Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Medikamente – Taxotere® (Wirkstoff Docetaxel)

[Taxotere® ist in Deutschland für die Behandlung von hormonrefraktärem Prostatakrebs zugelassen und ist das bisher einzige wirklich wirksame Medikament bei diesem Krankheitsbild. Leider wird es aber häufig zu spät eingesetzt, wenn der Krebs schon fortgeschritten und der Patient dadurch körperlich bereits geschwächt ist.
Taxotere® ist ein Zellgift mit teilweise starken Nebenwirkungen, wie Verschlechterung der Blutwerte, Haarausfall, Fieber, Übelkeit. Über den Verabreichungsmodus herrscht unter den Ärzten keine Einigkeit. In Deutschland wird es von den meisten Ärzten hochdosiert [z. B. 75 mg/m2 Körperoberfläche (KO)] und alle drei oder vier Wochen verabreicht. Andere Ärzte, wie z. B. einige amerikanische Onkologen, verabreichen es niedriger dosiert (25 mg/m2 KO), und dafür einmal wöchentlich, drei Wochen lang hintereinander und dann einer Woche Pause und geben für diesen Modus eine bessere Verträglichkeit und eine höhere Wirksamkeit an (ein 1,80 m großer Mann hat etwa 2 m² Körperoberfläche). Als de-facto-Standard-Verabreichung gilt derzeit in Deutschland Taxotere 75 mg/m2 + Prednison (ein künstliches Kortikoid).
Taxotere® sollte nie zusammen mit Casodex® verabreicht werden, da diese Kombination die Leber sehr stark belasten kann.
Ed]

Petra fragte am 16.5.2002:
wer kann uns über Erfahrungen mit Taxotere berichten?
Hansjörg konnte am selben Tag etwas dazu aussagen:
Ein Mitglied unserer SHG mit Knochen- und Weichteilmetastasen hat eine Chemotherapie mit Docetaxel (Taxotere) gemacht. Ein Großteil der Knochenmetastasen hat sich zurückgebildet, eine jedoch (ich glaube im Beckenbereich) vergrößert. Trotz der Erfolge musste er wegen starker Nebenwirkungen die Therapie abbrechen.
An deine persönliche E-Mail-Adresse sende die Adresse des Betroffenen; selbstverständlich mit seinem Einverständnis.
Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Rhein-Neckar
Hansjörg Burger und Paul Enders
Dillingerstr. 7
68309 Mannheim
Telefon 0621 / 72 14 22 oder 06226 / 8358
Fax 0621 / 727 30 99
E- Mail: shg.pros.rn@web.de
www.selbsthilfegruppe-prostatakrebs.de
Am 8.11.2002 meldete sich Petra wieder:
gibt es jemanden, der uns über Erfahrungen mit Taxotere berichten kann. Diese Therapie ist in Diskussion, und wir würden gerne Näheres erfahren.
Als erster meldete sich am 9.11.2002 Uwe:
Taxotere scheint eine relativ nebenwirkungsarme Chemo zu sein, meistens wird Taxotere mit anderen Präparaten kombiniert. Ich habe in der letzten Zeit einige Vorträge gehört über Chemo-Therapien, es war nicht sehr ermutigend, der Erfolg liegt bei 10 bis 20 % und es gibt keinen klinischen Beleg, dass man durch eine Chemo auch nur eine Woche länger lebt, allerdings reduziert die Chemo die Lebensqualität. Wenn Dein Mann eine Chemo machen will, suche Dir einen klinischen Hämatologen/Onkologen, die haben am meisten Ahnung von Chemo-Therapien.
Dazu schrieb Paul am selben Tag:
ganz so wie Uwe die Taxotere-Behandlung schildert ist es auch nicht. Ich kenne Patienten, die den PSA-Wert mit Taxotere gedrittelt haben. Bei Lebermetastasen sieht man durch Taxotere die Schrumpfung der Metastasen im Ultraschall.
Siegfried konnte ebenfalls am 9.11.2002 folgendes beitragen:
Ich hatte vor drei Wochen Kontakt mit dem Benjamin-Franklin-Krankenhaus in Berlin (Uni-Klinik der FU). Sie machen gerade ein Studie mit Taxotere und Estramustin.
Über die Telefonnummer 030/8445 2329 kann man sich oder der behandelnde Urologe mit der Studienzentrale (Arbeitsgemeinschaft urologische Onkologie) in Verbindung setzen. Ruf doch dort mal an, dann könnt Ihr Euch immer noch, wie Uwe es vorgeschlagen hat, einen geeigneten Onkologen suchen.

Udo schrieb am 24.2.2004:
wie z. T. bekannt, wurde die Kostenerstattung bereits des Off-Label-Use von Taxotere juristisch erkämpft (Sozialgericht Ulm).
http://f25.parsimony.net/forum62303/messages/4990.ht
Docetaxel bald bei Prostata-Ca
BAD SODEN (eb). Für das Krebsmedikament Docetaxel (Taxotere®) ist die europäische Zulassung für die Behandlung von Patienten mit metastasiertem hormonrefraktärem Prostatakarzinom beantragt worden. Dies hat das Unternehmen Aventis Pharma Deutschland in Bad Soden mitgeteilt.
Grundlage ist die randomisierte Phase-III-Studie (TAX 327), in der der Wirkstoff in Kombination mit Prednison mit dem US-Standardregime Mitoxantron/Prednison verglichen worden ist. Eine Zusammenfassung der Studienergebnisse ist für das wissenschaftliche Programm der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vom 5. bis 8. Juni in New Orleans im US-Staat Louisiana vorgesehen.
Ärzte Zeitung, 24.02.2004
http://www.aerztezeitung.de/docs/2004/02/24/034a1103.asp?cat=/medizin/krebs
Dazu schrieb auch Christian am selben Tag:
jetzt kann Taxotere auch offiziell als Waffe gegen den hormonrefraktären Prostatakrebs zur Lebensdauerverlängerung eingesetzt werden.
Wie bereits berichtet, hatte der BPS vor einigem Monaten in Zusammenarbeit mit Dr. Eichhorn, den Herren Rechtsanwälten Messner und Meurers und einem Betroffenen einen höchstrichterlichen Bescheid herbeiführen lassen, dass die Krankenkasse die Kosten für Docetaxel (Tomasz-Beer-Protokoll) für einen mittellosen Patienten zu übernehmen hat, der anderweitig wegen seiner sonst aussichtslosen Krankheitssituation nur noch kurze Zeit zu leben gehabt hätte.
Reichere Patienten hatten bisher dieses Medikament aus eigener Tasche bezahlt (ca. 12 000 bis 15 000 Euro für eine Behandlung).
Wir glauben, dass unsere Maßnahme damals als ein weiterer Mosaikstein zur Beschleunigung der Problemlösung angesehen werden kann.
Jetzt ist es (fast) geschafft. Die Fa. Aventis hat die Zulassungserweiterung für Taxotere (Docetaxel) in der Indikation "hormonrefraktäres Prostatakarzinom" eingereicht.
Folgende Pressemitteilung wurde offiziell herausgegeben:
Das Unternehmen Aventis hat am 5. Februar 2004 bei der European Medicine Evaluation Agency (EMEA) einen Zulassungsantrag für das Krebsmedikament Docetaxel für die Behandlung des metastasierten hormonrefraktären Prostatakarzinoms gestellt. Bei der amerikanischen FDA wurde der Antrag auf Zulassung bereits Ende Januar 2004 eingereicht.
Grundlage für die erwartete Zulassung ist die mit über 1000 rekrutierten Patienten bisher umfangreichste, randomisierte Phase-III-Studie, in der Docetaxel in Kombination mit Prednison mit dem amerikanischen Standardregime Mitoxantron/Prednison verglichen wurde. Eine Zusammenfassung der Studienergebnisse ist für das wissenschaftliche Programm der Jahrestagung der Amerikanischen Society of Clinical Oncology (ASCO) vom 5. bis 8. Juni 2004 in New Orleans vorgesehen.
In Docetaxel als neue therapeutische Option wird große Hoffnung gelegt. Es wird davon ausgegangen, dass ein Überlebensvorteil für Patienten mit einem hormonrefraktärem Prostatakarzinom erwartet werden kann.
Hinweis:
Der Beschluss der European Medicine Evaluation Agency (EMEA) in London wird dann umgehend in Deutschland durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte umgesetzt.
Auch wenn jetzt die Zulassung noch nicht in der Bundesrepublik vorliegt, der derzeitige Sachstand reicht aus, dass alle Krankenkassen umgehend veranlasst werden können, die Kosten für dieses Medikament in den indizierten Fällen sofort zu übernehmen.
Dank allen Beteiligten für diesen Fortschritt.

Rudolf schrieb am 2.4.2004:
Anja hatte im Dezember berichtet, dass der PK ihres Vaters weit fortgeschritten war, Lebermetastasen bei Aszites [Ansammlung von Flüssigkeit in der freien Bauchhöhle – Ed]. Noch im Februar hatte Wil einen Beitrag recherchiert, was evtl. bei Lebermetastasen zu machen ist.
Nun hat ein Urologe in Hamburg Anjas Vater zunächst mit Estramustin und Taxotere, dann mit Taxotere allein behandelt. Estramustin war nicht so gut, es traten Blutungen auf, das will ich jetzt gar nicht ausbreiten.
Aber seitdem die Taxotere-Therapie alleine läuft, geht es aufwärts. Hier, was Anja mir geschrieben hat und was ich weiterleiten darf:
"... ich find', es ist ein echter Erfolg!!! Ohne die Behandlung wäre mein Vater schon tot! Bei ihm schlägt halt alles vorbildlich an, aber sowas soll's ja auch geben?!?! .
Meinem Vater geht es momentan relativ gut. Er bekommt seit heute wieder Chemo, immer drei am Stück mit zwei bis drei Wochen Pause dazwischen. Anfangs bekam er Estramustin und Taxotere, aber das ging ja total schief. Seit Januar bekommt er nur noch Taxotere, der Erfolg ist weiterhin da. Sein PK ist von Beginn der Chemo Anfang Dezember 03 von 1063 (!!!) auf mittlerweile 57 gesunken! Und das ist doch ein Erfolg! Die Lebermetastasen sind vor vier Wochen per MRT untersucht worden. Es sind noch drei winzige da. Der Arzt bei der MRT konnte es nicht fassen, da bei der ersten Untersuchung von einer weitverbreiteten Lebermetastasierung mit Lymphknotenbefall in diesem Bereich gesprochen wurde. Lymphknoten sind frei!
Ansonsten geht's meinem Vater für eine Chemo ordentlich. Bei der dritten in Folge hat er Geschmacksverlust, das vergeht aber nach ca. einer Woche. ansonsten macht er eigentlich alles, was er vor der Erkrankung getan hat.
Die Behandlung bei und mit [Name des Urologen] bezeichnet er als vorbildlich, der ist m. E. echt fit auf diesem Gebiet und regelmäßig in den Staaten, hält selbst dort Vorträge.
Interessieren würde mich aber trotzdem die Sache mit den radioaktiv versetzten Kügelchen, was ist da dran? Man weiß ja nie, was als Nächstes kommt...."
Das mit den Kügelchen war die Studie, die Wil recherchiert hatte.

Malte schrieb am 2.6.2004:
folgenden Artikel fand ich gerade:
Ärzte Zeitung, 02.06.2004
USA: Docetaxel bei Prostatakrebs
NEU-ISENBURG (eb). Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat Docetaxel (Taxotere®) für die Behandlung von Männern mit androgen-unabhängigem metastasiertem Prostatakrebs in der Kombination mit Prednison zugelassen. Bei der EMEA läuft das entsprechende Zulassungsverfahren für Europa, wie das Unternehmen Aventis mitgeteilt hat. Die FDA-Zulassung beruht auf den Ergebnissen einer Phase-III-Studie, bei der eine Lebensverlängerung bei dieser Patientengruppe der primäre Endpunkt war.

Julius P schrieb am 13.7.2004:
Hier habe ich in der österreichischen Ärztezeitung vom 02.06.2004 folgende Meldung über die Zulassung von Taxotere (Leider nur für die USA)
in Kombination mit Prednison gefunden.
Wichtig ist die Tatsache, dass die Zulassung für den metastasierenden, hormon-unabhängigen Prostata-Krebs gilt.
Ärzte Zeitung, 02.06.2004
USA: Docetaxel bei Prostatakrebs
NEU-ISENBURG (eb). Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat Docetaxel (Taxotere®) für die Behandlung von Männern mit androgen-unabhängigem metastasiertem Prostatakrebs in der Kombination mit Prednison zugelassen.
Bei der EMEA läuft das entsprechende Zulassungsverfahren für Europa, wie das Unternehmen Aventis mitgeteilt hat.
Die FDA-Zulassung beruht auf den Ergebnissen einer Phase-III-Studie, bei der eine Lebensverlängerung bei dieser Patientengruppe der primäre Endpunkt war.
RuStra konnte dazu folgendes mitteilen:
Ich habe Power-Point-Folien über diese Phase-III-Studie vom Hamburger Onkologen Dr. Lipp, die ich auf Wunsch weiterschicke.
Guy schrieb, immer noch am selben Tag:
Hierbei die Studie:
Docetaxel Extends Life in Advanced Prostate Cancer Patients
Johns Hopkins Kimmel Cancer Center clinicians were among those at leading institutions that have completed a three-year international study showing that docetaxel, a drug made from yew tree needles, decreases the chance of dying by 24 percent in advanced-stage prostate cancer patients resistant to hormone therapy.
Newswise - Johns Hopkins Kimmel Cancer Center clinicians were among those at leading institutions that have completed a three-year international study showing that docetaxel, a drug made from yew tree needles, decreases the chance of dying by 24 percent in advanced-stage prostate cancer patients resistant to hormone therapy. Scheduled for presentation at the 40th annual meeting of the American Society of Clinical Oncology in New Orleans on June 7, the results spur hopes that earlier use of the drug alone or together with other agents will provide longer improvements in survival.
"This is good news for our prostate cancer patients," says Mario Eisenberger, M.D., co-chair of the study and the R. Dale Hughes Professor of Oncology at the Johns Hopkins Kimmel Cancer Center. "These data indicate that the current standard of care for these patients should be docetaxel therapy, and we should try adding new agents to build upon this success and test it in patients with aggressive disease before the cancer spreads."
Eisenberger co-chaired the global study that enrolled patients in 24 countries. With colleagues from Erasmus University in the Netherlands and Princess Margaret Hospital in Toronto, the research team randomly assigned 1,006 hormone-resistant prostate cancer patients to receive intravenous docetaxel (every three weeks or weekly) or the current standard chemotherapy drug, called mitoxantrone, which is approved mainly for reducing pain associated with tumor spread. Patients receiving docetaxel every three weeks survived 2.4 months longer on average than those receiving mitoxantrone or docetaxel weekly.
"The study's statistics are very robust. Two months may not sound like much time to most people, but the study shows that prostate cancer responds to docetaxel and this opens up the door to explore more options," says Eisenberger. The study results also show significant improvements in pain relief and lowering prostate specific antigen blood levels.
Side effects like low blood counts, fever, hair loss and nausea were seen more often in 25 percent of patients on the tri-weekly regimen of docetaxel, but many of the side effects are manageable, according to the study authors. All study participants received prednisone to improve symptoms.
Docetaxel, tradenamed Taxotere, is based on an extract from the needles of the English yew plant, and currently is used to treat metastatic breast cancer. It kills cancer cells by disrupting formation of the internal skeleton that allows cells to divide and multiply.
Other therapies that may boost docetaxel effectiveness include radiopharmaceuticals targeted at cancer cells that have spread to the bone or drugs that block prostate cancer growth genes. Based on the results of this study, docetaxel was approved on May 19, 2004 as first-line therapy for hormone refractory prostate cancer by the Food and Drug Administration.
Prostate cancer affects more than 230,000 men in the United States annually, and as the second leading cause of cancer deaths, almost 30,000 will die from the disease each year. Eighty percent of prostate cancer patients with advanced disease respond to initial hormone therapy to decrease testosterone levels, but most relapse within an average of two years.
This study was funded by Aventis Pharmaceuticals Inc.
Abstract # 4, Proceedings of the American Society of Clinical Oncology, 2004.

MSV setzte am 23.10.2004 den folgenden Bericht ins Forum:
Ärzte Zeitung, 21.10.2004
Chemotherapie läßt Männer mit Prostata-Ca zwei Monate länger leben
Vorteil für Docetaxel-Regime bei hormonrefraktären Tumoren / Studien jetzt publiziert
NEU-ISENBURG (mut). Das fortgeschrittene Prostata-Karzinom ist ein gutes Beispiel dafür, daß Patienten von neuen Entwicklungen bei der Chemotherapie profitieren: Erstmals gelingt es nun mit einer Kombinationstherapie, die Lebenszeit der Patienten zu verlängern.
Sind bei Männern mit Prostata-Karzinom bereits Lymphknoten befallen oder ist der Tumor metastasiert, ist eine Testosteron-Blockade bisher die wirksamste Behandlung. Doch in der Regel wird der Tumor innerhalb von zwei Jahren resistent gegen diese Hormontherapie: Dann half bisher nur eine Chemotherapie, die die Lebensqualität der Patienten verbesserte, ihre Lebenszeit aber nicht verlängerte.
Erstmals läßt sich das Leben bei hormonrefraktären Prostata-Tumoren verlängern.
Auf dem Kongreß der US-Onkologen-Gesellschaft ASCO wurden im Juni nun Ergebnisse von zwei Studien vorgestellt, in der das Taxan Docetaxel (Taxotere®) verwendet wurde. Das Ergebnis: Mit der Docetaxel-Kombination lebten Männer mit hormonrefraktärem Prostatakarzinom im Schnitt zwei Monate länger als mit der bisherigen Standardtherapie. Die Studiendaten sind jetzt im New England Journal of Medicine veröffentlich worden (315, 2004, S. 1488, 1502, 1513).
In der ersten Studie wurde die Kombination von Docetaxel plus Prednison mit der Standardtherapie Mitoxantron plus Prednison bei über 1000 Männern verglichen. Mit der Standardtherapie lebten die Männer im Schnitt noch 16,5 Monate, mit dem Docetaxel-Schema 18,9 Monate - ein Plus von 2,4 Monaten.
In der zweiten Studie wurde Docetaxel plus Estramustin mit der Standardtherapie Mitoxantron plus Prednison bei etwa 770 Männern verglichen. Mit der Docetaxel/Estramustin-Kombination lebten die Männer im Schnitt noch 18 Monate, mit der Standardtherapie nur 16 Monate.
Aufgrund dieser Studienergebnisse wurde Docetaxel in den USA zur Kombinationstherapie bei Männern mit androgen-unabhängigem Prostata-Karzinom bereits zugelassen – die Zulassung für die EU ist beantragt.

Urologe fs meldete am 15.11.2004:
mit dem 20.10.2004 ist Taxotere für die Behandlung des metastasierten PK eruopaweit zugelassen worden.
Ebenso MSV:
Sanofi-Aventis erhält EU-Zulassung für Taxotere zur Prostatakrebs-Behandlung
Donnerstag 4. November 2004, 09:41 Uhr
PARIS/STRASSBURG (dpa-AFX) - Die Europäische Kommission hat dem Pharmakonzern Sanofi-Aventis die Marktzulassung für Taxotere zur Behandlung von Prostata-Krebs erteilt. Damit sei Taxotere das einzige zugelassene Mittel zur Behandlung von Lungen-, Brust- und Prostatakrebs, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Straßburg mit.
Erst im August hatte die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA Taxotere als Kombipräparat zur Behandlung von Brustkrebs zugelassen. Im vergangenen Jahr sei mit dem Chemotherapeutikum ein Umsatz von 1,3 Milliarden Euro erzielt worden, teilte Sanofi-Aventis mit./kp/sbi

MSV schrieb am 20.2.2005:
Mein Vater ist Kassenpatient und bekommt Taxotere seit August letzten Jahres und es gibt keine Probleme mit der Krankenkasse, und die Therapie wirkt bei ihm sehr gut!

Dr. Frank Eichhorn schrieb am 20.2.2005:
Dr. Mark Scholz, Onkologe und ehemaliger Partner von Dr. Strum hat kürzlich seine Erfahrungen mit Taxotere in einem kleinen Aufsatz zusammengefasst. Er neigt dazu Taxotere bei Risikopatienten frühzeitig einzusetzten – auch wenn noch kein androgenunabhängiges Prostatakarzinom vorliegt. Ich teile weitgehend seine Auffassung, obwohl es für einige Betroffene eine „Übertherapie“ sein könnte. Es gibt Männer, die auf die ADT3 sehr gut ansprechen und in drei Monaten einen PSA Nadir von 0,05 ng/ml erreichen. Diese Gruppe kommt auch für eine intermittierende ADT in Frage und hat im allgemeinen eine sehr gute Prognose.
Ich habe den Aufsatz von Dr. Scholz für Sie übersetzt – weil ich ihn für wichtig halte.

Hansjörg schrieb am 23.3.2005:
gestern machte uns ein Strahlentherapeut in einem Gespräch auf folgendes Phänomen aufmerksam, das er beobachtet hat:
Bei Patienten, die eine Chemotherapie mit Taxotere nach einer Bestrahlung erhielten, tauchte das Strahlenfeld plötzlich nach Monaten nach dem Ende der Strahlentherapie auf der Haut auf und führte zu mehr oder weniger starken Hautirritationen.
Deshalb geht man beispielsweise bei Brustkrebspatientinnen dazu über, die Chemotherapie mit Taxotere vor einer Bestrahlung durchzuführen.

Winfried fragte am 2.11.2005:
Wer hat Erfahrung mit Taxotere? Welche Begleitmedikamente z. B. gegen Ödeme? Was noch??
robert (L) antwortete am 3.11.2005:
nachdem ich den ersten Durchgang mit Taxotere (3 x wöchentlich 35 ml/qm, eine Woche Pause) gut und ohne wesentliche Nebenwirkungen überstanden habe, machen mir jetzt meine Leberwerte zu schaffen, so dass ich einmal aussetzen musste.
Dies wird aber, so wie ich das verstanden habe, als natürlicher Einpendelvorgang angesehen. Zur Unterstützung der Leber nehme ich Herpar SL forte, einen Artischockenblätter-Trockenextrakt.
Damit war Elke nicht einverstanden, sie schrieb am selben Tag:
die Verschlechterung Deiner Leberwerte ist bei der Chemobehandlung zu erwarten, weil die Leber versucht, den Körper zu entgiften – das ist ihre Hauptaufgabe – und sie wird nun mit chemischem "Gift" geradezu bombardiert.
Ich melde mich auf Deinen Beitrag, weil Du "HeparSL forte", Artischockenextrakt-Kapseln, in der Hoffnung zu Dir nimmst, damit Deiner Leber zu helfen.
Dem ist nicht so! http://www.netdoktor.de/medikamente/100005098.htm.
Diese Kapseln dienen bei Verdauungsstörungen der GALLE als Unterstützung; sie sind nicht als Entgiftungshilfe zu verstehen!
Ich würde Dir wärmstens ans Herz legen, sofort auf "LEGALON" umzusteigen, denn Mariendistelextrakt hat die gewünschte Wirkung: Es unterstützt die LEBER bei ihrer Arbeit und macht sie widerstandsfähiger.
ROTE LISTE / Anwendungsgebiet für LEGALON: "Anw.: Toxische Leberschäden; zur unterstützenden Behandl. bei chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen u. Leberzirrhose."
http://www.netdoktor.de/medikamente/100001524.htm
http://www.g-netz.de/Gesundheit_aktuell/__kaske/alpea.shtml
Also, sofort umsteigen!
Außerdem hat Legalon einen zusätzlich gewünschten Nebeneffekt, den ich schon mal beschrieben habe. In Mariendistelextrakten befindet sich Silibin, von dem vermutet wird, eine krebshemmende Wirkung zu haben.
"Fazit: Silibin war in dieser Untersuchung in der Lage, nicht nur Veränderungen bei der Expression bestimmter Gene hervorzurufen, sondern die Autoren gingen gleichzeitig von einer Hemmung der Proliferation karzinomatöser Zellen aus." http://www.prostatakrebse.de/informationen/html/na_silibin.html.
Hat man an ein Medikament zum Schutz der Magenschleimhaut gedacht? Sie wird auch viel zu oft vernachlässigt und hinterher hat man mehr Ärger, als man ihn hätte, wenn vorgebeugt worden wäre.
robert (L) fragte am selben Tag zurück:
danke für den Hinweis. Kannst du mir mir ein Medikament zum Schutz der Magenschleimhaut empfehlen?
Und Elke antwortete am 4.11.2005:
das sollte der Arzt in die Wege leiten.
Meistens gibt man einen H2-Blocker, manchmal eine Protonenpumpenhemmer. Gebräuchlich sind z. B. Pantozol, Pepdul, Omeprazol oder Nexium..... usw.
Bekommst Du ein Kortisonpräparat zur Chemo dazu? Dann ist Deine Magenschleimhaut noch anfälliger für Reizungen. Darauf solltest Du den Arzt ansprechen.
Wenn neurologische leichte Beschwerden auftreten sollten, würde ich hochdosiert Vit.B-Kombinationen empfehlen.
Für Dich kannst Du Gutes tun und Dir im Reformhaus AloeVera-Saft in konzentrierter, reiner Form besorgen – er lässt alles an Schleimhäuten um ein Vielfaches schneller verheilen. Den teuren nehmen, keine Verdünnungen. Mehrere Kappenmengen am Tag verteilt, besonders auf leeren Magen. Er hilft von Innen wirklich sehr gut!

Jack fragte am 18.2.2006:
Ich habe DOCETAXEL nachgesehen, und fiel auf folgende Site, und nachdem da gruselige Nebenwirkungen gelistet sind, findet sich im letzten Kapitel die Gleichsetzung mit dem hier oft und gern erwähnten TAXOTERE. Ist dem so?
http://www.infomed.org/pharma-kritik/pk19b-96.html
Ralf antwortete am selben Tag:
Docetaxel ist der Wirkstoff, Taxotere® der Handelsname.
Es gibt hierzulande Ärzte, die, nachdem sie vor nicht langer Zeit Taxotere® jede Wirksamkeit gegen PK abgesprochen und eine entsprechende Verabreichung als Geldverschwendung abgetan haben, jetzt ganz stolz darauf sind, eine Verabreichung mit 75 mg/m² plus Prednison als neuesten Stand der Wissenschaft verkünden zu können.
Dres. Leibowitz und Tucker setzen Taxotere seit Anfang 1997 ein, da wussten besagte Ärzte vermutlich noch nicht mal, wie "Taxotere" geschrieben wird, und sie setzen es niedrigdosiert sein, nicht 75 mg/m² oder mehr alle drei Wochen, sondern 25 mg/m² drei Wochen hintereinander, dann eine Woche Pause usw., und außerdem kombiniert mit Estramustinphosphat [Estracyt®, Multosin®] und Carboplatin, so wie in der zweiten Studie erwähnt, und es ist im Forum auch schon mehrfach geschildert worden.
Im Forumextrakt - Th-Erfahrungen - Chemotherapie haben zwei deutsche Patienten (Sphinkter und JochenB) über ihre Erfahrungen mit dieser Art der Verabreichung berichtet, einen 77-jährigen amerikanischen Patienten konnte ich Mitte 2003 in LA interviewen (s. KISP-Texte Nr. 14).
Derzeit ist eine Chemotherapie für mich kein Thema, aber wenn es dazu kommen sollte, würde ich jedenfalls um jeden Arzt einen weiten Bogen machen, der mir mit 75 mg/m² Taxotere alle drei Wochen kommen wollte.

Siegbert fragte am 8.7.2006:
Was ist eine niedrig dosierte Taxotere-Therapie? Habe zurückliegend 12 Infusionen je 35 mg/m² erhalten (1x aussetzen nach drei Infusionen). Musste nach vier Zyklen abbrechen wegen erheblicher Blutbildverschlechterung. Meine Onkogologin rät von einer niedrigeren Dosierung ab und empfiehlt jetzt Taxol statt Taxotere, wegen geringerer Nebenwirkungen.
adele1312 antwortete am 10.7.2006:
Mein Mann hat in 2005 insgesamt 15 Infusionen im gleichen Rhythmus (drei Wochen hintereinander, eine Woche Pause) erhalten. Seine Blutwerte waren immer schlecht - insbes. die Leukozyten (1000 - 1800). Er bekam daraufhin wöchentlich Granozyte 34 Mill. IE gespritzt.
Nach Unterbrechung der Chemo hätte nach Meinung der Ärzte die Chemo wieder von vorn beginnen müssen, darum die Hilfe mit Granozyte. Das PSA ist von ca. 450 auf 25 am Ende gefallen, hat allerdings nur zwei Monate angehalten, dann kam der erneute Anstieg.
Um die Nebenwirkungen in Grenzen zu halten, habe ich ihm Q10 (300 mg), B-Vit., Selen, Vit.-C+Zink, Vit.-E, Lachsölkapseln und verschiedene asiatische Heilpilzextrakte verabreicht und natürlich gesunde Kost.
Bis auf leichten Haarausfall und befallene Fingernägel (vermeidbar mit Kühlhandschuhen während der Infusion) hatte er keine Nebenwirkungen.
Inzwischen hat er weitere acht hochdosierte Infusionen Taxotere im Abstand von drei Wochen hinter sich und bekam statt Granozyte "Neulasta" verabreicht, um die Leukozyten zum Wachsen anzuregen (funktionierte auch sehr gut).
Leider reagiert der PSA-Wert nun nicht mehr auf die Chemo, d. h. er blieb bei ca. 150 stehen und stieg innerhalb von drei Wochen nach der letzten Chemo auf ca. 220.
Siegbert antwortete am selben Tag:
Da nach der neunten Infusion meine Blutwerte extrem in den Keller gingen, habe ich zurückliegend ebenfalls bereits Neupogen und später auch Neulasta erhalten. Die angedachten sechs Zyklen wurden dann nach dem vierten Zyklus abgebrochen, „damit sich der Körper erholen kann“ (letzte Chemo am 5. Mai).
Das Blutbild hat sich gebessert. Ich gehe aber davon aus, dass die Werte nach einer weiteren Taxotere-Infusion mit 35 mg/m² wöchentlich wieder unten sind und dann dauerhaft Neulasta-Spritzen und Bluttransfusionen (EPO soll angeblich gemäß Laboruntersuchung bei mir nicht wirken) die Voraussetzung für eine Fortführung der Chemo sind.
Will meiner Onkologin daher eine niedrigere Taxotere-Dosis (z. B. 25 mg/m² oder 28 mg/m² wöchentlich) vorschlagen und bin auf der Suche nach entsprechenden Protokollen als „Argumentationshilfe“. Von Taxotere verspreche ich mir mehr als von Taxol.
Mein PSA-Wert lag am 15. Januar (erste Taxotere-Chemo) bei 13,6 und am 5. Mai bei 3,0. Durch Knochen-Szintigramm und MRT konnte eine deutliche Verbesserung nachgewiesen werden.
Leider liegt der PSA-Wert jetzt schon wieder bei 9,2 ng/ml, was auch mit dem Absetzen von Trenantone in Zusammenhang stehen kann. Enantone, Casodex und Proscar laufen seit zwei Wochen als Hormontherapie.
Eine Ergänzung mit Taxol oder Taxotere ist angedacht. Ich hoffe stärker auf Taxotere, auch in schwächerer Dosierung. Eine Alternative sehe ich leider nicht.