Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Ernährung, Nahrungsergänzungen –
Trauben und Alkohol


Guy schrieb am 27.1.2002:
Weinstudie siegt bei „Jugend forscht“
Die 18-jährige Anne Kost aus Pirmasens vom Salem College in Überlingen gewann den Landeswettbewerb mit einer Arbeit über die antioxidative Wirkung des Rebensaftes. Neben dem Alkohol wird auch verschiedenen anderen Inhaltsstoffen des Weins eine protektive Wirkung für das Herz-Kreislauf-System zugeschrieben. In erster Linie stehen dabei antioxidative Bestandteile des Weins aus dem Bereich der Polyphenole zur Diskussion. Diese sollen die so genannten „freien Radikale“ unschädlich machen. Das sind aggressive Sauerstoffverbindungen, die als Übeltäter für Gefäßerkrankungen, Krebs und Alterungsprozesse gelten. Für „Jugend forscht“ hatte die 18-jährige Anne Kost aus Pirmasens mittels eines DCF-Assays die antioxidative Wirkung von Wein an menschlichen Gefäßzellen untersucht. Dieses neue Verfahren gibt die physiologischen Verhältnisse sehr viel besser wieder als alle bislang eingesetzten Methoden. Dafür werden menschliche Gefäßzellen entnommen und mit einem speziellen Farbstoff so eingefärbt, dass die Farbe in der Zelle verbleibt. Danach werden die Zellen „oxidativ gestresst“, d. h. freien Radikalen ausgesetzt. Diese freien Radikale verändern die Fluoreszenzsignale des Farbstoffes. Der oxidative Stress kann über dieses Signal quantitativ bestimmt werden. In gleichem Maße kann auch die Gegenwirkung, nämlich der Effekt antioxidativ wirkender Substanzen im Wein gemessen werden. Frau Kost testete mit diesem System die direkte Wirkung von Wein, Traubensaft und Alkohol auf die Gefäßzellen. Sie konnte für Wein und Traubensaft eine stärkere antioxidative Wirkung messen als für eine vergleichbare alkoholische Lösung. Die Jung-Forscherin lieferte damit einen weiteren Baustein zur Untermauerung der Hypothese, dass für den gesundheitlichen Effekt des Weines nicht nur der Alkohol sondern auch die antioxidativ wirkenden Weinphenole - sie fangen die freien Radikale ab - verantwortlich sind. Die Durchführung des Experiments wurde von der Deutschen Weinakademie (Mainz/Bad Neuenahr-Ahrweiler) unterstützt und erfolgte bei Professor H. K. Biesalski am Institut für Biologische Chemie u. Ernährungswissenschaft der Universität Stuttgart-Hohenheim. Die Arbeit von Anne Kost überzeugte in Anlage und Durchführung die strengen Juroren des Wettbewerbs. Sie gewann sowohl auf Regional- als auch auf Landesebene und erreichte beim Bundeswettbewerb einen hervorragenden 4. Platz.
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In der medizinischen Forschung mehren sich die Hinweise, dass moderater Alkoholkonsum vor Krankheiten wie Krebs, Arteriosklerose oder Osteoporose schützen kann. Allerdings ist allzu viel bekanntlich ungesund.
Wie Sie die neuen Erkenntnisse am besten für Ihr Wohlbefinden nützen können.
Das gab’s noch nie. Im vergangenen Frühjahr bezeichnete die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) unter dem spröden Titel „Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr“ tatsächlich erstmals den täglichen Genuss geringer Mengen Alkohol als gesundheitsfördernd. Die Menge von täglich 20 Gramm Alkohol für Männer und zehn Gramm für Frauen, meinten die Ernährungswissenschaftler, diene vor allem der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zehn Gramm Alkohol finden sich z. B. in einem Achtelliter Wein, einem kleinen Glas Bier oder einem doppelten Korn. „Zukünftig löst der Begriff ,Referenzwerte‘ den Begriff ,Empfehlungen‘ ab, da dieser oft falsch verstanden und verwendet wurde“, kam DGE-Vizepräsident Prof. Günther Wolfram dann auch gleich möglichen kritischen Einwänden zuvor. Denn Alkohol empfehlen wollten die deutschen Ernährungsexperten, deren Richtlinien sich auch ihre österreichischen und Schweizer Kollegen anschlossen, dann auch wieder nicht. Obwohl für eine solche Empfehlung - glaubt man den Ergebnissen von Forschern aus aller Welt - in der Tat einiges spräche. Denn seit Jahren häufen sich wissenschaftliche Belege dafür, dass in bescheidenen Mengen konsumierter Alkohol eine Reihe gesundheitsfördernder Wirkungen entfalten kann. Die Kernaussage: Wer alkoholischen Getränken moderat zuspricht, weist seltener Arteriosklerose auf und erleide in der Folge weniger häufig einen Herzinfarkt oder Gehirnschlag als Nichttrinker und bleibe auch im Alter körperlich und geistig fitter als Abstinenzler. Außerdem soll Alkohol eine gewisse Osteoporose vorbeugende Wirkung haben, und immer wieder tauchen Hinweise auf, dass sich im Alkohol sogar krebshemmende Substanzen finden. „Studien belegen, dass ein Glas Wein pro Tag nicht schadet und in vielen Fällen sogar günstig ist“, räumt Univ.-Prof. Dr. Kurt Widhalm, Leiter der Akademie für Ernährungsmedizin in Wien, ein. „Die beliebte Annahme, wie gesund müssen dann erst vier Gläser sein, kann allerdings im Fall von Alkohol nicht angewendet werden.“ Denn natürlich steht beim herkömmlichen Umgang mit der „Volksdroge Alkohol“ nicht ausgeprägtes Gesundheitsbewusstsein im Vordergrund, und dass Alkohol schädlich wird, wenn ihm allzu sehr zugesprochen wird, ist nichts Neues. Und wohl zu Recht machen Meldungen im Stil von „Studie legt nahe: Chilenischer Rotwein könnte für Ihre Gesundheit am besten sein“ stutzig, weil nicht auszuschließen ist, dass da eher handfeste Wirtschaftsinteressen denn wissenschaftliche Akkuratesse zum gewünschten Ergebnis führten.
Bier oder Wein?
Neuere Untersuchungsergebnisse liefern durchaus Belege dafür, dass sowohl Wein als auch Bier gut für die Gesundheit sein können. Erst kürzlich haben Forscher vom International Centre for Health and Society am University College in London tschechische Biertrinker untersucht. Dabei zeigte sich einem Bericht der Fachzeitschrift „British Medical Journal“ zufolge, dass diejenigen, die vier bis neun Liter Bier pro Woche tranken, und dies verteilt über alle oder fast alle Tage der Woche, das geringste Infarktrisiko hatten. Die Studie erbrachte aber auch Hinweise darauf, dass dieser positive Effekt verloren geht, wenn man mehr Bier trinkt. Am „Institut für Rehabilative und Präventive Sportmedizin“ der Universität Freiburg wiederum wurde vor kurzem eine Studie abgeschlossen, die eine positive Wirkung von Weininhaltsstoffen auf die Entwicklung der Arteriosklerose belegte. „Wir konnten zeigen, dass moderates Weintrinken u. a. den Blutdruck absenkt und auch den Zuckerstoffwechsel positiv verändert“, erklärte der Sportmediziner Dr. Joseph Keul. Weitere positive Effekte zeigten sich bei der Blutgerinnung. Als wahrscheinlich positivsten Effekt des Weins hinsichtlich der Arteriosklerose bezeichnete Keul die Absenkung des gefäßschädlichen LDL-Cholesterins und die Erhöhung des gefäßfreundlichen HDL-Cholesterins. Eine eindeutige Lanze für den Weißwein bricht die von Prof. Dr. K. Jung an der Johannes-Gutenberg-Universität durchgeführte sogenannte „Mainzer Weinstudie“. Ihrzufolge ist Weißwein (trocken ausgebaut) in seiner kardioprotektiven Wirkung dem Rotwein durchaus ebenbürtig, bei manchen Parametern (wie Verbesserung der Elastizität der Aorta oder Reduzierung des Thromboserisikos) sogar noch überlegen. Allerdings macht Trinken allein noch keinen gesunden Lebensstil aus. Der Sportmediziner ist deshalb überzeugt, dass die Kombination von etwa einem Viertel Wein, fettreduzierter Ernährung und Sport die Lebenserwartung noch deutlicher erhöhe. „Es ist dabei gleichgültig, ob es sich um Weiß- oder Rotwein handelt.“ Ab einer Menge von rund täglich 40 Gramm Alkohol kehrten sich allerdings alle positiven Effekte ins Gegenteil um, betonte Keul. Dänische Forscher vom Institut für Präventivmedizin der Universität Kopenhagen haben kürzlich nach einem Bericht in „Annals of Internal Medicine“ Studienergebnisse vorgelegt, wonach mäßiger Weinkonsum das Risiko verringert, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmten Krebsformen zu erkranken. Diese Ergebnisse basieren immerhin auf einer Untersuchung von 13.000 Männern und 11.500 Frauen, die zwischen 1964 und 1995 durchgeführt wurde. Studienteilnehmer, die moderat Alkohol konsumierten und sich dabei vor allem an Rotwein hielten, so die dänischen Wissenschaftler, lebten insgesamt länger als Totalabstinenzler.
Alkohol gegen Altersbeschwerden
Inzwischen mehren sich auch Hinweise, dass sich maßvolles Trinken im fortgeschrittenen Alter günstig auswirken könnte, und zwar unabhängig davon, was man trinkt. Der mäßige Konsum von Alkohol, so berichtet die US-Fachzeitschrift „American Journal of Public Health“, steigert bei älteren Männern die Lernfähigkeit. Bei einer Untersuchung schnitten Alkohol trinkende Männer über 60 Jahren bei Tests besser ab als Altersgenossen, die enthaltsam leben. Getestet wurden u. a. die Aufmerksamkeit, das Konzentrationsvermögen und das Gedächtnis. Bei Männern, die mehr als 1,8 Liter Alkohol pro Monat tranken, sanken die Werte allerdings wieder. Die Studie wurde vom Gesundheitsministerium des US-Bundesstaates Hawaii über einen Zeitraum von 18 Jahren hinweg gemacht. Die Experten wiesen zugleich aber auch darauf hin, dass der Alkoholkonsum „gesundheitliche Risiken mit sich bringt, die größer als der Nutzen sein können“. Auf der 22. Jahrestagung der „American Society for Bone and Mineral Research“ präsentierten finnische Forscher von der Universität in Kuopio neue Studienergebnisse, wonach Frauen nach der Menopause, die pro Woche bis zu 15-mal alkoholische Getränke wie Wein, Bier oder Spirituosen trinken, deutlich weniger an Knochenschwund leiden als Abstinenzlerinnen.
Traubensaft statt Alkohol
Zahlreiche gesundheitsfördernde Effekte, die gern dem Alkohol zugeschrieben werden, lassen sich freilich auch mit Traubensaft erzielen. Denn im Traubensaft sind ebenfalls jene antioxidativ wirkenden Flavonoide in großer Zahl enthalten, die dem Wein seine gesundheitsfördernde Wirkung verleihen. Bei Untersuchungen hat sich gezeigt, dass ein Glas Traubensaft pro Tag die Oxidation von LDL-Cholesterin deutlich verringert und auch die Beschaffenheit der Arterienwände positiv verändert. Eine aktuelle Studie der University of California in Davis ergab, dass die Antioxidantien aus dem Traubensaft länger im Körper verweilen als jene aus Wein. Von den im Handel erhältlichen Sorten soll der violette Traubensaft weit mehr Antioxidantien enthalten als roter oder weißer. Der Saft enthält auch mehr Wirkstoffe als die roten Trauben, denn beim Pressen werden auch die Kerne zerquetscht, die besonders reich an Flavonoiden sind.

Ludwig schrieb am 28.5.2002:
für alle, die den Apoptosebeschleuniger Curcumin plus Resveratrol (Rotwein) im Programm haben:
Bei Rotwein steigt der Resveratrolgehalt mit zunehmendem Reifeprozess, da mit dieser Substanz die Pflanze sich vor Pilzbefall schützen will. Also: Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese, Eiswein ist die Reihenfolge, auch die Reihenfolge des Preises :-).