Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

FoscanÒ

Christian (L) schrieb am 19.12.2004:
Im Presseportal erschien die unten stehende Mitteilung.
Ich werfe hier einen Stein in den Teich, da ich weiß, dass mehrere hervorragend recherchierende Forumsleser vielleicht mehr herausfinden können, als ein einzelner. Mit dem Stichwort "Foscan" in Google erhält man eine Fülle von Informationen. Vielleicht zieht diese Information Kreise.
Insgesamt gibt es für mich kein einheitliches Bild. Grundsätzlich handelt es sich hier um die sog. Photodynamische Therapie (PDT), die in dieser oder einer anderen Form bereits vor zwei Jahren durch unser Forum geisterte, als ein Arzt in Irland behauptete, Krebs heilen zu können. Über den Wirkmechanismus hatte ich mich damals mit Wil ausgetauscht, der auch grundsätzlich ein Potential darin sah. Aus Irland kamen viele Negativmeldungen (Arzt wurde stark angegriffen, als Scharlatan überführt, wegen falscher Versprechungen bei exorbitanten Kosten sogar verhaftet, so genau weiß ich das nicht mehr). Jetzt scheint dieses Konzept weiter entwickelt worden zu sein und doch gibt es auch jetzt von außen erkennbare Ungereimtheiten:
1. Es wird behauptet, die Phase I sei abgeschlossen. Es sind für den Prostatakrebs klinische Studien geplant.
Na so etwas! Es sind Studien geplant! Das sind sehr schwache Signale, damit dürfte die Firma kaum Fondinvestoren ködern können und wir brauchten uns auch nicht all zu viel Hoffnung zu machen. Eine abgeschlossene Studienphase I besagt nämlich nicht so sehr viel.
2. Die Foscan(R) - Gesellschaft für Krebs- und Tumorheilung mbH & Co. KG ist eine deutsche Fondsgesellschaft, die mit dem aktuellen Beteiligungsfonds bis zu 35 Millionen Euro in klinische Studien zur Zulassung des Krebsmedikaments Foscan(R) investieren wird. Ziel ist u. a. die Etablierung neuer Tumor-Therapien, die gute medizinische Erfolge versprechen.
Viel guter Wille und viel Versprechungen mit dem Geld, das die Fa. erst noch einwerben will, etwas Vernünftiges anzufangen. Auweia.
3. Die Fondzeichner erhalten die Therapie kostenlos.
Das klingt nach Bauernfängerei, da sollen wohl einige Reiche geschröpft werden. Sollen die Armen wieder außen vor bleiben, oder ist das Ganze nur eine Geldschneiderei. Hier habe ich vom Gefühl her starke Bedenken.
4. Foscan wurde bei der ASCO-Konferenz in diesem Jahr vorgestellt.
Da muss schon etwas dran sein, aber einen begeisterten Aufschrei habe ich danach auch noch nicht gehört.
5. Des weiteren war das Medikament bei circa 120 Patienten mit Hauttumoren (Basalzell- und Plattenepithelkarzinomen) erfolgreich.
Das hört sich solide an, bedarf aber der Klärung der Frage, was unter "erfolgreich" zu verstehen ist.
6. Foscan ist seit zwei Jahren für bestimmte Krebsarten bereits zugelassen.
Das ist eine starke Aussage.
Hier die Meldung aus dem Presseportal:
Forschungserfolg bei Krebsmedikament Foscan(R) bestätigt enormes Potential in neuen Anwendungsbereichen - Starke Nachfrage nach Beteiligungsfonds Foscan(R)
03.12.2004 - 10:07 Uhr, Foscan [Pressemappe]
Jena (ots) -
Erfolgreiche Weiterentwicklung von Foscan(R):
Foscan-Liposomal(R)
- Phase I Studie erfolgreich abgeschlossen
- Neue Forschungsergebnisse fließen in klinische Studie von Beteiligungsfonds ein
- Direkte Investition der Kapitalanleger in deutsche Krebsforschung
- Investition steuerlich abzugsfähig
Die Biolitec AG kann auf der Basis des Arzneimittels Foscan(R) einen wesentlichen Forschungserfolg für Krebspatienten verzeichnen:
Es ist erstmalig gelungen, den nicht-wasserlöslichen Wirkstoff "Temoporfin" in kleinste Fettkügelchen einzubauen. Diese werden dadurch leichter an die Tumorzellen transportiert. Daran war insbesondere das Institut für Pharmazeutische Technologie der Universität Jena, geleitet von Prof. Dr. Alfred Fahr, beteiligt. Der Forschungserfolg, den die Biolitec Gruppe bereits patentiert hat, sorgt für eine noch bessere Verträglichkeit und schnellere Wirkung des Medikaments. Dadurch wird eine ambulante Krebstherapie erleichtert.
"Dass die Entwicklung des neuen Foscan(R)-Abkömmlings in nur 13 Monaten erfolgte, kann als großer Erfolg bewertet werden," so Prof. Volker Albrecht, Geschäftsführer der Foscan(R) - Gesellschaft für Krebs- und Tumorheilung mbH & Co. KG. Die neu entwickelte Foscan(R) Formulierung wurde in einer Phase I Studie in Hamburg getestet.
Des weiteren war das Medikament bei circa 120 Patienten mit Hauttumoren (Basalzell- und Plattenepithelkarzinomen) erfolgreich. Abgesehen von der völligen Beseitigung der Karzinome lobten die behandelnden Ärzte die hervorragenden kosmetischen Ergebnisse. "Hier sind im Gegensatz zur Chirurgie praktisch keine Narbenbildungen zu beobachten," erklärt Dr. Wolfgang Neuberger, Vorstandsvorsitzende der Biolitec AG. Das hervorragende kosmetische Ergebnis wird von Fachleuten dadurch erklärt, dass die Kollagenmatrix bei der Behandlung intakt bleibt und sich neue, gesunde Zellen in dieser Matrix ansiedeln.
Die Forschungsergebnisse werden in die geplanten klinischen Studien zum Prostatakarzinom und zur Prostatahyperplasie bei dem neuen geschlossenen Beteiligungsfonds der Foscan(R) – Gesellschaft für Krebs- und Tumorheilung mbH & Co. KG mit einfließen. Die Foscan(R) - Gesellschaft für Krebs- und Tumorheilung mbH & Co. KG hat den ersten geschlossenen onkologischen Beteiligungsfonds aufgelegt.
Die Biolitec AG, Initiator des Beteiligungsfonds, hat das Kapitalanlageprodukt mit attraktiven Merkmalen ausgestattet. Neben einer erwarteten Rendite von durchschnittlich 15,36 Prozent p.a. über die Fondslaufzeit von 8 Jahren erhält jeder Zeichner oder dessen Angehöriger ersten Grades das Krebsmedikament Foscan(R) bei Bedarf kostenfrei. Der Marktpreis hierfür liegt derzeit bei circa 8.200 Euro. Die steuerliche Abzugsfähigkeit macht den Foscan(R)-Fonds gerade jetzt zum Jahresende für Anleger besonders attraktiv. Eine Beteiligung ist ab 10.000 Euro möglich.
Über Foscan(R) - Gesellschaft für Krebs- und Tumorheilung mbH & Co. KG:
Die Foscan(R) - Gesellschaft für Krebs- und Tumorheilung mbH & Co. KG ist eine deutsche Fondsgesellschaft, die mit dem aktuellen Beteiligungsfonds bis zu 35 Millionen Euro in klinische Studien zur Zulassung des Krebsmedikaments Foscan(R) investieren wird. Ziel ist u.a. die Etablierung neuer Tumor-Therapien, die gute medizinische Erfolge versprechen. Als Krebsmedikament ist Foscan(R) seit über zwei Jahren für die Behandlung von Kopf-Halstumoren zugelassen und ermöglicht eine wirkungsvolle Zerstörung des Tumorgewebes bei gleichzeitigem Erhalt der Organfunktionen. Foscan(R) ist patent- und markenrechtlich von der börsennotierten Fondsinitiatorin Biolitec AG geschützt. Der Prospekt und die Zeichnungsunterlagen werden auf Anfrage versendet oder können von der unten stehenden Homepage heruntergeladen werden.
Kontakt: Foscan(R) - Gesellschaft für Krebs- und Tumorheilung mbH & Co. KG, Winzelaer Straße 2a 07745 Jena
Jörn R. Gleisner
Telefon:+49 69 95 90 83-30
Telefax:+49 69 95 90 83-99
Internet :www.krebsheilung-fonds.de
E-Mail:info@krebsheilung-fonds.de
Sepp schrieb dazu am selben Tag:
Der größte prinzipielle Nachteil der photodynamischen Therapie war die geringe Eindringtiefe des Laserstrahls in das Körpergewebe. Ob sich inzwischen daran was geändert hat, weiß ich nicht, habe aber gewisse Zweifel. Deshalb funktioniert diese Therapie auch bei bestimmten Hauttumoren, weil eine geringe Eindringtiefe von wenigen Millimetern ausreicht.
In München-Großhadern wurden in den vergangenen Jahren immer wieder mal einige wenige Prostatakrebspatienten mit einem ähnlichen Verfahren behandelt. Dabei wurden mehrere Laserquellen in die Prostata getrieben. Man kann sich vorstellen, dass das eine ganz schön invasive Geschichte mit speziellen Risiken ist.
Würde der Laser eine ausreichende Endringtiefe von mehreren Zentimetern haben, dann hätte diese Therapie Zukunft. Sie wäre auf der zellulären Ebene selektiv, würde Krebszellen treffen und gesunde Zellen schonen.
Aber ich teile Deine Skepsis.