Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Medikamente – Ukrain®

[Ukrain ist ein Extrakt des Schöllkrauts, der von der Wiener Firma Nowicky Pharma vertrieben wird. Trotz fehlender Zulassung als Arzneimittel in der EU und der Schweiz wird Ukrain z. T. als Außenseitermethode zur Behandlung verschiedener Krebsformen propagiert. In Österreich wurde ein 1986 gestellter Zulassungsantrag vom damals zuständigen Bundesministerium für Gesundheit und Konsumentenschutz im Juni 1995 abgelehnt.

Die Studiengruppe Methoden mit unbewiesener Wirksamkeit in der Onkologie der Krebsliga Schweiz schrieb 1995, dass keine Beweise für die Wirksamkeit von Ukrain gegen Krebs vorlägen. Von der Anwendung in der Krebstherapie rät die Gruppe ab. Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft[24], die Deutsche Krebsgesellschaft e.V., und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)[25] kamen 2001 zum gleichen Ergebnis.

Die Schweizerische Studiengruppe für Komplementäre und Alternative Methoden bei Krebs (SKAK) veröffentlichte 2006 eine ausführliche Würdigung von Ukrain und kam zu der Schlussfolgerung, dass aussagekräftige Studien zur Wirksamkeit von Ukrain noch ausstehen.

(Nach Wikipedia)

Der "Ratgeber Unkonventionelle Krebstherapien" von K. Münstedt (Hrsg.), 2. Auflage, schreibt unter "Fazit und Bewertung": "Für eine breite klinische Anwendung sind die publizierten Daten nicht ausreichend. Die Untersuchung der Substanz durch unabhängige klinische Studien erscheint gerechtfertigt".

Ed]


H. fragte am 20.4.2002:

wer kennt oder hat gar eigene Erfahrungen mit dem Krebspräparat "Ukrain"?

UKRAIN ist ein Derivat der Alkaloide des Schöllkrautes. Das Präparat soll Krebszellen in die Apoptose führen. Ferner soll es die Neubildung von Blutgefäßen im Tumor hemmen und das Immunsystem ankurbeln. Die Medikamentengabe erfolgt über Infusion.

In der Fachzeitschrift "Medizin 2000 plus 4/00" auf der Seite 75 wird eine Statistik veröffentlicht, in der die Ergebnisse der Behandlung mit UKRAIN nach Tumorarten aufgelistet sind. Für das Prostatakarzinom werden bei 20 Behandlungsfällen für 14 Fälle Vollremission, also Heilung angegeben, für 5 Fälle Partialremission und nur für einen Fall keine Veränderung.

Die Internetadresse für UKRAIN lautet www.ukrain.com.

Auf eine weitere Anfrage von Anton zum gleichen Thema schrieb Wolfgang am 1.5.2002:

wenn du wissen möchtest, was es mit Ukrain auf sich hat, dann schau doch einfach mal unter http://www.awadalla.at/content/ukrain-aerzteblatt.html nach, ich denke, dass diese Quelle eine objektive Beurteilung darstellt.

Dazu schrieb Heinz-Michael am selben Tag:

ich habe bei meinem Onkologen kürzlich nachgefragt. Nachstehend ein Auszug aus einem Brief von ihm an mich!!!

Subject: Re: Fw: Ukrain gegen Prostatakrebs

Sehr geehrter Herr XXX,

Ukrain ist seit etwa September 2001 nicht mehr zugelassen. Sollten Sie Gegenteiliges hören, sind wir Ihnen für eine kurze Nachricht sehr verbunden. Erfahrungen haben wir leider nur mit einer einzigen Patientin (Ovarialkarzinom).

[Mit anderen Worten: Es ist nix dran an Ukrain, es wurde keine Wirksamkeit nachgewiesen! - Ed]


Walter schrieb am 29.4.2003 unter dem Betreff "PK geheilt mit Hyperthermie und Ukrain":

Diese E-Mail von Bernhard finde ich interessant genug, um sie ins Forum zu stellen, denn auch eine solche unkonventionelle Behandlung ist der herkömmlichen Urologen-Standardbehandlung vorzuziehen und bringt vielleicht für den einen oder anderen Leser einen Denkanstoß. Außerdem beschränkt sich die Behandlung keineswegs auf austherapierte Fälle.

"In der medizinischen Zeitschrift "Ortho Press" Ausgabe Februar 2003 befindet sich ein interessanter Artikel unter der Überschrift "Vom Tod zum Leben". Hier wird die Krankengeschichte eines 61 jährigen Mannes geschildert, der aus auswegloser Situation heute seinen Prostatakrebs besiegt hat. Von der Schulmedizin austherapiert, begab er sich in die Klinik Villa Medica. Er erhielt dort Hyperthermieanwendungen, Aufheizen bis auf 42,5° C und dabei Infusionen mit dem Schöllkrautextrakt Ukrain. Sein PSA befindet sich heute im Normbereich, und die jährlich durchgeführten Kernspinuntersuchungen bestätigen seine vollkommene Heilung."


Guy schrieb am 17.6.2003 unter dem Betreff "Zu Ukrain - g r o ß e Warnung":

Es besteht aus Alkaloiden des Schöllkrautes. Unter Alkaloiden versteht man stickstoffhaltige Stoffwechselprodukte von Pflanzen. Gibt man nun "Schöllkraut schwere Leberschäden" bei www.google.de (die beste Suchmaschine) ein, so bekommt man 33 Hits.

Auch soll die Wirkung von Schöllkraut gering sein.

Zusammenfassung: wenig Wirkung große Nebenwirkung, also weg mit dem Zeug!


Im Laufe eines Jahres änderte Guy allerdings seine Meinung. Am 11.10.2004 schrieb er:

Der Beitrag in Mona Lisa hat meine Vermutungen verstärkt, dass es Leute gibt, die eine Fortschritt in der Krebsbehandlung verhindern wollen aus finanziellen Gründen.

So gab es bereits im April 2002 Berichte über Herrn Dirk Weickmann, der herausfand, dass bestimmte Substanzen in dem Gift der hochgiftigen Sechs-Augen-Krabbenspinne (Sicarius) im Reagenzglas menschliche Krebszellen zerstören. Auch um Artemisin ist es sehr still geworden.

Eine Zusammenfassung der Sendung ist zu finden unter: http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/3/0,1872,2201475,00.html