
* PSA-Entwicklung: Während der Bestrahlung schwankend zwischen 0,21 und 0,48, sechs Wochen nach Ende der Bestrahlung 0,1, und dann von Dez. 96 bis Febr. 99 - 9 Messungen - jeweils unter 0,1. Ich begann schon zu hoffen, dass die Sache überstanden sei.
* Dann doch Wiederanstieg, von 0,2 (April 99 bis Oktober 2000)über die weiteren Stationen (Febr. 2001 0,3, Febr. 2002 0,5, Sept. 2002 0,6) bis März 2004 auf 0,8. (Danach habe ich für 14 Tage Prostasol genommen, woraufhin der Wert auf 0,3 sank. Inzwischen habe ich Prostasol wieder abgesetzt und rechne mit etwa 0,8 oder 0,9 beim nächsten Termin).
* Abgesehen von der Prostasol-Episode habe ich die ganzen Jahre keine ärztlich verordnete oder auch nur begleitete Therapie durchgeführt. Stattdessen habe ich über die Ernährung und mithilfe der üblichen Nahrungsergänzungsmittel - etwa in der Art und Weise wie von Klaus (A) geschildert - versucht, das Rezidiv/die Metastasen in Schach zu halten. Regelmäßige Untersuchungen (MRT, Szintigramm und dgl.) waren bisher, wie bei dem PSA-Niveau auch nicht anders zu erwarten, ohne Befund.
* Ob und wann ich mit einer Therapie beginnen soll, ggflls. mit welcher?, weiß ich nicht. (Auf jeden Fall werde ich Curcumin und dergl. weiternehmen und evtl. noch MCP hinzunehmen). Aber eines scheint mir sicher: Die damalige Entscheidung für eine Strahlentherapie war richtig.

Urologe fs schrieb am 11.7.2004:
Lebensqualität nach Brachytherapie nicht besser!
In einer umfassende Untersuchung an mehr als 1000 Patienten mit Prostatakarzinom gingen Wei und Kollegen der Frage nach, ob die Brachytherapie die Lebensqualität weniger negativ beeinflusst als andere Therapieformen (radikale Prostatektomie, externe Strahlentherapie). Als Vergleich diente eine gesunde Kontrollgruppe. Nach radikaler Prostatektomie zeigten sich negative Auswirkungen auf den Bereich „Funktion des unteren Harntrakts“, nach externer Strahlentherapie auf Bereich „Darmfunktion“ und nach Brachytherapie waren beide Funktionen verschlechtert. Sexuelle Dysfunktion war nach allen drei Therapieformen gleichermaßen aufgetreten.
Nach länger (> 1 Jahr) zurückliegender Brachytherapie waren einigen Lebensqualitätsbereiche schlechter als nach radikaler Prostatektomie oder externer Strahlentherapie.
Diese Untersuchung zeigt erstmalig, dass die mittel- und langfristige Lebensqualität nach Brachytherapie der anderer Therapieformen des lokal begrenzten Prostatakarzinoms eher unterlegen ist.
Quelle:
J Clin Oncol 20:557, 2002. 02.10.02
Dazu schrieb Reinardo am selben Tag:
Auch hinsichtlich der Effektivität der in Deutschland und in den USA aggressiv propagierten Brachytherapie gibt es Zweifel. So berichtet W.J. Catalona, M.D. auf seiner Website von vergleichenden Studien der Pacific Northwest Cancer Foundation in Seattle und des Joint Center for Radiation Therapy at Harvard Medical School über 10 bzw. 5 Jahre,wonach die Rezidivrate bei Patienten mit niedrigen Gleason-Score sofern sie nur Brachytherapie erhalten hatten, sogar größer war als bei der anderen Kontrollgruppe mit erhöhtem Gleason-Score, die sowohl Brachy als auch externe Bestrahlung erhalten hatten. In einer weiteren über 5 Jahre laufenden Studie wurden 3 Kontrollgruppen verglichen, die jeweils Brachy, externe Bestrahlung oder radikale Prostatektomie erhalten hatten. Im Ergebnis gab es bei niedrigem Gleason (2-4) keine Unterschiede, bei höheren Gleason (5-10) war die Rezidivrate bei den Brachy-Patienten am höchsten. Quelle: William J.Catalona, M.D. Recent Studies Raise Questions About Effectiveness Of Radioactive Seed Implantation.
Und Manfred berichtete am selben Tag von seiner Erfahrung:
Bei mir wurde vor zwei Jahren bei sehr günstigen Ausgangswerten die Brachytherapie auf meinen ausdrücklichen Wunsch durchgeführt. Betreffend der Nebenwirkungen kenne ich keinen Betroffenen, dem es nach der üblichen Ektomie besser als mir ginge! Natürlich habe ich Angst, dass ein Rezidiv entstehen oder der PK sich eine neue Angriffsfläche suchen kann, aber ich habe diese zwei Jahre gelebt! Ich habe seit 1,5 Jahren weder Störungen der Harn- oder der Darmfunktion. Ich hatte kaum Schmerzen und ich habe weiter Sex haben können. Bisher habe ich meine Entscheidung nicht bereut und bin voller Zuversicht, dass ich noch eine schöne Zeit vor mir habe.
Und Edgar7 schrieb:
trotz ungünstiger Voraussetzungen( PSA: 5.6, Gleason: 4+3=7) habe auch ich vor zwei Jahren die Brachytherapie erhalten. Auch ich habe seitdem weder Harn- noch Darmfunktionsstörungen und habe nach wie vor ein beglückendes Sexualleben. Mein PSA-Wert war in 03/2004 zwar wieder auf 5,6 gestiegen, in 06/2004 aber wieder auf 3,5 gesunken. Ich hoffe,der Trend hält an. [Der Anstieg des PSA-Wertes innerhalb des ersten Jahres nach der Therapie mit anschließendem Abfall ist typisch für die Brachytherapie und wird mit dem englischen Namen "PSA-Bump" bezeichnet. - Ed]

Kelebek Two fragte am 15.10.2004:
ich habe vor 22 Monaten eine Afterloading-Therapie durchführen lassen. Mein Allgemeinzustand ist gut, keine außergewöhnliche Nebenwirkungen. Therapie-Ende war 2/03.
Erstmal 8/03 hatte ich dann Blutungen beim Stuhlgang. Ich habe dann eine Darmspiegelung machen lassen. Jedoch ohne Befund. Wir wurde dann ein Medikament COLIFOAM an die Hand gegeben. Dieses wirkte, und die Blutungen gingen zurück.
Seit etwa zwei Wochen sind die Blutungen jedoch wieder da.
Kann einer aus dem Forum über ähnliche Beschwerden berichten und welche Ursache kann dieses haben. Vor allem, wie soll ich damit weiter umgehen?
Urologe fs antwortete am selben Tag:
diese Blutungen sind nicht ungewöhnlich und auf eine Veränderung der Gefäße im bestrahlten Schleimhautbereich zurückzuführen. Diese Wirkung kann noch viele Monate nach der Bestrahlung auftreten bzw. fortschreiten, ist aber im Grunde harmlos. Colifoam ist gut und sollte weiter angewendet werden (kortikoidhaltig).

wn25421pbg fragte am 17.12.2004, ob nach RPE und PSA-Wiederanstieg eine Bestrahlung empfehlenswert sei, und wenn ja, welche
Ludwig antwortete am selben Tag:
der relativ langsame Anstieg – möglicherweise wurde auch etwas gutartiges Gewebe durch die Nerverhaltung zurückgelassen – deutet mehr auf Lokalrezidiv.
Karzinome in der Transitionalzone sind meist gut differenziert (niedrige Gleason-Werte) und neigen weniger zur Metastasierung.
Ausschliessen kann man es natürlich nie, aber Heilungschanzen sehe ich durchaus.
Ehefrau S. schrieb am 18.12.2004:
Mein Mann ist auch Jahrgang 53 und wurde – wider Erwarten - 2001 einseitig nervschonend operiert(wir hatten mit einer nervschonenden OP nicht gerechnet,da nicht klar war, ob es sich um eine T2b oder c oder sogar T3a handelte). Praeoperativer PSA-Wert 3,5, Gleason 3+4. Anders als bei Ihnen stiegen die PSA-Werte erst nach knapp 2 Jahren bis 2004 auf o,5 wieder an. Die Meinungen darüber, ob es sich um ein Rezidiv handelte oder eine systemische Erkrankung waren sehr unterschiedlich. So meinte z.B. Prof. Heydenreich, Uni Köln, dass ein Ansteigen des PSA-Wertes innerhalb eines Jahres nach der OP eher auf ein Reziduv deuten konnte, was im Falle meines Mannes ja nicht gegeben war.
Wir haben uns dennoch nach ausführlicher Beratung für die externe Bestrahlung entschieden, die Option der Hormontherapie wollten wir uns weiter offen halten. Bereut haben wir es nicht. Die Bestrahlung zeigte außer geringfügigen Verbrennungen im Analbereich, die gut zu behandeln waren, keinerlei Nebenwirkungen. Während der Bestrahlungszeit haben wir auf verdauúngsschonende Ernährung geachtet, mein Mann hat Selen genommen und immer darauf geachtet, dass er vor den Bestrahlungen eine volle Blase hatte. Während der gesamten Zeit von 8 Wochen hat er voll gearbeitet, weiterhin Sport betrieben (außer gegen Ende Radfahren und Reiten)keine Reha in Anspruch genommen und fühlte sich immer topfit. Dies ist jetzt 4 Monate her, die erste PSA-Untersuchung vor 2 Wochen ergab den Wert o,36 - erheblich niedriger als zu erwarten.
Wir sind guten Mutes und möchten auch Ihnen Mut machen, zumal Ihre Ausgangssituation deutlich günstiger ist.

Reiner fragte am 21.1.2005:
Ich stehe vor der Entscheidung, mich einer Seeds-Inplantations-Therapie oder einer Brachy-Therapie zu unterziehen. Wer schildert mir seine diesbezüglichen Erfahrungen mit persönlichen Ausgangswerten, über Wirkung, Nebenwirkungen und bisher verstrichenem Zeitraum seit Therapiebeginn.
Uschi hatte zwar keine eigene Erfahrung, aber sie antwortete am selben Tag als erste:
mein Mann hatte im März 2004 seine Seedsimplantation (Brachytherapie) in der Kölner Klinik am Ring. Es ging ihm danach besser als nach der Biopsie, und er leidet und litt auch unmittelbar danach nicht unter Nebenwirkungen. Sein PSA-Wert ist inzwischen schon zweimal bei 1,9 ng/ml gemessen worden (Ausgangswert 5,8; Gleason 3+3; Alter: 58 Jahre).
Hans schrieb:
habe eine Strahlentherapie mit Afterloading hinter mich gebracht. Mein PSA war im Sommer, genauer gesagt im Juni, bei 5,3 ng/ml. Die Therapie ging von Mitte Sep. bis Ende Okt. Danach folgte eine dreiwöchige AHB (muss aber bei Stahlentenpatienten nicht unbedingt sein, tut aber gut, bzw. man regeneriert sich halt).
Nebenwirkungen waren relativ gering.(bisschen müde manchmal). Nach der Therapie hatte ich noch Schmerzen beim Wasserlassen in der Harnröhre, ist aber inzwischen fast ganz weg. Ich habe weder Probleme mit der Inkontinenz noch mit der Potenz. Das Sperma hat sich allerdings verändert, es hat nicht mehr die typische Farbe, sondern ist mehr transparent. Mein PSA-Wert ist seitdem ständig gesunken und liegt nach den neusten Messungen (diese Woche) bei 1,6. Das muss aber nicht so bleiben, denn nach Aussagen der Ärzte kann der Wert auch wieder nach oben gehen. D. h. erst mal abwarten.
Reinhold antwortete am 24.1.2005:
Im Dezember habe ich mich einer Seeds-Implantations-Therapie unterzogen. Ich stehe der Sache positiv gegenüber. Ich bin "dicht", und meine Potenz ist mir erhalten geblieben. An Nebenwirkungen sind häufiges Wasserlassen mit schwachem Harnstrahl und Darmprobleme bis hin zum geringen Durchfall aufgetreten. Nach dem Stuhlgang habe ich oft mit einem starken Brennen im Afterbereich zu tun. Meine Werte vor dem Eingriff:
GS 3+3=6, eine Stanze von 12, Mitte li lateral, T1c, PSA 6,4 ng/ml, Prostatavolumen 32,5 ml.
Dosis der Seeds: 62 Radio-Jod-125 Seeds, Referenzdosis:145 Gy.
Der nächste PSA-Wert wird Mitte Februar gemessen.

Malte sandte am 3.4.2005 die folgende Meldung ein:
Aus: Deutsches Ärzteblatt vom 1.4.2005
Prostatakarzinom: Strahlentherapie erhöht Krebsrisiko im Rektum
MINNEAPOLIS. Männer, die sich einer Radiotherapie des Prostatakarzinoms unterziehen, müssen damit rechnen, dass die Strahlenbelastung zur Induktion von Tumoren in benachbarten Organen führt. Nach den Ergebnissen einer retrospektiven Kohortenstudie in der jüngsten Ausgabe von Gastroenterology ist das Risiko von Rektumkarzinomen um 70 Prozent erhöht.
Die Radiotherapie wird von vielen Strahlentherapeuten als Alternative zur radikalen Prostatektomie betrachtet, die als chirurgischer Eingriff mit Komplikationen verbunden ist. Doch auch die Bestrahlung der Prostatalogie bleibt nicht ohne Nachwirkungen. Sie zerstört nicht nur das Prostatagewebe. Aufgrund der hohen Dosis muss auch mit Schäden in den angrenzenden Geweben gerechnet werden. Bekannt ist das Risiko einer Proktitis. Frühere Studien haben auch auf eine erhöhte Inzidenz von Blasenkrebs hingewiesen, heißt es in der Pressemitteilung des Krebszentrums der Universität von Minnesota in Minneapolis. Die jetzige Studie sei die erste, die auch ein erhöhtes Risiko von Rektumkarzinomen belege.
Für die Studie haben Nancy Baxter und Mitarbeiter das Krebsregister des US-National Cancer Institute (Surveillance, Epidemiology and End Results, SEER) ausgewertet. Eingeflossen sind die Daten von 85 000 Männern, bei denen in den Jahren 1973 bis 1994 ein Prostatakarzinom diagnostiziert wurde. Bei 30 552 Patienten wurde eine Strahlentherapie durchgeführt. Von diesen entwickelten 1 437 später ein Rektumkarzinom.
Weder das Krebszentrum der Universität Minneapolis noch die American Gastroenterological Association machen klare Angaben zum Design der Studie (der Abstract ist noch nicht publiziert). Es dürfte sich am ehesten um eine “nested” Fall-Kontroll-Studie gehandelt haben, bei der strahlentherapierte und operierte Patienten hinsichtlich der Häufigkeit des Rektumkarzinoms gegenübergestellt wurden. Dabei wurde dann ein (signifikant?) um 70 Prozent erhöhtes Risiko festgestellt.
Beide Institutionen weisen darauf hin, dass die Technik der Radiotherapie sich seit Mitte der 90er-Jahre verbessert habe. Neuere Verfahren, etwa die “3-dimensional geplante und konformal durchgeführte Radiotherapie” begrenzen das Ausmaß der Streustrahlung und haben bereits zu einer Senkung der akuten Strahlenschäden an Enddarm und Blase geführt. Es ist also denkbar, dass das Risiko einer Tumorinduktion heute geringer ist als im Untersuchungszeitraum der Studie. Dennoch wird den Ärzten geraten, die Patienten auf dieses mögliche Risiko hinzuweisen. Die American Gastroenterological Association rät zu “aggressiven” Früherkennungsuntersuchungen ab dem 5. Jahr nach der Bestrahlung./rme
Dieter V schrieb dazu am 7.4.2005:
Dieser Bericht basierte allerdings auf einer älteren Studie und berücksichtigte nicht die Weiterentwicklungen zu neuen Formen der externen Bestrahlung (3D-konformale ST, IMRT).
Der untenstehende Bericht sagt leider auch nicht, wann diese Studie gemacht wurde. Der Bericht spricht auch nur von einer Verdoppelung des Risikos, nicht aber vom absoluten Risiko.
Es wäre aber wichtig, zu wissen, ob die Verdoppelung dann 1 % oder 10 % Risiko bedeutet...
Dennoch erscheint mir dieses Risiko eines Darmkrebses nach externer Bestrahlung relevant, da die übliche Bestrahlung mit Photonen (Gammastrahlen) durch den Körper durch geht und somit der Darm immer etwas abbekommt.
Inwieweit sich das in akuten oder langfristigen Nebenwirkungen auswirkt, kann ich nicht sagen. Mit Darm- und Blasenbodenentzündungen muss man schon rechnen.
Ich habe die Information, dass kurzfristig die Impotenz (erektile Dysfunktion) weniger auftritt, langfristig aber fast das Niveau bei Operierten erreicht.
Was bei Kindern aber in ärztlichen Fachkreisen ernsthaft diskutiert wird, ist das Risiko eines Sekundärtumors in Folge einer Bestrahlung. Bei uns "Alten" erreicht uns das Lebensende meist früher als der Sekundärtumor...
Dennoch wollte ich Euch diesen folgenden Artikel zeigen.
Bleibt uns noch die Aussicht, dass ja demnächst auch die Protonentherapie in München (www.rptc.de) möglich ist mit der systembedingten großen Chance, erheblich geringere Nebenwirkungen zu bekommen. Die Protonenstrahlen gehen nämlich nicht "durch", sie entladen fast ihre ganze Energie in einem räumlich bestimmbaren Punkt, also innerhalb des Tumors. Hinter dem Tumor ist dann keine Strahlenwirkung mehr vorhanden!
Ich werde noch erkunden, welche Krankenkassen diese Protonentherapie bereits bezahlen und dies hier berichten. Privat kostet diese Therapie zwischen 25.000 und 30.000 €.
----------
aus www.gesundheitsportal-privat.de
Prostatakrebs: Risiko für Darmkrebs steigt bei Bestrahlung
München (netdoktor.de) -
Männer, die sich wegen Prostatakrebs einer Strahlentherapie unterziehen, haben ein hohes Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher des University of Minnesota Cancer Center im Fachmagazin "Gastroenterology". Die Epidemiologen analysierten die Daten von 85.000 Männern im Alter zwischen 18 und 80, die vom amerikanischen Krebsregister "SEER" erfasst wurden. Die direkte Bestrahlung des Darms bei Prostatakrebs-Patienten verdoppelte die Wahrscheinlichkeit für einen Tumor im Dickdarm nahezu, verglichen mit der chirurgischen Behandlung mittels Skalpell. "Männer, deren Prostata bestrahlt wird, sollten sich nach fünf Jahren der Therapie eingehend auf Dickdarmkrebs untersuchen lassen", so Dr. Nancy Baxter, Leiterin der Studie. Die Ergebnisse seien auch für andere Krebsarten im Beckenbereich, die mit einer Strahlentherapie behandelt würden, bedeutend, so Baxter weiter.
Prostatakrebs ist in Deutschland relativ häufig und steht nach Lungenkrebs an zweiter Stelle der Krebsneuerkrankungen. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter: Mit etwa 50 Jahren hat einer von vier Männern erste krebsartige Veränderungen in der Prostata. Mit 80 Jahren finden sich solche Veränderungen bereits bei jedem zweiten Mann. Zum Vergleich: Die gutartige Prostatavergrößerung findet sich ab 50 Jahren bei jedem zweiten Mann, mit 80 Jahren bei nahezu allen.

ManfredK schrieb am 20.4.2005:
habe vor einem Jahr 03/2004 in Hamburg die Brachytherapie mit 41 Seeds (Jod 125, 145 Gy) machen lassen. Ausgangswerte waren T1c, GS3+3, PSA 2,7 Vol. ca 38 ccm, Alter 57 Jahre.
PSA seitdem:
05/04   1,3
07/04   0,66
10/04   0,45
01/05   0,41
04/05   0,23
Dass ich über die Entwicklung sehr froh bin, brauche ich, glaube ich, nicht zu erwähnen, aber meine Frage an die Fachleute ist, ob diese Entwicklung in irgendeiner Form interpretierbar ist? Lässt sich irgendetwas ableiten?

Werner fragte am 17.1.2005:
bei mir (52 Jahre) wurde im August 2003 ein Prostatatumor der Klassifizierung T1c festgestellt und im September 2003 in Potsdam mittels Brachytherapy behandelt.
PSA vor OP 5,3,
nach OP leichter Anstieg auf 6,2
nach drei Monaten 2,5
nach 6 Monaten 1,9
nach 9 Monaten 1,9
und heute nach 16 Monaten erneuter leichter Anstieg auf 2,2.
Dieser Anstieg beunruhigt mich sehr, wer hat Erfahrung mit Brachytherapie?
Ralf antwortete am selben Tag:
es könnte sich bei Dir um einen "PSA-Bump" ("PSA-Buckel") handeln, der nach Brachytherapie häufig ist. Das sollten eigentlich auch die behandelnden Ärzte wissen.
In Dr. Strums "Primer", dess deutsche Übersetzung in Vorbereitung ist, heißt es dazu:
"PSA-Bump
Bei ca. 35 % der Patienten steigt der PSA-Spiegel vorübergehend an, nachdem er nach Abschluss der Brachytherapie zunächst gesunken war. Dieser PSA-Bump (engl. Bump = Buckel) wird als Anstieg um 0,1 ng/ml oder mehr über den vorhergehenden PSA-Wert definiert, gefolgt von einem Wiederabsinken unter diesen Wert. Ein solcher PSA-Bump stellt sich nach durchschnittlich 18 bis 20 Monaten ein. Abbildung 43 [hier nicht beigefügt – Ed] gibt die grundlegenden Informationen zum PSA-Bump aus den zwei umfangreichsten veröffentlichten Studien wieder.
Man nimmt an, dass dieses Phänomen wahrscheinlich nicht auf den PK, sondern auf die durch Bestrahlung ausgelöste Prostatitis zurückzuführen ist.
Die Fehldiagnose eines PSA-Rezidivs und dessen unnötige Behandlung mit einer ADT kann vermieden werden, wenn Ärzte und Patienten wissen, dass ein PSA-Anstieg nach anfänglichem Rückgang im Anschluss an eine Brachytherapie mit oder ohne EBRT nicht unbedingt auf ein Rezidiv des Krebses zurückzuführen ist, je nachdem, wann der PSA-Anstieg auftritt und zu welcher Zeit die Brachytherapie erfolgte (Abb. 44).
In den Berichten des Seattle Prostate Institutes (SPI) und der Radiotherapy Clinics of Georgia (RCOG) werden insgesamt 1313 Patienten erwähnt. Das Auftreten eines PSA-Bumps korrelierte nicht mit einem ungünstigen Ergebnis der Seedimplantation und/oder der externen Bestrahlung. Im Gegenteil wurde bei nur 7 % der Patienten aus dem SPI und 10 % der RCOG-Patienten im Zusammenhang mit einem PSA-Bump eine Progression des PK beobachtet. Im Gegensatz dazu hatten ca. doppelt so viele, nämlich 14 % der Patienten des SPI und 26 % der RCOG-Patienten fortschreitenden PK, wenn kein PSA-Bump aufgetreten war. Deshalb wurde in diesen zwei Studien ein PSA-Bump mit einem besseren Ergebnis der Strahlentherapie in Zusammenhang gebracht.
Ein PSA-Bump (auch PSA-Bounce oder -Welle genannt) kann ebenso bei einer Primärbehandlung mit dreidimensionaler konformaler RT (3D-CRT) ohne eine Art von Brachytherapie auftreten. In einer Studie des Fox Chase Cancer Center (FCCC) hatten 95 von 306 (31 %) Patienten einen PSA-Bump nach ausschließlicher Behandlung mit einer 3D-CRT. Allerdings weichen die übrigen Schlussfolgerungen dieser Studie erheblich von denen der SPI- und der RCOG-Studien ab. Die mittlere Zeit von der Beendigung der RT bis zum Auftreten des PSA-Bumps betrug in der FCCC-Studie 35 Monate, im Gegensatz zu 20 und 18 Monaten in der SPI- bzw. der RCOG-Studie. In der FCCC-Studie zeigte ein PSA-Bump einen ungünstigen Zusammenhang bezüglich eines PSA-Rezidivs. Wenn ein PSA-Bump auftrat, konnte bei 48 % der Patienten (gegenüber 7 bis 10 % in den anderen Studien) ein fortschreitender PK festgestellt werden, wobei bei seinem Ausbleiben nur 31 % der Patienten einen progressiven PK hatten. Weitere Informationen über den PSA-Bump finden Sie in Anhang B, Teil 4.7.
Ärztlicher Hinweis 14:
Der PSA-Bump kann ein PSA-Rezidiv vortäuschen.“
Der PSA-Bump ist eine wichtige differenzierende Diagnose für Männer, die als erstes mit Strahlentherapie (vor allem mit Brachytherapie) behandelt worden sind. Das Verstehen der charakteristischen Merkmale des PSA-Bumps kann bei vielen Männern eine unnötige Behandlung auf ein vermeintliches PSA-Rezidiv verhindern.
Bei SB wurde im Alter von 56 Jahren PK festgestellt. Er hatte einen Ausgangs-PSA-Wert von 9,3, einen von einem Experten in PK-Pathologie ermittelten Gleason-Score von 3,3, und das klinische Stadium war T2a. Eine von neun Biopsieproben war PK-positiv. Ein Blick in die Partin-Tabellen ergab eine Wahrscheinlichkeit von 58 %, dass es sich um eine organbegrenzte Krankheit handelte, eine Wahrscheinlichkeit von 37 % für einen Kapseldurchbruch, eine Wahrscheinlichkeit von 4 % des Befalls der Samenblasen und eine Wahrscheinlichkeit von 1 % für Lymphknotenbefall. Er wurde drei Monate mit dem Monopräparat Casodex behandelt, gefolgt von einer externen RT und einer anschließenden Implantation permanenter Seeds im Juni 1998. Sechs Monate nach der Implantation fiel sein PSA-Wert auf 0,5, stieg dann aber innerhalb von 12 Monaten auf 0,6 und innerhalb von 17 Monaten auf 1,3. 19 Monate nach der Implantation war sein PSA Wert auf 0,8 gesunken und sein letzter PSA-Wert 25,5 Monate nach der Implantation betrug 0,6."
Gerard (US) schrieb einen Tag später:
Als Brachy-Therapierter orientiere ich mich an den Aussagen von Dr. Peter Grimm und seinem seed implant (SI) team vom Swedish Medical Center des Seattle Prostate Instituts.
In bezug auf den PSA bedeutet das bei SI:
"What effect will SI have on PSA readings after the procedure and for how long might the procedure affect PSA readings?
PSA readings initially can actually be higher than original PSA if done shortly after the implant. This is probably due to the trauma of the procedure. Typically PSA levels gradually fall over the first year. We have seen PSA levels continuing to fall over several years. Patients should be aware that often PSA levels can artificially increase and then subsequently decrease. We have seen this particularly at twelve to twenty four months from the implant. We are not sure why this "PSA bump" occurs.
What PSA level should be hoped for over the long term? What is a good level of PSA after seeding?
Most of the literature supports the observation that patients achieving a PSA level less than 1.0 have a better prognosis. We have, however, many patients who have stable PSA readings above 1.0. It has been speculated that the PSA rises to this level because of regrowth their normal prostate cells, similar to the way BPH can increase PSA. A stable PSA is probably more important.
When should PSA be checked after SI and how often should it be repeated? If PSA rises, what would the options be at that point?
We generally recommend the PSA be done at each follow up visit. The follow up schedule is described about. Usually the PSA is done at three-month intervals for the first two years and then every six months thereafter. If the PSA should rise, we increase the interval of the PSA to monthly in order to establish a trend over three or four readings. Decisions or conclusions about the cancer should never be made on one PSA reading.
The most important thing to do if the PSA continues to rise is to establish if there is in fact cancer. See the above question about PSA levels. If there is a suspicion of recurrent cancer, the next step is to determine if it is in the prostate or not. Typically, a bone scan and biopsy are the first step.
Should a patient have a biopsy after seed implantation?
The value of a biopsy after seed implantation is controversial. This is primarily because of the lack of skilled pathologists interpreting the biopsies and the discomfort associated with the procedure There is also the suggestion that the biopsy may give no better information than the PSA in predicting success of the treatment.
Radiation can cause prostate cancer cells to appear quite abnormal. This has been particularly noted if the biopsy is done before two years. An unskilled pathologist may interpret a biopsy as cancer, while a skilled pathologist may interpret it as severely damage and dying cancer cells. Obviously the cancer interpretation has serious ramifications. We fortunately have a very skilled pathologist who is an expert in this area and therefore feel that a biopsy can give us additional confirmation that the cancer is controlled. We have found that patients with a negative biopsy have and normal PSA have an excellent chance of being disease free and it can often reassure us. If we do a biopsy, we usually do it at two years. Prior to two years, the pathology interpretation has little value.
Auszug aus:
http://www.prostatepointers.org/seedpods/brachyfaq.html
Am 26.4.2005 meldete Werner sich wieder:
Im August 2003 wurde bei mir durch Biopsie mittels 12 Stanzen ein Prostata-Adenom Malinitätsgrad 1 Gleason score 4 (pattern 2+2)festgestellt. 5 % des Gewebes linkseitig war tumorös infiltriert.
Die Prostata hatte eine Größe von 30 g. Der PSA- Wert 5,30 ng/ml (fremd).
Am 24.09.2003 unterzog ich mich einer Brachytherapie mit 56 permanenten Seeds bestrahlt mit Jod 125 in einer Gesamtdosis von 145 Gy.
Der Eingriff selbst und der postoperative Verlauf waren bis heute komplikationslos. Jedoch entwickelte sich der PSA nicht den Erwartungen gemäß:
06.09.2003 6,3 ng/ml prä-OP
24.09.2003 LDR-Brachy
03.02.2004 2,5 ng/ml
02.09.2004 1,9 ng/ml
11.01.2005 2,2 ng/ml
20.04.2005 3,3 ng/ml
Insbesondere der jüngste Anstieg um immerhin 50 % bereitet mir erhebliche Sorgen. Welche weiteren diagnostischen und ggf. therapeutischen Maßnahmen schlagen Sie vor? Welche Erfahrungen haben Sie bei vergleichbaren Ausgangswerten? Liegen Ihnen Erfahrungen aus den USA vor?
Ergänzend möchte ich noch fragen, ob ich bei den mir vorliegenden PSA-Werten von den gleichen Werten ausgehe wie andere. Die meisten haben nach Brachy Werte von deutlich unter 1. Mein niedrigster Wert war 1,9.

Danari fragte am 11.9.2005:
Mein Mann hat nun die zweite Bestrahlung bekommen. Wie beeinflusst dies das Befinden evtl.? Fühlt man sich irgendwann erschöpft, muss man sich irgendwie schonen, z. B. nichts Schweres tragen usw.??? Möchte ihm natürlich alles erleichtern, wenn's erforderlich ist. Wir haben zwar Anweisungen bekommen, aber letztlich wissen Betroffene doch besser damit umzugehen.
Bernt antwortete am selben Tag:
bei mir wurde vor sechs Jahren die Prostata bestrahlt und vor drei Jahren die Halswirbelsäule.
Während der Prostatabestrahlung hatte ich sehr starke Beschwerden beim Stuhlgang (Blutbeimengung, starke Schmerzen), die einige Wochen nach der Bestrahlung verschwanden. Sonst hatte ich keine besonderen Nebenwirkungen, auch keinen sog. Strahlenkater.
Ich war während der gesamten Bestrahlung arbeitsfähig (ich ging morgens zur Bestrahlung und danach zur Arbeit).
Horst MUC gab den folgenden Hinweis:
Gute Broschüre zu Bestrahlung bei Krebs über diesen LINK zum Downloaden:
http://www.krebshilfe.de/neu/infoangebot/broschueren/strahlen/ratgeber_53.pdf.
Wolfgang berichtete einen Tag später:
ich kann aus eigener Erfahrung nur Folgendes sagen:
Hatte selbst 33 Bestrahlungen und bin während dieser Zeit immer auch weiterhin danach ins Büro zur Arbeit gegangen. Kein Problem.
In den ersten zwei Wochen gab es überhaupt keine Nebenwirkungen. Dann jedoch traten doch erhebliche Probleme mit dem Darm beim Stuhlgang auf (alles sehr entzündet, sehr schmerzhaft). Dafür gibt es aber Salben, oder noch besser, einen sog. Rektalschaum. Ist aber alles auszuhalten.
Ich muss allerdings zugeben, dass in der Folge dann die Müdigkeit zunahm und ich ab der vierten Woche nach den Bestrahlungen doch zu Hause erst ein kleines Nickerchen nahm. Zum Ende der Bestrahlungen nahm diese Müdigkeit dann weiter zu bis zur völligen Erschöpfung. Hatte ich so nicht erwartet (wie nach 20-km-Lauf).
Nach Abschluss der Bestrahlung besserten sich dann die Darmbeschwerden innerhalb von 3 bis 4 Wochen, die Müdigkeit schwächte sich zwar auch ab, blieb länger als ein Jahr noch in abgeschwächter Form bestehen. Auch nach jetzt mehr als 20 Monaten steckt immer noch eine gewisse Müdigkeit in den Gliedern. Dagegen muss man einfach ankämpfen und damit lernen zu leben.
Also wie gesagt, es gibt wirklich Schlimmeres.
fromm schrieb, ebenfalls am 12.9.2005, u. a.:
Das wird er schon selbst merken, wieviel er sich selbst zumuten kann. Die Müdigkeit empfindet jeder Mensch anders, zumal jeder Organismus anders ist und daher auch anders reagiert. Sich zu schonen ist nie falsch. Bei stärkerer Müdigkeit (i. d. R. am Ende der Therapie) ist natürlich besondere Vorsicht im Straßenverkehr geboten – dann lieber sich fahren lassen. (Die Fahrkosten, evtl. im Extremfall auch ein Taxi, übernimmt die GKV. Selbstfahrer bekommen das km-Geld. Antragsformular von der Kasse anfordern.)
Ich hatte nach fast zwei Monaten der täglichen Bestrahlungen lediglich die letzten 10 Tage mit einer (vorübergehenden) Harninkontinenz zu kämpfen, die ich aber durch gezielt gesteuertes Trinken im Griff hatte (wenn unterwegs, wenig bzw. nichts trinken, wenn wieder zu Hause, die tägliche Flüssigkeitsmenge nachholen) – damit kann man die kurze Zeit problemlos leben. Wenn man zu Hause ist, und nicht auf dem Arbeitsplatz, wo der habgierige Arbeitgeber permanent hinter Deinem Rücken auf die Uhr guckt und nervt, wann das oder jenes schon endlich fertig sein wird. Allein aus diesem Grund ist die Arbeitsunfähigkeit während der Strahlentherapie seitens Strahlentherapeuten generell vorgesehen (es steht auch in der Aufklärungsbroschüre, die Dein Mann von ihm ausgehändigt bekam).
Meine Harninkontinenz klang in den nächsten 10 Tagen nach der Bestrahlung wieder ab, andere NW hatte ich nicht. Ich hatte auch keinerlei Müdigkeitserscheinungen zu beklagen.
Die meist gefürchtete NW, die Impotenz als Therapiefolge, die je nach Dosis von 0 % bis zu etwa 50 % der Fälle schwanken kann, ist immerhin nicht so häufig vertreten wie bei der rad. Prostatektomie mit ihren ca. 80-90 %. Hierzu kann man sich jedoch nicht äußern, wenn man nicht weiß, ob Dein Mann bereits operiert worden ist und die ED allein deshalb bereits vorliegt.
Was die wenigsten Leute wissen und anwenden: Auch bei der (primären) perkutanen Strahlentherapie hat der Patient, genauso wie nach der OP, Anspruch auf die Anschlussheilbehandlung (AHB) in irgendeiner Kurklinik. Diese empfieht sich insbesondere, wenn Nebenwirkungen, egal welcher Art auch immer, auftreten. Die AHB MUSS noch während der Strahlentherapie, spätestens eine Woche nach Beendigung der Therapie, von dem Strahleninstitut bei der ARGE – Arbeitsgemeinschaft für Krebsbekämpfung (Träger der gesetzl. Kranken- und Rentenversicherung im Land ......) beantragt werden. Die "Deutsche Krebshilfe" hat mir bestätigt, dass Strahlentherapeuten solche Anträge nur ungern von sich aus stellen. In solchem Fall besorgst Du Dir das Antragsformular selbst, am besten direkt bei der ARGE (über die Kasse dauert es eine Ewigkeit) und hältst es dem Therapeuten vor die Nase, so lange, bis er unterschreibt.

Wolf berichtete am 19.9.2005 von seiner Erfahrung mit einer Bestrahlung nach nicht kurativer RPE:
im April 2002 wurde bei mir aufgrund der Diagnose PSA 12,9/freies PSA 8,8 und dem Befund:pT3a/Nx/M0, Gleason Score 6 eine radikale perineale Prostatovesikulektomie (PED) durchgeführt. Eine Lymphknotenuntersuchung konnte dabei leider nicht durchgeführt werden, da aufgrund des ursprünglichen Biopsiebefundes (25 Gewebeproben) mit einem Malignitätsgrad G1 und Gleason Score 2 eben per Dammschnittmethode operiert wurde, da (irrtümlich) angenommen worden war, dass sich das Karzinom noch innerhalb der Pr.-Kapsel befindet, was sich im Laufe der Op. dann ja anders darstellte. Eine nachträgliche Lymphknotenuntersuchung per Laparoskopie hatte der Chefarzt wegen überaus starker Blutungen während der Op. und dadurch notwendigem "großräumigem Schneiden" abgelehnt.
Danach erfolgte eine Hormontherapie (HB) mit Fugurel und Trenantone sowie eine Strahlentherapie (ST) mit 35 x 2 Gy, deren Nebenwirkungen bzw. Folgen mittlerweile so diagnostiziert werden (letzter ärztl. Befund: August 2005):
    * Inkontinenz
    * Erektile Dysfunktion
    * Lymphödem
    * Myositis (Muskelerkrankung in den Beinen)
    * intermittierend auftretende Makrohämaturie (Blasen-Einblutung) bei bekannter Strahlenzystitis
    * Analkanalenge nach Radiatio (Enge über 50 %)
    * Osteoporose
    * linksseitige Facettenhypertrophie (LW 5/6)
    * diffuse Signalanhebung des unteren Os sacrums sowie des Os coccygus (Radiatiofolge).
Äußerung der Ärzte (Strahlenklinik, Urologie, Internist, Orthopäde) hierzu: Ich würde leider zu den 3 % der Patienten mit solchen Strahlenschäden in Deutschland gehören. Bezüglich der Blaseneinblutungen gäbe es die Möglichkeit einer Tranexamsäure-Instillation, eine grundsätzliche Behebung der Blutungen sei jedoch nicht möglich. Gegen die Analkanalenge könne man eine Dilatation (Dehnung) durchführen, wobei aber ein Einreißen der Darmschleimhaut nicht auszuschließen wäre, was zu einer weiteren Verengung führen könnte. Hinsichtlich der Lendenwirbel- und Beckenknochenschädigung seien operative Möglichkeiten aufgrund der erfolgten Strahlentherapie ebenfalls fraglich.
Hat jemand ähnliche "Nebenwirkungen" und Erfahrungen im Umgang damit?

Richardo1 fragte am 24.10.2005:
Am 23.08.04 und am 07.09.2004 war ich in Offenbach zur HDR-Brachytherapie. Meine PSA-Werte waren:
Bei Beginn der Behandlung 7,6,
am 23.10.04 1,8,
am 23.11.04 1,2,
am 04.02.05 1,1,
am 04.04.05 0,9,
am 28.06.05 3,0,
am 25.07.05 3,6,
am 28.08.05 5,5 - ab 24.08.05 1 x Casodex (50 mg) täglich,
am 20.09.05 2,7.
Der rapide Anstieg des PSA-Wertes auf 5,5 beunruhigt mich sehr! Gibt es eine Erklärung für diesen rapiden Anstieg des PSA-Wertes?
Urologe fs antwortete am selben Tag:
nach radiologischen Kriterien hat noch KEIN Rezidiv vorgelegen, erst nach DREI PSA-Bestimmungen in DREIMONATIGEM Abstand mit jeweils deutlich höherem PSA als der Vorwert gehen die Strahlentherapeuten von einem Rezidiv aus. Diese Kriterien haben Sie nicht erfüllt, eine Therapie mit Casodex war daher verfrüht und nicht angemessen und macht jetzt die weitere Diagnostik und Entscheidung unnötig schwierig. Es wäre zu überlegen, die Casodex abzusetzen und dann den weiteren Verlauf abzuwarten, wobei der erste Anstieg, bis auf den Vorwert 5, nicht zu werten wäre.
Auf die Frage, was ein "jeweils deutlich höheres PSA als der Vorwert" sei, ergänzte fs einen Tag später:
eine genaue Prozentvorgabe gibt es nicht, aber man(n) nimmt in der Regel 50 % Steigerung zum Vorwert, wenn drei- bis sechsmonatlich PSA bestimmt wird. Das sind die RTOG- (Radiation Therapy Oncology Group) und ASTRO- (American Society for Therapeutic Radiology and Oncology) Vorgaben.
Diese Definition, welche auch von den deutschen Radiologen angewandt wird, ist übrigens mit dafür verantwortlich, dass Strahlentherapie-Verfahren im Studien-Vergleich oft besser dastehen als die OP, die eine scharfe PSA-Grenze hat – wodurch das Rezidiv frühzeitiger definiert ist! Bei vierwöchiger PSA-Bestimmung sind diese Vorgaben natürlich kaum anzuwenden.
Bernt vermutete am 24.10.2005:
vielleicht liegt bei Dir ein sog. PSA-Bounce vor.
Internetfundstelle:
"......Zu berücksichtigen ist der PSA-Bounce, ein vorübergehender Anstieg des PSA meist im zweiten Jahr nach der Seedimplantation aus bisher nicht genau bekannten Gründen. Man vermutet ggf. eine Entzündung, bedingt durch ein Absterben der Tumorzellen als Ursache. Die Prognose wird dadurch nicht negativ beeinflusst, Patienten mit einem PSA-Bounce haben statistisch sogar eine überdurchschnittliche Heilungsrate....."

Barbara schreib am 31.3.2006:
Der norddeutsche Urologe, der kürzlich eine radikale Prostatsektomie bei meinem Mann durchgeführt hat und vor einigen Jahren zu einer Behandlung mit Seeds geraten hatte (wir entschieden uns damals stattdessen für Abwarten und Beobachten – jetzt war es für Seeds ohnehin zu spät) sagte uns jetzt, dass nach seiner Beobachtung bei allen Seeds-Patienten nach ziemlich genau fünf Jahren Probleme mit Durchfall aufträten.

Thomas schrieb am 16.8.2006:
Habe vor knapp 14 Tagen die Seeds implantiert bekommen und dann eigentlich erst richtig realisiert, dass es sich doch um einen heftigen Eingriff handelt. Also gut, gedulde ich mich.
In dieser Zeit hatte ich die unterschiedlichsten Empfindungen.
OK, Wundschmerz kann man in etwa lokalisieren, merkt man auch, wie er weniger wird. Ist jetzt kein Thema mehr.
Nur jetzt nach 14 Tagen wird es meiner Meinung nach schlimmer, anstatt besser. Das Wasserlassen ist eine Qual.
Es beginnt und ich denke: Ah. Aber anstatt zu laufen stoppt es und ich denke: Oh. Das ist dann mit solchem Schmerz verbunden, dass es einem die Tränen in die Augen treibt. Gegen diesen Schmerz versuche ich dann mit Entspannen zu kontern. Und dann tröpfelt es so drei Minuten vor sich hin.
Dann gibt es aber auch wieder Momente, da läuft es zwar nicht wie früher, aber ganz passabel. Ich habe leider noch nicht die Zusammenhänge herausbekommen.
Vielleicht kann mir ja jemand von euch einen, gerne auch mehrere Tipp(s) geben, womit es zusammenhängt, was man dagegen tun kann.

JörgK fragte am 23.8.2006:
bei meinem Bruder wurde nach einer RPE ein Lokalrezidiv festgestellt, das mit einer Strahlentherapie behandelt wurde. Wieviele Wochen nach Beendigung der Bestrahlung müsste das PSA eigentlich auf 0,00 sein, um von einer erfolgreichen Bekämpfung des Rezidivs sprechen zu können ?
WolfhardD antwortete einen Tag später:
bei mir dauerte es 5 Monate von PSA 2,x auf 0,3. Erklärungen dazu unter www.prostata-sh.info, dort im Bereich Infothek im Suchfenster eingeben: PSA-Wert nach Strahlentherapie.
Und errut1 schrieb:
bei mir nach einem Monat = 0 und nach vier Monaten auch = 0.

Heinrich fragte am 27.8.2006:
Ich habe mich nach längerem Überlegen für eine Strahlentherapie entschieden. 1999 habe ich eine sogenannte HIFU-Therapie machen lassen. In den letzten Jahren ist mein PSA-Wert ganz allmählich wieder gestiegen. Ausgangswert nach der HIFU war 0,2, und ist jetzt bei 3,9 Ich mache jetzt eine Hormonbehandlung (Enatone, Ein-Monats-Depot) zeitgleich mit der Bestrahlung. Ich habe Bedenken mit Nebenwirkungen der Bestrahlung und würde gerne wissen, ob es noch jemanden hier gibt, der die Bestrahlung hinter sich gebracht hat, und wie es ihm erging.
pattaschon berichtete am selben Tag:
bei mir wurde sechs Jahre nach einer RP im Mai ein Rezidiv an der OP-Narbe mittels PET diagnostiziert. Danach habe ich im Juli eine Strahlenbehandlung gezielt auf das Rezidiv begonnen, die ich am kommenden Mittwoch nach 37 Sitzungen abschließe. Die NW waren gering. Unangenehm waren lediglich ab der 25. Bestrahlung ein Brennen beim Stuhlgang und ein geröteter und juckender Po. Dieses wurde mit einer Salbe begleitend behandelt. Sonst keine Beschwerden. Habe wie immer Sport gemacht.
Michael:
ich wurde 2004 mit 64,8 Gy bestrahlt nach einer RPE. Habe die Bestrahlung ganz gut überstanden. Abgesehen von etwas Durchfall, gab es keine Nebenwirkungen, da es die ED [erektile Dysfunktion – Ed] bereits nach RPE schon gegeben hat.
Hans (GL):
auch ich habe mich einer Bestrahlung meines Rezidivs unterzogen. Außer etwas Müdigkeit habe ich bis jetzt fast keine Nebenwirkungen.
Erwin schrieb am 28.8.2006:
Ich gehöre zu den "Nur-Bestrahlten" und habe mit dieser Therapie bisher sehr gute Erfahrungen gemacht. Hatte keinerlei Nebenwirkungen. Der PSA Wert pendelt seit langer Zeit zwischen 1,2 und 1,7.
Von etwas anderen Erfahrungen berichtete am selben Tag SHG-Leiter Franz:
Selbst habe ich keine Erfahrungen mit den Nebenwirkungen einer Strahlentherapie, kann aber von Betroffenen aus der Selbsthilfegruppe berichten.
Abgesehen von den Hautrötungen und den leichten Problemen am Po stellen sich doch verhältnismäßig oft nach längerer Zeit merkbare Beschwerden mit dem Darm ein. Es sind Blutungen die teilweise recht kräftig in Erscheinung treten. Ich glaube sagen zu können, dass man diese Nebenwirkungen akzeptieren muss, wenn man sich bestrahlen lässt. Vorbeugen mit entsprechenden Naturmitteln für die Verdauung ist angezeigt.

Patrick berichtete am 12.2.2011:
Für mich begann der Albtraum im August 2004. Mein PSA lag knapp über 3. Im Rahmen eines Krankenhausaufenthaltes wurde auch eine Ultraschalluntersuchung des Bauchbereich gemacht. Dabei wurde im Bereich der Prostata ein auffälliger Bereich festgestellt. Bei der rektalen Untersuchung durch den Leiter der urologischen Station wurde etwas festgestellt..."ja da ist etwas, wir sollten eine Biopsie machen...." Vier Wochen später bin ich dann zur Biopsie. Bei einem mittlerweile angestiegenen PSA von 5,2 waren alle Stanzen befallen. "Entdifferenziertes Adenokarzinom".
Auch ich bin dann erst einmal in ein Loch gefallen, habe mir dann aber gesagt..."du packst das" und habe dann im Internet die verschiedenen Möglichkeiten der Behandlung recherchiert. Habe dann auch diverse Reisen durch die Republik gemacht um mich mit Operateuren und Strahlentherapeuten zu unterhalten.
Im Rahmen dieser Recherchen bin ich dann auf die Klinik am Ring in Köln gestoßen. Terminvereinbarung lief sehr kurzfristig, habe mich dort sehr gut beraten gefühlt. Eine Behandlung mit SEEDS wurde abgelehnt da der Tumor zu weit ausgedehnt war. Bzgl. einer OP hatte ich vorher schon gehört das man ggf. eine Anschlussbestrahlung vornehmen müsste da der Tumor wie o.a. zu groß wäre. In Köln empfahl man mir das HDR Afterlaoding als Behandlung "des lokal fortgeschrittenen PC". Allerdings empfahl man mir, das ich mir die Lymphknoten im Becken entfernen lassen sollte. Nach den Nanogrammen ergab sich nur eine Wahrscheinlichkeit von 10 % das der Tumor gestreut hätte aber das wäre dann für die weitere Behandlung fatal gewesen.
So habe ich mir dann per offenen Bauchschnitt die Lymphknoten entfernen lassen. Drei Tage später konnte ich schon wieder nach Hause. Parallel dazu erhielt ich eine Drei-Monats-Hormonspritze. Dann begann nach Weihnachten 2004 die äußere Bestrahlung im Medizincenter Bonn, insgesamt sieben Wochen lang. Einzige Nebenwirkungen: Etwas verstärkter Harndrang und auch Durchfälle. Unvergesslich bleibt mir Weiberfastnacht 2005, als ich nach meiner letzten Bestrahlung von Bonn mit dem ICE zurückfuhr und dieser mit 1000 Narren gefüllt war, die nach Köln wollten, alle Toiletten besetzt waren und ich musste. Der Zug hätte keine Minute später in Köln einfahren dürfen, dann hätte ich ein großes Problem gehabt. Ansonsten habe ich die äußeren Bestrahlungen ohne jegliche weitere Nebenwirkungen überstanden, bin halbtags noch (freiwillig) arbeiten gegangen um auf andere Gedanken zu kommen und hatte nie das Gefühl gehabt krank zu sein.
Dann kamen die drei inneren Bestrahlungen, das sog. Afterloading. Aus versicherungs(abrechnungs)technischen Gründen musste ich jeweils drei Tage in der Klinik bleiben.
Am Morgen des Afterloading bekam ich eine leichte Beruhigungspille und war jedesmal schon fast weg, bevor ich noch den Arzt zu Gesicht bekam. Die Eingriffe sind in Vollnarkose, um eine ruhige Lage zu gewährleisten. Der Strahlenträger wurde durch den Damm direkt in den Tumor eingebracht und somit erfolgte eine hohe Boostbestrahlung direkt "im Körper meines Feindes". Wie o.a., dieses Procedere musste ich dreimal über mich ergehen lassen, war aber absolut stress- und schmerzfrei. Einzelheiten dazu gibt es unter Google / Afterloading /.
Das Warten auf die ersten PSA-Werte war immer sehr spannend und manchmal, nach den ersten Bounce-Ergebnissen, auch von Zweifel geprägt ob die Entscheidung doch die Richtige war. Heute weiß ich, das sie es, für mich, war. Mein PSA liegt nun bei 0,23. Das Versorgungsamt hat mir mitgeteilt, meine Heilungsbewährung wäre eingetroffen und hat mir die 60 % SB entzogen (hatte ich auch nichts dagegen). Mir geht es gut und ich betrachte mich als geheilt.
Während der gesamten Behandlung hatte ich minimale Nebenwirkungen die sofort nach dem Ende der Behandlung verschwanden.
Dieser Artikel ist keine Werbung für die Brachytherapie. Er gilt als Info für diejenigen, die sich noch in der Entscheidungsphase für eine Therapie befinden und die sollten dann auch alle Möglichkeiten kennen, die es gibt.

Kimaus schrieb am 30.7.2012 unter dem Betreff "Untypische Beschwerden während/nach der Bestrahlung":
Ich suche Betroffene, die eine ähnliche Erfahrung gemacht haben wie ich (Mike), und mir dies schreiben möchten.
Kurze Vorgeschichte:
Ich bin 48 Jahre, sportlich, schlank, Gleasen-Score 3+4=7, Klinisches Tumorstadium vor OP pT2cN0R1L0V0. Im August 2011 wurde bei mir die Prostata entfernt; danach Reha und Hamburger Modell bis Ende Dezember 2011. Prostatakrebs hatte bereits die Kapsel durchbrochen, daher nach der nervschonenden OP kuntinuierlicher Anstieg des PSA auf 0,3 ng/ml. Seit Ende Juni 2012 Bestrahlung. Bisher 25 Sitzungen mit insgesamt 45 Grey. 14 Sitzungen folgen noch.
Die typischen Beschwerden haben sich eingestellt bei mir.
Seit 1. Bestrahlungswoche (BW) extreme Müdigkeit und Abgeschlagenheit.
Seit 3. BW leichte Probleme mit dem Stuhlgang, Darm,
Seit 4. BW Probleme mit der Harnblase (Drang, ab und zu Blase gereizt, gelegentlicher Urinverlust, abends sickert es)
Seit 5. BW starke Probleme mit Schmerzen beim Stuhlgang und dauerhaftes Brennen im Enddarm und Anus; insbesondere rechtsseitig.
Untypische Beschwerden sind ebenfalls aufgetreten.
Ärztin sagte aber ganz klar, dass folgende Schmerzen nicht von der Bestrahlung kommen. Dass diese Beschwerden während der Bestrahlung auftreten, soll reiner Zufall sein. Da es so ein gehäufter Zufall ist, was mich natürlich beunruhigt, möchte ich gern wissen wie Euer Körper reagiert hat und ob ihr Schmerzen hattet die Ihr gar nicht haben dürftet.
Seit Ende der 1. BW werden zum ersten mal seit der OP die Schwellkörper ohne Hilfsmittel gut gefüllt
Seit Ende der 1. BW treten zum ersten mal seit der OP Schmerzen beim Orgasmus auf an der Peniswurzel
Seit 2. BW bildet sich ein dauerhaftes Gefühl im Beckenboden, so als hätte ich da einen kleinen "Ball", beim Gehen spüre ich das kaum; wenn ich liege, gibt es ein leichtes Druckgefühl, beim Sitzen auf einem harten Stuhl ist der "Ball" gut zu spüren, sitze ich auf einem weichen Untergrund (Sofa oder PKW) ist es ab einer halben Stunde unangenehm.
Seit 2. BW leichtes unspezifisches ziehen im Zentrum der Bestrahlung.
Seit 3. BW gelegendliches leichtes ziehen im Unterbauch.
Seit 4. BW ausgehend vom "Ball" 3 bis 5 mal am Tag ein stechender Schmerz in den Beckenboden (rechts ausstrahlend).
Seit 4. BW starkes ziehen im Unterbauch etwa auf der Höhe der horizontalen Vermessungslinie; links und rechts neben dem Schambein, gelegendlich auch noch etwas höher ziehend Druckschmerz bei leichte Drücken mit der Hand.
Seit 5. BW am Wochenende erstmals deutlich spürbarer dumpfer Schmerz in beiden Hüften etwa 1 cm über der horizontalen Vermessungslinie; erst nur gelegendlich, seit zwei Tagen bleibt der Schmerz; Schmerzen ziehen sich seit heute Abend bis runter zu den Knien hin; Schmerzen sind unangenehm aber nicht dramatisch.
Und jetzt reichen mir die ganzen Zufälle und wende mich mal an Euch! Kennt jemand diese oder andere untypischen Beschwerden? In den Studien der Unis habe ich nichts dergleichen gefunden.
"Der Strahlentherapeut" Daniel Schmidt antwortete einen Tag später:
Diese Beschwerden sind typisch während einer Bestrahlung und sind durch eine Nervenreizung aufgrund der Bestrahlung erklärlich. Sie sollten wieder verschwinden, wenn die Bestrahlung vorbei ist (oder ein paar Wochen danach spätestens). Während einer Bestrahlung rate ich meinen Patienten, wenn möglich auf Geschlechtsverkehr zu verzichten. Dieser kann nämlich zu einer verstärkten Reizung der Harnröhre führen und darüber hinaus bestehende Nervenreizungen verstärken.
Kimaus fragte zurück:
Klingt in der Tat beruhigend. Vielen Dank für die Information. Kennen Sie zufällig den Grund warum so etwas nicht im Aufklärungsbogen auftaucht? Und was kann meine Ärztin (für die Zeit der Bestrahlung) für ein Interesse haben, so eindringlich zu behaupten, das diese - aus ihrer Sicht - so untypischen Beschwerden nichts mit der Bestrahlung zu tun haben. Da kann sich doch schnell das Gefühl entwickeln nicht ganz ernst genommen zu werden. Kann ich meine zuvor geschilderten typischen "untypischen" Beschwerden auch in öffentlichen Puplikationen wiederfinden?
Worauf Daniel Schmidt antwortete:
In der Tat ist das etwas, was in vielen Aufklärungsbögen nicht auftaucht. Allerdings ist der Aufklärungsbogen auch nur eine Orientierung und sollte vom Arzt individuell um weitere Aspekte ergänzt werden. Im Aufklärungsbogen, den wir in unserer Klinik haben, steht immerhin ein Satz zu "Missempfindungen im Beckenbereich".
Publikationen zu ihren Beschwerden kenne ich keine.
Am 31.7.2012 berichtete auch Jürgen von seinen Erfahrungen:
Zur Zeit bin ich in der 2. Woche Strahlentherapie. Meine OP liegt acht Jahre zurück. Nun hat sich ein Rezidiv gebildet. Es wurden zwei Tumoren bei einem PSA-Wert von 0,22 ng/ml festgestellt. Ich erhalte 43 Bestrahlungen à 1,8 Gy. Die Gesamtstrahlendosis beträgt 77,4 Gy. Davon entfallen 72 Gy direkt auf die beiden Tumoren und 5,4 Gy auf die Loge, die im Anschluss großflächig bestrahlt wird.
Nebenwirkungen habe ich gar keine. Nicht eine von dir genannte trifft auf mich zu. Ich spüre weder von der eigentlichen Bestrahlung, noch von irgendwelchen Nebenwirkungen etwas. Probleme gibt es keine! Es geht mir sehr gut.
Vielleicht hängt es auch mit der Art der Bestrahlung zusammen, die unterschiedlich sein kann und somit auch die Nebenwirkungen. Ich werde mit einem IMRT-RapidArc bestrahlt. Eine sehr schonende Bestrahlung mit sehr wenigen oder gar keinen Nebenwirkungen.
klasch40 schrieb am 6.5.2013:
Meine Strahlentherapie, nach RPE in 04/2008, mit 37 x 1,8 G (66,6), war am 17. März beendet. Außer Brennen beim Stuhlgang ab der 29. Bestrahlung gab es keine weiteren relevanten Nebenwirkungen - bis jetzt.
Nun stellt sich nach sechs Wochen so etwas wie eine leichte Stuhlinkontinenz ein. Der Stuhl ist nicht mehr fest und es gibt, wenn auch nur ganz gering, einen unkontrollierte Abgang (Schmierstuhl). Hat jemand im Forum ähnliches erlebt oder kann mir einen Rat geben?
BurgerH antwortete einen Tag später:
Das ist fast "normal", wird sich aber in der Regel nach einiger Zeit von alleine beheben!
Und Jacekw schrieb am 8.5.2013:
Nebenwirkungen der externer Strahlentherapie
– Drang zur Entleerung der Harnblase, Harnverhalt,
– Stuhldrang, Schleimausscheidung, Blut im Stuhl
– Verspätete Verlust der Potenz, nach zwei Jahren bei 60 % Bestrahlten,
– Seltene Spätfolgen: Blasen-/Darmfisteln, Schrumpfblase
– Risiko für sekundäre Tumoren (Tumoren, die ihren Ursprung nicht in der Prostata haben) nach 10 Jahren steigt
– Nach fünf bis acht Jahren Risikozunahme für ein Harnblasenkarzinom von 50 %, für ein Rektumkarzinom von 70 %
willho schrieb am 9.5.2013:
nach einer Strahlentherapie entstehen evt. im Darm Entzündungen, die über kurz oder lang zu Nekroisen führen können. Diese Nekrosen (kleine Schleimhautepithelien) werden dann nach einiger Zeit mit der verdauten Nahrung, insbesondere bei ballasthaltiger Kost, mit abgerissen und so können leichte Blutungen an der Wand entstehen, die dann mit dem Stuhl abgetragen werden. Nicht unbedingt zur Beunruhigung, sollte aber beobachtet werden. Ebenso die Farbe des Abgangs.
Und hungrigerhugo berichtete am 13.5.2013:
Habe nach einer Brachy am 15.1.13 seit ca. drei Wochen permanenten Durchfall, mit mindestens einmal täglich sehr starkem Stuhldrang, so daß ich immer, wenn ich auch unterwegs bin, nach City Toiletten (Berlin) Ausschau halte. Beim Querlesen scheint die NW Durchfall bei der Brachy leider nicht unnormal zu sein.
Mein Urologe hat mir jetzt Colifoam verschrieben,nehme es seit gestern werde berichten über evtl. Erfolg.
klasch40 fragte am 20.5.2013 unter dem Betreff „Kann PSA 8 Wochen nach Ende RT noch weiter sinken?“:
Acht Wochen nach Ende meiner RT, ist der PSA-Wert von 0,41 vor RT auf 0,1 ng/ml gesunken. Gibt es Erfahrungen im Forum ob in den nächsten Wochen ein weiterer Rückgang möglich ist?
Urologe antwortete am 22.5.2013:
Ich habe durchaus bis drei Jahre nach Bestrahlung kontinuierlich fallende PSA-Werte gesehen (bei erhaltener Prostata).
Volkmar schrieb am 23.10.2013 unter dem Betreff "Selbst erfahrene Spätfolgen nach Strahlentherapie der Prostataloge und Becken LK":
Spätfolgen: chologene [durch den Übertritt von Gallensäuren aus dem Dünndarm in den Dickdarm verursachte – Ed] Diarrhoe
12/2008-2/2009 wurde bei mir die Prostatloge und der pelvine Lymhabfluss bestrahlt. Es traten bereits nach 14 Tagen heftige Durchfälle auf, welche sich mit 3x1 Loperamid beherrschen ließen. Durchfälle sehr wässrig, explosiv und übelriechend. Nach Abschluss der Bestrahlung immer wieder Durchfall, meist nach der Hauptmahlzeit. Dieser kündigte sich durch starken Analdruck an, explosionsartig, sehr wässrig, übelriechend, gleicher Geruch wie bei der Bestrahlung. Arztkonsultationen mit dem Hinweis, ob hier mögliche Bestrahlungsfolgen vorliegen könnten, wurden verneint. Es erfolgten Stuhluntersuchungen, Coloskopie, Ausschluss Zöliakie, Ausschluss Lactoseintoleranz und Ausschluss neuroendkriner Tumoranteil, sämtliche Ergebnisse ohne auffäligen Befund.
Eigene Recherchen brachten mich auf die richtige Fährte. In einer Tabelle über Ursachen von Diarrhoen fand ich den Begriff chologene Diarrhoe, das Internet führte mich zu einem Artikel der Habichtswaldklinik Kassel, wo die chologene Diarrhoe ausführlich beschrieben wird. Normalerweise werden 90 % der Gallensäuren im unteren Dünndarmabschnitt (Ileum) wieder resorbiert und zur Leber rücktransportiert. Nach Bestrahlung diese Bereiches führt dies zu lang anhaltender Entzündungsreaktion.
(Strahlencolitis) Der Großteil der Gallensäuren gelangt in den Dickdarm, reizt diesen, es kommt zu starken Durchfällen, "der cholegenen Diarrhoe" (durch Gallensäuren bedinger Durchfall). Zur Behandlung wird Cholestyramin-Pulver, aufgelöst in Wasser empfohlen, das die Gallensäuren bindet. Seit der Einnahme von 4 g Cholestyramin-Pulver (ein Beutel) ¼ Stunde vor dem Mittagessen bin ich von den lästigen Durchfällen befreit.