Der Extrakt aus dem
Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS
Nahrungsergänzungen
– Carotinoide
- Horst
2 sandte am 15.11.2004 den folgenden Artikel von Gesundheit
Pro ein:
-
Welche
Pflanzenstoffe die Gesundheit schützen
-
Carotinoide
verleihen Gemüse und Obst ihre bunte Farbe. Uns Menschen
bewahren sie vor Krankheiten
-
Ohne
Carotinoide wäre die Welt etwas grauer. Sie sind zuständig
für die Farben von Gemüsen, Früchten, Wurzeln oder
Blättern: Sie machen die Zucchini grün, den Kürbis
orange und die Tomate rot. Doch die sekundären Pflanzenstoffe,
zu deren bekanntesten Vertretern das Betacaroten in der Karotte und
das Lycopin in der Tomate gehören, werden auch therapeutisch
eingesetzt.
-
Bunte
Radikalfänger
-
Neben
der Farbgebung haben die Substanzen nämlich auch noch andere
Funktionen. Sie sind nicht unmittelbar für den
Pflanzenstoffwechsel notwendig, erfüllen aber Schutzfunktionen
innerhalb der Pflanze. Sie entschärfen so genannte freie
Radikale, die oft Auslöser für Erkrankungen sind. Von
dieser Schutzwirkung profitieren auch wir Menschen. Carotinoide, die
wir dem Körper zuführen, können zum Beispiel
Gefäßentzündungen verhindern und die Sehkraft
verbessern. „Noch vor zehn Jahren wurden diese Bestandteile
als unbedeutend, ja sogar giftig für den Menschen eingestuft.
Heute weiß man, dass die vorbeugende Wirkung von Obst und
Gemüse auch auf sekundären Pflanzenstoffen beruht“,
sagt Dr. Bernhard Watzl von der Bundesforschungsanstalt für
Ernährung und Lebensmittel in Karlsruhe.
-
Lutein
als Sehhilfe
-
Gegenwärtig
sind etwa 650 Carotinoide bekannt. Die wichtigsten sind
Alphacaroten, Betacaroten, Beta cryptoxanthin, Lutein, Zeaxanthin
und Lykopin. Betacaroten gilt als wertvoll, weil unser Körper
es seinem Bedarf entsprechend zu Vitamin A umwandeln kann. Darüber
hinaus wird ihm eine antioxidative Wirkung nachgesagt. Das bedeutet,
es schützt unsere Zellen vor freien Radikalen. Im menschlichen
Körper können diese aggressiven Moleküle Zellwände,
Blutgefäße und sogar die Erbsubstanz DNS schädigen.
Betacaroten ist unter anderem enthalten in Karotten, gelben Paprika,
Mangos, Papayas, Aprikosen, Grünkohl und Spinat.
-
Dem
Carotinoid Lykopin ordnen Fachleute weitere herausragende
gesundheitsfördernde Eigenschaften zu. Nach heutigem
Wissensstand wirkt diese Substanz nicht nur antioxidativ, sondern
mindert auch das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken.
Wissenschaftler der Harvard-Universität (USA) haben die
Ernährungsgewohnheiten von 48 000 Männern untersucht. Sie
fanden heraus, dass diejenigen, die im Verlauf der Studie an
Prostatakrebs erkrankten, einen niedrigeren Lykopinspiegel im Blut
hatten als die gesunden Teilnehmer.
-
Neben
Tomaten enthalten vor allem rosa Grapefruits, Aprikosen, Papayas und
Melonen Lykopin. Lutein und Zeaxanthin sind in grünem Gemüse
wie Spinat, Sellerie, Brokkoli und Grünkohl enthalten. Diese
Carotinoide gelten als Schutzsubstanzen für die Augen. Sie
pigmentieren das Zentrum des schärfsten Sehens, die Makula.
Dort filtern sie die gefährlichen Strahlen der Sonne. Außerdem
wirken sie antioxidativ. Fehlen diese Farbstoffe, treten in der
Makula dunkle oder leere Felder auf – typische Symptome der
altersbedingten Makuladegeneration (AMD).
-
Eine
dieses Jahr veröffentlichte amerikanische Studie zeigte, dass
eine Nahrungsergänzung mit Lutein die Symptome der AMD lindert.
Patienten, die ein Luteinpräparat nahmen, erlebten eine
Erholung der Kontrastempfindlichkeit und eine Besserung der
Sehschärfe.
-
Vielfalt
macht gesund
-
„Auffällig
ist, dass ein Carotinoid allein nur selten einen
gesundheitsfördernden Effekt erzeugt. Ausschlaggebend ist das
Zusammenspiel unterschiedlicher Pflanzenstoffe“, erklärt
Dr. Bernhard Watzl. Ob eine Nahrungsergänzung mit Lutein
gegenüber einer Ernährung mit viel grünem Gemüse
Vorteile bei AMD hat, muss erst noch bewiesen werden. Eine
vorübergehende Nahrungsergänzung mit Carotinoiden in
ausreichender Konzentration, und zwar mit Betacaroten, macht bislang
nur für Menschen Sinn, die unter einer Sonnenallergie
(polymorphose Lichtdermatose) oder einer Weißfleckenkrankheit
(Vitiligo) leiden. Bevor sie mit der Einnahme beginnen, sollten die
Betroffenen jedoch Rücksprache mit dem Arzt halten.
-
Apotheken
Umschau/GesundheitPro http://www.gesundheitpro.de