Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Rechtliches – Dauer der Krankschreibung nach einer Prostatektomie

Andy63 fragte am 10.11.2009:

Es würde mich mal interessieren, wie lange man nach einer solchen OP krank geschrieben wird. Mir gehts nach der OP soweit gut. Merke aber, dass der Bauch noch nicht OK ist. Schmerzen beim längeren Sitzen etc sind noch vorhanden.

Heribert antwortete am selben Tag:

Die Dauer der Krankschreibung ergibt sich aus der Art der Operation und der beruflichen Belastung.

Als Grundsatz kann man annehmen, dass die Prostataloge nach sechs Wochen bindegeweblich vernarbt ist. Diese Zeit braucht man ohne zu berücksichtigen, ob per Da Vinci, laparoskopisch, per klassischem Bauchschnitt oder Dammschnitt operiert wurde. Dieser Rahmen gilt nach meinem Dafürhalten als unantastbar. - Bei körperlicher Arbeit halte ich sogar zwölf Wochen für angebracht.

Vorher kann durch Unachtsamkeit die Vernarbung wieder aufreißen und evtl. eine Lymphozele entstehen oder Verwachsungen enstehen, die noch lange Zeit Beschwerden machen.

Bernd63 griff am 29.6.2011 das Thema noch einmal auf:

Ich würde dieses Thema gerne noch einmal aufgreifen. Also, ich bin seit meiner offenen OP am 11.05. krank geschrieben. Zwischendurch hatte ich eine dreiwöchige AHB und bin jetzt bis Ende Juli weiter krank geschrieben. Irgendwie scheint das auch notwendig zu sein, da ich irgendwie noch geschwächt bin, wenn ich mich körperlich betätige (längerere Spaziergänge aber auch längeres Sitzen am PC). Auch stelle ich fest, wenn ich mich eigentlich fit fühle und etwas mache (z. B. Rasen mähen) rächt sich das wieder und ich habe Schmerzen im OP -Bereich (noch nicht mal die Narbe).

Wie ist das bei Euch ? Wie lange wart Ihr krank geschrieben und wie habt ihr euch gefühlt?

Wieder antwortete Heribert, diesmal am 30.6.2011:

Bei jeder Prostatektomie gibt es einen mehr oder weniger großen Blutverlust. Deshalb wird außer dem Sechs-Wochen-Zeitraum, der mindestens für eine Vernarbung der Prostataloge zu veranschlagen ist, der Hb-Wert [Hämoglobin-Wert – Ed] des Blutes zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit heran gezogen. Der Wert sollte bei gering anstrengender Arbeit bei 13,0 und bei schwerer körperlicher Arbeit bei 14,0 g/dl oder höher liegen, siehe auch hier...

Im Prinzip sollen all die aufgeführten Werte im Normbereich liegen, bevor man wieder zur Arbeit geht. Evtl. kann eine Eisensubstitution die Rekonvaleszenz beschleunigen.