Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Transurethrale Mikrowellentherapie, TUMT

Johannes fragte am 18.1.2005:
Wer kann mir etwas über die Anwendung folgender Therapie bei PC sagen: Mikrowellen-Thermotherapie oder Transurethrale Radio Frequenz Therapie?
Urologe fs konnte; am selben Tag antwortete er:
die TUMT war (außer in den Augen und Portemonnaies der Anbieter) schon bei der gutartigen Prostatavergößerung ein Flop. Da kann ich der Anwendung beim PK auch nicht viel mehr abgewinnen.
Und Marco schrieb:
Mikrowellen dringen einige Zentimeter tief in wassergefüllte Gewebe ein. Sie sind daher für die Krebsbekämpfung denkbar ungeeignet. Im Mikrowellenofen kann mans erproben an einer dicken Kartoffel.
Die erreichte Temperatur ist außerdem von der Wärmekapazität und der Wärmeabfuhr durch Abtransport durch strömende Stoffe (Blut) und durch Wärmeleitung (bei Wasser ganz gut) abhängig. Daher ist die erreichte Temperatur nur grob vorhersagbar. Noch schwieriger ist die Vorhersage der Temperaturverteilung im Gewebe. Wir wollen aber das entartete Gewebe totkochen, das gesunde Gewebe nicht oder wenig genug schädigen. Da wäre es besser, von innen geheizte Sonden (viele feine) unter Bildkontrolle (Röntgen oder NMR) einzusetzen.
Selbst wenn man die Mikrowellenfrequenz um den Faktor 1000 hochsetzen würde, wäre die direkte Heizung über Wärmeleitung, eventuell auch mit Wärmestrahlung, noch besser.
Da ist selbst HIFU (Ultraschall, den ich auch für zu grob halte) noch besser als die Mikrowelle.
Kryo oder implantierte oder vorübergehend eingeschobene radioaktive Seeds machen da auch mehr Sinn.
Bestrahlung nach dem heutigen Stand ist eindeutig besser, zukünftige Bestrahlungssysteme mit Protonen, Neutronen oder schweren Ionen werden besser sein, aber sind erst in einigen wenigen Anlagen weltweit verfügbar.
Auch die Aufheizung im schnellen Wechselmagnetfeld durch angelagerte magnetische Partikel (nur an den Krebszellen) hat ein großes Potential.