Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Fischöl

Willi schrieb am 22.11.2001:
Ich stellt schon mal in´s Forum, dass ich WIKUTO mit Fischöl vermenge, Sqalen aus der Flora-Apotheke in Hannover. 100 ml kosten DM 37,50.
Schmeckt sehr neutral und überhaupt nicht mit Lebertran zu vergleichen. Ich habe zwar lange keinen Lebertran mehr probiert, aber ich glaube, ich kann mich noch gut daran erinnern. Leider nicht positiv.
Und auch Barbara konnte am 26.11.2001 etwas dazu aussagen:
auch mein Mann (Schwalbe Nr. 6) hat nach der letzten PSA-Wertmessung mit der Einnahme von Squalen aus der Flora-Apotheke (und diversen anderen Nahrungsergänzungsmitteln) begonnen, es wird sogar von seiner privaten Krankenkasse und der Beihilfe erstattet. Davor nahm er in unserer "normalen" Apotheke gekaufte Lachsölkapseln, die aber von dem beratenden Arzt für nicht stark genug erachtet wurden.

Rudolf schrieb am 6.8.2005:
anlässlich des aktuellen Tests von Fischölkapseln im Test-Heft hier ein Kapitel von Barry Sears zum Thema, vielleicht regt das ja die Diskussion an [nachzulesen auch auf Rudolfs Homepage unter http://www.promann-hamburg.de/Fishoil.htm – Ed]
Barry Sears
The Anti-Inflammation Zone
Reagan Books, 2005
Kapitel 7
Your Ultimate Defense Against Silent Inflammation:
High-Dose Fish Oil (S.75 – 85)
[Hervorhebungen, Erläuterungen und Unklarheiten in eckigen Klammern vom Übersetzer]
Die wichtigste Einzelmaßnahme, um schleichende Entzündungen in Schach zu halten, ist die tägliche Supplementierung mit hochdosiertem Fischöl. Die Zonen-Ernährungsweise [engl. zone nutrition – ein Ausdruck, den Berry Sears für die von ihm empfohlene Ernährungsweise benutzt – ein deutscher Ausdruck dafür ist offensichtlich weder dem Übersetzer noch mir bekannt – Ed] schützt vor schleichenden Entzündungen, indem hohe Insulin-Pegel reduziert werden. Hochdosiertes Fischöl aber ist die ultimative Verstärkung, um schleichende Entzündungen niederzuhalten, und gibt darüberhinaus den besten Schutz gegen Ernährungsfehltritte wie eine zu hohen glykämischen Last.
Wenn ich hochdosiertes Fischöl sage, dann meine ich das auch so. Man kann einfach nicht genug Fischöl bekommen, indem man Lachs, Thunfisch oder Makrele isst, selbst wenn man täglich Fisch isst. Thunfisch-Salat zum Mittagessen und Lachs-Steak zum Abendessen bringt einiges, aber nicht genug, um wirklich schleichende Entzündungen unter Kontrolle zu halten.
Japaner pflegen ihr Wohlbefinden, relativ frei von schleichenden Entzündungen, durch reichliche Fisch-Mengen. Unglücklicherweise können die armseligen Fisch-Mengen, die Amerikaner zu sich nehmen, überhaupt nicht mithalten mit den großen Mengen Fisch, Meeresfrüchten und anderen Meerestieren, die Japaner essen. In der Tufts Medical School wurde eine Ernährungsstudie aufgesetzt, für die freiwillige Studienteilnehmer die gleiche Menge von Omega-3-Fettsäuren (von Fisch und Meeresfrüchten) essen sollten, die von Japanern üblicherweise zu sich genommen wird. Obwohl die Probanden bezahlt wurden und jede einzelne Mahlzeit ihnen fertig serviert wurde, dauerte das Experiment nicht länger als drei Tage, weil die Studienteilnehmer die Studie verließen, weil sie solch heftige Mengen Fisch in ihrer Nahrung nicht tolerieren mochten.
Fischöl ist rundherum das gesündeste Fett überhaupt, weil es tiefgreifende entzündungshemmende Eigenschaften hat. Es kann auch als die gesündeste Medizin überhaupt angesehen werden, da es einen ganzen Sack voller Wohltaten mit sich bringt, ohne die langfristigen Nebenwirkungen entzündunghemmender Medikamente (Nebenwirkungen wie den Tod z. B.). Tatsächlich ist die einzige Nebenwirkung von Fischöl, dass es dich fitter macht. Aber wie bei jeder Medizin muss man genug davon nehmen, um die positiven therapeutischen Effekte zu bekommen.
Der Grund dafür, dass hochdosiertes Fischöl so effektiv ist bei der Reduzierung schleichender Entzündungen, ist die Reduzierung der Arachidonsäure (Arachidon Acid = AA), dem Ausgangsstoff für entzündungsfördernde Eicosanoide, innerhalb von weniger als dreißig Tagen. Gleichzeitig sorgt Fischöl für ein Anheben des EPA-Levels, der Eicosapentaensäure, dem Ausgangsstoff für entzündungshemmende Eicosanoide. Ich kann Ihnen garantieren, dass Sie eine dramatische Verbesserung Ihres SIP [Silent Inflammation Profile, das Verhältnis zwischen dem Messwert für AA und dem Messwert für EPA] haben werden und dass Sie zu einem Weg hin zum Wohlbefinden zurückfinden.
Die 15-Sekunden-Regel
Jeder möchte immer wieder einen Zustand des Wohlbefindens erreichen – solange man nicht allzu viel Zeit dafür aufwenden muss. Im Laufe der Jahre bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die meisten sich für das Ziel des Wohlbefindens durchaus einsetzen möchten, aber nur, wenn es uns nicht mehr als 15 Sekunden von unserer normalen Beschäftigung abhält. Dieser Sachverhalt hat dazu geführt, dass in der vergangenen Dekade der Verkauf von Vitaminen, Mineralstoffen und pflanzlichen Heilmitteln zu einem 20-Mrd.-Dollar-Markt geworden ist. Es ist das Versprechen, all die magischen Pillen innerhalb von 15 Sekunden hineinzuwerfen und ansonsten sich um nichts mehr kümmern zu müssen. Ein attraktiver Vorschlag, aber unglücklicherweise können wir bei Licht besehen nicht feststellen, dass der Gesundheitszustand der Amerikaner in den letzten 20 Jahren besser geworden ist. Denn dummerweise haben die meisten dieser magischen Pillen aus dem Supermarkt nur einen geringen, wenn überhaupt einen Einfluss auf schleichende Entzündungen. Darüber hinaus werden alle potenziellen Vorzüge, die sie haben mögen, konterkariert durch die zunehmende Fettleibigkeit, die einen Anstieg schleichender Entzündungen nach sich zieht.
Fischöl hingegen steht in einer ganz eigenen Kategorie. Obwohl es weniger als 1 Prozent all der Supplemente kostet, ist es das einzige, das durch robuste klinische Studien bei diversen chronischen Krankheiten gestützt wird, Herzkrankheiten, Krebs, immunologische und entzündliche Krankheiten, neurologische Krankheiten wie das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, Depression, Multiple Sklerose und Alzheimer – wenn adäquate Dosen genommen werden.
Vorsicht: Fischöl-Kontamination
Aber wie immer gibt es einen Haken. So gut hochdosiertes Fischöl für die Kontrolle schleichender Entzündungen eingesetzt werden kann, hat es eine Schattenseite: Kontamination. Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen, es gibt keinen einzigen Fisch auf der Erde, der nicht kontaminiert ist. Während der vergangenen zwei Generationen haben wir eine breite Palette von Giftstoffen in die Ozeane entsorgt, Quecksilber, PCBs, Dioxine und Flammschutzmittel. Heutzutage werden mehr als 100.000 Pounds [rd. 46.000 kg – Ed] Quecksilber pro Jahr von Kohlekraftwerken emittiert. Deshalb haben aktuelle Berichte festgestellt, dass so gut wie alle Süßwasserfische in Amerika signifikante Quecksilber-Level haben. Und die Standard-Fischmahlzeit der amerikanischen Küche, nämlich Konserven-Thunfisch, ist aufgrund einer sich hinziehenden Auseinandersetzung in Kalifornien kurz davor, aufgrund der Quecksilberbelastung aus den Supermarkt-Regalen verbannt zu werden. Noch viel heimtückischer als Quecksilberkontamination sind die steigenden Level von PCBs und Dioxinen im Fisch. Obwohl die PCB-Produktion [PCB = Polychlorierte Biphenyle] 1977 gestoppt wurde, bleiben diese Chemikalien in unseren Ozeanen intakt, weil sie Jahrzehnte brauchen, bis sie zersetzt werden. Dioxine (das waren die aktiven Komponenten in Agent Orange, das zur Entlaubung ganzer Wälder im Vietnam-Krieg eingesetzt wurde) bleiben ebenfalls für Jahrzehnte in der Umwelt. Diese Kontaminationen sind entweder als Karzinogene oder als Neurotoxine bekannt. Das ist der Grund, warum amerikanische Verbraucher so irritiert sind, wenn es um den Verzehr von Fisch geht. Auf der einen Seite sagt uns die Regierung, esst Fisch, weil er gesund ist, und auf der anderen Seite teilt sie uns mit, keinen Fisch zu essen, weil er kontaminiert ist.
Der Fisch steht am Ende der Nahrungskette im Meer. Je größer der Fisch, desto mehr Gifte enthält er (Thunfisch, das sollte man nicht vergessen, ist ein ganz schön großer Fisch, auch wenn eine Konservendose mit Thunfisch klein ist). Da diese Gifte fettlöslich sind, stecken sie alle im Fischöl. Das macht rohes Fischöl zum „Abwasser des Meeres“. Die große Mehrheit der Fischöl-Supplemente in den Gesundheits-Regalen der Supermärkte unterscheidet sich gerade mal durch einen einzigen Verarbeitungsschritt von den Abwässern irgendeiner der großen Chemie-Firma.
Ironischerweise lösen Fischfarmen die meisten dieser Probleme nicht. Sie machen es nur noch schlimmer. Das Problem ist, dass Zuchtfisch (speziell Lachs) für das Wachstum mit rohem Fischöl gefüttert wird. Natürlich ist rohes Fischöl kontaminiert mit all diesen Giften. Also sind die Level von PCBs und Dioxinen in Zuchtfisch meist höher als in Wildwasserfisch.
Japaner essen viel Fisch und Meeresfrüchte, halten damit ihre Level schleichender Entzündungen unter Kontrolle, aber ihr Preis sind Blutwerte von Giften wie PCB und Dioxine an der oberen Grenze, die durch die Weltgesundheitsorganisation gesetzt wurde. Unglücklicherweise ist es bei der Einnahme von Fischöl-Supplementen in der entsprechend hohen Dosis, um die entzündungshemmenden Effekte zu bekommen, genauso, dass man eine starke Dosis der giftigen Substanzen zu sich nimmt. So bleibt man in der verzwickten Lage, entweder schleichende Entzündungen zu senken und dabei Vergiftungen zu riskieren oder nichts zu tun.
Die Lösung
Zum Glück gibt es einen Ausweg aus diesem Dilemma, die Lösung wurde vor ca. fünf Jahren gefunden. Es wurden neue Herstellungs-Verfahren entwickelt, die zu ultra-raffinierten EPA/DHA- [EPA = Eicosopentaensäure, DHA = Docosahexaensäure] Konzentraten führten. EPA und DHA sind die Schlüssel-Omega-3-Fettsäuren, die man im Fischöl finden kann. EPA hat entzündungshemmende Effekte, und DHA bringt neurologische Verbesserungen. Ohne ins Detail zu gehen, es werden 100 Gallonen [entspricht 378,5 l – Ed] von health-food-grade-Fischöl benötigt, um eine Gallone von ultra-refined EPA/DHA-Konzentrat zu machen. Man kann diesen Typ Fischöl als „waffenfähiges“ Fischöl sehen: hochkonzentriert und hochgereinigt und bereit zum Einsatz – es gibt jetzt eine Handvoll dieser Produkte am Markt.
Wie kann man sicher sein, ob ein Fischöl-Supplement aus diesen ultra-raffinierten EPA/DHA-Konzentraten besteht? Das erste ist, nie den Werbeetiketten glauben. Das Product Label oder die Website des Herstellers mögen allerhand versprechen, dass das Fischöl „quecksilberfrei“ sei, einen „pharmazeutischen Grad“ habe oder „giftfrei“ sei, aber solange Sie keinen 500.000-$-Testausrüstung in Ihrer Küche haben, haben Sie keine Möglichkeit, herauszufinden, ob die Marketingsprüche stimmen oder nicht. Das beste, was man tun kann, ist, eine unabhängige Stelle ohne finanzielle Interessen an dem Produkt zu befragen, die die notwendige Ausrüstung haben, um die Kontaminationen untersuchen zu können. Die einzige Organisation, die ich empfehlen kann, ist das International Fish Oil Standards (IFOS) Programm der Universität von Guelph in Kanada. IFOS testet kontinuierlich Fischöl-Proben, die von den Herstellern geschickt werden, und veröffentlicht die Ergebnisse. Wenn die Partie-Nummer ["Lot No.:" mit entsprechender Nummer – steht auf jeder Fischöl-Dose z. B. von Sears] nicht auf der IFOS-Seite aufgelistet ist, sollten Sie zweimal darüber nachdenken, ob Sie das Fischöl kaufen. Ich empfehle dringend, die Website von IFOS anzuschauen, www.ifosprogram.com, bevor zum Kauf irgendeines Fischöl-Produktes geschritten wird, ohne Rücksicht auf die Werbeversprechen.
Die Standards für ultra-raffiniertes EPA-/DHA-Konzentrat, wie sie vom IFOS Programm gesetzt werden, sind rigoros:
Parameter Höchstgrenze
Quecksilber Weniger als 10 parts per billion (ppb)*)
PCBs, total Weniger als 45 (ppb)
Dioxine, total Weniger als 1 part per trillion (ppt)*)
Oxidation, total (TOTOX) Weniger als 13 meq/L*)
[ parts per billion – ppb, entspricht im Deutschen Teile pro Milliarde
parts per trillion – ppt, entspricht im Deutschen Teile pro Billion
meq/L bedeutet milliequivalent pro Liter und ist ein Maß für den Härtegrad von Wasser, inwieweit damit die Oxidation von Fischöl gemessen werden kann, entzieht sich meiner Kenntnis]
Dieses sind unglaublich rigide Standards, aber meiner Meinung nach die Minimum-Level für Reinheit, wenn man davon ausgeht, Fischöl lebenslang nehmen zu wollen.
Nebenbei bemerkt, ich gab mal ein Seminar an der Harvard Medical School für viele der mit den therapeutischen Anwendungen von Fischöl befassten führende Forscher. Zum Abschluss des Seminars fragte ich sie als wirklich von den Vorteilen des Fischöls Überzeugte, ob irgendjemand selbst Fischöl nähme? Nicht einer von einen tat das, weil sie wegen der Kontamination erschrocken waren. Wenn diese Leute schon ängstlich sind wegen PCBs und Dioxinen, sollten Sie es auch sein. Diese Kontaminationen sind wie die Werbung für das [roach motel – once they check into your body, they don’t check out.]
Wenn Sie keinen Internet-Anschluss haben, es gibt eine etwas weniger elegante Methode, um zu entscheiden, ob Fischöl ein ultra-raffiniertes EPA-/DHA-Konzentrat ist: Das Fischöl in den Gefrierschrank stellen. Schütten Sie ein paar Teelöffel flüssigen Fischöls in eine Tasse oder schneiden sie einige wenige Fischöl-Kapseln auf und stellen Sie das flüssige Fischöl für fünf Stunden in den Gefrierschrank. Wenn es dann festgefroren ist, handelt es sich nicht um ultra-raffiniertes EPA-/DHA-Konzentrat. Wirkliches EPA-/DHA-Konzentrat wird flüssig bleiben oder vielleicht ein bischen breiig. Natürlich heißt das nicht, dass auch die Kontamination niedrig ist, aber es ist ein guter Anfang.
Wenn Sie ein Fischöl-Supplement mit EPA-/DHA-Konzentrat gefunden haben, werden Sie wahrscheinlich feststellen, dass es mehr kostet als andere Fischöl-Supplemente. Doch lassen Sie sich nicht durch den Preis in die Irre führen. Sie zahlen für die wirkliche Menge an EPA und DHA in der Packung. Wenn Sie kurz rechnen und vergleichen, werden sie oft herausfinden, dass die tatsächlichen Kosten pro Gramm EPA oder DHA in einem weniger gut raffiniertem Produkt höher sind als die Kosten für die gleiche Menge EPA und DHA in einem ultra-raffiniertem Konzentrat (besonders in flüssiger Form). Ein Teil dieser Erklärung liegt in der Tatsache, dass die Gelatine-Kapseln viel mehr kosten als das eher günstige [health-food grade] Fischöl in ihnen.
Warum kauft also nicht jedermann ultra-raffiniertes Fischöl? Die Antwort ist, dass es davon nicht viel gibt, obwohl die Versorgung kontinuierlich zunimmt. In der Zwischenzeit können Sie die IFOS-Website kostenlos nutzen, um zu sehen, wo Sie es finden.
Wie viel Fischöl ist nötig?
Sie sollten diejenige angemessene Menge Fischöl nehmen, die Ihren SIP [Silent Inflammation Profile, das Verhältnis zwischen dem Messwert für AA und dem Messwert für EPA] in dem angemessenen Bereich hält. Meine Forschung zeigt, dass die angemessene Menge von EPA und DHA, die ein einzelner benötigt, zwischen 3 und 8 Gramm pro Tag beträgt. Dies entspricht der Menge von 1 bis 3 Teelöffel (oder 4 bis 12 Kapseln) von ultra-raffiniertem EPA-/DHA-Konzentrat pro Tag. Dies mag eine große Menge Fischöl erscheinen, aber das ist die Menge, die Sie benötigen, um Ihren SIP zu reduzieren auf den Bereich zwischen 1,5 und 3, und dieser Bereich ist der Schlüsselbereich für Wohlbefinden. Da die optimale Dosis Fischöl in einem ziemlich großen Bereich liegt, müssen Sie Ihre eigene optimale Dosis herausfinden. Deshalb ist der SIP-Test so wichtig.
Wenn Sie erstmal die Menge EPA und DHA herausgefunden haben, die Ihren SIP in der Anti-Inflamation Zone hält, ist das wahrscheinlich auch die optimale Menge über einen längeren Zeitraum. Die notwendige Menge hängt nicht von Alter, Gewicht oder Geschlecht ab. Sie hängt von der eigenen unverwechselbaren Biochemie ab, vom derzeitigen Allgemeinzustand und von der Ernährung. Je mehr man den Insulin-Level mittels der Zonen-Ernährungsweise im Griff hat, desto weniger EPA und DHA wird man zur Kontrolle schleichender Entzündungen benötigen. Umgekehrt, je höher der Insulin-Level, desto mehr EPA und DHA wird man täglich benötigen, um schleichende Entzündungen zurückzudrängen. Sie können sich dafür entscheiden, das gesamte Zone Lifestyle Programm zu machen, wozu die Zonen-Ernährungsweise, Fischöl, Übungen und Meditation gehört. Sie können auch einfach nur Fischöl nehmen, was aber wahrscheinlich zu einer höheren notwendigen Dosis führt, als wenn Sie das ganze Programm anwenden.
Basierend auf tausenden von SIP-Tests, die ich in den letzten Jahren gemacht habe, kann ich die Bereichsgrenzen für die EPA-/DHA-Dosis benennen, die man aller Voraussicht nach braucht, je nach aktuellem Zustand. Diese Angaben geben eine grobe Vorgabe für das, was man braucht, um einen Zustand des Wohlbefindens zu erreichen. Ich sage grob, weil ich es für notwendig halte, regelmäßig den SIP-Test machen zu lassen, um sicher zu gehen, dass der SIP im angemessenen Bereich ist.
Gegenwärtiger Zustand, Notwendige Menge EPA und DHA
Keine chronische Krankheit: 2,5 Gramm pro Tag,
Fettleibigkeit, Herzkrankheit oder Diabetes: Typ 2,5 Gramm pro Tag,
Chronische Schmerzen: 7,5 Gramm pro Tag,
Neurologische Krankheiten: Mehr als 10 Gramm pro Tag.
Der Grund, warum die Mengen entsprechend dem Gesundheitszustand so weit auseinandergehen, liegt in dem Maße der Stoffwechselstörung von EPA und DHA, die sehr abhängig von den einzelnen vorliegenden Krankheiten ist. Das bedeutet, dass man mehr EPA und DHA einnehmen muss, um im Blutstrom einen stabilen Level aufrechtzuhalten. Wenn es nicht geht, den SIP zu messen, muss man die Menge EPA und DHA schätzen. Der SIP ist natürlich vorzuziehen, aber es ist besser, auf Schätzbasis Fischöl zu nehmen, als es ganz zu lassen.
Wenn Sie „gesund“ sind und Normalgewicht haben – was bedeutet, dass Sie wahrscheinlich Ihren Insulin-Level unter Kontrolle haben – brauchen Sie wahrscheinlich 2,5 Gramm pro Tag ultra-raffiniertes EPA-/DHA-Konzentrat. Das sollte reichen, um den SIP in den Bereich zwischen 1,5 und 3 zu bringen und dort zu halten.
Wenn Ihr Insulin-Level ansteigt, erzeugen Sie mehr schleichende Entzündungen und brauchen deshalb höhere Dosen EPA und DHA. Wenn Sie fettleibig sind oder Herzkrankheiten oder Diabetes 2 haben, haben Sie wahrscheinlich auch erhöhte Insulin-Level, und so brauchen Sie mehr EPA und DHA, um gegen die schleichenden Entzündungen vorzugehen, die vom zu hohen Körperfett ausgelöst werden.
Und wenn Sie nicht länger nur leichte, sondern schreiende Schmerzen haben? Bei Arthritis, chronischen Rückenschmerzen und anderen Entzündungsprozessen, die chronische Schmerzen verursachen, benötigen Sie eben eine höhere Dosis EPA und DHA, um in die Anti-Inflammation Zone zu kommen. Menschen mit diesen Krankheiten haben meist auch einen höheren SIP.
Schließlich, wenn Sie eine neurologische Krankheit haben wie das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, Depression oder Alzheimer, brauchen Sie eben auch mehr EPA und DHA, um die schleichenden Entzündungen im Gehirn zu reduzieren. Deshalb hieß das Fischöl zu Großmutters Zeiten auch „Nahrung fürs Hirn“.
Tricks für die Einnahme von hochdosiertem Fischöl
Nun kann es sein, dass Sie von der Wichtigkeit von hochdosiertem Fischöl überzeugt sind, aber diese Menge einzunehmen, das ist eine andere Sache.
Zunächst einmal: Manche mögen keinen Fisch-Nachgeschmack oder fürchten eine Magenverstimmung. Aber diese Effekte sind in erster Linie auf fremde Fettsäuren zurückzuführen, die es in health-food-grade Fischöl gibt [also herkömmlichem Fischöl]. Wenn Sie ultra-raffiniertes Fischöl nehmen, werden diese Nebenwirkungen drastisch verringert, da die meisten der Fettsäuren, die solche Probleme machen, während des Verfeinerungs-Prozesses entfernt wurden.
Hier sind einige andere Tricks für die Fischöl-Einnahme:
  1. Sie sollten Fischöl-Kapseln immer zusammen mit einer Mahlzeit zu sich nehmen und nicht auf leeren Magen. Bei der Nahrungsaufnahme werden von der Bauchspeicheldrüse Verdauungsenzyme ausgeschieden, die das Fischöl für die erfolgreiche Absorption aufbrechen.
  2. Nehmen Sie Fischöl-Kapsel am Abend, bevor Sie zu Bett gehen, zusammen mit einem Zone-Snack.
  3. Teilen Sie sich die Einnahme der Kapseln über den Tag auf. Wenn Sie Probleme haben, mehrere Kapseln auf einmal zu schlucken, ist das eine gute Lösung. Anders als bei Vitaminen und Mineralstoffen, die nur ein paar Stunden im Blut verweilen, bleiben die Fettsäuren vom Fischöl mehrere Tage im Blut. So können Sie Ihre Dosis auf einmal nehmen, das ist einfacher, oder Sie können Sie aufteilen. So oder so haben Sie stabile Blut-Level an Fischöl.
  4. Wenn Sie mehr als vier Kapseln pro Tag nehmen [das entspricht bei den Sears-Kapseln einer Menge mehr als 2,4 Gramm EPA/DHA], sollten Sie sich überlegen, ob Sie nicht Flüssig-Fischöl nehmen könnten. [Ich habe den Eindruck, dass meist bis zu vier Kapseln von allem möglichen ohne weiteres genommen wird, dann aber nicht mehr. Ich nenne das die „rule of four“ (Viererregel)]. Sie sparen dabei auch Geld, da Sie nicht länger für die teuren Gelatine-Kapseln zahlen müssen. Da das ultra-raffiniertes EPA-/DHA-Konzentrat nicht friert, können Sie das Flüssig-Fischöl im Gefrierfach aufbewahren. Das ist nicht nur zum Schutz vor Oxidierung gut, sondern bewahrt auch einen besseren Geschmack.
  5. Vielleicht denken Sie, dass jedes flüssige Fischöl wahrscheinlich den Geschmack von Lebertran hat, das ekelhafteste Zeug auf der Welt. Aber das ist bei ultra-raffiniertem EPA-/DHA-Konzentrat nicht der Fall, da die meisten der ärgerlichen Geschmacks-Chemikalien zusammen mit den Giften entfernt wurden. Aber ich will ehrlich bleiben: Es ist immer noch Fischöl. Deswegen folgen noch weitere Tipps, wie man flüssiges Fischöl schmackhafter machen kann.
  6. Mixen Sie flüssiges Fischöl in zwei Unzen [60 ccm] Orangensaft. Die Zitrussäure des Orangensaft fährt die Geschmacksknospen im Mund herunter, so dass Sie nur sehr wenig Fischöl schmecken. Da aber selbst diese kleine Menge Orangensaft nicht besonders Zone-geeignet ist, ist es besser, Sie lutschen eine Orange, Zitrone oder Limone aus, bevor Sie Fischöl nehmen, weil Sie so eine größere Konzentration von Zitrussäure bekommen.
  7. Nehmen Sie einen Big Brain Shake. Ich habe dieses Rezept entwickelt für Menschen mit neurologischen Krankheiten wie Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom und Alzheimer, die einen sehr hohen Level von EPA und DHA benötigen, um ihren SIP zu reduzieren. Ich nehme diesen Shake selbst, weil ich damit eine komplette Zone-Mahlzeit bekomme und das gesamte Fischöl, das ich brauche, in weniger Zeit als erforderlich ist, eine Tasse Kaffee zu machen. Alles was Sie brauchen, sind ein guter Mixer und folgende Zutaten:
1 Tasse 2-prozentige Milch,
15 bis 20 Gramm Protein-Pulver,
1 bis 1,5 Tassen aufgetaute tiefgefrorene Beeren
Schütten Sie das in den Mixer, fügen ein Esslöffel flüssigen Fischöls hinzu (der 7,5 Gramm EPA und DHA enthält) und mixen alles durch. Sie können Eis hinzufügen, um mehr zu einem Milch-Shake zu kommen. Das Wichtigste am Big Brain Shake sind die Milchkügelchen in der 2%-Milch. Diese bilden Emulsionen, in die hinein sich das hinzugefügte EPA und DHA sofort einbettet. Diese Fett-Emulsionen sind ein ideales Transportsystem für maximale Fischöl-Absorption und praktisch keinen Geschmack. Das Protein-Pulver (lactose-freie Molke schmeckt normalerweise am besten) und die Beeren (Tiefkühl-Beeren ist meist eine gute Wahl) stellen weitere Emulsions-Bildungen für Fischöl zur Verfügung und machen das Ganze zu einer sehr schnellen Zone-Mahlzeit.
Können Sie zuviel Fischöl nehmen?
Natürlich können Sie, aber nicht, wenn Sie Ihren SIP im Auge behalten. Wenn Ihr SIP unter 1 fällt, nehmen Sie weniger Fischöl. Normalerweise müssen Sie schon mehr als 7,5 Gramm EPA und DHA nehmen, um zu diesem Wert zu kommen. Bei einem SIP von 0,5 und weniger steigt das Risiko von hämorrhagischem Schlaganfall [nicht der Infarkt, sondern die Blutung eines Gefässes]. Aber erneut, auf diesen potentiell gefährlichen Level können Sie nur rutschen, wenn Sie extrem hohe Dosen Fischöl einnehmen. Noch einmal, Sie sollten mindestens diejenige Menge Fischöl nehmen, die Sie in die Anti-Inflammation Zone bringt und von hier heraus in einen Zustand des Wohlbefindens.
Um sicher zu gehen, dass der SIP im angemessen Bereich ist, empfehle ich diesen Bluttest mindesten einmal pro Jahr. Ausserdem denken Sie daran, dass innerhalb von zwei Wochen nach Beendigung der Fischöl-Einnahme der SIP wieder auf das ursprüngliche Niveau hochgeht. Der SIP ist Ihre beste klinische Waffe für das Verständnis der Ausdehnung von schleichenden Entzündungen in Ihrem Körper und zur Bestimmung Ihres augenblicklichen Allgemeinzustands. Zögern Sie nicht, ihn zu bestimmen!
Zusammenfassung
Wenn Sie lediglich 15 Sekunden täglich aufbringen wollen, schleichende Entzündungen in Schach zu halten, dann ist hochdosiertes Fischöl die beste Option. Je mehr Sie allerdings die Zonen-Ernährungsweise beherzigen, desto weniger Fischöl brauchen Sie. Sie haben die Wahl.
Bernt fragte am 7.8.2005:
kannst Du ein bestimmtes Produkt von Fischölkapseln empfehlen ( möglichst aus Deutschland)?
Anstelle von Rudolf antwortete Marco am selben Tag:
ich nehme seit Juli 2003 das Fischöl von Searslab, und zwar zuerst für 18 Monate ca. 9 g/d (gefühlsgesteuert) und seit sechs Monaten ca. 6 g/d.
Die gelegentliche Kontrolle von Triglyceriden (TG) und HDL (high density Lipoproteine) und daraus das Verhältnis gebildet, welches bei 1,5 liegen sollte, erleichtert die Kontrolle, ob die Menge stimmt.
Der direkte Bezug aus den USA ist problemlos, der Paketdienst kassiert die Zollgebühren.
Am günstigsten ist das Öl – nicht die Kapseln, und beim Öl ist es sinnvoll, 12 Flaschen jeweils zu bestellen.
Dunkel oder in der Tiefkühltruhe aufbewahren.
Angebrochene Flaschen im Kühlschrank und vor jedem Schluck etwas Zitrone, falls der Geschmack stört.
Falls vom Löffel genommen ist ein Plastiklöffel besser als Edelstahl, da selbst die winzige Menge gelöster Edelstahl den Geschmack deutlich verstärkt.
Zusätzlich: Diät mit wenig Kohlehydraten und reichlich Fett in Form von Oliven-, Avocado- und Nussöl, und reichlich Eiweiß in Form von Fisch und Geflügel, aber wenig rotes Fleisch und fast keine Innereien und fast kein Gelbei, aber sehr viel grünes Gemüse. (Auch dieses zur AA- und Insulin- und damit zur Entzündungskontrolle!)
Quelle: Barry Sears; The Omega Rx Zone
Es wirkt wirklich! Mit mehr Details in meinen früheren Beiträgen hier oder auf Anforderung.

Charly 2 fragte am 16.8., an "Gast Elke" gewandt:
Da Sie sich ebenfalls mit dem Thema "Fischoel als Elixier für Prostatbetroffene" befasst zu haben scheinen, würde mich Ihre Meinung hierzu interessieren. Allerdings gehöre ich zu denen, die es schon hinter sich haben, nämlich die OP = Ektomie. Um nicht (evtl. noch) einen Fehler zu machen, versuche ich, die Dinge vorab zu diskutieren. Macht es i. E. auch in solch einem Falle Sinn, sich dieses rel. teuere Mittel aus den USA einzuverleiben??
Elke antwortete am selben Tag:
zum Thema "Fischöl" hat RuStra vor kurzem einen Artikel von Barry Sears http://www.promann-hamburg.de/Fishoil.htm veröffentlicht, den ich mit Interesse zur Kenntnis genommen habe.
Als Marco am 7.08.05 unter http://www.carookee.com/forum/Prostatakrebs-Selbsthilfe/6427438-0-31113 aus eigener Erfahrung berichtete :
"Die gelegentliche Kontrolle von Triglyceriden (TG) und HDL (high density Lipoproteine) und daraus das Verhältnis gebildet, welches bei 1,5 liegen sollte, erleichtert die Kontrolle ob die Menge stimmt." , berechnete ich meinen Quotienten. Er beträgt aktuell 1,58, ohne die Einnahme von Fischöl. Auch zähle ich mich nicht zu den ausgesprochenen Fischessern.
Was will ich damit sagen? Vielleicht sollte man vor einer geplanten Fischöleinnahme zuerst einmal diesen Wert anhand von aktuellen Labormessungen ermitteln und danach, je nachdem wie dieser Wert aussieht, einen Versuch starten. Nach weiteren 4-6 Wochen und einer erneuten Messung sollte sich ein Effekt auch labortechnisch bemerkbar machen. Dabei würde ich immer mein eigenes Wohlbefinden im Auge behalten und aufmerksam beobachten, wie und ob es sich verändert.
Ob sich ein guter Wert langfristig günstig auf die Prostatakrebserkrankung auswirkt, weiß ich leider nicht.
Ich selbst verfolge die Beiträge von anderen Nutzern mit Spannung.
Marco schrieb am 19.8.2005:
Fischöl ist ein kompliziertes Thema, hier ein paar Fakten, die ich für wichtig halte (mehr bei: Barry Sears; The OmegaRx-Zone).
Im Körper aller mehrzelligen Organismen gibt es ein (entwicklungsgeschichtlich) sehr altes Hormonsystem, die Eicosanoide. Diese haben sich seit der Entstehung höherer Organismen (550 Millionen Jahre) nicht oder nur wenig verändert.
Es basiert auf Hormonen, die von Zellen gebildet werden und auf andere oder die produzierende Zelle wirken, eine Art zelluläres Signal- und Informationssystem. Langkettige Fettsäuren mit 20 Kohlenstoffatomen sind die Basis für die Synthese dieser Stoffe.
Diese Hormone ordnet man in verschiedene Gruppen ein: ca. sieben bis neun Gruppen mit mehr als 350 bekannten und sicher noch vielen unbekannten Substanzen, z. B. die Prostaglandine und Leukotriene und Interleukine und... (Prostaglandine werden auch außerhalb der Prostata gebildet.).
Eine sehr wichtige Funktion dieses Systems von Zellhormonen ist die Förderung oder Bremsung von Entzündungen durch das Gleichgewicht von Arachidonsäure (AA) und Eicosapentaensäure (EPA) und deren Folgeprodukten in der Hormonsynthese.
Da über Entzündungen sich viele der Zivilisationskrankheiten bemerkbar machen: Infarkte, Arteriosklerose, Diabetes, und wahrscheinlich auch: Metastasenbildung, ist die Steuerung der Entzündungdreaktionen auf ein ausgeglichenes Maß lebenswichtig (spätestens ab 50). Dies gelingt durch die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren, die insbesondere in Kaltwasserfischen vorkommen (weil diese insbesonders bei niedrigen Temperaturen elastisch bleibende Zellen brauchen und die Fettsäuren in den Zellwänden machen die Elastizität.).
Leider kann man nicht mehr – wie noch 1950 – ausreichend Lebertran vom Dorsch aus dem Nordmeer schlucken – so scheußlich der auch schmeckte – weil die Verseuchung mit chlorierten Kohlenwasserstoffen und Schwermetall zu stark geworden ist (Speck von Nordsee-Seehunden enthält 2 g/kg an Chlorchemie!).
Also hochgereinigtes – im Vakuum destilliertes Fischöl – mit viel EPA. Und gleichzeitig nur wenig an anderen entzündungsfördernden Dingen: Insulinspiegel niedrig halten mit wenig Kohlenhydraten und diese möglichst mit niedrigem glykämischen Index: Vollkornbrot statt Weißmehl und Zucker. Und zu den Kohlehydraten immer auch Fett!
Ebenso: wenig Arachidonsäure: kaum Innereien und Gelbei, wenig rotes Fleich, viel Geflügel (sehr wenig Geflügel-Fett) und Fisch (auch das Fett), viel Milcheiweiß, aber nicht zu viel Milchfett (Butter und fetter Käse). Wichtig: Sonstige Fette sind erlaubt in Form von Olivenöl, Avocadoöl und Nussölen bis zu 80 g pro Tag ca oder 560 Kcal, aber die anderen Fette möglichst liegen lassen (sollte man in etwa befolgen, aber nicht sklavisch). Dazu beliebig viel grünes Blattgemüse.
Barry Sears behauptet zusätzlich, das Fischöl würde auch die Angiogenese (Neubildung von Blutgefässen) bremsen.
Ich halte mich seit Juli 03 zu 80 % an diese Ratschläge. Wichtigste spürbare Wirkung: die allgemeine Fitness war (trotz der bis Juli 04 laufenden dreifachen Hormonblockade) deutlich verbessert: sieben Stunden Schlaf pro Nacht statt vorher 10 Stunden!!!
Die Begründung, warum der Mensch mehr als andere Primaten diese Meeres-Diät braucht, liefert der Ernährungswissenschaftler Steven Cunnane von der Universität Toronto mit Untersuchungen zum Gehirnwachstum vor und nach der Geburt und den dazu benötigten großen Mengen an Omega3-Fettsäuren und dem daraus resultierenden Schluss, dass die Entwicklung des Affen zum Frühmenschen an der Meeresküste stattgefunden hat.
Und nur die dort reichlich vorhandenen Muscheln und Schnecken (vermutlich lange bevor unsere Vorfahren fischen konnten) können soviel reichhaltige Fettsäuren geliefert haben, wie für die embryonale und frühkindliche Entwicklung erforderlich. Und deshalb braucht der Mensch besonders viel Omega3-Fettsäuren. Und außerdem haben wir uns in 8000 Jahren Ackerbau noch nicht (einige wahrscheinlich ja, viele noch nicht) an die reichlich zugeführten Feldfrüchte (Weizen, Reis, Kartoffeln) mit viel Kohlehydraten gewöhnt, deshalb daran sparen!
Versucht es mal, ich merke durch ein undefinierbares Gefühl, ob ich genug von dem Fischöl zu mir nehme und in etwa richtig mit der Diät liege.
Darauf antwortete Elke am selben Tag:
vielen Dank für Deine interessanten Ausführungen zum Thema Fischöl! Für die meisten von uns gibt es auf diesem Gebiet bestimmt noch viel zu lernen.
Sehr erhellend ist es, wenn Du von Dir berichten kannst, Deine Fitness habe auch stark fühlbar zugenommen – ein scheinbar einfacher Indikator, der zur Nachahmung herausfordert.
Allerdings frage ich mich am Rande, ob die Bewohner und Bewohnerinnen von Küstenregionen dieser Welt, wo erfahrungsgemäß sehr viel Meeresfrüchte und Fisch gegessen werden, dadurch von den meisten Zivilisationskrankheiten, denen vorgebeugt werden soll, verschont bleiben? Ist Dir darüber etwas bekannt?
Ich habe einmal etwas von den Eskimos und deren positiver Statistik zu Herzerkrankungen in diesem Zusammenhang gelesen. Allerdings ist deren Lebenserwartung viel niedriger als die anderer Menschen.
Dann wurde ein positiver Zusammenhang bei zu hohen Melatoninspiegeln im Zusammenhang von Erkrankungen der Prostata und der weiblichen Brust gefunden. Ein hoher Melatoninspiegel soll angeblich schützen und erklären, warum die Eskimos gerade eben seltener an dieser hormonabhängigen Krebsart erkranken, denn ihnen fehlt es am natürlichen Gegenspieler, dem Tageslicht.
Es gibt noch eine Menge an interessanten Zusammenhängen von Krankheiten, Lebensgewohnheiten, Ernährung und den verschiedensten Hormonen und Aminosäuren, über die wir nicht genug wissen.
Vieles von all dem funktioniert wie ein Puzzle und setzt sich aus einer großen Anzahl von Mosaiksteinchen zusammen – von unseren Genen ganz zu schweigen.

Horst MUC schrieb am 26.8.2005:
Auszug aus Dr. Bobs und Dr. Steves Liste empfohlener Vitamine [Dieser Bericht wurde von Dr. Leibowitz im April 2002 Überarbeitet]. UND WAS NUUUUN? "Omega-3-Fettsäuren und/oder Fischöl. Wir glauben wirklich, dass Fischöl aus Wildfisch für Sie sehr gesund ist. Wir sind gegen Fischöl oder Omega-3-Ergänzungsmittel."
Ralf antwortete am selben Tag:
Dr. Leibowitz und Dr. Tucker haben diesen Artikel vor einiger Zeit kräfig aufgebohrt, nachzulesen auf ihrer Homepage http://www.prostateweb.com/ => Publications => "Dr. Bob's and Dr. Steve's Recommended Vitamin List". Die Abhandlung umfasst jetzt 37 Seiten. Es hat noch keiner den Nerv gehabt, das alles zu übersetzen. Der relevante Passus lautet jetzt:
"Omega-3 fatty acids and/or fish oils. We are opposed to fish oil or omega-3 supplements. If you use fish oils, use the product distributed by Source Naturals.com. This trademarked product contains Neuromins. However, I even have reservations about this product, since I believe that omega-3 fatty acids may reduce testosterone levels. Therefore, I am not enthusiastic about recommending any fish oil or omega-3 supplement. Get your fish oil from fresh fish, not supplements. Pregnant or breastfeeding women are advised to limit their fish intake to once each week because of concerns regarding mercury poisoning."
Der letzte Satz ist für uns weniger interessant... Dass Dr. Leibowitz heute nicht davon begeistert ist, Fischöl zu empfehlen, schließt nicht aus, dass er morgen seine Meinung ändert, wenn handfeste Studien Vorteile belegen sollten. Für so lernfähig halte ich ihn.
Wer mag, kann ja die Probe aufs Exempel machen und nach längerer Einnahme von Fischöl seinen Testosteronspiegel überprüfen lassen, ob er tatsächlich niedriger ist. Allerdings kann der von Natur aus schon stark schwanken.
Dazu schrieb Fridolin am 27.8.2005:
das heißt doch nur, dass Fischöl z. B. hilft, Colesterin zu senken, und noch eine Menge andere Vorteile für den Körper hat. Wenn es heißt, es stärke das Immunsystem, bedeutet das doch nicht automatisch, dass es gegen PK gut sein muss. Das aber ist die weitverbreitete Meinung. Alles hat Soja geschrien und alles hat es geschluckt, bereits da warnte Dr. Bob, er habe Beobachtungen gemacht, dass Soja den PSA-Abbau bremst.
Was hilft's solche Studien oder Aussagen (mit Vorliebe von Dr. Bob!) herauszufischen, wenn den meisten von uns der Sachverstand fehlt, die Dinge richtig einzuordnen.
Rudolf antwortete Fridolin am selben Tag:
nicht verzweifeln, auch wenn wir den Sachverstand nicht haben, besteht doch noch Hoffnung, solange wir noch Verstand haben - die Sache, welche auch immer (na ja, nicht alle), zu untersuchen und so dem Sach-Verstand hinzuzufügen, ist ein Lernprozess, den wir in dieser Runde doch fast alle noch machen könnten, oder?
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das heißt doch nur, dass Fischöl z. B. hilft Colesterin, zu senken und noch eine Menge andere Vorteile für den Körper hat. Wenn es heißt, es stärke das Immunsystem, bedeutet das doch nicht automatisch, dass es gegen PK gut sein muss. Das aber ist die weitverbreitete Meinung.
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Es geht beim hochdosierten ultra-reinen Fischöl nicht in erster Linie um die Stärkung des Immunsystems, sondern um die Ausbalancierung der Eicosanoide. Das sind die Super-Hormone, die jede einzelne Zelle von uns produziert, die nur eine ganz kurze Lebensdauer und Reichweite haben und deshalb erst relativ spät entdeckt worden sind. Sie sind aber die mächtigsten Hormone überhaupt. Eine Zelle stellt sie, ausgehend von der Zellmembran, her, sie verrichten ihren Signal-Job (raus aus der Zelle, schauen, was ist in der Umgebung los, dann wieder rein in die Zelle, Meldung machen und tschüss)und gehen kaputt.
Alle Entzündungs-Prozesse gehen von (entzündungsfördernden) Eicosanoiden aus. Und der Gegenspieler sind ebenfalls Eicosanoide, eben entzündungshemmende. Schleichende Entzündungen im Körper aufgrund von zu viel von der einen Sorte sind die Grundlage für viele chronische Krankheiten.
Die These von Barry Sears ist es, Krebs-Prevention durch die Bekämpfung von schleichenden Entzündungen machen zu können.
Hat man z. B. längere Zeit erhöhte Level von COX-2 Enzymen, die eine entzündungsfördernde Untergruppe der Eicosanoide katalysieren, steigt das Krebs-Risiko. Hat man niedrige Spiegel von EPA und DHA (die beiden wichtigsten im Fischöl enthaltenen Fettsäuren), so steigt das Krebsrisiko. In den Zellen von Prostata- und Brustkrebs-PatientInnen ist eben das gefunden worden. Und es ist nachgewiesen, dass Frauen, die grosse Mengen Fisch essen, weniger Brustkrebs bekommen.
Nimmt man nun hochdosiert ultra-reines Fischöl, haut man die entzündungsfördernde Eicosanoide weg, z.B. Prostaglandin E2, das mit schnellem Tumor-Wachstum verbunden ist. Man macht das, indem die Ursprungs-Fettsäure, durch dessen Freisetzung aus der Zell-Membran all die entzündungsfördernden Eicosanoide (z.b. auch die Leukotriene) entstehen, nämlich die Arachidonsäure, in ihrem Pegel gesenkt wird. Viel Arachidonsäure = viel Entzündungsprozesse = viel Krebs-Förderung. Wenig = wenig.
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Alles hat Soja geschrien und alles hat es geschluckt, bereits da warnte Dr. Bob, er habe Beobachtungen gemacht, dass Soja den PSA - Abbau bremst. Was hilft's solche Studien oder Aussagen (mit Vorliebe von Dr. Bob!) herauszufischen,
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doch doch, das hilft, und wir alle wissen, dass DocBob ein feines Gespür hat, und aufgrund seiner Erfahrung sollten wir seinen Hinweisen nachgehen.
Rudolf antwortete Horst am 27.8.2005 in mehreren nachstehend zusammengefassten Beiträgen:
das ist ein alter Hut. Leibowitz ist dagegen, seinen Argumenten muss man nachgehen, er hat bekanntlich eine gute Nase. Aber andere Onkos, die für uns auch wichtig sind, sind dafür.
Der Experte in Sachen Fettsäuren und PK ist – soweit ich das blicke – Snuffy Myers, http://www.prostatepointers.org/cmyers/. Auf dessen Homepage steht z. B:
"Since 1971, Dr. Myers has been deeply involved in the process of discovering and developing New Cancer drugs. In 1988, he made prostate cancer his major focus. The process involves detailed investigation into what controls the growth and spread of prostate cancer. He is currently investigating the role of dietary fat in the growth and spread of prostate cancer."
Er untersucht also die Rolle des Fettes in der Nahrung für das Wachstum und die Ausbreitung von PK. Beispielsweise hat er schon 1998 folgende Veröffentlichung gemacht:
Proc. Natl. Acad. Sci. USA
Vol. 95, pp. 13182–13187, October 1998
Medical Sciences
Inhibition of arachidonate 5-lipoxygenase triggers massive apoptosis in human prostate cancer cells
JAGADANANDA GHOSH AND CHARLES E. MYERS
Dabei reicht es völlig, zu wissen, dass das angesprochene 5-Lipoxygenase dasjenige Enzym ist, das die Bildung von Leukotrienen katalysiert – eine Unterfamilie von entzündungsfördernden Eicosanoide, die allesamt durch hochdosiertes ultra-reines Fischöl in Schach gehalten werden können.
Es ist derartig viel an Hinweisen von direkt und indirekt die Krebs-Entstehung und –Ausbreitung und auch speziell den PK betreffend vorhanden, dass man einem lapidaren Hinweis (Testosteron wird gesenkt) der Sache nicht gerecht werden kann. Leibowitz diskutiert doch diese Fülle an Möglichkeiten gar nicht. Also gehe ich erstmal davon aus, dass die entsprechenden Studien kaum kennt. Sears sagt ja nicht, dass mit hochdosiertem ultra-reinem Fischöl das ultimative All-Krebs-Beseitigungs-Mittel gefunden ist. Aber er stellt im Zusammenhang seiner Ernährungs- und Hormon-Forschung ein äußerst plausibles Konzept von Nahrung und Nahrungsergänzung vor, das uns erstens ermöglicht, endlich mal diese vielfältigen und oft verwirrenden Infos in eine konsistenten Rahmen zu stellen und das zweitens eine gewisse Chance auf Metastasen- und vor allem Krebsentstehungs-Bekämpfung bietet. Am allerehesten passt dieses Herangehen noch mit der Denkweise von DocStrum zusammen, von dem ja ursprünglich auch der Tipp auf Sears entstanden war.
Ich möchte jedenfalls den Hinweis auf evtl. Testosteron-Senkung durch Fischöl Sears selbst vorlegen, vielleicht bekommen wir ja eine Antwort.
Mit Neuromin scheint er [Dr. Leibowitz – Ed] wohl das Co-Enzym des B12 zu meinen, er findet also B12 nicht schlecht – das ist doch schon mal was, da würde ich ihm zustimmen, aber das ist noch'n Thema.
Ansonsten kann ich an den paar Angeboten für Fischöl bei http://www.sourcenaturals.com/products/GP1117.html nichts besonderes finden. Leibowitz kennt Sears nicht, denke ich. Weder die Debatte um ultra-refined und die beim International Fishoil Standard aufgelegten Grenzwerte (das mit dem Mercury / Quecksilber ist da auch für uns, nicht nur für Frauen ein wichtiges Thema) noch wahrscheinlich die Sammlung der Anti-Krebs-Eigenschaften, sonst würde er sie zumindest erwähnen, oder. Aber ich muss mal den 37-Seiten Artikel anschauen, bevor ich spekuliere. Insbesondere interessiert mich seine Haltung zu den COX-2-Hemmern.
Studien, die die Anti-Krebs-Wirkung von Fischöl beweisen, gibts für Tiere jede Menge. für Menschen eher weniger. aber wir sind mit diesem Thema mitten in dem Sachverhalt, der unabweisbar gerade für den PK (und andere Hormonkrebse) auf dem Tisch liegt: Dass gefährliche Hormonkrebse viel, viel weniger sich in Gesellschaften mit anderen Ernährungsgewohnheiten entwickeln. Das muss erklärt werden, und mit Sicherheit ist der Fettstoffwechsel bei dieser Erklärung dabei.
Ich habe gerade die mal die neueste Version von Leibowitz Vitamin-Liste runtergeladen und angeschaut. Von "Fish Oil" ist nur in dem von Dir [= Ralf – Ed] schon berichteten Absatz die Rede. Dort bezieht er sein Bedenken, dass der Testo-Level gesenkt werden könnte, allgemein auf Omega-3 Fettsäuren.:
"I believe that omega-3 fatty acids may reduce testosterone levels."
Interessanterweise taucht aber bei der Besprechung der Soja-Produkte DHA auf:
"We believe that bioflavonoids, soy products, isoflavones, modified citrus pectin, flax seed, DHA, and plant phytoestrogens all have in common their ability to lower testosterone levels."
Vielleicht bezieht er also sein Bedenken auf die Decosahexaensäure-DHA, da müsste man weitersuchen.

Rudolf schrieb am 15.8.2006 unter dem Betreff "Urologen entdecken Fischöl gegen Prostatakrfebs":
Wer sagt denn da, es gäbe keinen Fortschritt?
Nun haben auch Urologen, wenn auch in England, den Wert von Omega-3-Fischöl gegen PK-Metastasierung entdeckt. Diese Studie ist schon im März erschienen. Dass ich sie jetzt erst finde, verdanke ich einem SHG-Kollegen, der einen Hinweis in der Apotheken-Zeitung gefunden hat. Das zeigt, dass wir nach wie vor keinen einigermassen aktuellen Recherche-Dienst haben - oder habe ich die Weitergabe hier im Forum übersehen? Also, an alle, die meinen, da gäbe es ein paar Spzezialisten, die werden das schon machen, z. B. Rudolf und Ulrich für Fischöl: Geht bitte selbst auf die Suche, Woche für Woche - es lohnt sich, man kann immer was Hochinteressantes finden.
Praktisch ergibt sich aus dem in dieser Studie Gesagten eine Bestätigung dessen, was wir schon länger zu wissen glauben aufgrund der Forschungen von Barry Sears und anderen: Omega-6 runter, Omega-3 hoch. Arachidonsäure runter, EPA u. DHA hoch. Ernährung umstellen, den Fettstoffwechsel beachten. Am besten zu Anfang den eigenen Fettstoff-Status ermittleln durch Investition von 75 Euro in eine Blutuntersuchung, durchgeführt vom Labor Bayer in Stuttgart, das 14 Fettsäuren misst. Dann kann man eine 3-Monats-Strategie aufmachen und durchziehen. Die Einnahme von Hochdosis-Fischöl der reinsten Qualität gehört dazu ( www.drsears.com - per Import, wobei die Veterinäre in FfM nur die Kapseln durchlassen, das Flüssig-Öl, das Sears auch anbietet und das im Falle fortschrittenen Krebses, wo die Kachexie schon eingesetzt hat und nicht mehr vernünftig gegessen / geschluckt werden kann, dann unter den Essensbrei gemischt werden könnte, darf nicht eingeführt werden - aber Flüssigöl bekommt man bei alyxbio, Büro in Düsseldorf, Firma in Holland, (0211) 16 49 988). Ich selbst nehme seit Anfang 2005 5 g EPA/DHA täglich. Sears lässt in einer laufenden Studie 7,5 g nehmen. Aber 10 oder noch mehr g sind bei schon vorhandenen Metastasen anzuraten.
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http://www.uroonkologie.de/nachrichten/medizin_details.asp?id=101
Omega-3-Fettsäuren hemmen Migration von Prostatakrebszellen
Omega-3-Fettsäuren könnten vielleicht verhindern, dass Prostatakrebszellen das Knochenmark erreichen. Das glauben britische Ärzte, deren Ergebnisse nun im British Journal of Cancer veröffentlicht wurden.
Sie zeigen, dass Omega-3-Fettsäuren die Invasion der Prostatatumorzellen hemmen, während Omega-6-Fettsäuren ihre Migration fördern. Das unterstreicht die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung mit einem Teil Omega-3 auf zwei Teile Omega-6-Fettsäuren.
Der Kopf des Forscherteams, Noel Clarke vom Christie Hospital in Manchester, sagt: „Wir glauben, dass Tumoren Omega-6-Fette als hochwertige Energiequelle nutzen können. Sie liefern ihnen die Energie, die sie brauchen, um ihre hohe Teilungsrate aufrecht zu erhalten. Außerdem können sie aus ihnen wichtige Signalmoleküle herstellen.“
Die Befunde seines Teams bestätigen, dass Omega-3-Fette verschiedene Funktionen der Omega-6-Fette stören. Schon vorher hatten epidemiologische Studien nahegelegt, dass die Zufuhr bestimmter Nahrungsfette das Risiko für metastasierenden Prostatakrebs erhöhen kann.
Ausgehend von Befunden, die zeigen, dass die Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure die maligne Proliferation des Prostataepithels verstärkt, enthüllen neueste Forschungsergebnisse, dass diese Fettsäure und ihr Metabolit, das Prostaglandin E, auch die Migration dieser Zellen fördert und so die Invasion des Knochenmarks vorantreibt. Omega-3-Fettsäuren, wie die Eicosapentaensäure und die Docosahexaensäure, hemmten diese Wanderung jedoch, wenn sie in der halben Konzentration der Omega-6-Fettsäure vorlagen, berichten die Forscher.
Aus diesen Ergebnissen lässt sich ein Mechanismus ablesen, wie Arachidonsäure das Risiko für Migration und sekundäre Implantation – und damit die Metastasenbildung – potenziert, ein Risiko das durch die Zufuhr von mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren verringert werden kann“, lautet ihre Schlussfolgerung.
Br J Cancer 2006; 94: 842-853
http://www.nature.com/bjc/journal/v94/n6/abs/6603030a.html
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British Journal of Cancer (2006) 94, 842853.
doi:10.1038/sj.bjc.6603030 Published online 7 March 2006
Promotion of prostatic metastatic migration towards human bone marrow stoma by Omega 6 and its inhibition by Omega 3 PUFAs
M D Brown1, C A Hart1, E Gazi1, S Bagley2 and N W Clarke1,3,4
1 ProMPT Genito Urinary Cancer Research Group, Cancer Research UK Paterson Institute, Christie Hospital NHS Trust, Wilmslow Road, Manchester M20 4BX, UK;
2 Advanced Imaging Facility, Cancer Research UK Paterson Institute, Christie Hospital NHS Trust, Wilmslow Road, Manchester M20 4BX, UK;
3 Department of Urology, Christie Hospital NHS Trust, Wilmslow Road, Manchester M20 4BX, UK;
4 Department of Urology, Salford Royal Hospital NHST, Eccles Old Road, Salford, M6 8HD, UK
Correspondence to: Dr MD Brown, E-mail: mbrown@picr.man.ac.uk
Revised 20 January 2006; accepted 6 February 2006; published online 7 March 2006
Epidemiological studies have shown not only a relationship between the intake of dietary lipids and an increased risk of developing metastatic prostate cancer, but also the type of lipid intake that influences the risk of metastatic prostate cancer.
The Omega-6 poly-unsaturated fatty acid, Arachidonic acid, has been shown to enhance the proliferation of malignant prostate epithelial cells and increase the risk of advanced prostate cancer. However, its role in potentiating the migration of cancer cells is unknown.
Here we show that arachidonic acid at concentrations 5 M is a potent stimulator of malignant epithelial cellular invasion, which is able to restore invasion toward hydrocortisone-deprived adipocyte-free human bone marrow stroma completely.
This observed invasion is mediated by the arachidonic acid metabolite prostaglandin E2 and is inhibited by the Omega-3 poly-unsaturated fatty acids eicosapentaenoic acid and docosahexaenoic acid at a ratio of 1 : 2 Omega-3 : Omega-6, and by the COX-2 inhibitor NS-398.
These results identify a mechanism by which arachidonic acid may potentiate the risk of metastatic migration and secondary implantation in vivo, a risk which can be reduced with the uptake of Omega-3 poly-unsaturated fatty acids.
Keywords: prostate cancer; arachidonic acid; metastasis; bone marrow; Omega 6; Omega 3