Der Extrakt aus dem
Prostatakrebs-Forum
von KISP
und BPS
Ernährung
– Soja und Sojaprodukte
- [Soja
und Sojaprodukte enthalten Phytoöstrogene, also pflanzliche
Hormone, die dem weiblichen Sexualhormon Östrogen ähneln.
Sie haben darum auch eine Wirkung beim Prostatakrebs, nur ist
unklar, welche. Während die meisten Mediziner an eine positive
Wirkung glauben (schließlich wird Östrogen als
Gegenspieler des Testosterons auch bei der Behandlung von
Prostatakrebs eingesetzt, sprach sich der amerikanische
Onkologe/Hämatologe Dr. Robert
Leibowitz ("Dr. Bob") schon vor Jahren gegen
Sojaprodukte aus, weil er bei seinen Patienten eine abträgliche
Wirkung festzustellen glaubte. Im folgenden Beitrag von RuStra,
in dem er einen anderen amerikanischen Arzt, Dr. Edward Friedman,
zitiert, wird deutlich, dass Dr. Leibowitz unter gewissen Umständen
mit seiner Meinung richtig liegt, nämlich wenn der Patient
einen 5-alpha-Reduktase-Hemmer wie Finasterid oder Dutasterid
einnimmt. – Ed]
- RuStra
schrieb am 8.8.2008:
-
Ich hatte ja schon mal länger her auf dieses Papier
hingewiesen:
-
The Estradiol-Dihydrotestosterone model of prostate cancer
-
Jürgen hat auch noch eine Antwort aus 2006 übersetzt, in
der Friedman zum Zusammenhang Soja-Verzehr und PSA-Anstieg dieses
sagt.
-
The Estradiol-Dyhidrotestosteron model of prostate cancer
-
A Edward Friedmann
Department of Mathematics, University of
Chicago
www.tbiomed.com/content/2/1/10
-
Ich gebe hier seine Antwort an einen Leser wieder, der Probleme
hatte, obiges Papier zu verstehen.
-
Übersetzung
-
Edward Friedmann:
-
"Danke für die freundlichen Worte. Wenn du Fragen hast, tu
dir keinen Zwang an. Mein Modell erklärt komlexe,
experimentielle Ergebnisse mit erstaunlicher Leichtigkeit. Nehmen
wir z.B. die folgenden Fakten, die ein Paradoxon darzustellen
scheinen.
-
1. Es hat sich gezeigt, dass Verzehr von Soja Prostatakrebs
verhindern kann.
-
2. Dr. Leibowitz berichtet, dass der PSA bei allen seinen Patienten,
die Soja zu sich nehmen, steigt.
-
3. Andere Ärzte berichten, dass zwischen Sojakonsum und PSA
keine Verbindung besteht.
-
Bevor ich mein Modell abgeschlossen hatte, nahm ich an, dass Dr
Leibowitz falsch liegt. Nachdem ich mein Modell beendet habe, bin
ich zur folgenden Erkenntnis gekommen:
-
1. Sojaprotein bindet speziell an den ER-beta an. Da beide, der
ER-alpha sowie der ER-beta benötigt werden um Telomeres in
Prostatazellen zu bilden, würde Soja die Telomerebildung
verhindern, und somit auch den Prostatakrebs.
-
Da bcl-2 Apoptose verhindert, will man so wenig bcl-2 wie möglich
in seinen Krebzellen haben. Bcl-2 Produktion wird durch DHT + iAR
und durch E2 + ER-beta gehemmt. Da sich alle Patienten von Dr
Leibowitz unter 5-alpha Reduktase Hemmer Medikation befinden, sind
sie auf E2 + Erbeta angewiesen, um den bcl-2 Spiegel niedrig zu
halten. Soja bindet an den ER-beta und verhindert dadurch die
Anbindung von E2 an den ER-beta, was zu einer vermehrten Produktion
von bcl-2 führt. Deshalb haben die Patienten von Dr. Leibowitz
einen erhöhten PSA wenn sie Sojaprodukte zu sich nehmen, nicht
weil der Prostatakrebs schneller wächst, sondern weil die
Apoptose in einem geringerem Maße stattfindet.
-
Jeder, der 5-alpha-Reduktase-Hemmer
(Finasterid) einnimmt, sollte Soja, Leinsamen und andere
Nahrungsmittel, die an den ER-beta anbinden, meiden.
-
E2 = 17-Estradiol, ER-beta = Östrogenrezeptor-beta,
ER-alpha = Östrogenrezeptor-alpha, iAR = intrazellulärer
Androgenrezeptor.
-
Quelle:http://pahealthsystems.com
(Stand: 25.06.06)
-
Dazu schrieb berntt am 9.8.2008:
-
Interessanter Artikel. Da stellt sich die Frage, was für uns
effektiver ist:
-
1. Finasterid weiter einnehmen und auf Soja verzichten?
-
2. Oder Finasterid absetzen und ordentlich Soja futtern?
-
Darauf antwortete RuStra am selben Tag:
-
ja, das wäre die eine Frage. Aber es gibt das problem, dass
sich die beta-Rezeptoren durch HB verdünnisieren. Also wäre
die Alternative Soja oder 5AR-Hemmer nur für die
Anfangs-PK-Karriere gut, es sei denn, wir wüssten und könnten
es auch umsetzen, wie man wieder mehr beta-Rezeptoren produzieren
kann.
-
Zu dieser
Diskussion konnte helmutS, ebenfalls am 9.8.2008, eine persönliche
Erfahrung beisteuern:
-
Am 04.12.07 habe ich
einen bekannten Onkologen, der auch öfters im Forum zitiert
wird, konsultiert. Suchte seinen Rat, um den PSA-Anstieg in der
off-phase zu stoppen oder zu verlangsamen. Sachverhalt war
folgender:
-
Am 10.09.07 hatte ich
erneut mit der Einnahme von Avodart begonnen, um das DHT abzusenken.
Vorher war es auf Normalniveau von 473 pg/ml gewesen. Bei der
Messung am 25.10.07 war es auf 300 pg/ml gefallen. Ab 25.11.07 hatte
ich die Avodart-Einnahme auf 2 Kps. erhöht um das DHT weiter zu
senken.
-
Am Tag der
Konsultation beim Onkologen am 04.12.07 wurde das PSA mit 0,678
ng/ml gemessen. Er empfahl mir, wie bereits von mir gemacht,
Avodart, Omega 3-F und MCP weiter einzunehmen. Zusätzlich
sollte ich einnehmen: Curcumin, Soja-Plus und Azuprostat. Das habe
ich auch getan.
-
Am 12.02.08 wurde
erneut PSA und DHT gemessen. Zu meinem Entsetzen hatten sich beide
Werte fast verdoppelt u.zw. das PSA auf 1,13 ng/ml und das DHT war
mit 501 pg/ml so hoch wie nie zuvor.
-
Am 04.04.08 erfolgte
eine zweite Konsultation. Ratlosigkeit wegen der gestiegenen Werte.
Neue Verordnung mit: Avodart, Omega-3, MCP, Curcumin, Grün Tee
Kps., Arthrovit, MSM und Vigantol Oel.
-
Habe
im Forum recheriert und bin auf die Vitaminliste von Doc
Leibowitz und den Thread vom Juni 2006 "Soja
schlecht für Prostata" gestoßen. Dort hatte
JürgenS die Studie von Edward Friedmann mit dem von RuStra oben
zitierten Leserbrief eingebracht.
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Vermute, dass der
enorme PSA- und vielleicht auch der DHT-Anstieg auf die Soja-Kapseln
zurückzuführen waren. Hatte die Einnahme sofort gestoppt.
Ebenso das MSM, die Grüntee Kps etc. abgesetzt, nachdem diese
bei Doc Leibowitz ebenfalls auf der Liste der "Übeltäter"
angeführt sind.
-
Das DHT ist inzwischen
wieder gesunken, das PSA aber nicht.
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Habe im Mai meine
Beobachtungen, mit entsprechender Begründung, an den
betreffenden Onkologen gesandt, aber nie eine Antwort erhalten.
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Am 11.8.2008
schrieb helmutS:
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Gegen den Verzehr von
Sojaprodukten ist wohl nichts einzuwenden. Wohl aber gegen die
Einnahme von Kapseln. Habe das jetzt schon mehrmals gelesen, u. a.
auch im neuen Bestseller von David Servan-Schreiber "Das
Anti-Krebs Buch". Zitiere daraus:
-
"ACHTUNG:
Isoflavone als NEM (in Kapseln) wurden mit einer Verschlimmerung
bestimmter Brustkrebsformen in Verbindung gebracht, aber nicht der
Sojakonsum über die Nahrung." Außerdem:
-
"Soja und Taxol.
Es scheint eine Wechselwirkung zwischen Genistein aus Soja und Taxol
zu geben. Bis dies in klinischen Versuchen bestätigt ist,
sollte man besser während einer Chemotherapie mit Taxol
Sojaprodukte meiden (einige Tage vorher mit dem Konsum aufhören
und erst einige Tage danach wieder anfangen.)"
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Das bezieht sich zwar
nicht direkt auf PK. Ich vermute aber trotzdem, dass die Einnahme
der Soja Kps. bei mir den PSA-Anstieg verursacht hat.
-
Meinungen dazu
interessieren mich sehr.