Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

    Neuroendokrine Tumoren (NETs)

[Neuroendokrine Tumoren sind seltene, in der Regel langsam wachsende Tumoren, die häufig nicht von einem bestimmten Organ ausgehen, sondern auf der Entartung von neuroendokrinen Zellen beruhen. Eine besondere Eigenschaft dieser Tumoren kann die Ausschüttung von Hormonen (Botenstoffen) sein. Je nachdem, ob Hormone in wesentlichen Mengen abgegeben werden, können unterschiedliche Symptome auftreten (aus einem umfangreichen Text auf der Webseite des "Netzwerks Neuroendokrine Tumoren (NeT e. V.)) – Ed]

Bernd D. fragte am 7.12.2010 unter dem Betreff "ADT bei erhöhtem CGA-Wert":

Obwohl ich bereits seit Frühjahr 2007 ein aggressives PCa habe (pT4, GS 4+5, cM0-nicht operiert), melde ich mich heute im Forum zum ersten Mal; ich hatte aber bereits Kontakt per Mail/Telefon mit Helmuth2, Burger, W. Frost u. a. und erhielt manchen guten Rat. Dafür vielen Dank.

Nach meiner bisherigen Therapie – ca. ein Jahr ADT, IMRT (77 Gray), ab April 2008 Intermittieren (bis heute) – gibt es bei mir seit Oktober '09 einen kontinuierlichen PSA-Anstieg (von 0,005 ng/ml über 0,008-0,015-0,023-0,056 auf nunmehr 0,067 ng/ml – alles unter Avodart).

Nun mein Problem: Da ich seit Kankheitsbeginn immer erhöhte CGA- und NSE-Werte hatte (CGA trotz Intermittierens mit 88 ng/ml nur einmal im Referenzbereich, sonst schwankend bis 293 ng/ml, momentan 117 ng/ml), fürchte ich eine eventuelle weitere neuroendokrine Entwicklung, wenn ich ab Mitte Januar '11 wieder, wie von meinem Urologen empfohlen, mit der ADT beginnen soll (Casodex 150 mg).

Ich frage Euch: Könnte ich trotz des PSA-Anstiegs noch zuwarten (mein momentaner Wert ist sicher auf Grund der Biologie meines Krebses nicht sehr aussagefähig)?

Wie könnte ich trotz des noch niederen PSA-Wertes ein bestimmt vorhandenes Rezidiv sichtbar machen, um es gezielter zu therapieren?

Könnte eventuell auch Avodart einen CGA-Anstieg bewirken?

Bernd D. ergänzte am 9.12.2010:

Es ist deprimierend, dass die niedergelassenen Ärzte und auch Onkologen über neuroendokrine Zellen im Prostata-Bereich wenig wissen und dazu tendieren, auf einen Progress mit ADT zu reagieren. Selbst Dr. Eichhorn war der Meinung, mein spezielles Problem werde erst dann relevant, wenn der Krebs kastrationresistent ist. Ich muss aber alles tun, um eine solche Resistenz zu verhindern, nur so kann ich Lebenszeit gewinnen.

Prof. Bonkhoff riet mir bei einem Telefonat, ich solle z. B. versuchen, die NE-Zellen medikamentös zu behandeln (Sandostatin), aber wie kommt man als Kassenpatient da heran? Weiß jemannd, welche anderen Diagnose-bzw. Therapieoptionen es noch gibt?

Heribert hatte am selben Tag immerhin den folgenden Tipp:

Um Dich mit der Materie noch tiefer zu beschäftigen, könnte Dir das Netzwerk Neuroendokrine Tumoren (NeT) e. V. weiterhelfen:

http://www.glandula-net-online.de/cms/front_content.php

Die Novartis-Studie:

http://www.klinischestudien.novartis.de/forschung_entwicklung/klinische_studien/net/csom230c2303.shtml

Und marsjürg schrieb am selben Tag:

Nach den bei mir gemessenen Werten von CGA und NSE bin ich zu dem Schluss gekommen, diesen keine erhöhte Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, zumal von seiten der Uros auch keine hilfreichen Kommentare zu erhalten waren. Hier die Werte:

Datum CGA ng/ml NSE

12/04 291/10,5

03/05 355/nicht gemessen

09/06 127/nicht gemessen

07/07 174/11,0

06/08 81/8,8

07/09 128/9,5

Der Höchstwert [des CGA – Ed] war 03/05 mit 355 ng/ml. Für den Rückgang auf 81 konnte keine Erklärung gefunden werden. Ich habe keine Therapie gemacht. Bei einer Rebiopsie 06/2007 hatte Bonkhoff erstmalig 4 CGA positive Zellen gefunden. Bcl-2 negativ, MIB-1,5%.

Ich denke, solange NSE und CGA nicht ständig ansteigen, sollte man die Werte gelassen beobachten.