Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Rechtliches – Kostenerstattung von
Anschlussheilbehandlung/Reha-Maßnahmen

Manfred schrieb am 27.5.2001:
jeder Krebskranke hat ein Anrecht auf eine Reha-Maßnahme!!!
Meines Wissens wird diese Reha-Maßnahme dreimal ohne Einschränkungen von der BfA gewährt. Hierbei wird die AHB (Anschlussheilbehandlung) mit angerechnet.
In meinem Falle habe ich dieses Jahr bereits die zweite Reha nach der AHB im Jahre 1999 von der BfA bekommen und mit viel Erfolg in Bad Wildungen-Reinhardshausen durchgeführt. Ich fühle mich wieder fit, die Strapazen des intermittierenden Androgenentzuges aufzunehmen.
Lt. Info meiner Krankenkasse (BEK) sollte der Antrag immer gestellt werden; bei einer Ablehnung ist ein Widerspruch angesagt!!
Normalerweise werden drei Wochen für diese Maßnahmen gewährt. Wer so lange es von zu Hause aushält, sollte bei den behandelnden Ärzten in der Klinik eine Verlängerung um eine Woche verlangen. "die Heilungsaussichten sind zwar gut, aber eine Verlängerung würde meine Heilungsaussichten wesentlich erhöhen". Nach meiner Kenntnis wird dieser Verlängerung von der Klinik immer zugestimmt.
Werdegang: Der Arzt erstellt einen "ärztlichen Befundbericht zur Anregung einer stationären Nachbehandlungsmaßnahme bei malignen Geschwulstkrankheiten", diesen habe ich bei meiner Krankenkasse (BEK) eingereicht und diese haben ein zusätzliches Formular ausgefüllt und an die BfA gesandt. Innerhalb von vier Wochen war der zustimmende Bescheid da, und in weiteren drei Wochen konnte ich die Kur antreten.
Meine Situation: Lymphadenektomie im Jan. 1999, Prostatektomie im Febr. 1999, Anstieg des PSA. Durchführung einer intermittierenden Androgenbehandlung.
Wie das bei unseren Freunden in den Niederlanden oder in Österreich gehandhabt wird, weiß ich leider nicht.

ManfredB fragt am 7.4.2005:
Ich habe gerade eine radikale Prostatektomie hinter mir und bin von der Klinik für eine Anschlussheilbehandlung angemeldet. Muss meine private Krankenversicherung die Kosten übernehmen, auch wenn nach dem Tarif Kurleistungen nicht vorgesehen sind?
Zur Zeit hält sich meine Krankenversicherung mit einer Stellungnahme noch bedeckt und pokert.
Wer kann mir hier weiterhelfen? Wo gibt es hierzu eine gesetzliche Grundlage?
Urologe fs antwortete am selben Tag:
wenn Sie vertraglich Kurleistungen ausgeschlossen haben wird es schwierig. Haben Sie zusätzlich Krankentagegeld? Dann könnten Sie argumentieren, schneller wieder arbeitsfähig zu sein, und auf Kulanz hoffen.
Martin schrieb:
ein Patient, der sich einer medizinisch angezeigten stationären Behandlung in einer Rehabilitationsklinik unterzieht, hat Anspruch auf Krankenhaustagegeld. So lautet die Entscheidung des Oberlandesgerichts Zweibrücken (Aktenz. 1 U 7 /02). Ist nicht ganz Ihr Fall, aber vielleicht hilft`s.
ManfredB meldete sich am 11.4.2005 wieder:
Vielen Dank für die schnellen Antworten, die mir geholfen haben und mir das Gefühl gegeben haben, mit meinen Problemen nicht allein zu sein.
Ich habe zwischenzeitlichen eine Kostenübernahme meiner privaten Krankenversicherung erreichen können, nachdem mein Rentenversicherungsträger, das Versorgungswerk der Rechtsanwälte in NRW, ein Negativattest ausgestellt hat mit der richtigen Begründung, dass es sich bei der Anschlussheilbehandlung um eine Fortsetzung der Krankenbehandlung handelt.
Meinen Sachbearbeiter bei der Krankenversicherung habe ich letztlich mit dem Argument überzeugen können, dass bei einer erfolgreichen Anschlussheilbehandlung mit Lösung des Problems der Inkontinenz durch gezielte Therapie diese Kosten weitaus geringer wären als die Kosten einer dauerhaften Inkontinenz. Er war so beeindruckt, dass er eine Kostenzusage sogar für vier Wochen erteilt hat, obwohl die AHB bei mir nur für drei Wochen vorgesehen ist. Darüberhinaus hat er mir für eine an eine nachfolgende Strahlentherapie anschließende AHB ebenfalls eine Kostenübernahme zugesagt, sollte dies erforderlich sein.
Ich denke, man ist immer gut beraten, gegenüber den Kassen mit Kostenaspekten zu argumentieren, sollten diese eine AHB ablehnen, und aufzeigen, dass die Kosten bei einer dauerhaften Folgeerscheinung wie z. B. dauerhafte Inkontinenz weitaus größer sind.