Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS

Medikamente – Oxaliplatin

Werner R schrieb am 23.9.2007:
Vor ungefähr 30 Jahren wurde Cisplatin als die erste Generation von Platinverbindungen als Bestandteil von vielen Chemotherapieanwendungen in der Tumortherapie eingeführt.
Cisplatin gilt nach wie vor als eine höchst wirksames Zytostatikum. Leider ist es sehr toxisch.
Die nächste Generation wurde mit Carboplatin Ende der Achtziger Jahre eingeführt, mit weniger unerwünschten Wirkungen, aber eben auch bei einigen Tumorerkrankungen weniger wirksam.
Nun als dritte Generation ist Oxaliplatin auf dem Markt und soll beide Profile vereinen: Weniger Toxizität und ordentliche Wirksamkeit.
43. ASCO [American Society of Clinical Oncology – Ed] Meeting 2007: Hier wurde der Stellenwert von Oxaliplatin in der Onkologie eindeutig hervorgehoben.
Oxaliplatin ist bisher in den USA und in Europa in Kombination mit 5 FU/LV [5-Fluorouracil und Leucovorin, zwei Zytostatika – Ed] zur Behandlung von fortgeschrittenen Kolonkarzinomen zugelassen.
Carboplatin wird von Onkologen auch schon neben Docetaxel beim Prostatakarzinom eingesetzt.
So könnte hier u. U. Oxaliplatin eine neue und bessere Option werden.
Werner R ergänzte am 27.9.2007:
Professor Heidenreich hebt ausdrücklich die gute Wirksamkeit einer Oxaliplatin-haltigen Chemotherapie mit Erlotinib (s. a. a. O. über Antikörper) – einem gegen den Epidermal-Growth-Factor- (EGF-) Rezeptor-gerichteten Antikörper – bei verschiedenen Tumoren hervor.
Er spricht von einem ungewöhnlich hohen therapeutischen Ansprechen von 81 %, "das zudem in einer signifikanten Verlängerung des Überlebens mündet" (aus "Palliative Therapiestrategien beim Prostatakarzinom", 2. Auflage).
Basierend auf diesen positiven Therapieergebnissen versuche er nun, ähnliche Behandlungkonzepte auch beim HRPCA (hormonrefraktären Prostatakarzinom) zu entwickeln.