Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Nebenwirkungen – Darmbeschwerden nach RP

Lene fragte am 17.10.2004:

meinem Mann (64j., Prostatakarzionom, keine weitere Metastasen) wurde vor gut drei Wochen die Prostata entfernt, nun hat er nach der OP neben den üblichen Beschwerden – trägt z. Zt. noch einen Katheter – große Probleme mit der Verdauung. Insbesondere quält ihn nach dem (trotz Abführmittel schweren) Toilettengang ein heftiges Stechen und Brennen im Darm. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und kann vielleicht einen Rat geben??

Lene bekam am 18.10.2004 mehrere Antworten; es schrieben
- "Gast":

Auch ich hatte das Problem Ihres Mannes. Es war fast zum Verzweifeln, das darf ich Ihnen versichern. Trotz Colon-Massagen (Stimulation des durch die OP beiseite geschobenen und deshalb "lahm" gewordenen Darmes) wollte sich ein regulärer Stuhlgang nicht einspielen. Eine langwierige und in der Tat schmerzhafte "Defäkation". Doch hier ist Geduld angesagt. Es dauert,doch der Verdauungstrakt kommt in Schwung. Lassen Sie sich das von einem 47-jährigem sagen, dessen Altersgenossen das "Karma" in der Regel besser mitspielt.

- Horst MUC:

ich wurde im März operiert und hatte auch noch lange nach der OP Verstopfung bzw. sehr mühsamen Stuhlgang. Mein Proktologe sagte mir, dass das auch von der Narkose kommen könne, da sei der Darm noch lange Zeit träge. Was mir geholfen hat, war echtes Karlsbader Salz – aber sicherheitshalbe bei Brennen im Darm den Arzt fragen.

- Urologe fs:

mehrere Gründe gleichzeitig verursachen diese Probleme nach OP:

1. Unter OP bekommt der Patient ein Darmrohr, damit der Operateur fühlen kann, wo er nicht "hin darf" = Schutz vor Darmverletzung (Einlegen führt aber gelegentlich ungewollt zu Schleimhautverletzungen im Enddarm),
2. Narkose legt Darm lahm
3. die grundsätzliche perioperative Antibiotikatherapie (Infektionsschutz) killt auch die Darmbakterien und führt so zu einer Dysbalance.

Daher:

1. Täglich probiotische Jogurts (oder Bion3, Perenterol oder Omniflora, Probiotik pur) um die "Flora und Fauna" wieder zu normalisieren,
2. bis dahin Lactulose-Sirup 3 x 15 ml (macht Stuhl weich, "füttert" die Bakterien, verursacht aber auch Blähungen),
3. KEINE anderen Abführmittel!!! (Dysbalance wird größer, u. a. durch Elektrolytverlust),
4. gezielte ballaststoffreiche Ernährung, Trinkmenge über 2,5 Liter und regelmäßige Bewegung.

Melina ergänzte am 23.10.2004:

noch eine Ergänzung zu den guten Tips vom Urologen:

Probiotische Yoghurts reichen meist nicht aus, um eine durch Antibiotika zerstörte Darmflora wieder hinzukriegen.

Empfehlenswert ist daher auf jeden Fall ein Präperat, daß alle wichtigen Bakterienstämme von Bifido und Acidophilus enthält.

Mein Favorit ist FOS-A-DOPHILUS von NATURVITAL, es gibt aber auch Präperate, die der Arzt verschreiben kann (wenn auch meist nicht ganz so gut).

Da sich die meisten Patienten bei einer OP oder in der Intensivstation mit Keimen infizieren, würde ich auch einen Laborbefund diesbezüglich machen lassen.

Favorisiertes Labor: http://www.hauss.de/.

Man kann auch versuchen, generell die Flora im Körper wieder zu stabilisieren durch ein Präperat wie das EM-X.