Der Extrakt aus dem
Prostatakrebs-Forum von KISP
und BPS
Nebenwirkungen
– Schlafstörungen während einer Hormonblockade
- [Schlafstörungen
sind eine potenzielle Nebenwirkung von LHRH-Analoga (Eligard,
Enantone, Trenantone,
Zoladex); siehe bei den Seiten für
diese Medikamente. Es ist im konkreten Einzelfall kaum
auseinanderzuhalten, ob sie tatsächlich eine Nebenwirkung des
Arzneimittels sind oder psychisch durch die Krankheitssituation
hervorgerufen werden. Allerdings sagte mir der auf die Behandlung
von Prostatakrebs spezialisierte amerikanische Onkologe/Hämatologe
Dr. Steven Tucker, dass Schlafstörungen die von seinen mit
Androgenentzug behandelten Patienten am häufigsten berichtete
Nebenwirkung sei. Als Abhilfe empfahl er: Fitnesstrainig, mittags 20
Minuten an die Sonne gehen (so vorhanden), Koffein und Alkohol
vermeiden. – Ed]
- Tomi
fragte am 23.12.2002:
-
Dreifache
Hormonblockade hat sehr gute Wirkung gezeigt, leider mit der
Nebenwirkung von starken Schlafstörungen. Während der
Nacht schwitze ich stark und erwache dadurch immer wieder. Hat
jemand damit ebenfalls Erfahrungen gemacht und kann mir Tips geben
oder Medikamente empfehlen??
-
Wil antwortete am
selben Tag:
-
Gegen
Schwitzen nachts hilft bei vielen Patienten täglich zweimal
400 IE [internationale Einheiten –
Ed] Vitamin E, jeweils beim Essen. Nicht mehr als 800 IE
VitE täglich, da sonst zu leichtes Bluten.
-
Einen anderen Tipp
hatte Marco, ebenfalls am selben Tag:
-
bei
mir hilft eine dünnere Zudecke als die gewohnte, und nicht mehr
bis zur Nase unter die Decke kriechen, sondern einen Arm im Freien
lassen.
- Bernd fragte am 9.3.2006:
-
Seit ich Trenantone gespritzt bekomme, kann
ich nur noch bis 3:00/4:00 Uhr durchschlafen. Danach Wachzeit und
kurzes Dahindämmern. Ab ca. 7 Uhr schlafe ich dann wieder ein
bis ca. 9/10 Uhr. Meinem Bruder, der ebenfalls Trenantone gespritzt
bekommt, geht es genauso.
-
Ist das nur bei uns so oder haben andere auch
diese Erfahrungen gemacht?
-
Was kann man dagegen machen? Auf die Dauer ist
das unangenehm. Der Vormittag ist zu kurz und Nachmittags noch ein
Schläfchen, kann auch nicht die Lösung sein.
-
Ralf
-
wies darauf hin, dass das Auftreten von Schlafstörungen eine
bekannte potenzielle Nebenwirkung von Enantone/Trenantone
ist.
-
HorstMUC schrieb am selben Tag:
-
Vielleicht bringt die Einnahme von Melatonin
was.
- Günter fragte am 15.3.2006:
-
Im Juni 2002 hatte ich PE und Orchiektomie und
nehme Casodex 50. Seitdem habe ich Schlafstörungen. Deshalb
nehme ich Antidepressiva (1 St. Opipramol 20 mg täglich)
als Einschlafhilfe. Wegen Benommenheit am nächsten Tag setze
ich sie wieder ab.
-
Bin für jeden Hinweis dankbar.
-
HorstMUC verwies einmal mehr auf
-
Melatonin.
-
Michael schrieb
-
Ich nehme schon mal Nitrazepam.
-
GünterG hatte den Tipp:
-
Diskutiere mit deinem Arzt doch einmal die
Einnahme von Insidon. Es wirkt antidepressiv, entspannt und hilft
damit beim EINschlafen, macht nicht abhängig.
-
Oskar kam einen Tag später auf Melatonin zurück und
schrieb:
-
Melatonin zu beziehen ist auch bei uns ganz
einfach. Schau mal unter www.biovea-deutschland.com
nach, da hat man die freie Auswahl. Ich habe
mir locker die 5 mg (sollten es bei Dir schon sein) bestellt
und ohne Schwierigkeiten bekommen. 60 Tabletten davon kosten
19,95 €.
-
Bernd57 hatte zu Melatonin gefragt, ob es in Deutschland
erhältlich sei, darauf schrieb Elke am 16.3.2006:
-
leider ist es offiziell nicht erhältlich.
-
Wenn Dir ein Arzt dafür ein Rezept
ausschreibt, kann es ein Apotheker aber legal besorgen –
internationale Apotheken aufsuchen.
-
Eine Alternative wären Reisen nach
Italien z. B., wo man es in Drogerien kaufen kann.
-
Ein Bekannter in der Schweiz wäre auch
eine Möglichkeit, der Dir das Melatonin aus den USA übers
Internet bestellt, sich liefern lässt und dann in Deutschland
an Dich weitergibt.
-
Warum die Deutschen diesbezüglich solche
Vorbehalte haben, ist mir ein Rätsel. Die Wissenschaft räumt
immerhin ein, dass das Melatonin ein natürliches Hormon ist,
dessen Bildung in der Zirbeldrüse beim alternden Menschen
abnimmt, weshalb es im Alter auffallend häufiger zu
Schlafstörungen kommt.
-
Siehe
http://www.mdr.de/hauptsache-gesund/2284159-hintergrund-2280084.html
unter:
-
"Chemische Schlafmittel":
-
"Ältere Menschen mit chronischen
Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus können einen Versuch
mit Melatonin machen. Das ist eine körpereigene Substanz die im
Gehirn gebildet wird und auch bei Jet-lag gute Dienste leistet.
Allerdings ist momentan noch kein Arzneimittel mit Melatonin in
Deutschland zugelassen. Möglich ist ein Import aus den USA oder
die individuelle Herstellung von Kapseln in der Apotheke. In beiden
Fällen ist ein ärztliches Rezept vonnöten.
-
Melatonin wird von der Krankenkasse aufgrund
der fehlenden wissenschaftlichen Studien und einer entsprechenden
Zulassung nicht erstattet."
-
Ich würde Melatonin jedem chemischen
Schlafmittel, das man vom Arzt sehr leicht verordnet erhält,
vorziehen. Nur die Beschaffung ist leider etwas kompliziert.
-
Jürg trug – als das Thema einmal neu hochgekommen war
– am 3.5.2006 nach:
-
Zu Melatonin kann ich die eigene Erfahrung
beisteuern, dass es – zumindest bei mir – gut wirkt.
Eine Kapsel vor dem Schlafengehen reicht durchaus, doch weiß
ich nicht, ob das bei schwerwiegenden Schlafproblemen (die meinen
halten sich durchaus in Grenzen) genügt. Von Nebenwirkungen
habe ich nichts zu spüren bekommen außer villeicht
gelegentlich ein Gefühl der Müdigkeit am Vormittag.
-