Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Nebenwirkungen – Diarrhoe (Durchfall)

    Dieter fragte am 24.2.2001:

    ich habe seit Nov.99 einen PC diagnostiziert G1T1c, PSA=6,0 und habe mich nach Information über die SHG inzwischen für die 3HB nach Dr. Leibowitz entschieden - gegen den erklärten Willen meines Urologen.... Übergangsweise wende ich seit Dez.99 die 1HB mit Flutamid an. - bis vor kurzem ohne Probleme.

    Inzwischen habe ich einen Krebsarzt in Karlsruhe gefunden, dieser ist bereit, die 3HB mit mir durchzuführen. Er hat mir geraten, weitere Aufbaustoffe zu nehmen: Vitamin C+E, Betakarotin, Selen (morgens) und Zink (abends) Unmittelbar danach bekam ich Durchfall und habe diesen jetzt seit über 2 Wochen...

    Ich weiß, dass Flutamid als Nebenwirkung Diarrhö haben kann, ich habe den Eindruck, dass erst einer dieser Zusatzstoffe dies aber erst ausgelöst hat und nun habe ich alle Zusatzstoffe schon lange abgesetzt, aber ich kriege den Durchfall trotz aller Diät und weiterer Bio-Medikamente nicht weg.

    Ich meine, ich sollte Flutamid absetzen, aber dies könnte mein Hauptgegner Prostatakrebs "missbrauchen". Eigentlich wollte ich morgen (26.2.) meine 3HB beginnen...

    Wer hat Erfahrung mit hormonbedingter Diarrhoe und kann mir einen Rat geben??

    Christian antwortete am 24.2.2001:

    Bei diesen Problemen ist Casodex eine Alternative, die auch von Dr. Bob empfohlen wird. Der Wechsel schadet überhaupt nicht. Entgegen üblicher urologischer Auffassung empfiehlt Dr. Bob bei DHB überhaupt kein "Abfedern des Flare-up". Der Prostatakrebs wird den Wechsel nicht übelnehmen.

    Darauf schrieb Wil am 24.2.2001:

    Christian schreibt:
    +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
    Bei diesen Problemen [Diarrhö bei Flutamid] ist Casodex eine Alternative, die auch von Dr. Bob empfohlen wird. Der Wechsel schadet überhaupt nicht.
    +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

    Diarrhö ist eine mögliche Nebenwirkung von Flutamid und auch von Casodex. Das dritte nicht-steroidale Antiandrogen ist Nilutamid, für welches Diarrhö nicht bei Nebenwirkungen genannt wird. (Ich habe es 4,5 Jahre genommen, Anfang war 11/1993). Mit Flutamid wurde damals in 1984 angefangen. Flutamid ist leberunfreundlich. Nilutamid kam Anfang der neunziger Jahre. Bicalutamid (Casodex) wurde erst in 1995 von der FDA zugelassen (und ist bei weitem das teuerste).

    Die Effektivität der genannten Antiandrogene ist gleich (bei angemessener Dosis). Somit kann man einfach wechseln, wie Christian schon sagte.

    Christian schreibt weiter:
    +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
    Entgegen üblicher urologischer Auffassung empfiehlt Dr. Bob bei DHB überhaupt kein "Abfedern des Flare-up".
    +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

    Leider ist dies NICHT immer die urologische Auffassung. Zu oft noch machen Urologen den Fehler, ein mögliches klinisches Aufflammen nicht zu beachten. Das ist dann fahrlässige Medizin.

    WARNUNG
    Christians Bemerkung über Flare-up (Aufflammen) halte ich für gefährlich. Bei Patienten mit Metastasen, vor allem wenn in den Knochen, MUSS unbedingt das Antidrogen (Casodex, Flutamid) mindestens 7 Tage lang genommen werden, bevor mit dem LHRH-Agonisten angefangen wird. Sonst kann es zu gravierenden Folgen kommen. Ich habe hierüber schon mal ausführlich berichtet. Dr. Bob weiß dies alles sicherlich auch. Er schreibt jedoch nicht darüber, weil er sich nur auf Frühstadiums-Patienten konzentriert. Er hat keine oder kaum Erfahrung mit Patienten, die sich mit einem T+N+M1+ Stadium präsentieren.

    Dies ließ Christian nicht ruhen. Er schrieb am 24.2.2001:

    hier muss ich Dir widersprechen, Dr. Bob hat als Hämatologe/Onkologe - er ist nicht Urologe - hauptsächlich mit schweren metastatischen Prostatakrebsen zu tun. Wenn du magst, schicke ich Dir mal ein Video, in dem er beide Problembereiche in einer Vorlesung behandelt. Bitte lies auch in seiner Internetsite www.prostatepointers.org/prostate/leibowitz die Berichte "The Future is Now, Part II" und "Hormone Refractory Prostate Cancer". Übrigens wollte ich noch eine Aussage von Dir korrigieren: Dr. Strum hat in den Leibowitz-kritischen Seiten ausdrücklich bestätigt, dass er niemals einen Patienten von Dr. Bob in seiner Praxis "nachbehandelt" hat. Dr. Bob ist trotzdem nicht mein Guru. Er ist nur einer der ganz wenigen Hämatologen/Onkologen, die sich seit 12 Jahren ausschließlich mit Prostatakrebs befassen. Das ist auch das so Positive an Dr. Strum und Dr. Scholz (und einige in Canada - Bruchowski, Labrie etc.). Wir werden wohl hier in Europa noch als Patienten lange kämpfen müssen, bis wir auch so eine Entwicklung haben. Weit verbreitet sind die ja auch nicht in den USA.

    Auf Dieters ursprüngliche Frage antwortete Willi am 24.2.2001:

    ich wende die Dreifache Androgen-Blockade seit dem 08.01.2001 an, und dies ohne nennenswerte Beeinträchtigung. Nach meinem Biopsieergebnis T2NxMx G3 verpasste mir mein Uro am 28.12.2000 das LH-RH Analogon "Enantone" und verschrieb mir auf mein Drängen hin, am 08.01.01, auch Casodex und Proscar, damit ich die einfache Hormonblockade auf die DHB nach Dr.B.Leibowitz ausweiten konnte.

    Inzwischen habe ich auch einen Urologen gefunden, der nicht nur die Medikamente rezeptiert, sondern mich auch bei der Therapie begleitet. Durchaus hatte ich auch zwischenzeitlich leichten Durchfall, bekam diesen aber mittels Banane wieder schnell in den Griff. Da ich zusätzlich auch von einer bekannten Heilpraktikerin begleitet werde, ist die Liste meines Therapie-Plans durchaus ungewöhnlich lang. Wichtig zu erwähnen ist, so meine ich, WIKUTO. WIKUTO nehme ich seit dem 12.02. und habe seitdem einen noch gleichmäßigeren Stuhl. Dass die erwartete Wirkung bezüglich unseres PKs eintrifft, daran glaube ich ebenso fest. Desweiteren bin ich ein Viel-Tee-Trinker geworden, im Gegensatz zu vorher, und habe auch damit keine Schwierigkeiten, oder auch gerade deswegen nicht.


Peter fragte am 27.1.2001:
ohne "fuzzy logic" soll man ja nicht mehr als einen Parameter in einem Verfahren ändern, aber ich musste einfach.
Nach ca 10 Tagen Durchfall hatte ich Tamsulosin im Verdacht. Auch wegen anderer Nebenwirkungen (Müdigkeit, niedriger Blutdruck) habe ich's weg gelassen, das Problem blieb. Meine Frau (die allerdings meine Diät skeptisch sieht) meinte, es könne das Kurkuma sein. Ich nehme täglich 1 Esslöffel und mache es mit Tomatenpürree aus der Tüte heiß. Anschließend gebe ich ein paar Tropfen Pflanzenöl dazu. Nach 2 Tagen ohne Kurkuma ist der Durchfall weg. Allerdings habe ich auch Vitamin C etwas reduziert. Kann jemand eigene Erfahrungen zu diesem unangenehmen Thema und vielleicht eine Erklärung?
Wil hatte. am selben Tag schrieb er:
Die Packungen Kurkumapulver die ich aus England bekam hatten eine Aufschrift: "Vor Gebrauch 5 Minuten kochen". Ich habe dann den Experten, einen Inder, in England angerufen. Er sagte, das Kochen ist nur aus hygienischen Gruenden, wie es auch bei vielen anderen Nahrungsmitteln der Fall ist. Wenn du das Kurkuma verdächtigst, entweder
1) das Pulver 5 Minuten in Wasser kochen. Das gekochte nasse Pulver zu dem Tomatensaft mischen.
oder
2) eine neue Packung kaufen. Wenn die beim ersten Gebrauch (ungekocht) keine Probleme macht, kannst du den Rest auch ohne Kochen verwenden.
Übrigens, das Kochen beeinträchtigt die Qualität des Pulvers nicht im geringsten.
Barbara schlug am 28.1. folgendes vor:
falls jemand Kurkuma "verdächtigt", würde ich raten, dass er seinen Apotheker bittet, es zu untersuchen. Meiner hat nicht nur das von ihm besorgte, sondern auch das aus dem Asiashop untersucht - beide waren in Ordnung. Aber das Durchfallproblem hat Hj trotzdem auch. Er hat sein Medikament Bromelain im Verdacht, ist aber auch nicht sicher.

Peter schrieb am 8.2.2002:
...Nach meinem "durchschlagenden" Erfolg mit Curcuma habe ich nach 2 Wochen Abstinenz wieder ein Löffelchen genommen und gerade noch vermieden, wieder in die Hose zu machen (ich hatte es vorher gekocht). Einmal probier ich's noch mit einem Produkt von Ostmann oder so; das ist vielleicht nicht verunreinigt wie das aus dem Asia-Shop.
Barbara hatte am 9.2.2002 auch hierzu einen Vorschlag:
Hast Du schon mal versucht, Deinem flotten Otto mit Reiskleie beizukommen? Bindet auf sehr sanfte Art eventuelle Giftstoffe. 30 g in Wasser, Saft, oder gleich im WIKUTO anrühren, nach dem Anrühren gleich essen/trinken (bevor es zu pampsig aufquillt). Dann wöchentlich in 5-g-Portionen wieder ausschleichen.