Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Nebenwirkungen – Miktionsbeschwerden

[Miktionsbeschwerden werden hier als Nebenwirkung einer Erkrankung der Prostata (BPH, Prostatitis, Prostatakrebs) diskutiert, nicht als Nebenwirkung einer Therapie. Ed.]

GeorgS berichgtete am 8.1.2006:
... 1995 begannen die Beschwerden. Mein Harnstrahl wurde immer dünner, und im Januar 1996 suchte ich einen streitlustigen Professor in Süddeutschland auf. Auszug aus dem schriftlichen SPRECHSTUNDENBERICHT, der jedem Patienten zugeschickt wurde:
"Beschwerden:
Gehäufter Harndrang nachts ein- bis dreimal, je nach Trinkmenge. Der Harnstrahl zeitweilig abgeschwächt. Sonst kein Brennen beim Wasserlassen. Abgeschwächtes Orgasmusgefühl mit Verklumpung des Ejakulats. Manchmal treten Schmerzen beim Orgasmus auf.“
Befund:
Keine vergrößerten Lymphknoten, Fingertastbefund (siehe Prostataskizze): weich, teilweise mittelelastisch; Härtegrad: 1 – 2
Diagnose:
Chronische Infekt-Prostatitis"
Im anschließenden Gespräch wurden mir die Probleme der sog. Altmännerkrankheit erläutert und auf die Notwendigkeit der Verringerung des Restharns durch das „Nachpinkeln“ hingewiesen. Die Namen der mitgegebenen bzw. verordneten Medikamente erinnere ich leider nicht mehr, aber etwas gegen die Entzündung (vermutlich ein Antibiotikum) war dabei. Die Beschwerden klangen ab.
Mein „alternativer“ Hausarzt empfahl mir eine Art „Dilatations-Technik“. Simpel, sehr effektiv und unblutig. Ich praktiziere sie zuweilen noch heute, wenn der Harnstrahl dünner wird: Kurz nach Beginn des Wasserlassens drücke ich mehrmals die Harnröhre am Penis zu und verstärke gleichzeitig das Pressen für ein paar Sekunden. Danach normalisiert sich die Harnstrahlstärke.
Der streitbare Prof. verstarb 1997. ;-(
Als sich der nächtliche Harndrang allmählich wieder verstärkte, suchte ich Ende 1998 einen Urologen in Wohnortnähe auf:
Kontrast-Röntgenaufnahme(?) der Prostata, Blutabnahme; drei Tage später: kurzes Gespräch, aPSA 5,6; Vorschlag: Biopsie, die ich abgelehnt habe.
Im Februar 1999 habe ich einen anderen Arzt in Süddeutschland aufgesucht:
Ultraschall, Uroflowmetrie, Restharn < 30 ml, PSA 5,13 ng/ml
Tastbefund: Prostata mäßig vergrößert, prall elastisch mit einer geringen derben Verhärtung im Bereich des re. Prostatalappens, Blasenwand leicht verdickt.
Am Ende des einstündigen Gesprächs (20.00 Uhr !) eine gemeinsame Entscheidung:
WW (Watchful Waiting) ohne Biopsie. Azuprostat gegen den starken Harndrang. Die Beschwerden sind nachhaltig abgeklungen.
Zusätzlich:
Vitaminkomplex zur Stimulation des Immunsystems, Isoflavone (Mega Genistein) oder Indol-3-Carbinol (Brokolli-Extrakt), Zinkorotat, SELVITAEC, das seit November 2005 durch anorganisches Selen ersetzt wurde.