Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Neue Ansätze – Monensin

Ralf schrieb am 30.12.2010 unter dem Betreff "Neue interessante Forschungsergebnisse":

Ein "Kunde" machte mich auf die folgende interessante Meldung aufmerksam (im Original hier zu finden, Übersetzung von mir):

"Finnische Forscher finden eine Wirkstoffkombination, die das Wachstum von Prostatakrebszellen verhindert

20.12.2010

Forscher am Finnischen Technischen Forschungszentrum VTT und an der Universität Turku haben gezeigt, dass ein Antibiotikum namens "Monensin" das Wachstum von Prostatakrebszellen verhindert. Monensin wird zum Beispiel in der Fleisch- und Milch-Industrie eingesetzt.

Hinweise auf die Wirkung von Monensin zeigten sich in einem Projekt, bei dem die Wirkungen von an die 5.000 Medikamente und Mikromoleküle auf das Wachstum von Prostatakrebszellen untersucht wurde. Das Projekt umfasste die meisten heute auf dem Markt befindlichen Arzneimittel. Die Forscher fanden heraus, dass kleine Mengen zusammengesetzter Wirkstoffe - Disulfiram (Antabus), Thiram, Tricostatin A und Monensin - ohne größere Wirkungen auf die normalen menschlichen endothelialen Prostatazellen das Wachstum von Prostatakrebszellen unterdrücken können.

Weitere Studien zeigten, dass Monensin den Tod von Prostatakrebszellen bewirkte, indem es die Anzahl von Testosteronrezeptoren verringerte und die Produktion reaktiver Sauerstoffarten erhöhte und damit eine Schädigung der DNA induzierte. Darüberhinaus konnte gezeigt werden, dass Monensin mit Antiandrogen - Medikamenten, die die Wirkung von Androgenen unterdrücken - beim Hemmen des Wachstums von Prostatakrebszellen eine Kombiwirksamkeit entwickelte.

"Diese Forschungsergebnisse führen zu einer potenziellen neuen Anwendung von Monensin. Die Ergebnisse zeigen auch, dass die Wirkungen von Antiandrogenen beim Unterdrücken des Wachstums der Krebszellen durch den Einsatz von Arzneimitteln erhöht werden kann, die die Produktion reaktiver Sauerstoffarten induzieren" sagen die Forschungsleiterin Kristiina Iljin vom VTT und die Forscherin Kirsi Ketola von der Universität Turku.

Die Forschungsergebnisse zur Wirkung von Arzneimitteln und Mikromolekülen wurden 2009 im Clinical Cancer Research Journal veröffentlicht. Die Wirksamkeit von Monensin zum Unterdrücken des Wachstums von Prostatakrebs wurde im Dezember 2010 im Molecular Cancer Therapeutics Journal veröffentlicht.

In jüngster Zeit haben Pharmafirmen großes Interesse an dieser Art von Projekten gezeigt, mit denen neuartige Indikationen für eingeführte Medikamente gefunden werden sollen. Da die Dosierung und die Nebenwirkunen bereits eingeführter Medikamente und ihre Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten relativ gut bekannt sind, könnte diese Neupositionierung zu beträchtlichen Kosteneinsparungen führen."...

Media-Material: Wirkung von Monensin

Kommentar von mir: Monensin ist vermutlich ein relativ billiges Produkt, wenn es heute in der Nahrungsmittelproduktion eingesetzt wird. Sollte sich die Antikrebswirksamkeit in der Praxis bewahrheiten, dann dürfte es mit der Billigkeit vorbei sein.