Der Extrakt aus dem
Prostatakrebs-Forum von KISP
und BPS
Statine
- Ralf
schrieb am 3.5.2004:
-
von Dr. Leibowitz gibt es eine neue
Abhandlung, diesmal über die Medikamentengruppe der Statine.
Sie werden standardmäßig zum Absenken hoher
Cholesterinspiegel eingesetzt. Bei einigen von ihnen hat man
darüberhinaus eine Antikrebswirkung festgestellt, wovon Dr.
Leibowitz berichtet. Der übersetzte Artikel ist zu finden über
=> Texte, der letzte Link in der
Tabelle. [Der Text im PDF-Format kann auch
hier direkt heruntergeladen werden.
– Ed]
- Dieter
V. schrieb am 24.4.2005:
-
auf
der einen Seite müssen wir leider immer wieder mit ansehen, wie
standardurologische "Behandlung" versagt, auf der anderen
Seite sieht man immer wieder neue Ansätze zur besseren
Behandlung von PK. Der folgende Beitrag aus dem Ärzteblatt, dem
"Amtsblatt" und Pflichtlektüre der Ärzte,
-
läßt mich auf den Beitrag
von Dr. Bob Leibowitz zum Thema Statine hinweisen.
-
Dieser
Artikel ist bereits ein Jahr alt. Er beschreibt die Chancen der
Statinsenker nicht nur zur Prophylaxe, sondern auch zur Bekämpfung
des PK. Viele von uns nehmen heute bereits Sortis, ein neuer
Statin-Senker. Auf Empfehlung von Dr. Leibowitz/Tucker.
-
Leibowitz
ist offensichtlich ein Vorkämpfer.
-
Die
deutsche Urologie sollte endlich einmal anfangen, dazuzulernen! Nur
einige wenige Urologen – wir kennen sie – sind
aufgewacht und kämpfen mit neuen Erkenntnissen.
-
Der
Rest der Urologen hängt immer noch an alten Zöpfen!
-
Sie
sollten doch mal aufmerksamer das Ärzteblatt ... und die
Veröffentlichungen von Dr. Leibowitz lesen....
-
DEUTSCHES
ÄRZTEBLATT ONLINE 19.04.2005
-
M
E D I Z I N
-
Schützen Statine vor Prostatakrebs?
(http://www.deutsches-aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=19845)
-
ANAHEIM/KALIFORNIEN.
Je länger Männer Lipidsenker aus der Gruppe der "Statine"
einnehmen, desto seltener erkranken sie an Prostatakrebs. Die
regelmäßige Einnahme des Medikamentes halbierte in einer
Auswertung der Professionals Follow-up Study das Risiko auf eine
fortgeschrittene Erkrankung sogar um die Hälfte, heißt es
in einer Pressemitteilung der American Association for Cancer
Research (AACR).
-
Die
Professionals Follow-up Study gehört zu den prospektiven
Beobachtungsstudien, die den Ursachen von Zivilisationserkrankungen
auf den Grund gehen. Hierzu gehört – mit Abstrichen –
auch das Prostatakarzinom, das nicht zuletzt aufgrund der steigenden
Lebenserwartung in der Bevölkerung immer häufiger wird.
Die Auslöser des Prostatakarzinoms sind weitgehend unbekannt,
frühere Untersuchungen hatten jedoch bereits auf einen
Zusammenhang mit einer Hypercholesterinämie hingewiesen,
darunter auch eine Auswertung der General Practice Research
Database, einer Datenbank britischer Hausärzte. Sie ergab, dass
Patienten mit unbehandelter Hyperlipidämie zu 50 Prozent
häufiger an Prostatakrebs erkranken (Br J Cancer 2004; 90:
635-7). Auch für Kolonkarzinom und Blasenkrebs wurde übrigens
eine Assoziation mit den Lipidwerten beobachtet.
-
Die
Auswertung von Elizabeth Platz von der Johns Hopkins Bloomberg
School of Public Health in Baltimore liefert hierzu die
korrespondierenden Daten. Sie wertete die Daten von 34.438 Männern
aus, die seit 1986 alle zwei Jahre interviewt und medizinisch
untersucht werden. Bis zum Jahr 2000 waren 2.074 neu an einem
Prostatakarzinom erkrankt, davon 283 mit einem fortgeschrittenen
Prostatakarzinom und 206 mit metastasiertem oder bereits tödlichem
verlaufener Erkrankung.
-
Die
Analyse ergab nun, dass in den letzten beiden Gruppe Patienten
unterrepräsentiert waren, die wegen einer Lipidstörung mit
Medikamenten behandelt worden waren. Platz gibt eine Hazard-Ratio
von 0,54 an für alle fortgeschrittenen
Prostatakarzinom-Erkrankungen. Für metastasierte und tödliche
Tumoren betrug die Hazard Ratio sogar 0,34. Das heißt: Die
Einnahme von Lipidsenkern (und dies waren zu 90 Prozent Statine)
senkte das Risiko auf ein metastasiertes oder tödliches
Prostatakarzinom um zwei Drittel.
-
Das
sind beeindruckende Zahlen, die indes "nur" aus einer
Beobachtungsstudie stammen. Die Epidemiologin betont, dass die
Studie keineswegs beweist, dass Statine den Prostatakrebs
verhinderten. Hierzu müssten weitere Studien durchgeführt
werden, wobei die Epidemiologin an randomisierte kontrollierte
Interventionsstudien denkt.
-
Völlig
überzogen wäre es, aufgrund der Studie ältere Männer
präventiv mit Lipidsenkern zu behandeln, auch wenn diese keine
erhöhten Cholesterinwerte haben. Aufgrund der Daten der General
Practice Research Database wäre vorstellbar, dass die Statine
nicht direkt präventiv wirken, sondern nur den Risikofaktor
Hyperlipidämie abstellen. Aber auch dies müsste erst in
weiteren Studien belegt werden.
-
Platz
erinnerte daran, dass es in den ersten Jahren nach der Einführung
der Statine einmal die Befürchtung gegeben habe, dass Statine
Krebserkrankungen auslösen, was sich aber später nicht
bestätigte. /rme
-
Links
zum Thema
-
Pressemitteilung der AACR:
http://www.aacr.org/Default.aspx?p=1275&d=366
-
Pressemitteilung der Johns Hopkins Medical
Institutions:
http://www.eurekalert.org/pub_releases/2005-04/jhmi-mes041305.php
-
Hintergrund zur Health Professionals Follow-Up
Study (HPFS): http://www.hsph.harvard.edu/hpfs/
-
Abstract der britischen
Studie:
http://www.nature.com/cgi-taf/DynaPage.taf?file=/bjc/journal/v90/n3/abs/6601566a.html&dynoptions=doi1113912357 -
Alle Pressemitteilungen der AACR-Jahrestagung:
http://www.aacr.org/page1275.aspx.
-
RuStra war skeptisch. Am selben Tag schrieb er:
-
ich möchte etwas bremsen, die Empfehlung von DocLeibowitz für
Statine bei gleichzeitiger Ablehnung hochdosierten Fischöls hat
mir schon länger zu denken gegeben. Er schreibt in dem Artikel
von April 2004, dass weder er noch sein Partner DocTucker noch ihre
Familien Anteile an Pfizer besitzen, aber ich finde trotzdem die
Übernahme der Statine-Euphorie verkehrt. Weder kommt der Fall
Baycol in dem Artikel vor, noch die Warnungen gerade in Bezug auf
Brustkrebs.
-
Ich habe ein aktuelles Statement von Barry Sears übersetzt, der
die gegenteilige Position einnimmt.
-
Barry Sears, in: The Omega Zone Volume 9 - 2005
-
Breitere Anwendung von Statinen ist fragwürdig
-
Kardiologen lieben Statine so sehr, dass sie manchmal scherzen, man
sollte sie ins Trinkwasser tun, wie neulich im San Francisco
Chronicle zu lesen war. Das ist zwar ein bischen extrem, aber nicht
weit entfernt von Planungen, Statine wie Aspirin oder Hustenmittel
frei zu verkaufen.
-
Warum dieser Druck von Seiten der Hersteller? Der Verfall von
Patentschutz ist der eigentliche Grund. Das Patent auf das
allererste Statin läuft ab.
-
Statine haben Nebenwirkungen. Gedächtnisverlust,
Muskelschwäche, Leberschäden, Neuropathie und, was am
wichtigsten ist, ein Ansteigen der Arachidonsäure. Das erklärt,
warum 50% derjenigen, die mit Statinen angefangen haben, bereits
nach nur 1 Jahr damit wieder aufhören. Nicht gerade eine gute
Sache für eine „Wunder“-Droge.
-
Eine genauere Betrachtung der Daten zeigt, dass die Effizienz der
Statine keineswegs universell ist. Die einzigen, die einen
tatsächlichen Rückgang bei Herzattacken zu haben scheinen,
sind Männer im mittleren Alter. Für Frauen und ältere
Menschen (die viel wahrscheinlicher einen Herz-Tod sterben können)
sind die langfristigen Vorteile viel geringer.
-
Darüberhinaus hat die CARE-Studie in Harvard einen 12-fachen
Anstieg von Brustkrebs bei Frauen gezeigt, die Statine nehmen. Nimmt
man noch dazu, dass ein Statin (Baycol) bereits vom Markt genommen
wurde, weil es Todesfälle verursacht hat, sowie den Anstieg von
Brustkrebs in einer weiteren Harvard-Studie, schliesslich der
bekannte Anstieg der Arachidonsäure, dann scheint es an der
Zeit zu sein, Statine rigoroser zu hinterfragen, so wie es die
Regierung derzeit für alle COX-2-Hemmer macht (eine andere
„Wunder“-Droge).
-
Wenn Sie Herzkrankheiten reduzieren möchten, ist das beste,
schleichende Entzündungen zu reduzieren und die
kosten-effektivste Art, das zu tun, ist, eine Menge Fischöl zu
nehmen. Die einzige Nebenwirkung von Fischöl ist, dass man
besser drauf ist ( The only side effect of fish oil ist hat it makes
you smarter).
-
Ähnlich Paul am 25.4.2005:
-
Solche Veröffentlichungen [wie die von
Dieter zitierte – Ed] gibt es zu verschiedenen
Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln (mal in der einen,
mal in der anderen Richtung). Ich sehe das etwas gelassener. Auf
Grund dieser Veröffentlichung habe ich kürzlich in einem
anderen PK-Forum geschrieben:
-
Hallo ..., es ist zwar richtig, dass ein statistischer Zusammenhang
zwischen Statinen und dem Risiko an PK zu erkranken besteht. Das
Gleiche gilt z. B. auch für grünen Tee.
-
Man kann damit aber keineswegs die Erkrankung verhindern, sondern
lediglich das statistische Risiko geringfügig vermindern (zu
Lasten der Nebenwirkungen von Statinen).
-
Und RuStra fügte am selben Tag hinzu:
-
hier noch ein weiteres Statement von Barry Sears, die seine Kritik
an Statinen deutlicher werden lässt:
-
Barry Sears, The Anti-Inflammation Zone, Regan Books, 2005
-
Kapitel 15:
-
Warum Herzkrankheiten sehr wenig mit Cholesterin aber alles mit
schleichenden Entzündungen zu tun haben
-
Auszug, S. 253
-
Sollte man einen Cholesterin-Senker nehmen?
-
Eine übliche Situation: Ihr Arzt sagt Ihnen, dass Sie zu hohes
Cholesterin haben und einen Cholesterin-Senker nehmen sollten. Sie
mögen sich zunächst widersetzen. Doch dann fühlen Sie
sich gut. Doch schließlich möchten Sie nicht einen
plötzlichen Herztod sterben und praktisch jeder, den Sie
kennen, nimmt irgendeinen Cholesterin-Senker. Also, was sollten Sie
tun?
-
Bevor Sie eine Entscheidung treffen, sollten Sie sich mit
Informationen bewaffnen.
-
Cholesterin-Senker, die in den 70-ern und 80-ern produziert wurden,
wurden als Mittel gegen Herz-Tod gesehen. Bedenklicher aber war,
dass sie oft die allgemeine Mortalität ansteigen ließen,
was natürlich keine gute Sache war. Dann kamen 1994 als neue
Klasse von Cholesterin-Senkern die Statine, und sie wurden als viel
effektiver angesehen, Herzanfällen vorzubeugen. Kardiovaskuläre
Forscher waren sicher, dass diese Wunder-Mittel das erreichten durch
Absenken „schlechter“ Cholesterin-Level. (Als
Nebenbemerkung: Insulin-Senkung senkt ebenfalls „schlechtes“
Cholesterin.)
-
Wie es sich aber herausgestellt hat, arbeiten Statine wahrscheinlich
nicht über das Absenken von Cholesterin. Sie haben tatsächlich
ein viel breiteres Wirkungs-Spektrum, als das sich je einer
vorgestellt hatte. Sie arbeiten als grobe Entzündungs-Hemmer,
indem sie die Freisetzung des C-reaktiven Proteins (CRP) aus der
Leber blocken. Diejenigen Patienten, die die höchsten Level von
CRP hatten (einem groben Marker für Entzündungsprozesse),
hatten auch den größten Abfall in der
Herzkrankheits-Mortalität, wenn sie Statine nahmen. Allerdings
sind Statine nicht sehr gute Entzündungs-Hemmer, denn sie
reduzieren nicht die entzündungs-fördernden Zytokine wie
IL-6, wodurch wieder die CRP-Produktion veranlasst wird (wobei CRP
kein besonders guter Marker für Entzündungsprozesse ist);
Statine hemmen lediglich die Freisetzung des CRP aus der Leber. Sie
scheinen außerdem das Rho-Gen zu hemmen, das für
Entzündungs-Reaktionen zuständig ist. Demzufolge liegt
also die Arbeitsweise der Statine zur Reduzierung von Herz-Anfällen
darin, nur bestimmte Typen von Entzündungsprozessen zu
reduzieren, während hochdosiertes Fischöl alle Typen von
Entzündungsprozessen reduziert, weil es die Produktion der
Arachidonsäure herabsetzt. Die Fähigkeit der Statine,
LDL-Cholesterin zu reduzieren, mag darüber hinaus ein weiterer,
sekundärer Faktor sein bei der Reduzierung der Herz-Mortalität.
-
Schließlich können Statine eine Heerschar von
Nebenwirkungen verursachen, wie Gedächtnisverlust,
Muskelschwäche, Leberschäden und steigendes Risiko von
Nervenschädigungen (Neuropathie). Tatsächlich hören
die Hälfte der Patienten nach einem Jahr Statin-Einnahme damit
wieder auf, aufgrund der Nebenwirkungen. Aber da ist noch eine
andere Nebenwirkung der Statine, über die die Pharma-Konzerne
nicht gerne sprechen. Statine erhöhen auch signifikant den
Arachidonsäure-Level. Dies bedeutet, dass die Langzeit-Einnahme
von Statinen unwiderruflich schleichende Entzündungsprozesse
forciert. Tatsächlich zeigt eine Studie, dass die Zahl der
Patientinnen, die Brustkrebs entwickeln (eine andere Krankheit, die
durch schleichende Entzündungsprozesse verursacht wird),
signifikant höher ist bei denen, die Statine nehmen, gegenüber
denen, die ein Plazebo bekamen. Das mag nicht die Art von Botschaft
sein, die Sie vielleicht hören möchten, erst Recht, wenn
Sie sich anschicken, für den Rest Ihres Lebens diese
Medikamente nehmen zu wollen.
-
Empfehle ich Statine? Nur, wenn Sie jede Darstellung über
Ernährung und Lebensstil, wie sie in diesem Buch gegeben wurde,
beherzigt haben und Sie sind immer noch nicht in der
Anti-Inflammation-Zone, mit einem Bluttest bewiesen. Wenn Sie
Statine nehmen, supplementieren Sie sie immer mit hochdosiertem
Fischöl, um den inhärenten Anstieg der Arachidonsäure,
den diese Medikamente bewirken (und damit schleichende
Entzündungsprozesse), zu reduzieren.
-
Am 26.4.2005 meldete sich HWL zum Thema "Statine":
-
Zum Thema "Statine und Prostatakrebs" möchte ich nach
Dieter V. vom 24.04.2005 einen neuen Aspekt in die Diskussion
einbringen. Denn ich selbst nehme seit etwa drei Jahren regelmäßig
Statine, zunächst täglich 40 mg Zocor, später
reduziert auf 20 mg Simvastatin – nach Ablauf des
Patentschutzes und Preisverfall. Grund war nicht ein zu hoher
Cholesterinwert, sondern der Versuch, die Progression der bei mir
vorhandenen sekundär chronisch-progredienten MS zu verlangsamen
oder sogar zu stoppen. Die Einnahme erfolgte nach Diskussion mit dem
Hausarzt und unter regelmäßiger Laborkontrolle.
-
Über die Möglichkeit, dass bestimmte Statine neben der
Cholesterin senkenden Wirkung auch gegen andere Erkrankungen wirksam
sein könnten, war in der einschlägigen Wissenschaftspresse
seit dem Jahre 2000 mehrfach berichtet worden. Auch damals entstand
ein erheblicher wissenschaftlicher Disput über sich hier
abzeichnenden Möglichkeiten. Insbesondere in Deutschland –
ich erinnere mich noch genau – lehnte die Phalanx der auf
immunmodulierende Beta-Interferone fixierten Schulmediziner diesen
neuen Weg der MS-Behandlung ab. Begründung: keine
beweiskräftigen Studien. Dass man diesen, sich schon damals
abzeichnenenden Markt nicht den Amerikanern, Briten oder Australiern
überlassen sollte, sondern selbst innovativ werden muss, diese
Erkenntnis kam erst später.
-
Nachdem eine größere Anzahl von Instituten in
Tierversuchen die wahrscheinliche Wirkung der Statine gegen MS
bestätigt hatte, wurden über zwei Jahre klinische
Humanversuche in USA, Österreich und sogar in Deutschland mit
Zocor und Simvastatin sowie in der Charité, Berlin auch mit
Atorvastatin mit Erfolg durchgeführt. Bei allen Untersuchungen
wurde eine immunmodulierende Wirkung der Statine festgestellt. Im
April 2003 wurden die positiven Ergebnisse anlässlich einer
Tagung in Honololu/Hawaii diskutiert. Gegenwärtig wird
untersucht, ob Statin als Monopräparat oder in Verbindung mit
den konventionellen Beta-Interferonen wirkungsvoll ist. Die Versuche
befinden sich in Phase III, und man rechnet mit der
Markteinführung im Jahr 2008, sofern es die (hier
voraussichtlich hart betroffenen) Pharma-Interessen zulassen.
-
Inzwischen wurde aus dem Karolinska-Institut
in Stockholm bekannt, dass eine nachweisbare Verbindung besteht auch
zwischen den beiden entzündlichen Autoimmunerkrankungen
Multiple Sklerose und Rheuma und bestimmten
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, da sich gezeigt hatte, dass in allen
Fällen das Immunsystem eine entscheidende Rolle spielt und auf
diese Weise eine chronische Entzündung hervorruft.
-
Bereits im Jahr 2002 hatte man vermutet, dass die Statine auch für
die Behandlung von Morbus Parkinson geeignet sein könnten, und
die ersten Untersuchungen hatten erstaunlich positive Wirkungen
gezeigt. Im gleichen Jahr haben dann die Forscher der Universität
Boston nachgewiesen, dass Statine auch das Risiko von Alzheimer
um rund 80 % senken können. Dieses positive Ergebnis
stammt aus einer Studie mit über 2500 Personen aus 800
Familien, denen die Statine zu Vorbeugung von Herzerkrankungen
gegeben worden waren. Von diesen Probanden waren 912 auf Grund ihrer
Famliengeschichte anfällig für Alzheimer (!) bzw. hatten
die Krankheit bereits entwickelt. Die Ergebnisse wurden von den
Fachleuten als sehr bedeutsam bezeichnet, so dass grössere
Studien erforderlich wurden.
-
Die von Dieter V. in seinem Forumsbeitrag vom 24.04.2005 erwähnten
10-Jahres-Studien der Johns
Hopkins Medical Institutions mit ca. 30.000 Personen und die
anderer Einrichtungen zeigen m. E. sehr deutlich, dass Statine
mit hoher Wahrscheinlichkeit gleichfalls eine Wirkung auf die
Entstehung von Prostatakrebs und von Brustkrebs haben und dass –
wie bei den anderen Erkrankungen – sich eine völlig neue
Therapie anbahnen könnte, aber weitere umfangreiche Studien
erforderlich werden. Aus den Studien über die Krankheiten
Herz-Kreislauf, MS, Rheuma, Parkinson, Alzheimer, Brustkrebs (?) und
Prostatakrebs (?) folgern viele Beobachter der Szene, dass sich die
Statine zu einem "Aspirin der Zukunft" entwickeln könnten;
denn in der Tat werden für dieses erstaunliche Medikament in
immer schnellerer Folge neue Anwendungsgebiete erschlossen, und das
Gebiet Prostatakrebs gehört möglicherweise dazu.
-
So sieht man in Grossbritannien seit Mitte 2004 die Statine bereits
als Universalmedikament, und da man dort im Gesundheitswesen nicht
selten anderen Ländern gegenüber eine Nasenlänge
voraus zu sein scheint, wurden Statine zur Selbstmedikation bei
koronaren Herzerkrankungen zugelassen. So hat die britische
Zulassungsbehörde MHRA (Medicines and Health Products
Regulatory Agency) eine niedrig dosierte Version von Simvastatin zum
rezeptfreien Einkauf von Apotheken freigegeben. Natürlich
werden hierfür einige einschränkenden Bedingungen gemacht,
etwa nur Männer um Alter von 45-54 Jahren und Frauen über
55 Jahre, sofern sie zusätzliche Risikofaktoren haben, etwa das
Rauchen. Der Patient muss in der Apotheke einen Fragebogen ausfüllen
u. dgl. Ob die seinerzeitige Zulassung allein für die
koronare Herzerkrankung vom Mitte 2004 inzwischen auch auf andere
Erkrankungen erweitert wurde, ist mir allerdings nicht bekannt.
-
Albin lieferte am selben Tag den nachstehenden Link zu einer
Seite der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, auf
der über akuten Gedächtnisverlust unter Atorvastatin und
Simvastatin berichtet wird:
-
http://www.akdae.de/20/20/797_20050204.html
- RuStra schrieb am
1.5.2005:
-
Da ich gerade das PubMed nach Veröffentlichungen unter den
Stichworten "Prostate Cancer Statins" durchforste, hier
die Warnung eines britischen Forschers - wen das evtl. betreffen
könnte, der sollte sich an den Arzt per e-mail wenden können
-
Rhabdomyolysis in prostate cancer--caution in prescribing
cyproterone acetate with statins.
-
Clin Oncol (R Coll Radiol). 2004 Dec;16(8):528-9. No abstract
available.
-
PMID: 15630845 [PubMed - indexed for MEDLINE]
-
Rhabdomyolysis in prostate cancer--caution in prescribing
cyproterone acetate with statins.
Rhabdomyolyse bei
Prostatakrebs - Warnung vor der Verordnung von Cyproteronacetat mit
Statinen -
Ahamed E, Bissett D.
Department of Clinical Oncology, Grampian
University Hospitals NHS Trust, Aberdeen, UK. e.ahamed@abdn.acuk -
Publication Types:
-
• Case Reports
-
PMID: 15630845 [PubMed - indexed for MEDLINE]
-
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
-
Myolyse ist die fachliche Bezeichnung für die Zerstörung
von Muskelzellen. Rhabdomyolyse ist die Zerstörung der so
genannten quergestreiften Muskulatur. Quergestreifte Muskulatur
findet zum Beispiel am Herzen, aber auch die Skelettmuskulatur
gehört dazu. Als Symptome treten Muskelschwäche und
-schmerzen auf. Die Rhabdomyolyse kann erblich bedingt der die Folge
von Krankheiten sein. Sie wird aber auch durch Alkohol, Drogen wie
Heroin oder Arzneimittel verursacht.
-
Im Jahr 2001 wurde der Arzneistoff Cerivastatin wegen dieser
Nebenwirkungen aus dem Verkehr gezogen. Der Stoff wurde zur Senkung
der Blutfettwerte eingesetzt. Rhabdomyolysen waren besonders
aufgetreten, nachdem Cerivastatin gemeinsam mit der Substanz
Gemfibrozil eingesetzt worden war.
-
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-
http://www.netdoktor.de/medikamente/100010753.htm
-
Cyproteronacetat bzw. als Markennamen unter Androcur bekannt.
Cyproteronacetat ist ein Gegenspieler des männlichen
Sexualhormons Testosteron. Es ist in der Lage, die Wirkung der
männlichen Geschlechtshormone im menschlichen Körper
abzuschwächen. Darüber hinaus hemmt es ebenfalls die
Produktion von Testosteron.
-
Die Hemmwirkung auf die männlichen Hormone bewirkt eine
Veränderung der Behaarung, eine Verringerung der
Talgdrüsenabsonderung und eine Unterdrückung der
männlichen Samenbildung. Auch das Wachstum von hormonabhängigem
Drüsengewebe, so zum Beispiel Prostatagewebe, wird unterbunden,
was bei Prostatakrebs genutzt wird.
-
Cyproteronacetat
-
Im Gehirn blockiert Cyproteronacetat die Bindungsstellen von
Testosteron, deren Stimulierung sexuelle Reaktionen und
Erlebnisfähigkeit auslösen. So wirkt es triebdämpfend
und wird bei Männern mit abnormaler oder krankhaft gesteigerter
Sexualität zur Triebhemmung angewendet. Cyproteronacetat
bewirkt auch bei Frauen eine Abschwächung der männlichen
Hormonwirkung im Körper.
-
Anwendungsgebiete
-
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hier ein Beitrag von Ralf mit einem skeptischen Kommentar von
Dr.Strum:
-
28.10.04, 21:13
-
Liebe Mitstreiter,
-
wir haben in der Vergangenheit hier im Forum schon ein paarmal
darüber gegrübelt, ob im Zuge einer DHB Androcur eine
Alternative zum teuren Casodex und zum nebenwirkungsreichen Flutamid
sein könnte, und wussten es nie so recht. Heute fand ich im
p2p-Forum zumindest Dr. Strums Meinung dazu:
-
"I am not a big fan of Androcur (cyproterone acetate or CPA). I
do not find it as effective as Flutamide or Casodex." (Ich bin
kein großer Freund von Androcur (Cyproteronazetat oder CPA).
Es erscheint mir nicht so wirksam wie Flutamid oder Casodex).
-
Ich weiß, dass manche derer, die es verwenden, trotzdem mit
der Wirksamkeit zufrieden sind.