Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Neue Krebstherapie mit Nanopartikeln

Viktoria schrieb am 6.1.2004:

"Schreinemakers" | Dienstag | 06. Januar 2004

NEUE KREBSTHERAPIE MIT NANOPARTIKELN

Keine herkömmliche Therapie ließ das Krebsgeschwür verschwinden, weder Chemo noch Operation. Dann wurde ein Student als erster Patient weltweit mit der sogenannten Nano-Therapie behandelt. Der Krebs ging weg, den Forschern der Charité gelang eine medizinische Sensation.

Inzwischen sind es etwa 15 Patienten, die mit dieser Therapie seit Sommer 2003 erfolgreich behandelt wurden. Darunter auch Friedrich von Westernhagen (67) aus Hannover. Nachdem er bereits 1997 eine klassische Krebsbehandlung (Prostata-Karzinom) hinter sich hatte, kamen einige Jahre später wieder Metastasen.

Professor Peter Wust (50), Leitender Oberarzt in der Strahlenklinik der Charité, weiß, dass Herr von Westernhagen als Rückfallpatient schlechte Karten gehabt hätte.

Jetzt ist alles wieder möglich, Herr von Westernhagen ist zur Zeit krebsfrei; einer, dem man hätte sagen müssen, dass man ihm nicht mehr helfen kann. Ob ein Patient wirklich vom Krebs geheilt ist, können Ärzte erst nach fünf Jahren sagen.

Dr. Andreas Jordan, Entwickler der Nano-Krebstherapie

"Es handelt sich um die weltweit erstmals mögliche krebsspezifische Wärmetherapie mit Nanoteilchen. Die Entwicklungszeit belief sich auf 15 Jahre. Seit Mitte 2003 sind erste Studienpatienten behandelt worden.

Bisher sind es rund 15. Keine andere medizinische Einrichtung weltweit kann diese HighTech-Therapie aus der Nanotechnologie bisher anbieten.

Obwohl man mit dem Begriff Heilung sehr vorsichtig umgehen muss, nämlich, dass ein Krebspatient erst nach fünf Jahren als geheilt gelten kann, haben wir immerhin schon einige vielversprechende Erfahrungen gesammelt, die zeigen, dass die neue Therapie Magnetic Fluid Hyperthermia zumindest lokal sehr wirksam ist. Die Methode hat sich zudem 100-prozentig aus den Tierversuchen übertragen lassen (was sehr selten ist). Dabei sind keine nennenswerten Nebenwirkungen aufgetreten, und bei allen Patienten konnten hochwirksame Temperaturen (um 45° C und mehr) im tiefsitzenden Tumor erreicht werden.

Eine Heilung aus o. a. Gründen können wir aus Zeitgründen noch nicht zeigen (Nachbeobachtung). Bei einem 26-jährigen Patienten mit einem austherapierten Weichteiltumor am Schlüsselbein haben wir eine komplette Tumorremission erreichen können. Der Patient ist seit mehr als fünf Monaten tumorfrei."

Einschätzung anderer Fachkollegen

Darauf weist Frau Dr. Eva Kalbheim von der Deutschen Krebshilfe e. V. hin. Da es bisher nur wenige Fallbeispiele gibt - die 15 von Prof. Wust behandelten -, sei es verfrüht, Aussagen zu machen. Sie warnt außerdem davor, übergroßen Optimismus zu verbreiten. Das betont auch Prof. Wust selbst.

Kalbheim: "Bisher wird ja sehr viel geforscht und regelmäßig gibt es neue Erkenntnisse, aber nichts brachte wirklich den großen Durchbruch."

"Allerdings ist jede neue Methode wieder eine neue Hoffnung, und deshalb ist die Forschung auf diesem Gebiet sehr wichtig, wird unterstützt und gefördert. Vor allem beim Glioblastom, das tatsächlich ein aggressiver, schnell wachsender Tumor ist, bei dem die Betroffenen nur sehr geringe Heilungschancen haben, sei jeder Erfolg zu begrüßen. Es bleibt aber abzuwarten, wie sich die Patienten in den nächsten Jahren entwickeln."
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DasErste.de, (05.01.04 18:00 Uhr)