Der Extrakt aus dem
Prostatakrebs-Forum
von KISP
und BPS
Medikamente –
Plenaxis®
(Wirkstoff:
Abarelix)
- [Plenaxis®
bzw. Abarelix ist ein Mitglied einer neuen Wirkstoffklasse, der
GnRH-Antagonisten. Sie blockieren in der Hypophyse die Rezeptoren
für das Neurohormon GnRH (gonadotropin-releasing hormone). Die
Hypophyse stellt daraufhin die Produktion des Hormon LH ein, das die
Testosteronproduktion der Hoden steuert. Anders als bei den
LHRH-Analoga gibt es keinen anfänglichen Anstieg der
Testosteronproduktion, der das vorherige Verabreichen eines
Antiandrogens erfordert, sondern die Testosteronproduktion wird
innerhalb ganz kurzer Zeit "heruntergefahren".
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Warnung: Auszug aus der Packungsbeilage von Plenaxis®:
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"Bei der Anwendung von Plenaxis ist besondere Vorsicht
erforderlich. Nach jeder Injektion von Plenaxis sollen Sie
mindestens 30 Minuten beim Arzt bleiben, um beobachtet zu werden,
damit im Falle einer allergischen Reaktionen vom Sofort-Typ sofort
die entsprechenden Maßnahmen ergriffen werden können."
– Ed]
- DieterH wies am
16.2.2008 auf diesen Artikel hin:
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17.12.2007
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Therapie des hormonabhängigen metastasierten
Prostatakarzinoms mit GnRH-Antagonist Abarelix
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Jährlich erkranken in Deutschland zirka 48.000 Männer an
Prostatakrebs. Neben Operation und Strahlentherapie ist vor allem
bei einem fortgeschrittenen Erkrankungsstadium eine Hormontherapie
Mittel der Wahl. Ziel hierbei ist die so genannte medikamentöse
(oder hormonelle) Kastration, die durch eine Senkung des
Testosteronspiegels erreicht wird. Die Hormontherapie basiert
hauptsächlich auf der Gabe von LHRH-Agonisten entweder als
Monotherapie oder in Kombination mit Antiandrogenen.
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Mit der neuen Wirkstoffklasse der GnRH-Antagonisten ist nun eine
viel versprechende Alternative gefunden worden. In Studien hat man
mit Abarelix die medikamentöse Kastration innerhalb einer Woche
erreicht, ohne dass zu Beginn der Behandlung ein Anstieg des
Testosteronwertes zu verzeichnen war. Abarelix wirkt durch eine
kompetitive Blockade des Rezeptors, d.h. ohne den Rezeptor selbst zu
verändern. Die Speciality European Pharma GmbH, Ratingen,
bringt den Wirkstoff, der bereits 2005 die Zulassung durch das BfArM
(Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) erhielt
und einziger zugelassener Wirkstoff seiner Klasse ist, unter dem
Namen Plenaxis® im Februar 2008 auf den deutschen Markt.
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McLeod et al1 haben in einer offenen multizentrischen
Phase-III-Studie mit 269 Patienten Abarelix und Leuprorelinacetat
hinsichtlich des Effektes auf den Testosteronspiegel und andere
Hormonwerte verglichen. 180 Männer erhielten Abarelix, 89
Patienten wurden mit Leuprorelinacetat behandelt. 98 % bzw.
95 % der Patienten durchliefen die gesamte Studie mit einer
Dauer von 85 Tagen. Abbruchgründe waren in beiden Gruppen
Nebenwirkungen, die in den meisten Fällen Ursachen hatten, die
nicht auf die Behandlung zurückzuführen waren. Kein
Patient verstarb während der Studie.
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Schneller Wirkeintritt
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In der Abarelix-Gruppe war bei keinem Patienten ein Anstieg des
Testosteronspiegels zu verzeichnen. Hingegen litten 82 % der
Männer, die mit Leuprorelinacetat behandelt wurden, zu Beginn
der Therapie unter einem starken Testosteronanstieg. Im Vergleich zu
den Ausgangswerten wurde ein durchschnittlicher Anstieg von 45 %,
54 % und 15 % an Tag 2, 4 und 8 beobachtet. Die höchste
Messung ergab einen Anstieg von 101 % an Tag 4. In der
Abarelix-Gruppe konnte innerhalb von acht Tagen bei 72 % der
Patienten eine medikamentöse Kastration erreicht werden,
während dies bei keinem Patienten in der
Leuprorelinacetat-Gruppe gelang (p < 0,001). Auch bezüglich
anderer Hormonwerte schnitt Abarelix positiv ab.
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Abarelix – einziger zugelassener GnRH-Antagonist
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Durch den schnellen Wirkeintritt, der durch Studien belegt werden
konnte, ist Abarelix für Patienten mit Prostatakarzinom, bei
denen eine anti-hormonelle Therapie indiziert ist, eine sinnvolle
Behandlungsstrategie. Besonders die Tatsache, dass kein
Testosteronanstieg zu Beginn der Behandlung auftritt und somit keine
zusätzliche Medikation gegeben werden muss, ist einer der
Vorteile der neuen Wirkstoffklasse. Durch den schnellen Wirkeintritt
und dadurch dass eine effiziente Tumorkontrolle möglich ist,
kann bei den Patienten eine beträchtliche Steigerung der
Lebensqualität erreicht werden.
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1 McLeod D et al. A phase 3, multicenter, open-label randomized
study of abarelix versus leuprolide acetate in men with prostate
cancer. Urology 2001;58; 756-761
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Quelle: Speciality European Pharma GmbH, Ratingen
- Hansjörg schrieb am 9.4.2008:
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Bei einem Mitglied
unserer Gruppe mit einem fortgeschrittenen Prostatakrebs
(Knochenmetastasen) stieg der PSA-Wert trotz Hormonblockade unter
Eligard unaufhaltsam an. Vorher hatte er Trenantone eingesetzt, das
er wegen schwerer Nebenwirkungen absetzen mussste.
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Da der Verdacht auf
ein hormonrefraktäres Stadium im Raume stand, rieten wir ihm,
sich unbedingt den Testosteronwert messen zu lassen mit dem
erstaunlichen Ergebnis von 7,5 (!).
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Er begab sich zur
Behandlung in eine Klinik und dort wurde schon als letzte
Möglichkeit die chirurgische Kastration diskutiert.
Glücklicherweise fiel dem behandelnden Professor ein neues
englisches Medikament ein, das erst im Februar 2008 seine Zulassung
bei der Behandlung des hormonsensiblen Prostatakrebses erhalten
hatte: Plenaxis®
(Wirkstoff: Abarelix). Der Betroffenen erhielt diese Spritze und
sein Testosteronwert fiel umgehend auf 0,23, also Kastratenniveau.
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Und noch
erfrreulicher: Sein PSA-Wert sank von 94 auf 4,1 (!).
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Damit war der Beweis
erbracht, dass er glücklicherweise noch nicht hormonrefraktär
ist.
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Und die Moral von der
Geschichte:
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1.) Bei Verdacht auf
einen hormonrefraktären Prostatakrebs unter Hormonblockade,
immer den Testosteronwert messen lasssen!
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2.) Bei ca. 5 %
der Patienten wirken die eingesetzten Spritzen nicht. Versuchsweise
dann das Präparat wechseln!
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