Der Extrakt aus dem
Prostatakrebs-Forum
von KISP
und BPS
Medikamente –
Taxotere® (Wirkstoff
Docetaxel)
- [Taxotere®
ist in Deutschland für die Behandlung von hormonrefraktärem
Prostatakrebs zugelassen und ist das bisher einzige wirklich
wirksame Medikament bei diesem Krankheitsbild. Leider wird es aber
häufig zu spät eingesetzt, wenn der Krebs schon
fortgeschritten und der Patient dadurch körperlich bereits
geschwächt ist.
-
Taxotere®
ist ein Zellgift mit teilweise starken Nebenwirkungen, wie
Verschlechterung der Blutwerte, Haarausfall, Fieber, Übelkeit.
Über den Verabreichungsmodus herrscht unter den Ärzten
keine Einigkeit. In Deutschland wird es von den meisten Ärzten
hochdosiert [z. B. 75 mg/m2 Körperoberfläche
(KO)] und alle drei oder vier Wochen verabreicht. Andere Ärzte,
wie z. B. einige amerikanische Onkologen, verabreichen es
niedriger dosiert (25 mg/m2 KO), und dafür
einmal wöchentlich, drei Wochen lang hintereinander und dann
einer Woche Pause und geben für diesen Modus eine bessere
Verträglichkeit und eine höhere Wirksamkeit an (ein 1,80 m
großer Mann hat etwa 2 m² Körperoberfläche).
Als de-facto-Standard-Verabreichung gilt derzeit in Deutschland
Taxotere 75 mg/m2 + Prednison (ein künstliches
Kortikoid).
-
Taxotere®
sollte nie zusammen mit Casodex®
verabreicht werden, da diese Kombination die Leber sehr stark
belasten kann.
-
– Ed]
- Petra
fragte am 16.5.2002:
-
wer
kann uns über Erfahrungen mit Taxotere berichten?
-
Hansjörg
konnte am selben Tag etwas dazu aussagen:
-
Ein
Mitglied unserer SHG mit Knochen- und Weichteilmetastasen hat eine
Chemotherapie mit Docetaxel (Taxotere) gemacht. Ein Großteil
der Knochenmetastasen hat sich zurückgebildet, eine jedoch (ich
glaube im Beckenbereich) vergrößert. Trotz der Erfolge
musste er wegen starker Nebenwirkungen die Therapie abbrechen.
-
An
deine persönliche E-Mail-Adresse sende die Adresse des
Betroffenen; selbstverständlich mit seinem Einverständnis.
-
Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Rhein-Neckar
Hansjörg Burger und Paul Enders
Dillingerstr. 7
68309
Mannheim
Telefon 0621 / 72 14 22 oder 06226 / 8358
Fax 0621
/ 727 30 99
E- Mail: shg.pros.rn@web.de
www.selbsthilfegruppe-prostatakrebs.de
-
Am 8.11.2002
meldete sich Petra wieder:
-
gibt
es jemanden, der uns über Erfahrungen mit Taxotere berichten
kann. Diese Therapie ist in Diskussion, und wir würden gerne
Näheres erfahren.
-
Als erster meldete
sich am 9.11.2002 Uwe:
-
Taxotere
scheint eine relativ nebenwirkungsarme Chemo zu sein, meistens wird
Taxotere mit anderen Präparaten kombiniert. Ich habe in der
letzten Zeit einige Vorträge gehört über
Chemo-Therapien, es war nicht sehr ermutigend, der Erfolg liegt bei
10 bis 20 % und es gibt keinen klinischen Beleg, dass man durch
eine Chemo auch nur eine Woche länger lebt, allerdings
reduziert die Chemo die Lebensqualität. Wenn Dein Mann eine
Chemo machen will, suche Dir einen klinischen Hämatologen/Onkologen,
die haben am meisten Ahnung von Chemo-Therapien.
-
Dazu schrieb Paul
am selben Tag:
-
ganz
so wie Uwe die Taxotere-Behandlung schildert ist es auch nicht. Ich
kenne Patienten, die den PSA-Wert mit Taxotere gedrittelt haben. Bei
Lebermetastasen sieht man durch Taxotere die Schrumpfung der
Metastasen im Ultraschall.
-
Siegfried konnte
ebenfalls am 9.11.2002 folgendes beitragen:
-
Ich
hatte vor drei Wochen Kontakt mit dem Benjamin-Franklin-Krankenhaus
in Berlin (Uni-Klinik der FU). Sie machen gerade ein Studie mit
Taxotere und Estramustin.
-
Über
die Telefonnummer 030/8445 2329 kann man sich oder der behandelnde
Urologe mit der Studienzentrale (Arbeitsgemeinschaft urologische
Onkologie) in Verbindung setzen. Ruf doch dort mal an, dann könnt
Ihr Euch immer noch, wie Uwe es vorgeschlagen hat, einen geeigneten
Onkologen suchen.
- Udo
schrieb am 24.2.2004:
-
wie
z. T. bekannt, wurde die Kostenerstattung bereits des
Off-Label-Use von Taxotere juristisch erkämpft (Sozialgericht
Ulm).
-
http://f25.parsimony.net/forum62303/messages/4990.ht
-
Docetaxel
bald bei Prostata-Ca
-
BAD
SODEN (eb). Für das Krebsmedikament Docetaxel (Taxotere®)
ist die europäische Zulassung für die Behandlung von
Patienten mit metastasiertem hormonrefraktärem Prostatakarzinom
beantragt worden. Dies hat das Unternehmen Aventis Pharma
Deutschland in Bad Soden mitgeteilt.
-
Grundlage
ist die randomisierte Phase-III-Studie (TAX 327), in der der
Wirkstoff in Kombination mit Prednison mit dem US-Standardregime
Mitoxantron/Prednison verglichen worden ist. Eine Zusammenfassung
der Studienergebnisse ist für das wissenschaftliche Programm
der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO)
vom 5. bis 8. Juni in New Orleans im US-Staat Louisiana vorgesehen.
-
Ärzte
Zeitung, 24.02.2004
-
http://www.aerztezeitung.de/docs/2004/02/24/034a1103.asp?cat=/medizin/krebs
-
Dazu
schrieb auch Christian am selben Tag:
-
jetzt
kann Taxotere auch offiziell als Waffe gegen den hormonrefraktären
Prostatakrebs zur Lebensdauerverlängerung eingesetzt werden.
-
Wie
bereits berichtet, hatte der BPS vor einigem Monaten in
Zusammenarbeit mit Dr. Eichhorn, den Herren Rechtsanwälten
Messner und Meurers und einem Betroffenen einen höchstrichterlichen
Bescheid herbeiführen lassen, dass die Krankenkasse die Kosten
für Docetaxel (Tomasz-Beer-Protokoll) für einen
mittellosen Patienten zu übernehmen hat, der anderweitig wegen
seiner sonst aussichtslosen Krankheitssituation nur noch kurze Zeit
zu leben gehabt hätte.
-
Reichere
Patienten hatten bisher dieses Medikament aus eigener Tasche bezahlt
(ca. 12 000 bis 15 000 Euro für eine Behandlung).
-
Wir
glauben, dass unsere Maßnahme damals als ein weiterer
Mosaikstein zur Beschleunigung der Problemlösung angesehen
werden kann.
-
Jetzt
ist es (fast) geschafft. Die Fa. Aventis hat die
Zulassungserweiterung für Taxotere (Docetaxel) in der
Indikation "hormonrefraktäres Prostatakarzinom"
eingereicht.
-
Folgende
Pressemitteilung wurde offiziell herausgegeben:
-
Das
Unternehmen Aventis hat am 5. Februar 2004 bei der European Medicine
Evaluation Agency (EMEA) einen Zulassungsantrag für das
Krebsmedikament Docetaxel für die Behandlung des metastasierten
hormonrefraktären Prostatakarzinoms gestellt. Bei der
amerikanischen FDA wurde der Antrag auf Zulassung bereits Ende
Januar 2004 eingereicht.
-
Grundlage
für die erwartete Zulassung ist die mit über 1000
rekrutierten Patienten bisher umfangreichste, randomisierte
Phase-III-Studie, in der Docetaxel in Kombination mit Prednison mit
dem amerikanischen Standardregime Mitoxantron/Prednison verglichen
wurde. Eine Zusammenfassung der Studienergebnisse ist für das
wissenschaftliche Programm der Jahrestagung der Amerikanischen
Society of Clinical Oncology (ASCO) vom 5. bis 8. Juni 2004 in New
Orleans vorgesehen.
-
In
Docetaxel als neue therapeutische Option wird große Hoffnung
gelegt. Es wird davon ausgegangen, dass ein Überlebensvorteil
für Patienten mit einem hormonrefraktärem Prostatakarzinom
erwartet werden kann.
-
Hinweis:
-
Der
Beschluss der European Medicine Evaluation Agency (EMEA) in London
wird dann umgehend in Deutschland durch das Bundesinstitut für
Arzneimittel und Medizinprodukte umgesetzt.
-
Auch
wenn jetzt die Zulassung noch nicht in der Bundesrepublik vorliegt,
der derzeitige Sachstand reicht aus, dass alle Krankenkassen
umgehend veranlasst werden können, die Kosten für dieses
Medikament in den indizierten Fällen sofort zu übernehmen.
-
Dank
allen Beteiligten für diesen Fortschritt.
- Rudolf
schrieb am 2.4.2004:
-
Anja hatte im Dezember
berichtet, dass der PK ihres Vaters weit fortgeschritten war,
Lebermetastasen bei Aszites [Ansammlung von
Flüssigkeit in der freien Bauchhöhle – Ed].
Noch im Februar hatte Wil einen Beitrag recherchiert, was evtl. bei
Lebermetastasen zu machen ist.
-
Nun hat ein Urologe in
Hamburg Anjas Vater zunächst mit Estramustin und Taxotere, dann
mit Taxotere allein behandelt. Estramustin war nicht so gut, es
traten Blutungen auf, das will ich jetzt gar nicht ausbreiten.
-
Aber seitdem die
Taxotere-Therapie alleine läuft, geht es aufwärts. Hier,
was Anja mir geschrieben hat und was ich weiterleiten darf:
-
"... ich find',
es ist ein echter Erfolg!!! Ohne die Behandlung wäre mein Vater
schon tot! Bei ihm schlägt halt alles vorbildlich an, aber
sowas soll's ja auch geben?!?! .
-
Meinem Vater geht es
momentan relativ gut. Er bekommt seit heute wieder Chemo, immer drei
am Stück mit zwei bis drei Wochen Pause dazwischen. Anfangs
bekam er Estramustin und Taxotere, aber das ging ja total schief.
Seit Januar bekommt er nur noch Taxotere, der Erfolg ist weiterhin
da. Sein PK ist von Beginn der Chemo Anfang Dezember 03 von 1063
(!!!) auf mittlerweile 57 gesunken! Und das ist doch ein Erfolg! Die
Lebermetastasen sind vor vier Wochen per MRT untersucht worden. Es
sind noch drei winzige da. Der Arzt bei der MRT konnte es nicht
fassen, da bei der ersten Untersuchung von einer weitverbreiteten
Lebermetastasierung mit Lymphknotenbefall in diesem Bereich
gesprochen wurde. Lymphknoten sind frei!
-
Ansonsten geht's
meinem Vater für eine Chemo ordentlich. Bei der dritten in
Folge hat er Geschmacksverlust, das vergeht aber nach ca. einer
Woche. ansonsten macht er eigentlich alles, was er vor der
Erkrankung getan hat.
-
Die Behandlung bei und
mit [Name des Urologen] bezeichnet er als vorbildlich, der ist m. E.
echt fit auf diesem Gebiet und regelmäßig in den Staaten,
hält selbst dort Vorträge.
-
Interessieren würde
mich aber trotzdem die Sache mit den radioaktiv versetzten
Kügelchen, was ist da dran? Man weiß ja nie, was als
Nächstes kommt...."
-
Das
mit den Kügelchen war die Studie, die Wil recherchiert hatte.
- Malte
schrieb am 2.6.2004:
-
folgenden
Artikel fand ich gerade:
-
Ärzte
Zeitung, 02.06.2004
-
USA:
Docetaxel bei Prostatakrebs
-
NEU-ISENBURG (eb). Die US-amerikanische
Arzneimittelbehörde FDA hat Docetaxel (Taxotere®) für
die Behandlung von Männern mit androgen-unabhängigem
metastasiertem Prostatakrebs in der Kombination mit Prednison
zugelassen. Bei der EMEA läuft das entsprechende
Zulassungsverfahren für Europa, wie das Unternehmen Aventis
mitgeteilt hat. Die FDA-Zulassung beruht auf den Ergebnissen einer
Phase-III-Studie, bei der eine Lebensverlängerung bei dieser
Patientengruppe der primäre Endpunkt war.
- Julius
P schrieb am 13.7.2004:
-
Hier
habe ich in der österreichischen Ärztezeitung vom
02.06.2004 folgende Meldung über die Zulassung von Taxotere
(Leider nur für die USA)
-
in
Kombination mit Prednison gefunden.
-
Wichtig
ist die Tatsache, dass die Zulassung für den metastasierenden,
hormon-unabhängigen Prostata-Krebs gilt.
-
Ärzte
Zeitung, 02.06.2004
-
USA:
Docetaxel bei Prostatakrebs
-
NEU-ISENBURG
(eb). Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat
Docetaxel (Taxotere®) für die Behandlung von Männern
mit androgen-unabhängigem metastasiertem Prostatakrebs in der
Kombination mit Prednison zugelassen.
-
Bei
der EMEA läuft das entsprechende Zulassungsverfahren für
Europa, wie das Unternehmen Aventis mitgeteilt hat.
-
Die
FDA-Zulassung beruht auf den Ergebnissen einer Phase-III-Studie, bei
der eine Lebensverlängerung bei dieser Patientengruppe der
primäre Endpunkt war.
-
RuStra
konnte dazu folgendes mitteilen:
-
Ich
habe Power-Point-Folien über diese Phase-III-Studie vom
Hamburger Onkologen Dr. Lipp, die ich auf Wunsch weiterschicke.
-
Guy
schrieb, immer noch am selben Tag:
-
Hierbei
die Studie:
-
Docetaxel
Extends Life in Advanced Prostate Cancer Patients
-
Johns
Hopkins Kimmel Cancer Center clinicians were among those at leading
institutions that have completed a three-year international study
showing that docetaxel, a drug made from yew tree needles, decreases
the chance of dying by 24 percent in advanced-stage prostate cancer
patients resistant to hormone therapy.
-
Newswise
- Johns Hopkins Kimmel Cancer Center clinicians were among those at
leading institutions that have completed a three-year international
study showing that docetaxel, a drug made from yew tree needles,
decreases the chance of dying by 24 percent in advanced-stage
prostate cancer patients resistant to hormone therapy. Scheduled for
presentation at the 40th annual meeting of the American Society of
Clinical Oncology in New Orleans on June 7, the results spur hopes
that earlier use of the drug alone or together with other agents
will provide longer improvements in survival.
-
"This
is good news for our prostate cancer patients," says Mario
Eisenberger, M.D., co-chair of the study and the R. Dale Hughes
Professor of Oncology at the Johns Hopkins Kimmel Cancer Center.
"These data indicate that the current standard of care for
these patients should be docetaxel therapy, and we should try adding
new agents to build upon this success and test it in patients with
aggressive disease before the cancer spreads."
-
Eisenberger
co-chaired the global study that enrolled patients in 24 countries.
With colleagues from Erasmus University in the Netherlands and
Princess Margaret Hospital in Toronto, the research team randomly
assigned 1,006 hormone-resistant prostate cancer patients to receive
intravenous docetaxel (every three weeks or weekly) or the current
standard chemotherapy drug, called mitoxantrone, which is approved
mainly for reducing pain associated with tumor spread. Patients
receiving docetaxel every three weeks survived 2.4 months longer on
average than those receiving mitoxantrone or docetaxel weekly.
-
"The
study's statistics are very robust. Two months may not sound like
much time to most people, but the study shows that prostate cancer
responds to docetaxel and this opens up the door to explore more
options," says Eisenberger. The study results also show
significant improvements in pain relief and lowering prostate
specific antigen blood levels.
-
Side
effects like low blood counts, fever, hair loss and nausea were seen
more often in 25 percent of patients on the tri-weekly regimen of
docetaxel, but many of the side effects are manageable, according to
the study authors. All study participants received prednisone to
improve symptoms.
-
Docetaxel,
tradenamed Taxotere, is based on an extract from the needles of the
English yew plant, and currently is used to treat metastatic breast
cancer. It kills cancer cells by disrupting formation of the
internal skeleton that allows cells to divide and multiply.
-
Other
therapies that may boost docetaxel effectiveness include
radiopharmaceuticals targeted at cancer cells that have spread to
the bone or drugs that block prostate cancer growth genes. Based on
the results of this study, docetaxel was approved on May 19, 2004 as
first-line therapy for hormone refractory prostate cancer by the
Food and Drug Administration.
-
Prostate
cancer affects more than 230,000 men in the United States annually,
and as the second leading cause of cancer deaths, almost 30,000 will
die from the disease each year. Eighty percent of prostate cancer
patients with advanced disease respond to initial hormone therapy to
decrease testosterone levels, but most relapse within an average of
two years.
-
This
study was funded by Aventis Pharmaceuticals Inc.
-
Abstract
# 4, Proceedings of the American Society of Clinical Oncology, 2004.
- MSV
setzte am 23.10.2004 den folgenden Bericht ins Forum:
-
Ärzte
Zeitung, 21.10.2004
-
Chemotherapie
läßt Männer mit Prostata-Ca zwei Monate länger
leben
-
Vorteil
für Docetaxel-Regime bei hormonrefraktären Tumoren /
Studien jetzt publiziert
-
NEU-ISENBURG
(mut). Das fortgeschrittene Prostata-Karzinom ist ein gutes Beispiel
dafür, daß Patienten von neuen Entwicklungen bei der
Chemotherapie profitieren: Erstmals gelingt es nun mit einer
Kombinationstherapie, die Lebenszeit der Patienten zu verlängern.
-
Sind
bei Männern mit Prostata-Karzinom bereits Lymphknoten befallen
oder ist der Tumor metastasiert, ist eine Testosteron-Blockade
bisher die wirksamste Behandlung. Doch in der Regel wird der Tumor
innerhalb von zwei Jahren resistent gegen diese Hormontherapie: Dann
half bisher nur eine Chemotherapie, die die Lebensqualität der
Patienten verbesserte, ihre Lebenszeit aber nicht verlängerte.
-
Erstmals
läßt sich das Leben bei hormonrefraktären
Prostata-Tumoren verlängern.
-
Auf
dem Kongreß der US-Onkologen-Gesellschaft ASCO wurden im Juni
nun Ergebnisse von zwei Studien vorgestellt, in der das Taxan
Docetaxel (Taxotere®) verwendet wurde. Das Ergebnis: Mit der
Docetaxel-Kombination lebten Männer mit hormonrefraktärem
Prostatakarzinom im Schnitt zwei Monate länger als mit der
bisherigen Standardtherapie. Die Studiendaten sind jetzt im New
England Journal of Medicine veröffentlich worden (315, 2004, S.
1488, 1502, 1513).
-
In
der ersten Studie wurde die Kombination von Docetaxel plus Prednison
mit der Standardtherapie Mitoxantron plus Prednison bei über
1000 Männern verglichen. Mit der Standardtherapie lebten die
Männer im Schnitt noch 16,5 Monate, mit dem Docetaxel-Schema
18,9 Monate - ein Plus von 2,4 Monaten.
-
In
der zweiten Studie wurde Docetaxel plus Estramustin mit der
Standardtherapie Mitoxantron plus Prednison bei etwa 770 Männern
verglichen. Mit der Docetaxel/Estramustin-Kombination lebten die
Männer im Schnitt noch 18 Monate, mit der Standardtherapie nur
16 Monate.
-
Aufgrund
dieser Studienergebnisse wurde Docetaxel in den USA zur
Kombinationstherapie bei Männern mit androgen-unabhängigem
Prostata-Karzinom bereits zugelassen – die Zulassung für
die EU ist beantragt.
- Urologe
fs meldete am 15.11.2004:
-
mit
dem 20.10.2004 ist Taxotere für die Behandlung des
metastasierten PK eruopaweit zugelassen worden.
-
Ebenso
MSV:
-
Sanofi-Aventis
erhält EU-Zulassung für Taxotere zur
Prostatakrebs-Behandlung
-
Donnerstag
4. November 2004, 09:41 Uhr
-
PARIS/STRASSBURG
(dpa-AFX) - Die Europäische Kommission hat dem Pharmakonzern
Sanofi-Aventis die Marktzulassung für Taxotere zur Behandlung
von Prostata-Krebs erteilt. Damit sei Taxotere das einzige
zugelassene Mittel zur Behandlung von Lungen-, Brust- und
Prostatakrebs, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Straßburg
mit.
-
Erst
im August hatte die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA
Taxotere als Kombipräparat zur Behandlung von Brustkrebs
zugelassen. Im vergangenen Jahr sei mit dem Chemotherapeutikum ein
Umsatz von 1,3 Milliarden Euro erzielt worden, teilte Sanofi-Aventis
mit./kp/sbi
- MSV
schrieb am 20.2.2005:
-
Mein
Vater ist Kassenpatient und bekommt Taxotere seit August letzten
Jahres und es gibt keine Probleme mit der Krankenkasse, und die
Therapie wirkt bei ihm sehr gut!
- Dr.
Frank Eichhorn schrieb am 20.2.2005:
-
Dr.
Mark Scholz, Onkologe und ehemaliger Partner von Dr. Strum hat
kürzlich seine Erfahrungen mit Taxotere in einem kleinen
Aufsatz zusammengefasst. Er neigt dazu Taxotere bei Risikopatienten
frühzeitig einzusetzten – auch wenn noch kein
androgenunabhängiges Prostatakarzinom vorliegt. Ich teile
weitgehend seine Auffassung, obwohl es für einige Betroffene
eine „Übertherapie“ sein könnte. Es gibt
Männer, die auf die ADT3 sehr gut ansprechen und in drei
Monaten einen PSA Nadir von 0,05 ng/ml erreichen. Diese Gruppe kommt
auch für eine intermittierende ADT in Frage und hat im
allgemeinen eine sehr gute Prognose.
-
Ich habe den Aufsatz
von Dr. Scholz für Sie übersetzt – weil ich ihn
für wichtig halte.
- Hansjörg
schrieb am 23.3.2005:
-
gestern
machte uns ein Strahlentherapeut in einem Gespräch auf
folgendes Phänomen aufmerksam, das er beobachtet hat:
-
Bei
Patienten, die eine Chemotherapie mit Taxotere nach einer
Bestrahlung erhielten, tauchte das Strahlenfeld plötzlich nach
Monaten nach dem Ende der Strahlentherapie auf der Haut auf und
führte zu mehr oder weniger starken Hautirritationen.
-
Deshalb
geht man beispielsweise bei Brustkrebspatientinnen dazu über,
die Chemotherapie mit Taxotere vor einer Bestrahlung
durchzuführen.
- Winfried
fragte am 2.11.2005:
-
Wer
hat Erfahrung mit Taxotere? Welche Begleitmedikamente z. B.
gegen Ödeme? Was noch??
-
robert
(L) antwortete am 3.11.2005:
-
nachdem
ich den ersten Durchgang mit Taxotere (3 x wöchentlich
35 ml/qm, eine Woche Pause) gut und ohne wesentliche
Nebenwirkungen überstanden habe, machen mir jetzt meine
Leberwerte zu schaffen, so dass ich einmal aussetzen musste.
-
Dies
wird aber, so wie ich das verstanden habe, als natürlicher
Einpendelvorgang angesehen. Zur Unterstützung der Leber nehme
ich Herpar SL forte, einen Artischockenblätter-Trockenextrakt.
-
Damit
war Elke nicht einverstanden, sie schrieb am selben Tag:
-
die
Verschlechterung Deiner Leberwerte ist bei der Chemobehandlung zu
erwarten, weil die Leber versucht, den Körper zu entgiften –
das ist ihre Hauptaufgabe – und sie wird nun mit chemischem
"Gift" geradezu bombardiert.
-
Ich
melde mich auf Deinen Beitrag, weil Du "HeparSL forte",
Artischockenextrakt-Kapseln, in der Hoffnung zu Dir nimmst, damit
Deiner Leber zu helfen.
-
Dem ist
nicht so! http://www.netdoktor.de/medikamente/100005098.htm.
-
Diese
Kapseln dienen bei Verdauungsstörungen der GALLE als
Unterstützung; sie sind nicht als Entgiftungshilfe zu
verstehen!
-
Ich
würde Dir wärmstens ans Herz legen, sofort auf "LEGALON"
umzusteigen, denn Mariendistelextrakt hat die gewünschte
Wirkung: Es unterstützt die LEBER bei ihrer Arbeit und macht
sie widerstandsfähiger.
-
ROTE
LISTE / Anwendungsgebiet für LEGALON: "Anw.: Toxische
Leberschäden; zur unterstützenden Behandl. bei
chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen u. Leberzirrhose."
-
http://www.netdoktor.de/medikamente/100001524.htm
-
http://www.g-netz.de/Gesundheit_aktuell/__kaske/alpea.shtml
-
Also,
sofort umsteigen!
-
Außerdem
hat Legalon einen zusätzlich gewünschten Nebeneffekt, den
ich schon mal beschrieben habe. In Mariendistelextrakten befindet
sich Silibin, von dem vermutet wird, eine krebshemmende Wirkung zu
haben.
-
"Fazit:
Silibin war in dieser Untersuchung in der Lage, nicht nur
Veränderungen bei der Expression bestimmter Gene hervorzurufen,
sondern die Autoren gingen gleichzeitig von einer Hemmung der
Proliferation karzinomatöser Zellen aus."
http://www.prostatakrebse.de/informationen/html/na_silibin.html.
-
Hat
man an ein Medikament zum Schutz der Magenschleimhaut gedacht? Sie
wird auch viel zu oft vernachlässigt und hinterher hat man mehr
Ärger, als man ihn hätte, wenn vorgebeugt worden wäre.
-
robert
(L) fragte am selben Tag zurück:
-
danke
für den Hinweis. Kannst du mir mir ein Medikament zum Schutz
der Magenschleimhaut empfehlen?
-
Und
Elke antwortete am 4.11.2005:
-
das
sollte der Arzt in die Wege leiten.
-
Meistens
gibt man einen H2-Blocker, manchmal eine Protonenpumpenhemmer.
Gebräuchlich sind z. B. Pantozol, Pepdul, Omeprazol oder
Nexium..... usw.
-
Bekommst
Du ein Kortisonpräparat zur Chemo dazu? Dann ist Deine
Magenschleimhaut noch anfälliger für Reizungen. Darauf
solltest Du den Arzt ansprechen.
-
Wenn
neurologische leichte Beschwerden auftreten sollten, würde ich
hochdosiert Vit.B-Kombinationen empfehlen.
-
Für
Dich kannst Du Gutes tun und Dir im Reformhaus AloeVera-Saft in
konzentrierter, reiner Form besorgen – er lässt alles an
Schleimhäuten um ein Vielfaches schneller verheilen. Den teuren
nehmen, keine Verdünnungen. Mehrere Kappenmengen am Tag
verteilt, besonders auf leeren Magen. Er hilft von Innen wirklich
sehr gut!
- Jack
fragte am 18.2.2006:
-
Ich
habe DOCETAXEL nachgesehen, und fiel auf folgende Site, und nachdem
da gruselige Nebenwirkungen gelistet sind, findet sich im letzten
Kapitel die Gleichsetzung mit dem hier oft und gern erwähnten
TAXOTERE. Ist dem so?
-
http://www.infomed.org/pharma-kritik/pk19b-96.html
-
Ralf
antwortete am selben Tag:
-
Docetaxel
ist der Wirkstoff, Taxotere®
der Handelsname.
-
Es
gibt hierzulande Ärzte, die, nachdem sie vor nicht langer Zeit
Taxotere® jede
Wirksamkeit gegen PK abgesprochen und eine entsprechende
Verabreichung als Geldverschwendung abgetan haben, jetzt ganz stolz
darauf sind, eine Verabreichung mit 75 mg/m² plus Prednison als
neuesten Stand der Wissenschaft verkünden zu können.
-
Dres.
Leibowitz und Tucker setzen Taxotere seit Anfang
1997
ein, da wussten besagte Ärzte vermutlich noch nicht mal, wie
"Taxotere" geschrieben wird, und sie setzen es
niedrigdosiert sein, nicht 75 mg/m² oder mehr alle drei Wochen,
sondern 25 mg/m² drei Wochen hintereinander, dann eine Woche
Pause usw., und außerdem kombiniert mit Estramustinphosphat
[Estracyt®,
Multosin®]
und Carboplatin, so wie in der
zweiten Studie erwähnt,
und es ist im Forum auch schon mehrfach geschildert worden.
-
Im
Forumextrakt - Th-Erfahrungen -
Chemotherapie haben
zwei deutsche Patienten (Sphinkter und JochenB) über ihre
Erfahrungen mit dieser Art der Verabreichung berichtet, einen
77-jährigen amerikanischen Patienten konnte ich Mitte 2003 in
LA interviewen (s.
KISP-Texte Nr. 14).
-
Derzeit
ist eine Chemotherapie für mich kein Thema, aber wenn es dazu
kommen sollte, würde ich jedenfalls um jeden Arzt einen weiten
Bogen machen, der mir mit 75 mg/m² Taxotere alle drei Wochen
kommen wollte.
- Siegbert
fragte am 8.7.2006:
-
Was
ist eine niedrig dosierte Taxotere-Therapie? Habe zurückliegend
12 Infusionen je 35 mg/m² erhalten (1x aussetzen nach drei
Infusionen). Musste nach vier Zyklen abbrechen wegen erheblicher
Blutbildverschlechterung. Meine Onkogologin rät von einer
niedrigeren Dosierung ab und empfiehlt jetzt Taxol statt Taxotere,
wegen geringerer Nebenwirkungen.
-
adele1312
antwortete am 10.7.2006:
-
Mein
Mann hat in 2005 insgesamt 15 Infusionen im gleichen Rhythmus (drei
Wochen hintereinander, eine Woche Pause) erhalten. Seine Blutwerte
waren immer schlecht - insbes. die Leukozyten (1000 - 1800). Er
bekam daraufhin wöchentlich Granozyte 34 Mill. IE gespritzt.
-
Nach
Unterbrechung der Chemo hätte nach Meinung der Ärzte die
Chemo wieder von vorn beginnen müssen, darum die Hilfe mit
Granozyte. Das PSA ist von ca. 450 auf 25 am Ende gefallen, hat
allerdings nur zwei Monate angehalten, dann kam der erneute Anstieg.
-
Um
die Nebenwirkungen in Grenzen zu halten, habe ich ihm Q10 (300 mg),
B-Vit., Selen, Vit.-C+Zink, Vit.-E, Lachsölkapseln und
verschiedene asiatische Heilpilzextrakte verabreicht und natürlich
gesunde Kost.
-
Bis
auf leichten Haarausfall und befallene Fingernägel (vermeidbar
mit Kühlhandschuhen während der Infusion) hatte er keine
Nebenwirkungen.
-
Inzwischen
hat er weitere acht hochdosierte Infusionen Taxotere im Abstand von
drei Wochen hinter sich und bekam statt Granozyte "Neulasta"
verabreicht, um die Leukozyten zum Wachsen anzuregen (funktionierte
auch sehr gut).
-
Leider
reagiert der PSA-Wert nun nicht mehr auf die Chemo, d. h. er
blieb bei ca. 150 stehen und stieg innerhalb von drei Wochen nach
der letzten Chemo auf ca. 220.
-
Siegbert
antwortete am selben Tag:
-
Da
nach der neunten Infusion meine Blutwerte extrem in den Keller
gingen, habe ich zurückliegend ebenfalls bereits Neupogen und
später auch Neulasta erhalten. Die angedachten sechs Zyklen
wurden dann nach dem vierten Zyklus abgebrochen, „damit sich
der Körper erholen kann“ (letzte Chemo am 5. Mai).
-
Das
Blutbild hat sich gebessert. Ich gehe aber davon aus, dass die Werte
nach einer weiteren Taxotere-Infusion mit 35 mg/m²
wöchentlich wieder unten sind und dann dauerhaft
Neulasta-Spritzen und Bluttransfusionen (EPO soll angeblich gemäß
Laboruntersuchung bei mir nicht wirken) die Voraussetzung für
eine Fortführung der Chemo sind.
-
Will
meiner Onkologin daher eine niedrigere Taxotere-Dosis (z. B.
25 mg/m² oder 28 mg/m² wöchentlich)
vorschlagen und bin auf der Suche nach entsprechenden Protokollen
als „Argumentationshilfe“. Von Taxotere verspreche ich
mir mehr als von Taxol.
-
Mein
PSA-Wert lag am 15. Januar (erste Taxotere-Chemo) bei 13,6 und am 5.
Mai bei 3,0. Durch Knochen-Szintigramm und MRT konnte eine deutliche
Verbesserung nachgewiesen werden.
-
Leider
liegt der PSA-Wert jetzt schon wieder bei 9,2 ng/ml, was auch
mit dem Absetzen von Trenantone in Zusammenhang stehen kann.
Enantone, Casodex und Proscar laufen seit zwei Wochen als
Hormontherapie.
-
Eine
Ergänzung mit Taxol oder Taxotere ist angedacht. Ich hoffe
stärker auf Taxotere, auch in schwächerer Dosierung. Eine
Alternative sehe ich leider nicht.
-