Der Extrakt aus dem
Prostatakrebs-Forum von KISP
und BPS
Zucker
gegen Krebs
- HWL
schrieb am 21.1.2005:
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Interessenten für
Modifiziertes Citrus Pektin (MCP) als Wachstumshemmer gegen PCa
werden sich für nachstehenden Artikel interessieren.
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Zucker gegen Krebs
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Komplexe
Kohlenhydratmoleküle dienen dem Signalaustausch zwischen Zellen
– Neuer Therapieansatz
von Silvia von der Weiden -
Zuerst entzifferten
Molekularbiologen die auf dem Erbmolekül gespeicherten
Informationen. Sind doch Gene Bauanweisung und Schaltplan für
kompliziert aufgebaute Proteine. Diese Eiweißverbindungen sind
die Akteure der Lebensvorgänge, als Baustoff, Hormonsignal oder
Enzym. Tiefere Einsichten in die biomolekularen Abläufe
offenbaren jetzt einen dritten Informationsspeicher:
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Zuckerverbindungen,
die außen an der Oberfläche von Zellen ankern und wie
Antennen hervorragen. Die Kohlenhydrate dienen dem Signalaustausch.
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Die komplexe räumliche
Struktur der Zuckermoleküle läßt sich mit
Antennentypen vergleichen, die jeweils für gewisse
Vermittlungsaufgaben im zellulären Netzwerk zuständig
sind. Als "Schlüssel" dienen Proteine mit einer
speziellen Erkennungsfunktion, die ebenfalls auf der Zelloberfläche
sitzen. Haben sie "ihre" Antenne gefunden, koppeln sie
daran an, bilden einen Komplex und lösen so bestimmte
biologische Vorgänge aus. Auf diese Weise sorgen die
Zuckermoleküle für die Kommunikation von Zellen,
vermitteln deren Wanderung im Organismus und dienen Mikroorganismen,
etwa in der Darmflora, als Kontaktstelle. Auch Viren und entartete
Zellen nutzen das Kommunikationssystem für ihre Zwecke.
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Um aufzuklären,
wie der als Glycocalix bezeichnete Zuckerbesatz Informationen
vermittelt, haben Wissenschaftler aus aller Welt das "Consortium
for functional Glycomics" gegründet. Gemeinsames Ziel ist
die Entwicklung hochwirksamer Therapien vor allem gegen
Infektionskrankheiten und Krebs. Als einen ersten Schritt wollen die
Wissenschaftler Datenbanken mit Sammlungen der natürlich
vorkommenden und künstlich hergestellten Zuckerverbindungen
erstellen. Nur so läßt sich Ordnung in die verwirrende
Zahl von Millionen unterschiedlicher molekularer Strukturen bringen
und eine Übersicht ihrer biologischen Funktionen gewinnen.
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Forscher am Deutschen
Krebsforschungszentrum in Heidelberg entwickeln zum Beispiel ein
Programm, das Zuckerstrukturen in eine datenbanktaugliche Sprache
übersetzt. Anschließend sollen die Informationen mit den
Daten aus der Genom- und Proteomforschung vernetzt und via Internet
frei zugänglich gemacht werden.
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Glycomics, die neue
Zucker-Biotechnologie, soll helfen, existierende Medikamente zu
verbessern, wie es Forscher bereits bei einem altbewährten
Heilmittel erprobt haben: Heparin ist eine aus Tieren gewonnene
Zuckerverbindung, die blutgerinnungshemmend wirkt. Das Mittel wird
vor allem in der Sportmedizin und vorbeugend gegen Thrombosen
eingesetzt. Weil es sich um einen Naturstoff handelt, schwankt
jedoch die biologische Aktivität. Vor wenigen Jahren klärten
US-Forscher am MIT in Cambridge die Struktur von Heparin vollständig
auf. Nun entwickeln sie verläßliche Verfahren, die eine
gleichbleibende Qualität und optimale pharmakologische
Wirksamkeit des Medikaments garantieren. Auch ermöglicht die
genaue Kenntnis von Struktur und Funktion der Zuckerverbindungen die
Möglichkeit, Heparin-Varianten für verschiedene Zwecke
maßzuschneidern. Das neue Wissen verbessert zudem die Ausbeute
von Medikamenten bei der Herstellung. Das erspart Kosten, und für
die Patienten bedeutet das, wie im Falle von Erythropoietin (EPO),
einem gentechnisch hergestellten Mittel, das die Blutbildung anregt,
mehr Sicherheit und Komfort.
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EPO wird bei Patienten
mit einer schweren Anämie eingesetzt. Jahrelang mußte der
Hersteller, das US-Unternehmen Amgen, bis zu 80 Prozent der
Produktion verwerfen, weil der Wirkstoff zu schnell aus dem
Blutkreislauf verschwand. Durch die Veränderung der
Zuckerausstattung bei dem Mittel wurde das Problem behoben. Die
Forscher fanden zudem einen Weg, weitere Zucker anzukoppeln, da es
nun eine langwirkende Version des Medikaments gibt, die seltener
gespritzt werden muß. Wie sich Viren mit Hilfe der
Zuckerbiologie ausschalten lassen, machen neuartige Medikamente
gegen die Grippe vor. Diese verhindern die Kontaktaufnahme der
Erreger mit bestimmten Antennen menschlicher Schleimhautzellen,
indem sie ein dafür wichtiges Virusenzym blockieren. Der
Ausbruch der Grippe läßt sich so zwar nicht völlig
verhindern, doch kann das Mittel die Dauer der Erkrankung deutlich
verkürzen. Das Antibiotikum Vancomycin gilt als eine der
wirkungsvollsten Waffen im Kampf gegen lebensbedrohliche Infektionen
mit resistenten Bakterien. Die Durchschlagskraft des aus Zuckern und
Aminosäureverbindungen bestehenden Medikaments beruht auf einer
Zuckerblockade bei den Keimen; ihre Zellhülle wird löchrig,
die Mikroben sterben ab.
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Auch im Kampf gegen
Malaria setzen Forscher unter anderem vom Hunter College der
Columbia University in New York auf die Zuckermedizin. An der von
Stechmücken übertragenen, gefährlichen Seuche sind
weltweit 500 Millionen Menschen erkrankt. Eine ursprünglich in
Meeresschwämmen vorkommende Verbindung aus Zucker und einer
fettartigen Substanz brachte die Wissenschaftler auf die Spur eines
neuen Wirkstoffs. Und im Laborversuch bewahrt eine optimierte,
synthetisch hergestellte Variante Mäuse nach dem Stich
infizierter Anopheles-Mücken vor Malaria, weil sie das
Immunsystem der Tiere gegen den Erreger aufbringt.
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Aussichtsreich scheint
der Einsatz der Zucker-Biotechnologie auch bei der Krebsbekämpfung.
Das kanadische Unternehmen Glyco-Design aus Toronto testet bei eine
Verbindung, ob sie die Ausbreitung von Metastasen bei Nierenkrebs
verhindertt. Dabei handelt es sich um eine Substanz, welche die
Produktion von Zuckerverbindungen hemmt, mit deren Hilfe sich
entartete Zellen vor dem Zugriff des Immunsystems tarnen. Ähnlich
könnte ein in der klinischen Erprobung befindliches
Zuckermedikament der australischen Biotechnologiefirma Progen
Patienten mit Blut- und Hautkrebs helfen, indem es gezielt die
Neubildung von Blutgefäßen blockiert.
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Das Unternehmen
Glyco-Genesys aus Boston testet einen Wirkstoff auf Zuckerbasis
gegen Darm- und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Der Wirkstoff bindet
an tumorspezifische Zuckermoleküle und blockiert so die
Absiedelung von Tochtergeschwulsten. Sie stehen erst am Anfang, doch
die Hoffnungen der Forscher sind groß, mittels Glycomyx
wirkungsvolle Waffen gegen Krankheiten zu erhalten.
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DIE WELT 21. Januar
2005
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Elke war skeptisch. Am selben Tag schrieb sie:
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ich habe in Erinnerung, dass Tumorzellen einen 20-fach höheren
Energiebedarf haben als gesunde Zellen. Sie verstoffwechseln Glukose
um sich zu vermehren und zu wachsen.
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Dazu hat RuStra im November 04 einen Beitrag von Dr. Briken über
das sog. "Kölner-Modell" ins Forum gestellt.
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http://www.carookee.com/forum/Prostatakrebs-Selbsthilfe/3276086-0-01113
http://www.koelner-modell.de/index.php?id=13&L=0 -
Zitat:
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"Tumorzellen haben einen unzureichenden Stoffwechsel und
produzieren hauptsächlich Laktat an Stelle von Kohlendioxid und
Wasser. Man könnte sagen, dass Tumorzellen nicht "atmen",
sondern "fermentieren". Der normale Glukose-Stoffwechsel
ist aerobisch, und ein Glukosemolekül liefert 38 Moleküle
ATP (Energie). Unter anaerobischen Umständen allerdings liefert
ein Glukosemolekül nur zwei Moleküle ATP, und an Stelle
von CO2 und H2O wird Laktat gebildet. Laktat
kann sich an einer Stelle sammeln und Schmerzen verursachen, wie bei
intermittierender Claudicatio, oder es kann sich systemisch sammeln
und erhöhte Plasmaspiegel verursachen. Appetitverlust
(Anorexie) und Auszehrung (Kachexie) bei Krebs und anderen
chronischen Krankheiten, wie der HIV-Infektion, kann zum Teil
erklärt werden durch den erhöhten Bedarf an Glukose und
die erhöhte Laktatproduktion.
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So könnte man zusammenfassend sagen, dass Tumorzellen einen
erhöhten Glukosebedarf haben, was nicht überrascht, da ihr
Energiebedarf 20-mal größer ist als der normaler Zellen.
Eine Folge ist, dass mehr Glukose verbraucht wird, dass der
Glykogenspeicher in der Leber aufgezehrt wird und folglich eine
Fülle von Laktat erzeugt wird. Auf lange Sicht zehrt die
erhöhte Laktatproduktion den Bikarbonatpuffer im Blut auf,
erzeugt Schmerz und Unwohlsein und leitet den Katabolismus ein, was
zu Anorexie und Kachexie führt.
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Das Kölner Modell sieht für Patienten, die an Krebs oder
anderen chronischen Krankheiten leiden und somit auch Unterstützung
gegen die Belastung erhöhter Laktatproduktion brauchen,
Infusionen vor, die aus 400 ml NaCl (0,9 %), 120 ml NaHCO3 (8,4 %)
und 5 ml Prokain (2 %) bestehen."
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Leider wurde dieser Ansatz nicht wesentlich weiterverfolgt. Warum
nun gerade hier "Zucker gegen Krebs" als passende
Überschrift gewählt wurde, verstehe ich nicht ganz. Zucker
müsste den Krebszellen eigentlich entzogen werden, nur wie soll
das geschehen, ohne den menschlichen Organismus zusätzlich zu
entkräften und seine Reserven aufzuzehren?
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MCP wirkt ganz anders, denn es verklumpt die Tumormasse und hindert
sie dadurch am Wachstum – um es einfach auszudrücken.