Der Extrakt aus dem
Prostatakrebs-Forum
von KISP
und BPS
Medikamente
– ProscarÒ
(Wirkstoff Finasterid)
- Allgemeine
Informationen:
Hersteller: Merck Sharp & Dohme Ltd.,
Cramlington, UK.
Vertrieb: MSD Chibropharm GmbH, 85530
Haar, Lindenplatz 1, Tel. (0 89) 45 61-0.
Wirkstoff:
Finasterid. Eine Tablette enthält 5 mg Finasterid.
Preis:
135,48 EUR für eine 100-Stück-Packung. Zu den Preisen
in Nachbarländern siehe in "Medikamente,
Allgemeines". -
Anwendungsgebiet laut Hersteller: "Zur Behandlung der
gutartigen Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Benigne
Prostata-Hyperplasie/BHP). Proscar®
sollte bei Patienten mit einer vergrößerten
Vorsteherdrüse (Volumen ab 40 cm3) angewendet
werden."
Zur Anwendung bei Vorliegen eines
Prostatakarzinoms [z. B. im Rahmen der Dreifachen
Hormonblockade (DHB)] schreibt der
Hersteller: "Ein therapeutischer Nutzen von Proscar®
bei Patienten mit einer Prostatakrebserkrankung wurde bislang nicht
nachgewiesen." -
Nebenwirkungen laut
Hersteller: "Gelegentlich wurde beobachtet: Störungen
des sexuellen Reaktionsvermögens (Impotenz), verminderte
Libido, Veränderungen oder Störungen bei der Ejakulation
wie z. B. ein vermindertes Ejakulatvolumen, Gynäkomastie
(Vergrößerung der Brust), Berührungsempfindlichkeit
und Spannungsschmerz in der Brust und Hautausschlag. Selten wurde
über Überempfindlichkeitsreaktionen, die zum Teil
Juckreiz, Nesselsucht, Schwellung der Lippen und des Gesichts
beinhalteten, und Hodenschmerzen berichtet. In Einzelfällen ist
auch über Absonderungen aus der Brustdrüse und im Rahmen
von Gynäkomastie über das Auftreten von Knoten in der
Brust berichtet worden, die bei einzelnen Patienten operativ
entfernt wurden. Bei der Bestimmung des Spiegels des
prostataspezifischen Antigens (PSA) muss berücksichtigt werden,
dass PSA unter Proscar®
um ca. 50 % erniedrigt ist."
-
[Finasterid
blockiert (hemmt) das Enzym 5alpha-Reduktase (5AR) Typ II (SRD5A2)
[es gibt außerdem einen Typ I (SRD5A2)]. 5alpha-Reduktase
beider Typen bewirkt die Umwandlung von Testosteron in das für
den Krebs viel potentere "Nahrungsmittel"
Dihydrotestosteron (DHT). In Krebszellpopulationen mit den
aggressiven Gleason-Graden 4 und 5 ist das
Typ-I-Enzym relativ höher vertreten als der Typ II, so dass
Finasterid bei solchen hochaggressiven Krebsen kaum eine Wirkung
gegen den Krebs hat. Der Wirkstoff Dutasterid
dagegen hemmt beide Typen der 5AR und wirkt darum auch gegen diese
bösartigeren Krebse.
-
Seit
Mitte des Jahres 2007 gibt es das gegenüber Proscar®
preiswertere
Genericum "Finamed®"
des Herstellers mibe GmbH (06796
Brehna). Es kosten:
-
die
N1-Packung (30 Stück) 35,30 €,
-
die
N2-Packung (50 Stück) 55,30 €,
-
die
N3-Packung (100 Stück) 89,98 €
(alle Preisangaben ohne
Gewähr) -
– Ed]
- Willi
schrieb am 17.1.2001:
-
Hier setzte ich auch schon wieder
Proscar ab wegen in "Aussicht gestellter" Leberprobleme
(Heilpraktikerin). 24.01.01 nächste geplante Blutabnahme.
-
Wil schrieb dazu am
18.1.2001:
-
Das
wundert mich. Proscar wurde in klinischen Studein gründlich auf
Nebenwirkungen untersucht. So weit ich weiß, hat es mit
Proscar in einer grossen Studie mit etwa 1000 Patienten, die 5 Jahre
gefolgt wurden, keine Leberprobleme gegeben.
-
Wundere
mich, warum die Heilpraktikerin Leberprobleme fürchtet.
Könntest Du bei Gelegenheit mal nachfragen? Am besten Literatur
fragen.
-
Und Uwe schrieb
ebenfalls am 18.1.2001:
-
bei
der Dreifachen Hormon Blockade (DHB) ist das Proscar ein
wesentlicher Teil!!! Nach Absetzen der DHB nach 13 Monaten ist
ebenfalls die Proscar-Erhaltungstherapie ein wesentlicher Teil! Du
solltest Dir von einem Heilpraktiker oder wem auch immer in die DHB
nicht reinpfuschen lassen!!! Ohne Proscar gefährdest Du den
Erfolg der DHB!!! Bitte nimm wieder Proscar!
- Lothar
fragte am 12.12.2001:
-
Als Neuling
und auch PK-Betroffener hab ich versucht, die umfangreiche
Information aufzunehmen, insbesondere Mitteilungen und Erfolge mit
der DHB.
-
Urologe und
Onkologe, die ich gesprochen habe, sind sehr zurückhaltend
(fast abweisend) mit der Anwendung der DHB und meinen, es gäbe
zu wenig klinische Studien. Beim nächsten Treffen werde ich
auch direkt anfragen, ob sie bereit sind, diese durchzuführen,
wenn gewünscht, immerhin kenne ich jetzt 3 Adressen in der
Schweiz (via H Häusermann), die es machen sollen.
-
Leider habe
ich noch nicht die Wirkung von Proscar herausgefunden, nur, dass es
wichtig für die DHB sein soll, sowohl während der 13
Monate und dann lebenslang. Urologe u. Onkologe sagen, sie geben
dieses Medikament nur bei gutartig vergrößerter Prostata.
-
Wer
kann bitte Auskunft geben.
-
Uwe
konnte. Am selben Tag schrieb er:
-
Proscar ist
ein Finasterid. Bei der gutartigen Vergrößerung der
Prostata (BPH) ist der Grund dafür die Bildung von
Dihydrotestosteron in der Zelle, die bewirkt, dass mehr Zellen
geteilt als abgebaut werden. Das Dihydrotestosteron ist ca. 10 mal
so stark wie Testosteron. Dadurch wird die Prostata größer.
Die Vergrößerung ist also ein Adenom, eine gutartige
Vergrößerung der Prostata, und da Platz da unten ist,
kann sich die Prostata ausbreiten. Mit dem Finasterid wird die
Bildung von Dihydrotestosteron durch den 5-alpha-Reduktase-Hemmer
Proscar unterbunden und meistens wird die Prostata durch Proscar
wieder kleiner. Das ist urologische Standardmeinung. Ich bin nun der
Meinung, wenn Proscar die Vergrößerung der gutartigen
Zellen stoppt, dann stoppt es auch die Vergrößerung der
bösartigen Prostatakrebszellen. Proscar halbiert den PSA und
das ist außerdem positiv, weil das PSA im Verdacht steht den
Prostatakrebs anzuschieben. Deshalb nehme ich Proscar, eine Tablette
am Tag, obwohl ich keine Prostata mehr habe.
-
Wil
meldete sich einen Tag später:
-
Die Effekte
von Proscar (Finasterid) sind:
1) Hemmung des Enzyms
5-alpha-Reduktase, 5AR (in der Zelle)
2) Hemmung des VEGF, eines
Wachstumsfaktors für die Bildung von Blutgefäßen
3)
Hemmung des berüchtigten IGF-1, eines Wachstumsfaktors für
den Prostatakrebs
4) Eine einmalige Halbierung der
PSA-Produktion
5) Eine 3- bis 4-fache Verlangsamung des
PSA-Anstiegs in der Anti-Hormon-Pauseperiode.
Ad 1) 5AR
bildet Testosteron um zu dem viel potenteren Dihydrotestosteron
(DHT).
Ad 2) Bewirkt die sogenannte "Anti-Angiogenesis".
Ab 2 mm Größe brauchen die Tumore eine eigene
Blutversorgung. Angiogenesis bedeutet die Bildung von Blutgefäßen.
Ad 4) Hat keine klinische Bedeutung, d. h. hat keinen
Einfluss auf den Krebs.
Ad 5) SEHR wichtig. Die Pausezeit
wird im Durchschnitt um 13 Monate verlängert. Die Erfahrung
ist, dass in dieser Zeit der klinische Status im allgemeinen nicht
schlechter wird (war auch bei mir der Fall). Also, Proscar verzögert
das PK-Wachstum. Dieses ist plausibel durch 1) und/oder 2) und/oder
3). -
Anwendung
von Proscar während der Pause bei einer intermittierende
Hormonblockade leuchtet ein durch 1). Denn in der Pausezeit gibt es
wieder Testosteron und damit hat Proscar eine deutliche Aufgabe.
-
Warum
Proscar während der Hormonblockade? Es gibt dann doch kaum
Testosteron? Was soll dann der Proscar? Die Begründung liegt in
diesem Fall in 2) und 3).
- Ralf
schrieb am 1.8.2002:
-
in letzter
Zeit kursieren Angaben, dass eine 5-mg-Tablette Proscar nur 12
Stunden lang wirken soll (und dass der Körper somit während
der anderen 12 Stunden des Tages wieder fleißig DHT
produziert).
-
Unter
-
http://www.merck.com/product/usa/proscar/cns/product/clinpharm.html?US_resident=yes
-
sagt der
Hersteller Merck darüber das Folgende aus:
-
"In
man, a single 5-mg oral dose of PROSCAR produces a rapid reduction
in serum DHT concentration, with the maximum effect observed 8 hours
after the first dose. The suppression of DHT is maintained
throughout the 24-hour dosing interval and with continued treatment.
Daily dosing of PROSCAR at 5 mg/day for up to 4 years has been shown
to reduce the serum DHT concentration by approximately 70%. The
median circulating level of testosterone increased by approximately
10-20% but remained within the physiologic range."
-
Übersetzung:
-
"Bei
Männern bewirkt eine einzige oral [d. h. über den Mund]
aufgenommene 5-mg-Dosis Proscar eine rasche Verringerung der
DHT-Konzentration im Serum, wobei die maximale Wirkung 8 Stunden
nach der ersten Dosis beobachtet wird. Die Unterdrückung des
DHT wird während des 24-stündigen Aufnahmeintervalls und
bei fortgesetzter Behandlung beibehalten. Bei täglicher
Dosierung mit 5 mg Proscar für die Dauer von bis zu vier Jahren
konnte eine Verminderung des DHT im Serum um annähernd 70 %
gezeigt werden. Der mittlere Testosteronspiegel im Blutkreislauf
erhöhte sich um annähernd 10-20 %, blieb aber
innerhalb des physiologischen Bereichs."
-
Mein
Verständnis ist: Wenn man die allererste Tablette schluckt,
dann ist die maximale DHT-Unterdrückung nach 8 Stunden
erreicht. Schluckt man dann im Rahmen der DHB oder der
anschließenden Erhaltungstherapie weiter brav einmal täglich
seine 5 mg, dann wird diese maximale Unterdrückung von etwa
70 % permanent beibehalten, und es besteht keine Notwendigkeit,
z. B. alle 12 Stunden eine zu schlucken (Kosten!) oder die 5 mg
mühsam auf zwei Portionen aufzuteilen.
-
Und noch
eine ganz andere Überlegung im Zusammenhang mit Proscar: Wer,
wie ich, regelmäßig zum Blutspenden ging, muss damit
unbedingt aufhören, sobald er anfängt, Proscar
einzunehmen, weil die Gefahr besteht, dass, wenn das Blut an (in)
eine Schwangere gerät, der Fötus geschädigt wird.
- Ralf
schrieb am 23.12.2002:
-
von Dr. Charles
(Snuffy) Myers kam heute ein interessanter Beitrag im amerikanischen
p2p-Forum:
-
"I think Proscar
and the blockade of DHT production is of much greater biological
importance than is generally recognized. As a starting point, I
would like to point out that if a man presents with severe bleeding
from the prostate gland, a common treatment is 10 mg of proscar a
day: this causes dramatic and rapid reduction in prostate bleeding.
I think this emphasizes the major impact DHT has on prostate blood
flow.
-
There are a number of
myths about Proscar. One I find most confusing is the worry that
Proscar will encourage resistance to hormonal therapy. Standard
hormonal therapy is based on decreasing testosterone to castrate
levels or blocking the action of testosterone. Proscar causes a
significant increase in testosterone levels in prostate tissue while
it decreases DHT. I fail to understand how this will lead to
selection for cancer cells independent of testosterone."
-
Meine Übersetzung:
-
"Ich glaube,
Proscar und das Blockieren der DHT-Produktion haben eine weit höhere
biologische Bedeutung, als allgemein anerkannt wird. Alls erstes
möchte ich darauf verweisen, dass, wenn ein Mann mit
ernsthaften Prostatablutungen kommt, die übliche Behandlung 10
mg Proscar täglich ist: Dies bewirkt eine dramatische und
rapide Verringerung der Blutungen. Ich denke, dies unterstreicht die
große Bedeutung, die das DHT für die Durchblutung der
Prostata hat.
-
Es gibt eine Anzahl
von Mythen um Proscar. Einer, den ich für ganz besonders
verwirrend halte, ist die Sorge, dass Proscar die Resistenz gegen
Hormontherapie fördere. Eine Standardhormontherapie beruht auf
dem Vermindern des Testosterons bis zum Kastrationsniveau oder dem
Blockieren der Wirkung von Testosteron. Proscar bewirkt eine
beträchtliche Erhöhung des Testosteronspiegels im
Prostatagewebe, während es das DHT verringert. Ich begreife
nicht, wie dies zur Selektion von Krebszellen führen soll, die
testosteronunabhängig sind."
- Heinrich
fragte am 25.10.2004, an Urologen fs gewandt:
-
Ich
(56 Jahre) habe PK, mein Sohn (34 Jahre) nimmt seit etwa drei
Jahren, zur Erhaltung seiner Haarpracht, täglich Proscar.
-
Ich
habe Angst, dass er durch seine erbliche Vorbelastung einmal selbst
an PK erkrankt und sich dann aber durch die jahrelange Einnahme von
Proscar ein vielleicht aggressiverer oder bereits
hormonunempfindlicherer PK bei ihm entwickelt hat.
-
Ist
hier etwas dran? Für eine Antwort wäre ich Ihnen dankbar.
-
Urologe fs
antwortete einen Tag später:
-
Proscar
verringert das PK-Risiko um etwas 25 %. Die Geschichte mit der
erhöhten Aggressivität des Krebses hat sich etwas
relativiert, und die Proben der PCPT [Prostate
Cancer Prevention Trial – Ed] werden nun gerade
entsprechend nachuntersucht, denn (Bostwick u. a.) dass unter
Hormontherapie der Gleasonscore falsch ist, ist eine altbekannte
Geschichte. Es ist daher davon auszugehen, dass die
Finasterid-Einnahme nicht aggressivere Krebse verursacht, sondern zu
einer falschen Beurteilung durch den Pathologen führen.
-
Lassen
Sie Ihren Sohn ruhig Proscar weiternehmen und ab dem 40. LJ
regelmäßig eine Vorsorge machen, auch wenn sie erst ab 45
LJ von der Kasse bezahlt wird.
- Wetasi fragte am
23.10.2005:
-
Wer hat Erfahrung mit Proscar im Vergleich zu Avodart bezüglich
der Wirkung einschl. Nebenwirkungen in Verbindung mit
LHRH-Depotspritzen (Trenantone, Zoladex oder Eligard)?
-
Ralf antwortete am selben Tag:
-
ich habe vor zwei Jahren (schon nach dem Ende der DHB) von Proscar
auf Avodart gewechselt. Daraufhin machte mein PSA einen Satz nach
unten, von 4,15 auf 2,4 ng/ml (letzter Wert vom August dieses
Jahres war 4,06 ng/ml).
-
Ich kenne keine Aussage eines deutschen Arztes zu der Fragestellung
"Proscar oder Avodart", aber Aussagen dreier bekannter
amerikanischer Ärzte (alles Onkologen):
-
Dr. Strum (dessen ins Deutsche
übersetztes Buch gerade herausgekommen ist): "I love
Avodart" (ich liebe Avodart); er verwendet es bevorzugt;
-
Dr. Tucker (bis Mitte September d. J. Praxispartner von Dr.
Leibowitz) sieht keinen Unterschied in der Wirksamkeit und weist
darauf hin, dass Avodart, wie bekannt, beide Formen der
5-alpha-Reduktase unterdrückt, und zwar um 90 % (Proscar
eine Sorte um 70 %);
-
Dr. Leibowitz ist der Meinung, dass bei seinen Patienten das
Ansprechen auf Proscar in der Regel besser ist als das auf Avodart.
-
Jetzt kannst Du es Dir aussuchen.
-
Die Nebenwirkungen (evtl. verminderte Potenz und Libido) sind
dieselben, der Preis auch.
- Albrecht
fragte am 14.6.206:
-
Ich habe kein Karzinom diagnostiziert, sondern 'nur' gutartige
Prostataerweiterung. Mein Arzt schlägt eine Behandlung mit dem
Medikament PROSCAR (Wirkstoff Finasterid) vor. Bei etwa fünf
Prozent der Einnehmenden sollen es zu Lust- bzw.
Versteifungsproblemen kommen.
-
Gibt es Erfahrungen darüber, ob diese Probleme beim Absetzen
des Medikaments 'rückstandslos' wieder verschwinden?
-
Urologe fs antwortete ihm am selben Tag:
-
1. Finasterid wird in aller Regel problemlos vertragen.
2. Die
Nebenwirkungen bezüglich der Erektion gehen nach Absetzen
vollständig zurück.
- Heribert
schrieb am 26.2.2009:
-
Heute im Ärzteblatt gelesen:
-
"Prostatakarzinom: US-Leitlinien empfehlen
5-alpha-Reduktase-Inhibitoren zur Primärprävention!"
-
Hier
der Artikel.