Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS



Nebenwirkungen – Darmblutungen nach RT

Hans fragte am 10.3.2005:
nach 1½ Jahren einer erfolgreichen Prostatabestrahlung habe ich immer noch Darmblutungen. Nach Angabe des Arztes sollten sie innerhalb zwei Jahren aufhören. Hat jemand damit auch Erfahrung?
Manfred hatte Erfahrung, aber keinen Tipp und schrieb am selben Tag:
hatte ST Mai/Juni 2003. Habe noch immer Darmblutungen. Nehme Pentasa, bringt wohl aber nicht viel. Könnte eigentlich damit leben, wenn nicht die Ungewissheit wäre, was wird.
Wenn jemand einen brauchbaren Tip hat, wäre nicht schlecht.
Ebenso Helmut:
auch ich habe immer noch Darmbluten zwei Jahre nach der ST. Habe von meinem Arzt COLIFOAM Schaum bekommen. Wirkt sehr gut, aber wie immer – was ist wirklich los. Habe auch schon eine Darmspiegelung machen lassen – nichts zu finden. Einfach abwarten.
Hans J LL konnte immerhin das Folgende berichten:
Der auf PK spezialisierte Onkologe Charles (Snuffy) Myers [der selbst Prostatakrebs hat/hatte – Ed] hat beschrieben, dass Darmblutungen nach Strahlentherapie bis zu zwei Jahren danach auftreten können. Das liegt daran, dass der Körper neue exponierte Äderchen über vernarbtem Darmgewebe bildet, um Gewebe wieder mit Sauerstoff zu versorgen.
Myers glaubt, dass die Heilung seiner Strahlen-Proctitis durch das Medikament Leukine beschleunigt wurde. Trental und Vitamin E können seiner Meinung nach auch zur Heilung von Strahlungsschäden beitragen.
Ebenfalls am selben Tag meldete sich Urologe fs:
die sogenannte Strahlenkolitis durch neugebildete Äderchen ist bei allen Bestrahlungen ein Problem. Colifoam hilft und ggf. Verödung der Gefäße mit einem Argon-Beamer.
Und Kenno schrieb:
mein Urologe hat mir jetzt 14 Monate nach Seedsbestrahlung und Entfernung des Dauerkatheters aus der Harnröhre und ebenfalls noch leichter Darmentzündungen "FARCO-TRIL 3g" verschrieben. Dies sind Fertigspritzen, die ein Gel enthalten, welches sowohl in die Harnröhre als auch in die Urethra eingeführt werden kann und eine Reduktion oberflächlicher Infektionen und Entzündungen der Harnröhre nach transurethralen Eingriffen (z. B. instrumentalem Eingriff, Schlitzung, Bougierung) sowie Darmentzündungen bewirken sollen.
Kennt jemand dieses Mittel und wer hat damit Erfahrungen?
Horst MUC hatte noch einen Tipp:
Evtl. mit Flohsamen? Sind sehr gut für den Darm. Bin selbst am Darm operiert und habe mit Flohsamen nur beste Erfahrungen, auch während meiner Strahlentherapie haben sie meinen Darm geschützt.
http://www.ksl.ch/GSD/KSL/Web/KSLwww.nsf/web/PatInfo-Ratgeber-nlz010105
http://www.kup.at/db/phytokodex/datenblatt/Indische.html

Heinzl fragte am 14.4.2006:
Nach Feststellung eines Prostatakarzinoms wurde ich von Februar bis Mai 2006 36-mal bestrahlt. Hatte zu Anfang keine größeren Probleme, bis auf erhöhten Harndruck und leichte Hautrötung. Mein PSA-Wert betrug nach Abschluss der Bestrahlung 0,14 ng/ml. Im November 2006 trat dann bei mir heftiges Darmbluten auf. Nach Untersuchungen im hiesigen Krankenhaus und einer Darmspiegelung wurden Entzündungen im Enddarmbereich festgestellt. Nach Aussage der Ärzte sind das Folgen der Bestrahlung. Seit ca. zwei Monaten behandle ich diese Blutungen mit "COLIFOAM-Rektalschaum", leider mit geringem Erfolg.
Es wäre schön, aus dem Forum-Kreis über weitere Therapiemöglichkeiten und Erfahrungen zu hören.
Helmut2 antwortete am selben Tag:
im Vorfeld deiner Bestrahlung wurde sicherlich einiges nicht bedacht! Wurden vorher die Hämorrhoiden kontrolliert, ob sie nicht größer als im Stadium I liegen? ansonsten hätten sie zuerst wegoperiert werden müssen?
1 bis 1½ Std. vor der Bestrahlung Flohsamenschalen einnehmen, es schützt den Darm, und der Stuhlgang ist nicht so hart. Während der Bestrahlung und danach auf die bestrahlte Haut Babypuder 2 x täglich auftragen und nicht duschen oder baden! Wenn Du Stuhlgang hast, dann nicht mit Toilettenpapier den Po abwischen, sondern mit Babyöltüchern!
Harnblase wurde eventuell durch die Bestrahlung etwas verkleinert und die Oberfläche wie zu etwa Pergamentpapier ausgetrocknet, hierzu sollte man immer beim Bestrahlen eine volle Blase haben!
Diese Tipps habe ich vor meiner Bestrahlung März bis April 2005 von unserem Mitstreiter Horst MUC mitbekommen, und dafür danke ich Ihm heute noch. Vielleicht gibt er Dir noch weitere Ratschläge zu Deinem Problem.
Diese o. g. Tipps sind jedem angeraten, der eine Bestrahlung vor sich hat!
Das konnte Michael am 15.4.2006 bestätigen:
Auch ich wurde im Jahre 2004 bestrahlt nach einer RPE und bekam diese Tipps von meinem Bestrahlungsteam im Klinikum Essen. Diese sollten jedem radiologischen Personal bekannt sein.
Und Wolfhard schrieb am 14.4.2006:
Ein erprobtes Naturheilmittel gegen Darmbluten z. B. nach einer externen PCa-Bestrahlung war bei mir ein kräftiger Tee aus Heidelbeeren.
oldcopman53 schrieb am 2.1.2013:
Ich kämpfe seit dem Ende der Bestrahlung nach offener OP und RT mit mehr oder weniger Proktitis. Jetzt sind 18 Monate vergangen und es ist immer wieder Blut im Stuhl. Sicher lange nicht mehr so stark wie zu Beginn. Aber es hört eben nicht auf. Vielleicht hat jemand von Euch ebenfalls seine Erfahrungen damit und kann mir irgendwie helfen.
Urologe fs schlug einen Tag später vor:
Ein Versuch mit Colifoam Rectalschaum wäre zu empfehlen.
konzepi hatte am 27.1.2014 den folgenden Rat:
Ich bekam vom Proktologen zunächst auch Schaum, später hat er auch mal die Blutgefäße verschweißt. Ich bin beschwerdefrei. Guck auch http://www.uniklinikum-regensburg.de/imperia/md/content/kliniken-institute/chirurgie/medizinischeleistungen/proktologie.pdf, Seite 9. Google selbst mal "strahlenproktitis heilen".