Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Therapiearten – Protonenbestrahlung

[Die Bestrahlung eines Prostatakarzinoms mit Protonen ist weltweit erst an ganz wenigen Zentren möglich. In Deutschland können seit März 2009 im Rinecker Proton Therapy Center (RPTC) in München Patienten mit Protonen bestrahlt werden. Mit Protonentherapieanlagen der neuesten Generation können mit Hilfe besonders scharf gebündelter Protonenstrahlen kleine und große Tumorvolumina sehr exakt erfasst werden. Aufgrund der typischen physikalischen Eigenarten der Protonenstrahlung kann dabei die Dosis außerhalb des eigentlichen Zielvolumens häufig sehr gering gehalten werden. Die biologische Wirksamkeit der Protonenstrahlung ist noch nicht in allen Details erforscht, entspricht aber insgesamt ungefähr der von Photonen. Hier ist eine Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) nachzulesen. – Ed]

Frido fragte am 23.3.2005:
Wer kennt die Adresse und weiß Näheres über eine besondere Bestrahlung aus USA (nur in München möglich), wobei man vorher in Holland (Utrecht?) eine genaue Untersuchung machen lassen sollte?
Dieter V. antwortete am selben Tag:
du meinst sicher das neue Rinecker Proton Therapy Centers in München, Telefon 089-660680 (http://www.rptc.de).
Protonenstrahlen sind - zumindest theoretisch - erheblich nebenwirkungsärmer als die sonst angewendeten Photonenstrahlen (3-D-konformale Strahlentherapie oder IMRT).
Photonenstrahlen geben gleich nach dem Eintritt in den Körper die höchste Strahlendosis. Die Strahlendosis nimmt dann ab und hat im Tumorbereich – je nach Tiefe – nur noch einen Teil der Wirkung. Auch im weiteren Verlauf wird noch abnehmend weitere Strahlung wirksam. Nur durch 3- oder mehrdimensionale Bestrahlung aus verschiedenen Richtungen entsteht im Focus der Strahlen – im Tumor – eine ausreichend hohe summierte Gesamtwirkung. In jedem Falle ist eine beachtliche Schadstrahlenwirkung im gesunden Gewebe nicht zu vermeiden.
Die Protonenstrahlen treten mit niedriger Strahlenwirkung in den Körper ein. Mit der Abbremsung der Protonen im Gewebe wird die Strahlung zunehmend wirksamer. Am Endpunkt der Reichweite der Strahlen – im Tumorbereich – erfolgt ein schneller und starker Anstieg der Strahlenwirkung – genau da, wo man sie wünscht. Anschließend geht die Strahlenwirkung schnell auf Null, so dass hinter dem Tumor keine Strahlen mehr wirksam werden. Das schont den Darm und andere Körperteile.
Somit kann mit Protonenstrahlen der Tumor räumlich punktgenau bestrahlt werden. Der Tumor wird hierbei punktförmig abgerastert (ähnlich wie ein Fernsehbild auf dem Fernsehschirm).
Auch die Protonenstrahlen werden jeweils aus mehreren Richtungen abgegeben.
Diese neue Klinik, das Rinecker proton Therapy Center, soll ab April den Betrieb aufnehmen. Telefon siehe oben.
Mit einigen gesetzl. Krankenkassen sind bereits Kostenübernahmevereinbarungen getroffen worden (u. a. AOK Bayern) Die Kosten für Privatpatienten liegen zwischen 25.000 und 30.000 €.
Die Protonenstrahlentherapie dürfte gegenüber OP und Strahlentherapien diejenige Therapie sein mit den geringsten Nebenwirkungen.
Aber auch die Protonentherapie ist eine lokale Therapie, die nur lokal wirkt, also nicht auf eventuell vorhandene Mikrometastasen wirkt. Letztere sind aber sehr oft die Ursache für einen späteren erneuten PSA-Anstieg.
Ich persönlich würde mich aber daher erst einmal hier in den Internetseiten des BPS - www.prostatakrebs-bps.de und KISP www.prostatakrebse.de umsehen – Diagnosemöglichkeiten und Therapieoptionen einschließlich der Dreifachen Hormonblockade.
Vor jeder Therapieentscheidung steht eine sorgfältige Diagnose und Bewertung der Chancen und Risiken der Therapien.
Freddy ergänzte Dieters Antwort am selben Tag wie folgt:
Das neue Protonen-Therapie-Zentrum informiert auch sehr umfassend unter www.rptc.de. Mit dieser effektiven und im Vergleich nebenwirkungsarmen Behandlungsform wurden seit 1990 in Loma Linda, Kalifornien (http://www.protons.com/) mehrere tausend Leidensgenossen behandelt. Bei Verdacht auf fortgeschrittenen PK wird die Protonentherapie mit einer herkömmlichen (Photonen)-Bestrahlung kombiniert.
Auf Fridos zweite Frage antwortete Herbert am 24.3.2005:
mit der Untersuchung in Holland, glaube ich, meinst Du wahrscheinlich die USPIO.

Manfred schrieb am 31.3.2005:
Aus der FTD vom 31.3.2005 :
Gesundheitswirtschaft: Krebs unter Protonen-Beschuss
Von Tobias Bayer, Hamburg
In München startet das erste privat finanzierte Bestrahlungszentrum.
Hans Rinecker kann über das öffentliche Gesundheitswesen nur den Kopf schütteln. "Kurzfristig eine staatliche Finanzierung auf die Beine zu stellen, ist unmöglich", klagt der Aufsichtsratsvorsitzende der Prohealth AG.
Der Münchner Arzt stieß bei der Verwirklichung seines Traums auf zähen Widerstand der Behörden. Rinecker will die Bestrahlung von Krebstumoren mit Protonen als Standard in Deutschland etablieren. Das von ihm ins Leben gerufene "Rinecker Proton Therapy Center-1" (RPTC-1) gilt als eines der größten privat finanzierten Medizintechnikprojekte in Deutschland.
In den USA vertraut bereits unter anderem die Harvard Medical School auf dieses Verfahren. Bei Protonen handelt es sich um Wasserstoffatomkerne, die mittels elektromagnetischer Felder auf bis zu zwei Drittel der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden. Der Vorteil gegenüber der traditionellen Röntgenstrahlung: Die Protonen geben ihre gesamte Energie im Tumor ab und verschonen deshalb gesundes Gewebe.
Jahrelang scheiterte die Realisierung des Projekts an den hohen Kosten. Doch Rinecker hielt trotz mehrerer Rückschläge an seiner Idee fest. Mit Erfolg: Bald soll in München das 150 Mio. Euro teure RPTC-1 eröffnet werden. Die Genehmigung durch das Landesamt für Umweltschutz wird in den kommenden Tagen erwartet.
Das Geld für die Finanzierung stammt ausschließlich aus dem Privatsektor. Neben Rinecker selbst, der 15 Mio. Euro beigesteuert hat, sitzen noch die bayerische HypoVereinsbank, die WestLB und die Hannover Leasing mit im Boot.
Mehrere gesetzliche Krankenkassen haben bereits Versorgungsverträge zur Nutzung der Therapie abgeschlossen, darunter die AOK Bayern und der Landesverband der Betriebskrankenkassen Bayern.
Die Verträge umfassen bislang die Behandlung fast aller Krebserkrankungen. Doch die Liste der Indikationen könnte deutlich kürzer werden, je nach Votum des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-Ba). Dieser legt für die gesetzlichen Krankenkassen fest, welche medizinischen Leistungen zweckmäßig sind. Der G-Ba prüft seit Mai 2002 die Wirksamkeit der Protonentherapie. Bis jetzt hat der Ausschuss bei zwei Indikationen grünes Licht gegeben. Fünfmal legte er sein Veto ein. Weitere Indikationen werden noch untersucht. "Es gilt der Verbotsvorbehalt, bis wir einen Beschluss fällen", sagte eine Sprecherin. Damit das Protonentherapiezentrum wirtschaftlich arbeiten kann, müssen mindestens 4000 Patienten pro Jahr dort behandelt werden. Sollte der G-Ba weiterhin bei seiner restriktiven Zulassungspraxis bleiben, könnte nach Ansicht von Branchenexperten auf lange Sicht die Wirtschaftlichkeit des Zentrums in Frage gestellt sein.
© 2005 Financial Times Deutschland

Reinardo schrieb am 11.5.2005:
Liebe Forumsteilnehmer, nachdem ein unglückliches Schicksal mich nach Berlin verschlagen hat, habe ich dort (1. Mittwoch jedes Monats) die Selbsthilfegruppe aufgesucht und mir einige Notizen gemacht, die vielleicht von allgemeinem Interesse sein könnten:
1) Es wurde ein Vortrag gehalten über die Protonen-Therapie. Diese kommt in Frage bei vorrangig auf das Organ begrenztem Krebs, hat zu 90 % keine Nebenwirkungen und normale PSA-Werte stellen sich ein 6 - 8 Monate, spätestens zwei Jahre nach der Therapie.
Sie wird nicht von den Ersatzkassen übernommen und kostet 45.000 bis 60.000 Euro, zzgl. Flug- und Wohnungskosten in den USA.
Worin der Vorteil gegenüber der intensitätsgesteuerten Bestrahlung liegt, ist mir nicht ganz klar geworden, kann aber sicherlich von einem anderen Forumteilnehmer ergänzt werden.
2) Es gibt eine von Prof. Noll durchgeführte Prüfung des Chromagranin, d. h. Prüfung des Krebses auf kleinzellige oder großzellige Beschaffenheit. Kleinzellige Krebse wachsen schnell und bilden auch zeitig Metastasen. Großzellige wachsen langsam.
Interessant ist, dass diese Prüfung nicht aus der Biopsie, sondern aus dem Blut erfolgt. Der Test kostet ca 50 Euro.
PaulEn beantwortete die Unklarheit bezüglich des Vorteils der Protonenbestrahlung einen Tag später:
der wesentliche Unterschied zwischen IMRT oder einer anderen Variante der Photonenbestrahlung und der Protonen- sowie auch der Schwerionenbestrahlung besteht darin, dass bei der Photonenbestrahlung sowohl das vor dem eigentlichen Zielgebiet liegende Gewebe (stark) als auch das dahinter liegende Gewebe (weniger stark) bestrahlt wird. Bei der Protonen- sowie bei der Schwerionenbestrahlung geben die Protonen bzw. Kohlenstoffionen ihre Strahlung vermehrt ab, wenn sie an Geschwindigkeit verloren haben, d. h. beim Eintritt in den Körper wenig Strahlung, im Zielgebiet die Maximalstrahlung, dahinter steil abfallende Strahlenergie. Damit kann die Strahlung besser auf das Zielgebiet konzentriert und das davor und dahinter liegende Gewebe besser geschont werden.
Protonen-RT demnächst in München verfügbar, Schwerionen-RT ab 2006/2007 in Heidelberg.
Fritz(D) ergänzte am 13.5.2005:
Die Vorteile der Protonentherapie gegenüber den verschiedenen Arten einer Photonenbestrahlung hat Paul schon sehr gut beschrieben. Die Kosten einer Protonenbestrahlung am Loma Linda University Medical Center in Kalifornien waren im letzten Jahr US$ 45.000,-, das entspricht nach dem aktuellen Kurs ca. € 36.000,-. Ein allerdings noch immer sehr hoher Betrag. Für Reise- und Aufenthaltskosten muss man je nach Ansprüchen zwischen € 5.000,- und € 10.000,- einkalkulieren. Die derzeit verabreichte Dosis ist 79,2 Gy bei 44 Fraktionen zu je 1,8 Gy. Die Ergebnisse sind beeindruckend und zumindest mit denen von P. Walsh zu vergleichen. Allerdings ohne dass seine strengen Auswahlkriterien angewendet werden.
Außer einem sich nach der 16. Bestrahlung einstellenden erhöhten Harndrang, der nach dem Ende der Behandlung wieder verschwand, habe ich bis jetzt keine weiteren Nebenwirkungen.
Unter den Mitbetroffenen in Loma Linda war man sich einig, dass der starke Verkehr auf den kalifornischen Freeways der unangenehmste Teil der Therapie ist.
Nach meinem Kenntnisstand soll das Rinecker Proton Therapy Center in München im Juni 2005 den Patientenbetrieb aufnehmen (www.rptc.de). Es gibt einen Versorgungsvertrag mit der AOK-Bayern und mit einigen BKKs. Man kann davon ausgehen, dass die Kosten mittelfristig für alle für gesetzlich Versicherten übernommen werden.
Fritz(D) machte am 14.5.2005 auf den folgenden Text auf der Webseite des Rinecker Proton Therapy Centers in München (http://www.rptc.de/deutsch/protonentherapie/kosten.htm) aufmerksam:
"Übernahme der Behandlungskosten
Gesetzliche Krankenversicherung
Als erste gesetzliche Krankenversicherung hat die AOK Bayern für ihre Versicherten einen Versorgungsvertrag für Protonenbestrahlung am RPTC abgeschlossen. Die AOK Bayern tritt auch als Clearingstellen für die AOKen anderer Bundesländer auf. Auch der Landesverband Bayern der Betriebskrankenkassen (BKK), wirksam für ganz Deutschland, und die Landwirtschaftlichen Krankenkassen Bayern haben entsprechende Verträge mit dem RPTC unterzeichnet. Weitere Kassen folgen. Protonentherapie in München am RPTC ist somit eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Dabei kommt dem Versicherten zugute, dass er seit Beginn 2004 ein Wahlrecht bezüglich des Leistungserbringers - also eines Protonencenters - hat und auch von seiner lokalen Versicherung grundsätzlich eine Kostenerstattung verlangen kann [§ 13 (2,3) SGB V]. Erwarten Sie hier – aufgrund der laufenden Verhandlungen – bald ein Update.
Patienten aus dem EU-Ausland
Auch für Patienten aus EU-Mitgliedsstaaten gelten die Grundsätze der Dienstleistungsfreiheit mit der Konsequenz, dass sie sich auch in Deutschland ambulante Behandlungsleistungen gegen Kostenerstattung zu Lasten des jeweiligen ausländischen Versicherungsträgers selbst beschaffen können. Ein nationales Sachleistungssystem hindert den Kostenerstattungsanspruch nicht. Demnach kann ein Patient aus einem EU-Mitgliedsstaat grundsätzlich Kostenerstattung beanspruchen, wenn er sich in Deutschland einer Protonenbestrahlung unterzieht. Dies gilt auch für im EU-Ausland wohnende Patienten, die nur zum Zwecke der Behandlung nach Deutschland einreisen. Für die Abwicklung der Behandlung gibt es zwischen der ausländischen und der betreffenden deutschen Krankenkasse ein formalisiertes Abrechnungsverfahren. Das ausländische Versicherungssystem kann bestimmte vom Patienten einzuhaltende formale Obliegenheiten vorsehen (z.B. die Behandlung darf erst nach Überweisung eines Hausarztes erfolgen), die aber weder diskriminieren noch die Dienstleistungsfreiheit behindern dürfen.
Private Krankenversicherung
Bei der privaten Krankenversicherung gilt jeweils der individuelle Versicherungsvertrag. Dazu ein wichtiger Hinweis: Die Versicherungen sind zur Zahlung von Therapien wie der Protonenbestrahlung generell verpflichtet, insbesondere durch das Urteil des Bundesgerichtshofes vom 12.3.2003 (AZ IV Z R 278/01).

Sun fragte am 7.9.2006:
Hat jemand mehr Informationen über die Protontherapie, die alternativ zur Strahlentherapie angewandt werden kann? Angeblich soll sie weniger Nebenwirkungen haben.
Hansjörg antwortete am selben Tag:
von Prof. Dr. Otmar Wiestler, dem Vorstand des DKFZ in Heidelberg, habe ich kürzlich einem Vortrag gehört, dass es noch keine gesichterten Erkenntnisse oder Studien über die Wirkungsweise der Protonentherapie gibt.
Seriöse und geprüfte Informationen darüber erhälst du über die Protonentherapie bestimmt vom KID, dem Krebsinformationsdienst des DKFZ unter KID-Telefon: Montag - Freitag, 8-20 Uhr, 06221/41 01 21.
Jürg wusste aus der Schweiz zu berichten:
Am Paul-Scherrer-Institut in Würenlingen (Schweiz) wird seit Jahren mit Protonentherapie praktisch gearbeitet und es liegen auch Erfahrungsberichte vor.
http://p-therapie.web.psi.ch/index.html
Allerdings werden neuerdings keine PK-Bestrahlungen mehr durchgeführt, da das Institut durch andere Aufgaben (Behandlung von Kindern, jungen Menschen etc.) voll ausgelastet ist. Man ist auch bemüht, die Protonenanlage auszubauen, doch scheinen die erforderlichen Mittel noch nicht beeinander zu sein. [Das Paul-Scherrer-Institut hat nach eigenen Angaben in den Jahren 1999 bis 2003 13 Prostatakrebs-Patienten mit Protonenstrahlen behandelt, danach wegen beschränkter Kapazität keine mehr. – Ed]
Freddy schrieb am 9.9.2006:
Erfahrungsberichte: In Loma Linda wurden bis 2005 insgesamt 10.520 Patienten mit der Protonenbestrahlung behandelt, davon 8.667 PK-Fälle. Es gibt eine Langzeitstudie über die Wirksamkeit.
Kostenerstattung: Ich kenne zwei deutsche Patienten (je einmal privat und über eine BKK versichert), die alle Kosten - nach Kampf - erstattet bekommen haben.

Udo E schrieb am 2.11.2006:
Unter Investoren, einigen Radiologen, Medien und selbst Prostatakrebs-Patienten geht die Protonentherapie-Euphorie um, obwohl in bisherigen Studien noch keine Vorteile z. B. gegenüber dem fortgeschrittensten Standard der konventionellen (Photonen-)Strahlentherapie, der intensitäts-modofizierten Strahelentherapie (IMRT) nachgewiesen wurde.
Trotzdem bauen Privatinvestoren mit politischem Segen in Deutschland, das ohnehin ein Überangebot an Apparatemedizin hat, bis acht Protonentherapieanlagen, deren gigantische Überkapazitäten, wie in Loma-Linda, Carlifornien, nur mit den Massenkrebsarten Prostatakrebs und Brustkrebs profitabel ausgelastet werden können.
Ich als Patient oder meine Krankenkasse sollen es bezahlen: über 20.000 Euro (endlose Beitragserhöhungen?).
Und alles ohne einen nachweisbaren Zusatznutzen z. B. gegenüber der IMRT-Bestrahlung.
Der theoretisch bessere Präzision der Protonenbestrahlung lässt sich nicht umsetzen, da die Prostata ein sich bewegendes Organ ist und der Strahlungsbereich daher über die Prostata hinaus ausgedehnt werden muss.
Die Nebenwirkungen und Lebensqualität sind daher nicht wesentlich besser als bei konventioneller Strahlentherapien: etwa die Hälfte Patienten wird leichte Strahlenschäden an Darm, Blase oder Harnröhre bekommen (max. 5 % schwere Strahlenschäden). Ebenfalls etwa die Hälfte der Männer wird nach wenigen Jahren die Erektionsfähigkeit verlieren.
Bessere Überlebenszeiten als nach radikaler Prostatektomie oder IMRT konnten ebenfalls nicht nachgewiesen werden.
Eine Wundertherapie für Prostatakrebs gibt es also nicht.
Links dazu:
Neue Studie IMRT-Bestrahlung:
Prostatakarzinom: exzellente Ergebnisse mit intensitätsmodulierter Radiotherapie:
http://www.ärzteblatt.de/v4/news/news.asp?p=imrt&src=suche&id=25846
Protonentherapie:
Der Spiegel 14.2006, 3.4.2006, Tumor im Teilchenstrahl
www.spiegel.de
TV-Tipp:
Donnerstag 02.11.2006
21.45 - 22.15 Uhr
ARD 1. Programm
Kontraste
Beitrag: Protonentherapie...
http://www.rbb-online.de/_/kontraste/index_jsp.html
Dazu schrieb FritzD am selben Tag:
In unserer Gesellschaft und ganz besonders in unserem Gesundheitssystem geht es in erster Linie um Profit und Machterhalt. Um die eigenen Pfründe zu schützen, ist kein Mittel heilig.
Wir Patienten müssen, ob wir das wollen oder nicht, in diesem Spannungsfeld leben und vor allem die jeweils richtigen Entscheidungen für uns treffen.
Dein Wissen um die Protonentherapie entstammt im Wesentlichen aus der von Dir zitierten Spiegel-Veröffentlichung vom 3. April 2006. Die hier aufgeführten Argumente gegen diese Therapie sind gut bekannt und sind nahezu identisch mit Veröffentlichungen der DEGRO (Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V.) einer berufsständigen Vereinigung, die ganz offensichtlich wirtschaftliche Nachteile Ihrer Mitglieder befürchtet. Den universitären Einrichtungen ist eine Konkurrenz durch privat finanzierte Institutionen außerdem ein Dorn im Auge. Man befürchtet wohl auch ein wenig die bisher sicher gepachtete, alleinige Vormachtstellung und wissenschaftliche Reputation zu verlieren oder zumindest mit anderen teilen zu müssen. Wir Patienten bleiben dabei leider in aller Regel auf der Strecke.
Besonders ärgerlich ist der Umstand, dass der Artikel auch einige Falschinformationen enthält, möglicherweise bewusst oder durch schlampige Recherche. Es ist z. B. nicht zutreffend, dass eine IMRT 3.000 - 4.000 € kostet. Richtig ist, dass dieser Betrag für eine konventionelle Strahlentherapie gesetzlich Versicherter erstattet wird, mit der Folge, dass nur wenige Krankenhäuser die weit aufwändigere IMRT, trotz vorhandener Anlagen, anbieten und nur ausgesuchte Patienten behandeln.
Die ausgezeichnete medizinische Wirksamkeit der Protonentherapie bei vergleichsweise geringen Nebenwirkungen wurde an mehreren klinischen Zentren nachgewiesen. Alleine am Loma Linda University Medical Center (USA) wurden in den letzten 16 Jahren 10.000 Patienten mit Prostatakrebs behandelt. Die Ergebnisse werden regelmäßig in renommierten Fachblättern veröffentlicht. Durch die FDA (Food and Drug Administration) ist diese Therapie in USA seit 2002 zugelassen und muß von den Kassen übernommen werden.
In Deutschland ist der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) zuständig für die Festlegung der durch die gesetzlichen Kassen zu übernehmenden Therapien. Entscheidungen werden dort auf höchstem wissenschaftlichen Niveau getroffen, mit der Folge, dass die Entscheidung für die Protonentherapie – wegen fehlender eindeutiger Nachweise auf der Basis vergleichender und randomisierter Studien möglichst auch noch ein- oder zweifach verblindet – ausgesetzt wurde. Vor dem Hintergrund, dass Studien dieses Evidenzniveaus nicht einmal für die konventionellen Therapien vorliegen, ist diese Vorgehensweise zumindest fragwürdig.
Die Brachytherapie hat in den USA die Prostatektomie an Bedeutung inzwischen abgelöst, in Deutschland wird derzeit der medizinische Nutzen – natürlich auf höchstem Evidenzniveau (s.o.) - untersucht.
Durch die Teilnahme als Patientenvertreter an Beratungen des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Protonentherapie und auch zur Brachytherapie habe ich einen recht guten Einblick, kenne die Hürden, die vor der Einführung neuer Therapien aufgebaut werden und glaube auch die unterschiedlichen Interessen einigermaßen einordnen zu können.
Die Vorteile der Protonentherapie habe ich im PBS Magazin 1/2006 ausführlich beschrieben. Daher erspare ich mir hier diese Details.
Falls Du Dich für die Ergebnisse der Protonentherapie interessieren solltest, empfehle ich Dir den nachstehenden Link: http://www.jkpix.com/TenYearStudy/Ten%20Year%20Study.pdf
Die Geschichte zeigt, dass die Verbreitung und Anerkennung neuer Erkenntnisse und Verfahren nur langsam stattfindet (Kompass, Schießpulver, Buchdruckkunst...). Die Protonentherapie ist dazu eine vergleichsweise geringe Innovation, unterliegt aber offensichtlich auch ganz ähnlichen Akzeptanzregeln.
Meine Überzeugung: Die Protonentherapie wird in Zukunft die Photonenbestrahlung für alle Indikationen ersetzen.
Meine Befürchtung: Wir heutigen Krebs-Patienten werden das nicht mehr erleben.
Meine Hoffnung: Schon in naher Zukunft werden zumindest alle tiefer liegenden Tumoren mit strahlungsempfindlichem Nachbargewebe wegen der deutlich besseren Heilungschancen (höhere Dosis möglich) mit Protonen bestrahlt.
Wolfgang bezog sich am 3.11.2006 auf den Satz "Meine Überzeugung: Die Protonentherapie wird in Zukunft die Photonenbestrahlung für alle Indikationen ersetzen" und fragte:
Gilt dies aus Deiner Sicht auch für die Behandlung vom Lokalrezidiven z.B nach RPE?
Darauf antwortete ihm DieterV am selben Tag:
Hier möchte ich nun doch einen kleinen Kommentar abgeben:
Gerade beim PSA-Rezidiv weiß man ja nie, wo diese PSA-Quellen – meist verstreut – liegen. Insofern ist hier jede Bestrahlung fraglich und bringt meistens nur Teilerfolge oder auch gar keinen Erfolg, wenn man lokal bestrahlt, aber die Metastasen gestreut sind!
Im günstigsten Fall handelt es sich um ein nachgewiesenes Lokalrezidiv, da bringt die Strahlentherapie einen Vorteil.
Hier habe ich auch schon von positiven Ergebnissen einer interstitiellen HDR-Brachy gehört in Verbindung mit einer extenen Bestrahlung. die HDR-Brachy ist eine 2- oder mehrfach eingebrachte hochdosis-Strahlenquelle, die nur kurzeitig über Hohlnadeln zum Einsatzort eingeschoben und dann wieder entfernt wird. Die hohe Dosis bewirkt eine kurzzeitige Strahlenwirkung. Im Gegensatz hierzu die interstitielle LDR-Brachy, die die dauerhafte Einbringung von Niedrigdosis-Strahlern (LDR= Low dosis Radiotherapy), den sog. Seeds, beinhaltet (nur als Ersttherapie, alternativ zur Operation oder externen Bestrahlung).
Eine Protonenbestrahlung macht dann Sinn, wenn ein bekanntes und eng begrenztes Gebiet bestrahlt werden soll.
Beim PSA-Rezidiv ist dies nur dann sinnvoll, wenn bekannte und zumindest größere Metastasen/Lokalrezidive bestrahlt werden sollen, z. B. Mestastasen in der Wirbelsäule, die dicht am Knochenmark oder an anderen kritischen Stellen liegen.
Ich hoffe, ich habe einigermaßen verständlich das komplexe Thema Bestrahlung bei PSA-Rezidiv erläutern können.
Ich höre sehr oft, dass den Patienten gesagt wird, es handele sich um ein Lokalrezidiv. Hinweis hierauf sind z. B. positive Schnittränder. Ich würde aber immer zuerst noch einige Untersuchungen machen (im Blut: AP, PAP, im 24-h-Sammelurin: DPD = Desoxypyridinolin, Einschätzung der Wahrscheinlichkeit für PSA-rezidivfreie Zeit anhand des Kattan-Nomogramms (Input: PSA präoperativ, Gleason-Score, Kapselinfiltration, Schnittrandbefund, Samenblasenbefall und LK-Befall).
Wenn daraus eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine systemische Ausbreitung von Mikro- oder Minimetastasen ergibt, dann ist aus meiner Sicht eine systemisch wirkende Therapie (wie die HB3=Hormonblockade mit 3 Medikamenten) m. E. der bessere Therapieansatz.
Im Übrigen teile ich die Auffassung von Fritz zur Protonenbestrahlung als Ersttherapie beim lokal begrenzten Prostatakarzinom.

konzepi schrieb am 6.12.2010:
Befinde mich gerade bei Rinecker. Übermorgen bin ich fertig und habe den Krebs weg. Ich ließ mich nicht vom "Strahlentherapeut" irritieren. Auch bei mir meinte er, muss nicht sein. Bin froh, diese Entscheidung getroffen zu haben. Konnte mich hier mit mehreren PCs unterhalten. Keiner wurde von seinem Uro auf diese Therapie hingewiesen. Ich habe auch noch keine Antwort darauf gefunden, welche langfristigen Erfahrungen mit IMRT, IGRT, Tomotherapie, Rapid-Arc-Therapie vorliegen. Dass diese teure Technik noch nicht von öffentlichen Kliniken eingesetzt wird, spricht doch nicht gegen sie. Auch die von mir konsultierten (Röntgen-) Strahlentherapeuten konnten keine fundierten Informationen zur Protonentherapie geben.
Der also angesprochene "Strahlentherapeut" Daniel Schmidt antwortete einen Tag später:
Zitat von konzepi:
Ich habe auch noch keine Antwort darauf gefunden, welche langfristigen Erfahrungen mit IMRT, IGRT, Tomotherapie, Rapid Arc Therapie vorliegen.
Mit IMRT gibt es bereits gute Erfahrungen, was die Lngzeittoxizität angeht. Es sind allerdings keine 20-Jahre-Daten. Aber diese Daten gibt's bei Protonen mit Active Beam Scanning erst recht nicht.
Zitat von konzepi:
Dass diese teure Technik noch nicht von öffentlichen Kliniken eingesetzt wird, spricht doch nicht gegen sie.
Aber auch nicht gerade dafür, oder?
Zitat von konzepi:
Auch die von mir konsultierten (Röntgen)Strahlentherapeuten konnten keine fundierten Informationen zur Protonentherapie geben.
Schade, allerdings weiß ich nicht was Sie unter "fundiert" verstehen. Fundierte Informationen zur Effektivität, Nebenwirkungsschema und evtl. erhoffter Überlegenheit dieser Therapie gibt es keine, da die Therapie viel zu neu ist.
Theoretisch ist die Protonenstrahlentherapie eine tolle Sache. Das habe ich öfters hier gesagt und ich überweise persönlich öfters Patienten zur Protonenstrahlentherapie in diversen Zentren, wenn ich denke, dass die daraus einen Vorteil haben und die Protonenstrahlentherapeuten dies bestätigen. Die Patienten sind allerdings zu 90 % Kinder mit Tumoren an schwierigen Lokalisationen oder Erwachsene mit Schädelbasistumoren. Da machen Protonen in der Regel Sinn.
Einen Prostatakrebs können Sie genau so gut mit Protonen oder Photonen (mit oder ohne IMRT/IGRT) behandeln.
Es ist nur eine Frage, wieviel Sie dafür ausgeben möchten und ob Sie bereit sind, eine ganz neue Methode zu akzeptieren, von der sehr wenig bekannt ist und die eventuell in der Praxis nicht das erreicht, was sie theoretisch erreichen könnte.
Zwar werden jetzt die Protonen-Befürworter sagen: "Schauen Sie doch mal, was in Amerika läuft! Loma Linda bestrahlt Prostatas mit Protonen seit fast 30 Jahren und das mit guten Ergebnissen", aber ich darf alle daran erinnern, dass Loma Linda mit Scatterfolien arbeitet, während das Rinecker-Zentrum Active Beam Scanning betreibt. Wie letzteres Verfahren bei beweglichen Tumoren klappt, wissen wir nicht. Und die Prostata bewegt sich.
Die meisten Erfahrungen mit Active Beam Scanning hat sicherlich das Paul Scherrer Institut (PSI) in der Schweiz, dort wurde dieses Verfahren letztendlich entwickelt. Allerdings werden auch keine Prostata-Patienten im PSI behandelt.
Ist das ein Zufall? Das glaube ich nicht.
Breitflächiger Einsatz von Protonenstrahlentherapie darf und soll nur innerhalb von Studien erfolgen. Nur so werden wir den Nutzen dieser neuen Behandlung verstehen. Wenn die Studien eine Überlegenheit beweisen, wäre ich bereit, Patienten ins Rinecker Zentrum zu schicken. Das Problem ist, dass es sich um ein privates Zentrum in München handelt und daher vermutlich wenig Interesse an vergleichenden Studien besteht.

knut.krueger schrieb am 16.8.2012:
Die Amerikaner machen es uns wieder einmal vor! Es wurde eine Kompakt-Protonenanlage entwickelt mit einem Preis von 20 Millionen US$. Das ist etwa 1/15 des Preises der deutschen Anlagen. Die FDA-Zulassung wurde in diesem Jahr erteilt, und damit dürfte der Weg frei sein für einen breiten Einsatz der Protonentherapie gegen Krebs. Nachstehend ist der Link für diese beeindruckende technische Innovation:
http://mevion.com/elegant-a-precise
meni.li fragte am 14.3.2013 unter dem Betreff "Bestrahlung der Lymphabflusswege mit Protonen":
Protonentherapie oder Photonentherapie bei Bestrahlung der Lymphabflusswege bei erwiesenem Lymphknotenbefall von Vorteil ?
Strahlendosis ca. 62 Gy zu 50 Gy jeweils auf das gesamte Lymphabflussgebiet.
Wenn ich die Strahlendosis vergleiche, die jeweils durch das gewählte Verfahren eingebracht werden kann, dann hab ich doch generell die A...karte, wenn sich ein oder mehrere befallene Lymphknoten im Abflussgebiet befinden, die in bildgebenen Verfahren noch nicht sichtbar waren, oder?
Strahlentherapeut Daniel Schmidt antwortete einen Tag später:
Eine Protonentherapie bringt im Becken-/Bauchbereich keine Vorteile, sondern nur Nachteile gegenüber einer Photonentherapie, sobald man sich kranial der Prostata traut.
Das Problem liegt darin, dass die Lymphabflusswege von Darm umgeben sind. Da dieser Darm täglich nicht gleich voll ist und sehr mobil ist (es handelt sich meist um Dünndarm), kommt es zu einer unberechenbarer realen Dosisverteilung, da die Reichweite der Protonen keinesfalls abgeschätzt werden kann.
Protonen sind nur bei reproduzierbaren Verhältnissen in der Umgebung gut. Deswegen werden sie auch meist im Kopfbereich eingesetzt. Da bewegt sich nichts, und es bleibt ja alles gleich. In der Prostata hat man auch nicht so viele Probleme, man kann nämlich durch die Seiten oder vom Damm her ran, um die unterschiedliche Blasen-/Rektumfüllung gutzumachen. Anders ist es weiter oberhalb der Prostata, wo die Lymphabflusswege liegen und hochvariable Dünndarmschlingen verlaufen.
Da kann es sogar schnell passieren, dass die 62 Gy nicht auf die Lymphbahnen sondern direkt auf eine Dünndarmschlinge landen. Und das kann durchaus mal ein Loch im Darm bedeuten.


ThomasFR schrieb am 29.6.2014:
Gestern war ich zu einem Beratungsgepräch über Protonentherapie in der Uniklinik Heidelberg und sprach mit Prof. Herfarth, dem Vertreter von Prof. Debus und bekam Unerwartetes zu hören. Sie bieten keine reinen Protonentherapien bei PK mehr an, da die erste Auswertung ihrer Vergleichsstudie mit IMRT bisher keine Vorteile aufzeigt. Prof. Herfarth sieht die Vorteile der Protonenstrahlung und die bessere Positionierung, aber nur bei Tumoren, die ebenfalls in ihrer Position fixiert werden können. Das gilt nicht für PK.
Durch Darmgasentwicklung, Darmmobilität und Atembewegung bewegt sich die Prostata und ist während der Therapie nicht exakt dort wo sie vom CT aufgezeichnet wurde. Dadurch kommt es zur Bestrahlung von gesundem Gewebe wie Darm oder Blase. Erst hatten die Patienten vermehrt Darmprobleme, worauf sie dann ein Gel zur Abschirmung eingespritzt haben. Mit dem Gel hatten dann mehreren Patienten eine Fistelbildung zwischen Darm und Prostata. Wegen der höheren Strahlendosis kam es bei mehreren Patienten zur Anschwellung der Prostata, so dass ein Katheter bis zum Ende der Therapie gesetzt werden musste, damit die Blase noch entleert werden konnte.
In Summe hätten beide Strahlungsarten etwas unterschiedliche Nebenwirkungen, von der Anzahl und dem Grad seien sie vergleichbar. In der kurzen Zeit seit Studienbeginn kann noch nicht viel über den kurativen Erfolg ausgewertet werden, bisher gibt es aber keinen Unterschied zwischen IMRT und Protonenbestrahlung. Solange sie keinen Vorteile der Protonenstrahlung bei PK erhalten, werden sie keine reine Protonenbestrahlung mehr anbieten. Aber sie bieten im Moment noch eine Kombination aus IMRT und Protonenstrahlung an.
Auf jeden Fall werde ich nochmals bei Rinecker anrufen, wie sie die Positionierung sicherstellen. Helfen da vielleicht die Goldmarker, Heidelberg sieht dadurch keinen Nutzen?
Für mich in meiner Therapieentscheidung ist das Pendel wieder mehr in Richtung OP geschwungen. Aber ich habe diese Aussage noch nicht ganz verdaut, da das HIT ähnlich positiv über die Protonenbestrahlung wie Rinecker schreibt. und im Netz findet man viele positive Publikationen von Prof. Debus zur Protonentherapie.


Im Rahmen einer längeren Diskussion, die mit diesem Beitrag begann, schrieb Hvielemi am 26.4.2015:
Für eine Prostatabestrahlung mit Protonen wende man sich dorthin, wo man Geld verdienen will, egal ob es dem Patienten Vorteile bringe, oder nicht. Mit IMRT an einem LINAC [Linearbeschleuniger – Ed] kann eine moderne Protonen-Gantry bestimmt mithalten, mehr nicht. Eine weite Anreise ist das kaum wert. Wirklich schaden tut es nur dem Kostenträger.
Das kommentierte Harald_1933 am selben Tag:
Das möchte ich bestätigen, und der mich vor acht Jahren per IGRT behandelnde Mannheimer Professor sah nur einen minimalen Vorteil von ca. 1 % für die Protonen-Radiatio. Damals wurden mir etwas über 11.000 € fakturiert, wobei der Zuschlag für die bildgesteuerte Behandlung bei nur 35 Sitzungen und durchgehender IMRT schon eingeschlossen war. Ich habe das bis heute nie bereit, weil ich bislang so gut wie keine Nebenwirkungen in Kauf nehmen musste.
Und Ralf schrieb:
Zitat von Hvielemi:
Mit IMRT an einem LINAC kann eine moderne Protonen-Gantry bestimmt mithalten, mehr nicht. Eine weite Anreise ist das kaum wert. Wirklich schaden tut es nur dem Kostenträger.
Dieser Meinung bin ich auch. Das RPTC ging im März 2009 in Betrieb. Gebaut wurde es, wenn ich mich recht erinnere, ab etwa 2004/2005. Dem ging sicher eine mehrjährige Planung voraus, die einen Vorteil der Protonenbestrahlung gegenüber den damals verfügbaren Verfahren der Photonenbestrahlung sah, besonders bei der Präzision und den potenziellen Nebenwirkungen. Das damals fortschrittlichste Photonen-Verfahren war die dreidimensionale konformale Strahlentherapie (3D-CRT). Die mutet gegenüber den heute verfügbaren Photonen-Verfahren bis hin zum CyberKnife mittlerweile vorsintflutlich und grobschlächtig an. Heutige Photonen-(IMRT-)Bestrahlungsgeräte besitzen aufgrund der Bestrahlung aus fünf bis sieben Richtungen dieselbe Präzision (auf ~0,5 mm genau) und Nebenwirkungsarmut wie die Protonenbestrahlung. Potenzielle Schwachpunkte sind bei beiden Verfahren eher die Bestrahlungsplanung mit dem Schwerpunkt auf dem Schonen von Nachbarorganen und der Patient selbst. Ich glaube nicht, dass jedem Patienten klar ist, dass jede noch so kleine Bewegung das Behandlungsergebnis beeinträchtigt und die genannte Bestrahlungspräzision Makulatur werden lässt.
Ich halte angesichts der heute verfügbaren konventionellen Bestrahlungsverfahren das Hochjubeln der Protonenbestrahlung, wie es in jüngerer Zeit in den Medien (Gesundheitssendungen im Fernsehen) und auch hier im Forum zu beobachten ist, für ungerechtfertigt. Für weniger Geld, das zudem noch vollkommen von allen GKVn übernommen wird, bekommt man in zahlreichen herkömmlichen Bestrahlungszentren dasselbe Ergebnis.
LowRoad wurde am 27.4.2015 ausführlich:
Eignet euch doch bitte nicht unreflektiert irgendwelche Marketingargumente an, die einer wissenschaftlichen Betrachtung kaum standhalten. Wie Ralf schon erwähnt hat, wurde die konventionelle Strahlentherapie mitteln Photonen in den letzten 10 Jahren deutlich weiter entwickelt. Image-Guided IMRT mit Goldmarkern, ausreichender Strahlendosis von etwa 80 Gy und gegebenenfalls begleitender ADT (bei Patienten mit erhöhter Aggressivität) sind heute der Standard, gegen den die Protonentherapie (PBRT) antreten muss.
Protonentherapieanlagen sind mit das teuerste Equipment, was sich eine Klinik anschaffen kann. Dagegen sind so Sachen wie ein 3T-MRT oder sogar ein PET-MRT aus der Portokasse finanzierbar. Dies muss natürlich amortisiert werden, was alleine durch die Behandlung von Kindern (pediatric cancer) und Krebserkrankungen des Auges kaum realisierbar ist. Also versucht man alternative Patientengruppen zu rekrutieren. Ob diese etwa fünfmal so kostenintensive Therapieform nicht nur theoretische, sondern auch praktische Vorteile hat, ist eine offene Frage. Wenn sie es haben sollte, wird die PBRT [Proton Beam Radiation Therapy = Protonenstrahlentherapie – Ed] ihren festen Platz in der Behandlung finden, wenn nicht, sollten wir es aus ökonomischen Gründen ablehnen! Auch wenn es die KV bezahlen sollte, weigere ich mich, als bekennender Volkswirtschaftler, teure Therapieverfahren einzusetzen, die keinen Vorteil generieren. Das was man bisher weiß, ist eher ernüchternd, wie z. B. Nathan C. Sheets im JAMA beschrieben hat:
Das sind aber alles retrospektive Untersuchungen mit limitierter Aussagekraft. Eine prsopektive Studie, wie auch hier gefordert, ist in den USA am Laufen: PARTIQoL. Sie wird in etwa 10 Jahren berichten – ob die Ergebnisse dann noch relevant sind, ist eine andere Frage.
Wer einigermaßen fit im Englischen ist, sollte sich den sehr guten Vortrag von Dr. Anthony Zietman anschauen:
https://www.youtube.com/watch?v=c6oLwxcneaY (dieser Video-Clip ist 31:42 min lang – Ed.
Dazu schrieb Carlo70 am selben Tag:
Mit der volkswirtschaftlichen Betrachtung hast Du Recht. Die Entscheidung des Einzelnen beinflußen dann aber doch eher ganz persönliche, "betriebswirtschaftliche" Erwägungen. Wer das Geld auszugeben bereit ist, entscheidet sich vielleicht doch für die Protonentherapie, weil er damit die Hoffnung auf weniger Nebenwirkungen und eine bessere Erfolgsaussicht verbindet. Das ist in Ordnung und von uns aus auch nicht zu kritisieren.
...
Es gilt also: Fernab von allen volkswirtschaftlichen Erwägungen, jeder muss seine höchstpersönliche Entscheidung treffen. Dabei können wir nur mit größter Vorsicht zu helfen versuchen.
Worauf wieder Hvielemi ausführlich wurde:
Da stellt sich nun die Frage, ob dieses Forum eher da sei, volkswirtschaftlichen Schaden abzuwenden, oder die Kasse von Herrn Dr. Rinecker klingeln zu lassen. Der konnte ja gar nicht anders, als sein teures Zyklotron mit vier Gantries auszustatten um es über Prostatakrebs, den am häufigsten bestrahlten Krebs, zu amortisieren, weil die wenigen Kinder-, Hirn- und Augenfälle das Zyklotron niemals ausgelastet hätten.
Schauen wir uns die Nebenwirkungen der IMRT- oder auch 3D-konformalen Bestrahlung an, betrifft es, falls überhaupt, vorwiegend Darm und Blase. In den allermeisten Fällen sind diese NW passager. Was weiter weg liegt, bekommt wegen der wechselnden Einstrahlrichtungen nur einen Bruchteil der Strahlung ab und hat jeweils nach einer Einzeldosis auch viel länger Zeit zur Regenerierung, als das Zielgebiet.
Und eben genau Blase und Darm sind im auch bei der Protonentherapie (PBRT) im Bestrahlungsfeld mit drin, weil ein Sicherheitssaum unumgänglich ist. Wie Dr. Zietman im Video (Beitrag #40) vom Protonenstrahl sagt: „It's fuzzy, We have to overshoot.“
Der Strahl ist schwammig [ich würde „fuzzy“ mit „unscharf“ übersetzen – Ed] , wir müssen überschiessen. Die Harnröhre liegt ohnehin mittendrin in der vollen Dosis. Nicht umsonst wird auch bei der PBRT anlässlich der Bestrahlung ein Ballon ins Rektum geschoben, um wenigstens die hintere Darmwand vor dem ungenauen, schwammigen Bragg-Peak zu verschonen.
Es bleibt also die bisher unbeantwortete Frage, ob die durchaus nicht immer auftretenden NW an Darm und Blase seltener seien bei IMRT oder PBRT. Tief sind sie ohnehin.
Das Schlusswort von Dr. Zietman in dem wirklich sehenswerten Video, das LowRoad in Beitrag #40 verlinkt hat, ist bemerkenswert:
High-tech-stuff is much less important, than you think.“ – Hochtechnologie-Zeugs ist viel weniger wichtig, als man denkt.
Das Marketing bei Rinecker ist hervorragend. Er stellt sicher, dass jeder Interessent umfangreich beraten (beeinflusst?) wird, und sich in den Hallen des Protonengrals äusserst wohl fühlt. Dagegen ist es beschämend, wie mancher Patient an manchen Unikliniken kurz abgeputzt wird. Klar, dass sich dann so mancher Patient denkt, dass es dann unter dem LINAC so weitergehte und kein Vertrauen aufbauen kann.
Ich hab ja auch schon berichtet von dieser Kaskade von Gleichgültigkeit, Unverschämtheit und Ungepflegtheit, die mir inHeidelberg entgegenschlug. Dennoch, die Leistung stimmte dann. Eine Wohlfühl-Stunde mit dem Doktor in weissen Ledersesseln in der Privatklinik ist aber nicht +/-Zehntausend Euro Mehrkosten wert, egal wer die zahlt.
Verzeiht, aber bei manchen, die hier nach noch tolleren Therapien rufen, seh ich gewisse querulatorische Züge. Bei jenen, die sie dann bekommen haben, egal ob PBRT, HIFU oder Elektroweissnichtwas, ist eine Euphorisierung nicht zu übersehen. Egal, wie's rauskommt.
Die grossen Schritte sind mit IMRT/IGRT gemacht. PBRT verlängert den Reiseweg, mehr ist nicht evident. Spezielle Indikationen selbstverständlich ausgeschlossen.
Harald_1933 verwies auf diesen und diesen Artikel. Den letzteren habe ich nachstehend übersetzt – Ed:
Proton Beam No Better than IMRT for Prostate Cancer
SAN FRANCISCO -- For localized prostate cancer, proton beam radiation offers no advantage in minimizing recurrences or side effects, study results suggested.
author name by Crystal Phend, Senior Staff Writer, MedPage Today
Action Points
Note that this study was published as an abstract and presented at a conference. These data and conclusions should be considered to be preliminary until published in a peer-reviewed journal.
Explain that a study using the SEER database found that IMRT for localized prostate cancer cut the need for additional therapy and involved less GI toxicity but more erectile dysfunction compared with the older conformal radiation therapy (CRT).
Note, however, that the even more expensive and newer proton therapy was not significantly different in either recurrences or side effects from IMRT.
SAN FRANCISCO -- For localized prostate cancer, proton beam radiation offers no advantage in minimizing recurrences or side effects, results of a comparative-effectiveness study suggested.
In fact, proton beam therapy carried a 34% higher risk of bowel complications (P<0.001) than intensity modulated radiation therapy (IMRT), Ronald Chen, MD, MPH, of the University of North Carolina at Chapel Hill, and colleagues found.
However, IMRT did beat out the older conformal method of delivering radiation in the analysis of the national SEER registry linked to Medicare claims, Chen reported at a press briefing in advance of a presentation at the Genitourinary Cancers Symposium here.
"This study supports the use of IMRT as the current standard radiation technique for prostate cancer," Chen told reporters.
But the lack of any significant differences favoring proton beam therapy over IMRT leaves that expensive new treatment with no clear evidence base in prostate cancer, he added.
Interest in proton therapy is high, noted press conference moderator Nicholas J. Vogelzang, MD, medical director of the Developmental Therapeutics Committee of U.S. Oncology.
"Given its cost and potential increased toxicity, we need to continue to study this modality," he acknowledged, though noting that population-based findings may not apply to individual patients.
At around $150 million per proton radiation machine, "it is the most expensive radiation technique to date," Chen noted. "However, it is unclear if newer treatments actually improve patient outcome."
Although IMRT is also an expensive modality, it has nearly replaced conformal radiation since it came on the scene around 2000. Use of IMRT increased from 0.15% to 95.9% of treatments between 2000 and 2008 without data on comparative effectiveness, according to the investigators.
A similar phenomenon may soon be seen with proton radiation if the rapid proliferation of proton centers since 2006 is any indication, Chen noted.
The researchers examined the SEER-Medicare database for prostate cancer treated with radiation from 2002 through 2007, using propensity score matching to minimize bias and confounding.
Cancer recurrence, as indicated by additional treatments, was 19% less likely with IMRT than with conformal radiation, with a propensity adjusted rate of 2.5 versus 3.1 events per 100 person-years (P<0.001).
The most frequent side effect, bowel problems, was 9% less common with IMRT as well (13.4 versus 14.7 per 100 person-years, P<0.001).
Hip fracture, although a rare side effect, was also less of a risk with the newer radiation technique, with a propensity-adjusted rate ratio of 0.78 compared with conformal radiation (0.8 versus 1.0 per 100 person-years, P=0.006).
Urinary problems didn't differ between the two, but erectile dysfunction was 12% more common with IMRT (5.6 versus 5.3 per 100 person-years, P=0.006).
The reason for better results with IMRT may be that it allows higher doses of radiation to the prostate, which has been shown in prior studies to improve disease control rates, while reducing the dose to surrounding organs, Chen suggested.
Two studies are under way to compare proton therapy with IMRT – one a prospective cohort study and the other a randomized trial, he noted.
Herbert12 schrieb am 13.1.2017 unter dem B etreff „Nun lasse ich doch eine operative Entfernung der Prostata machen“:
Ich hatte schon für dieses Monat einen OP-Termin für die Prostataentfernung vereinbart. Da schrieb mich Flüstermann (= Harald) an und informierte mich über die Protonentherapie.
Die Infos begeisterten mich. Den OP-Termin habe ich vorsorglich abgesagt. Ich schickte nach telefonischen Erstkontakten meine Unterlagen nach Heidelberg (Uni-Klinik) und nach München (Rinecker).
Als erstes kam von der Rinecker-Klinik (RPTC) ein Kostenangebot über 28.000 Euro für Behandlung plus 5.400 Euro für 30 Übernachtung incl. Einzelzimmerzuschlag und Vollverpflegung im Gästehaus. (Pro Tag 130 Euro + 50 Euro für Einzelzimmer).
Die Behandlungskosten seien 1 Woche vor Therapiebeginn zu Zahlung fällig, stand im Info-Schreiben. (Hinweis: Bei Mitgliedern der AOK Bayern werden die Behandlungskosten von der Krankenkasse übernommen). Heute rief mich der Oberarzt Markus Wilms von der Rinecker-Klinik (RPTC) an. Seine Aussagen:
Die Wahrscheinlichkeit, dass die Karzinome nach der Bestrahlung "weg" sind, liegt wegen meines PSA-Wertes (= ca. 15) bei unter 80 Prozent. Bestrahlungen nach einer HIFU-Behandlung (wie bei mir) gab es in München bisher nur wenige. (Das heißt für mich: es gab noch gar keine Patienten mit HIFU-Behandlung). Eine doch später notwendige OP nach der Protonenbehandlung sei sehr schwierig und werde nur von ganz wenigen Urologen durchgeführt. Als Nebenwirkungen der Bestrahlungen kann eine Enddarmentzündung und – selten – Enddarmgeschwüre auftreten. Auch Inkontinenz und Impotenz könne auftreten.
Also: So ganz ohne ist also die Protonentherapie (wie jede Bestrahlung) doch nicht!
Gestern war ich zu einem Info-Gespräch in der Uni-Klinik Heidelberg. Dass ich trotz Termin eine Stunde warten musste, lag an der Erkrankung einer Ärztin.
Ergebnis:
Eine (reine) Protonentherapie würde bei mir nicht gemacht werden, weil wegen meiner HIFU-Behandlung die Goldmarker nicht (in oder bei der Prostata) gesetzt werden können. Empfohlen wurde mir eine kombinierte Bestrahlung aus IMRT (= intensitätsmodulierte Radiotherapie mit Röntgenstrahlen) plus Protonenboost (ohne Goldmarker). Dauer der ambulanten Behandlung: 6 Wochen ( Montag bis Freitag + Protonenboost an 2 oder 3 Samstagen). Die Wahrscheinlichkeit, dass die Karzinome „weg“ seien, betrage 70 %. Eine spätere OP sei sehr erschwert. (Wenn’s überhaupt ein Operateur macht, sage ich.)
Nebenwirkungen?
Wegen meiner HIFU-Behandlung sei mit mehr Nebenwirkungen zu rechnen, als bei Patienten ohne diese Behandlung. Die möglichen (bitte beachten: die möglichen) Nebenwirkungen laut Heidelberger Info sind:
Darmschmerzen, Darmentzündung, Probleme bei Pinkeln, Darmverschluss, Fisteln am Darm, Einengung de Harnröhre, Nervenschädigungen (Ischias, Darmschließmuskel), Wundheilungsstörungen, Impotenz, Inkontinenz, Appetitlosigkeit (das wäre sehr gut!), Gewichtsverlust (auch das wäre für mich sehr gut – für die Bestrahlung aber unerwünscht), Müdigkeit usw.
Spätfolgen können sein: Hautverfärbungen, Ausfall der Schamhaare und einiges mehr. Jedoch können bei einer OP höhere Nebenwirkungen auftreten, meinte die Ärztin.
Fazit:
Ich werde mir schnellstens einen neuen OP-Termin im Klinikum Fürth geben lassen.
flüstermann schrieb am 12.4.2017:
Im RPTC München werden seit kurzem leichte Prostatafälle in einer Woche behandelt! Nachzulesen auf derer Internetseite.
Und um es vorwegzunehmen:
Als leichte Fälle sind nicht metastierte PC gemeint, also alles bis T2a oder T2b, sogar mit N1, über den GS habe ich nocht nichts gelesen/vernommen, daher denke ich bis einschließlich 6.
Leider hat sich bezüglich der Kostenübernahme noch nichts geändert, sprich die AOK Bayern, die SBK und die private DEBEKA übernehmen die Kosten der Behandlung, ansonsten Einzelfallentscheidung oder zahlen (wobei ich nicht weiß, was die Woche plus Voruntersuchungen kosten, aber das liefere ich nach).
Auszug aus RPTC:
Als erste gesetzliche Krankenversicherung hat die AOK Bayern für ihre Versicherten einen Versorgungsvertrag für Protonenbestrahlung am RPTC abgeschlossen. Die AOK Bayern tritt auch als Clearingstelle für die AOKen anderer Bundesländer auf. Ebenso wurden mit der Bundesknappschaft und den Landwirtschaftlichen Krankenkassen Bayerns entsprechende Verträge mit dem RPTC unterzeichnet.
Dies ist der momentane Stand (24.03.2017).
Dazu schrieb Timbolino am 25.4.2017:
Meine private Krankenversicherung hat mir heute die verauslagten Kosten für die Protonentherapie vollständig überwiesen.
Auf meine telefonische Nachfrage deutete die Mitarbeiterin an, dass sich die Einstellung der privaten Krankenkassen bezüglich dieser Behandlungsmethode seit kurzem geändert hat. Insoweit denke ich, dass diese Information für alle an PK Erkrankten wichtig ist, die vor der Entscheidung einer geeigneten Behandlungsmethode stehen.