Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Neue Ansätze – Cis-Hydroxiprolin (CHP)

Guy schrieb am 12.5.2002:
Unter Ostsee-Zeitung.de findet man einen Artikel über CHP (Cis-Hydroxiprolin), eine seltene, chemisch veränderte Aminosäure. Erfunden wurde es schon vor Jahren in Bayern. Einerseits soll es bei der Behandlungen kaum Nebenwirkungen geben und andererseits soll der Wirkstoff sehr wirksam sein.
Hoffnung für Krebspatienten
Riemser Forscher testen neuartigen Wirkstoff
Krebs. Eine der tückischsten Krankheiten unserer Zeit. Jetzt gibt es für Erkrankte eine neue Hoffnung. Ihr Name: CHP (Cis-Hydroxiprolin). Bei 20 Patienten zeigte das Medikament bereits erstaunliche Erfolge.
Rostock/Greifswald (OZ/ddp) Für die krebskranke Patientin bestand kaum noch eine Chance. Metastasen hatten ihre Leber zerfressen, die Ärzte gaben ihr noch ein Jahr. Die Frau bekam CHP. Das war vor acht Jahren. Sie lebt heute noch, ohne Anzeichen von Krebs!
   „Ein sensationeller Erfolg“, sagt Dr. med. Dagmar Braun (44) von der Riemser Arzneimittel AG. Ein Fall von 20, in denen der neue Wirkstoff geradezu Wunder wirkte. „Sie alle hatten Darmkrebs, der zum Teil schon auf die Leber übergegriffen hatte.“
   CHP, das steht für eine seltene, chemisch veränderte Aminosäure (Cis-Hydroxiprolin). Sie hemmt das Wachstum der Krebszellen. Anders als eine Chemotherapie, bei der die Killerzellen zerstört werden. Und anders als bei einer Chemotherapie gibt es bei der Behandlung mit CHP kaum Nebenwirkungen. „Die Testpersonen haben ausgesprochen verträglich auf das Medikament reagiert“, so Dr. Braun.
   Die Verabreichung von CHP ist unproblematisch: Es kann in Drageeform eingenommen oder als Infusion direkt in die Venen eingegeben werden. Einziges Problem: Das neue Wundermittel ist bisher in Deutschland noch nicht legal. Erfunden wurde es schon vor Jahren in Bayern. „Ein Arzt hat die 20 Testpersonen auf eigene Verantwortung in seiner Praxis behandelt“, sagt Dr. Braun. „Unsere Aufgabe ist es, in einer wissenschaftlich kontrollierten Testreihe zu belegen, dass CHP besser ist als eine Chemotherapie.“ Dazu allerdings sind behördliche Genehmigungen erforderlich. Die bislang noch nicht vorliegen. Frühestens in drei Monaten hoffen die Riemser Arzneimittelforscher mit ihrer Testreihe beginnen zu können. Spätestens ab Sommer kommenden Jahres will man in Riems das Medikament mit neuen Patienten weitertesten. „Mit der Zulassung von CHP rechnen wir frühestens 2004.“
   Dr. Braun warnt indessen vor übertriebenen Hoffnungen. „Derzeit können wir noch keinem Krebspatienten Hilfe bieten oder ihn an andere Stellen vermitteln.“ Für die CHP-Behandlung komme zudem nur in Betracht, wer noch keine Chemotherapie und noch keine Bestrahlungen erhalten habe. „Also im Prinzip nur Krebspatienten, die gerade frisch operiert wurden.“
   Dennoch könnte CHP gerade für Darmkrebs-Kranke eine bahnbrechende neue Behandlungsmethode sein. Jährlich erkranken rund 30 000 Menschen in Deutschland an dieser Krebsart, bei vielen werden schon bei der ersten Diagnose Leberzerstörungen festgestellt. Oftmals liegt die Lebenserwartung nach der Operation nur noch bei einem Jahr.
   Die Riemser Arzneimittel AG ging aus dem um 1900 gegründeten Friedrich-Löffler-Institut hervor und machte schon mit der Entwicklung von Impfködern gegen die Schweinepest und Fischkrankheiten europaweit auf sich aufmerksam. Mit Experten der Rostocker Universität forscht Riems zur Zeit auch an einem Medikament zur Behandlung von Vorstufen des Gebärmutterkrebses. In Litauen testet die AG einen neuen, schmerzfreien Chemotherapie-Wirkstoff.
MARCUS STÖCKLIN