Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Nebenwirkungen – Strahlenproktitis

[Eine Strahlenproktitis ist die Folge einer Bestrahlung bzw. unvermeidlichen Mitbetrahlung (bei einer Bestrahlung der Prostata oder der Prostataloge) des Enddarms. Symptome sind Durchfälle im Wechsel mit Verstopfungen sowie Darmblutungen. – Ed]

nikos1 fragte am 11.5.2014::
Drei Jahren nach der Bestrahlung habe ich so ca. alle zehn Tage wieder mal Blut im Stuhl. Nun habe ich in der Vergangenheit schon diverse Medikamente ausprobiert (u. a. Safofalk- und Scheriproct- Zäpfchen), leider ohne nachhaltige Wirkung. Nun habe ich von von einer Klinik erfahren, dass dort die "Radiofrequenzablations"-Therapie angewendet wird. Strahlenproktitis ist offenbar ein neues Anwendungsgebiet für diese Technik. Hat jemand von Euch vielleicht persönliche Erfahrungen gemacht oder kann mir Angaben über die Wirksamkeit dieser Therapie machen?
Harald_1933 antwortete am 12.5.2014:
Auch ich habe damals wegen einer Strahlenproktitis mit Salofalk-Zäpfchen und Salofalk-Rektalschaum experimentiert. Die Zäpfchen wurden nach dem Einführen vom Enddarm immer wieder herausgepresst. Man hatte mir dann im EDZ (Enddarmzentrum) die Argonplasmatherapie – hier – empfohlen. Von betroffenen Patienten erfuhr ich allerdings, dass zwar anfänglich ein Nachlassen der Blutungen erreicht wurde, aber bei etwas hartem Stuhl die verheilten Areale wieder aufplatzten. Letzlich habe ich lediglich für weichen Stuhl z. B. durch das Schlucken von mit reichlich Wasser versetzten Flohsamenschalen gesorgt. Es gab immer mal einige Wochen ohne leichte frische Einblutungen. Leider hielt sich das Aufatmen in Grenzen, weil es eben auch immer wieder Rückfälle gab. Die Radiatio war im Mai 2007 abgeschlossen. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, muss ich zugeben, dass erst ab 2011 endgültig Ruhe herrscht an der Strahlenproktitisfront. Mittlerweile ist die Proktitis nicht mehr mein Problem.
Ob mit der Radiofrequenzablation - hier - eine langfristige Verbesserung Deiner Probleme erreicht werden kann, wage ich vorsichtig zu bezweifeln, weil diese Therapie doch der Argon-Plasma-Koagulation ähnelt.
Reinhold2 schrieb am 4.8.2017 unter dem Betreff „Strahlenproktitis nach IMRT“:
Finde ich lustig: ich frage den Professor der Radiologie warum ich die leichte Proktitis bekommen habe. Antwort: "Da haben sie wirklich Riesenpech, das bekommen nur die wenigsten Patienten, vielleicht 5 %".
Die gleiche Frage an den Professor der Gastroenterologie. Antwort: "Ach wissen sie, die meisten (!) Patienten kriegen früher oder später eine Strahlenproktitis, machen sie sich deswegen keinen Kopf".
Danke!
Lothar M antwortete darauf:
Zur HBO-Behandlung bei Strahlenproktitis folgender Link: https://www.hbo2.de/fuer-patienten/chronische-wunden/strahlenproktitis-strahlenzystitis/
Strahlentherapeut“ Daniel Schmidt schrieb dazu:
Bei einer "leichten" Proktitis ist eine HBO nicht zu empfehlen.
Einige Patiente kriegen eine Proktitis, der Prozentsatz hängt vom Zeitpunkt ab. Praktisch alle Patienten haben eine leichte Reizung gegen Ende der Behandlung. Zwei Jahre später jedoch, wie in Ihrem Fall, sind das in der Tat nur noch wenige Patienten.
Reinhold2 antwortete ihm:
Meine Medikamentation bis heute:
Radiologie: Colifoam. Zweitmeinung dazu: "auf keinen Fall nehmen". Dafür Pentasa 1.000-mg-Zäpchen. Aktuell: Salofalk 1.000-mg-Zäpfchen. Ich bin langsam der Überzeugung, dass ich die Beschwerden lebenslang haben werde!