Der Extrakt aus dem
Prostatakrebs-Forum
von KISP
und BPS
Neue
Ansätze – Griseofulvin
- Günter
Feick schrieb am 3.7.2007:
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das Medikament
Ketoconazol ist hier im Forum als Antimykotikum (gegen Pilz
gerichtet) bekannt, wegen seiner Nebenwirkungen – Senkung des
Testosteron und des Glukokortikoid-Spiegels und somit seiner
hormonellen Wirkung gegen den Stinker, PCa...
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Heute war diese
Nachricht vom DKFZ über den Einsatz eines weiteren
Antimykotikums, Griseofulvin zu lesen (siehe unten). Diese Forschung
erinnert auch an die Überlegungen von Prof. Duesberg, der
ebenfalls der chromosomalen Veränderung bei Krebs besondere
Bedeutung beimisst.
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DKFZ Nachricht:
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Ein Großteil der
Zellen eines Tumors wäre aufgrund von fehlerhaft verteilten
Chromosomen nicht lebensfähig, hätten die Krebszellen
nicht einen Trick entwickelt, dieses Chaos im Erbgut zu vermeiden.
Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum entdeckten,
dass das Antibiotikum Griseofulvin diesen Schachzug des Tumors
durchkreuzt und so die Krebszellen in den Zelltod treibt.
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Für den korrekten
Ablauf der Teilung einer Zelle sind die beiden Zentrosomen
verantwortlich: An diesen Körperchen setzt die Spindel aus
Proteinfasern an, die den frisch verdoppelten Chromosomensatz
korrekt zwischen beiden neu entstehenden Tochterzellen aufteilen.
Krebszellen haben jedoch häufig mehr als zwei Zentrosomen. Das
hat zur Folge, dass ihre Teilungsspindel nicht die normale - also
spindelförmige - Gestalt mit zwei Enden hat, sondern dass sich
funktionsunfähige, mehrpolige Gebilde entwickeln. Diese
missgebildeten Spindeln verteilen die Chromosomen völlig
ungeordnet, so dass die Tochterzellen meist nicht mehr lebensfähig
sind.
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In Tumoren haben daher
solche Zellen einen Überlebensvorteil, denen trotz überzähliger
Zentrosomen eine korrekte Verteilung der Chromosomen gelingt. Dazu
haben manche Krebszellen einen Mechanismus entwickelt, der mehrere
Zentrosomen zu Aggregaten zusammenfasst, so dass sich schließlich
zwischen zwei Aggregaten eine funktionsfähige zweiendige
Spindel ausbilden kann.
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Professor Dr. Alwin
Krämer, Leiter der Klinischen Kooperationseinheit Molekulare
Hämatologie/Onkologie des Deutschen Krebsforschungszentrums und
der Medizinischen Klinik V der Universität Heidelberg, erkannte
in diesem Trick der Tumoren eine bislang nicht beachtete
Achillesferse, um die Krebszellen außer Gefecht zu setzen.
Gemeinsam mit Kollegen aus Dänemark fahndete Krämers Team
nach Substanzen, die die Zentrosomen-Aggregation verhindern. Bei der
Suche konzentrierten sie sich auf von Pilzen produzierte
Biomoleküle, unter denen sich bekanntermaßen viele
Wirkstoffe finden, die in biologische Reaktionen eingreifen.
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Die Substanz, die am
besten die Bildung von Zentrosomen-Aggregaten verhindert, erwies
sich als das seit langem bekannte Antibiotikum Griseofulvin, das vor
allem gegen Pilzinfektionen der Haut eingesetzt wird. In
Experimenten in der Kulturschale bewirkt Griseofulvin, dass in
Krebszellen missgebildete, mehrendige Spindeln entstehen, was
schließlich zum Zelltod durch Apoptose führt. Bei
gesunden Zellen löst das Antibiotikum jedoch keine
Spindel-Missbildungen aus.
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"Wenn auch
Griseofulvin noch nicht das ideale Molekül für einen
Einsatz in der Krebstherapie ist", erläutert Krämer,
"so konnten wir doch eindeutig zeigen, dass dieser völlig
neue Ansatz dazu beitragen kann, Krebs zu bekämpfen. Mit
unseren Kooperationspartnern produzieren wir bereits chemische
Verwandte des Griseofulvins, die möglicherweise noch günstigere
pharmakologische Eigenschaften haben." Der Arzt und
Wissenschaftler sieht Chancen, dass das neuartige Wirkprinzip andere
Therapieoptionen in ihrer Wirkung unterstützen kann.
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Blanka Rebacz, Thomas
O. Larsen, Mads H. Clausen, Mads H. Rønnest, Harald Löffler,
Anthony D. Ho und Alwin Krämer: Identification of Griseofulvin
an Inhibitor of Centrosomal Clustering in a Phenotype-Based Screen.
Cancer Research, 1. Juli 2007
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http://www.dkfz.de
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