Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Medikamente – Uropeptyl®

Gerd fragte am 26.3.2006 unter dem Betreff "ist UROPEPTYL-Depot für DHB geeignet?":
Meine Historie: Jahrgang 1942
04. 2005 Diagnose PK; Biopsie 6 Stanzen positiv;
PSA 15 ; Gleason 4+3 = 7
04. 2005 Skelettszintigraphie = ohne Befund;
05. 2005 Kernspintomographie/Endorektalspule = Prostata +Samenblasen befallen;
06. 2005 Urologe: Start DHB/Leibowitz 3-Monatsspritze
ELIGARD + 3 X Flutamid 250 + 1 X Proscar tgl.
09. 2005 3-Monatsspritze ELIGARD; PSA = 0,25
12. 2005 3-Monatsspritze ELIGARD; PSA = 0,56
01. 2006 Termin Onkologe: PSA = 0,86 ; Testosteron = 1,35;
Empfehlung 4-Wochen-Depot + Medikament wechseln;
02. 2006 Urologe (verärgert): 4-Wochen-Spritze UROPEPTYL;
150mg CASODEX + 1 X AVODART tgl.
03. 2006 4-Wochen-Spritze UROPEPTYL;
PSA = 6,67 !!!
Ralf antwortete am selben Tag:
Uropeptyl® scheint ein LHRH-Analogon zu sein (Wirkstoff: Triptorelinacetat), das uns jedenfalls noch nicht oft – wenn überhaupt jemals – über den Weg gelaufen ist. Der Hersteller Uropharm rückt ohne Anmeldung und Vergabe von Zugangsdaten keine Informationen dazu heraus.
Da es ein LHRH-Analogon ist, ist Deine Frage ("ist UROPEPTYL-Depot für DHB geeignet?") wohl mit "grundsätzlich vermutlich ja" zu beantworten. Das muss nicht bedeuten, dass es bei jedem Patienten zufriedenstellend wirkt, und bei Dir scheint das nicht der Fall zu sein. Anscheinend wurde im März das Testosteron nicht gemessen, aber wenn das PSA so hoch ist, dann kann man vermuten, dass das T von Uropeptyl nicht ausreichend gesenkt wurde. Dann wäre noch ein Medikamentenwechsel angesagt, z. B. auf Zoladex®, das wieder einen anderen Wirkstoff enthält.
Der Urologe hat überhaupt keinen Grund, verärgert zu sein (weil Du sträflicherweise beim Onkologen warst?). Er soll Dich wirksam behandeln, und wenn ein Mittel nicht wirkt, dann muss er ein anderes versuchen, das ist überall in der Medizin so.
Und Urologe fs schrieb:
Uropeptyl = Decapeptyl, ein altbekanntes GNRH-Analogon, welches prinzipiell genau so geeignet ist, wie die anderen. Einzig Eligard fällt, wegen der doppelten Dosierung nach amerikanischem Muster, aus dem Rahmen. Daher ist die Empfehlung zum Wechsel von Eligard auf Uropeptyl nicht ganz schlüssig. Erst hätte (wegen des zu hohen Testosterons) der LH-Spiegel gemessen werden müssen und NUR wenn LH unter 0,1 wäre, dann hätte man über einen Wechsel nachdenken müssen. So muss man davon ausgehen, dass der Testosteronspiegel Nebennieren-bedingt ist und der Wechsel auf ein weniger starkes Medikament ohne wirklich nachzudenken hat Ihnen die Quittung präsentiert – s. PSA-Anstieg!
Von daher kann ich verstehen, wenn der Urologe sauer war (falls er die Zusammenhänge sah, verstehe ich aber wiederum nicht, warum er sie Ihnen nicht erklärt hat und dann der onkologischen Empfehlung korrekterweise NICHT gefolgt wäre???).