Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Nebenwirkungen – sich lösender Harnröhrenkatheter

ramses2 fragte am 4.7.2006:

Bei meinem Vater wurde im Herbst letzen Jahres ein Prostatakarzinom diagnostiziert. Als Therapie hat er sich zu einer perkutanen Strahlentherapie mit anschließender Zweifach-Hormontherapie über zwei bis drei Jahre entschieden.

Während der Zeit der Strahlentherapie kam es im November letzten Jahres zu einem Harnverhalt mit Stauung in beiden Nieren, weshalb ihm ein Dauerharnröhrenkatheter gelegt worden ist. Dieser Harnröhrenkatheter, den er immernoch tragen muss, macht ihm in der Nacht Probleme, weil sich die Steckverbindung zwischen Katheter und Urinbeutel bei falscher Bewegung hin und wieder löst. Nun meine Frage: Kennt jemand das Problem und weiß, ob es bessere Möglichkeiten als diese Steckverbindung gibt ?

Heribert antwortete am selben Tag:

Es gibt außer den einfachen konischen Steckadaptern auch Adapter mit Luer-Lock-Ansatz. Das sind Stöpselchen, die ein kurzes Gewinde haben. Im Sanitätshaus bzw. in der Apotheke nachfragen.

Ebenso HWLPORTA:

Das Problem ist seit 2 Jahren gelöst. Es gibt inzwischen statt der vielen unbequemen und unsicheren Steckverbindungen sowie manuell umschaltbaren Katheterventilen (zwischen Katheterauslaß und Beuteleingang) auch ein patentiertes, gut funktionierendes und kassenfähiges Ventil. Name: MiroValve Katheterventilsystem für Blasenkatheter; Internet: www.Miromed.eu, Hersteller; Miromed GmbH; email: mail@miromed.eu; PZN: 5020510; HPN; 15.25.16.0023; Rezept direkt schicken an MiroMed Rezeptabrechnung, Im Zwickel 6, 36199 Rotenburg, Tel. 069-48 98 78 15; Zuzahlung etwa 2,65 Euro. Verschrieben werden maxmal drei Ventile pro Quartal.

Das Automatikventil wird einfach mit der einen Seite in den (desinfizierten) Stecker des Katheterausgangs gesteckt und verbleibt dort bis zum nächsten Wechsel. Nur die jeweiligen Stecker an Bein-oder Bettbeutel werden gewechselt (gesteckt oder herausgezogen). Dabei wird der Flüssigkeitsstrom sicher unterbrochen. Da an manchen Beuteln noch einfachste konische Stecker geliefert werden, die bisweilen aus der Gummihalterung des Mirovalve-Ventils herausrutschen können, so ist dies auch kein Problem, da der Flüssigkeitsstrom sofort gestoppt wird. Besser ist ein sicherer Stecker, den z. B. die Firma Hollister an ihren Beuteln liefert.

Und Reinardo schrieb am 13.7.2010:

Ich habe sechs Wochen lang einen Dauerkatheter getragen und mit üblicher Steckverbindung keine Probleme gehabt. Der Urin sammelt sich beim Dauerkatheter doch in der Blase und nicht im Urinbeutel. Der Stöpsel ist mir auch ein paarmal aufgegangen. Dagegen habe ich aber dann mit einer Klemmklammer am Schlauch abgesichert, wie man das bei Aquarienschläuchen macht.