Der Extrakt aus dem Prostatakrebs-Forum von KISP und BPS
Androgene = männliche Sexualhormone, insbesondere Testosteron, Dihydrotestosteron und Androstendion
androgenabhängige
Körperzellen = Körperzellen, die zu ihrer normalen
Funktion männliche Sexualhormone benötigen. Dies sind
gutartige Körperzellen wie die gesunden Zellen der Prostata,
aber auch bösartige (Krebs-) Zellen. Alle diese Zellen bilden
("exprimieren") Androgenrezeptoren, das sind Strukturen an
der Zelloberfläche, an die aufgrund ihrer Gestalt
Androgenmoleküle andocken können. Diese Moleküle
werden dann von der betreffenden Zelle aufgenommen und entwickeln in
deren Kern ihre spezifische Wirkung, indem sie sich an bestimmte
Regionen der DNA binden. Dies stimuliert in Krebszellen deren
Wachstum und insgesamt das Fortschreiten (die "Progression")
der Erkrankung.
Androgene hemmen aber auch die Fähigkeit
bestimmter Körperzellen, Lipide (Fette) zu speichern, und sie
fördern die Vergrößerung von Skelettmuskelzellen.
Dadurch weisen Männer mehr Muskel- und weniger Fettgewebe als
Frauen auf.
Ein hemmender Eingriff in den Androgenhaushalt
des männlichen Körpers ist darum immer mit einer Zunahme
von Fett- und einer Abnahme von Muskelgewebe verbunden.
Krebszellen
können gegen Antiandrogene der ersten Generation immun werden,
z. B. indem sie die Anzahl der Androgenrezeptoren an ihrer
Oberfläche um ein Vielfaches vermehren ("überexprimieren"),
so dass es schwierig wird, alle diese Rezeptoren zu blockieren.
Es hat eine höhere Affinität zu den Androgenrezeptoren als Bicalutamid und vermag dadurch die Aufnahme von Androgenen in Körperzellen stärker zu blockieren als Letzteres,
es beeinträchtigt besser als z. B. Bicalutamid den Einbau (die "Translocation") der Androgenmoleküle in den Zellkern,
es blockiert das Binden der Androgenmoleküle an die DNA-Doppelhelix im Zellkern. Bicalutamid hat diese Wirkung gar nicht.