Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Ernährung, Nahrungsergänzungen –
Kupfer, Zink, Magnesium und Kalzium

Willi hatte gefragt:
Die erwähnte Heilpraktikerin, eine wirklich kritische Person und Freundin meiner Frau, riet mir weiterhin zur Einnahme vor Zinkorotat, Calziumorotat und Magnesiumorotat. Im Prinzip Aufbaumineralien, die doch nicht hinderlich sein könnten - oder ? Ich werde weiter berichten.
Wil schrieb dazu am 18.1.2001:
ZINK

Mit Zinkorotat habe ich eine besondere Erfahrung gemacht. Ich nahm 300 mg pro Tag mit dem Zweck, das Kupfer weit herunter zu kriegen. Warum? Tumoren bauen sich Blutkapillare, die sie brauchen um größer als 2 mm zu werden. Angiogenesis heißt das, die Bildung von Blutgefäßen. Dazu wird Kupfer gebraucht. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Kupfer herunter zu kriegen bis zu einer Untergrenze. Darunter wird es gefährlich. Also muss das Kupfer gemessen werden. Ich lasse hier Details weg.
Nun kommt es. Einen Monat nach Anfang meiner Zinktherapie (Anti-Kupfer-Therapie), war mein PSA um ein Dreifaches gestiegen. Wir haben darüber viel diskutiert im amerikanischen Diskussionsforum. Dann meldeten sich noch zwei Patienten mit ähnlicher Erfahrung, obwohl die es nicht realisiert hatten.

Ich habe sofort mit Zink aufgehört. Das PSA ist dann in den nächsten 2 Monaten gesunken und lag wieder auf einem erwarteten Wert. Schlussfolgerung: Zink in hoher Dosis unterstützt die Bildung von PSA, hat jedoch keine klinische Bedeutung, d.h. das Zink hat nicht den Krebs schneller wachsen lassen. PROBLEM ist nur, dass PSA als Marker unzuverlässig wurde.

MAGNESIUM

Ich weiß nur, dass bei Magnesiummangel eine Herzrhythmusstörung auftreten kann.

CALCIUM
Calcium ist wichtig. Aber nur in Verbindung mit einem gut ausgerichteten Protokoll. Ohne Androgenen (Testosteron) verlieren die Knochen mehr Calcium enthaltende Mineralien als sie aufbauen. Knochen sind lebendige Organe, sind ständig im Abbruch und Aufbau. Muss natürlich im Gleichgewicht bleiben. Bei Testosteronentzug ist dieses Gleichgewicht gestört. Früher oder etwas später entsteht Osteoporose. Kann leicht zu Frakturen führen, die dann sehr gefährlich sind.
DRINGEND EMPFOHLEN
  1. Ein Bisphosphonat, z. B. Alendronate mit Markennamen Fosamax, eine 10-mg-Tablette. Man nimmt dann 70 mg pro Woche, beliebig über die Woche zu verteilen. Tablette(n) direkt nach dem Aufstehen einnehmen mit viel Wasser. Dann nicht liegen, sondern sitzen oder stehen. Erst nach 60 Minuten essen. Dies alles damit das Zeug gut aufgenommen wird. Ergebnis: Das Calcium wird in die Knochen getrieben. Nun muss natürlich genug Calcium zur Verfügung stehen. Kann sein, dass die Diät allein schon genug Calcium liefert. Trotzdem ist die Empfehlung, siehe 2).

  2. 1000 mg Calciumcitrat, entspricht etwa 165 mg Calcium. Eine Tablette abends nach dem Essen einzunehmen am besten mit Orangensaft, dies alles zur besten Aufnahme. Nachts wird am meisten Calcium gebraucht. Trotzdem, das Calcium muss auch gut in das Blut gelangen. Vitamin D sorgt dafür, dass das Calcium ins Blut gelangt und nicht ausgeschieden wird mit Urin und Stuhl.

Wo kriegen wir das Vitamin her? Von der Sonne. Bei Sonnenschein auf die Haut wird Vitamin D gebildet.
Und was ist mit Vitamin-D-Kapseln? Nicht dasselbe. Dieses Vitamin D ist nicht in einer aktiven Form, muss erst im Körper umgesetzt werden zur aktiven Form. Scheint doch problematisch zu sein. Deswegen siehe 3).
  1. Jeden Abend nach dem Essen 2 Kapseln je 0,25 Mikrogramm Calcitriol (Rocaltrol oder Didrokit). Dies ist ein synthetisches VitD, genau wie die Haut im Sonnenschein produziert, die aktive Form. Bei zuviel Calcitriol würde der Calciumgehalt im Blut zu hoch werden, Hypercalcemia, sehr gefährlich. Der Calciumgehalt im Blut muss in engen Grenzen bleiben. Also regelmäßig kontrollieren, vor allem nach dem Anfang mit Calcitriol.

  2. Spazieren, Heben. D. h. ausreichende Knochenbelastung, nicht übertreiben. Wie funktioniert das? Ihr kennt doch die alten Langspielplattenspieler. Der Aufnahmekopf hatte ein PIEZO-elektrisches Kristall. Es setzt jeden Druck um in ein elektrisches Signal. So auch in den Knochen. Die sind kristallin, alles winzig kleine Kristalle, PIEZO-Kristalle. Bei wechselndem Druck werden elektrische Ströme erzeugt und diese werden bei der Knochenbildung gebraucht. (Bei Metabolismen spielen immer die Elektronen mit).

Vor dem Anfang dieser Knochen-Instandhaltung werden vorzugsweise eine paar Dinge kontrolliert:
a) Eine Knochendichtemessung mittels DEXA, oder besser qCT. Dieses als Basispunkt zum späteren Vergleich.
b) Pyrilink D, eine Messung eines Minerals im Urin. Dieses Mineral kann nur aus den Knochen stammen. Es enthält Calcium. Diese Messung hilft auch Metastasen aufzudecken. Denn bei Metastasen in den Knochen verliert man Knochenmasse und bekommt dadurch Pyrilink D in den Urin.
WICHTIG ist zu wissen dass dieses Protokoll dabei hilft, (weitere) Metastasen in den Knochen zu verhindern. Leider weiß das fast keinen Arzt. Auch ist bewiesen, dass das Calcitriol (Punkt 3) eine eigenen Antikrebswirkung hat. (Auch Heilpraktiker haben diesbezüglich keine Erfahrung, denn woher wollen die es wissen?).
Natürlich stütze ich mich auf Erfahrungen von (namhaften) Prostatakrebsonkologen, insbesondere auf die des PCRI (Prostate Cancer Research Institute).

Malte schrieb am 29.4.2001 und stellte zum Schluss eine Frage:
gestern habe ich mir mal wieder alte Beiträge im Forum angesehen. Meine TAB begann ich mit der gleichzeitigen Einnahme von Zoladex, Flutamid und Proscar. Wil schreibt, dass wegen des flare-up unbedingt 7 Tage vorher mit Flutamid oder Casodex zu beginnen sei. Nach 2½ Monaten musste ich von Flutamid auf Casodex umsteigen, weil meine Leber große Probleme machte. Mir geht es jetzt nach dem Umstieg unendlich besser. Bei einer Mineralstoffanalyse wurde festgestellt, dass meine Zn- und Cu-Werte zu niedrig seien. Das Labor schreibt: "Bei Vorliegen von Krebs wird im Mittel 2000 Microgramm/l Zn mit dem Harn ausgeschieden - etwa 3-mal mehr als bei anderen Patienten und 5-mal mehr als bei Gesunden. Der Mo-Gehalt des Harns geht dagegen bis auf die Hälfte zurück. Das Verhältnis von Zn/Mo wird 5- bis 10-mal größer. Es wird empfohlen, Zn und Cu zu substituieren. Willi schreibt, er achtet darauf, seine Zn- und Cu-Werte niedrig zu halten, weil sein PSA-Wert mit Zn-Substitution wieder gestiegen sei. Mein AP-Wert liegt bei 144. Wil erklärt die Zusammenhänge zwischen Leberfunktion und AP. Ich hoffe, mein AP fällt mit besseren Leberwerten. Eine Infusion mit Aredia zur Bekämpfung von Micrometastasen habe ich noch nicht bekommen. Wie oft wird das durchgeführt? Im Krankenhaus? (6 Stunden Infusion).
Da ist ja wohl einiges schief gelaufen bei mir.
Ich bin unendlich dankbar für die Informationen von Wil, Christian, Uwe und dem ganzen Forum, schlage aber vor, die grundlegenden Dinge, wie Therapie und mögliche Komplikationen zusammenzufassen und einfach öfter ins Forum zu stellen,- es stoßen ja auch immer wieder Neue zu uns. [Aus diesem verständlichen Wunsch heraus entstanden die Seiten "Forumextrakt". - Ed]
Und jetzt noch das: Mein Hausarzt sagt, er ließe die PSA-Kontrolle bei sich nicht durchführen,- aufschlussreich? Die Leistung meines Urologen bestand bislang darin, bei bekanntem PSA mittels Biopsie meinen Untermieter gefunden zu haben und das Rezept für Zoladex, Flutamid und Proscar (privat bezahlt) ausgestellt zu haben. Später ein Rezept für Casodex, wovon ich aber 2/3 bezahlen muss 50 mg-150 mg). Unserer Therapie bescheinigt er experimentellen Charakter.
Alles andere weiß ich von Euch und habe es dann selbst initialisiert und bezahlt.
Im Moment liege ich im Clinch mit der Technikerkrankenkasse wegen der Erstattung der Casodex- und Proscar-Kosten. Gibt es schon jemanden, dessen Krankenkasse diese Kosten übernimmt?
Die Frage bezüglich Aredia beantwortete Wil am 29.4.2001 wie folgt:
Infusion mit einem Bisphosphonat (Aredia) nur in akuten Fällen. Sonst, wie in deinem Fall, nimmt man Bisphosphonat als Tablette (Fosamax), wie ich schon mal beschrieben habe.