Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Nebenwirkungen – Haarausfall durch
Chemotherapie

GünterD fragte am 21.12.2010:

Mein PSA ist elf Monate nach meiner ersten Chemotherapie mit Docetaxel innerhalb acht Wochen von 0,1 auf 4,9 ng/ml gestiegen. Nun steht wahrscheinlich wieder eine an. Ich hatte durch den Haarausfall phychische Probleme. Ich habe hier im Forum mal gelesen, dass eine Eishaupe wärend der Chemotherapie mit Docetaxel den Haarausfall verhindern kann.

jürgvw antwortete einen Tag später:

Meinem Bericht zu meinen Erfahrungen mit Chemotherapie kannst Du entnehmen, dass ich während der vier durchgeführten Zyklen mit Eiskappe kein einziges Haar verloren habe.

Aber: Ich wählte eine Therapieform, die nicht evidenzbasiert ist, nämlich geringere Dosis und dafür häufigere Infusionen; Einzelheiten findest Du in meinem Bericht.

Bei der evidenzbasierten Methode mit einer Infusion pro Monat dürfte es schwieriger sein, die Haare zu behalten, doch gibt es sicher Kollegen, die Dir darüber etwas sagen können. Meine Frau musste wegen Brustkrebs die Therapie gleich mit Taxotere & Co. beginnen; gegenwärtig nenne ich sie "Igelchen", weil die volle Haarpracht nun wieder zurückkehrt.

PeterP schrieb am 27.12.2010:

Bei meiner Low-Dose-Chemotherapie mit Taxotere + Carboplatin + Dexametason habe ich nicht Derartiges gemacht und nur knapp die Hälfte meiner Haare verloren.

Vielleicht wäre ein kühles feuchtes Tuch auf dem Kopf ganz gut. Ich hätte das damals mit Finger- und Fußzehen machen sollen, denn die Nägel wurden sehr empfindlich. Die Folge waren blaue Nägel und verkrüppelte Nägel der großen Zehen.

Reinardo schrieb am 29.12.2010:

Im Berliner Kurier von heute – Panorama, Seite 47 – findest Du einen Artikel über die von der schwedischen Firma Dignitana entwickelte "ChillCap". Ich kann nicht den ganzen Artikel hier abtippen, aber im wesentlichen folgendes: Durch die eng anliegende Silikonhaube verlaufen Kanäle, durch die Kühlflüssigkeit gepumpt wird und zirkuliert. So bleibt die Kopfhaut des Trägers konstante 5 Grad Celsius kalt. Durch die Kälte fließt das Blut langsamer und weniger der giftigen Chemo erreicht die Haarfollikel. Sie bleibt während der Behandlung und Nachkühlungszeit (30-120 Minuten) auf dem Kopf. Bei Versuchen in Schweden behielten 85% von insgesamt 4000 Chemo-Patienten ihr Haar.

Vielleicht kannst Du im Internet mit der schwedischen Firma in Kontakt kommen oder einen deutschen Vertriebspartner ausfindig machen. Die in der Zeitung abgebildete Mütze sieht recht gut aus, wie eine gewöhnliche Wintermütze.

HorstK merkte dazu am selben Tag an:

Doch nicht alle Ärzte sind von der "ChillCap" überzeugt (http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/1229/politiknachrichten/0033/index.html)

Wozu Ralf – ebenfalls am selben Tag – schrieb:

Die Besorgnis mag bei Krebsarten wie dem schwarzen Hautkrebs brechtigt sein, bei Prostatakrebs sicher nicht.