Der Extrakt aus dem
Prostatakrebs-Forum
von KISP
und BPS
Nebenwirkungen
– träger Stuhlgang durch Morphin
- [Morphin
ist ein wirksames Schmerzmittel und die Standardmedikation bei
Krebsschmerzen. Eine bekannte und unangenehme Nebenwirkung ist, dass
auch der Darm betäubt wird, was zu trägem Stuhlgang bis
hin zu schwerer Verstopfung (Konstipation) führt. – Ed]
- Britta
fragte am 12.4.2010:
-
Bei
meinem Schwiegervater hat sich trotz Chemo und Bestrahlung mind. 1
neue Metastase gebildet. Für die Schmerzen bekommt er eine noch
geringe Dosis Morphin-Tabletten. Vermutlich durch diese Tabletten
hat er massive Stuhlgangprobleme. Er bekommt div. Medikamente -
nichts hilft. Lag 9 Wochen im Krankenhaus nach neurochirurg.
Eingriff. Also keine Bewegung. Ist jetzt in der Reha. Kann aber bei
den Therapien nur bedingt mitmachen und mußte schon ein paar
Mal durch die Krankenschwester "entleert" werden.
-
Hat
jemand einen Tip, mit welchem Medikament o. ä. ihm
geholfen werden kann. Er verzweifelt total und hat Angst, dadurch
nicht die Reha-Maßnahmen voll ausschöpfen zu können.
Mit "Flohsamen" hat er es auch schon probiert. Diesen Tipp
las ich bereits im Forum.
-
Ralf antwortete am
selben Tag:
-
Das Problem der Verstopfung bei Einnahme von
Morphin ist bekannt. Der "Blaue Ratgeber" Nr. 57
"Palliativmedizin" der Deutschen Krebshilfe gibt an, dass
eine Verstopfung bereits vorbeugend mit Abführmitteln behandelt
werden muss. Möglicherweise ist dies aus Unkenntnis im
Krankenhaus bei Deinem Schwiegervater versäumt worden. Vom
Beginn der Schmerztherapie an und während der gesamten
Behandlungsdauer sollen die Abführmittel regelmäßig
und konsequent eingenommen werden.
-
Nicht jedes Krankenhaus hat einen versierten
Schmerztherapeuten. Den Palliativkliniken und -stationen kennen sich
damit aus, und ihnen ist das Problem der Verstopfung bei
Morphineinnahme mit Sicherheit hinlänglich bekannt. Suche doch
hier unter
"Adressen" eine Palliativklinik oder -station in Eurer
Nähe und frage dort um Rat.
-
Und Christine schrieb einen Tag später:
-
Das Problem hatte mein Mann auch, weder
Flohsamen, noch die Tütchen mit dem Abführpulver, noch
genügend Flüssigkeit, noch die Regelmäßigkeit
haben geholfen, bis wir dann Ende August 2009 auf Weihrauch gestoßen
sind, neben anderen und auch der schmerzmildernden Wirkung hat der
Weihrauch bis zum letzten Tag für problemlosen Stuhlgang
gesorgt, die Palliativschwestern waren wirklich beeindruckt. Wenn Du
Dich informieren willst, gibt es unter Ernährung
eine Thread über Weihrauch.
-
Am selben Tag schrieb Jörg:
-
Ich hatte dieselben Probleme unter MST
(Morphin in retard Form), und mein Arzt hat mir dann stattdessen
Targin gegeben. Targin ist ein Kombipräperat, welches auch ein
Morphinderivat enthält, aber dessen zweite Komponente die
Stuhlgangprobleme verhindern soll.
-
Ich habe Targin über zehn Monate täglich
genommen und damit keine Probleme gehabt. Kann ich nur empfehlen.
Die Kombination hat für mich funktioniert.
-
Seit November 09 brauche infolge einer
Docetaxel-Chemo keine Dauerschmerzmedikation mehr, deshalb hab ich
es abgesetzt.