Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Ernährung, Nahrungsergänzungen allgemein;
Diät bei Prostatakrebs

Udo schrieb am 3.6.2003:
Ich habe mich von Anfang an ganzheitlich orientiert und sofort nach der Diagnose (3/03, also vor Therapiebeginn [DHB – Ed]) mit der "Prostatakrebsdiät" begonnen. D. h. ich habe genauso gegessen und gelebt wie vorher, nur die Schwerpunkte verschoben. Habe mich von der Werbung und Ihren Fertigprodukten unabhängig gemacht. Die ursprünglichen gemüse-, obst- bzw. vital- und ballaststoffreiche Vollwert-Anteile wurden größer, fette Fleisch- und Käseanteile sowie leere Stärke/Zucker-Anteile drastisch geringer. Insgesamt ergab sich eine undogmatische vollwert- und vegetarisch orientierte Mischkost, die mir schmeckt.
Zusätzlich nahm ich die Ergänzungsmittel Vitamin E 400-800 IE und Sabal-Kapseln /Sägepalmöl+Kürbissamenöl (4x7,2mg/50mg) ein.
Das Ergebnis ist schwer zu glauben:
Mein tPSA sank innerhalb von 5 Wochen auf ein Drittel: von knapp 9 (4/03) auf 3,2 (5/03) ng/ml, also unterhalb meines Altersdurchschnitts (11/01: 2,7 ng/ml). Das ist selbst für "Niedrig-PSA-Ausscheider" ein großer Erfolg.
Meinen insgesamt niedrigen PSA-Level führe ich auf meine seit über 10 Jahren praktizierte locker vollwertorientierte Kost zurück (jedoch incl. fettem Fleisch und Käse und vielen Kohlehydraten).
Wenn ich jetzt noch im T1-Stadium und meine Gleason-Summe nur bis 6 bzw 3+4 wäre, hätte ich mich sofort für "Watchful Waiting" bzw. Prostatadiät als einziger Therapie entschieden.
Doch bei T2b und Gleason 4+3=7 (Tendenz 8) gehört man zur Hoch-Risiko/High-Risk -Gruppe. Ist hier eine Therapie wie die DHB verzichtbar?
Mein Krebsdiät-Programm führe ich weiter. Wen es interessiert, kann es aus der Anlage entnehmen (nochmals als Merkzettel).
Anlage:
Udos Prostatakrebs-Diät
Fett: Verminderung auf 20- 40 g/Tag senkt Testosteron- und Cholesterinspiegel,
Förderlich: einfach ungesättigte Fettsäuren (Omega-9): kalt gepresstes Olivenöl, Rapsöl.
Umstritten (verringern): mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Krebswachstumsfaktoren?):
- Arachidonsäure (Omega-6): in tierischem Fett, Maiskeim-, Soja-, Erdnuss- und Leinöl,
- Linolsäure: in Maiskeim-, Soja- und Leinöl (Leinsamen),
­ Alpha-Linoleinsäure (Omega-3): in rotem Fleisch (Schwein, Rind usw.),
- Soja-, Walnuss-, Leinöl (Leinsamen).
Schädlich (vermeiden): Hydrierte/gehärtete mehrfach ungesättigte Industrie-Fette:
- gehärtete Margarine, gehärtete Back-, Brat- und Frittierfette,
- als versteckte Fette in vielen Fertigprodukten (auch in süßen)
- gesättigte Fettsäuren: tierisches Fett
Unbedenklich: weißes Fleisch (fettarmes Geflügel), fettarmer Fisch, magere Milchprodukte.
Gemüse /Obst: liefern mehrmals täglich die meisten Antioxidanzien und Pflanzenöstrogene:
- Tomate/Paprika: wärmebehandelt, z. B. Tomatenmark: der Karotinoidfarbstoff Lycopin
- Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide & Obst: das Phytosterinöl Betasitosterol,
- alle Kohlsorten & Kreuzblütler und besonders Sprossen von Brokkoli, Kresse,
- Meerrettich, Senf: pikantes Sulforaphan und Glucorapharin
- Umstritten (bei DHB): alle Soja-Produkte (Isoflavonoide wie Genistein: PSA-steigernd?)
Ballaststoffe: besonders die löslichen Ballaststoffe senken Testosteron-, Cholesterin-, Zucker- bzw. Insulinspiegel:
z.B. in Bohnen, Rosenkohl, Karotten, Hafer, Reiskleie, Apfel, Zitrusfrüchten.
Zucker/Stärke: zu viel Kohlehydrate mit hohem Glukosegehalt (hohem glykämischen Index) wie stark zuckerhaltige Süß- oder Weißmehl-Produkte erhöhen Insulinspiegel (=Krebswachstumsfaktor) und Fettablagerung, besser: zuckerarme Vollwertprodukte (Roggen, Reis: Phytoöstrogene).
Flüssigkeit: 2-3 l Wasser /Tag z.T. als Kräutertee für Blase oder Leber, gepresste u. Direktsäfte.
Ergänzungsmittel: Z. B.Vitamin E: Antioxidans, 400-800 IE/Tag (zu hohe Dosis gerinnungshemmend), Selen: Antioxidans, 50-200 mg/Tag (zu hohe Dosierung toxisch), Vitamin C: Antioxidans (synthetisches Vitamin ab 500 mg genschädigend?), Vitamin D3, 400-800 IE/Tag: hemmende Hormonwirkung (zu hohe Dosis schädlich), Grüner(Bio-) Tee: Polyphenol EGGG, Antioxidans, hemmt Cholesterin u. Tumor, Schwarze (Bio-) Schokolade & Kakao: Polyphenol EGGG u. Stearinsäure, s. o., Sabal-/Sägepalmöl-Kapseln: mildes Phytoöstrogen, tumorhemmend, Pygeum Afrikanum/Tadenan: PSA-senkend, Süßholzwurzel/Lakritz: östrogene Wirkung, antitumorös, Kurkuma/Gelbwurzpulver: hemmt auch hormonunabhängige Tumorzellen, Mariendistel/Silymarin: leberschützend.
Umstritten: Vitamin A /Betakarotin: als Ergänzung verzichtbar, höhere Dosierung krebsfördernd? Kalzium über 2 g/Tag + zu viel Milchprodukte: Prostatakrebs fördernd?
- Omega-3-/Fisch-/Lachs-Öl: nicht bei DHB
- Progesteron/Betasitosterol: PSA-erhöhend?
- Soja-Konzentrate: Isoflavone, Genistein/Sojaeiweißpulver (PSA-Anstieg?)
- Zink: schädlich bei Immununterdrückung
Bewegung & Sport: Z. B. tägliches Spazierengehen oder Radfahren, Ballssport, Fitnesstraining etc.
Meditation/Entspannung: Z. B. Autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Qi-Gong, Tai-Chi, Yoga, Kunsttherapie, psychosomatische Therapie etc.
Literaturempfehlung: Dr. Leibowitz, Empfohlene Vitamine http://prostatakrebs-bps.de, DHB, Berichte
Kretadiät, http://prostatakrebs-bps.de, Ganzheitlichkeit
Dr. Bob Arnot, Prostatakrebs...Ernährung und Lebensweise, Piper-Verlag 2002.

Werner lieferte am 5.7.2004 den folgenden umfangreichen Überblick über Nahrungsergänzungsmittel bei PK:
LISTE adjuvanter Nahrungsergänzungsmittel, Stand 5.7.04.

Name
Menge
wie oft
Packung (Stück)
Preis
Woher
Empfeh-lung

Vitamin-E-Kapseln 200 mg
200 mg
1-0-1
150
4,75 €
Aldi
mein Uro

oder Vitamin E 400 i. E. natürlich gewonnen / Softgel-Kapseln
400 mg
1-0-1
60
12,95 €
www.vanverde.de
P. Neuer +
Uro fs

Lycopin-Kapsel
15 mg
1-0-1
90
39,00 €
Dr. Eichhorn
Wil u. a.

oder Tomatenmark (Lycopingehalt mindest 200 mg/100 g)
1 Teelöffel
1-0-1
500-g-Glas
7,50 €
support@dryfruit.de
HWL

Selenase-Ampullen
100 µg
1-0-1
100
72,00 €
Apotheke
mein Uro

oder Cefasel 300 (Selen)
300 µg
1-0-1
?
?
?
Marco + Horst
Kasse zahlt bei PK

Supercurcumin Kapseln
900 mg
0-1-0
60
27,00 €
Dr.Eichhorn
Wil u. a.

Bor- (Tri-Boron-) Kapseln
oder
3 mg
0-0-1
100
100
7,75 €
7,27 €
www.naturvitamin.com www.nutrio.de
Malte + Uro fs MUC

Bion-3-Kapseln (statt Centrum)
1 Kapsel
0-0-1
60
18,80 €
www.apo-baer.de/ Vitamine.htm
Uro fs

MCP (z.B. Pectasol) oder

450 gr
5 gr
1-1-1
450 gr
72,72 €
oder 70,00€ incl. Versand u. Nebenkosten, aber Mindest- bestellung 12 Dosen (Jahres-bedarf)
?

support@takecarech.de
Jürgen + HWL

Dieter

grüner Tee Extrakt Kapseln
400 mg
1-0-0
60
9,49 €
www.detuinen.nl/nl/TU/content/index.html
(Drogeriekette in vielen holl. Städten, kein Internetshop)
Klaus

od. Super Green Tea Extract von Life Extension
1 Kapsel 300 mg, davon EGCG 105 mg
1-?-?
100
33,64 €
Dr.Eichhorn
Tel.:08651-4771, Frau Niedermeyer
HWL

Gerard US schrieb am 1.12.2005:
Allenthalben liest und hört man, Ernährungsumstellung, Fitnessübungen, Stressmanagement usw. sollen den Fortschritt des frühen Prostatakrebses verlangsamen.
Forscher von der Universität von Kalifornien, San Francisco, fanden, dass Ergebnisse die durch Änderungen in der Diät und im Lebensstil erzielt wurden, in der Vergangenheit zumindest nicht gut dokumentiert wurden.
Sie haben deshalb eine kleine Studie mit 93 Prostatakrebspatienten durchgeführt, die ohnehin beschlossen hatten, sich keiner herkömmlicher Behandlung zu unterziehen, d. h. sie hatten sich stattdessen für ein Wait-and-See entschieden.
Es wurde zunächst sichergestellt, dass sich alle Teilnehmer in einem frühen Stadium der Krankheit befanden.
Die Männer wurden dann per Zufall einer im Lebensstil veränderten (lifestyle)-Gruppe oder einer unveränderten (normal)-Gruppe zugewiesen.
Die Lifestyle-Patienten erhielten eine vegetarische Diät mit Fischöl und anderen Ergänzungen, gemäßigte aerobe Übungen, eine tägliche einstündigen Periode der Entspannung per Techniken wie Yoga-Meditation, sowie eine wöchentliche Teilnahme an einer Support-Gruppe.
Ein Jahr später musste sich keiner der Lifestyle-Patienten, aber sechs der Normal-Patienten einer erforderliche Behandlung wegen der Krankheitweiterentwicklung unterziehen.
Nach weiteren Tests kam man zu dem Schluss, dass die Lebensstil-Intervention das Wachstum der Krebszellen hemmte.

Heinz Kurt schrieb am 9.2.2006 unter dem Betreff "Obergrenzen für Vitamine und Mineralstoffe":
Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA hat für 15 Nährstoffe ein “Tolerable Upper Intake Level” festgelegt. Das ist die Menge, die auch bei langfristiger täglicher Aufnahme keine Gesundheitsrisiken birgt. Keinen Grenzwert brauchen die Vitamine B1, B2 und Biotin. Noch keine abschließende Bewertung gibt es z. B. für Betacarotin, Vitamin C und Eisen. Es fehlt noch an eindeutigen Dosis-Wirkungs-Beziehungen.
Von der EFSA ermittelte europäische obere Grenzwerte:
Vitamin A 3 mg
Vitamin B6 25 mg
Vitamin D 50 µg
Vitamin E 300 mg
Folsäure 1 mg
Niacin 10 mg Nicotinsäure
900 mg Nicotinamid
Bor 20 mg
Calcium 2500 mg
Fluorid 7 mg
Jod 600 µg
Kupfer 5 mg
Magnesium 250 mg
Molybdän 600 mg
Selen 300 µg
Zink 25 mg
Quelle: aid-PresseInfo Nr. 2/2006