Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Medikamente – PHA-739358

[Der Wirkstoff PHA-739358 könnte ein Kandidat für ein Medikament zur Behandlung von neuroendokrinen Prostatakarzinomen (NEPCs) sein. Derzeit /April 2012) befindet er sich noch im Laborstadium, eine Verfügbarkeit ist noch auf Jahre hinaus nicht absehbar.
Neuroendokrine Prostatakarzinome sind die aggressivste und am schwersten zu behandelnde Art von Prostatakarzinomen, siehe dazu diesen Text des Pathologen Prof. Dr. Helmut Bonkhoff.
Was es mit dem Wirkstoff PHA-739358 auf sich hat, kann dem nachstehenden Beitrag Ralfs vom 2.4.2012 entnommen werden. – Ed]

Ralf schrieb am 2.4.2012:
"Ein Bericht deutet darauf hin, dass eine Behandlung für neuroendokrinen Prostatakrebs am Horizont sein könnte, die tödlichste Unterart der Erkrankung. Obwohl weniger als 2 % der betroffenen Männer bei der Diagnose einen neuroendokrinen Prostatakrebs haben, kann sich aus dem häufiger vorliegenden Adenokarzinom der Prostata ein neuroendokriner Prostatakrebs mit düsterer Prognose entwickeln. Dr. Mark Rubin, Professor für Pathology und Labormedizin am Weill Cornell Medical College, und seine Kollegen setzten ein RNA-Sequenzierungsverfahren der nächsten Generation ein, um von Proben von sieben neuroendokrinen Prostatakrebsen, 30 Prostata-Adenokarzinomen und fünf Proben von gutartigem Prostatagewebe Profile zu erstellen.
Sie stellten fest, dass in 40 % der neuroendokrinen Prostatakrebse und 4 % der Adenokarzinome die Gene AURKA und MYCN überexprimiert und amplifiziert (krankheitsbedingte Vermehrung von DNA-Abschnitten) waren. Die Forschungsergebnisse wurde in "Cancer Discovery" veröffentlicht. Ferner fanden die Forscher heraus, dass eine Behandlung mit dem in Erprobung befindlichen Aurorakinase- (AURKA-) Hemmer PHA-739358 das Wachstum dieser neuroendokrinen Tumoren hemmte.
Laut Rubin war PHA-739358 zuvor ohne Erfolg an Prostatakrebsen untersucht worden, aber dass dies daran gelegen haben könnte, dass die dabei untersuchten Krebse nicht neuroendokrin gewesen waren. "Prostatakrebs ist keine homogene Erkrankung. Wir müssen weiter daran arbeiten, die aggressive Erkrankung von der indolenten unterscheiden und entsprechend behandeln zu können", sagt Rubin."
(Übersetzung eines Artikels aus dem US-TOO HotSheet Januar 2012)
Der Volltext des Artikels aus "Cancer Discovery" kann als PDF-Datei hier heruntergeladen werden.
Es muss uns klar sein dass, selbst wenn der Wirkstoff sicher und effizient ist, es noch Jahre dauern wird, bis er tatsächlich zugelassen ist und zur Verfügung steht, aber es könnte ein Silberstreifen am Horizont sein.