Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Ernährung, Nahrungsergänzungen – Vitamin E

Ralf schrieb am 5.5.2001:
einige von Euch haben gelegentlich berichtet, dass sie unter anderem Vitamin E und Selen als Nahrungsergänzung zu sich nehmen in der Hoffnung, sich damit etwas Gutes (und ihrem PK etwas Schlechtes) zu tun. Unter http://www.mercola.com/2000/dec/31/vitamin_e.htm*) fand ich zu dem Thema einen interessanten Artikel, den ich Euch hiermit in deutscher Übersetzung zur Kenntnis bringen möchte:
"Manche Vitamin-E-Nahrungsergänzungen können das Risiko zu Prostatakrebs erhöhen.
Männer mit einem hohen Gehalt an Gamma-Tocopherol im Blut, einer Form von Vitamin E, die in Nahrungsergänzungsmitteln üblicherweise nicht enthalten ist, haben ein verringertes Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken. Viele Vitamin-E-Nahrungsergänzungsmittel enthalten aber nur Alpha-Tocopherol, das den Gehalt an Gamma-Tocopherol sogar verringern kann.
Forscher haben Blutproben von annähernd 10.500 Männern untersucht.
Die 20 % mit dem höchsten Gehalt an Gamma-Tocopherol im Blut hatten ein fünfmal niedrigeres Risiko, innerhalb der nächsten sieben Jahre an Prostatakrebs zu erkranken, als die Männer mit dem niedrigsten Gehalt dieses Vitamins im Blut.
Vitamin E kommt natürlich vor in Gemüse und pflanzlichem Öl, Nüssen, Vollkorn und Blattgrün, aber der Gehalt an den unterschiedlichen Formen von Vitamin E variiert.
Männer mit einem hohen Blutgehalt an Alpha-Tocopherol und Selen hatten nur dann eine geringere Wahrscheinlichkeit, an Prostatakrebs zu erkranken, wenn gleichzeitig auch der Gehalt an Gamma-Tocopherol hoch war, was darauf hindeutet, dass Gamma-Tocopherol die Wirksamkeit der beiden anderen Antioxidantien erhöht.
In einem begleitenden Artikel zu dem Untersuchungsbericht nennt Dr. Edward Giovannucci von der Harvard Medical School in Boston den Befund einen "weiteren Anlass zu Optimismus", dass Vitamin E und andere Verbindungen Prostatakrebs bekämpfen können. Er merkt allerdings an, dass einige Vitamin-E-Nahrungsergänzungsmittel - hauptsächlich Alpha-Tocopherol - den Gehalt von Gamma-Tocopherol im Blut verringern können. Nach Dr. Giovannucci enthält der durchschnittliche amerikanische Blutstrom fünfmal mehr Alpha- als Gamma-Tocopherol. Und dieser Unterschied schnellt bei Menschen, die Vitamin-E-Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen, auf das Zwanzigfache hoch. Da Vitamin-E-Nahrungsergänzungen Gamma-Tocopherol verdrängen können, kommen die Forscher zu dem Schluss, dass künftige Untersuchungen zum Vorbeugen vor Prostatakrebs beide Formen des Vitamins E einbeziehen sollten.
Journal of the National Cancer Institute, 20. Dezember 2000; Band 92, S. 44-49."
Bleibt die Frage, woran man erkennt, ob in einem gegebenen Nahrungsergänzungsmittel nun Alpha- oder Gamma-Tocopherol oder beide enthalten sind.
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*) Diese Web-Seite wurde anscheinend im Jahr 2008 überarbeitet und existiert in der angeführten Form nicht mehr.
Malte antwortete dazu am 6.5.2001:
...ich nehme auch Vitamin E (Eusovit 300). Der Hersteller gibt an, alpha-Tocopherol als Wirkstoff zu verwenden. Das scheint auch das natürliche Vitamin E zu sein. Gamma-Tocopherol wird synthetisch hergestellt. Wird auch unter E308 geführt...
Und am 8.5.2001 fügte er noch hinzu:
Wenn Du Gamma-Tocopherol suchst,- Maiskeimöl von Mazola enthält 80 mg/100 g davon und 15 mg/100 g Alpha-Tocopherol. Wir nehmen das für den Salat, und Wikuto werde ich auch damit ansetzen. [Ich nehme es für Wikuto auch nur noch, und zusätzlich Schwarzkümmelöl. – Ed]

Christoph schrieb am 28.5.2002:
Hier eine brandaktuelle Mitteilung von Dr. Rath zur Wirkung von Vitamin E bei Prostatakrebs.
info.service@rath.nl schrieb am 28.05.02:
Washington (dpa) - US-Forscher haben in Laborversuchen herausgefunden, auf welche Weise Vitamin E Prostata-Krebs bekämpft. Das Team um Yu Zhang von der Rochester Universität im US-Staat New York zeigte, dass das Vitamin die Bildung einer Andockstelle für männliche Geschlechtshormone in den Krebszellen hemmt. Da dieser \"Androgen-Rezeptor\" für das Fortschreiten der Erkrankung notwendig sei, werde so das weitere Wachstum der Zellen gestoppt, berichten die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des amerikanischen Fachblatts "Proceedings of the National Academy of Sciences" ("PNAS", Bd. 99, S. 7408).
Die Forscher beobachteten darüber hinaus, dass Vitamin E das Wachstum der entarteten Zellen besser unterdrückt als der häufig gegen Prostata-Krebs eingesetzte Wirkstoff Flutamid. Die besten Ergebnisse erzielten die Forscher, wenn sie die Zellen mit beiden Substanzen gleichzeitig behandelten. Bisher haben sie die Wirkung des Vitamins nur in Zellkulturen im Labor untersucht. Sie gehen allerdings davon aus, dass Vitamin E eine sinnvolle Ergänzung zur frühzeitigen Behandlung von Prostata-Krebs sein könnte.
An den Androgen-Rezeptor docken Testosteron und andere Hormone an und aktivieren ihn. Da dadurch besonders in der Frühphase der Erkrankung das Tumorwachstum gefördert werde, sei die Blockierung des Rezeptors eine attraktive Behandlungsmöglichkeit, erläutern die Forscher.
Untersuchungen von Krebspatienten hatten bereits zuvor gezeigt, dass Vitamin E das Prostata-Krebsrisiko verringern könnte. Der Mechanismus dieser Schutzwirkung war bisher allerdings unklar. Den Wissenschaftlern zufolge könnte die Aufklärung dieser Wirkung bei der Entwicklung neuer Therapien und Vorbeugemaßnahmen helfen. Das Prostatakarzinom ist mit jährlich etwa 30 000 neuen Fällen die zweithäufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland. Jedes Jahr sterben rund 12 000 Männer daran.
Matthias Rath B.V.     info.service@rath.nl
Postbus 405            FON: +31 546 533 320
NL-76400 AK Almelo     FAX: +31 546 533 341

http://www.drrath.com

Walter schrieb am 19.4.2003 unter dem Betreff "Ist Vitamin E besser als Flutamid?":
US-Forscher haben in Laborversuchen herausgefunden, auf welche Weise Vitamin E Prostata-Krebs bekämpft. Das Team um Yu Zhang von der Rochester-Universität im US-Staat New York zeigte, dass das Vitamin die Bildung einer Andockstelle für männliche Geschlechtshormone in den Krebszellen hemmt.
Da dieser "Androgen-Rezeptor" für das Fortschreiten der Erkrankung notwendig sei, werde so das weitere Wachstum der Zellen gestoppt, berichten die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des amerikanischen Fachblatts "Proceedings of the National Academy of Sciences" ("PNAS", Bd. 99, S. 7408). Die Forscher beobachteten darüber hinaus, dass Vitamin E das Wachstum der entarteten Zellen besser unterdrückt als der häufig gegen Prostata-Krebs eingesetzte Wirkstoff Flutamid.
Die besten Ergebnisse erzielten die Forscher, wenn sie die Zellen mit beiden Substanzen gleichzeitig behandelten. Bisher haben sie die Wirkung des Vitamins nur in Zellkulturen im Labor untersucht. Sie gehen allerdings davon aus, dass Vitamin E eine sinnvolle Ergänzung zur frühzeitigen Behandlung von Prostata-Krebs sein könnte. An den Androgen-Rezeptor docken Testosteron und andere Hormone an und aktivieren ihn.
Da dadurch besonders in der Frühphase der Erkrankung das Tumorwachstum gefördert werde, sei die Blockierung des Rezeptors eine attraktive Behandlungsmöglichkeit, erläutern die Forscher. Untersuchungen von Krebspatienten hatten bereits zuvor gezeigt, dass Vitamin E das Prostata-Krebsrisiko verringern könnte. Der Mechanismus dieser Schutzwirkung war bisher allerdings unklar. Den Wissenschaftlern zufolge könnte die Aufklärung dieser Wirkung bei der Entwicklung neuer Therapien und Vorbeugemaßnahmen helfen.
Info:
Das Prostatakarzinom ist mit jährlich etwa 30.000 neuen Fällen die zweithäufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland. Jedes Jahr sterben rund 12.000 Männer daran.
http://www.3sat.de/nano/news/33288/
Dazu schrieb Wil am 20.4.2003:
Die deutsche Fassung auf http://www.3sat.de/nano/news/33288 entspricht nicht dem Artikel in Englisch, auf den Bezug genommen wird, siehe Literatur [1].
Es handelt sich nicht um Vitamin E schlechthin, sondern um eine spezielle Form des Vitamins E, nämlich alpha-tocopheryl succinate (Vitamin-E-Succinat).
Succinat ist eine körpereigene Dicarbonatsäure, C4H6O4, die in dem Zellteilungszyklus (Krebszyklus) eine wichtige Rolle spielt [2], so wie dabei auch die Mitochondrien (die "Lungen" im Zellplasma) [3]. Apoptose läuft IMMER über die Mitochondrien, egal wie eine Apoptose eingeleitet wird.
Auch wenn wir dies alles kaum oder nur halbwegs verstehen soll klar sein, dass die Succinatform des Vitamins E wesentlich ist für ihre besondere Wirkung gegen Krebs, insbesondere auch Prostatakrebs [4].
Ich habe noch keinen Lieferanten in Holland oder Deutschland für Vitamin-E-Succinat finden können. Es scheint, dass nur Life Extension Foundation (LEF) diese Vitaminform liefert.
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[1]:   Proc. Natl. Acad. Sci. USA, Vol. 99, Issue 11, 7408-7413, May 28, 2002
Biochemistry
Vitamin E succinate inhibits the function of androgen receptor and the expression of prostate-specific antigen in prostate cancer cells (-tocopheryl succinate|selenium|hydroxyflutamide|vitamin D receptor)
Yu Zhang*,, Jing Ni*,, Edward M. Messing*, Eugene Chang*, Chin-Rang Yang, and Shuyuan Yeh*
Departments of * Urology, Pathology, and Radiation Oncology, University of Rochester, Rochester, NY 14642
Edited by Henry Lardy, University of Wisconsin, Madison, WI, and approved April 1, 2002 (received for review January 8, 2002)
Although epidemiological evidence indicates that a daily supplement of vitamin E may reduce the risk of prostate cancer, the detailed mechanism underlying this effect remains unclear. Here we demonstrate that alpha-tocopheryl succinate (VES) can suppress the expression of prostate-specific antigen (PSA), a marker for the progression of prostate cancer. VES can also suppress androgen receptor (AR) expression by means of transcriptional and posttranscriptional modulation, but not ligand binding, nuclear translocation, or AR dimerization. This VES-mediated inhibition of AR is selective because VES does not repress the expression of other nuclear receptors. Cell growth studies further show that VES inhibits the growth of prostate cancer LNCaP cells. In contrast, hydroxyflutamide (HF), an antiandrogen currently used to treat prostate cancer patients, only slightly inhibits LNCaP cell growth. Interestingly, simultaneous addition of HF and VES results in a more significant inhibition of LNCaP cell growth. Moreover, selenomethionine (SM), a prostate cancer treatment adjuvant, shows an inhibitory effect on LNCaP cell growth, yet has no effect on the AR/PSA pathway. Together, our data indicate that VES may suppress androgen/AR-mediated cell growth and PSA expression by inhibiting AR expression at both the transcription and translation levels. This previously undescribed mechanism may explain how VES inhibits the growth of prostate cancer cells and help us to establish new therapeutic concepts for the prevention and treatment of prostate cancer.
PMID: 8584452 [PubMed - indexed for MEDLINE]
*********************************************************************
[2]:   Ni J, Chen M, Zhang Y, Li R, Huang J, Yeh S.
Vitamin E succinate inhibits human prostate cancer cell growth via modulating cell cycle regulatory machinery.
Biochem Biophys Res Commun. 2003 Jan 10;300(2):357-63.
PMID: 12504091 [PubMed - indexed for MEDLINE]
*********************************************************************
[3]:   Weber T, Dalen H, Andera L, Negre-Salvayre A, Auge N, Sticha M, Lloret A, Terman A, Witting PK, Higuchi M, Plasilova M, Zivny J, Gellert N, Weber C, Neuzil J.
Mitochondria Play a Central Role in Apoptosis Induced by alpha-Tocopheryl Succinate, an Agent with Antineoplastic Activity: Comparison with Receptor-Mediated Pro-Apoptotic Signaling.
Biochemistry. 2003 Apr 15;42(14):4277-4291.
PMID: 12680782 [PubMed - as supplied by publisher]
*********************************************************************
[4]:   Prasad KN, Kumar B, Yan XD, Hanson AJ, Cole WC.
alpha-Tocopheryl Succinate, the Most Effective Form of Vitamin E for Adjuvant Cancer Treatment: A Review.
J Am Coll Nutr. 2003 Apr;22(2):108-17.
PMID: 12672706 [PubMed - in process]
Dazu schrieb wiederum Walter am 21.4.2003:
Das mit dem Alfa-Tocopherolsuccinat klingt sehr verheißungsvoll. An der Uni München wurde eine Doktorarbeit darüber verfasst. Hiervon ein kleiner Auszug:
In ..... Endothelzellen induzierte a-TOS eine Aktivierung der Caspase-3 und Caspase-6, ebenso wie die Translokation von Cytochrom C, Caspase, 9, und apaf-1, Komponenten des Apoptosom-Multimers ins Zytosol.
Ebenso führte die Inkubation mit a-TOS zur Bindung von Annexin durch Externalisierung von Phosphatidylserin als charakteristisches Frühphänomen der Apoptose, jedoch zu einer nukleären Kondensation TUNEL-positiver Zellen als definitiver Apoptosemarker in Endothelzellen.
http://grk438.web.med.uni-muenchen.de/kolleg/webert.html
Caspasen sind Zerstörenzyme für Zellen, die Vollstrecker der Apoptose! Das einzige Präparat, das größere Mengen von a-TOS zu enthalten scheint, ist das von Dr.Clark.
http://www.igl-rheinberg.de/Clark_NL/vitamin_e400_clark.htm
Ob das ganze in der Praxis wirklich funktioniert, muss man aber erst sehen. Immerhin müssen wir bedenken, dass wir nicht einfach blind Apoptose auslösen wollen, sondern selektiv die Krebszellen sollen in Apoptose gehen. Wie die Selektion passieren soll, hat aber noch niemand beschrieben. Und was hat Flutamid damit zu tun? Löst Flutamid am Ende auch Apoptose aus? Es ist wohl anzunehmen, denn Flutamid bringt Krebsknoten zum Verschwinden, nur leider nicht vollständig.
Daraufhin meldete sich selben Tag Sabine:
hast Du schon mal "Vitamin e succinat" bei Google eingegeben? Da gibt es viele weiterführende Links zu Vitamin E. Besonders interessant die 44-seitige Broschüre der Fa. ADM über die diversen Vit.-E-Verabreichungsformen und ihre biochemischen Unterschiede, siehe http://www.parmentier.de/gpf/vitamin_e.pdf. Ich selbst verstehe leider nicht viel von allem, aber vielleicht hilft es Euch ja weiter.
Vit.-E Succinat ist übrigens auch enthalten in den Multivit.-Präparaten Multi-Vit 1-to-3 erhältlich im http://www.naturepower-shop.com oder in dem Multivit.-Präp. Ce-Limo-plus 10 Vitamine, von Astra Medica Arzneimittel Wien (findest Du unter http://www.netdoktor.at).

Paul schrieb am 5.10.2003:
Von der Fa. Medicom bekam ich folgende Info über Vitamin-E:
MEDICOM PHARMA AG
Sedemünder 2 / Altenhagen I
31832 Springe
Springe, 29.09.2003
Sehr geehrter Herr xxx,
wir bedanken uns für Ihre Email vom 24.09.2003 und kommen gern auf Ihre Anfrage zurück.
Vitamin E ist die offizielle Bezeichnung für alle Tocol- und Tocotrienol-Abkömmlinge, die qualitativ die biologische Aktivität von RRR-alpha-Tocopherol - der einzigen natürlichen Form des alpha-Tocopherols – besitzen. Tocopherole bestehen aus einem Chromanring mit einer Seitenkette aus 3 Isopren-Molekülen. Die einzelnen Tocopherole unterscheiden sich durch die Anzahl und Stellung der Methylgruppen am Chromanring, worauf die unterschiedliche Vitamin E-Aktivität beruht.
Zu den acht natürlichen Vitamin-E-Verbindungen gehören die vier Tocopherole (alpha-, beta-, gamma- und delta-Tocopherol) und die vier Tocotrienole (alpha-, beta-, gamma- und delta-Tocotrienol). Die Tocopherole und Tocotrienole unterscheiden sich in der Struktur der Seitenkette.
Das handelsübliche Tocopherol, so auch das bei uns verwendete, ist das RRR-alpha-Tocopherol, das einzige natürliche Isomer des alpha-Tocopherols. Zudem existieren auf dem Markt vollsynthetisches alpha-Tocopherol, ein Gemisch aus acht Stereoisomeren (all-rac-alpha-Tocopherol) sowie die alpha-Tocopherol-Ester wie Acetat und Succinat. Zur Standardisierung der Vitamin-E-Aktivität der unterschiedlichen Tocopherol-Abkömmlinge wurden die Internationalen Einheiten (I.E.) eingeführt.
Nur die natürliche Form RRR-alpha-Tocopherol weist die höchste biologische Wirksamkeit (100 %) und Bioverfügbarkeit auf. Im Vergleich dazu liegt die von RRR-beta-Tocopherol bei 50 %, von RRR-gamma-Tocopherol bei 25 % und RRR-delta-Tocopherol bei 1 %.
Tocotrienole weisen eine geringere Vitamin-E-Wirksamkeit als Tocopherole auf. Von allen Tocotrienolen ist alpha-Tocotrienol noch das wirksamste; seine Aktivität beträgt 33 % von der des alpha-Tocopherols. Die biologische Aktivität des beta-Tocotrienols liegt bei nur 5 %.
Euphorische Aussagen bezüglich Tocotrienol können wir zum derzeitigen Stand der Forschung nicht nachvollziehen. In verschiedenen Tier- und Zellkulturstudien konnte zwar gezeigt werden, daß Tocotrienol ein hochpotentes Antioxidans ist und im Vergleich zu alpha-Tocopherol im Laborexperiment höhere antioxidative Kapazitäten aufweist; die wenigen Humanstudien sind hingegen aber äußerst widersprüchlich. So konnten MENSINK et al. [1999] z.B. keinen besseren Effekt von Tocotrienol im Vergleich zu Tocopherol feststellen. Damit ist derzeit noch ungeklärt, ob sich die im Laborexperiment beobachteten Effekte überhaupt so ohne weiteres auf den menschlichen Organismus übertragen lassen.
Zudem wurden nach unserer Erkenntnis bisher keine Studien zur Verträglichkeit hoher Tocotrienol-Dosen durchgeführt. In den natürlichen Vitamin-E-Quellen (Pflanzenölen) finden sich neben verschiedenen Tocopherolverbindungen zwar auch Tocotrienole - allerdings in geringen Mengen. In dieser Dosis ist Tocotrienol sicher unbedenklich. Inwieweit hochdosierte Tocotrienolpräparate (z. B. 100 mg pro Tag bei QURESHI et al. [2002] ) jedoch gleichermaßen unbedenklich sind, muß zunächst noch untersucht werden. Es ist zu vermuten, daß analog zum Tocopherol, das in höheren Dosierungen zu Neben- und Wechselwirkungen führen kann, auch das Tocotrienol nicht frei von unerwünschten Wirkungen ist.
Wir erachten es daher als wichtig, daß diese genannten Aspekte vor der hochdosierten Verwendung zunächst endgültig geklärt werden sollten. Denn nur bei entsprechend hochdosierten Präparaten - wenn überhaupt - sind therapeutische Effekte möglich. In (niedriger) lebensmitteltypischer Dosis sind dagegen keine pharmakologischen Effekte, wie z.B. Schutz vor Arteriosklerose, Unterstützung bei chronisch entzündlichen Erkrankungen, zu erwarten.
Zudem sind Heilaussagen für Nahrungsergänzungen in Deutschland aus Verbraucherschutzgründen grundsätzlich untersagt. Denn Sinn und Zweck von Nahrungsergänzungsmitteln ist die optimale Versorgung mit lebenswichtigen Vitalstoffen. Die Inhaltsstoffe liegen damit in physiologischen Mengen vor, d.h. in Mengen, die ausschließlich dem Ernährungszweck dienen. Nahrungsergänzungen sind daher mit Lebensmitteln gleichzusetzen und verfolgen nicht den Zweck zu heilen, sondern sollen lediglich Ernährungsdefizite ausgleichen. Der Konkurrenzanbieter "darf" mit diesen Aussagen nur deshalb werben, weil er seine Produkte aus den Niederlanden vertreibt.
Bei der in unseren Nahrungsergänzungsmitteln und Arzneimitteln verwendeten Vitamin E-Substanz handelt es sich um natürliches RRR-alpha-Tocopherol, das aus Pflanzenölen stammt und damit als Antioxidans hochwirksam ist. Im Gegensatz zu dem bis dato nur wenig untersuchten Tocotrienol liegen für RRR-alpha-Tocopherol unzählige Studien vor, die die hocheffiziente Wirksamkeit belegen.
Wir hoffen, daß wir Ihnen mit diesen Informationen weiterhelfen konnten. Für Fragen und Anmerkungen stehen wir Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung und verbleiben
mit freundlichen Grüßen
MEDICOM PHARMA AG
Nadine Pietruschinski (Dipl.-Ernährungswissenschaftlerin) - Wissenschaftliche Abteilung -

HWL schrieb am 14.10.2004:
nachfolgende Mitteilung zu einer Studie aus Holland erhielt ich heute aus USA. Sie behandelt die Wachstumshemmung von Prostatakrebszellen durch geeignete Mengen von Lycopen + Vitamin E (z. Zt.noch bei Mäusen).
(Roh-Übersetzung. Keine Gewähr für korrekte Wiedergabe).
Lycopin plus Vitamin E verringern das Wachstum von Prostatakrebszellen bei Mäusen
Geringe Dosen von Lycopin kombiniert mit geringen Dosen von Vitamin E reduzieren bei einem Mausmodell menschlicher Prostatakrebszellen signifikant das Wachstum des Tumors und reduzieren die Konzentrationen der PSA-Werte im Serum entsprechend.
Beim Bericht über ihre Ergebnisse anlässlich der Krebskonferenz in Genf, Schweiz am vergangenen Donnerstag sagte Dr. Jaqueline Limpens, dass diese Ergebnisse in das allgemeine Bild passen, dass Lycopin und Vitamin E bei Prostatakrebs einen Antikrebseffekt haben.
"Verschiedene epidemiologische Studien haben gezeigt, dass es eine inverse Beziehung gibt zwischen Tomatenverzehr, der Einnahme von Lycopin, dem Serum-Lycopin-Spiegel und dem Auftreten von fortgeschrittenem Prostatakrebs", so die Forscherin. Sie fügte hinzu "Das ist nicht nur für die Prävention von Vorteil, sondern während einer kurzen dreiwöchigen Versuchsreihe von Patienten mit Prostatakrebs, führte die Einnahme von lycopenreichem Tomatenextrakt zu einem Absinken des PSA-Wertes (s.a: Reuters Health Report Dec.18, 2001). Die Einnahme von Vitamin E führte gleichfalls zu einem geringeren Risiko für PCa, wenn auch die Daten in dieser Beziehung entgegenstehen.
Bei der gegenwärtigen Studie hatten Dr. Limpens und ihre Kollegen menschliche Prostatakrebszellen in die Prostaten von athymischen Nacktmäusen injiziert. Drei Tage nach der Tumor-Einpflanzung erhielten die Tiere eine tägliche Nahrungsergänzung mit gering- oder hochdosiertem Lycopin (5 oder 50 mg/kg Körpergewicht), von gering- oder hochdosiertem Vitamin E (5 oder 50 mg/kg)sowie einen Mix aus niedrig-dosiertem Lycopin/Vitamin E (5 mg/kg von jedem), oder aber Wasser als Placebo.
Niedrig dosiertes Lycopin allein unterdrückte das Wachstum von Prostatakrebszellen nach dem 42.Tag um 53 % und erweiterte die PSA-Verdopplungszeit ähnlich. Alle anderen einzelnen Untersuchungen zeigten keine signifikanten Tumor-Verringerungs-Effekte.
Die Kombination von geringdosiertem Lycopin und Vitamin E war "bei weitem am wirksamsten" , da es das Wachstum des Tumors nach dem 42.Tag um 73 % unterdrückt hatte, so Frau Dr. Limpens.
"Am wichtigsten aber ist, dass PSA-Werte und PSA-Verdopplungszeiten zu den "Tumor-Antworten" passen und zwar bei allen Experimental-Gruppen. Dies stützt den Gebrauch des PSA-Wertes als einen nützlichen Ersatz-Marker für die Wirkungen dieser Nahrungsmittel bei den laufenden klinischen Versuchen zum Prostatakrebs".
Dr. Limpens, Wissenschaftlerin am Erasmus Medical Center in Rotterdam, Niederlande präsentierte die Ergebnisse anlässlich des Symposiums für Molekulare Ziele und Krebs, gesponsort durch die European Organization for Research and Treatment of Cancer (EORTC), das U.S. National Cancer Institute (NCI) und durch die American Association für Cancer Research (AACR).
Quelle: www.medscape.com/viewarticle/490398_print.

Gerard (US) schrieb am 11.11.2004:
Vitamin-E-Warnung
Die US-TV-Sender warnten heute abend:
Namhafte Cardiologen schlagen Alarm!
Die Studie, um die es geht, war eine Analyse von 19 früheren Studien, die ungefähr 136.000 Personen umfassten. Dabei ging es um VITAMIN E allein oder in Kombination mit anderen Vitaminen.
Personen, die 400 internationale Einheiten (IE) pro Tag oder mehr nahmen, hatten eine 10 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit früher zu sterben als solche, die 200 Einheiten nahmen.
Die meisten Multivitamine enthalten 35 zu 40 Einheiten des VITAMINS E, die eventuell der Gesundheit förderlich sein könnten.
Die ursprüngliche Idee, mit den Antioxidationsmitteln wie zum Beispiel VITAMIN E stamme, aus "Reagenzglasstudien".
Die Studien, um die es hier geht, zeigen auch, dass Leute, die vitaminreiche Speisen essen, anscheinend weniger Herzkrankheit haben, weil sie generell mehr auf ihre Gesundheit achten.
Es wird von einer Frau berichtet, die 23 verschiedene Nahrungsergänzungen einnahm, aber ihre "Medizin" verweigerte, weil sie dachte, dass alle Ergänzungen gut waren, und alle verschreibungspflichtigen Medikamente suspekt seien.
http://hosted.ap.org/dynamic/stories/H/HEART_DISEASE_VITAMIN_E?SITE=WBBHTV&SECTION=HOME&TEMPLATE=DEFAULT
Ralf schrieb dazu am selben Tag:
In dem Text wird, wie üblich, wenn es um Vitamin E geht, nicht unterschieden, ob es dabei um Alpha-Tocopherol oder Gamma-Tocopherol geht. Nach allem, was wir bisher über Vitamin E gelesen haben, ist die Gamma-Variante für uns die empfehlenswerte, in Maßen eingenommen natürlich.
Was man in den "Gesundheitsregalen" der Supermärkte und Drogerien als Vitamin E oder E+C vorfindet, ist dagegen durchweg Alpha-Tocopherol (Inhaltsdeklaration lesen!).
Urologe Dr. Eichhorn schrieb am 12.11.2004:
Dr. Meyers und Dr. Strum haben sich zu Vit E geäußert - siehe unten [aus dem amerikanischen PK-Forum von Don Cooley – Ed].
To All
Many of you have wondered what Dr. Snuffy Myers might have to say about the Vitamin E study. Here is his reply.
From Dr. Myers
I got the full text of the article yesterday. Did a first read last night. This article will certainly be quite controversial because of the statistical techniques used. However, I think it is a very important article. Even before this article, there was enough evidence of trouble that I recommended no one take more than 1000 IU: There have been cases of bleeding and stroke at doses above this. However, it is only by pooling the data from a number of very large trials that you get enough patients at risk to refine estimates for doses under 1000 IU. Their data raise legitimate concerns about safety of doses from 400 - 1000 IU. I now think it prudent not to take doses above 200 IU.
For what it is worth, there are similar concerns about higher doses of Vitamin A and D - both of which can clearly be lethal.
All are fat soluble vitamins capable of accumulating in body fat stores.
Dr. Myers
It appears that he and I agree on the not over 200 IU.
Don
To all
Just received another note from Dr. Myers
FROM DR. MYERS:
I should also mention that virtually all of the clinical trials cited use the alpha tocopherol. Today, I reviewed everything I had on the alpha vs. gamma & delta tocopherol. Very different biology. Not at all sure how this study relates to the gamma tocopherol question.
I strongly suspect the increased mortality they are talking about is caused by the ability of Vitamin E to lessen blood clotting. It interferes with platelet function. Obviously, I am going to be spending a bit of time on this issue over the next few weeks! Will keep you posted.
In the meantime, I am going to recommend no one take more than 200 IU of e, regardless of type (alpha, gamma, etc)
END DR. MYERS
[Von Dr. Stephen Strum:]
Dear Wolfgang,
One of the benefits of getting older is that you have experience of seeing the same phenomenon within society's behavior again and again. Medical studies based on pooled reports (this is called meta-analysis) are fraught with all kinds of interpretive errors.
What kind of vitamin E was taken? Was the vitamin E d-alpha tocopherol acetate or was it d-alpha tocopherol succinate? Was gamma E used along with it?
How did they know how much each patient took?
Were vitamin E blood levels measured?
Were their other confounding factors such as alcohol excess, cigarette smoking, etc?
So, I have learned to wait for the dust to settle, to read the articles and see if the writers did their due dilligence and then go from there. In the meantime, I will continue to take d-alpha tocopherol succinate along with Gamma E tocopherol, not smoke, watch my diet, and exercise, among other things.
My best to you,
Stephen
Alexandra S. lieferte noch am selben Tag die Übersetzung dazu:
An Alle
Viele von Ihnen haben sich gefragt, was Dr. Snuffy Myers zur Vitamin-E-Studie zu sagen haben würde. Hier ist seine Antwort.
"Ich habe den kompletten Artikel gestern erhalten und ihn das erste Mal gestern abend durchgelesen. Dieser Artikel wird wegen der verwendeten statistischen Methoden sicherlich einigen Widerspruch auslösen. Dennoch denke ich, dass es sich hierbei um einen sehr wichtigen Artikel handelt.
Schon vor Erscheinen dieses Artikels gab es genügend Hinweise für Probleme, so dass ich empfahl, eine Dosis von 1000 IE grundsätzlich nicht zu überschreiten:
Bei höheren Dosierungen gab es Fälle von Blutungen und Schlaganfällen.
Allerdings bekommt man erst durch das Sammeln von Daten aus mehreren sehr großen Untersuchungen genügend viele gefährdete Patienten zusammen, um Schätzungen für Dosierungen unter 1.000 IE verfeinern zu können. Deren Daten wecken berechtigte Bedenken, wie sicher Dosierungen zwischen 400 und 1.000 IE tatsächlich sind. Ich bin nun der Ansicht, dass es klug ist, eine Dosis von 200 IU nicht zu überschreiten.
Nebenbei bemerkt gibt es ähnliche Bedenken bezüglich einer höheren Dosierung bei den Vitaminen A und D, die beide eindeutig tödlich sein können.
Bei allen handelt es sich um fettlösliche Vitamine, die sich in Fettspeichern des Körpers ansammeln können.
Dr. Myers"
[Ergänzung von Dr. Myers:]
"Ich sollte auch erwähnen, dass praktisch alle erwähnten klinischen Studien auf "Alpha Tocopherol" basieren. Ich habe mir heute noch einmal alle Informationen angesehen, die ich bezüglich Alpha- gegenüber Gamma- und Delta-Tocopherol hatte. Sehr unterschiedliche Biologie [biologische Wirkung]. Ich bin mir überhaupt nicht sicher, inwieweit diese Studie auf die Gamma-Tocopherol-Frage übertragbar ist.
Ich habe den starken Verdacht, dass die erhöhte Sterblichkeit, von der alle sprechen, ihre Ursache in der Fähigkeit des Vitamin E zur Verringerung der Blutgerinnung hat. Dadurch wird die Thrombozyten-Funktion gestört. Ich werde mich mit dieser Thematik wohl die nächsten Wochen eingehender beschäftigen. Ich halte Sie auf dem laufenden.
In der Zwischenzeit empfehle ich, die Tagesdosis von 200 IU nicht zu überschreiten, egal, um welchen Typ (Alpha, Gamma, etc.) es sich handelt.
Dr. Myers"
[Stellungnahme von Dr. Stephen Strum:]
Lieber Wolfgang,
einer der Vorteile des Älterwerdens ist, dass man dasselbe Phänomen im gesallschaftlichen Verhalten immer wieder zu sehen bekommt. Medizinische Studien basierend auf zusammengefassten Berichten (auch Meta-Analyse genannt) sind voller aller möglichen Interpretationsfehler.
Welche Art von Vitamin E wurde eingenommen? Handelte es sich dabei um d-Alpha-Tocopherolazetat oder d-Alpha-Tocopherolsuccinat? War Gamma-E [die Gamma-Tocopherolform des Vitamins E – Übers.] mit dabei?
Woher wussten sie, wieviel jeder einzelne Patient einnahm?
Wurde jeweils der Vitamin-E-Spiegel im Blut bestimmt?
Wurden andere Störfaktoren / Wechselwirkungen wie Alkoholmissbrauch, Zigarettenkonsum, etc. berücksichtigt?
Ich habe darum gelernt, erst einmal abzuwarten, bis sich der Staub gelegt hat, dann die Artikel zu lesen und zu schauen, ob die Verfasser die notwendige Sorgfalt walten ließen - und mir erst dann meine Meinung zu bilden. Bis dahin werde ich weiter d-Alpha-Tocopherol-Succinat und Gamma-E-Tocopherol einnehmen, nicht rauchen, auf meine Ernährung achten, Sport machen, usw.
Ich wünsche Ihnen alles Gute,
Stephen

Bernt gab am 30.1.2005 den folgenden Tipp:
siehe unter: http://www.martinas-vitamine.de/shop/index.html?sitemap.htm. Dort sind alle Vit.-E-Formen in einem Präparat enthalten.

HWL schrieb am 28.4.2005:
Eine neue Studie bestätigt: Vitamin E schützt weder vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen noch vor Krebs. Die Studie der kanadischen McMaster University in Hamilton untermauert nicht nur die enttäuschenden Ergebnisse früherer Untersuchungen zu Vitamin E als Herz- und Krebsschutz-Wirkstoff. Sie überrascht auch mit einem weiteren negativen Befund: Mit einer mehrjährigen Vitamin-E-Therapie ist die Herzinsuffizienz-Rate im Vergleich zu einem Scheinmedikament sogar erhöht.
Die Untersuchung mit dem Namen HOPE-TOO (Heart Outcomes Prevention Evaluation – The Ongoing Outcomes) unter der Leitung von Eva Lonn beobachtete fast 4000 Menschen über 55 mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko. Sie nahmen nach einer Zufallsauswahl täglich 400 Einheiten Vitamin E oder ein Placebo ein. Sowohl von den Versuchspersonen, die das Vitamin eingenommen hatten, als auch von denen, die ein Scheinmedikament bekommen hatten, entwickelte etwa jeder fünfte eine kardiovaskuläre Erkrankung wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder instabile Angina pectoris. Jeder achte Versuchsteilnehmer erkrankte an Krebs. Die antioxidative Wirkung von Vitamin E ließ sich nicht bestätigen.
Insgesamt untermauerte das Resultat von HOPE-TOO die Ergebnisse der Women’s Health Study sowie die Analyse von 19 kontrollierten Studien mit insgesamt 138 000 Teilnehmern. Eva Lonn schließt daraus: „Patienten mit Gefäßerkrankungen oder mit Diabetes mellitus sollten nicht zusätzlich Vitamin E einnehmen“. Mehr noch – die weit verbreitete Ansicht, Vitamine seien prinzipiell ohne Risiken, müsse hinterfragt werden. Warum unter der Vitamin-E-Gabe die Herzinsuffizienz-Rate erhöht ist, bleibt zunächst unklar. Die Forscher vermuten, dass Vitamin E in einem bestimmten Milieu und ab einer bestimmten Dosis das körpereigene antioxidative System durcheinander bringt.
Quelle: Focus online 28.05.2005

Reinardo schrieb am 11.7.2011 unter dem Betreff "Vitamin E wirkt blutverdünnend":
Nachdem ich bei einer TUR-P "prolongierte Blutungen" (lt. Arztbericht) hatte, habe ich versucht herauszufinden, woran das lag. Ich fand dann in Patrick Walsh' "Guide to Surviving Prostate Cancer" den Hinweis, dass Vit. E blutverdünnend wirke und wie andere Blutverdünner eine Woche vor Operation abgesetzt werden sollte.
In der Produktbeschreibung des Herstellers wird das nicht verschwiegen, aber formuliert als "reduziert die Verklumpung der Blutplättchen"-. Das ist dasselbe, aber man überliest es als Teil des Vermarktungsjargons.

Hans-J. schrieb am 7.2.2012:
Immer wieder führen die Veröffentlichung und Warnung vor hohen Dosen Vitamin E bei Prostatakarzinomerkrankten zur Verunsicherung. Nichts Genaues weiß man nicht, könnte man auch sagen, obwohl die Hintergründe klar, aber aus gestimmten Gründen verwässert werden.
Vielleicht hilft nachfolgende Darstellung, etwas Licht in das Vernebelte zu bringen, und der Betroffene kann selektieren und die Gesamtzusammenhänge klar erkennen.
Vitamin E kommt natürlich (planzlich) und (synthetisch) vor.
Insgesamt gibt es acht Formen von Vitamin E:
4 Tocopherole (alpha, beta, gamma, delta) und
4 Tocotrienole (alpha, beta, gamma, delta).
Alpha-Tocopherol ist die am weitesten verbreitete Form in Nahrungsergänzungsmitteln und in der europäischen Ernährung, während Gamma-Tocopherol die häufigste Form in der amerikanischen Diät ist.
Chemisch gesehen unterscheiden sich Tocotrienole von den Tocopherolen nur durch die Seitenkette. Während bei den Tocopherolen die Seitenketten vollständig gesättigt sind, weisen Tocotrienole eine dreifach ungesättigte Seitenkette auf. Diese ungesättigten Doppelbindungen führen zu einer wesentlich höheren Vitamin-Aktivität bei den Tocotrienolen. Tocotrienol ist agiler, dadurch kann es sich in der Zellmembrane drehen und bewegen und sich über eine Zellmembran hinaus in andere Zellmembranen bewegen. So entsteht ein erheblicher Nutzen für den menschlichen Körper, weil ein Tocotrienol den Raum verschiedener Membranen einer Zelle schützen kann, während ein Tocopherol stationär in einer Membrane bleibt.
Tocotrienole sind kleine Pflanzenteile, und es gibt mehrere Quellen mit einem relativ hohen Gehalt, wie in Palmöl, Getreide und Reiskleie. Während die meisten Forschungen über Vitamin E auf den alpha-Tocopherolen basieren, machen neue Studien über Tocotrienole weniger als ein Prozent aller Forschungsbemühungen mit Vitamin E aus.
Alpha-Tocotrienol z. B. hat im Vergleich zu alpha-Tocopherol eine 40- bis 60-fach höhere Wirkung als Antioxidans. In den letzten zehn Jahren werden immer von mehr gesundheitsschützenden Eigenschaften von Tocotrienolen in wissenschaftlichen Studien berichtet, die bei Tocopherolen nicht zu finden sind. Dies sind antiproliferative, neuroprotektive, cholesterinsenkende, krebshemmende und entzündungshemmende Eigenschaften.
http://www.tocotrienol.ch/
Gamma-Tocotrienol tötet Prostata Krebsstammzellen
Autor: PR Newswire (dt.)
SINGAPUR, July 26, 2010 /PRNewswire/ --
- Neueste Studie ergibt, dass Gamma-Tocotrienol wirksam ist gegen Prostata Krebsstammzellen und ein wirksames Mittel bietet, um Krebswachstum und Rezidiv zu verhindern
Wissenschaftler aus Singapur, Australien und Hongkong haben herausgefunden, dass Gamma-Tocotrienol ein wirksames Mittel gegen Prostata-Krebsstammzellen ist. Diese kleine Gruppe von Krebszellen ist verantwortlich für die Bildung von Prostatakrebs und ist resistent gegen konventionelle Chemotherapeutika. Die Bildung von neuen chemo-resistenten Krebszellen ist die Ursache von KrebsrÜckfällen. Gamma-Tocotrienol gehört zur Vitamin-E-Gruppe und ist ein natürlicher Stoff, der aus Palmöl gewonnen wird.
Diese Studie hatte zum Ziel, einen Weg zur Beseitigung von Prostata-Krebsstammzellen zu finden. Sie folgt einem früheren Bericht, der die Wirksamkeit von Gamma-Tocotrienol auf die Tumormasse bei Prostatakrebs demonstrierte. Diese neuesten Erkenntnisse unterstreichen das erhebliche Potential von Gamma-Tocotrienol als natürliches Heilmittel zur Vorbeugung und Behandlung von Prostatakrebs.
Diese Forschungsstudie ist das Ergebnis der Zusammenarbeit von Wissenschaftlern des Davos Life Science (Singapur) und Forschern des Australian Prostate Cancer Research Centre - Queensland und der Universität Hongkong. In der letzten Ausgabe des International Journal of Cancer (IJC) wurde von den Ergebnissen berichtet.
Die Wissenschaftler fanden heraus, dass niedrige Dosen von Gamma-Tocotrienol Apoptosis bei Prostata-Krebsstammzellen bewirken und ihre Fähigkeit zur Koloniebildung hemmt. Dies führt zu einer niedrigeren Prostata-Krebstammzellenpopulation (angegeben mit den Proteinmarkern CD133 und CD44).
Bei weitere Versuche wurden Versuchsreihen mit Mäusen durchgeführt, wobei den mit hormonrefraktären Prostata-Krebszellen implantierten Mäusen Gamma-Tocotrienol oral verabreicht wurde. Die Ergebnisse zeigten, dass Gamma-Tocotrienol im Vergleich mit der Kontrollmäusegruppe, die eine Tumorbildungsrate von 100% hatte, nicht nur die Grösse des gebildeten Tumore verringerte, sondern auch die Inzidenzrate der Tumorbildung um 75 % senkte.
Diese Ergebnisse legen deutlich nahe, dass Gamma-Tocotrienol für die Vorbeugung und Behandlung von Prostatakrebs entwickelt werden könnte.
"Gängige Chemotherapeutika, wie Docetaxel, zeigen nur begrenzte Erfolge bei Prostata-Krebsstammzellen, obwohl sie momentan als Medikament der Ersttherapie Patienten mit fortgeschrittenem hormonrefraktärem Prostatakrebs verabreicht werden. Diese Studie zeigt, dass Gamma-Tocotrienol ein wirksames Mittel zur Verhinderung von Prostatakrebs in Versuchsreihen mit Mäusen ist. Als Hauptbestandteil wird ein natürliches Produkt verwendet, Gamma-Tocotrienol, das in essbaren Pflanzenölen vorkommt, und dadurch mögliche negative Nebenwirkungen minimiert", unterstreicht Dr. Daniel Yap, einer der führenden Wissenschaftler der Studie und Leiter für Forschung & Entwicklung bei Davos Life Science. "Da Gamma-Tocotrienol positive Ergebnisse bei Bekämpfung von hartnäckigen Prostata-Krebsstammzellen gezeigt hat, sollte es als eine wirksamere Form der Behandlungsstrategie verfolgt werden, um das zu erreichen, was herkömmliche chemotherapeutische Behandlung nicht erreicht hat: die Krankheit im Remissionsstatus zu halten."
"Diese Ergebnisse bieten stichhaltige Gründe für die Entwicklung des Potentials von Gamma-Tocotrienolen, um Patienten mit hormonrefraktärem Prostatakrebs im Endstadium zu helfen. Die Aussichten auf neue Studien über die krebshemmende Wirkung von Gamma-Tocotrienolen sind vielversprechend und Wissenschaftler zeigen zunehmendes Forschungsinteresse für dieses Gebiet", sagt Arthur Ling, leitender Geschäftsführer von Davos Life Science Singapore.
Davos Life Science wurde 2004 als weltweit grösster Tocotrienol-Hersteller gegründet. Das Unternehmen stellt Tocotrienol-Extrakte aus natürlichem Palmöl zur Verwendung als Nahrungsergänzungsmittel, Pflegeprodukte und pharmazeutische Rezepturen unter dem Warenzeichen "Naturale3" her. Das Unternehmen hat auch das weltgrösste Forschungs- und Entwicklungszentrum für Tocotrienole.
Sieht man einmal von der reißerischen Überschrift ab und erarbeitet sich die Thematik etwas genauer mit vorsichtiger Distanz zu der Vermarktung, ist an einer richtigen Ergänzung durch Gamma Tocotrienol auf pflanzlicher Basis wohl etwas dran.
ottoasta schrieb am 7.12.2013 unter dem Betreff "Vitamin E und Prostatakrebs – Der Schlusspunkt:
Wir haben soeben ja etwas Erstaunliches gelernt: Die deutschen Medien einschließlich Focus und Spiegel warnen die deutsche Bevölkerung vor Vitamin E. Denn das würde 17 % mehr Prostatakrebs verursachen.
Das besonders Lächerliche (schämen Journalisten sich gar nicht?) an dieser sogenannten SELECT-Studie ist, dass Menschen mit Vitamin E eben keinen Prostatakrebs bekamen. Erst nachdem Vitamin E abgesetzt war, zwei Jahre später, fand sich dann in dieser Gruppe dieser ominöse 17-%-Zuwachs an Krebs. Nach zweijährigem Absetzen von Vitamin E!
Das erfahren Sie natürlich nicht. Und schon überhaupt nicht erfahren Sie, dass längst ausführlich genug bewiesen ist, dass Vitamin E Prostatakrebs im Gegenteil verhindert.
Hier weiterlesen: http://www.strunz.com/news.php?newsid=2141&tag=&ab=20