Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Ernährung, Nahrungsergänzungen – Mistel

[Natürlich sind Mistelextrakte keine Nahrungsergänzungsmittel, aber Medikamente sind sie auch nicht. Da ich sonst keine Rubrik habe, habe ich sie der Einfachheit halber bis auf Weiteres den Nahrungsergänzungsmitteln zugeschlagen. – Ed]


Am 16.2. leitete Wil die folgende Mitteilung ans Forum weiter:

Treitschke´s Krebs-Newsletter - http://www.treitschke.de

Mistel ohne Wirkung

Eine begleitende Behandlung von Krebspatienten mit einem Mistel-Lektin verbessert nicht die Heilungschancen, das ist das Ergebnis einer Studie der Technischen Universität in München. In der Untersuchung wurden Patienten, die an bestimmten bösartigen Tumoren litten, begleitend mit Mistelpräparaten behandelt.

Während einer 60-wöchigen Behandlung erhielten die erkrankten Personen zwei Mal pro Woche zusätzlich zu den operativen oder chemotherapeutischen Behandlungen einen Mistelextrakt. Eine abschließende Auswertung zeigte weder eine höhere Überlebensrate noch einen Unterschied in der Krebsentwicklung bei denen mit Mistel behandelten Patienten. Die Wissenschaftler kamen deshalb zu der Schlussfolgerung, dass eine begleitende Behandlung mit einem Mistelextrakt bei bösartigen Tumoren, wie dem Plattenepithelkarzinomen des Kopf-Hals-Bereiches, keine unterstützende Wirkung habe.

Die Mistel wächst fast ausschließlich auf Bäumen und Sträuchern. In Europa kommt nur die weißbeerige Mistel vor, sie wird heute als sanftes Naturtherapeutikum bei Bluthochdruck und zur unspezifischen Reiztherapie bei Krebs eingesetzt. Dabei sind die Mistel-Lektine die therapeutisch wirksamen Substanzen. Lektine sind zuckerhaltige Proteine, die mit spezifischen Strukturen reagieren können und dadurch zum Beispiel das Wachstum und die Differenzierung bestimmter Zellen beeinflussen, das bestätigten bisherige Laboruntersuchungen im Reagenzglas (in vitro). Die Wirksamkeit im lebenden Organismus (in vivo) sind bisher nur wenig erforscht.

Daraufhin antwortete Hansjörg am 17.2.2001:

Plädoyer für Mistel

Ich selbst spritze mir seit einem Jahr Mistel (Helixor) und fühle mich gut dabei. Ich glaube nicht daran, dass das Mittel entscheidend Krebszellen bekämpft, sondern mehr, dass es das Allgemeinbefinden bessert.

Mein Vater war mir da Vorbild. Er litt an einem Non-Hodgin-Lymphom, die Ärzte gaben ihm nur noch drei Monate zu leben, und er lebte noch über drei Jahre und das vor allen Dingen gut, was die Lebensqualität anbetraf. Nur zum Schluss ging es sehr schnell. Eine lange Leidenszeit blieb ihm erspart.

Darum nehme ich Mistel.

Und Wil korrigierte sich am selben Tag:

Du hast recht. Der Titel "Mistel ohne Wirkung. Geld kann man sich sparen" ist irreführend, wenn nicht in Zusammenhang mit dem Text gelesen. Besser wäre gewesen: "Mistel hat keine Wirkung gegen Krebs".

Herbert fragte am 30.8.2002:
da ich sehr an Naturheilverfahren interessiert bin,hätte ich gerne gewusst,wer hier über Erfahrungen diesbezüglich, insbesondere aber über Mistelbehandlungen berichten kann.
Uwe antwortete am selben Tag als erster:
es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis, daß die Mistel-Therapie beim Prostatakrebs eine positive Wirkung hat. Ich kenne Männer, die schwören darauf, es gibt aber auch negative Erfahrungen mit der Mistel-Therapie. Versuche es selbst und entscheide, ob es Dir was bringt oder nicht!
Am 2.9.2002 schrieb Walter (ein Heilpraktiker oder Arzt?):
Ich verfüge über jahrelange Erfahrungen mit der Mistelbehandlung (als Therapeut). Ich habe sie angewandt, als es noch nichts Besseres gab. Die Wirkung ist schwach, in fortgeschrittenen Fällen aber nahezu Null. Heute gibt es einige wesentlich effizientere Therapeutica, wovon das beste Epican forte ist. In Epican forte ist die Quintessenz aus jahrelanger Krebsforschung zusammengepackt.
Die Hauptwirkung besteht darin, die Kollagenstrukturen zu schützen, so dass Krebszellen ihre Nachbarzellen nicht zerstören und sich daher nicht ausbreiten können. Aber nicht nur das. Unter dem Schutz von Epican forte werden Krebszellen ganz natürlich vom Immunsystem abgebaut.
[und weiter auf entsprechende Rückfrage von Herbert:]
Es gibt einige Literatur und Fallbeschreibungen zur Krebstherapie von Rath, mit den früheren Mitteln. In Epican forte, das erst seit 3-4 Monaten auf dem Markt ist, wurden alle krebswirksamen Stoffe zusammengefasst. Die Therapie ist dadurch einfacher und praktischer, zugleich auch noch besser geworden, Literatur gibt es dagegen (fast) noch keine.
Bezug:
1. große internationale Apotheken (ist rezeptfrei)
2. Direktbestellung in Almelo, man muss jedoch erst Mitglied beim Dr. Rath-Netzwerk werden. Anmeldung unter www.drrath.com
Wirksamkeit: Erstaunlich gut. Epican forte stellt alles bisherige an Naturheilmitteln in den Schatten, z. B. Mistel, Thymuspeptide, Milzextrakte, Homöopathie, Phytotherapie, Ozon, Antioxidantien usw. (=meine eigene Erfahrung als Therapeut).
Anwendung: Epican forte einfach ZUSÄTZLICH in einer Dosis von mindestens 3 x 2 Kps. einnehmen und je nach Fortschritt die nicht mehr gebrauchten Mittel nach und nach weglassen. Epican forte ist mit allen Krebspräparaten problemlos kombinierbar.
Erfolg: Es gibt fast nur Responder, fast keine Versager. Die Tumormarker gehen in der Regel nach Therapiebeginn zunächst hoch, danach fallen sie kontinuierlich ab. Das kommt daher, dass zerstörte Krebszellen massenweise Tumormarker freisetzen.
Fazit: einfach ausprobieren, aber nicht unter 3 Monate, da sonst keine Beurteilung möglich ist.
Uwe sah das am 4.9.2002 anders:
es ist schon erstaunlich, wie sich dieser Herr Dr. Rath mit sog. Wundermitteln von vielen Betroffenen promoten lässt. Mir fehlt jeder wissenschaftliche Beweis für seine Theorien, und in seinen Unterlagen wimmelt es von sog. wissenschaftlichen Beweisen. Ich wäre mit diesen sog. Wundermitteln vorsichtig und würde mein Geld lieber für einen guten Rotwein ausgeben.
Das veranlasste nun wiederum Walter am 5.9.2002 zu folgender Replik:
..promoten ? Ich führe keine Werbung durch, sondern verkünde schlicht und ergreifend meine eigenen Erfahrungen, die Wahrheit wenn Du so willst. Ich würde mir dies weder anschaffen noch verbieten lassen. Um eines klarzustellen: Ich vertrete keinerlei wirtschaftliche Interessen.
Ähnlich sehe ich das bei Christoph Damm und anderen, die sich unter völliger Preisgabe ihrer Identität zu ihrer (angeblich nicht möglichen) Heilung bekennen. Wes das Herz voll ist, des läuft der Mund über.
Epican forte ist ein Paradigmenwechsel, das macht es den "Ungläubigen" so schwer. Auch ich war sehr kritisch der Krebstherapie von Rath gegenüber. Da ich aber von Hause aus neugierig bin, habe ich es einfach ausprobiert.
Früher war die Erde auch eine Scheibe und heute ist sie eine Kugel. Bis sich die Erkenntnis "oben" durchgesetzt hatte, verging ein ganzes Jahrhundert. Daher habe ich keine Zweifel, daß Epican forte von "oben" her sehr lange bekämpft werden wird. Studien von seiten der Universitäten sind mit Sicherheit in nächster Zeit nicht zu erwarten. Man muss daher mit den Studien von Dr. Rath einstweilen vorlieb nehmen. Seine Arbeiten sind für mich sehr aufschlussreich und überzeugend. Ich weiß nicht, was man daran aussetzen sollte.
Im übrigen gilt: Wer heilt, hat recht. Jede Theorie ist Makulatur, solange sie in der Praxis nicht funktioniert. Die von Rath funktioniert. Die Stärkung der Kollagen-Matrix führt zur Resistenz der gesunden Zellen. Diese können vom Krebs nicht mehr verdrängt werden. Alles sehr logisch, und vor allem: es funktioniert.
So wie der "Wikuto"-Drink offenbar funktioniert (wenn auch vermutlich um einiges schwächer), was hier am Board sehr sorgfältig dokumentiert wird, funktioniert auch Epican forte.
Ich schließe mich hier den sehr wahren Worten von Christoph Damm an (sinngemäß): Jeder soll nach seiner Façon selig werden. Wer nicht daran glaubt, soll es einfach sein lassen. Deswegen geht die Welt nicht unter.
In diesem Sinne, lieber Uwe, hoffe ich, daß Du eines Tages über den Dogmatismus "Stahl, Strahl + Chemo + DHB" hinausenken kannst.
Ludwig schrieb am 7.9.2002:
allen, die mehr über die Misteltherapie wissen wollen empfehle ich die Lektüre des RORORO-Taschenbuches von Annette Bopp mit dem Titel
" Die Mistel, Heilpflanze in der Krebstherapie", ISBN 3-499-60785-9.
Die Misteltherapie wird in diesem Buch als ergänzende Krebstherapie empfohlen,wobei auch darauf hingewiesen wird, dass diese Therapie bei dem Patienten bewirkt, dass er sich insgesamt besser fühlt bzw. die allgemeine Stimmung positiv beeinflusst sein soll.
Bei Prostatakrebs wird die Pappelmistel empfohlen.
Es werden die Mittel LEKTINOL und EURIXOR der Firma Madaus AG in Köln erwähnt.
Ich selbst habe keine Erfahrung gemacht, beabsichtige aber, nach Beendigung meiner DHB und ergänzend zur Proscar-Erhaltungstherapie eine Misteltherapie vorzunehmen.

Marco schrieb am 26.1.2003 auf eine entsprechende Anfrage:
ich hatte zuerst Lektinol gespritzt, welches nach ca. 3 Monaten keine Hautrötung mehr machte, habe dann im Labor R. Wagner, Stuttgart, einen Misteldifferenzierungstest machen lassen, der erwartungsgemäß das Präparat Iscador Qu 5 mg als am wirksamsten ergab (Wagner hat ein Buch dazu geschrieben: Iscador und Prostatakrebs).
Meine Blutwerte entwickeln sich seitdem positiv. Einen direkten Bezug zum PSA kann ich nicht machen, weil Operation, Hormonblockade und Bestrahlung zu sehr einander beeinflussen.
Die Studie an UniHeidelberg ergab im Mittel (über viele Krebsarten) eine 50-prozentige Lebenszeitverlängerung der Patienten mit Iscador-Behandlung gegenüber den nicht damit behandelten! (Dies war eine andere Iscador-Sorte).
Ich hoffe dass meine Reaktion auf das Mittel erhalten bleibt. Wie lange?, Wagner sagt, ca. 5 Jahre.
Marco meldete sich am 3.2.2003 wieder:
ich habe auf diesem Forum eine sehr reservierte Meinung und Stimmung zur Misteltherapie vorgefunden. Meine klassisch konservativen Ärzte haben aber alle die Misteltherapie empfohlen, in den gesuchten und gefundenen Veröffentlichungen und Studien war auch das Ergebnis stets positiv – vorausgesetzt, es handelt sich um einen der festsitzenden Krebsformen. Ich bin sehr daran interessiert, die Gründe für die Vorbehalte zu erfahren, sowie eventuelle negative Ergebnisse.
Daraufhin schrieb am 4.2.2003 Uwe:
ich habe gute Kontakte zur Firma Madaus in Köln. Vor zwei Jahren habe ich also gefragt, wie ist es mit Studien zur Mistel-Therapie. Es gab keine beim Prostatakrebs und beim Brustkrebs sollte angeblich eine von Madaus finanzierte (?) gemacht werden. Ich habe nichts mehr davon gehört.
Auch auf einem Symposium in einer Reha-Klinik in Bad Soden-Saalmünster hat mir ein Spezialist bei alternativen Therapien bestätigt, dass es aus schulmedizinischer Sicht keine Bestätigung gibt, dass die Mistel-Therapie positiv ist. Im Gegenteil es gibt Berichte, dass auch die Mistel-Therapie negative Auswirkungen haben kann.
Deshalb vertrete ich die Meinung, meine Meinung, Hände weg von der Mistel-Therapie, sie nützt den Herstellern und den Ärzten, die sie auf unsere Kosten verschreiben, und uns???
Walter meldete sich am selben Tag:
Ich mache seit 18 Jahren biologische Krebstherapie und habe noch NIE (!) gesehen, daß ein noch so kleiner Krebs von Mistelspritzen geheilt worden wäre. Hierzu muß ich noch vorausschicken, daß ich mit meinem Decoder-Dermografen bereits sehr wenige Krebszellen (geschätzt 1000) orten kann. Nicht einmal diese Mini-Krebse waren mit Mistel heilbar.
Lange Zeit habe ich gedacht, ein Krebs könnte sich mit Mistelspritzen wenigstens irgendwie aufhalten oder bremsen lassen. Diese Frage kann ich nicht eindeutig beantworten. Ich hatte Präcancerosen volle 18 Jahre in Beobachtung, solche mit und ohne Misteltherapie. Ein Verdienst der Mistel ist also auch hieran nicht abzulesen.
Gegenüber so mächtigen Therapien wie Budwig, Eisen oder Löfflmann ist die Misteltherapie daher irrelevant. Der Stellenwert der Misteltherapie ist ist meiner Praxis daher auf Null gesunken. Sie ist überflüssig geworden.
Manfred schrieb einen Tag später:
fundierte Informationen zur Misteltherapie und anderen komplementären Therapien, findest Du auf der Hompage der "Gesellschaft für biologische Krebsabwehr", www.biokrebs.de. Das Buch "Die Mistel-Heilpflanze in der Krebstherapie" von Annette Bop ist ebenfalls empfehlenswert.
Ebenfalls am 5.2.2003 schrieb Eberhard als Antwort auf Uwes Kommentar vom Vortag:
Dein Beitrag fordert mich nun doch heraus, zur Ehrenrettung der alten Kelten, Mistel, Miraculix & Co.
Nach PED im September 2000 (T4,NK,M0, Gleason 5 pR1), dreimonatigem Hormonentzug und Reha sollte ich (Jahrgang 1950) noch bestrahlt werden. Sämtliche Ärzte rieten mir dazu, auch diejenigen der anthroposophischen Klinik, bei der ich mich vorstellte. (Bei dieser Gelegenheit besten Dank für Deinen damals telefonischen Rat mich "um Himmels Willen" nicht bestrahlen zu lassen.)
Eine Misteltherapie kann nicht direkt Krebs heilen, wurde mir erklärt, aber das Immunsystem stärken und so wirken. Ich lehnte also die Strahlentherapie wegen der zu erwartenden Nebenwirkungen ab und entschloss mich für eine einwöchige stationäre Misteltherapie. Bis zu 2 Ampullen des stärksten Präparates von der Eiche bekam ich injiziert und reagierte (wie gewünscht) mit Fieber bis fast 40 °C, grippeähnlichen Symptomen, Hautrötungen und Schwellungen um die Einstichstelle bis zu einem Durchmesser von 20 cm.
Ich war kaputt. Seit der Entlassung im Januar 2001 spritze ich nun die Mistel nach einem von den Ärzten festgelegten Plan.
Ich lebe also noch, und das sehr gerne, mein PSA-Wert stieg nur leicht auf aktuelle 0,15 ng/ml an, bin wieder leistungsfähig (natürlich nicht so wie zuvor), aber widerstandsfähiger gegen Erkältungen, Grippe usw. als vor der Diagnose.
Außerdem mutierte ich inzwischen zum Vegetarier, auch Herz und Hirn machten eine heilsame Wandlung durch.
Als Laie, der ich nun mal auf diesem Gebiet bin, kann ich also nur dankbar sein für die Hilfe aller, die mich bei dem Versuch, meine Krankheit zu bewältigen, unterstützen.

Christine fragte am 4.4.2003:
Ich bin selbst ehemalige Krebspatientin (Ovarialkarzinom) und trotz schlechtester Prognosen nach 8 Jahren immer noch hier :)))
Habe alles an schulmedizinischem Programm absolviert, was mir so geboten wurde. Alternativ spritze ich seit 8 Jahren Mistel. Wie sehen hier die Erfahrungswerte bei PK aus?
Marco antwortete am 5.4.2003:
Mistel ist -leider - kein Heilmittel, aber eindeutig ein Mittel, das das Leben verbessern und verlängern kann. Es gibt Studien, die besagen: bei allen festsitzenden Krebsarten um 50%.
Da mir Chirurg, Urologe und Allgemeinarzt die Mistel sehr empfohlen hatten, spritze ich ca. 1x/Woche, zuerst Lektinol, wechselnd, da die Reaktion ausblieb, seit 6 Monaten Iscador Qu. Mit zumindest positiven Allgemeinwirkungen.
Es gibt einen Misteldifferenzierungstest beim Labor Dr.Wagner Stuttgart, welcher über die Wirksamkeit auskunft gibt.
Von Dr. Wagner gibt es auch ein Buch mit seinen Erfahrungen: Iscador und Prostatakrebs.
Uwe schrieb am selben Tag:
es gibt wohl kein Medikament, das von so vielen Krebs-Kranken genommen wird und ein sehr gutes Geschäft für Mediziner und die Pharma-Industrie ist, wie die Mistel.
Es gibt weltweit keine vernünftige Studie, die belegt, dass die Mistel Krebs erfolgreich bekämpft. Ich habe noch von keinem Prostatakrebs-Betroffenen gehört, der alleine durch die Mistel den PSA und damit die Krebsmasse nach unten gebracht hätte.
Deshalb halte ich von der Mistel-Therapie überhaupt nichts, im Gegenteil die Mistel kann wie alle Medikamente auch Negativ-Wirkungen haben.

Kurt fragte am 30.6.2003 unter dem Betreff "Misteltherapie-ohne klinische Diagnose?":
Wer kann mir mit Informationen, Erfahrungen etc. weiterhelfen? Seit 1995 erhöhte PSA Werte von 5,0 – 6,0.
Seit 1997 bis heute schwankende Werte auf einem Niveau von 6,0 bis 8,5. Zwei negative Biopsien 2002 (allerdings High Grade Pin) in beiden Fällen, eine MRT mit rektaler Spule mit verdächtigen Arealen (können auch die PIN sein).
In dieser unklaren möglicherweise präcancerosen Phase habe ich einen onkologischen Ganzheitsmediziner gesucht.
Sein Therapievorschlag: ganzheitliche biologische Krebsabwehr. Dazu gehören umfassende Maßnahmen in bestimmter Reihenfolge wie: Sanierung von Zahnherden, Ernährungsumstellung, Basen/Säurehaushalt, Sanierung der Darmflora, orthomolekulare Stärkung des Immunsystems, Symbioselenkung des Darms, Stuhlkontrollen, Sauerstofftherapie, Darmreinigunsplan, Ausleitung von ev. Schwermetallen, Kneipp-Güsse, 2x Hyperthermie!!, Laufprogramm (ich laufe seit 5 Jahren fast täglich ganzjährig) und eben die oa. Misteltherapie, Isorel-A Amp. 1ml Serienp. IV 2x wöchentlich OP I wäre jetzt ab 9. Juli dran. (Im August die Hyperthermie).
Das ganze läuft unter Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte zunächst einmal von Juni bis Oktober 2003 an.
Ausgangswert PSA von derzeit 6,5.
Ich lese schon seit gut einem Jahr in diesem Forum mit. Die einzelnen Maßnahmen sind so halbwegs nachvollziehbar. Doch bei Mistel (und auch Hyperthermie)??. Nach dem ersten Mal soll ich mir die Spritzen dann selbst setzen. Welche Erfahrungen oder Hinweise habt Ihr??
Helmut antwortete am selben Tag:
Hallo Kurt, ich mache seit 1998 einmal jährlich in der Hufeland Klinik, Bad Mergentheim, eine immunbiologische Therapie von jeweils 3-4 Wochen. Dabei wird stationär alles therapiert, was Du angeführt hast, von Sanierung der Darmflora bis zur Hyperthermie. Für die Zeit zwischendurch erhalte ich von der Klinik einen Therapievorschlag. U. a. erhalte ich auch Mistel zum Spritzen. Diese Therapie hat mir viel gebracht und meinen Allgemeinzustand wesentlich verbessert. Allerdings war bei mir die Ausgangsbasis eine andere. Im 07/1997 wurde bei mir ein PSA-Wert von 20,97 ng/ml gemessen. Wurde dann mit Enantone und Androcur auf 0,96 reduziert. Im 11/1997 wurde dann operiert und es erfolgte eine radikale Prostatovesikulektomie [Entfernung der Prostata und der Samenblasen – Ed] und pelvine LK-Dissektion [Entfernung von Lymphknoten im Beckenraum – Ed]. Erst bei der Operation wurden ein Kapseldurchbruch und eine Metastase in einem Lymphknoten festgestellt. Deswegen wird bei mir seitdem eine HB mit Trenantone durchgführt. Das war mir aber nicht genug. Deshalb mache ich zusätzlich diese immunbiologische Therapie. Kann ich nur empfehlen. Adresse:
Hufeland Klinik
Löffelstelzer Str. 1-3
D-97980 Bad Mergentheim
Tel. 07931/536-0
Ltd. Arzt Dr. med. Wolfgang Wöppel
Internet-Homepage: www.hufeland-klinik.de
In der Klinik werden fast ausschließlich Krebspatienten behandelt. Würde mich v o r der OP von Dr Wöppel oder Dr Martin beraten lassen.
Kurt hakte am selben Tag nach und fragte u. a.:
Ich höre hier im Forum immer wieder von guten Adressen für unser Problem, aber ich bin Österreicher (Wien), und da sind diese Auslandskontakte für uns immer sehr problematisch. Vielleicht gibt es dafür adäquate Anlaufstellen in Österreich? Könnte uns da wer helfen? Ich bin zwar mit der Selbsthilfegruppe in Wien (Hr. Büchler) in losem Kontakt, aber suche hier in unserem Raum immer noch nach guten Ganzheitsmediziner, -kliniken, Onkologen etc.
Sollte wahrscheinlich intensiveren Kontakt zu Hr. Büchler aufbauen.
1) Wo bekomme ich über das mir verschriebene Präparat Isorel-A Amp. 1 ml Serienp. IV mehr Informationen? bei der Herstellerfirma? Wer ist das?
2) Welche Probleme gibt es beim selbst spritzen? Wo wird gespritzt?
3) Haben sich bei Dir Nebenwirkungen gezeigt?
4) Derzeit sind bei mir 8 Ampullen - zweimal wöchentlich- vorgesehen. Ist das nicht grundsätzlich ein Langzeitprogramm it immer wiederkehrenen Zyklen?
Helmut antwortete einen Tag später:
In Deutschland gibt es meines Wissens noch ein paar Kliniken mit einer ganzheitlichen immunbiologischen Therapie. Ob es allerdings welche in Österreich gibt, entzieht sich meiner Kenntnis. Vielleicht findest Du ja eine Adresse im Internet. Ich kenne nur die Hufeland Klinik. In diese kommen sogar Patienten aus Nord-, Südamerika und Mittelost. Es handelt sich aber um keine Spezialklinik für PK. Sondern es wird versucht, durch eine ganzheitliche Behandlung Krebs zu heilen. Auch mit erwiesenen Erfolgen, sogar bei austherapierten Patienten. Ich persönlich betrachte die Behandlung aber nur als komplementäre Therapie zur Schulmedizin. Dazu gehört sicherlich auch die Behandlung mit Mistelpräparaten. Mistel ist auch nicht ganz unumstritten. Siehe die diversen Beiträge im KISP – Forumextrakt – Ernährung.
Zu Deinen Fragen:
1. Isorel-A kenne ich nicht. Die Hufeland Klinik hatte folgende Präparate auf der Liste: Iscador, Euixor, Helixor und Lektinol. Ich selbst wurde mit Iscador behandelt.
2. Die Injektionen werden in Tumornähe oder in die Bauchhaut gegeben. Hat bei mir immer meine Frau gespritzt. Ist leicht zu erlernen.
3. Ich selbst hatte bei Iscador keine Nebenwirkungen. Leichte Reaktionen, wie Rötungen, erhöhte Temperatur sind erwünscht. Bei starken Reaktionen ist die Dosis zu reduzieren, ansonsten ist die Dosis zu steigern.
4. Die Behandlung mit Mistel muss über einen längeren Zeitraum erfolgen. Nach 14 bzw. 16 Injektionen sollten bei Mistelpräparaten zwei Wochen Pause eingelegt werden.
Das sind meine persönlichen Erfahrungen. Über Isorel-A kannst Du bestimmt Informationen von Deinem Arzt oder in der Apotheke erhalten.
Dieter schrieb ebenfalls am 1.7.2003:
Ich spritze seit 9 Monaten 2 x wöchentlich Iscador Serie 1 der Fa. Weleda (links oder rechts im Unterbauch). Ich habe die Mistelpräparate austesten lassen und man kam zu dem Befund, dass am Tage des Spritzens keine Nahrungsergänzungsmittel genommen werden dürfen.
Mir bekommen die Spritzen gut, keine Nebenwirkungen. Seit dieser Zeit hatte ich keine Erkältung mehr! Ob sie aber gegen PK gut sind, ich glaube einfach daran, da mein PSA rückläufig ist.

Guy schrieb am 27.8.2004:
Ich hatte mal versucht die Wahrheit über Wirkung, Risiken und Nebenwirkungen der Misteltherapie heraus zu finden.
So gab es Experimente mit Mäusen wo unter einer bestimmten Dosierung die Killerzellen zunahmen:
Misteltherapie
Das bekannteste und wohl auch am häufigsten angewandte biologische Krebsmedikament wird aus der Mistel gewonnen. Die Mistel spielt eine zentrale Rolle vor allem in der anthroposophischen Medizin, die auf den Begründer der anthroposophischen Weltanschauung, Rudolf Steiner (1861-1925), zurückgeht. Dieser universell gebildete Privatgelehrte schrieb Bücher über religiöse, pädagogische und philosophische Themen und setzte sich auch mit medizinischen Fragen auseinander.
Steiner gelangte zu der Auffassung, daß der Mensch aus drei Leibern bestehe, einem physischen Leib, einem Äther- und einem Astralleib. Nach Meinung Steiners und seiner anthroposophischen Anhänger ist Krebs "eine Revolution gewisser physischer Kräfte gegen die Kräfte des Ätherleibes". Er glaubte, daß man einer Pflanze ansehen könne, welche Krankheit sie heile. Deshalb erschienen ihm die Extrakte der Mistel, die als Schmarotzerpflanze auf Bäumen wächst und ihren Stamm durchdringt wie eine Krebsgeschwulst den menschlichen Körper, zur Krebsbekämpfung geeignet.
Von den anthroposophisch geprägten Ärzten wurden die Vorschriften über die Herstellung, Dosierung und Anwendung seither ständig weiterentwickelt. Verwendet wird in der Praxis lediglich der Extrakt einer bestimmten Mistelart mit dem Namen Viscum album. Zusammensetzung und Wirkstoffgehalt richten sich nach dem Wirtsbaum und dem Zeitpunkt der Ernte. Von den Handelspräparaten werden am häufigsten Iscador, Helixor und Vysorel eingesetzt.
Seit einigen Jahren haben aber auch naturwissenschaftlich geprägte Ärzte die Mistel als Forschungsobjekt entdeckt. Gegenstand der Untersuchungen sind aber nicht die oben erwähnten Pflanzenextrakte, sondern zum Beispiel das Mistellektin I.
Dieser Inhaltsstoff wird in genau definierter Menge, also standardisiert, verabreicht. Er ist seit einiger Zeit unter dem Namen Eurixor im Handel erhältlich. In einem Versuch mit Mäusen fanden die Forscher, daß bei einer bestimmten Dosierung dieses standardisierten Mistellektins vermehrt Killerzellen im Blut gebildet wurden; außerdem sollen sich bei diesen Versuchen künstlich erzeugte Tumoren und Metastasen in den Versuchstieren zurück-gebildet haben.
Die meisten naturwissenschaftlich geprägten Onkologen lehnen Steiners Schlußfolgerungen als "mystisch und spekulativ" ab. Auch die neueren Untersuchungen über die Misteltherapie haben daran nichts geändert.
Vor allem niedergelassene Ärzte verschreiben Mistelpräparate auch dann, wenn sie nicht von den Ideen der Anthroposophen überzeugt sind. Dabei spielt für sie eine Rolle, daß sich nach ihrer Beobachtung das seelische Befinden der Patienten während einer Misteltherapie manchmal deutlich verbessert. Dr. Kaiser von der Nürnberger Arbeitsgruppe "Biologische Krebstherapie" äußert sich differenziert: "Obwohl der Wirksamkeitsnachweis für Mistelpräparate nach wie vor umstritten ist, sind sie doch im Hinblick auf Kosten, Aufwand und Nebenwirkungen noch eher vertretbar als viele andere unkonventionelle Medikamente und Verfahren."
http://www.tumorzentrum-bonn.de/Hodenkrebs4.html
PHARMAZIE
PZ-Akademie Kongress Misteltherapie: Ein zweischneidiges Schwert
"Die Misteltherapie bei Krebserkrankungen ist in keiner Weise wissenschaftlich begründet. Sie zählt auch nicht zu den traditionellen Heilmethoden, denn auch Überlieferungen aus dem Mittelalter gibt es nicht," sagte Professor Dr. Hans-Joachim Gabius, Institut für Physiologische Chemie der Universität München. Die Anwendung von Mistelpräparaten gehe vielmehr auf Rudolf Steiner zurück und sei somit in die anthroposophische Weltanschauung eingebettet. Nach der anthroposophischen Lehre liegt die Ursache einer Krebserkrankung in einer Dysbalance zwischen Äther- und Astralleib. Allein in diesem Sinne dürfen Mistelpräparate auch angewendet werden. Der Mistel schreibt Steiner die Fähigkeit zu, dieses Ungleichgewicht zwischen Äther- und Astralleib aufzuheben, die Balance wieder herzustellen. Zusammen mit Heileurhythmie, Zitronenbädern, Phosphor D5, ausreichend Schlaf, klarem Denken, Hallelujaübung und "R" mit Rückwärtsschritten seien Mistelpräparate "Teil eines psychoonkologischen Gesamtkonzeptes", zitierte Gabius. "Wer Mistelpräparate nutzt, sollte sie im Rahmen dieses Konzeptes einsetzen." Vor diesem Hintergrund ist auch die fiktive Zulassung von Mistelpräparaten im Rahmen der "Besonderen Therapierichtungen" zu sehen. Nach Steiner geht es um die Spiritualität einer Pflanze, nicht um einen Inhaltsstoff. "Wie kann sich der Hersteller eines anthroposophischen Heilmittels auf einen Inhaltsstoff berufen?", fragte Gabius in Anspielung auf die gängige Werbepraxis. Dies widerspreche der Lehre Steiners und sei bezüglich der Zulassung nicht gesetzeskonform. Wenn Firmen so handeln, hat dies zur Folge, dass die Präparate einer naturwissenschaftlichen Bewertung Stand halten müssen. Der naturwissenschaftliche Blick"Bei der Mistel ist bislang nichts klar," monierte Gabius. Für die immunmodulatorische Wirkung von Mistelextrakten werden Lektine verantwortlich gemacht. Dabei handelt es sich um potente Zellgifte. Das Ricin, ein Lektin aus der Ricinuspflanze, sorgt immer wieder für Schlagzeilen: Es soll das tödliche Gift im Regenschirmmord gewesen sein, dem 1978 der bulgarische Schriftsteller und Dissident Georgi Markov im Londoner Exil zum Opfer fiel. Ihm wurde, vermutlich vom bulgarischen Geheimdienst, auf offener Straße mit Hilfe einer präparierten Regenschirmspitze eine Ricin-gefüllte kleine Metallkugel in den Oberschenkel gestoßen. "Auch Mistellektine sind giftig," sagte Gabius, "und sie sollen es auch sein. Schließlich sollen Tumorzellen abgetötet werde." Da diese Substanzen von den Pflanzen aber als Fraßschutz produziert würden, seien sie in ihrer Wirkung unspezifisch. "Das heißt für die Tumorspezifität: Es gibt sie nicht!" Gabius erweiterte diese These um die Überlegung, dass Substanzen, die vielleicht nicht nützlich sind, auch nicht schädlich sein können. Dem sei aber nicht so. Die Daten aus präklinischen Studien an Zell- und Histokulturen sowie Tiermodellen, so Gabius, "stellen die grundsätzliche Unbedenklichkeit der lektinbezogenen Mistelanwendung in Frage." Wirkung nicht vorhersehbarEs habe sich gezeigt, dass Mistellektine in vitro in der Lage seien, das Immunsystem zu stimulieren. Insgesamt sei die klinische Datenlage aber sehr inhomogen. So habe die Misteltherapie einigen Patienten geholfen, in anderen Fällen habe sie aber das Wachstum von Tumorzellen und die Metastasenbildung gefördert. Deshalb "bestehen Bedenken bezüglich der Patientensicherheit", formulierte Gabius vorsichtig. Die Anwendung von Mistellektinen sei das Beschreiten unbekannter Nebenwege, es handele sich um eine experimentelle Therapieform. "Sagen Sie nicht grundsätzlich: "Keinesfalls Lektine!" Jeder Fall muss individuell betrachtet werden. Beraten Sie nach bestem Wissen und Gewissen, damit der Patient dann selbst entscheiden kann." Auf die Frage aus dem Auditorium, welches Fazit er persönlich aus seinen Kenntnissen ziehe, ob er eine Misteltherapie befürworte oder ablehne, antwortete Gabius deutlicher: "Beim jetzigen Stand unseres Wissens möchte ich nicht in die Situation unserer Versuchstiere geraten."
© 2003 GOVI-Verlag
E-Mail: redaktion@govi.de
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/pza/2003-28/pharm1d.htm
Auch interessant in diesem Zusammenhang
http://www.geocities.com/ArBuess/Misteltherapie.pdf
Ich hatte einmal Misteltee probiert gegen Erkältungen. Als Nebenwirkung wurde ich seeehr müde. Da frage ich mich ob diese Müdigkeit auch bei der Mistel Spritze auftritt.

Josef schrieb am 1.1.2004:
soeben erhielt ich folgende Email von einem Arzt in Sachen Mistel. Wen es interessiert:
Sehr geehrter Herr XXXXXXXXXXXXXX,
leider ist die Misteltherapie nicht wissenschaftlich gesichert, aber es sind immer mehr schwere Nebenwirkungen bekannt. Bei fehlenden
Wirksamkeitsnachweis sind diese Nebenwirkungen nicht zu verantworten. Die Ratschläge der betreffenden Pharmafirmen sind in jeder Hinsicht unseriös.
Selbst bei lukrativer Privatbezahlung kann ich deshalb als Hausarzt meinen Patienten irgendwelche Misteltherapieen nicht anbieten.
Ich würde Ihnen eine fachonkologische Beratung vermitteln, damit sie selbst mitentscheiden können, welche Chancen mit welchen Nebenwirkungen zu erreichen sind.
mit freundlichen Grüßen
Ihr
Dr. XXXX. YYYYYYYYYYYY
Facharzt für Allgemein- und Arbeitsmedizin
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Zur Information eine Zusammenfassung aus dem Arzneitelegramm, eine pharmaunabhängige Fachzeitschrift für Ärzte:
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blitz-a-t 18. Mai 2001
NUTZEN VON MISTELEXTRAKT (ISCADOR U.A.) BLEIBT FRAGLICH
"Studie fordert Zugeständnis der Schulmedizin, denn: Mit ISCADOR leben Krebspatienten länger" (1), behauptet Weleda, Hersteller des Mistelextrakts ISCADOR, anlässlich gerade veröffentlichter Subgruppenanalysen (2). Die Daten kommen aus einem Pool von 10.226 Krebspatienten, die zwischen 1971 und 1988 für eine andere epidemiologische Studie, in 13 Kliniken und im Heidelberger Institut für Präventivmedizin rekrutiert wurden.
Die nähere Betrachtung der Daten ist indes ernüchternd: In keiner der insgesamt drei Teilstudien wird berücksichtigt, wie lange, welche Dosis und welche Zubereitungen von ISCADOR verwendet wurden. Es werden jeweils zunächst Paare gebildet, die hinsichtlich Alter, Geschlecht, Zeitpunkt der Primärdiagnose sowie Art des Tumors (Kolon, Brust u.a.), Stadium, Operation (ja/nein), Chemotherapie (ja/nein) u.a. (weitgehend) übereinstimmen sollen. Die mit 396 Paaren größte der Studien, in der jeweils ein "Partner" zu irgend einem Zeitpunkt den Mistelextrakt erhalten hat, eignet sich wegen fehlender Randomisierung nicht als Nutzenbeleg. Diese lässt sich auch nicht durch eine noch so sorgfältig durchgeführte Paarbildung ersetzen, da die Randomisierung gerade eine möglichst gleichmäßige Verteilung auch unbekannter Einflussgrößen gewährleisten soll.
In den beiden anderen Studien wird von 49 bzw. 17 Paaren jeweils ein "Partner" ausgelost, den Hausarzt um die Verschreibung von ISCADOR zu bitten. Diese Art der Randomisierung ist zwar methodisch angreifbar, aber immerhin besser als keine. Von den 49 Paaren gehen jedoch 10 (20 %) nicht in die Auswertung ein, weil der Patient den Arzt nicht fragt bzw. dieser den Mistelextrakt nicht verschreibt. Personen mit geringer Compliance werden somit "aktiv" ausgeschlossen. Dieses Herausfiltern begünstigt einseitig die Interventionsgruppe, so dass auch diese Studie ohne Aussagekraft bleibt. Aus der großen Kohorte von über 10.000 Teilnehmern bleiben letztlich also die Daten von zweimal 17 Frauen mit Brustkrebs und Lymphknotenmetastasen. Tatsächlich scheint ISCADOR deren mittlere Überlebenszeit zu verdoppeln (4,8 Jahre versus 2,4 Jahre) (2). Es bleibt jedoch völlig offen, ob die beiden Gruppen eingangs tatsächlich vergleichbar waren. Auch fehlt die Angabe des Konfidenzintervalls, das bei kleinen Studien besonders groß ist, so dass sich der wahre Therapieeffekt nicht abschätzen lässt. Selbst wenn man von diesen methodischen Mängeln absieht, reicht eine Studie mit 34 Personen sicher nicht als Nutzenbeleg aus.
Trotz über 70-jähriger Anwendung von Mistelextrakten bei Krebs mangelt es an methodisch einwandfreien randomisierten Studien, die einen Nutzen im Sinne von Tumorremission, Lebensverlängerung oder besserer Lebensqualität belegen (a-t 1999; Nr. 9: 94). Qualitativ gute Untersuchungen lassen keinen Vorteil von Mistelpräparaten gegenüber Plazebo erkennen. In der bislang besten Untersuchung an 477 Patienten mit Plattenepithelkarzinom im Kopf- und Halsbereich hat ein auf Mistellektin 1 standardisierter Mistelextrakt keinen positiven Einfluss auf die Überlebenszeit (3).
Angesichts möglicher Risiken der "Immunmodulation" durch Mistellektine erscheinen weitere Untersuchungen dringend erforderlich: Experimentell ist für die durch Lektine vermehrt freigesetzten Zytokine auch ein wachstumsfördernder Effekt auf verschiedene Krebszelltypen beschrieben (4). Versuche an Ratten mit chemisch induziertem Harnblasenkarzinom weisen in die selbe Richtung (5). In einer soeben auf einem Kongress der amerikanischen Gesellschaft für klinische Onkologie (ASCO) vorgestellten randomisierten Studie mit 200 Personen mit fortgeschrittenem malignen Melanom und anderen Hauttumoren entwickeln 19% der mit Mistelextrakt behandelten Patienten Hirnmetastasen gegenüber 7% in der Kontrollgruppe (6). Bei einem Mann mit Non-HODGKIN-Lymphom bilden sich im Bereich der Injektionsstellen eines Mistelpräparates subkutane Lymphomknoten.
Angesichts der Datenlage erscheint uns die Nutzen-Schaden-Abwägung weiterhin negativ, -Red.
1 Weleda: Presseinformation zu ISCADOR, undatiert (Mai 2001)
2 GROSSARTH-MATICEK, R. et al.: Altern. Ther. Health Med. 2001; 7: 57-78
3 STEUER-VOGT, M.K. et al.: Eur. J. Cancer 2001; 37: 23-31
4 GABIUS, H.-J. et al.: Cancer Invest. 2001; 19: 114-26
5 KUNZE, E. et al.: J. Cancer Res. Clin. Oncol. 1998; 124: 73-87
6 EGGERMONT, A., zit. nach CNN.com./Health vom 15. Mai 2001
Redaktion arznei-telegramm
© 2001, A.T.I. Arzneimittelinformation Berlin GmbH
Peter schrieb dazu am 2.1.2004:
das Thema Mistel, pc-spes etc. geistert nun schon seit Jahren durch alle Medien. Herr Prof. Dr. med Beuth aus Köln beschreibt alle Außenseiter-Nehandlungsmethoden sehr kritisch in seinen beiden Büchern:
a) Krebs-ganzheitlich behandeln, Trias-Verlag, Stuttgart, isbn-nr. 3-8304-3123-6
b) Grundlagen der Komplemetär-Onkologie, Hippokrates-Verlag, Stuttgart, isbn 3-8304-5261-6.
Dort erhaltet ihr alle wissentschaftlich fundierten Infos zu allen Außenseiter-Methoden.
Jörg (O) schrieb zu Josefs Beitrag am 3.1.2004 u. a.:
Ich mache seit 1995 eine Misteltherapie. Sie hat meinen Prostatakrebs nicht besiegt (wie auch?), aber sie hat, so empfinde ich das, mein Wohlbefinden verbessert. Seit 1995 habe ich keine Grippe und keine Erkältung mehr.

Guy schrieb am 8.2.2004:
Unter http://dkio.de/download/Abstracts%2019-28.pdf gibt es einige interessante Artikel zu lesen über die Bestrahlung und Misteltherapie. Jedoch kann ich den Text nicht herunterladen so dass ich nur auf die Website verweisen kann [der Text über die Misteltherapie findet sich auf Seite 26 dieses Artikels – Ed].

Erich fragte am 1.9.2005:
wer von Euch hat persönliche Erfahrungen mit Prof. Dr. med. Klaus Maar gemacht? Siehe dazu auch: http://www.krebs-nein-danke.de/.
Rudolf antwortete ihm am selben Tag:
wir hatten in unserer Selbsthilfegruppe einen Kollegen, der inzwischen am PK verstorben ist, der sich auch bei Dr. Maar Rat geholt hat in seiner verzweifelten Situation. Er hat sich dort nicht behandeln lassen mit Hinweis auf die hohen Kosten.
Das Konzept selbst, ein Mischung aus Hyperthermie und Misteltherapie zur Stimulierung des Immunsystems, ist für Männer, die Geld haben, als ergänzende Maßnahmen vielleicht nicht verkehrt, müsste sich aber in die Diskussion, wie überhaupt Immunsystem und Prostatakrebs miteinander zusammenhängen, einordnen lassen.
Mittlerweile gibt es in Sachen Immunstimulanz den Einsatz von Leukinen gegen den PK, aus den USA kommend und dort auch von den Kassen bezahlt, hier leider nicht und deshalb, weil auch teuer, wieder nur für betuchte PK-Kollegen [für Neugierige: Die Wochenration Leukine (Sargramustim®) kostet 960,- € – Ed].
Dr. Maar schreibt auf seiner Homepage:
"Dieses Konzept kann sowohl zu Beginn einer Erkrankung als auch im manifesten Stadium in Ergänzung zu schulmedizinischen Maßnahmen oder nach Therapieversagen eingesetzt werden. Auch bei einem lediglich vermuteten Beginn (z. B. PSA im Grenzbereich) erscheint der Einsatz sinnvoll. .... Bislang wurden mit diesem Verfahren bei 50 Patienten sehr gute Erfahrungen gemacht; die Ergebnisse sollen demnächst detailliert veröffentlicht werden. Die positiven Effekte reichen von einer anhaltenden Senkung des PSA-Wertes (ohne zusätzliche Hormonblockade) bis hin zu in CT oder Kernspin messbaren Rückgängen von Metastasen. Bei drei Patienten konnte das Fortschreiten der Erkrankung allerdings nicht verhindert werden. Das Verfahren wird weiterentwickelt und lässt auf noch positivere Ergebnisse hoffen."
Also warten wir mal auf seine Veröffentlichung.

Siegmar schrieb am 2.5.2006:
Hab ich heute aus der Ärzte-Zeitung:
Patienteninformation zur Mistel-Therapie
Eine vom Unternehmen biosyn Arzneimittel GmbH herausgegebene Patientenbroschüre "Die Mistel" gibt einen verständlichen Überblick über den neuen Stand der Forschung zu komplementären Krebstherapie mit standardisiertem Mistelextrakt.
In der Broschüre werden die Wirkweise der Mistel-Inhaltsstoffe sowie die Details der Therapie erläutert. Es wird auch auf mögliche Gegenanzeigen eingegangen und die häufigsten Fragen werden beantwortet.
Die kostenlose Broschüre "Die Mistel" kann angefordert werden unter:
Tel. 0711/57532, Fax. 0711/57532-56, Mail info@biosyn.de.
Dazu schrieb Jürgen am 31.5.2006:
Seit zwei Jahren nehme ich auf Anraten meines Arztes die Misteltherapie. Ich fühle mich seit der Zeit sehr wohl, mein Immunsystem hat bessere Werte als vorher und ich bin mit dem physischen und psychischen Heilungsprozess sehr zufrieden.
Es gibt verschiedene Präparate. Da musst du sehen, welches du vertragen kannst. Mir sind die Pinienmistel, Apfelmistel und die Eichenmistel bekannt, welche auch mit Silber oder Kupfer versetzt sein können.
Eichenmistel ist die stärkste Form. Alle können allergische Reaktionen auslösen. Dann sollte auf die Therapie verzichtet werden. Besser wäre es, wenn du dir eine Kleinpackung verschreiben lässt.
Ich spritze jeden 3. Tag 1 ml in den Bauch.
Eichenmistel: Iscador Qu c Arg. Serie II; 2 Amp. 1 mg; 2 Amp. 10 mg; 3 Amp. 20 mg (mit Eiche)
Apfelmistel: Iscador M c Cu Serie II; 2 Amp. 1 mg; 2 Amp. 10 mg; 3 Amp. 20 mg (mit Kupfer)
Wichtig ist die Serie, in der die Stärke ansteigt. Dadurch wird das Immunsystem ständig angeregt und gewöhnt sich nicht an eine bestimmt Dosis.
Es gibt auch Iscador als Ein-Stärken-Präparat. Ist nicht zu empfehlen.

paul007 fragte am 4.12.2009:
Habe mich zu dem Thema MISTELTHERAPIE eingelesen. Eine klare Meinung/Linie gibt es hierzu wohl nicht. Hat jemand neuere Erfahrungen gemacht, die interessant sind? In einem Beitrag stand, dass die PAPPEL wohl der richtige Wirtsbaum wäre. Ist das richtig? Wirkt die Therapie tatsächlich nur, wenn sich die Einstichstelle rötet? Sicherlich gibt es im Forum Mitglieder, die über aktuelle Erfahrungen berichten können.
Vor allem interessiert mich auch: Welche Negativwirkungen können auftreten? Es ist im einzelnen zu diesen leider nichts nachzulesen. Es stand auch zu lesen, dass das Wachstum von Tumorzellen und die Metastasenbildung gefördert werden kann. Wie kann man diese negativen Wirkungen überhaupt feststellen – mit welchen Tests odgl.? Sollten bei einer Misteltherapie tatsächlich NEM weggelassen werden? Wenn ja, warum eigentlich? Ist die Misteltheapie noch immer eine experimentelle Behandlung beim PC?
In einem Beitrag steht: "Der Stellenwert der Misteltherapie ist in meiner Praxis auf Null gesunken. Sie ist überflüssig geworden." Wie soll man dies nun verstehen, zumal die Krankenkassen eine Misteltherapie übernehmen?
Ralf antwortete am selben Tag:
Dass die Krankenkassen die Kosten für eine Misteltherapie übernehmen, ist meines Wissens dem Druck der Grünen zu verdanken, als sie noch unter Kanzler Schröder mitregierten. Es ist an der Mistel viel geforscht worden. Eine therapeutische Wirkung auf den Krebs hat Mistel nicht, gleichgültig, welchem Wirtsbaum sie entstammt. Durch Mistel werden aber im Patienten Endorphine ("Glückshormone") freigesetzt, d. h. der Kranke fühlt sich subjektiv besser, unabhängig von seiner objektiven Situation.
Im "Ratgeber unkonventionelle Krebstherapien" von K. Münstedt (Herausgeber), ISBN 3-609-16329-1, ist die Misteltherapie auf 14 Seiten abgehandelt, und es ist viel von Anthroposophie die Rede.
Daniel Schmidt ("der Strahlentherapeut") schrieb einen Tag später:
Misteltherapie kann Tumorwachstum in der Regel nicht hemmen. Zumindest gibt es dazu keine Studien, die dies zeigen konnten. Es gibt Fallberichte von Tumorrückbildungen nach Misteltherapie, aber es gibt auch Tumorrückbildungen auch ohne jegliche Therapie.
Misteltherapie wird bei Lymphomen und anderen bösartigen Erkrankungen des blutbildenden und lymphatischen Systemen nicht empfohlen. Es gibt Daten dazu gibt, dass Mistel diese Tumoren zum Wachsen bringen kann. Macht auch Sinn, denn Mistel aktiviert das Immunsystem, d.h. unter anderen Zellen aus denen solche bösartigen Erkrankungen (wie z.B. Leukämie) ausgegangen sind.
Mistel ist zugelassen, weil einige Studie zeigen konnten, dass die Lebensqualität der Patienten unter Misteltherapie besser war und die Nebenwirkungen der anderen onkologischen Therapie (OP, Bestrahlung, Chemo- und Hormontherapie) besser vertragen wurden. Dies ist sowohl mit der Freisetzung von Endorphinen in Verbindung zu bringen, als auch duch eine Placebo-Effekt zu erklären.
Patienten, die eine Misteltherapie machen, "machen" eben irgendetwas für Ihre Erkrankung und fühlen sich deswegen besser (oder zumindest besser, als diejenigen, die glauben selbst nichts gegen den Tumor machen zu können). Da Mistel auch eine Entzündung an der Haut und erhöhte Körpertemperatur verursachen können, verspürt der Patient eine "Wirkung" der Massnahme.
Ich würde sagen, dass ca. 25 % aller Krebspatienten Misteltherapie machen. Vor allem bei Brustkrebs gibt es eine sehr starke Lobby für Misteltherapie. Ich werde oft von Patienten angefragt, ob sie Misteltherapie machen sollen/dürfen.
Mein Standardsatz lautet (oder so ähnlich):
"Es gibt keine Beweise, dass Misteltherapie etwas gegen Ihren Tumor anrichten kann. Allerdings gibt es Daten dafür, dass die Nebenwirkungen der übrigen Behandlung niedriger werden und sie sich damit besser fühlen. Wenn Sie an Misteltherapie glauben, dann können sie diese auch machen. Sonst würde ich dies nicht empfehlen."
Patienten mit bösartigen Erkrankungen des blutbildenden und lymphatischen Systems rate ich von Misteltherapie ab.
Nebenwirkungen kann Misteltherapie sehr wohl haben.
1. Die Injektionen tun weh und es braucht eine gewisse Überwindung diese sich selber zu machen.
2. Nach einer gewissen Anzahl von Injektionen, muss man sich oft eine neue Stelle suchen, da die bislang gewählte Stelle ziemlich rot, empfindlich oder blau werden kann.
3. Die Injektionsstellen können sich infizieren, daraus kann sich die Infektion weiter ausbreiten. Bei onkologischen Patienten mit schlechten Blutwerten, z.B. bei Chemotherapie kann sowas gefährlich werden.
4. Man kriegt durch Mistel Fieber. Das ist zwar ein gutes Gefühl, wenn der Patient dabei denkt, dass gerade Tumorzellen kaputtgehen, weil Mistel wirkt (ob das so stimmt ist eine andere Geschichte). Trotzdem kann es aber ein ziemlich blödes Gefühl sein. Jeder, der schon mal Fieber hatte, weiss, dass Fieber nicht unbedingt schön ist.
5. Man kann auf Mistel allergisch reagieren. Im schlimmsten Fall, wenn man Mistel intravenös verabreicht bekommt (beim Arzt/in der Klinik) kann man mit einem anaphylaktischen Schock reagieren. Dies passiert glücklicherweise extrem selten.
Diese Meinung gefiel A.Fischer ganz und gar nicht. Am 9.12.2009 schrieb er:
Herr Dr. Schmidt irrt nur in drei Sachen:
1) „Da Mistel auch eine Entzündung an der Haut .... verursachen können, ...“
Nicht "auch" und nicht "kann", sondern muss! Sonst hat die Anwendung keinen Sinn, erfüllt ihren Zweck nicht. Das ist gerade der erwünschte Effekt: Das Brennen und die Rötungen der Haut im Bereich der Einstichstelle, von denen selbst Dr. Schmidt schreibt, sind ja schon Versuche der Haut sich infolge der Reizungen durch den Mistelextrakt (abakteriell) zu entzünden, und zwar nach jedem Einstich, den der Organismus als fremden, unangenehmen Eindringling erkennt und sich mit diesen Symptomen gegen ihn wehrt. Letztlich ist jede Entzündung ein Abwehrmechanismus des Körpers gegen ungewohnte Zustände im Körper bzw. gegen fremde "Angreifer", die der Organismus nicht kennt (daher sind bei Mistel auch Pausen notwendig) oder mit denen er zunächst nicht zurecht kommt, sei es die Mittelohr-, Blinddarm- oder Lungenentzündung oder meinetwegen das Gerstenkorn oder die Akne. Dr. Schmidt schreibt ohne wenn und aber selbst: "..., denn Mistel aktiviert das Immunsystem, ...", schreibt aber nicht mehr, wie sie das macht - für meinen Geschmack nicht tiefgründig genug. Kommt es nämlich zu diesen (wohl erwünschten) Hautrötungen und dem Brennen nicht, erkannte der Organismus den "Eindringling" nicht und hat dann auch keinen Grund, "das Immunsystem zu aktivieren" und neue Antikörper gegen ihn vermehrt zu bilden. Dann kann man immer noch eine andere (stärkere) Sorte ausprobieren oder den Produzenten bzw. den Wirtsbaum wechseln oder gar auf eine andere Immuntherapie umsteigen.
Wenn Dr. Schmidt eine bakterielle Entzündung gemeint hat: Diese kann man getrost außer Acht lassen – man benutzt ja vor jeder Injektion eine Desinfektion. Bei Biopsie durch den verschmutzen Darm ohne Möglichkeit die Einstichstelle zu desinfizieren ist die Gefahr einer bakteriellen Entzündung unvergleichlich größer.
2) "2. Nach einer gewissen Anzahl von Injektionen, muss man sich oft eine neue Stelle suchen, da die bislang gewählte Stelle ziemlich rot, empfindlich oder blau werden kann."
Die Einstichstelle soll nicht erst nach mehreren Einstichen ("...da die bislang gewählte Stelle...") rötlich werden, sondern nach jedem Einstich, sonst gewöhnt sich der Körper irgendwann an die Spritzen, wird refraktär und reagiert nicht mehr auf die Reizung (wie eben durch die Haut im Bereich der Einstichstelle signalisiert – kein Brennen, keine Rötungen) und provoziert folglich auch keine erhöhte Produktion von Antikörpern. Allein aus diesem Grund soll man die Stellen abwechselnd nach jedem Einstich wechseln - also bei 3 Spritzen in der Woche in den unteren Bauchbereich einmal links, einmal rechts und einmal in die Mitte, dann wieder links, dann wieder rechts und wieder in der Mitte und so fort (sagte mir auch mein HA / FA f. Naturheilkunde), damit sich jede Einstichstelle nach einer Woche "Ruhezeit" erholen kann. Außerdem werden die jew. Dosierungen lt. Behandlungsplan mit jeder Spritze immer wieder erhöht, bis zur Pause. - Ist auch logisch. Dr. Schmidt schreibt selber von der "Aktivierung des Immunsysetms" durch Mistel, diese kann aber nur dann erfolgen, wenn die Mistel durch Reizungen (leichte) Hautentzündungen oder sogar Fieber provoziert. Insofern widerspricht Hr. Schmidt sich hier selbst.
3) "Nebenwirkungen kann Misteltherapie sehr wohl haben."
Dr. Schmidts "Nebenwirkungen" # 1-5 sind absolut lächerlich. Mit Ausnahme von Lymphomen, die ich nicht kenne und deshalb nicht beurteilen kann, kann man die Aversion zum Selbstspritzen nicht ernsthaft als "Nebenwirkung" betrachten, wenn man als "Nebenwirkungen" der Haupttherapien bei PK z. B. die irreparable Impotenz und Inkontinenz gegenüber stellt.
Die Infektionsgefahr bei den Einstichstellen ist gleich Null, wenn man die Desinfektion benutzt, und zwei Nullen im Vergleich mit der Infektionsgefahr bei der Biopsie, bei jeder OP selbst oder in jedem Krankenhaus überhaupt. Oder in jeder Straßenbahn, oder beim Schieben des Einkaufswagens im Supermarkt und und und...
Das (kurzfristige) Fieber ist genauso wie die Hautrötungen erwünscht, falls es überhaupt eintritt, s. o. Die Patienten deshalb von der erhabenen Position eines Arztes zu belächeln, sie "denken sich" unqualifizierter- und fälschlicherweise, dass "ETWAS sich da gegen den Krebs täte", ist schwach; wie ich sehe, Hr. Dr. Schmidt hat selber Wissenslücken. Als Arzt müsste er übrigens selbst am besten wissen, dass jedes Fieber bedeutet, dass der Körper sich dadurch wehrt und ein Anzeichen dafür ist, dass er deshalb die eigene Abwehr mobilisiert (Dr. Schmidt nennt das "aktiviert"), egal ob bei einer akuten Bronchitis oder wenn man sich im Bus einen Grippenvirus holte.
Eine intravenöse Mistelverabreichung ist Blödsinn, dann lieber auf Mistel ganz verzichten und eine andere Immuntherapie wählen. Dr. Schmidt empfiehlt die Mistel nicht besonders gern und wenn, dann nur als Quasi-Placebo. Dann kann man das auch ganz sein lassen - es gibt genügend andere, unproblematischere Mittel mit einem Placeboeffekt, die keinerlei „Überwindung“ bedürfen. Es gibt m. E. auch keinen Grund, warum man die Mistel nicht unter die Bauchhaut spritzen sollte - selbst einem Armamputierten kann's seine Frau machen.
Allergie ist keine "Nebenwirkung" im üblichen Sinne, man kann auch gegen Milch und Tausendundeins andere Lebensmittel wie auch gegen Pollen, Katzenhaare usw. usw. allergisch sein (ich bin beispielsweise gegen eingebildete Anuskriecher und selbsternannte Möchtegern-Kapos allergisch) - dies lässt sich problemlos feststellen. Kein Mensch trinkt bei Milchallergie dieses Getränk. So muss ein Mensch mit Allergie gegen Mistel nicht unbedingt diese Therapie machen (kann z. B. zu einer anderen Immuntherapie wechseln), dann gibt es auch keine Allergiefolgen und auch keine "Überwindung" wie bei den Mistelspritzen. Diese (eher sehr seltene) Allergie gegen Mistel, falls es sie überhaupt geben sollte, als "mögliche Nebenwirkung" zu nennen ist insofern schon fast obszön.
- - - - - - - - -
In diesem Forum gab es vor Jahren m. E. die einzige unumstrittene Autorität in Sachen Mistel namens Fridolin - der hat(te) zu Hause jede Menge Büroordner voll gestopft mit Unterlagen über dieses Gewächs. Das war so ein Kenner, dass er tatsächlich unter den Wirtsbäumen unterschieden hat. Solche wertvolle Menschen sind dann allmählich aus dem Forum verschwunden, von Leuten verdrängt, die sich hier heute anmaßen, trotz eigener fachlichen Inkompetenz federführend alles regeln zu müssen. - Schade.
Zu Mistel und NEM: Die einzige Erwähnung dieses Dilemmas auf den BPS-Seiten ist der Eintrag eines gewissen Dieters im Forumextrakt vom 1.7.2003, der besagt: "Ich habe die Mistelpräparate austesten lassen und man kam zu dem Befund, dass am Tage des Spritzens keine Nahrungsergänzungsmittel genommen werden dürfen. - (...) Ob sie aber gegen PK gut sind, ich glaube einfach daran."
Beweihräucherer des Forumextrakts bejubeln natürlich solche bahnbrechende Informationen. Doch von wem stammt sie? Wer hat "die Mistelpräparate" ausgetestet, wie hat er das gemacht und welche Präparate waren es? Wer ist "man", der so befunden hat? Und wer ist der Autor dieser umwerfenden Auskunft? Wenn so etwas eine Uni-Klinik oder ein Prof. soundso in einem Fachreferat behaupten würde, dann wäre es erstens glaubhafter, und zweitens würden diese dazu auch etwas mehr schreiben (welche NEM, warum und wieso...) Woher willst Du aber wissen, wo dieser "Dieter" was darüber gelesen hat? Oder sind diese Kenntnisse in der Schlange an der Kasse bei Aldi gesammelt worden...? In den Foren kann Jedermann schreiben, ohne Prüfung seiner fachlichen Kompetenz. Ist "Dieter" vom Beruf (Fach)Arzt? Woher willst Du wissen, ob er vielleicht nicht ein Lastwagenfahrer oder Friseur mit einer etwas zu wilden Phantasie ist? Sein letzter Satz würde eher die letztere Alternative erahnen lassen... - In solchen Fragen solltest Du lieber - mehrere! - Fachärzte der entsprechenden Fachrichtung (FA f. Naturheilkunde, Homöopathen, Onkologen, Urologen und was alles es so gibt) befragen und zusätzlich nach einschlägigen Fachberichten von Universitäten / Unikliniken / Professoren / Forschungsinstituten u. dgl. googeln oder diese direkt anmailen und nicht sich von nichtssagenden, nunmehr 6 Jahre alten = vielleicht auch schon veralterten Vorstellungen anonymer Enthusiasten beeindrucken lassen.
Nach Verständnis und Angaben meiner Ärzte gibt es keine Kontraindikation zwischen Iscador und den wenigen NEM, die ich einnehme. Das kann natürlich bei jedem Menschen, jeder Krankheit und jedem Krankheitsstadium anders sein.
Darauf antwortete Daniel Schmidt am selben Tag ebenso ausführlich:
Ich bin nicht auf Streit hinaus, aber Sie wohl schon...
Herr Dr. Schmidt irrt nur in drei Sachen:
1) „Da Mistel auch eine Entzündung an der Haut .... verursachen können, ...“ Nicht "auch" und nicht "kann", sondern muss! Sonst hat die Anwendung keinen Sinn, erfüllt ihren Zweck nicht.
Es bleibt bei "auch" und "kann". Nicht bei allen Patienten treten diese Effekte ein. Und deswegen ist es "auch" und "kann".
Dr. Schmidt schreibt ohne wenn und aber selbst: "..., denn Mistel aktiviert das Immunsystem, ...", schreibt aber nicht mehr, wie sie das macht - für meinen Geschmack nicht tiefgründig genug.
Ist doch egal auf welche Molekularbasis dieses Phänomen beruht. Das Immunsystem wird aktiviert.
Ob das natürlich einen Effekt auf den Tumor hat ist eine völlig andere Sache.
Wenn das nämlich so wäre, dann müsste man den Patienten gar keine Mistel spritzen. Dann könnte denen einfach Bakterien oder Viren spritzen, dann würde es genauso gut klappen. Die aktivieren das Immunsystem nämlich auch.
Wenn Dr. Schmidt eine bakterielle Entzündung gemeint hat: Diese kann man getrost außer Acht lassen – man benutzt ja vor jeder Injektion eine Desinfektion.
Ach was... Und jeder Arzt und jede Krankenschwester desfiniziert auch den Arm bevor er/sie eine Venenverweikanüle (Zugang) legt.
Wollen wir im Forum hier fragen wieviele Leute schon Entzündungen an Einstichstellen von Venenverweilkanülen hatten?
Bei Biopsie durch den verschmutzen Darm ohne Möglichkeit die Einstichstelle zu desinfizieren ist die Gefahr einer bakteriellen Entzündung unvergleichlich größer.
Glücklicherweise muss man diese Biopsie ein- oder zweimal machen und nicht immer wieder, wie bei der Mistelbehandlung.
2) "2. Nach einer gewissen Anzahl von Injektionen, muss man sich oft eine neue Stelle suchen, da die bislang gewählte Stelle ziemlich rot, empfindlich oder blau werden kann."
Die Einstichstelle soll nicht erst nach mehreren Einstichen ("...da die bislang gewählte Stelle...") rötlich werden, sondern nach jedem Einstich, sonst gewöhnt sich der Körper irgendwann an die Spritzen, wird refraktär und reagiert nicht mehr auf die Reizung (wie eben durch die Haut im Bereich der Einstichstelle signalisiert – kein Brennen, keine Rötungen) und provoziert folglich auch keine erhöhte Produktion von Antikörpern.
Das weiss ich auch. Das Problem ist aber, dass manchmal gewisse Bereiche des Körpers so verletzt werden können, dass man keine Spritze mehr da setzen kann.
Jeder, der schon mal Heparin spritzen musste kennt das. Man fängt mit dem Bauch an, dann der Oberschenkeln und irgendwann ist alles nur noch blau und man weiss nicht mehr wohin mit den Spritzen.
Dr. Schmidt schreibt selber von der "Aktivierung des Immunsysetms" durch Mistel, diese kann aber nur dann erfolgen, wenn die Mistel durch Reizungen (leichte) Hautentzündungen oder sogar Fieber provoziert. Insofern widerspricht Hr. Schmidt sich hier selbst.
Warum das so ist habe ich zwar nicht verstanden, aber wie Sie meinen...
3) "Nebenwirkungen kann Misteltherapie sehr wohl haben."
Dr. Schmidts "Nebenwirkungen" # 1-5 sind absolut lächerlich. Mit Ausnahme von Lymphomen, die ich nicht kenne und deshalb nicht beurteilen kann, kann man die Aversion zum Selbstspritzen nicht ernsthaft als "Nebenwirkung" betrachten, wenn man als "Nebenwirkungen" der Haupttherapien bei PK z. B. die irreparable Impotenz und Inkontinenz gegenüber stellt.
ALLES ist eine Nebenwirkung. Es geht nicht darum wie schlimm die Nebenwirkung ist. Jede Therapie die eine zweifelhafte Wirkung hat, muss man ganz genau unter die Lupe nehmen, egal wir gering ihre Nebenwirkungen sind.
Das (kurzfristige) Fieber ist genauso wie die Hautrötungen erwünscht, falls es überhaupt eintritt, s. o. Die Patienten deshalb von der erhabenen Position eines Arztes zu belächeln, sie "denken sich" unqualifizierter- und fälschlicherweise, dass "ETWAS sich da gegen den Krebs täte", ist schwach; wie ich sehe, Hr. Dr. Schmidt hat selber Wissenslücken.
Zeigen Sie mir eine randomisierte Studie, die die Effektivität von Mistel gegen Tumoren zeigt. Wenn Sie keine haben, seien Sie bitte still.
Als Arzt müsste er übrigens selbst am besten wissen, dass jedes Fieber bedeutet, dass der Körper sich dadurch wehrt und ein Anzeichen dafür ist, dass er deshalb die eigene Abwehr mobilisiert (Dr. Schmidt nennt das "aktiviert"), egal ob bei einer akuten Bronchitis oder wenn man sich im Bus einen Grippenvirus holte.
Die Abwehr gegen Mistel ja. Die Abwehr gegen den Tumor höchst fraglich...
Sie sollten auch wissen, dass es Hinweise darauf gibt, dass die Überproduktion von Entzündungsfaktoren das Zellwachstum in Tumoren begünstigen kann. Im ungünstigsten Fall füttert man den Tumor mit der Misteltherapie.
Eine intravenöse Mistelverabreichung ist Blödsinn, dann lieber auf Mistel ganz verzichten und eine andere Immuntherapie wählen.
Das ist Ihre Meinung. Die Lukas-Klinik in der Schweiz, eine der führenden Kliniken zur Misteltherapie nach meinen Informationen, führt solche Behandlungen durch.
Dr. Schmidt empfiehlt die Mistel nicht besonders gern und wenn, dann nur als Quasi-Placebo.
Das ist meine Meinung, ja.
Dann kann man das auch ganz sein lassen - es gibt genügend andere, unproblematischere Mittel mit einem Placeboeffekt, die keinerlei „Überwindung“ bedürfen.
Sehe ich nicht so. Wenn Sie irgendwelche Kräutertees oder Vitaminkapseln nehmen hilft das nicht so sehr als Placebo, weil es wenig Feedback gibt. Sie trinken/schlucken das Zeug und das war's. Eine Erscheinung sehen Sie nicht. Bei Mistel kriegen Sie Fieber und rote Hautstellen. Das ist ein gutes Feedback.
Es gibt m. E. auch keinen Grund, warum man die Mistel nicht unter die Bauchhaut spritzen sollte - selbst einem Armamputierten kann's seine Frau machen.
Es kostet Überwindung. Nicht alle Leute können spritzen.
Allergie ist keine "Nebenwirkung" im üblichen Sinne, man kann auch gegen Milch und Tausendundeins andere Lebensmittel wie auch gegen Pollen, Katzenhaare usw. usw. allergisch sein (ich bin beispielsweise gegen eingebildete Anuskriecher und selbsternannte Möchtegern-Kapos allergisch) - dies lässt sich problemlos feststellen.
Ach was... Dann machen Sie mal den Beipackzettel von Aspirin auf. Unter "unerwünschten Wirkungen" (auch genannt "Nebenwirkungen") finden Sie auch die allergische Reaktion.
Diese (eher sehr seltene) Allergie gegen Mistel, falls es sie überhaupt geben sollte, als "mögliche Nebenwirkung" zu nennen ist insofern schon fast obszön.
Ich finde eher Ihre Argumentation und Ihre Sprachweise obszön.
In diesem Forum gab es vor Jahren m. E. die einzige unumstrittene Autorität in Sachen Mistel namens Fridolin - der hat(te) zu Hause jede Menge Büroordner voll gestopft mit Unterlagen über dieses Gewächs. Das war so ein Kenner, dass er tatsächlich unter den Wirtsbäumen unterschieden hat. Solche wertvolle Menschen sind dann allmählich aus dem Forum verschwunden, von Leuten verdrängt, die sich hier heute anmaßen, trotz eigener fachlichen Inkompetenz federführend alles regeln zu müssen. - Schade.
Das ist ein Problem dieses Forums. Eigentlich wissen wir gar nicht ob das immer so ist. Wir wissen nicht ob die Leute verdrängt wurden, oder ob sie vielleicht selber gemerkt haben, dass sie Schwachsinn behauptet haben, oder sogar schlimmer, leider verstorben sind, weil sie einen Therapieweg gewählt haben, der nicht ideal war. Ich meine das nicht jetzt speziell für Fridolin, aber insgesamt als Problem. Es wird oft von irgendwelchen "Weisen" gesprochen, die alles richtig machten. Bloss warum sind sie alle nicht mehr da?
Wenn so etwas eine Uni-Klinik oder ein Prof. soundso in einem Fachreferat behaupten würde, dann wäre es erstens glaubhafter, und zweitens würden diese dazu auch etwas mehr schreiben (welche NEM, warum und wieso...)
Das gibt es bereits. Alternativ- oder "Komplementär-(ich mag letzteren Ausdruck nicht)" Medizin wird akademisch untersucht und betrieben. Es gibt ein gutes Buch zu solchen Behandlung, da drin tauchen auch die Mistel auf: "Krebs ganzheitlich behandeln" http://www.amazon.de/Krebs-ganzheitlich-behandeln-Josef-Beuth/dp/3830432224 von Prof. Beuth. Er ist der Leiter des Instituts zur wissenschaftlichen Evaluation naturheilkundlicher Verfahren an der Uni Köln. Ich mag hier keine Werbung machen, finde aber das Buch sehr gut und habe zwei Vorträge vom Autor mir mal angehört.
A.Fischers Frage nach Fridolin beantwortete hartmuth am 11.12.2009:
Fridolin war mit T1, Gleason 3+4 und PSA 5,38 ng/ml in 2001 diagostoziert worden. Mit Mistel und anderen NEMs erreichte er in 02/2002 einen PSA von 3,84, ehe er zusätzlich mit einer DHB begann. In 2007 war sein PSA bei 0,85 ng/ml und heute, nach acht Jahren, erfreut sich Fridolin m. W. noch immer bester PSA-Werte.