Der Extrakt aus dem
Prostatakrebs-Forum
von KISP
und BPS
Nahrungsergänzungen
– Lycopin
(Tomatenprodukte)
[Lycopin
(engl. lycopene) ist ein roter Pflanzenfarbstoff, der z. B. in
Tomaten, dunklen Beeren, Roter Bete, roten Säften enthalten ist
und von dem eine krebshemmende Wirkung angenommen wird.
In der
Schreibweise gibt es wegen der englischen Schreibung mit -pene einige
Verwirrung, häufig wird in deutschen Texten 'Lycopen'
geschrieben oder "Lycopene" als eine Pluralform aufgefasst.
Im Englischen muss es so geschrieben werden, damit die zweite Silbe,
wie im Deutschen, wie "-pien" ausgesprochen wird.
Der
Lycopingehalt einzelner Nahrungsmittel sieht aus wie folgt:
|
Produkt
|
Portionsgröße
|
Lycopingehalt (mg/Portion)
|
Lycopingehalt (mg/100
g)
|
|
Tomatensaft
|
250 ml (1 Tasse)
|
25,0
|
9,5
|
|
Tomatenketchup
|
15 ml (1 EL)
|
2,7
|
15,9
|
|
Spaghettisoße
|
125 ml (½
Tasse)
|
28,1
|
21,9
|
|
Tomatenpaste
|
30 ml (2 EL)
|
13,8
|
42,2
|
|
Tomatensuppe (Konzentrat)
|
250 ml
Zubereitung
|
9,7
|
7,2
|
|
Tomatensoße
|
60 ml (¼
Tasse)
|
8,9
|
14,1
|
|
Chilisoße
|
30 ml (2 EL)
|
6,7
|
19,5
|
|
Meeresfrüchtesoße
|
30 ml (2 EL)
|
5,9
|
17,0
|
|
Wassermelone
|
368 g (1
Scheibe 25 x 2 cm)
|
14,7
|
4,0
|
|
Rosa Pampelmuse
|
123 g (½)
|
4,9
|
4,0
|
|
Rohe Tomate
|
123 g (1
mittlere)
|
3,7
|
3,0
|
(nach
http://www.heinz.com.au/html/health_nutrition/tomatoes/home.asp)
– Ed]
HWL
schrieb am 19.6.2004:
In
einer Reihe von Veröffentlichungen wird über die
wachstumshemmende Wirkung von Lycopin (aus der Haut von Tomaten) auf
PCa berichtet und zwar auch durch klinische Untersuchungen an
PCa-Patienten. Durch diese Untersuchungen hatte bereits vor Jahren,
insbesondere in USA, ein Run auf Lycopin-Kapseln, Tomatensaft,
Tomatenmark u. dgl. eingesetzt. Später wurde bekannt, dass
das z. B. in Tomatenmark enthaltene Lycopin nicht ohne weiteres
vom Magen aufgenommen werden kann, wenn man es nicht vorher kurz
erhitzt. Dabei soll Lycopin freigegeben und umgesetzt werden. Etwa
10 % des Lycopingehaltes gehen bei der Erhitzung verloren.
Später
wurde bekannt, dass reines Lycopin, wie es beispielsweise in Kapseln
vorliegt, wenig wirksam ist, da offenbar ein (bisher unbekannter)
Wirkstoff aus der Tomatenschale gemeinsam mit Lycopin erst die
erwartete Wirkung der Wachstumshemmung von PCa bringt.
Ich
nehme deshalb seit mehreren Monaten ein nicht industriell behandeltes
Tomatenmark (Türkei, 4 x sonnenkonzentriert, Lycopingehalt
mindestens 200 mg/100 g Tomatenmark, mit zwei Esslöffeln
Speiseöl pro 500 g Mark kurz aufgekocht und wieder in
Gläser abgefüllt. Dosierung: 2 x tgl. 1 gehäufter
Teelöffel mit Wasser.
Lieferant:
dryfruit Deutschland, Glockengasse 4, 93047 Regensburg, Tel.: 0941-56
01 69. info@dryfruit.de.
500-g-Glas
= 7,50 Euro + Versand.
Nachfolgend
eine Veröffentlichung, die über die Wirkung von
Tomateninhaltstoffen berichtet.
___________________________________________________________
Tomato
Powder, Not Lycopene, Inhibits Prostate Cancer in Rats
By
Anthony J. Brown, MD
NEW
YORK (Reuters Health) Nov 04 - The anti-prostate cancer effects tied
to consumption of tomato products may be from the whole tomato, and
not only the lycopene present, findings from a new animal study
suggest.
"In
terms of preventing prostate cancer, the conclusion from our study is
that taking a lycopene pill is not going to make up for a bad diet,"
lead author Dr. Steven K. Clinton, from The Ohio State University in
Columbus, told Reuters Health.
Still,
several epidemiologic studies have linked high lycopene levels with a
reduced risk of prostate cancer (see Reuters Health story June 7,
2002). But according to Dr. Clinton, these findings could mean that
high lycopene levels are a marker for high intake of tomato products
rather than a protective agent against the malignancy.
The
new findings, which are reported in the November 5th issue of the
Journal of the National Cancer Institute, are based on a study of
male rats treated with chemicals to induce prostate cancer.
The
animals were given standard diets that contained tomato powder,
lycopene, or no added ingredients. In addition, after several weeks
of unlimited food access, the animals were randomized to either
continue with unlimited access or to receive a 20% dietary
restriction.
Prostate-cancer-specific
mortality was significantly lower for tomato powder-fed rats compared
with control animals. In contrast, no mortality difference was seen
between lycopene-fed rats and controls.
Dietary
restriction also had a beneficial effect on cancer outcomes, the
authors found. Rats fed restricted diets experienced significantly
longer prostate cancer-free survival than animals with unlimited food
access.
"Tomatoes
contain dozens of biologically active substances that may work
together better than any one would work alone," Dr. Clinton
noted. "Our reductionist thinking that we can take a complex
food and say that the benefits come from just one of the components
present is probably not the way we want to go in terms of nutrition
and cancer prevention."
"Although
this one study--like one molecule--is not likely to be definitive, it
will, as all important studies do, open and clarify avenues for
research," Dr. Peter H. Gann, from Northwestern University in
Chicago, and Dr. Frederick Khachik, from the University of Maryland
in College Park, note in a related editorial.
J
Natl Cancer Inst 2003;95:1563-1565,1578-1586.
Quelle:
Medscape
HWL
ergänzte noch am selben Tag:
wurde
gebeten, die Studie über die Wirkung von Lycopin auf aktive PCa
in das Forum zu stellen. Nachfolgend gleich die deutsche Übersetzung
(ohne Gewähr):
Kucuk
et al. berichtete über 30 Männer mit lokal begrenztem
Prostata-Karzinom, die zur radikalen Prostatektomie vorgesehen waren.
Sie wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt. Eine
Gruppe erhielt 15 mg Lycopin oral 2 x täglich; die zweite Gruppe
blieb drei Wochen vor der Operation unbehandelt. Von dem entnommenen
Prostatagewebe wurden Stufenschnitte angefertigt, komplett
eingebettet und hinsichtlich pathologischem Stadium, Gleason-Score,
Prostata-Karzinom-Volumen als auch im Hinblick auf das Ausmaß
einer PIN (ein pathologischer Befund, der oft zusammen mit einem
Prostata-Karzinom gefunden wird) in der Drüse bewertet. Die
Gewebeproben wurden auch bezüglich Biomarkern zur
Zellproliferation, Differenzierung und Apoptose untersucht. Dann
wurde die behandelte Gruppe mit der Kontrollgruppe verglichen. In der
behandelten Gruppe stiegen die Serum- und Gewebekonzentrationen von
Lycopin um 22 %. Zum Zeitpunkt der radikalen Prostatektomie
hatten innerhalb der behandelten Gruppe 8 von 12 Patienten (27 %)
ein auf das Organ begrenztes Prostata-Karzinom; 84 % hatten
Tumore < 4 ccm im Vergleich zu 44 % und 55 % in der
Kontrollgruppe. In der behandelten Gruppe konnte weniger PIN
nachgewiesen werden. Die Expression von Biomarkern, die eine
Proliferation anzeigen, ging zurück; die Marker der
Differenzierung und Apoptose stiegen in der behandelten Gruppe an.
Auch die PSA-Werte gingen in dieser Gruppe signifikant zurück,
nicht jedoch in der Kontrollgruppe.
Die
Ergebnisse legen nahe, dass Lycopin eine gewisse Rolle in der
Verhütung des Prostatakrebses spielt. Dies ist eine sehr
spannende Studie; zur Zeit empfehlen wir Patienten mit aktivem
Prostata-Karzinom, 30 mg Lycopin in ihre Diät mit
einzubeziehen.
- HWL
schrieb am 14.10.2004:
-
nachfolgende
Mitteilung zu einer Studie aus Holland erhielt ich heute aus USA.
Sie behandelt die Wachstumshemmung von Prostatakrebszellen durch
geeignete Mengen von Lycopen + Vitamin E (z. Zt.noch bei
Mäusen).
-
(Roh-Übersetzung.
Keine Gewähr für korrekte Wiedergabe).
-
Lycopin plus
Vitamin E verringern das Wachstum von Prostatakrebszellen bei Mäusen
-
Geringe Dosen von
Lycopin kombiniert mit geringen Dosen von Vitamin E reduzieren bei
einem Mausmodell menschlicher Prostatakrebszellen signifikant das
Wachstum des Tumors und reduzieren die Konzentrationen der PSA-Werte
im Serum entsprechend.
-
Beim Bericht über
ihre Ergebnisse anlässlich der Krebskonferenz in Genf, Schweiz
am vergangenen Donnerstag sagte Dr. Jaqueline Limpens, dass diese
Ergebnisse in das allgemeine Bild passen, dass Lycopin und Vitamin E
bei Prostatakrebs einen Antikrebseffekt haben.
-
"Verschiedene
epidemiologische Studien haben gezeigt, dass es eine inverse
Beziehung gibt zwischen Tomatenverzehr, der Einnahme von Lycopin,
dem Serum-Lycopin-Spiegel und dem Auftreten von fortgeschrittenem
Prostatakrebs", so die Forscherin. Sie fügte hinzu "Das
ist nicht nur für die Prävention von Vorteil, sondern
während einer kurzen dreiwöchigen Versuchsreihe von
Patienten mit Prostatakrebs, führte die Einnahme von
lycopenreichem Tomatenextrakt zu einem Absinken des PSA-Wertes (s.a:
Reuters Health Report Dec.18, 2001). Die Einnahme von Vitamin E
führte gleichfalls zu einem geringeren Risiko für PCa,
wenn auch die Daten in dieser Beziehung entgegenstehen.
-
Bei der gegenwärtigen
Studie hatten Dr. Limpens und ihre Kollegen menschliche
Prostatakrebszellen in die Prostaten von athymischen Nacktmäusen
injiziert. Drei Tage nach der Tumor-Einpflanzung erhielten die Tiere
eine tägliche Nahrungsergänzung mit gering- oder
hochdosiertem Lycopin (5 oder 50 mg/kg Körpergewicht), von
gering- oder hochdosiertem Vitamin E (5 oder 50 mg/kg)sowie einen
Mix aus niedrig-dosiertem Lycopin/Vitamin E (5 mg/kg von jedem),
oder aber Wasser als Placebo.
-
Niedrig dosiertes
Lycopin allein unterdrückte das Wachstum von
Prostatakrebszellen nach dem 42.Tag um 53 % und erweiterte die
PSA-Verdopplungszeit ähnlich. Alle anderen einzelnen
Untersuchungen zeigten keine signifikanten
Tumor-Verringerungs-Effekte.
-
Die Kombination von
geringdosiertem Lycopin und Vitamin E war "bei weitem am
wirksamsten" , da es das Wachstum des Tumors nach dem 42.Tag um
73 % unterdrückt hatte, so Frau Dr. Limpens.
-
"Am wichtigsten
aber ist, dass PSA-Werte und PSA-Verdopplungszeiten zu den
"Tumor-Antworten" passen und zwar bei allen
Experimental-Gruppen. Dies stützt den Gebrauch des PSA-Wertes
als einen nützlichen Ersatz-Marker für die Wirkungen
dieser Nahrungsmittel bei den laufenden klinischen Versuchen zum
Prostatakrebs".
-
Dr. Limpens,
Wissenschaftlerin am Erasmus Medical Center in Rotterdam,
Niederlande präsentierte die Ergebnisse anlässlich des
Symposiums für Molekulare Ziele und Krebs, gesponsort durch die
European Organization for Research and Treatment of Cancer (EORTC),
das U.S. National Cancer Institute (NCI) und durch die American
Association für Cancer Research (AACR).
-
Quelle:
www.medscape.com/viewarticle/490398_print.
-
Ein
Gast fragte daraufhin am selben Tag:
-
...........dann müssten ja die italienischen Männer
signifikant weniger PCa haben als die Deutschen bei ihrem
Tomatenverzehr in jeder Form und Art. Ist darüber etwas bekannt
?
-
Ein anderer "Gast" wusste etwas darüber:
-
Es sind rund 10 % weniger auf die Bevölkerung umgerechnet
! Nicht berauschend, Lycopin ist also kein Wundermittel, aber
immerhin etwas.....
-
HWL relativierte die Aussage von "Gast zwo" einen Tag
später:
-
Zu Deinem Hinweis, dass die Italiener wegen des verstärkten
Tomaten-Verzehrs eigentlich weniger PCa haben müssten: nach
meiner Kenntnis gibt es noch keine Studien über einen
Zusammenhang zwischen Bevölkerungsgruppen und Tomatenverzehr.
Eine solche Studie wäre im Bezug auf PCa auch nicht sinnvoll,
da niemand täglich die Unmengen roher Tomaten verzehrt, die
nötig sind, um die Mindestmenge von Lycopin zu sich zu nehmen.
-
Lycopin wird erst beim Erhitzen in größeren Mengen frei
und vorrangig in Tomatenmark, Tomatensauce u. dgl. zusammen mit
wenig Öl vom Verdauungssystem aufgenommen.
- HWL schrieb am
13.12.2004:
-
Inzwischen ist aus einer ganzen Reihe von wissenschaftlichen
Veröffentlichungen, darunter auch von Dr.Strum bekannt, dass
Lycopin aus der Tomatenschale eine krebshemmende Wirkung hat. Wenig
bekannt ist, dass der aus der Tomatenschale isolierte reine
Wirkstoff Lycopin allein nicht die erhoffte Wirkung hat
(Lycopin-Kapseln). Nach den Studien scheinen ein oder mehrere
zusätzliche, bisher unbekannte Stoffe aus der Tomatenschale in
Verbindung mit Lycopin entsprechend zu wirken.
-
Ich habe deshalb einen Lieferanten von Tomatenmark ermittelt, der
absolut naturbelassenes und sonnengetrocknetes Tomatenmark aus der
Türkei importiert. Da die von dort angegebenen Lycopin-Werte
mir wenig glaubhaft erschienen, konnte ich den Importeur
veranlassen, die Werte in einem anerkannten Labor messen zu lassen.
-
Die Ergebnisse liegen jetzt vor: Tomatenmark Fa. Dryfruit,
Regensburg Lycopin = 40 mg/100 g; nach 20 min. Erhitzung auf 80 Grad
C. = 39,1 mg/100 g. Meine Dosierung: 2 x 6-10 mg tgl.; Kosten:
450-g-Glass = 6,50 Euro; Versandkosten (bis 49.-€) = 4,90 Euro.
-
Adresse: dryfruit Deutschland, Glockengasse 4,93047 Regensburg;
Tel.:0941-56 01 69; Fax: -56 59 40; www.dryfruit.de; eMail:
info@dryfruit.de.
-
Gerard (US) schrieb dazu am 14.12.2004:
-
Als ich anfang November mit Flug DELTA015 von Frankfurt nach Atlanta
nach Hause flog, fiel mir auf, dass viele Passagiere Tomatensaft
bestellten. Die Flugbegleiter servierten den Saft aus 5,50 oz
(162 ml) Campbell’s Tomato Juice-Büchsen. Mir fiel auch
auf, dass diese kleinen Büchsen einen auffälligen
Lycopin-Hinweis hatten. Dort stand auch, ein 8-oz.-Glas (236 ml)
Campbell's Tomato Juice enthält:
-
nur 50 Kalorien
Vitamin A
Vitamin C
20 mg des
Antioxidants Lycopin
-
Vordem deckte ich meinen 10 mg täglichen Lycopin-Bedarf allein
aus Softgel-Kapseln (60 Stück zu $5,85).
-
Meine Suche im heimigen Supermarkt um die Ecke wurde später
fündig. Die 1,89 l Flasche dieses Saftes zu $2,99.
http://www.campbellsoup.com/tomato_juice.asp?cpovisq=
-
Eine 10 mg Portion als Softgel-Kapsel kostet mich 10 Uscents. Eine
10 mg Portion als Campbell’s Tomato Juice kostet mich 20
UScents.
-
Ich nutze momentan beide Varianten. Der Campbell’s Tomato
Juice schmeckt hervorragend zum Essen. Die Softgel-Kapseln sind
außer Hause weitaus praktischer, d. h. auf Reisen. Das
muss auch nicht Campbell’s Tomato Juice sein, das geht mit
anderen Marken ebenfalls.
-
Warum allerdings die Passagiere Tomatensaft im Flugzeug trinken, das
weiss der Fuchs.
-
Sollte euch das interessieren, dann müsst ihr hier nachlesen:
-
http://www.fragenohneantwort.de/fragen/frage78.htm
-
Bernd fragte einen Tag später zurück:
-
Sehr interessant, dieser Beitrag. Meine Frage: Wie ist die genaue
Bezeichnung der "Tomato"-Kapseln. (Name, Hersteller,
Verkäufer?)
-
Und Gerard (US) antwortete:
-
Name/ Spring Valley, Lycopene 10 mg, Hersteller/ Nature´s
Bounty Inc, Bohemia NY. Verkäufer/ WalMarts in USA.
-
Bei dieser Betrachtung wirst Du dich natürlich an der lokalen
Verfügbarkeit von Saft und Pillen orientieren müssen,
unabhängig von den og. HerstellerMarken, z. B: Tomatensaft
von Aldi und Pillen aus einer möglichst zollfreien (EU)
Internetapotheke.
-
Ich kenne die deutsche Situation, wo WalMart leider im Vergleich zu
hier kaum etwas anbietet. Erstaunlich ist, dass die Pille preislich
hier im Vergleich zum Saft wesentlich günstiger abschneidet.
-
In Deutschland kann es durchaus umgekehrt sein. Mich würde
vergleichsweise diese Kosten-Nutzenrechnung auf deutscher Basis
interessieren.
-
HWL schrieb am 15.12.2004 dazu:
-
Da ich seit Anfang 2004 täglich Lycopin (neben MCP+ Doxazosin)
einnehme und mich mit dem interessanten Thema häufiger
beschäftige, folgender Hinweis.
-
Ganz offensichtlich ist es nicht der Wirkstoff Lycopin allein, der
PCa-hemmend wirkt, sondern die Kombination mit anderen, z. T.
unbekannten Wirkstoffen aus der Tomatenschale. Ich habe deshalb
einige Zweifel, dass in den käuflichen Lycopin-Kapseln und
industriell aufbereiteten Säften die tatsächlich wirksame
Kombination von Lycopin + Wirkstoff vorhanden ist. Ich nehme deshalb
nur einen naturbelassenen Tomatenmark mit einem getesteten
Lycopingehalt von 40 mg/100 g Mark. Hierzu verweise ich auf meinen
Beitrag "Lycopin-Wert in Tomatenmark", 13.12.2004.
-
Die neuesten Veröffentlichungen zum Theme Lycopin sind:
-
1: FASEB J. 2004 Nov 15;
Lycopene reduced gene expression of
steroid targets and inflammatory markers in normal rat
prostate.
Herzog A, Siler U, Spitzer V, Seifert N, Denelavas
A, Buchwald Hunziker P, Hunziker W, Goralczyk R, Wertz K. -
Epidemiological evidence links consumption of lycopene, the red
carotenoid of tomato, to reduced prostate cancer risk. We
investigated the effect of lycopene in normal prostate tissue to
gain insight into the mechanisms, by which lycopene can contribute
to primary prostate cancer prevention. We supplemented young rats
with 200 ppm lycopene for up to 8 wk, measured the uptake into
individual prostate lobes, and analyzed lycopene-induced gene
regulations in dorsal and lateral lobes after 8 wk of
supplementation. Lycopene accumulated in all four prostate lobes
over time, with all-trans lycopene being the predominant isoform.
The lateral lobe showed a significantly higher total lycopene
content than the other prostate lobes. Transcriptomics analysis
revealed that lycopene treatment mildly but significantly reduced
gene expression of androgen-metabolizing enzymes and androgen
targets. Moreover, local expression of IGF-I was decreased in the
lateral lobe. Lycopene also consistently reduced transcript levels
of proinflammatory cytokines, immunoglobulins, and immunoglobulin
receptors in the lateral lobe. This indicates that lycopene reduced
inflammatory signals in the lateral prostate lobe. In summary, we
show for the first time that lycopene reduced local prostatic
androgen signaling, IGF-I expression, and basal inflammatory signals
in normal prostate tissue. All of these mechanisms can contribute to
the epidemiologically observed prostate cancer risk reduction by
lycopene.
-
J Nutr. 2004 Dec;134(12):3486S-92S.
Tomato phytochemicals and
prostate cancer risk.
Campbell JK, Canene-Adams K, Lindshield
BL, Boileau TW, Clinton SK, Erdman JW Jr.
Division of Nutritional
Sciences, University of Illinois, Urbana, IL 61801; -
Mounting evidence over the past decade suggests that the consumption
of fresh and processed tomato products is associated with reduced
risk of prostate cancer. The emerging hypothesis is that lycopene,
the primary red carotenoid in tomatoes, may be the principle
phytochemical responsible for this reduction in risk. A number of
potential mechanisms by which lycopene may act have emerged,
including serving as an important in vivo antioxidant, enhancing
cell-to-cell communication via increasing gap junctions between
cells, and modulating cell-cycle progression. Although the effect of
lycopene is biologically relevant, the tomato is also an excellent
source of nutrients, including folate, vitamin C, and various other
carotenoids and phytochemicals, such as polyphenols, which also may
be associated with lower cancer risk. Tomatoes also contain
significant quantities of potassium, as well as some vitamin A and
vitamin E. Our laboratory has been interested in identifying
specific components or combination of components in tomatoes that
are responsible for reducing prostate cancer risk. We carried out
cell culture trials to evaluate the effects of tomato carotenoids
and tomato polyphenols on growth of prostate cancer cells. We also
evaluated the ability of freeze-dried whole-tomato powder or
lycopene alone to reduce growth of prostate tumors in rats. This
paper reviews the epidemiological evidence, evaluating the
relationship between prostate cancer risk and tomato consumption,
and presents experimental data from this and other laboratories that
support the hypothesis that whole tomato and its phytochemical
components reduce the risk of prostate cancer.
-
PMID: 15570058 [PubMed - in process]
Asia Pac J Clin Nutr.
2004;13(Suppl):S164.
A tomato puree enriched in 6% tomato skin
leads to a higher absorption of lycopene and beta-carotene than a
classical tomato puree in healthy subjects.
Reboul E, Borel
P, Mikail C, Abou L, Portugal H, Lairon D, Amiot MJ.
UMR-U476
INSERM, Nutrition Humaine et Lipides, Faculte de Medecine,
Marseille, France. -
Background: epidemiological studies reported that a high tomato
intake is associated with a lower incidence of colorectal and
prostate cancers. This beneficial effect could be related to a high
intake of carotenoids such as lycopene or beta-carotene.
-
Objective: because tomato skins, usually eliminated during
classic tomato puree processing, are a source of lycopene and
(-carotene, the aim of this study was to assess whether a tomato
puree enriched in tomato skins (6%) induced a higher absorption of
these carotenoids than a classic tomato puree in healthy subjects.
Design: 8 healthy men were given two similar meals containing
either skin-enriched tomato puree (meal 1) or classic tomato puree
(meal 2) at a one-month interval. Meal 1 provided 48 mg total
lycopene (all-trans + cis forms) and about 1.5 mg total
(beta-carotene. Meal 2 provided 30 mg total lycopene and about 1 mg
total (beta-carotene. Blood samples were collected before meal
intake and 1, 2, 3, 4, 6 and 8 h after meal ingestion to follow the
change in chylomicron carotenoid concentrations. Chylomicrons were
isolated by ultracentrifugation and analysed to assess their
carotenoid concentration by hplc. Chylomicron carotenoid responses
(area under the curve) were calculated for each meal and compared
with the non parametric wilcoxon test. P value below 0.05 were
considered significant. Results and discussion: chylomicron total
lycopene and (-carotene concentrations exhibited bell shaped curves
after both meals, with a maximum reached at about 3 h. Both
chylomicron total lycopene and (beta-carotene responses were higher
after the meal 1 than after the meal 2 (p = 0.069 and p = 0.036,
respectively). The fact that chylomicron lycopene and (beta-carotene
auc ratio (auc after meal 1 / auc after meal 2) was similar to that
of lycopene and (-carotene amounts in meal 1 / amounts in meal 2
demonstrated that the bioavailability of these carotenoids in tomato
skin appeared equivalent to that of these carotenoids in tomato
pulp. Conclusion: skin-enrichement of tomato purees would represent
a good way to valorise tomato co-products and to enhance the
consumption of lycopene and (beta-carotene. -
PMID: 15294734 [PubMed - in process]
- HWL schrieb am
18.2.2005:
-
Es gibt inzwischen neuere Informationen und eine einjährige
persönliche Erfahrung [zu Lykopin –
Ed].
-
Daraus geht hervor, dass die Einnahme von Lycopin allein
möglicherweise nur eine geringe krebshemmende Wirkung hat.
Anders scheint es zu sein beim Verzehr von tomatenreicher Diät,
ganzen Tomaten, Tomatensoße und Tomatenmark, bei denen weitere
Inhaltsstoffe aus der Tomatenschale mit verzehrt werden.
Nachstehender Bericht aus Lifeline.de(BMSO) vertritt die gleiche
Meinung wie frühere Untersuchungen, dass die krebshemmende
Wirkung wahrscheinlich nur durch die Kombination von Lycopin und
einem (bisher unbekannten) Wirkstoff in der Tomatenschale möglich
ist.
-
Die Untersuchungen wurden bestätigt durch eine Veröffentlichung
in J Natl Cancer Inst.2003 Nov 5;95(21):1563-5 (University of
Illinois), wo bei Laborversuchen Tomatenpulver und reines Lycopin
(Kapseln) in der Wirkung auf Prostatakrebs verglichen wurden. Es
wird gefolgert: "Der Verzehr von Tomatenpulver und nicht von
Lycopin allein hemmt das Wachstum des Prostatakrebses. Dabei wird
vermutet, dass das Tomatenpulver bestimmte Wirkstoffe neben Lycopin
enthält, die die PCa-Entwicklung verändern".
-
Eine Veröffentlichung in Lifeline berichtet ähnliches:
-
Titel: Prostatatumore: Ganze Tomaten schützen
-
Eine bestimmte Substanz aus Tomaten - das Lycopin - wurden bislang
mit einem geringeren Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, in
Zusammenhang gebracht. Versuche zeigen jedoch, dass nur der Verzehr
von ganzen Tomaten, aber nicht von Lycopin alleine vor einem
Prostatatumor schützen kann.
-
Dr. Steven K. Clinton von der Ohio State University in Columbus,
USA, arbeitete mit Ratten, die besonders anfällig für
Tumoren der Prostata waren. Die Tiere wurden in verschiedene Gruppen
eingeteilt und erhielten eine Diät, der entweder reines Lycopin
oder ein Konzentrat aus ganzen Tomaten zugesetzt wurde. Eine
Kontrollgruppe erhielt normales Futter.
-
Es zeigte sich, dass die Tiere ein geringeres Erkrankungsrisiko
hatten, wenn sie Pulver aus ganzen Tomaten zu fressen bekamen. Die
Forscher vermuten nun, dass ein anderer Inhaltsstoff aus Tomaten als
das Lycopin für die schützende Wirkung verantwortlich ist.
Ein hoher Lycopinspiegel dürfte somit in den vorangegangenen
Studien nur ein Marker für einen hohen Tomatenverzehr gewesen
sein, jedoch nicht der Grund, warum das Erkrankungsrisiko für
Prostatatumoren geringer war. Zudem beobachteten die Forscher, dass
nicht nur die Nahrungsart, sondern auch die Nahrungsmenge einen
Einfluss auf das Ausbilden eines Prostatatumors hatten: Tiere, die
in allen drei Gruppen ein Fünftel weniger Nahrung erhielten,
bildeten seltener ein Karzinom aus. (BSMO)
-
Eigene Erfahrungen vom 01/2004 - 01/2005 scheinen die Wirkung zu
bestätigen. Denn in dieser Zeit des Verzehrs von 2 x ~ 10 g
Tomatenmark (Lycopingehalt ca. 2 x 7 mg), (+ 3 x 5 g
Modifiziertes Citrus Pectin/MCP) sanken die in monatlichen Abständen
gemessenen PSA-Werte im Vergleich zu den PSA-Werten aus 2003 um
durchschnittlich 20 %. Dabei ist nicht festzustellen, ob die
Absenkung der PSA-Werte allein durch das Tomatenmark, durch das
verzehrte MCP oder durch die Kombination beider Wirkstoffe bewirkt
wurde. Auf jeden Fall scheint es sich nicht nur um eine reine
Absenkung der PSA zu handeln, sondern um eine mehr oder weniger
ausgeprägte Hemmung des PCa-Wachstums.
- HWL schrieb am
16.10.2005:
-
Es ist bekannt, dass viele Forumsteilnehmer neben anderen
PCa-wachstumshemmenden Mitteln, z. B. Modifiziertes Citrus
Pektin (MCP), Granatapfel-Konzentrat, Quercitin, Selen u.v.a
einnehmen. Häufig wird auch das wachstumshemmende Lycopin in
Form von frischen Tomaten, Tomatensoße, Ketchup, Tomatenmark
oder Lycopin-Weichkapseln eingenommen. Obgleich bekannt ist, dass
die erwünschte Wirkung nur bei einer Tagesdosis von 8 –
20 mg Lycopin eintreten kann, ist die tatsächlich
eingenommene Tagesdosis Lycopin und die wahrscheinlich vom Körper
aufgenommene Menge normalerweise unbekannt. Sowohl zu geringe
Tagesdosen als auch zu hohe Dosierungen sollen angeblich die
erwünschte Wirkung beeinträchtigen.
-
Durch eine E-Mail-Korrespondenz mit dem (nebenberuflichen)
Geschäftsführer der Schweizer Firma Take!Care AG., Dr.
Fritz Jaisli – MCP-Nutzern bekannt als Lieferant von
Modifiziertem Citrus Pektin (MCP) –, ergibt sich eine neue
Möglichkeit der besseren Dosierung von Lycopin. Dr. Jaisli ist
im Hauptberuf Entwicklungsleiter der Schweizer Firma OBIPEKTIN AG.,
eines der großen europäischen Hersteller von
Pektin-Produkten für Industrie und Pharmazie. In dem genannten
Schreiben berichtet er auf Anfrage über eine Möglichkeit
der genauen Dosierung.
-
Die Firma stellt unter der Actisec-(Good Food-) Linie auch ein
Tomatenpulver her, das in der normalen Ausführung bereits
garantierte Lycopin-Werte von 160 mg/100 g Pulver
aufweist. 10 g dieses Pulvers, eingerührt in z. B.
heiße Bouillon und mit einigen Tropfen Speiseöl versetzt,
decken mit 16 mg Lycopin den Tagesbedarf. Das Speiseöl
fördert die Absoption im Verdauungstrakt. Zwar ist dies die
etwas aufwendigere Variante als die Einnahme von Lycopin-Kapseln,
man kann aber in die Bouillon gleichzeitig die erforderlichen 5 g
MCP mit einrühren und beides bei Trinktemperaturen konsumieren.
Vorteil gegenüber vielen anderen Tomaten-Produkten ist, dass
das Lycopin von Obipektin in der idealen natürlichen Matrix
vorliegen.
- Jürgen
M verwies am 23.1.2007 auf diese Notiz in der "Welt":
-
http://www.welt.de/data/2007/01/23/1185995.html
-
Josef schrieb am
6.2.2007:
-
Interessant auch:
-
http://www.toplife.at/gesundheit/artikel34.html:
-
Duo gegen Krebs:
Tomate und Brokkoli:
-
Tomaten und Brokkoli
gemeinsam verzehrt dienen zur Vorbeugung gegen Krebs.
-
Wer Tomaten und
Brokkoli gleichzeitig zu sich nimmt, schützt sich besser vor
Krebs, als würde er eines der beiden Gemüse einzeln
verzehren, wollen US-amerikanische Wissenschafter nun herausgefunden
haben.
-
siehe Link.......
- hartmuth
wies am 5.8.2008 auf diesen
Text hin, Kernaussage: "Einer Substanz aus getrockneten
Tomaten kommt möglicherweise eine Schlüsselrolle bei der
Vorbeugung von Prostatakrebs zu"
- HWL
kam am 28.4.2009 auf das Thema zurück:
-
Es gibt neue Informationen zur
Nutzung von Tomatenprodukten für die Prävention von PCa
und als Hemmstoff für das Tumorwachstum. Ich hatte mich im Jahr
2004 zum ersten Mal intensiv mit diesem Thema beschäftigt.
Damals war vermutet worden, dass neben Lycopin in Tomatenmark und
Tomatenpüree ein weiterer, bis dahin unbekannter Wirkstoff der
eigentliche Grund für die tumorhemmende Wirkung von
Tomatenprodukten sein dürfte. Die in den 90er-Jahren sowie von
2001 bis 2004 erschienene Flut von Veröffentlichung wurde von
der amerikanischen FDA im Herbst 2004 durch ein Statement mehr oder
weniger gestoppt mit der Aussage, dass zur krebshemmenden Wirkung
von Tomaten keine eindeutigen Beweise vorlägen. Dies geschah,
obwohl bereits im Jahr 2003 eine Veröffentlichung der
University of Maryland (J Natl Cancer Inst) darauf hinwies, dassssss
ein zweiter Stoff in Synergie zu Lycopin die eigentliche Hemmung
bewirken könnte. Diese Studie blieb damals ohne Echo. Nachdem
Hartmut in einem Forumsbeitrag am 05.08.2008 auf eine aktuelle
Veröffentlichung in www.uroonkologie.de
hingewiesen hatte, in der zu diesem Thema berichtet wurde, gab es
hierzu keine Kommentare und m.W. keine weiteren Informationen.
-
Bei den letzten Streifzügen im Internet treffe ich auf den
Originalbericht in Cancer Research Vol. 68, Issue 11, Pages 4384-91,
Jun 1, 2008, dem Journal der American dass die Departments of
Biochemistry and Child Health, University of Missouri-Columbia
dieses Thema in 2007 aufgegriffen hatten – und fündig
geworden sind. So gab es in Cancer Research einen Bericht über
Tierversuchen mit Ratten. Dabei sei ein bisher unbekannter Wirkstoff
entdeckt worden, der mit Lycopin zusammen eine starke krebshemmende
Wirkung zeige.
-
Man stellte zunächst in vitro fest, dass ein im Tomatenpulver
enthaltenes antioxidantes Ketosamin, das D-Fruktose-L-Histidin,
genannt FruHis, zusammen mit Lycopin die entsprechende Wirkung
zeigt. Durch Versuche mit sog. Copenhagen-Ratten, die entsprechende
PCa-Linien erhielten (MAT-LyLu-PCa-Zellen), wurde festgestellt, dass
dehydratiertes Tomatenpulver nach Wasserzugabe zwischen FruHis und
Lycopin eine stark krebshemmende Verbindung entwickelt. Die in vivo
Versuche mit verschieden gefütterten Ratten ergaben, dass die
Lebensdauer der mit dem rehydratierten Tomatenpulver gefütterten
Ratten erheblich höher lag, als bei den normal gefütterten
Tieren.
-
Während makroskopische PCa-Tumore bei 63% der Kontrolltiere mit
normaler Fütterung auftraten, war dies nur bei 18 % der
mit Tomatenpulver + FruHis gefütterten Tiere der Fall. Eine
sehr wichtige Aussage war m. E., dass FruHis bei über 250
μmol/l den oxidativen DNA-Abbau in vitro (!) vollständig
blockiere. Die Schlussfolgerung des Teams um den Projektleiter
Valerie Mossine ist besonders interessant. "Denn das Ergebnis
deutet daraufhin, dass Tomatenprodukte, die durch Rehydration von
Tomatenpulver hergestellt werden, ein potentiell chemopräventives
Agens bzw. Agentien enthalten".
-
Zwar wird in solchen Fällen stets auf zukünftige
Forschungen verwiesen und empfohlen, die entsprechenden Versuche
abzuwarten. In diesem Fall bin ich aber, ähnlich wie 2005 beim
Thema Granatapfelelixier der Meinung, dass man in diesem Fall
derartige zeitaufwendigen Versuche nicht unbedingt abwarten muss, da
der Verzehr von Tomatenpulver als Tomatenpaste m.E. unkritisch ist.
Denn man nimmt die Verbindungen seit Jahren in bestimmten
industriell gefertigten Lebensmitteln ohne Probleme zu sich, wenn
auch in geringerer Konzentration. Dies gilt m.E. besonders für
die Forumsteilnehmer, die bereits Tomatenprodukte in anderer Form
als Tomatenpulver einnehmen.
-
Um entsprechende Aktivitäten anzuschieben, habe ich Verbindung
zum Entwicklungsleiter der Obipektin AG in der Schweiz aufgenommen.
Obipektin ist bekannt u.a. als europaweit größter
Hersteller von Tomatenpulver für die Lebensmittelindustrie und
von Modifiziertem Citrus Pektin (MCP), das einige Forumsteilnehmer
einnehmen. Bei diesen Kontakten wurde mir ein Tomatenpulver mit
garantiertem Lycopingehalt von 160 mg pro 100 g Pulver angeboten und
zugesagt, den Gehalt an FruHis analytisch bestimmen zu lassen. Es
werden Kleinpackungen mit 1 kg Tomatenpulver = 30,- Euro frei
Haus; 2 x 1 kg = 50,- Euro frei Haus und 10 x 1 kg = 210,- Euro frei
Haus geliefert. Weitere Informationen über die zweckmäßige
Tagesdosis und die Art der Einnahme sind hier vorhanden und können
bei Bedarf mitgeteilt werden.
- HelmutS
schrieb am 1.11.2009:
-
In der Ausgabe Nr. 3 "DER SPIEGEL - WISSEN" lese ich
soeben:
-
"Glaubenssätze wie der, dass Obst und Gemüse vor
Krebs schützen, hielten kritischer Nachprüfung nicht
stand. Das jahrzehntelang verteufelte Hühnerei, das angeblich
den Cholesteringehalt im Blut erhöht, musste rehabilitiert
werden. Tomatensaft, der noch 2004 von renommierten Kieler Ärzten
als vorbeugend gegen Prostatakarzinome empfohlen wurde, steht seit
2007 sogar im Verdacht, das Prostatakrebsrisiko eventuell zu
steigern."
-
Was soll man da noch glauben, geschweige denn machen? Soll man den
Tomatensaft weiter trinken oder diesen künftig besser meiden?
Wer kann dazu etwas sagen?
-
HWL verwies am selben Tag auf seinen obigen Beitrag vom 28.4.2009
und schrieb weiter:
-
Derartige Artikel kommen - wie das Ungeheuer von Loch Ness - alle
Jahre wieder an die Oberfläche, können aber die
wissenschaftlichen Ergebnisse nicht angreifen. Auch das Thema der
angeblichen PCa-Förderung durch Tomatensaft ist seit längerem
bekannt und immer für einen Zeitungsartikel gut.
-
Nachstehend habe ich einen Artikel angefügt, der die
gegenwärtige Situation beschreibt. Allgemein gilt: ein
normalgewichtiger Mann braucht täglich mindestens 16 mg Lycopin
in einem Tomatenprodukt. Diese Mindestdosis ist mit dem
üblicherweise aus Konzentrat verdünntem Tomatensaft bei
der üblichen Trinkmenge von 250 ml nicht zu erreichen.
-
Besser ist es nach neueren Forschungen, aus Tomatensaft durch
Wasserentzug gewonnenes Tomatenpulver zu nehmen (enthält
konzentriertes Lycopin) und mit wenig Wasser zu einem
wohlschmeckenden Tomatenmark anzurühren. Dabei entsteht, nach
einer wissenschaftlichen Untersuchung, das auf das Wachstum von PCa
negativ wirkende FruHis (siehe Artikel).
-
Ich selbst nehme seit 2004 täglich käufliches Tomatenmark
oder/und Lycopin-Kapseln, seit 2008 das beschriebene Tomatenmark aus
Tomatenpulver. Wegen paralleler Einnahme auch anderer Wirkstoffe
(GranaProstan, Terazosin, Avodart) ist eine eindeutige Zuordnung
nicht möglich. Auf jeden Fall ist nach einem PSA-Wert von 5,7
-6,1 (2003) der Wert weitgehend konstant und fiel bis 2009 zügig
bis auf heute PSA 3 – 4 ng/ml und dies trotz GS
3+4=7/IIb.