Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Medikamente – Profact®

Profact® ist ein in Deutschland anscheinend relativ selten verwendetes LHRH-Analogon, also eine Alternative zu Eligard®, Enantone/Trenantone® und Zoladex®. Der Wirkstoff von Profact ist Buserelinacetat ("Buserelin" ist die Kurzform von Butylserylrelin). Profact wird von Aventis Pharma hergestellt.
Zu den Nebenwirkungen bei der Anwendung beim Prostatakarzinom macht der Hersteller die folgenden Angaben:
Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
Zu Beginn der Behandlung kommt es gewöhnlich zu einem kurzzeitigen Anstieg des Serum-Testosteronspiegels, was zu einer vorübergehenden Aktivierung des Tumorgeschehens führen kann mit Folgeerscheinungen wie:
- Auftreten oder Verstärkung von Knochenschmerzen bei Patienten mit Metastasen, sehr selten leichte, vorübergehende Zunahme von Tumorschmerzen
- neurologische Ausfallerscheinungen aufgrund erhöhten Drucks durch den Tumor mit z. B. Muskelschwäche in den Beinen
- erschwertes Wasserlassen, Hydronephrose oder Lymphstau
- Thrombose mit Lungenembolie.
Diese Erscheinungen können weitgehend vermieden werden, wenn in der Anfangsphase der Buserelin-Behandlung gleichzeitig ein Antiandrogen gegeben
wird.
- Die Anwendung von LHRH-Analoga kann zu einer Abnahme der Knochendichte und zu einer Osteoporose sowie zu einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche führen. Das Risiko von Frakturen am Skelettsystem steigt mit zunehmender Therapiedauer.
- subkutane Injektionslösung: Schmerzen und/oder lokale Reaktionen an der Injektionsstelle
Häufige unerwünschte Wirkungen (> 1/100)
- Kopfschmerzen (in seltenen Fällen migräneartig)
- Libidoverlust
- Hitzewallungen
- Impotenz
- Hodenatrophie
- Schmerzen oder andere lokale Reaktionen (z.B. Rötung, Schwellung) an der Injektionsstelle
Gelegentliche unerwünschte Wirkungen (> 1/1000)
- Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautrötung, Juckreiz, Hautausschläge (einschließlich Urtikaria)
- Erhöhung von Leberenzymwerten (z.B. Transaminasen)
- Müdigkeit
- Benommenheit
- Schwindel
- Verstopfung
- Gewichtszunahme oder -abnähme A) Prostatakarzinom:
- Gynäkomastie (schmerzfrei)
- Ödeme (schwach ausgeprägt) an den Knöcheln und Unterschenkeln
Seltene unerwünschte Wirkungen (> 1/10000)
- Zu- oder Abnahme der Kopf- oder Körperbehaarung
- Verschlechterung des Blutdruckniveaus bei Patienten mit Bluthochdruck
- schwere Überempfindlichkeitsreaktionen mit Bronchospasmus und Atemnot
- Erhöhung oder Senkung der Blutfettwerte
- Erhöhung des Serum-Bilirubinwertes
- Herzklopfen
- Nervosität
- Schlafstörungen
- Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
- emotionale Labilität
- Angstgefühle
- Depressionen (können auftreten oder sich verschlechtern)
- Übelkeit
- Erbrechen
- Durchfall
Sehr seltene unerwünschte Wirkungen (< 1/10000)
- unter der Behandlung mit LHRH-Analoga wie Buserelin wurden Hypophysenadenome beschrieben
- schwere Überempfindlichkeitsreaktionen mit Schock (chirurgische Entfernung des Implantats kann notwendig sein)
- Reduktion der Glucosetoleranz (kann bei Diabetikern zu einer Verschlechterung der Stoffwechseleinstellung führen)
- Thrombopenie
- Leukopenie
- Tinnitus
- Hörstörungen
- Sehstörungen (z.B. Verschwommensehen)
- Druckgefühl hinter den Augen
- verstärkter Durst
- verstärkter oder verringerter Appetit
- Beschwerden und Schmerzen des Bewegungsapparates (z.B. Rückenschmerzen, Gliederschmerzen, Gelenkbeschwerden, Muskelschmerzen)
- Parästhesien
- Verschlechterung des Allgemeinbefindens
Zu weiteren Informationen siehe http://www.gelbe-liste.de/dbabfrage/WWCGI.DLL?GLWIN~BASIS~3816~2609.