Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Therapie-Erfahrungen –
Peptid-vermittelte Radioligandentherapie (PRLT)

[Die hier geschilderten Therapie-Erfahrungen können keine statistische Aussage über Erfolg oder Misserfolg bei dieser Therapie liefern. Es handelt sich ausschließlich um Einzelerfahrungen.
Eine hervorragende Übersicht über die Erfahrungen zahlreicher Patienten mit diversen Behandlungsformen bietet die Seite myProstate.eu.
Kombiniert man den in der PSMA-PET/CT verwendeten Tracer („Zell­fähre“) mit einem stärker als 68Ga strahlenden (künst­lich hergestellten) Radio­nuklid (Radio­phar­makon), wie z. B. dem Alpha-Strahler Actinium-225 (225Ac) oder den Beta-Strahlern Lutetium-177 (177Lu), Yttrium-90 (90Y) oder Jod-133 (133I), so lässt sich hiermit eine di­rek­te inne­re Bestrah­lung und damit Zerstörung der be­tref­fenden Krebs­zel­len bewir­ken. Die Behandlung mit 177Lu ist dabei die am häufigsten angewandte.
Die The­ra­pie mit einem dieser Radio­thera­peu­ti­ka wird als „Pep­tid-ver­mit­telte Radio­liganden­the­ra­pie“ (PRLT) be­zeich­net. Mit ihr können alle Tumoren/Metastasen behandelt werden, die auf der Oberfläche der Krebszelle das Prostata-spezifische Membran-Antigen (PSMA) aufweisen. Festgestellt wird diese PSMA-Expres­sion durch die 68Ga-PSMA-PET/CT oder 68Ga-PSMA-PET/MRT. Etwa fünf bis zehn Prozent alles Krebsklone sind allerdings PSMA-negativ, weisen also dieses Antigen nicht auf. Dann ist weder eine PSMA-PET/CT noch eine PRLT möglich.
Kliniken, die die PSMA-PET/CT und die PRLT anbieten, können dieser Liste entnommen werden.
(Der vorstehende Text ist entnommen der Schrift „Bei mir wurde Prostatakrebs festgestellt – was nun?“, die hier heruntergeladen werden kann.)
Ed]

GK1957 schrieb am 24.4.2017:
Habe eine nicht so leichte Zeit hinter mir. Es ging los im November. Hatte grobe Schmerzen an der rechten Rücken-Seite. Habe sofort ein CT machen lassen mit dem Ergebnis : Nicht's zu sehen. Leider nahmen die Schmerzen unerträglich zu.
Ließ daraufhin das CT von einem befreundetem Arzt untersuchen (einen Monat später nach CT-Aufnahme). Ergebnis: Die im August eingesetzten Versteifungen waren gebrochen.
Sofortige OP's (2) Mitte Dezember: Neue Stäbe mit zusätzlicher Unterstützung mittels eines "Waagenhebers-> Ärztesprache ". Wieder mal Rollstuhl.
Dann Mitte Januar Reha mit gutem Erfolg bis Mitte Februar (ohne Rollstuhl). Dann ging's los mit Schmerzen rechts an der Hüfte. Wieder Rollstuhl, da ich schmerzbedingt nicht mehr richtig gehen konnte.
Wieder CT und Blutwerte. Ergebnis: AP stieg rasant an (von 150 im Dez. auf 700 Anfang März). PSA, das Mitte Januar bei 4 ng/ml lag (gefallen von 7 im Dez.) stieg auch wieder auf 7,8. Dann kam der Vorschlag meines Arztes : LU 177-Therapie, welche sehr erfolgsversprechend sei.
Therapie-Verlauf:
Anfang März Start mit den Vorchecks : PSMA-CT, Nieren- und Speichel-Check. Alles "positiv": Am 13.03. Start mit dem ersten Zyklus an der Uni-Klinik Regensburg. Nach zwei Wochen PSA-Wert-Check: Von 12 auf 30 gestiegen (innerhalb von zwei Wochen). Lt. Doc's (Uro und Strahlen) soll es sich um einen PSA-Bounce handeln. Vorab hatten mich die Ärzte informiert, dass ich eventuell mehr Schmerzen bekommen würde. Das wäre aber ein gutes Zeichen auf Ansprechen.
Genau diese Schmerzzunahme ist dann eingetreten mit dem "Höhepunkt" nach 3 Wochen: Rechte Hüfte: unerträglicher Bewegungsschmerz, der lt. MRT von einer Entzündung kommt.
Nach fast zweiwöchiger Schmerztherapie (u.a. Cortison) im Krankenhaus -> Schmerz komplett weg, Entzündungswerte bei 0.
Mein momentaner Status:
Physisch: Schmerzen im unteren Rücken, Rollstuhl, aber mit Krücken ist Gehen (mit Schmerzen) möglich.
Psychisch: Ich muss den Ärzten glauben, dass der PSA-Anstieg ein Bounce ist und dies als positiv zu bewerten ist.
Genauso muss ich die Schmerzen als "positiv" deuten.
Zu den Behandlungskosten: Meine Versicherung übernimmt die Kosten (PV).
Hvielemi antwortete am selben Tag:
Momentan teile ich die Sorge, ob der PSA-Anstieg nur ein Bump sei, oder ein echter Anstieg. Ich hatte nach der PSMA-RLT mit Yttrium177 sehr plötzlich Schmerzen in der einzigen Knochenmetastase. Nach der zweiten Ladung mit Lutetium90 war das viel schwächer, und nun, nach einer einmaligen perkutanen Bestrahlung, sind diese Schmerzen ganz weg. Dafür die bange Frage, ob der PSA-Anstieg innerhalb von vier Wochen auf das Vierfache doch nur ein Bump sei.
Seit Oktober 15 findet man in meinem Verlauf [1] vier scharfe Spitzen, die jeweils einen Bump durch verschiedene Bestrahlungen nach raschem PSA-Anstieg repräsentieren. Diese Bumps sind also durchaus real, und ich vermute mal, dass Du auch grad so ein Fänomen erlebst.
Am 1.Mai wird bei mir wieder gemessen.
Hans-J. schrieb am 26.4.2017:
Wichtig scheint mir in dieser Situation, die Bildgebung mehr zu wichten als das PSA-Geschehen. Ich kann Dir ebenfalls bestätigen, dass sowohl der PSA-Bounce als auch die Schmerzen während der Therapie eher Indikatoren eines Ansprechens auf die Therapie sind als ein Progress.
Diese Erkenntnisse sind sowohl von einigen Schwerstbetroffenen als auch in dem gestrig geführtem Gespräch mit Professor Essler Bonn als häufig bestätigt worden.
Der AP oder auch BAP solltest du mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen, da sie zu den Knochenumbauprozessen viel aussagen können. Auch der Calziumwert ist hoch interessant, da dieser Wert ansteigen kann.
Bei Nervenbahnkompressionen helfen fast nur noch Opiate.
Ich bewundere Dich für Deine berufliche Aktivität, vielleicht solltest du da etwas zurückrudern und Dich nicht schämen, eine Berufsunfähigkeit anzustreben.
Nach nun 6 Zyklen Xofigo (intermittierend) (Alphastrahler) zeigt die Bildgebung bei mir eine ca. 45-prozentige Reduzierung von Metastasen. Die noch verbliebenen zeigen einige regredienten Verlauf, einige sind unbeeindruckt vom Alphastrahler.
Auch bei mir zeigten sich Knochenschmerzen während der Behandlung, welche erst nach ca. 6 Tagen sich reduzierten.
Deine Entscheidung für die Lu177 scheint mir richtig gewesen zu sein, da der Alphastrahler eine recht starke, direkte Bestrahlung ist. Da zudem das Calzium als Trojanerfunktion dient, sind hier einige Unbekannte im Knochenstoffwechsel gegeben.
Mittlerweile wird an einigen Unis der Lu177-Therapie der Vorzug gegeben, da die Wirkung sowohl bei Knochenmetastasen als auch Organmetastasen besser abgedeckt wird. Die Lu177 mit dem Beta-Strahler wirkt nicht so agressiv als der Alphastrahler.
Darauf ging Hvielemi am selben Tag wie folgt ein:
Xofigo mit der PSMA-Lutetium-RLT zu vergleichen, ist nicht einfach. Entscheidend, ob Alpha- oder Beta-Strahler, ist nicht die Aggressivität, sondern die unangenehme Tatsache, dass sich der PSMA-Ligand auch in Tränen-, Speichel- und anderem Drüsengewebe festsetzt, im Gegensatz zum Radium, das sich in den Knochenmetastasen ganz ohne Ligand einlagert. Alpha-Strahler würden diese Drüsen rasch zerstören.
Hätte man einen Liganden, der zwar an PCa-Zellen bindet, aber nicht an andere Drüsen, würde man selbstverständlich ebenfalls Alpha-Strahler für die PRLT verwenden, weil diese äusserst kurzstrahlig sind und sich somit nicht auf benachbartes Gewebe auswirken, wie dies Beta-Strahler tun (mit Yttrium-90 hab ich die NW auf den Darm deutlich erlebt …).
Für Knochenmetastasen allein sehe ich keinen Vorteil der PRLT gegenüber Xofigo. Im Gegenteil: Meine Knochenmetastase im Oberschenkelhals hatte zwei PRLTs mit Yttrium90 und Lutetium177 überstanden, im Gegensatz zu den Lymphknoten, die zumindest aus der PET-Übersicht verschwunden sind.
Wer nur Lymphknoten oder diese und Knochen zusammen behandeln will, wird wohl eher zur PRLT greifen, und muss dann ggf. Knochen perkutan nachbestrahlen. Sind aber nur Knochen das Ziel, ist zweifellos Radium bzw. Xofigo das Mittel der Wahl. Mit Studien dazu kann ich nicht dienen. Zur PSMA-RLT gibt es ganz einfach keine.
Am 27.4.2017 ergänzte Hvielemi:
Die PSMA-Therapie kann vieles, mit Lutetiul177 [5] und noch mehr mit Actinium225, das meine Ärzte in Heidelberg aber als die ultimative Notbremse bezeichnet haben, weil das Tränen- und Speicheldrüsen massiv schädige bis zerstöre und die Nieren schwer belaste.
https://prostatecancerinfolink.net/2016/07/15/a-first-in-human-trial-of-actinium-225-psma-617/
Irgendwann ist der Punkt erreicht, wo was anderes nicht mehr geht. Dann und erst dann greife man zum Telefon und rufe in Heidelberg an. Es ist durchaus möglich, dass Du dich angesichts deiner Schmerzen an diesem Punkt befindest. In Heidelberg hält man neben den üblichen sechs Wochen Wartezeit Betten frei für dringende Fälle. Davon hab ich auch schon profitiert, allerdings auf meinen Wunsch mit dem "harmlosen" Lutetium.
Am selben Tag schrieb wieder Hans-J.:
In Grunde hast du Recht, dass Xofigo i.d.R. bei reinen Knochenmetastasen besser wirkt. Aber wie du siehst, gibt es auch hier Metastasen die nicht ansprechen. Selbst wenn es wenige sind. Natürlich sollte erst abgewartet werden, ob sich ein verspäteter regredienter Verlauf einstellt. Und die NW. bei Xofigo sind auch nicht so ohne:
- Appetitlosigkeit bis zur Übelkeit,
- hyperaktive Blase,
- Gewichtsverlust,
- wenig LQ
Diese Symtome halten bis zu 3 Wochen nach Injektion an. Schmerzen nach Injektion bis zu einer Woche an allen Metastasen.
@Konrad, ich hatte versucht, Dir die Einnahme von Selen vor Beginn der Lu 177-Therapie anzuraten. Andere Mitbetroffene haben das gemacht sowohl in Bad Berka als auch in Heidelberg. Sie hatten jedoch nur leichte Beeinträchtigungen und bei keinem eine nachhaltige Schädigung von Schild, Speichel und Tränendrüsen. Natürlich habe ich mich auch mit Selen geprimt vor Xofigo und fast keine Probleme gehabt.
Zu deiner Metastase:
Du weißt, dass einige M. auch schon bei mir RT, Hifu, Xofigo überlebt haben. Nach heutigem Kenntnisstand würde ich eine kurative Bestrahlung nicht mehr anstreben. Nicht nur wegen einer Artefaktgefahr, sondern auch wegen der Schädigung von blutbildenem Knochenmark. Entweder Einzeitbestrahlung 8 Gy oder 3 x 4 Gy. Besser noch eine G1-Stellung durch Sensibilisierung oder Reoxygenierung kurz vor Bestrahlung an der Stelle.
Du wirst es nun aushalten müssen: Jetzt weißt du, worüber ich vor Jahren schrieb und nur wenige den Sinn verstanden hatten (Resistenzen bei Metastasen).
Z. B. Seneszenz aufheben, Reoxygenieren, Sensibilisieren, Bestrahlen mit Gy welche Knochenmark schont und TZ vernichtet. Wiederholt werden kann ohne einen Knochenartefakt zu verursachen.
Um Durchbruchschmerzen zu lindern, würde ich – neben den bekannten Schmerzmittel – mich einmal mit dem Cannabidiol 10 % RAW beschäftigen. Hierüber habe ich mich irgendwo einmal ausführlich ausgelassen. Evtl. könnte es jetzt sogar auf Rezept erhältlich sein.
Ich habe Ac-225 in Bonn auch noch einmal thematisiert. Dieser überwiegender Alpha-Strahler emitiert auch gering Beta-Strahlung. Natürlich wird Haberkorn genau beobachtet.
Die Unbekannte ist das Francium-221 welches sich noch in weitere Isotope zerlegt und von dem niemand richtig weiß was es im Körper anstellt. Natürlich könnte man auch sagen, jede Metastase weniger in der Bildgebung ist mir z. Z. wichtiger als mögliche NW in X Jahren.
In jedem Fall sollte Actinium-225 im Auge behalten werden.
GK1957 meldete sich am 30.7.2017 wieder:
Bin die letzten Monate durch ziemlich harte Zeiten gegangen. Permanente Schmerzen mit dem Glauben, die würden positiv im Sinne der Zellzerstörung sein. Leider ergab der Check nach zwei LU177-Therapien ein Totalversagen der Therapie: Metastasen in den Knochen alle mehr geworden. Natürlich stürzte ich ein totales Tief mit sofortiger Schmerzunahme (wahrscheinlich psychisch bedingt).
Was tun?
Schnellstmöglich Chemo aufsetzen. Also vor 4 Wochen Start mit Chemo (Cabazitaxel). Die ersten Tage waren noch ok durch die Cortison-Infusion. Aber dann ging's los: Schmerzen ohne Ende. Und nichts half dagegen: Nehme momentan: 3 * 60 Tropfen Methadon und 3*40 Tropfen Novalgin. Also es dämpft etwas, aber der Tag ist mehr mit Schmerzen als gefüllt als ohne. Dazu kommen speziell am Abend Knieschmerzen, die unerträglich sind und ich damit auch kaum mehr schlafen kann. Wo die herkommen, weiß wieder keiner.
Also kurz gesagt : Bin ziemlich am Ende! Das einzige, was mich seit letzter Woche wieder aufbaut ist folgendes: Meine AP-Werte sind seit Februar von 130 bis Mitte Juli auf über 1400 gestiegen (eben auch während der Strahlentherapie). Nun war der vorletzte Wert der AP Mitte Juli 1450 und 1,5 Wochen später 820. Das scheint ja wohl auf ein Greifen der Chemo hinzuweisen. Kann natürlich auch sein, dass doch noch Strahlen wirken. Und nicht vergessen : Mögliche Wirkverstärkung durch Methadon. Ich weiß es nicht, nur gibt mir dieses Sinken doch wieder Hoffnung.
Hvielemi antwortete am selben Tag:
Bisher hab ich immer irgendwas Schlaues schreiben können, nun bin ich rat- und fassungslos über deinen Leidensweg. Möge die Kombitherapie von Chemo und Methadon die erhoffte Synergie bringen!
AP findet sich im Abkürzungsverzeichnis unter ALP:
alkalische Phosphatase (AP)
Eine Gruppe von Enzymen; u. a.Marker für die Geschwindigkeit, mit der Knochengewebe gebildet wird.Häufige Ursachen für Werte oberhalb des Referenzbereichs: Von Krebs oder Stoffwechselstörungen verursachte Knochenerkrankungen. Die knochen-spezifische alkalische Phosphatase (Ostase; Referenzbereich im Blut für Männer: 15-41 U/l) kann zur Verlaufskontrolle bei Knochenmetastasen z. B.infolge von Prostatakrebs verwendet werden. Der Referenzsummenwert für die Gesamtheit der Alkalischen Phosphatasen liegt bei 40-129 U/l. Dieser Wert ist aber stark vom Messverfahren abhängig, weswegen in anderen Quellen ein Referenzbereich von z. B. 62-176 U/l (für Männer) angegeben wird.
Der Serumspiegel der Alkalischen Phosphatase kann auch infolge einer Behandlung mit Docetaxel erhöht sein.
GK1957 schrieb am 31.7.2017:
Muss mich nun selbst am Schopf packen und auf die Chemo mit Methadon hoffen. Immerhin habe ich einen Arzt, der es mir verschreibt. Gibt ja da Riesenprobleme, dass man das verschrieben bekommt. Ich selbst kenne einen Fall, wo selbst ein Angestellter im KH keinen Arzt dort findet, der Ihm Methadon verschreibt.
Ich selbst sehe neben der jetzigen Chemo noch zwei Optionen:
- Zytiga, was ich noch nicht hatte. Nachdem ja Xtandi bei mir gut 1,5 Jahre gewirkt hat, könnte Zytiga (Abiraton) ja dann auch noch etwas wirken.
- Und dann noch Heidelberg mit Actinium. Hier habe ich Bilder gesehen, wo bei Lu-177-Versagern diese Therapie dann voll eingeschlagen hat.
ich werde kämpfen und lass mich erst mal nicht unterkriegen.
Danke, dass es Euch im Forum gibt. Ziehe hier auch viele Positives raus und das Positiv-Denken ist wohl mit das Wichtigste in dem Kampf.
Hvielemi schrieb am 10.8.2017 unter dem Betreff „4. Zyklus PSMA-Lu177-Therapie „:
In nur zwei Monaten seit der letzten PRLT mit PSMA-Lu177 ist das PSA von 54 auf nur 2.4ng/ml gesunken. Und auch im PSMA-Lu177-Bremsstrahlen-Szintigramm (rechts) ist die Schrumpfung der Metastasen deutlich zu sehen:





Das rechte Szintigramm entstand heute zur Kontrolle der Verteilung des gestern injizierten PSMA-Lu177, das linke entsprechend am 12.06.2017, bei rund zwanzigfachem PSA-Wert. Bringt die heutige – aus meiner Sicht verfrühte – Therapie nocheinmal einen solchen Absturz des PSA, sollte im Oktober 0,1 ng/ml erreichbar sein.
Nach dem Szintigramm habe ich wieder mal das Frühstück regurgitiert, doch heute überwiegt die Freude an dem erneuten Erfolg der PRLT. Die Preisfrage ist nun, wann der nächste und vielleicht letzte Zyklus erfolgen soll. Schematisch in zwei Monaten, wie man mir vorschlägt, oder nach dem Nadir, wenn die Metastasen wieder heranwachsen und für eine umfangreiche PSMA-Bindung des Lu177-beta-Strahlers sorgen werden. Die Ärzte und ich haben da sehr unterschiedliche Ansichten.
Hvielemi ergänzte am selben Tag: Die Schattenseite der Therapie ist, dass die Blutwerte zwar langsam, aber stetig abnehmen in Richtung Blutarmut. Noch sind die Werte so, dass ich kein EPO bekomme oder gar Transfusionen, aber Kraftlosigkeit und Müdigkeit und Dauerfrösteln sind Begrenzungen, an die ich mich wohl gewöhnen muss. Das wird mich auch die Grenzen der PSMA-Therapie bringen. Ein- oder zweimal wird das schon noch gehen.