Der Extrakt aus dem
Prostatakrebs-Forum
von KISP
und BPS
Therapie-Erfahrungen
– Bestrahlung
- [Bis
auf Weiteres sind auf dieser Seite alle Erfahrungen mit
Strahlentherapien zusammengefasst, also Erfahrungen mit Seeds
(= LDR-Brachy), Afterloading (= HDR-Brachy), IMRT usw.
-
Die
hier geschilderten Therapie-Erfahrungen können keine
statistische Aussage über Erfolg oder Misserfolg bei dieser
Therapie liefern. Es handelt sich ausschließlich um
Einzelerfahrungen.
-
Eine
hervorragende Übersicht über die Erfahrungen zahlreicher
Patienten mit diversen Behandlungsformen bietet die Seite
myProstate.eu.
-
– Ed]
- Wolfgang
schrieb am 2.8.2002:
-
bei
mir war es so: Mein Urologe hat zwar auch die Entfernung der
Prostata als Königsweg bezeichnet, aber auch andere
Behandlungsformen bis zum "wait and see" vorgeschlagen.
Ich habe mir dann über das Internet viele Informationen geholt
und bin auch in die SHG in München gegangen. Auch hier gab's
einen Königsweg, die DHB!
-
Nachdem
ich alle Kliniken in München abgeklappert hatte und mit meinen
"Erstgesprächen" die Urologen und Radiologen nervte,
entschloss ich mich zur Bestrahlung (trotz der mir bekannten
Nebenwirkungen). Ich wollte den Krebs nicht nur verwalten, sondern
killen! Auf eigenen Wunsch machte ich vorher eine 6-monatige
2-fach-Hormonbehandlung (Casodex + Enantonespritzen) um das
Bestrahlungsfeld zu verkleinern. Die Bestrahlung wurde in der
Strahlenklinik der Universitätsklinik Großhadern im
Nov/Dez. 2001 mit 71 Gray durchgeführt. Ich habe die 7 Wochen
gut überstanden. Selbstverständlich wurde die Therapie mit
MRTs begleitet. Auf meinen Wunsch hin wurde das Strahlenfeld so
klein wie möglich und so groß wie nötig gehalten.
Die Lymphknoten wurden nicht mitbestrahlt. Die
"Bestrahlungsmaschine" war auf dem neuesten Stand und hat
mit den älteren, Schrecken verbreitenden Bestrahlungsapparaten
nichts mehr zu tun. Inzwischen wurden weitere 2 MRTs gemacht und
vierteljährlich der PSA-Wert bestimmt. Mein Urologe und auch
ich sind sehr zufrieden. Der Wert von letzter Woche: 0,028 ng/ml!
Da Krebs sehr tückisch sein kann, bin ich mir im Klaren, dass
noch eine lange Beobachtungszeit nötig ist, um sagen zu können:
der Krebs ist besiegt. Gerne werde ich dann wieder berichten.
- Jürgen
fragte am 22.9.2002:
-
Wer
hat Erfahrung mit Nebenwirkungen nach Strahlentherapie?
-
Im
August 02 habe ich mich einer totalen Prostatektomie unterzogen, die
Histologie ergab einen Kapseldurchbruch, nun wird mir zu einer
Strahlentherapie geraten, wie sind die Erfolgsaussichten? Wie hoch
das Risiko der Nebenwirkungen?
-
Ludwig antwortete
am 22.9.2002:
-
die
Erfolgsaussichten der Strahlentherapie (Chance eines Lokalrezidivs)
kannst Du mit Deinen Biopsiewerten mit Hilfe eines Rechenprogrammes
der Partin-Tabellen unter http://urology.jhu.edu/Partin_tables/
abchecken.
-
Ob
bei einem weiteren PSA-Anstieg mehr ein Lokalrezitiv oder
Fernmetastasen Urheber sind, kannst Du später durch einen
Jahres-PSA-Verlauf mit dem Partin-II-Programm unter
http://www.prostate-cancer.org/tools/software/partin2.html
ermitteln [Uwe
wies darauf hin, dass es dazu hier auch die Seite
http://www.prostatakrebse.de/themen/0067.htm
gibt.
- Ed].
-
Wahrscheinlich
wirst Du Dich mit dem Gedanken einer adjuvanten Hormonblockade
vertraut machen müssen wegen der Wahrscheinlichkeit einer
systemischen, den ganzen Körper betreffenden Erkrankung. Aber
das hat man dir sicher schon gesagt.
-
Wolfhard teilte am
26.9.2002 seine Erfahrung mit:
-
Bei
mir wurde ein Rezidiv bestrahlt. Nebenwirkungen waren eine zeitlang:
Durchfall, gereizte Blase - häufigeres Wasserlassen,
schmerzhaftes Jucken am Darmausgang; Mattigkeit. Ging innerhalb 2
Monaten nach der Bestrahlung wieder weg; geblieben ist ein kleines
Stuhlproblem. Der Darmquerschnitt scheint sich verändert zu
haben.
- Bernhard
schrieb am 26.11.2002 unter dem Betreff "LDR-Brachytherapie,
erstes Ergebnis":
-
ich möchte an
dieser Stelle einmal positives Feedback einer bisher erfolgreichen
Brachytherapie geben.
-
LDR-Brachytherapie,
PKG und Ergebnisse drei Monate nach der Behandlung:
-
Diag: 02.11.2001;
aPSA 7,303; freies PSA 1,415 Quotient 0,19
Ther: 19.03.2002;
Erste Hormonspritze Trenantone
Diag: 17.04.2002; PSA 9,2
Ther:
24.06.2002; Zweite Hormonspritze Trenantone
Ther: 27.06.2002;
LDR Brachytherapie, Seed-Implantation
Diag: 30.09.2002; PSA 0,027
3 Monate nach der Seed-Implantation -
Bisher habe ich meine
Entscheidung für die Brachytherapie nicht bereut. Falls jemand
noch Fragen zu meinem Fall hat oder an meiner PKG interessiert ist,
stehe ich für weitere Informationen zur Verfügung (auch
gerne telefonisch 02801/1215).
- Niels
schrieb am 27.1.2003:
-
Vor ca. 4 Monaten
wurde bei mir die Seed-Implantation durchgeführt. Bisher hatte
ich wenig Beschwerden, ausgenommen die Auswirkungen einer leichte
Reizblase. Bei mir wurden ca 37 Implantate Jod 125 gesetzt. Jetzt
habe ich das erste Ergebnis des PSA-Wertes von 0,2 ng/ml. Der
Wert sollte bei der Seed-Implantation kleiner 1 sein. Außerdem
wurde mir im Klinikum Mannheim empfohlen, kein hoch dosiertes
Vitamin E zu nehmen. Stuhlbeschwerden kenne ich nicht. Auch sonst
fühle ich mich ausgesprochen gut. Aber die Auswirkungen der
Strahlen können noch 2-3 Jahre anhalten, aber nach einem Jahr
sollte das Gröbste überstanden sein. Auch von der Potenz
her klappt es noch.
- Helmut
fragte am 12.7.2003:
-
ich
habe mir vor vier Wochen Seeds implantieren lassen. Es ging mir
danach gut. Keine erwähnenswerten Beschwerden. Nach fünf
Tagen habe ich bereits wieder Fußball gespielt. Jetzt habe ich
aber doch ein Problem.
-
Das
Pinkeln macht mir große Beschwerden. Ich muss mindestens
einmal pro Stunde (auch nachts). Und dann schaffe ich mit starkem
Pressen und Brennen nur einen sehr dünnen Strahl oder ein paar
Tropfen. Es ist wirklich qualvoll. Ich weiß, dass das zu den
Nebenwirkungen der Therapie gehören kann. Es gibt sicher
einige, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben und mir
vielleicht ein paar Tips geben können.
-
Wann
wird es wieder besser? Gibt es Medikamente oder Verhaltensweisen die
helfen?
-
Uwe
antwortete am selben Tag:
-
die
Seeds vergrößern das Prostata-Volumen, und manchmal wird
dadurch auch der prostatische Harnleiter enger, so dass Du
Pinkel-Probleme hast. Allerdings hört sich Deine Beschreibung
eher so an, als wenn Du durch die Seeds eine Abwehrreaktion der
Prostata oder durch die Implantation eine Entzündung in der
Prostata hast. Wende Dich sofort an den Arzt, der die Seeds
impantiert hat, und beschwere dich über die Negativ-Wirkung.
-
Richard
gab am 13.7.2003 den Tipp:
-
Das
Medikament Omnic 0,4 mg 1 x abends hilft etwas.
- Bernhard
lieferte am 12.7.2003 den folgenden Erfahrungsbericht:
-
LDR-Brachytherapie,
Ergebnisse nach einem Jahr
-
ich
möchte an dieser Stelle einmal positives Feedback einer bisher
erfolgreichen Brachy-Therapie geben.
-
LDR-Brachytherapie,
PKG und Ergebnisse zwölf Monate nach der Behandlung:
-
Diag:
02.11.2001; aPSA 7,303; freies PSA 1,415 Quotient 0,19
Biop:
22.11.2001; 6-fach fingergeführt G1; GS (2+3); cT1cNxMx
Diag:
19.03.2002; Prostatavol. 60 g
Ther: 19.03.2002; Erste
Hormonspritze Trenantone
Diag: 17.04.2002; PSA 9,2
Ther:
24.06.2002; Zweite Hormonspritze Trenantone
Diag: 27.06.2002;
Prostatavol. 38 g
Ther: 27.06.2002; LDR Brachytherapie,
Seed-Implantation 3 Stunden in Köln (8.855 Euro)
Diag:
30.09.2002; PSA 0,027; 3 Monate nach der Seed-Implantation
Diag:
06.01.2003; PSA 0,008; 6 Monate nach der Seed-Implantation
Diag:
27.03.2003; PSA 0,077; 9 Monate nach der Seed-Implantation
Diag:
24.06.2003; PSA 0,192; 12 Monate nach der Seed-Implantation -
Bisher
habe ich meine Entscheidung für die Brachytherapie nicht
bereut. Falls jemand noch Fragen zu meinem Fall hat oder an meiner
PKG interessiert ist, stehe ich für weitere Informationen zur
Verfügung (auch gerne telefonisch 02801 – 1215).
- Manfred
schrieb am 15.11.2003:
-
Hallo, ich habe vor 12
Monaten in Leipzig die Brachytherapie machen lassen. Nach 6 Monaten
lag mein PSA bei 1,5, nach 12 Monaten bei 1,4. Ausgangswert war 6,0.
Ich habe keinerlei Beschwerden und hoffe, dass es recht lange so
bleibt.
-
Bei der "Kontrolle"
am 12. November sagte mir die Ärztin, dass der Verlauf im
Normalbereich ist. Da ich keine Beschwerden habe, wurde auf eine
Untersuchung verzichtet.
-
Schade, dass so wenig
Männer rechtzeitig von dieser Methode erfahren! Für
"meinen" Urologen bin ich auch ein Exot, der sich seiner
Meinung widersetzt hat. Wenn ich nur einen Besseren wüsste!
- Peter
schrieb am 17.1.2004:
-
ich habe diese
Brachy-Therapie mit Seeds vor ca. vier Wochen bei Dr. Block in
Vaterstetten bei München ambulant machen lassen.
-
War abends wieder zu
Hause, hatte einen Tag Urlaub und war dann wieder im Büro.
-
Eine Woche leichtes
Brennen beim Wasserlassen, was man aber mit ALNA-Tabletten gut in
den Griff bekam und ansonsten geht es mir tadellos ohne Beschwerden.
Keine Inkontinenz, keine Impotenz. Wie das Ganze wirkt werde ich
erst im März bei der nächsten PSA-Bestimmung erfahren.
Kann die Brachy nur empfehlen. Die meisten Urologen sind zwar für
die radikale Tour. Aber auch dabei gibt es immer wieder Rückfälle.
-
Über Dr. Block
kann man auch im Internet nachlesen, wenn man "Block
Vaterstetten" in eine Suchmaschine eingibt.
- Jörg
schrieb am 19.3.2004:
-
ich habe meine Brachy
bei Dr. Baumer (Strahlentherapie) im Theresienkrankenhaus in
Nürnberg machen lassen. Vorher zwei Monate Androcur und
Zoladex, danach ein weiteres halbes Jahr Hormone.
-
Ich habe nichts
bereut, mir gehts "saugut", habe kaum Nebenwirkungen und
kann Klinik und Doc weiter empfehlen.
-
Schwierigkeiten habe
ich nur mit der Finanzierung – meine BKK Mobil Oil hat bisher
(Brachy 9/03) noch nicht bezahlt – aber: lassen wir uns nicht
unterkriegen.
- Manfred
schrieb am 20.3.2004:
-
Bin 64 und erhielt vor
8,6 Jahren PK-Diagnose. Habe mich ½ Jahr später der
After-Loading-Therapie in Berlin unterzogen, da der PSA-Wert nach
der Bestrahlung aber wieder anstieg, kam nur noch Total-OP vor genau
sieben Jahren in Frage. Zur Behandlung der Knochenmetastasen:
monatliche Aredia-Infusionen und tägliche Einnahme von
PC-Spes/PC-Hope (z. Z. 4 Kapseln, PSA ca. 6,5). Mit Impotenz
und Inkontinenz als OP-Folge kann ich leben, was mich aber mehr und
mehr quält, sind Schmerzen im Blasenbereich beim Sitzen. Dabei
scheint die Blase besonders auf Kälte und Druckreiz zu
reagieren. Ich vermute, dass die Bestrahlung eine Verhärtung
der Blasenwand bewirkt hat ("Schrumpfblase") und das
Narbengewebe (infolge der OP) immer empfindlicher wird. - Ich
hantiere mittlerweile mit Wärmepulle und Sitzringen rum, habe
aber gleichzeitig den Eindruck, dass die Schmerzen chronisch werden.
-
Ich habe mich bisher
tapfer 'geschlagen', werde aber immer resignierter, weil ich kein
'Licht' am Horizont sehe. Bin auf die FORUM-Beiträge zur
Inkontinenz und Schließmuskel-OP gestoßen und erhoffe
mir nun ein paar Erfahrungen, Wege, Auswege anderer Betroffener.
- Gerhard
(US) schrieb am 30.5.2004:
-
Hier mein neuster Wert
mit Prostata-Historie:
-
07/1998 PSA 5.78
02/1999
PSA 3.82
01/2001 Dx: PSA 7.60, T1c, Gleason 6
In
diesem Zeitraum bekam ich zwei Spritzen, die Hotflashes und
Brustschwellungen
zur Folge hatten. Mein Urologe sagte, er wolle
die
Prostata verkleinern um die Strahlenwirkung zu erhöhen. PSA
wurde
nicht
gemessen, aber Ultraschallmessungen wurden
durchgeführt.
Dosis
und Medikament kenne ich leider nicht.
06/2001 Externe
Bestrahlung(5 Wochen)
07/2001 Prostata Brachytherapie
06/2002
PSA 0.15
11/2002 PSA 0.29
05/2003 PSA 0.39
08/2003 PSA
0.24
05/2004 PSA 0.10 -
Mein Onkologe sieht in
dem PSA-Buckel die Überlagerung zweier Effekte:
-
Anfangs noch
vorwiegend die Wirkung einer vorausgegangenen Hormonblokade zur
Verminderung des Prostatavolumens, deren Wirkung nachlässt. Der
zweiten Abfall ist dann das Ergebnis der beiden Strahlentherapien.
-
Fridolin
kommentierte am selben Tag:
-
Ich habe mich bei der
Therapiesuche auch für die Brachy - Therapie interessiert. Man
sagte mir damals bei einem GS 3+4 =7, ich sollte zuerst eine 6
monatige ADT2 durchführen. Nachdem mir klar war, dass es sich
bei GS 7 und aPSA 5,31 ng/ml (aggressive PC schütten
manchmal wenig PSA aus) um ein middle risk Carcimom handelt
(Streuung nicht ausgeschlossen), habe ich mich für die DHB
entschieden. Ich dachte wenn die Medizinische Hochschule in Hannover
schon auf eine 6monatige ADT2 besteht, warum nicht gleich eine ADT3
eben 13 Monate.
-
Aber Deine Werte sind
schon beeindruckend. Ich wünsche Dir, dass es noch mindestens
50 Jahre so bleibt. Würde Dir aber trotzem raten, ab und zu die
Leberwerte und alle 12 Monate die Krebsmarker abzurufen.
-
Und Christian,
ebenfalls am selben Tag:
-
der Urologe hat
hoffentlich auch die soliden Studien gelesen, die einen erheblich
besseren Langzeiterfolg bei einer kombinierten Strahlentherapie mit
Hormonblockade nachweisen. Das gilt für externe Bestrahlung und
die Seeds.
-
Von der Brachytherapie
sind grundsätzlich wesentlich günstigere, d.h. weniger
Nebenwirkungen auf die Lebensqualität bis zum Ende des Lebens
zu erwarten, als bei einer Prostatektomie.
-
Sie sollten sich
unbedingt alle Papiere, die über Ihre Krankheit existieren, als
Kopie aushändigen lassen. Auch und besonders in den USA hat der
Patienten ein Recht darauf.
-
Mit allen Ihren
Komponenten sind Sie der geringen Risikogruppe zuzuordnen. In dieser
Situation hätte eigentlich etwas mehr Diagnose erfolgen sollen,
um über den Charakter des Krebses etwas mehr zu erfahren. Sie
hatten jedenfalls vollkommen richtig gehandelt, im Jahre 98
überhaupt nichts zu unternehmen, in 99 war der PSA-Wert
gefallen und ob die 7,6 ng/ml des Jahres 01 auf den Krebs
zurückzuführen waren, wäre auch noch zu hinterfragen
gewesen. Es gibt eben auch den klinisch nicht relevanten
Prostatakrebs, der nie einer Behandlung bedarf. Davon wird aber den
Patienten gegenüber in den aller meisten Fällen nichts
erwähnt. Nur Hackethal war so fest davon überzeugt, dass
dieser klinisch nicht relevante PK so häufig vorkommt, dass man
überhaupt nicht zum Uro gehen sollte. Das geht natürlich
auch nicht.
-
Die Überlegung
von Fridolin kann ich nachvollziehen. Jetzt kommt es bei Ihnen auf
den weiteren Verlauf des PSA-Wertes an. Es sieht eigentlich alles
ganz gut aus. Ich wünsche Ihnen, dass der Krebs völlig
verschwunden ist, dass die Brachytherapie Sie geheilt hat. Bei Ihren
Ausgangswerten haben Sie ein gute Chance.
-
Gerhard (US)
schrieb, immer noch am 30.5.2004, an beide zurück:
-
Zunächst vielen
Dank für die lieben Glückwünsche. Ich habe mit
Absicht den Titel nicht "3-jähriges Jubiläum"
genannt, denn Jubel ist bei dieser Krankheit kaum angesagt.
Nebenbei, ich wäre in 50 Jahren 119 Jahre alt und hätte
nur eine geringe Chance mich bei Fridolin erneut zu bedanken, denn
auch er wäre dann 112.
-
Eigentlich wollte ich
nach meinem anfänglich moderaten PSA-Vorlauf noch weiter auf
"Abwarten" bestehen, aber als der PSA-Wert dann im Jahre
01 auf die 7,6 ng/ml anstieg, bat mich mein Urologe doch meine
(schlechte) medizinische Familiengeschichte noch weiter zu
detaillisieren.
-
Diese und die positive
Stanzbiopsie zogen dann eine Kernspintomographie und
Computertomographie nach sich, die zum Glück beide negativ
ausfielen. Er stellte mir dann entweder die Resektion oder Branchy
zur Auswahl. Ich wurde von ihm hierzu zunächst bestens beraten.
-
Ich frug ihn dann
aber, was er in meiner Stelle wählen würde ? Diese
Entscheidung nahm er sehr ernst und wirklich nicht leicht und ich
hatte das Gefühl, daß er es lieber gehabt hätte,
wenn ich es selbst entschieden hätte. Heute denke ich, er
wählte zum Glück die Brachytherapie.
-
Ja ich gebe Euch
recht, dass ich alle Details meiner Krankheit kennen sollte - ich
werde mich in Zukunft mehr darum bemühen, jedoch ist dies in
Deutschland viel leichter als hier, allein weil es in Deutschland
"üblich" ist.
-
Zwischen Deutschland
und den USA gibt es erhebliche Mentalitätsunterschiede, auf die
ich hier nicht im einzelnen eingehen möchte.
-
Christian spricht vom
Recht des Patienten, Fridolin wählte das Thema "Der
mündige Patient", Dr. Strum spricht vom "Empowered
Patient". Empowered heißt gesetzlich ermächtigt oder
autorisiert und vielleicht auch besser mündig, denn der
Unmündige wird selten autorisiert und findet kaum sein Recht.
-
Danke für alle
Hinweise und dafür, dass Ihr auch diese Themen bestens
vertretet.
-
I wish you low PSA`s.
-
Gerhard (H) schrieb
einen Tag später:
-
etwas neidisch
betrachte ich deinen PSA-Wert schon. Mein letzter Wert im Febr. war
0,4 ng/ml, ebenfalls nach 3 Jahren. Da mein Uro sagt , dass das
Pendeln des PSA normal ist (weil wir ja die Prostata noch haben),
der Wert sollte aber unter 1 bleiben. Ich hoffe sehr, dass er Recht
hat und wünsche Dir weiterhin alles Gute.
- Peter
fragte am 5.6.2004:
-
Ich hatte im Dezember
2003 PSA 9,4 und habe dann eine LDR Brachy Therapie durchführen
lassen. Im März 2004 betrug der PSA 2,4 ng/ml. Frage: Ist
dieser Abfall des PSA Wertes im normalen Bereich oder hätte er
schon tiefer sein können bzw. müssen?
-
Ansonsten fühle
ich mich sehr gut, mit der Ausnahme das ich etwas häufiger zu
Toilette muss. Aber von Inkontinenz keine Spur.
-
Gerard (US)
antwortete ihm am selben Tag:
-
Es besteht kein Grund
zur Besorgnis.
-
Das renomierte
Seattle-Prostatainstitut schreibt, daß man überall liest,
dass Patienten, die nach der Brachy oder externen Bestrahlung einen
PSA unter 1,0 ng/ml erreichen, bessere Aussichten haben. Sie
hätten aber auch Patienten in Seattle, die nach der Behandlung
gleichbleibende PSAwerte über 1,0 erreichten.
-
Interessant ist - laut
Seattle-Prostatainstitut - folgendes Postulat:
-
Fällt bei einem
Mann der PSA durch die in-/externe Bestrahlung von 8,0 auf 2,0 und
bleibt er bei 2,0, so ist das genauso ein Erfolg wie bei einem
anderen Mann der durch die in-/externe Bestrahlung von 7,0 auf 0,5
fällt und dort verharrt
-
Bei der Bestrahlung
werden nicht alle Krebszellen sofort zerstört, sondern nur die
Struktur der Krebszellen und deren Mechanismus, der es dem Krebs
erlaubt zu wachsen und sich auszubreiten. Die Krebszellen werden
schwach und sterben ab. Der bestrahlte Patient stellt fest, dass
sein PSA allmählich über 1 bis 4 Jahre auf seinen
persönlichen Niedrigstwert sinkt. Bestrahlte Patienten, die
einen niedrigen PSA erreichen und dort einige Jahre verharren,
gelten heute als vom Krebs geheilt. Dieser Rest-PSA im Blut kommt
von gesunden Prostatazellen und ist kein Alarmsignal.
-
Diese PSA-Kriterien im
engeren Sinne gelten natürlich nur für uns
In-/Extern-Bestrahlten. Die Radikaloperierten, die HBler und andere
haben ihre eigene Kriterien:
-
Der Chirurg betrachtet
eine Radikaloperation dann als erfolgreich, wenn der PSA auf 0,0
geht. Dies ist im Frühstadium des Prostatakrebses eine
vernünftige Erwartung, denn man sollte davon ausgehen, dass der
gesamte Krebs mit der Prostata entfernt wurde.
-
Man nimmt an, dass ein
Anstieg auf 1,0 oder darüber durchaus darauf zurückzuführen
sei, dass gesunde Prostatazellen nachwachsen. Bekanntlich wächst
die Prostata ja auch noch im Alter, was zur "normalen"
Prostatavergrösserung führt, bekannt als BPH (benign
prostatic hypertrophy/hyperplasia). Patienten die vor der
in-/externen Bestrahlung an BPH (Alte-Männer-Krankheit) litten,
sind danach die Kandidaten für PSA-Werte über 1,0. Die
haben aber deswegen keinen Krebs.
-
Wenn also die Höhe
des PSA also kein Maß für den Behandlungserfolg ist,
empfiehlt die American Society of Therapeutic Radiation Oncology,
als Kriterium die "drei PSA-Anstiege in Folge" als
Kriterium für den eventuellen Misserfolg der Behandlung.
-
Für mehr Info
klicke:
-
http://www.seattleprostateinst.com/aboutseedimplantation11.htm
-
Die Herren von Seattle
haben kürzlich ein Buch geschrieben mit:
-
In-depth coverage of
radioactive seed implantation therapy, the most promising new
treatment currently available.
-
http://www.seattleprostateinst.com/Book.htm.
- Klaus
(A) berichtete am 12.6.2004 auf eine Anfrage hin von seiner
Erfahrung mit RPE und Bestrahlung sowie Ernährung:
-
* 11/1994 PK im Rahmen
Vorsorgeuntersuchung festgestellt (Tasten, Biopsie); Jahrgang 1940;
aPSA war 7,6 ;
-
* 02/1995 RPE im
Klinikum Aachen - OP über Damm nach vorheriger laparoskopischer
Lymphknotenentnahme und Untersuchung; Stadium T2a N0 M0, Gleason
3+3;
-
* OP sehr gut
verlaufen, sofort kontinent, nach zwei Wochen wieder voll (ohne jede
Reha) gearbeitet;
-
* PSA ging schnell
gegen Null;
-
* PSA blieb für 4
Jahre bei 0,05 (war damals Nachweisgrenze), hatte das immer als
"Null" angesehen und betrachtete mein Problem als für
immer gelöst;
-
* PSA Anstieg 1999 (5
Jahre nach OP) auf 0,1; Ende 2000 Anstieg auf 0,15; dann plötzlich
im Jahr 2001 wird Anstieg viel steiler - Ende 2001 PSA = 0,7 !!
-
* Habe in 2001 ein
halbes Dutzend Fachleute kontaktiert in GE und USA; alle (incl. Dr.
Strum) empfahlen mir sofortige konformale Bestrahlung der
Prostataloge ohne weitere Diagnostik, da aufgrund des Zeitverlaufes
des PSA-Anstieges die Wahrscheinlichkeit eines Lokalrezidivs sehr
groß sei;
-
* wurde im Nov/Dez
2001 an Uniklinik Köln konformal über 36 Sitzungen mit
Gesamtdosis von 63 Gray bestrahlt; hatte während und nach
Bestrahlung Null Probleme - noch nicht einmal Hautrötungen!!
-
* Freude groß,
als im Mai 2002 PSA auf 0,5 abgefallen war (war der erste Abfall
über all die Jahre!); das war der Beweis, dass die Strahlen ein
Rezidiv irgendwo getroffen hatten!
-
* Dann kam die
Enttäuschung: von Mitte 2002 bis Mitte 2003 steigt PSA wieder
an; während vor Bestrahlung PSA exponentiell anstieg, war der
Anstieg jetzt über 1 Jahr exakt linear (Abweichung von einer
Geraden weniger als 2 %!); Juni 2003 war PSA 0,91;
-
* jetzt dachte ich
mir, nur nicht die Nerven verlieren; hatte wieder verschiedene
Experten gesprochen; jetzt gab es natürlich mehrere
Erklärungs-Möglichkeiten wie z. B.
-
-- nach Bestrahlung
kann ein "PSA Bump" auftreten, d. h. nach Bestrahlung
fällt PSA ab, steigt dann noch mal an ehe es dann endgültig
abfällt (das kann bis zu drei Jahren stattfinden);
-
-- ein Experte von der
Charitee hat darauf hingewiesen, dass es schon Fälle gab, bei
denen gutartiges BPH-Gewebe nachwächst und PSA erzeugen kann;
-
Dr. Strum hat mir
aufgrund meiner Geschichte dringend empfohlen, keinerlei hormonelle
Behandlung einzuleiten sondern auf Ernährung zu achten und
bestimmte Sachen zu schlucken.
-
* ab April 2003 nehme
ich folgendes zu mir:
-
-- morgens 1 generelle
Multivitaminpille, 1 Kapsel Zyflamend
(ist ein natürlicher COX-2 Hemmer), 200 Mikrogramm Selen;
-
-- mittags vor dem
Essen 400 Einheiten Vit. E, Kapsel mit
400 mg grüner Tee Extrakt, 1
Teelöffel Kurkuma in Tomatensaft
zusammen mit 1 Esslöffel Ketchup verrührt;
-
-- abends: 1 Kapsel
Zyflamend und Kurkuma wie oben;
-
seit 2 Monaten nehme
ich noch täglich 15 Gramm MCP
zu mir;
-
außerdem esse
ich kaum Fleisch - viel Fisch, viel Sport ....;
-
zugegeben, das klingt
alles recht dramatisch; hätte mir das jemand vor zwei Jahren
empfohlen, hätte ich ihn als verrückt erklärt ---
aber nun kommt's:
-
seit Juni letzten
Jahres ist mein PSA nicht mehr gestiegen sondern sogar leicht auf
0,85 gefallen!!!!! Mir bekommt die ganze Schluckerei sehr gut (bin
vor allem nach Kurkuma schon fast süchtig!), bin topfit und
sehe der ganzen weiteren Entwicklung recht entspannt entgegen.
-
In acht Monaten habe
ich mein "10-jähriges PK-Jubiläum", mir geht es
hervorragend, habe noch keinerlei hormonelle Behandlung gehabt,
vielleicht habe ich einen PSA-Bump, BPH wächst nach oder
Rezidiv - auf jeden Fall werde ich so weiter schlucken; sollte PSA
in Jahren mal wieder steigen, werde ich frühestens bei Werten
ab 3,0 anfangen mit anti-hormoneller Behandlung.
-
Habe damals bei meiner
Bestrahlung mehrere ebenfalls nach einer RPE bestrahlten Kollegen
Kontakte geknüpft. Nebenwirkungen hatte praktisch keiner - von
3 Kollegen weiß ich, dass ihr PSA noch 2½ Jahre nach
Bestrahlung Null ist.
-
Hatte vor einiger Zeit
einmal den Begriff "Der Las-Vegas-Faktor" hier eingeführt.
Was immer man letztendlich entscheidet - es ist immer eine ziemliche
Unsicherheit dabei. Die Entscheidung ist ganz wesentlich auch eine
Mentalitätsfrage.
-
RD berichtete am
13.6.2004 ebenfalls von seiner Erfahrung mit RPE und Bestrahlung:
-
* 2/1995 PK bei
Vorsorge festgestellt (Tasten, Biopsie). PSA 19,1 bzw.21,4
(versch.Labors)
-
* 4/1995 RPE AK
Hamburg-Harburg. Histolog.Befund: pT4a N2 bzw.D1, Gleason-Grade 3-5
(score 7).
-
* OP gut verlaufen.
Keine Kontinenz- oder Erektionsprobleme. Arbeitsaufnahme (Teilzeit)
nach kurzer Zeit.
-
* PSA sank bis Juli 95
auf unter 0,1 (seinerzeit die Nachweisgrenze), begann dann aber ab
September 95 über 0,14 und 0,23 wieder zu steigen auf 0,44 im
Februar 96.
-
* Entschluss zur
externen Bestrahlung KH St. Georg in Hamburg.
-
* Bestahlung v.
23.2.96 - 12.4.96 insges. 61,2 Gray. Ambulant nach der Arbeit.
Insgesamt gut vertragen. Harnblasen- und Darmentleerungsdrang nahmen
zwar zu, jedoch in erträglichen Maßen. Sie klangen über
Monate hinweg langsam, aber stetig ab.
-
* PSA-Entwicklung:
Während der Bestrahlung schwankend zwischen 0,21 und 0,48,
sechs Wochen nach Ende der Bestrahlung 0,1, und dann von Dez. 96 bis
Febr. 99 - 9 Messungen - jeweils unter 0,1. Ich begann schon zu
hoffen, dass die Sache überstanden sei.
-
* Dann doch
Wiederanstieg, von 0,2 (April 99 bis Oktober 2000)über die
weiteren Stationen (Febr. 2001 0,3, Febr. 2002 0,5, Sept. 2002 0,6)
bis März 2004 auf 0,8. (Danach habe ich für 14 Tage
Prostasol genommen, woraufhin der
Wert auf 0,3 sank. Inzwischen habe ich Prostasol wieder abgesetzt
und rechne mit etwa 0,8 oder 0,9 beim nächsten Termin).
-
* Abgesehen von der
Prostasol-Episode habe ich die ganzen Jahre keine ärztlich
verordnete oder auch nur begleitete Therapie durchgeführt.
Stattdessen habe ich über die Ernährung und mithilfe der
üblichen Nahrungsergänzungsmittel - etwa in der Art und
Weise wie von Klaus (A) geschildert - versucht, das Rezidiv/die
Metastasen in Schach zu halten. Regelmäßige
Untersuchungen (MRT, Szintigramm und dgl.) waren bisher, wie bei dem
PSA-Niveau auch nicht anders zu erwarten, ohne Befund.
-
* Ob und wann ich mit
einer Therapie beginnen soll, ggflls. mit welcher?, weiß ich
nicht. (Auf jeden Fall werde ich Curcumin und dergl. weiternehmen
und evtl. noch MCP hinzunehmen). Aber eines scheint mir sicher: Die
damalige Entscheidung für eine Strahlentherapie war richtig.
- Urologe
fs schrieb am 11.7.2004:
-
Lebensqualität
nach Brachytherapie nicht besser!
-
In einer umfassende
Untersuchung an mehr als 1000 Patienten mit Prostatakarzinom gingen
Wei und Kollegen der Frage nach, ob die Brachytherapie die
Lebensqualität weniger negativ beeinflusst als andere
Therapieformen (radikale Prostatektomie, externe Strahlentherapie).
Als Vergleich diente eine gesunde Kontrollgruppe. Nach radikaler
Prostatektomie zeigten sich negative Auswirkungen auf den Bereich
„Funktion des unteren Harntrakts“, nach externer
Strahlentherapie auf Bereich „Darmfunktion“ und nach
Brachytherapie waren beide Funktionen verschlechtert. Sexuelle
Dysfunktion war nach allen drei Therapieformen gleichermaßen
aufgetreten.
-
Nach länger (>
1 Jahr) zurückliegender Brachytherapie waren einigen
Lebensqualitätsbereiche schlechter als nach radikaler
Prostatektomie oder externer Strahlentherapie.
-
Diese Untersuchung
zeigt erstmalig, dass die mittel- und langfristige Lebensqualität
nach Brachytherapie der anderer Therapieformen des lokal begrenzten
Prostatakarzinoms eher unterlegen ist.
-
Quelle:
-
J Clin Oncol 20:557,
2002. 02.10.02
-
Dazu schrieb
Reinardo am selben Tag:
-
Auch hinsichtlich der
Effektivität der in Deutschland und in den USA aggressiv
propagierten Brachytherapie gibt es Zweifel. So berichtet W.J.
Catalona, M.D. auf seiner Website von vergleichenden Studien der
Pacific Northwest Cancer Foundation in Seattle und des Joint Center
for Radiation Therapy at Harvard Medical School über 10 bzw. 5
Jahre,wonach die Rezidivrate bei Patienten mit niedrigen
Gleason-Score sofern sie nur Brachytherapie erhalten hatten, sogar
größer war als bei der anderen Kontrollgruppe mit
erhöhtem Gleason-Score, die sowohl Brachy als auch externe
Bestrahlung erhalten hatten. In einer weiteren über 5 Jahre
laufenden Studie wurden 3 Kontrollgruppen verglichen, die jeweils
Brachy, externe Bestrahlung oder radikale Prostatektomie erhalten
hatten. Im Ergebnis gab es bei niedrigem Gleason (2-4) keine
Unterschiede, bei höheren Gleason (5-10) war die Rezidivrate
bei den Brachy-Patienten am höchsten. Quelle: William
J.Catalona, M.D. Recent Studies Raise Questions About Effectiveness
Of Radioactive Seed Implantation.
-
Und Manfred
berichtete am selben Tag von seiner Erfahrung:
-
Bei mir wurde vor zwei
Jahren bei sehr günstigen Ausgangswerten die Brachytherapie auf
meinen ausdrücklichen Wunsch durchgeführt. Betreffend der
Nebenwirkungen kenne ich keinen Betroffenen, dem es nach der
üblichen Ektomie besser als mir ginge! Natürlich habe ich
Angst, dass ein Rezidiv entstehen oder der PK sich eine neue
Angriffsfläche suchen kann, aber ich habe diese zwei Jahre
gelebt! Ich habe seit 1,5 Jahren weder Störungen der Harn- oder
der Darmfunktion. Ich hatte kaum Schmerzen und ich habe weiter Sex
haben können. Bisher habe ich meine Entscheidung nicht bereut
und bin voller Zuversicht, dass ich noch eine schöne Zeit vor
mir habe.
-
Und Edgar7 schrieb:
-
trotz ungünstiger
Voraussetzungen( PSA: 5.6, Gleason: 4+3=7) habe auch ich vor zwei
Jahren die Brachytherapie erhalten. Auch ich habe seitdem weder
Harn- noch Darmfunktionsstörungen und habe nach wie vor ein
beglückendes Sexualleben. Mein PSA-Wert war in 03/2004 zwar
wieder auf 5,6 gestiegen, in 06/2004 aber wieder auf 3,5 gesunken.
Ich hoffe,der Trend hält an. [Der
Anstieg des PSA-Wertes innerhalb des ersten Jahres nach der Therapie
mit anschließendem Abfall ist typisch für die
Brachytherapie und wird mit dem englischen Namen "PSA-Bump"
bezeichnet. - Ed]
- Kelebek
Two fragte am 15.10.2004:
-
ich
habe vor 22 Monaten eine Afterloading-Therapie durchführen
lassen. Mein Allgemeinzustand ist gut, keine außergewöhnliche
Nebenwirkungen. Therapie-Ende war 2/03.
-
Erstmal
8/03 hatte ich dann Blutungen beim Stuhlgang. Ich habe dann eine
Darmspiegelung machen lassen. Jedoch ohne Befund. Wir wurde dann ein
Medikament COLIFOAM an die Hand gegeben. Dieses wirkte, und die
Blutungen gingen zurück.
-
Seit
etwa zwei Wochen sind die Blutungen jedoch wieder da.
-
Kann
einer aus dem Forum über ähnliche Beschwerden berichten
und welche Ursache kann dieses haben. Vor allem, wie soll ich damit
weiter umgehen?
-
Urologe fs
antwortete am selben Tag:
-
diese Blutungen sind
nicht ungewöhnlich und auf eine Veränderung der Gefäße
im bestrahlten Schleimhautbereich zurückzuführen. Diese
Wirkung kann noch viele Monate nach der Bestrahlung auftreten bzw.
fortschreiten, ist aber im Grunde harmlos. Colifoam ist gut und
sollte weiter angewendet werden (kortikoidhaltig).
- wn25421pbg
fragte am 17.12.2004, ob nach RPE und PSA-Wiederanstieg eine
Bestrahlung empfehlenswert sei, und wenn ja, welche
-
Ludwig antwortete
am selben Tag:
-
der relativ langsame
Anstieg – möglicherweise wurde auch etwas gutartiges
Gewebe durch die Nerverhaltung zurückgelassen – deutet
mehr auf Lokalrezidiv.
-
Karzinome in der
Transitionalzone sind meist gut differenziert (niedrige
Gleason-Werte) und neigen weniger zur Metastasierung.
-
Ausschliessen kann man
es natürlich nie, aber Heilungschanzen sehe ich durchaus.
-
Ehefrau S. schrieb
am 18.12.2004:
-
Mein Mann ist auch
Jahrgang 53 und wurde – wider Erwarten - 2001 einseitig
nervschonend operiert(wir hatten mit einer nervschonenden OP nicht
gerechnet,da nicht klar war, ob es sich um eine T2b oder c oder
sogar T3a handelte). Praeoperativer PSA-Wert 3,5, Gleason 3+4.
Anders als bei Ihnen stiegen die PSA-Werte erst nach knapp 2 Jahren
bis 2004 auf o,5 wieder an. Die Meinungen darüber, ob es sich
um ein Rezidiv handelte oder eine systemische Erkrankung waren sehr
unterschiedlich. So meinte z.B. Prof. Heydenreich, Uni Köln,
dass ein Ansteigen des PSA-Wertes innerhalb eines Jahres nach der OP
eher auf ein Reziduv deuten konnte, was im Falle meines Mannes ja
nicht gegeben war.
-
Wir haben uns dennoch
nach ausführlicher Beratung für die externe Bestrahlung
entschieden, die Option der Hormontherapie wollten wir uns weiter
offen halten. Bereut haben wir es nicht. Die Bestrahlung zeigte
außer geringfügigen Verbrennungen im Analbereich, die gut
zu behandeln waren, keinerlei Nebenwirkungen. Während der
Bestrahlungszeit haben wir auf verdauúngsschonende Ernährung
geachtet, mein Mann hat Selen genommen und immer darauf geachtet,
dass er vor den Bestrahlungen eine volle Blase hatte. Während
der gesamten Zeit von 8 Wochen hat er voll gearbeitet, weiterhin
Sport betrieben (außer gegen Ende Radfahren und Reiten)keine
Reha in Anspruch genommen und fühlte sich immer topfit. Dies
ist jetzt 4 Monate her, die erste PSA-Untersuchung vor 2 Wochen
ergab den Wert o,36 - erheblich niedriger als zu erwarten.
-
Wir sind guten Mutes
und möchten auch Ihnen Mut machen, zumal Ihre Ausgangssituation
deutlich günstiger ist.
- Reiner
fragte am 21.1.2005:
-
Ich
stehe vor der Entscheidung, mich einer Seeds-Inplantations-Therapie
oder einer Brachy-Therapie zu unterziehen. Wer schildert mir seine
diesbezüglichen Erfahrungen mit persönlichen
Ausgangswerten, über Wirkung, Nebenwirkungen und bisher
verstrichenem Zeitraum seit Therapiebeginn.
-
Uschi hatte zwar
keine eigene Erfahrung, aber sie antwortete am selben Tag als erste:
-
mein
Mann hatte im März 2004 seine Seedsimplantation
(Brachytherapie) in der Kölner Klinik am Ring. Es ging ihm
danach besser als nach der Biopsie, und er leidet und litt auch
unmittelbar danach nicht unter Nebenwirkungen. Sein PSA-Wert ist
inzwischen schon zweimal bei 1,9 ng/ml gemessen worden
(Ausgangswert 5,8; Gleason 3+3; Alter: 58 Jahre).
-
Hans schrieb:
-
habe
eine Strahlentherapie mit Afterloading hinter mich gebracht. Mein
PSA war im Sommer, genauer gesagt im Juni, bei 5,3 ng/ml. Die
Therapie ging von Mitte Sep. bis Ende Okt. Danach folgte eine
dreiwöchige AHB (muss aber bei Stahlentenpatienten nicht
unbedingt sein, tut aber gut, bzw. man regeneriert sich halt).
-
Nebenwirkungen
waren relativ gering.(bisschen müde manchmal). Nach der
Therapie hatte ich noch Schmerzen beim Wasserlassen in der
Harnröhre, ist aber inzwischen fast ganz weg. Ich habe weder
Probleme mit der Inkontinenz noch mit der Potenz. Das Sperma hat
sich allerdings verändert, es hat nicht mehr die typische
Farbe, sondern ist mehr transparent. Mein PSA-Wert ist seitdem
ständig gesunken und liegt nach den neusten Messungen (diese
Woche) bei 1,6. Das muss aber nicht so bleiben, denn nach Aussagen
der Ärzte kann der Wert auch wieder nach oben gehen. D. h.
erst mal abwarten.
-
Reinhold antwortete
am 24.1.2005:
-
Im
Dezember habe ich mich einer Seeds-Implantations-Therapie
unterzogen. Ich stehe der Sache positiv gegenüber. Ich bin
"dicht", und meine Potenz ist mir erhalten geblieben. An
Nebenwirkungen sind häufiges Wasserlassen mit schwachem
Harnstrahl und Darmprobleme bis hin zum geringen Durchfall
aufgetreten. Nach dem Stuhlgang habe ich oft mit einem starken
Brennen im Afterbereich zu tun. Meine Werte vor dem Eingriff:
-
GS
3+3=6, eine Stanze von 12, Mitte li lateral, T1c, PSA 6,4 ng/ml,
Prostatavolumen 32,5 ml.
-
Dosis
der Seeds: 62 Radio-Jod-125 Seeds, Referenzdosis:145 Gy.
-
Der
nächste PSA-Wert wird Mitte Februar gemessen.
- Malte
sandte am 3.4.2005 die folgende Meldung ein:
-
Aus:
Deutsches Ärzteblatt vom 1.4.2005
-
Prostatakarzinom:
Strahlentherapie erhöht Krebsrisiko im Rektum
-
MINNEAPOLIS.
Männer, die sich einer Radiotherapie des Prostatakarzinoms
unterziehen, müssen damit rechnen, dass die Strahlenbelastung
zur Induktion von Tumoren in benachbarten Organen führt. Nach
den Ergebnissen einer retrospektiven Kohortenstudie in der jüngsten
Ausgabe von Gastroenterology ist das Risiko von Rektumkarzinomen um
70 Prozent erhöht.
-
Die
Radiotherapie wird von vielen Strahlentherapeuten als Alternative
zur radikalen Prostatektomie betrachtet, die als chirurgischer
Eingriff mit Komplikationen verbunden ist. Doch auch die Bestrahlung
der Prostatalogie bleibt nicht ohne Nachwirkungen. Sie zerstört
nicht nur das Prostatagewebe. Aufgrund der hohen Dosis muss auch mit
Schäden in den angrenzenden Geweben gerechnet werden. Bekannt
ist das Risiko einer Proktitis. Frühere Studien haben auch auf
eine erhöhte Inzidenz von Blasenkrebs hingewiesen, heißt
es in der Pressemitteilung des Krebszentrums der Universität
von Minnesota in Minneapolis. Die jetzige Studie sei die erste, die
auch ein erhöhtes Risiko von Rektumkarzinomen belege.
-
Für
die Studie haben Nancy Baxter und Mitarbeiter das Krebsregister des
US-National Cancer Institute (Surveillance, Epidemiology and End
Results, SEER) ausgewertet. Eingeflossen sind die Daten von 85 000
Männern, bei denen in den Jahren 1973 bis 1994 ein
Prostatakarzinom diagnostiziert wurde. Bei 30 552 Patienten
wurde eine Strahlentherapie durchgeführt. Von diesen
entwickelten 1 437 später ein Rektumkarzinom.
-
Weder
das Krebszentrum der Universität Minneapolis noch die American
Gastroenterological Association machen klare Angaben zum Design der
Studie (der Abstract ist noch nicht publiziert). Es dürfte sich
am ehesten um eine “nested” Fall-Kontroll-Studie
gehandelt haben, bei der strahlentherapierte und operierte Patienten
hinsichtlich der Häufigkeit des Rektumkarzinoms
gegenübergestellt wurden. Dabei wurde dann ein (signifikant?)
um 70 Prozent erhöhtes Risiko festgestellt.
-
Beide
Institutionen weisen darauf hin, dass die Technik der Radiotherapie
sich seit Mitte der 90er-Jahre verbessert habe. Neuere Verfahren,
etwa die “3-dimensional geplante und konformal durchgeführte
Radiotherapie” begrenzen das Ausmaß der Streustrahlung
und haben bereits zu einer Senkung der akuten Strahlenschäden
an Enddarm und Blase geführt. Es ist also denkbar, dass das
Risiko einer Tumorinduktion heute geringer ist als im
Untersuchungszeitraum der Studie. Dennoch wird den Ärzten
geraten, die Patienten auf dieses mögliche Risiko hinzuweisen.
Die American Gastroenterological Association rät zu
“aggressiven” Früherkennungsuntersuchungen ab dem
5. Jahr nach der Bestrahlung./rme
-
Dieter V schrieb
dazu am 7.4.2005:
-
Dieser Bericht
basierte allerdings auf einer älteren Studie und
berücksichtigte nicht die Weiterentwicklungen zu neuen Formen
der externen Bestrahlung (3D-konformale ST, IMRT).
-
Der untenstehende
Bericht sagt leider auch nicht, wann diese Studie gemacht wurde. Der
Bericht spricht auch nur von einer Verdoppelung des Risikos, nicht
aber vom absoluten Risiko.
-
Es wäre aber
wichtig, zu wissen, ob die Verdoppelung dann 1 % oder 10 %
Risiko bedeutet...
-
Dennoch erscheint mir
dieses Risiko eines Darmkrebses nach externer Bestrahlung relevant,
da die übliche Bestrahlung mit Photonen (Gammastrahlen) durch
den Körper durch geht und somit der Darm immer etwas abbekommt.
-
Inwieweit sich das in
akuten oder langfristigen Nebenwirkungen auswirkt, kann ich nicht
sagen. Mit Darm- und Blasenbodenentzündungen muss man schon
rechnen.
-
Ich habe die
Information, dass kurzfristig die Impotenz (erektile Dysfunktion)
weniger auftritt, langfristig aber fast das Niveau bei Operierten
erreicht.
-
Was bei Kindern aber
in ärztlichen Fachkreisen ernsthaft diskutiert wird, ist das
Risiko eines Sekundärtumors in Folge einer Bestrahlung. Bei uns
"Alten" erreicht uns das Lebensende meist früher als
der Sekundärtumor...
-
Dennoch wollte ich
Euch diesen folgenden Artikel zeigen.
-
Bleibt uns noch die
Aussicht, dass ja demnächst auch die Protonentherapie in
München (www.rptc.de) möglich
ist mit der systembedingten großen Chance, erheblich geringere
Nebenwirkungen zu bekommen. Die Protonenstrahlen gehen nämlich
nicht "durch", sie entladen fast ihre ganze Energie in
einem räumlich bestimmbaren Punkt, also innerhalb des Tumors.
Hinter dem Tumor ist dann keine Strahlenwirkung mehr vorhanden!
-
Ich werde noch
erkunden, welche Krankenkassen diese Protonentherapie bereits
bezahlen und dies hier berichten. Privat kostet diese Therapie
zwischen 25.000 und 30.000 €.
-
----------
-
aus
www.gesundheitsportal-privat.de
-
Prostatakrebs:
Risiko für Darmkrebs steigt bei Bestrahlung
-
München
(netdoktor.de) -
-
Männer, die sich
wegen Prostatakrebs einer Strahlentherapie unterziehen, haben ein
hohes Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken. Zu diesem Ergebnis
kamen Forscher des University of Minnesota Cancer Center im
Fachmagazin "Gastroenterology". Die Epidemiologen
analysierten die Daten von 85.000 Männern im Alter zwischen 18
und 80, die vom amerikanischen Krebsregister "SEER"
erfasst wurden. Die direkte Bestrahlung des Darms bei
Prostatakrebs-Patienten verdoppelte die Wahrscheinlichkeit für
einen Tumor im Dickdarm nahezu, verglichen mit der chirurgischen
Behandlung mittels Skalpell. "Männer, deren Prostata
bestrahlt wird, sollten sich nach fünf Jahren der Therapie
eingehend auf Dickdarmkrebs untersuchen lassen", so Dr. Nancy
Baxter, Leiterin der Studie. Die Ergebnisse seien auch für
andere Krebsarten im Beckenbereich, die mit einer Strahlentherapie
behandelt würden, bedeutend, so Baxter weiter.
-
Prostatakrebs ist in
Deutschland relativ häufig und steht nach Lungenkrebs an
zweiter Stelle der Krebsneuerkrankungen. Das Risiko steigt mit
zunehmendem Alter: Mit etwa 50 Jahren hat einer von vier Männern
erste krebsartige Veränderungen in der Prostata. Mit 80 Jahren
finden sich solche Veränderungen bereits bei jedem zweiten
Mann. Zum Vergleich: Die gutartige Prostatavergrößerung
findet sich ab 50 Jahren bei jedem zweiten Mann, mit 80 Jahren bei
nahezu allen.
- ManfredK
schrieb am 20.4.2005:
-
habe vor einem Jahr
03/2004 in Hamburg die Brachytherapie mit 41 Seeds (Jod 125, 145 Gy)
machen lassen. Ausgangswerte waren T1c, GS3+3, PSA 2,7 Vol. ca
38 ccm, Alter 57 Jahre.
-
PSA seitdem:
-
05/04 1,3
07/04 0,66
10/04 0,45
01/05 0,41
04/05 0,23 -
Dass ich über die
Entwicklung sehr froh bin, brauche ich, glaube ich, nicht zu
erwähnen, aber meine Frage an die Fachleute ist, ob diese
Entwicklung in irgendeiner Form interpretierbar ist? Lässt sich
irgendetwas ableiten?
- Werner
fragte am 17.1.2005:
-
bei
mir (52 Jahre) wurde im August 2003 ein Prostatatumor der
Klassifizierung T1c festgestellt und im September 2003 in Potsdam
mittels Brachytherapy behandelt.
-
PSA
vor OP 5,3,
nach OP leichter Anstieg auf 6,2
nach drei
Monaten 2,5
nach 6 Monaten 1,9
nach 9 Monaten 1,9
und heute
nach 16 Monaten erneuter leichter Anstieg auf 2,2. -
Dieser
Anstieg beunruhigt mich sehr, wer hat Erfahrung mit Brachytherapie?
-
Ralf antwortete am
selben Tag:
-
es
könnte sich bei Dir um einen "PSA-Bump"
("PSA-Buckel") handeln, der nach Brachytherapie häufig
ist. Das sollten eigentlich auch die behandelnden Ärzte wissen.
-
In
Dr. Strums "Primer", dess deutsche Übersetzung in
Vorbereitung ist, heißt es dazu:
-
"PSA-Bump
-
Bei ca. 35 % der
Patienten steigt der PSA-Spiegel vorübergehend an, nachdem er
nach Abschluss der Brachytherapie zunächst gesunken war. Dieser
PSA-Bump (engl. Bump = Buckel) wird als Anstieg um 0,1 ng/ml oder
mehr über den vorhergehenden PSA-Wert definiert, gefolgt von
einem Wiederabsinken unter diesen Wert. Ein solcher PSA-Bump stellt
sich nach durchschnittlich 18 bis 20 Monaten ein. Abbildung 43 [hier
nicht beigefügt – Ed] gibt die grundlegenden
Informationen zum PSA-Bump aus den zwei umfangreichsten
veröffentlichten Studien wieder.
-
Man nimmt an, dass
dieses Phänomen wahrscheinlich nicht auf den PK, sondern auf
die durch Bestrahlung ausgelöste Prostatitis zurückzuführen
ist.
-
Die Fehldiagnose eines
PSA-Rezidivs und dessen unnötige Behandlung mit einer ADT kann
vermieden werden, wenn Ärzte und Patienten wissen, dass ein
PSA-Anstieg nach anfänglichem Rückgang im Anschluss an
eine Brachytherapie mit oder ohne EBRT nicht unbedingt auf ein
Rezidiv des Krebses zurückzuführen ist, je nachdem, wann
der PSA-Anstieg auftritt und zu welcher Zeit die Brachytherapie
erfolgte (Abb. 44).
-
In den Berichten des
Seattle Prostate Institutes (SPI) und der Radiotherapy Clinics of
Georgia (RCOG) werden insgesamt 1313 Patienten erwähnt. Das
Auftreten eines PSA-Bumps korrelierte nicht mit einem ungünstigen
Ergebnis der Seedimplantation und/oder der externen Bestrahlung. Im
Gegenteil wurde bei nur 7 % der Patienten aus dem SPI und 10 % der
RCOG-Patienten im Zusammenhang mit einem PSA-Bump eine Progression
des PK beobachtet. Im Gegensatz dazu hatten ca. doppelt so viele,
nämlich 14 % der Patienten des SPI und 26 % der RCOG-Patienten
fortschreitenden PK, wenn kein PSA-Bump aufgetreten war. Deshalb
wurde in diesen zwei Studien ein PSA-Bump mit einem besseren
Ergebnis der Strahlentherapie in Zusammenhang gebracht.
-
Ein PSA-Bump (auch
PSA-Bounce oder -Welle genannt) kann ebenso bei einer
Primärbehandlung mit dreidimensionaler konformaler RT (3D-CRT)
ohne eine Art von Brachytherapie auftreten. In einer Studie des Fox
Chase Cancer Center (FCCC) hatten 95 von 306 (31 %) Patienten einen
PSA-Bump nach ausschließlicher Behandlung mit einer 3D-CRT.
Allerdings weichen die übrigen Schlussfolgerungen dieser Studie
erheblich von denen der SPI- und der RCOG-Studien ab. Die mittlere
Zeit von der Beendigung der RT bis zum Auftreten des PSA-Bumps
betrug in der FCCC-Studie 35 Monate, im Gegensatz zu 20 und 18
Monaten in der SPI- bzw. der RCOG-Studie. In der FCCC-Studie zeigte
ein PSA-Bump einen ungünstigen Zusammenhang bezüglich
eines PSA-Rezidivs. Wenn ein PSA-Bump auftrat, konnte bei 48 % der
Patienten (gegenüber 7 bis 10 % in den anderen Studien) ein
fortschreitender PK festgestellt werden, wobei bei seinem Ausbleiben
nur 31 % der Patienten einen progressiven PK hatten. Weitere
Informationen über den PSA-Bump finden Sie in Anhang B, Teil
4.7.
-
Ärztlicher
Hinweis 14:
-
„Der PSA-Bump
kann ein PSA-Rezidiv vortäuschen.“
-
Der PSA-Bump ist eine
wichtige differenzierende Diagnose für Männer, die als
erstes mit Strahlentherapie (vor allem mit Brachytherapie) behandelt
worden sind. Das Verstehen der charakteristischen Merkmale des
PSA-Bumps kann bei vielen Männern eine unnötige Behandlung
auf ein vermeintliches PSA-Rezidiv verhindern.
-
Bei SB wurde im Alter
von 56 Jahren PK festgestellt. Er hatte einen Ausgangs-PSA-Wert von
9,3, einen von einem Experten in PK-Pathologie ermittelten
Gleason-Score von 3,3, und das klinische Stadium war T2a. Eine von
neun Biopsieproben war PK-positiv. Ein Blick in die Partin-Tabellen
ergab eine Wahrscheinlichkeit von 58 %, dass es sich um eine
organbegrenzte Krankheit handelte, eine Wahrscheinlichkeit von 37 %
für einen Kapseldurchbruch, eine Wahrscheinlichkeit von 4 % des
Befalls der Samenblasen und eine Wahrscheinlichkeit von 1 % für
Lymphknotenbefall. Er wurde drei Monate mit dem Monopräparat
Casodex behandelt, gefolgt von einer externen RT und einer
anschließenden Implantation permanenter Seeds im Juni 1998.
Sechs Monate nach der Implantation fiel sein PSA-Wert auf 0,5, stieg
dann aber innerhalb von 12 Monaten auf 0,6 und innerhalb von 17
Monaten auf 1,3. 19 Monate nach der Implantation war sein PSA Wert
auf 0,8 gesunken und sein letzter PSA-Wert 25,5 Monate nach der
Implantation betrug 0,6."
-
Gerard (US) schrieb
einen Tag später:
-
Als
Brachy-Therapierter orientiere ich mich an den Aussagen von Dr.
Peter Grimm und seinem seed implant (SI) team vom Swedish Medical
Center des Seattle Prostate Instituts.
-
In
bezug auf den PSA bedeutet das bei SI:
-
"What effect will
SI have on PSA readings after the procedure and for how long might
the procedure affect PSA readings?
-
PSA readings initially
can actually be higher than original PSA if done shortly after the
implant. This is probably due to the trauma of the procedure.
Typically PSA levels gradually fall over the first year. We have
seen PSA levels continuing to fall over several years. Patients
should be aware that often PSA levels can artificially increase and
then subsequently decrease. We have seen this particularly at twelve
to twenty four months from the implant. We are not sure why this
"PSA bump" occurs.
-
What PSA level should
be hoped for over the long term? What is a good level of PSA after
seeding?
-
Most of the literature
supports the observation that patients achieving a PSA level less
than 1.0 have a better prognosis. We have, however, many patients
who have stable PSA readings above 1.0. It has been speculated that
the PSA rises to this level because of regrowth their normal
prostate cells, similar to the way BPH can increase PSA. A stable
PSA is probably more important.
-
When should PSA be
checked after SI and how often should it be repeated? If PSA rises,
what would the options be at that point?
-
We generally recommend
the PSA be done at each follow up visit. The follow up schedule is
described about. Usually the PSA is done at three-month intervals
for the first two years and then every six months thereafter. If the
PSA should rise, we increase the interval of the PSA to monthly in
order to establish a trend over three or four readings. Decisions or
conclusions about the cancer should never be made on one PSA
reading.
-
The most important
thing to do if the PSA continues to rise is to establish if there is
in fact cancer. See the above question about PSA levels. If there is
a suspicion of recurrent cancer, the next step is to determine if it
is in the prostate or not. Typically, a bone scan and biopsy are the
first step.
-
Should a patient have
a biopsy after seed implantation?
-
The value of a biopsy
after seed implantation is controversial. This is primarily because
of the lack of skilled pathologists interpreting the biopsies and
the discomfort associated with the procedure There is also the
suggestion that the biopsy may give no better information than the
PSA in predicting success of the treatment.
-
Radiation can cause
prostate cancer cells to appear quite abnormal. This has been
particularly noted if the biopsy is done before two years. An
unskilled pathologist may interpret a biopsy as cancer, while a
skilled pathologist may interpret it as severely damage and dying
cancer cells. Obviously the cancer interpretation has serious
ramifications. We fortunately have a very skilled pathologist who is
an expert in this area and therefore feel that a biopsy can give us
additional confirmation that the cancer is controlled. We have found
that patients with a negative biopsy have and normal PSA have an
excellent chance of being disease free and it can often reassure us.
If we do a biopsy, we usually do it at two years. Prior to two
years, the pathology interpretation has little value.
-
Auszug aus:
-
http://www.prostatepointers.org/seedpods/brachyfaq.html
-
Am 26.4.2005
meldete Werner sich wieder:
-
Im
August 2003 wurde bei mir durch Biopsie mittels 12 Stanzen ein
Prostata-Adenom Malinitätsgrad 1 Gleason score 4 (pattern
2+2)festgestellt. 5 % des Gewebes linkseitig war tumorös
infiltriert.
-
Die
Prostata hatte eine Größe von 30 g. Der PSA- Wert 5,30
ng/ml (fremd).
-
Am
24.09.2003 unterzog ich mich einer Brachytherapie mit 56 permanenten
Seeds bestrahlt mit Jod 125 in einer Gesamtdosis von 145 Gy.
-
Der
Eingriff selbst und der postoperative Verlauf waren bis heute
komplikationslos. Jedoch entwickelte sich der PSA nicht den
Erwartungen gemäß:
-
06.09.2003
6,3 ng/ml prä-OP
24.09.2003 LDR-Brachy
03.02.2004 2,5
ng/ml
02.09.2004 1,9 ng/ml
11.01.2005 2,2 ng/ml
20.04.2005
3,3 ng/ml -
Insbesondere
der jüngste Anstieg um immerhin 50 % bereitet mir
erhebliche Sorgen. Welche weiteren diagnostischen und ggf.
therapeutischen Maßnahmen schlagen Sie vor? Welche Erfahrungen
haben Sie bei vergleichbaren Ausgangswerten? Liegen Ihnen
Erfahrungen aus den USA vor?
-
Ergänzend
möchte ich noch fragen, ob ich bei den mir vorliegenden
PSA-Werten von den gleichen Werten ausgehe wie andere. Die meisten
haben nach Brachy Werte von deutlich unter 1. Mein niedrigster Wert
war 1,9.
- Danari
fragte am 11.9.2005:
-
Mein
Mann hat nun die zweite Bestrahlung bekommen. Wie beeinflusst dies
das Befinden evtl.? Fühlt man sich irgendwann erschöpft,
muss man sich irgendwie schonen, z. B. nichts Schweres tragen
usw.??? Möchte ihm natürlich alles erleichtern, wenn's
erforderlich ist. Wir haben zwar Anweisungen bekommen, aber
letztlich wissen Betroffene doch besser damit umzugehen.
-
Bernt
antwortete am selben Tag:
-
bei
mir wurde vor sechs Jahren die Prostata bestrahlt und vor drei
Jahren die Halswirbelsäule.
-
Während
der Prostatabestrahlung hatte ich sehr starke Beschwerden beim
Stuhlgang (Blutbeimengung, starke Schmerzen), die einige Wochen nach
der Bestrahlung verschwanden. Sonst hatte ich keine besonderen
Nebenwirkungen, auch keinen sog. Strahlenkater.
-
Ich
war während der gesamten Bestrahlung arbeitsfähig (ich
ging morgens zur Bestrahlung und danach zur Arbeit).
-
Horst
MUC gab den folgenden Hinweis:
-
Gute
Broschüre zu Bestrahlung bei Krebs über diesen LINK zum
Downloaden:
http://www.krebshilfe.de/neu/infoangebot/broschueren/strahlen/ratgeber_53.pdf. -
Wolfgang
berichtete einen Tag später:
-
ich
kann aus eigener Erfahrung nur Folgendes sagen:
-
Hatte
selbst 33 Bestrahlungen und bin während dieser Zeit immer auch
weiterhin danach ins Büro zur Arbeit gegangen. Kein Problem.
-
In
den ersten zwei Wochen gab es überhaupt keine Nebenwirkungen.
Dann jedoch traten doch erhebliche Probleme mit dem Darm beim
Stuhlgang auf (alles sehr entzündet, sehr schmerzhaft). Dafür
gibt es aber Salben, oder noch besser, einen sog. Rektalschaum. Ist
aber alles auszuhalten.
-
Ich
muss allerdings zugeben, dass in der Folge dann die Müdigkeit
zunahm und ich ab der vierten Woche nach den Bestrahlungen doch zu
Hause erst ein kleines Nickerchen nahm. Zum Ende der Bestrahlungen
nahm diese Müdigkeit dann weiter zu bis zur völligen
Erschöpfung. Hatte ich so nicht erwartet (wie nach 20-km-Lauf).
-
Nach
Abschluss der Bestrahlung besserten sich dann die Darmbeschwerden
innerhalb von 3 bis 4 Wochen, die Müdigkeit schwächte sich
zwar auch ab, blieb länger als ein Jahr noch in abgeschwächter
Form bestehen. Auch nach jetzt mehr als 20 Monaten steckt immer noch
eine gewisse Müdigkeit in den Gliedern. Dagegen muss man
einfach ankämpfen und damit lernen zu leben.
-
Also
wie gesagt, es gibt wirklich Schlimmeres.
-
fromm schrieb,
ebenfalls am 12.9.2005, u. a.:
-
Das
wird er schon selbst merken, wieviel er sich selbst zumuten kann.
Die Müdigkeit empfindet jeder Mensch anders, zumal jeder
Organismus anders ist und daher auch anders reagiert. Sich zu
schonen ist nie falsch. Bei stärkerer Müdigkeit (i. d. R.
am Ende der Therapie) ist natürlich besondere Vorsicht im
Straßenverkehr geboten – dann lieber sich fahren lassen.
(Die Fahrkosten, evtl. im Extremfall auch ein Taxi, übernimmt
die GKV. Selbstfahrer bekommen das km-Geld. Antragsformular von der
Kasse anfordern.)
-
Ich
hatte nach fast zwei Monaten der täglichen Bestrahlungen
lediglich die letzten 10 Tage mit einer (vorübergehenden)
Harninkontinenz zu kämpfen, die ich aber durch gezielt
gesteuertes Trinken im Griff hatte (wenn unterwegs, wenig bzw.
nichts trinken, wenn wieder zu Hause, die tägliche
Flüssigkeitsmenge nachholen) – damit kann man die kurze
Zeit problemlos leben. Wenn man zu Hause ist, und nicht auf dem
Arbeitsplatz, wo der habgierige Arbeitgeber permanent hinter Deinem
Rücken auf die Uhr guckt und nervt, wann das oder jenes schon
endlich fertig sein wird. Allein aus diesem Grund ist die
Arbeitsunfähigkeit während der Strahlentherapie seitens
Strahlentherapeuten generell vorgesehen (es steht auch in der
Aufklärungsbroschüre, die Dein Mann von ihm ausgehändigt
bekam).
-
Meine
Harninkontinenz klang in den nächsten 10 Tagen nach der
Bestrahlung wieder ab, andere NW hatte ich nicht. Ich hatte auch
keinerlei Müdigkeitserscheinungen zu beklagen.
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Die
meist gefürchtete NW, die Impotenz als Therapiefolge, die je
nach Dosis von 0 % bis zu etwa 50 % der Fälle
schwanken kann, ist immerhin nicht so häufig vertreten wie bei
der rad. Prostatektomie mit ihren ca. 80-90 %. Hierzu kann man
sich jedoch nicht äußern, wenn man nicht weiß, ob
Dein Mann bereits operiert worden ist und die ED allein deshalb
bereits vorliegt.
-
Was
die wenigsten Leute wissen und anwenden: Auch bei der (primären)
perkutanen Strahlentherapie hat der Patient, genauso wie nach der
OP, Anspruch auf die Anschlussheilbehandlung (AHB) in irgendeiner
Kurklinik. Diese empfieht sich insbesondere, wenn Nebenwirkungen,
egal welcher Art auch immer, auftreten. Die AHB MUSS noch während
der Strahlentherapie, spätestens eine Woche nach Beendigung der
Therapie, von dem Strahleninstitut bei der ARGE –
Arbeitsgemeinschaft für Krebsbekämpfung (Träger der
gesetzl. Kranken- und Rentenversicherung im Land ......) beantragt
werden. Die "Deutsche Krebshilfe" hat mir bestätigt,
dass Strahlentherapeuten solche Anträge nur ungern von sich aus
stellen. In solchem Fall besorgst Du Dir das Antragsformular selbst,
am besten direkt bei der ARGE (über die Kasse dauert es eine
Ewigkeit) und hältst es dem Therapeuten vor die Nase, so lange,
bis er unterschreibt.
- Wolf
berichtete am 19.9.2005 von seiner Erfahrung mit einer Bestrahlung
nach nicht kurativer RPE:
-
im
April 2002 wurde bei mir aufgrund der Diagnose PSA 12,9/freies PSA
8,8 und dem Befund:pT3a/Nx/M0, Gleason Score 6 eine radikale
perineale Prostatovesikulektomie (PED) durchgeführt. Eine
Lymphknotenuntersuchung konnte dabei leider nicht durchgeführt
werden, da aufgrund des ursprünglichen Biopsiebefundes (25
Gewebeproben) mit einem Malignitätsgrad G1 und Gleason Score 2
eben per Dammschnittmethode operiert wurde, da (irrtümlich)
angenommen worden war, dass sich das Karzinom noch innerhalb der
Pr.-Kapsel befindet, was sich im Laufe der Op. dann ja anders
darstellte. Eine nachträgliche Lymphknotenuntersuchung per
Laparoskopie hatte der Chefarzt wegen überaus starker Blutungen
während der Op. und dadurch notwendigem "großräumigem
Schneiden" abgelehnt.
-
Danach
erfolgte eine Hormontherapie (HB) mit Fugurel und Trenantone sowie
eine Strahlentherapie (ST) mit 35 x 2 Gy, deren
Nebenwirkungen bzw. Folgen mittlerweile so diagnostiziert werden
(letzter ärztl. Befund: August 2005):
-
*
Inkontinenz
* Erektile Dysfunktion
*
Lymphödem
* Myositis
(Muskelerkrankung in den Beinen)
*
intermittierend auftretende Makrohämaturie (Blasen-Einblutung)
bei bekannter Strahlenzystitis
*
Analkanalenge nach Radiatio (Enge über 50 %)
*
Osteoporose
* linksseitige
Facettenhypertrophie (LW 5/6)
* diffuse
Signalanhebung des unteren Os sacrums sowie des Os coccygus
(Radiatiofolge). -
Äußerung
der Ärzte (Strahlenklinik, Urologie, Internist, Orthopäde)
hierzu: Ich würde leider zu den 3 % der Patienten mit
solchen Strahlenschäden in Deutschland gehören. Bezüglich
der Blaseneinblutungen gäbe es die Möglichkeit einer
Tranexamsäure-Instillation, eine grundsätzliche Behebung
der Blutungen sei jedoch nicht möglich. Gegen die Analkanalenge
könne man eine Dilatation (Dehnung) durchführen, wobei
aber ein Einreißen der Darmschleimhaut nicht auszuschließen
wäre, was zu einer weiteren Verengung führen könnte.
Hinsichtlich der Lendenwirbel- und Beckenknochenschädigung
seien operative Möglichkeiten aufgrund der erfolgten
Strahlentherapie ebenfalls fraglich.
-
Hat
jemand ähnliche "Nebenwirkungen" und Erfahrungen im
Umgang damit?
- Richardo1
fragte am 24.10.2005:
-
Am
23.08.04 und am 07.09.2004 war ich in Offenbach zur
HDR-Brachytherapie. Meine PSA-Werte waren:
-
Bei
Beginn der Behandlung 7,6,
am 23.10.04 1,8,
am 23.11.04
1,2,
am 04.02.05 1,1,
am 04.04.05 0,9,
am 28.06.05 3,0,
am
25.07.05 3,6,
am 28.08.05 5,5 - ab 24.08.05 1 x Casodex
(50 mg) täglich,
am 20.09.05 2,7. -
Der
rapide Anstieg des PSA-Wertes auf 5,5 beunruhigt mich sehr! Gibt es
eine Erklärung für diesen rapiden Anstieg des PSA-Wertes?
-
Urologe
fs antwortete am selben Tag:
-
nach
radiologischen Kriterien hat noch KEIN Rezidiv vorgelegen, erst nach
DREI PSA-Bestimmungen in DREIMONATIGEM Abstand mit jeweils deutlich
höherem PSA als der Vorwert gehen die Strahlentherapeuten von
einem Rezidiv aus. Diese Kriterien haben Sie nicht erfüllt,
eine Therapie mit Casodex war daher verfrüht und nicht
angemessen und macht jetzt die weitere Diagnostik und Entscheidung
unnötig schwierig. Es wäre zu überlegen, die Casodex
abzusetzen und dann den weiteren Verlauf abzuwarten, wobei der erste
Anstieg, bis auf den Vorwert 5, nicht zu werten wäre.
-
Auf
die Frage, was ein "jeweils deutlich höheres PSA als der
Vorwert" sei, ergänzte fs einen Tag später:
-
eine
genaue Prozentvorgabe gibt es nicht, aber man(n) nimmt in der Regel
50 % Steigerung zum Vorwert, wenn drei- bis sechsmonatlich PSA
bestimmt wird. Das sind die RTOG- (Radiation Therapy Oncology Group)
und ASTRO- (American Society for Therapeutic Radiology and Oncology)
Vorgaben.
-
Diese
Definition, welche auch von den deutschen Radiologen angewandt wird,
ist übrigens mit dafür verantwortlich, dass
Strahlentherapie-Verfahren im Studien-Vergleich oft besser dastehen
als die OP, die eine scharfe PSA-Grenze hat – wodurch das
Rezidiv frühzeitiger definiert ist! Bei vierwöchiger
PSA-Bestimmung sind diese Vorgaben natürlich kaum anzuwenden.
-
Bernt vermutete am
24.10.2005:
-
vielleicht
liegt bei Dir ein sog. PSA-Bounce vor.
-
Internetfundstelle:
-
"......Zu
berücksichtigen ist der PSA-Bounce, ein vorübergehender
Anstieg des PSA meist im zweiten Jahr nach der Seedimplantation aus
bisher nicht genau bekannten Gründen. Man vermutet ggf. eine
Entzündung, bedingt durch ein Absterben der Tumorzellen als
Ursache. Die Prognose wird dadurch nicht negativ beeinflusst,
Patienten mit einem PSA-Bounce haben statistisch sogar eine
überdurchschnittliche Heilungsrate....."
- Barbara
schreib am 31.3.2006:
-
Der norddeutsche
Urologe, der kürzlich eine radikale Prostatsektomie bei meinem
Mann durchgeführt hat und vor einigen Jahren zu einer
Behandlung mit Seeds geraten hatte (wir entschieden uns damals
stattdessen für Abwarten und Beobachten – jetzt war es
für Seeds ohnehin zu spät) sagte uns jetzt, dass nach
seiner Beobachtung bei allen Seeds-Patienten nach ziemlich genau
fünf Jahren Probleme mit Durchfall aufträten.
- Thomas
schrieb am 16.8.2006:
-
Habe vor knapp 14
Tagen die Seeds implantiert bekommen und dann eigentlich erst
richtig realisiert, dass es sich doch um einen heftigen Eingriff
handelt. Also gut, gedulde ich mich.
-
In dieser Zeit hatte
ich die unterschiedlichsten Empfindungen.
-
OK, Wundschmerz kann
man in etwa lokalisieren, merkt man auch, wie er weniger wird. Ist
jetzt kein Thema mehr.
-
Nur jetzt nach 14
Tagen wird es meiner Meinung nach schlimmer, anstatt besser. Das
Wasserlassen ist eine Qual.
-
Es beginnt und ich
denke: Ah. Aber anstatt zu laufen stoppt es und ich denke: Oh. Das
ist dann mit solchem Schmerz verbunden, dass es einem die Tränen
in die Augen treibt. Gegen diesen Schmerz versuche ich dann mit
Entspannen zu kontern. Und dann tröpfelt es so drei Minuten vor
sich hin.
-
Dann gibt es aber auch
wieder Momente, da läuft es zwar nicht wie früher, aber
ganz passabel. Ich habe leider noch nicht die Zusammenhänge
herausbekommen.
-
Vielleicht kann mir ja
jemand von euch einen, gerne auch mehrere Tipp(s) geben, womit es
zusammenhängt, was man dagegen tun kann.
- JörgK
fragte am 23.8.2006:
-
bei meinem Bruder
wurde nach einer RPE ein Lokalrezidiv festgestellt, das mit einer
Strahlentherapie behandelt wurde. Wieviele Wochen nach Beendigung
der Bestrahlung müsste das PSA eigentlich auf 0,00 sein, um von
einer erfolgreichen Bekämpfung des Rezidivs sprechen zu können
?
-
WolfhardD
antwortete einen Tag später:
-
bei mir dauerte es 5
Monate von PSA 2,x auf 0,3. Erklärungen dazu unter
www.prostata-sh.info,
dort im Bereich Infothek im Suchfenster eingeben: PSA-Wert nach
Strahlentherapie.
-
Und errut1 schrieb:
-
bei mir nach einem
Monat = 0 und nach vier Monaten auch = 0.
- Heinrich
fragte am 27.8.2006:
-
Ich habe mich nach
längerem Überlegen für eine Strahlentherapie
entschieden. 1999 habe ich eine sogenannte HIFU-Therapie
machen lassen. In den letzten Jahren ist mein PSA-Wert ganz
allmählich wieder gestiegen. Ausgangswert nach der HIFU war
0,2, und ist jetzt bei 3,9 Ich mache jetzt eine Hormonbehandlung
(Enatone, Ein-Monats-Depot) zeitgleich mit der Bestrahlung. Ich habe
Bedenken mit Nebenwirkungen der Bestrahlung und würde gerne
wissen, ob es noch jemanden hier gibt, der die Bestrahlung hinter
sich gebracht hat, und wie es ihm erging.
-
pattaschon
berichtete am selben Tag:
-
bei mir wurde sechs
Jahre nach einer RP im Mai ein Rezidiv an der OP-Narbe mittels PET
diagnostiziert. Danach habe ich im Juli eine Strahlenbehandlung
gezielt auf das Rezidiv begonnen, die ich am kommenden Mittwoch nach
37 Sitzungen abschließe. Die NW waren gering. Unangenehm waren
lediglich ab der 25. Bestrahlung ein Brennen beim Stuhlgang und ein
geröteter und juckender Po. Dieses wurde mit einer Salbe
begleitend behandelt. Sonst keine Beschwerden. Habe wie immer Sport
gemacht.
-
Michael:
-
ich wurde 2004 mit
64,8 Gy bestrahlt nach einer RPE. Habe die Bestrahlung ganz gut
überstanden. Abgesehen von etwas Durchfall, gab es keine
Nebenwirkungen, da es die ED [erektile
Dysfunktion – Ed] bereits nach RPE schon gegeben
hat.
-
Hans (GL):
-
auch ich habe mich
einer Bestrahlung meines Rezidivs unterzogen. Außer etwas
Müdigkeit habe ich bis jetzt fast keine Nebenwirkungen.
-
Erwin schrieb am
28.8.2006:
-
Ich gehöre zu den
"Nur-Bestrahlten" und habe mit dieser Therapie bisher sehr
gute Erfahrungen gemacht. Hatte keinerlei Nebenwirkungen. Der PSA
Wert pendelt seit langer Zeit zwischen 1,2 und 1,7.
-
Von etwas anderen
Erfahrungen berichtete am selben Tag SHG-Leiter Franz:
-
Selbst habe ich keine
Erfahrungen mit den Nebenwirkungen einer Strahlentherapie, kann aber
von Betroffenen aus der Selbsthilfegruppe berichten.
-
Abgesehen von den
Hautrötungen und den leichten Problemen am Po stellen sich doch
verhältnismäßig oft nach längerer Zeit merkbare
Beschwerden mit dem Darm ein. Es sind Blutungen die teilweise recht
kräftig in Erscheinung treten. Ich glaube sagen zu können,
dass man diese Nebenwirkungen akzeptieren muss, wenn man sich
bestrahlen lässt. Vorbeugen mit entsprechenden Naturmitteln für
die Verdauung ist angezeigt.
- Patrick
berichtete am 12.2.2011:
-
Für mich begann
der Albtraum im August 2004. Mein PSA lag knapp über 3. Im
Rahmen eines Krankenhausaufenthaltes wurde auch eine
Ultraschalluntersuchung des Bauchbereich gemacht. Dabei wurde im
Bereich der Prostata ein auffälliger Bereich festgestellt. Bei
der rektalen Untersuchung durch den Leiter der urologischen Station
wurde etwas festgestellt..."ja da ist etwas, wir sollten eine
Biopsie machen...." Vier Wochen später bin ich dann zur
Biopsie. Bei einem mittlerweile angestiegenen PSA von 5,2 waren alle
Stanzen befallen. "Entdifferenziertes Adenokarzinom".
-
Auch ich bin dann erst
einmal in ein Loch gefallen, habe mir dann aber gesagt..."du
packst das" und habe dann im Internet die verschiedenen
Möglichkeiten der Behandlung recherchiert. Habe dann auch
diverse Reisen durch die Republik gemacht um mich mit Operateuren
und Strahlentherapeuten zu unterhalten.
-
Im Rahmen dieser
Recherchen bin ich dann auf die Klinik am Ring in Köln
gestoßen. Terminvereinbarung lief sehr kurzfristig, habe mich
dort sehr gut beraten gefühlt. Eine Behandlung mit SEEDS wurde
abgelehnt da der Tumor zu weit ausgedehnt war. Bzgl. einer OP hatte
ich vorher schon gehört das man ggf. eine Anschlussbestrahlung
vornehmen müsste da der Tumor wie o.a. zu groß wäre.
In Köln empfahl man mir das HDR Afterlaoding als Behandlung
"des lokal fortgeschrittenen PC". Allerdings empfahl man
mir, das ich mir die Lymphknoten im Becken entfernen lassen sollte.
Nach den Nanogrammen ergab sich nur eine Wahrscheinlichkeit von 10 %
das der Tumor gestreut hätte aber das wäre dann für
die weitere Behandlung fatal gewesen.
-
So habe ich mir dann
per offenen Bauchschnitt die Lymphknoten entfernen lassen. Drei Tage
später konnte ich schon wieder nach Hause. Parallel dazu
erhielt ich eine Drei-Monats-Hormonspritze. Dann begann nach
Weihnachten 2004 die äußere Bestrahlung im Medizincenter
Bonn, insgesamt sieben Wochen lang. Einzige Nebenwirkungen: Etwas
verstärkter Harndrang und auch Durchfälle. Unvergesslich
bleibt mir Weiberfastnacht 2005, als ich nach meiner letzten
Bestrahlung von Bonn mit dem ICE zurückfuhr und dieser mit 1000
Narren gefüllt war, die nach Köln wollten, alle Toiletten
besetzt waren und ich musste. Der Zug hätte keine Minute später
in Köln einfahren dürfen, dann hätte ich ein großes
Problem gehabt. Ansonsten habe ich die äußeren
Bestrahlungen ohne jegliche weitere Nebenwirkungen überstanden,
bin halbtags noch (freiwillig) arbeiten gegangen um auf andere
Gedanken zu kommen und hatte nie das Gefühl gehabt krank zu
sein.
-
Dann kamen die drei
inneren Bestrahlungen, das sog. Afterloading. Aus
versicherungs(abrechnungs)technischen Gründen musste ich
jeweils drei Tage in der Klinik bleiben.
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Am Morgen des
Afterloading bekam ich eine leichte Beruhigungspille und war
jedesmal schon fast weg, bevor ich noch den Arzt zu Gesicht bekam.
Die Eingriffe sind in Vollnarkose, um eine ruhige Lage zu
gewährleisten. Der Strahlenträger wurde durch den Damm
direkt in den Tumor eingebracht und somit erfolgte eine hohe
Boostbestrahlung direkt "im Körper meines Feindes".
Wie o.a., dieses Procedere musste ich dreimal über mich ergehen
lassen, war aber absolut stress- und schmerzfrei. Einzelheiten dazu
gibt es unter Google / Afterloading /.
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Das Warten auf die
ersten PSA-Werte war immer sehr spannend und manchmal, nach den
ersten Bounce-Ergebnissen, auch von Zweifel geprägt ob die
Entscheidung doch die Richtige war. Heute weiß ich, das sie
es, für mich, war. Mein PSA liegt nun bei 0,23. Das
Versorgungsamt hat mir mitgeteilt, meine Heilungsbewährung wäre
eingetroffen und hat mir die 60 % SB entzogen (hatte ich auch
nichts dagegen). Mir geht es gut und ich betrachte mich als geheilt.
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Während der
gesamten Behandlung hatte ich minimale Nebenwirkungen die sofort
nach dem Ende der Behandlung verschwanden.
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Dieser Artikel ist
keine Werbung für die Brachytherapie. Er gilt als Info für
diejenigen, die sich noch in der Entscheidungsphase für eine
Therapie befinden und die sollten dann auch alle Möglichkeiten
kennen, die es gibt.
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